Andreae.
Heichelheim
«t wurden 148 r nkheüen starben.
bern sucht.
* kleine Mitteilun gen aus Dessen und den Nachbarstaaten. Landwirt Joh. Georg Loh zu Rodenbach ist zum Bürg er meist er gewählt unb verpflichtet worden. — Kreisstraßenmeister Maringer m Grünberg beging am 12. April sein Lchähriges Dienstjubiläum. — Das Motiv zu der bedauerlichen Ausschreitung in Staufenberg am vorletzten Sonntag, ine em blühendes Menschenleben vernichtete, soll nicht Eifersucht, sondern Roheit gewesen sein. — Der Frankfurter Reichstags- unb Landtags-Abgeordnete Oes er ist an Brust- und Rippenfell- entzündung erkrankt und kann sich infolgedessen m der nächsten Zett an den parlamenrarrschen Arbetten nicht beteiligen.
Die Zeichnung auf obige Teilschuldverschreibungen findet statt:
am Freitag, den 19. April 1907, in Giessen bei der Filiale der Mitteldeutschen Creditbank
zum Kurse von
Zeichnung
auf Nominal Mark 8,200,000 41/3% Teilschuldverschreibungen der „Siemens“ Elektrische Betriebe-Aktiengesellschaft rückzahlbar ä lOS0/,
Mitteldeutsche Creditbank
Filiale Giessen
iOOVü Prozent
nebst 4*/,% Zinsen vom 1. April 1907 bis zum Abnahmetag.
Prospekte liegen an unserer Kasse zur gefL Einsicht auf.
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drahtlose Telegrafie rc. m c
O Lich, 16. April. Gleichzeitig mit Erbauung der Bahn nach ® r ünberfl will dle Behörde die F e l d b e r e i n ig u n g in den betreffenden Genearkungen einsühren. Während sich die Döder abwartend verhalten, beschlossen die hiesigen Landwrrte tue Einführung der Feldbereinigung.
kä Lengfeld, 16. April. Mord und Selbstmordversuch hat der ca. 40 Jahre alte Stationsafiistent Lang hier heute früh begangen, als seine Frau in der Kirche weilte. Anscheinend in plötzlicher Geistesver- wirrung hat er mit einem scharfen Beil seine zwölfjährige Tochter (sein Lieblingskind) erschlagen und sich dann selbst mit dem Beil verschiedene Schläge an den Kopf bei- gebracht, auch versuchte er sich durch Oeffnen der Pulsadern zu tödten. DaS Kind lag noch schlafend im Bett, eß war nach der UnglÜckStat sofort tot. Wie man hört, war der Mann so aufgeregt, weil er infolge einer bedenklichen Krankheit auf Anraten des ArzteS sich einige Zeit nach einer Lungenheilanstalt begeben sollte. Man hofft, ihn am Leben zu erhalten.
«= Offenbach a. M., 16.April. Dem nach 24jahriger Tätigkeit aus dem Amte geschiedenen Oberbürgermeister Brink brachten gestern abend die bürgerlichen Vereine und Korporationen einen imposanten Fackelzug. An dem Fackelzug nahmen über 80 Korporationen unb Vereine, 5 Musikkapellen und etwa 2500 Mann teil. Der Hinmarsch erfolgte durch die Biederer-, Frankfurter- unb östliche Seite der Kaiserstraße; hier zog ber Zug an dem Hause bes Oberbürgermeisters vorbei unb nahm auf dem Platz vor dem Hause unb in der Kcnserstraße Aufstellung. Die Serenade eröffnete die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr mit Beethovens »Die Himmel rühmend Die vereinigten Sänger trugen dann unter Mitwirkung der Kapelle des Infanterie- Regiments ,D Schutzgeist alles Schönen" vor. Hierauf folgte die Ansprache und anschließend die beiden Volkslieder .Wie könnt ich dein vergessen" unb „Ich hört ein Vöglein pfeifen". Ein Vortrag bes Katholischen MusikvereinS „Viktoria" leitete dann zum Schlußgesang, dem „Dankgebei" in der Bearbeitung von Kremser über. Auch hier hatte die 168er Kapelle die Orchesterbegleitung übernommen. Für die ihm gewordene Ehrung dankte Herr Brink in einer längeren Ansprache.
s. Aus dem Kreise Wetzlar, 16. April. In der gestern dem Abgeordnetenhause zugegangenen Sekundärbahnvorlage wird für die durch das Solmsbachtal (Wetz- lar-Albshausen-Gravenwiesbach) projektierte Bahn ein Betrag von 6 300 000 Mk. angefordert. — Auch bezüglich einer Verbindung nach Norden zwischen Lahnbahn mit der Gießen-Deutzer Strecke schweben Verhandlungen. Es ist nämlich der Ausbau einer Bahn von Stockhausen-Biskirchen über Bellstein-Driedorf nach Haiger gevlant. Diese Verbindung würde in erster Linie unserm Ulmbachtale mit seinen reichen Eisen-, Tongruben und Basaltlagern zugute kommen. Viele dieser unterirdischen Schätze konnten nicht verwendet werden, weil der hoch- preisige Achsentransport die Rentabilität fraglich macht. In Haiger tagte dieserhalb ein Komitee, das dieses Projekt zu för-
Die Zustände in der Edclschen Privat-Irreuanftalt.
-i- Berlin, 16. April.
Vor einigen Jahren haben längere Prozeßverhandlungen, in denen schreckliche Zustände in privaten Irrenanstalten enthüllt wurden, die Leisentlichkeit in gerechte Entrüstung versetzt. Nattir- lich war die erste Forderung die, daß bie sorgfältigsten gesetzlichen und polizeilichen Vorkehrungen getroffen werden müßten. An beruhigenden amtlichen Erklärrmgen hat es nicht gefehlt, es sind auch die Ueberwachungsvorschristen verschärft worden. Was trotz der Ueberwachüng geschehen kann, zeigte gleich der heutige erste Tag der gestern angekündigten Schwurgerichtsverhandlung. Der eine angellagte Pfleger war noch bis vor drei Jahren — Schmiedegeselle ! Er mußte heute zugeben, daß er einen angeblich widersetz- ichen gemütskranken Arbeiter wiederholt mißhandelt hatte und selbst im Lazarett nochmals auf den Patienten losging. „Ich war nervös", sagt der Angeklagte zu seiner Entschuldigung, obwohl er, wie der Präsident feststellte, tags zuvor keinen Dienst gehabt hatte. Das Aussehen erregendste aber bekundete der zweite Be- ichuldigte, ein Oberpfleger, der dem geschlagenen Kranken „zur Beruhigung" Chloral eingab. Der Lber- psleger erklärte, daß Ehloral, Opium unb andere Betäubungsmittel ohne ärztliche Amveisung nach Belieben aufgeregten Patienten eingegeben wurden. In der Regel sei den Aerzten von der Anwendung solcher Mittel auch nachträglich nichts gemeldet
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Mriginal-Vraynnelorrnsen.
Köln, 17. April. Ein L.p,er gelohnter oujuio wurde ein hiesiger sehr bemittelter Fabrikant. Der Mann hatte vor langen Jahren erhebliche Vorstrafen erlitten, dann aber mit Httse eines Bekannten eine Maschinen-Werkstätte errichtet und geheiratet. Wegen eines unbedeutenden Vergehens gegen das Krankenkassengesetz wurde er vor Gericht gestellt. Hier verlas der Vorsitzende seine sämtliu) en Vorstrafen. Der Angeklagte verließ, von Scham erfüllt, den Gerichtssaal und irrte zwei Jahre in der Wxlt umher, bis er schließlich aufgegriffen und wegen Betruges abermals zu 4 Wochen Gefängnis verurteilt wurde.
Königsberg i. Pr., 17. April. Staatssekretär v. Stengel hat der Königsb. tzartungschen Ztg. zufolge einem Besucher, der ihn fragte, ob die Nachricht über seinen baldigen Rücktritt irgendwie begründet sei, erwidert: ,,Mir ist nicht bekannt, daß an maßgebender Stelle mem Rücktritt gewünscht würde. Sollte aber ein derartiger Wunsch laut roerbat, so trete ich jeden Augenblick gern zurück. Sie glauben wohl, es ist angenehm, im Reichstage immerfort neue Steuern zu verlangen?"
Rom, 17. April. Der Anarchist Sencbctti au5‘Sto vvrno hat den revolutionären Führer Lilla ermordet. Er erschoß ihn vor einem Kaffeehause und mischte sich dann unter die vorübergehenden Passanten. Ein Polizeikommissar hatte js- doch die Tat gemertt und nahm die Verhaftung des Mörders vvr.
Saloniki, 17. April. Ho chwaf ser richtet in ganz Makedonien enormen Schaden an. Der Eisenbahnverkehr ftodti auf den meisten Linien. In Ueskueb steht das Armeuoierte^ unter Wasser. Die Obdachlosen mußten in Eisenbahnwagen unten gebracht werden. In Kvpruelu und Gewgeli sind infolge lieben schwemmnng mehrere Häuser eingestürzt und eine Anzahl Menschen unb Vieh ums Leben gekommen. Die Ortschaft Karasuli steht unter Wasser. Die Zufuhr von Lebens-, mitteln nach Saloniki gestaltet sich äußerst schwierig. Dia Lebensmittelpreise steigen ganz bedeutend in bu Höhe. Da ber Verkehr mit Serbien unterbrochen ist, wird die Post 'über Eonstanza geleitet.
Oeffeutliche Beleidigung.
Wegen unrichtiger Auffassung der Begri.-ff5 ber Oeffentlichkeithat das O b er l a n d e s g er i ck t ein ötraH kammerurteil aufgehoben und zur nochmaligen Verhandlung unb Entscheidung an die Borinstanz zurückoerwiesen. Ein Bewohner von Hungen hatte seinen im nämlichen^Hofe wohnenden Nack- bar „Tagdieb" geschimpft, wofür er vom Schöffengericht mit einer Geldstrafe belegt wurde. Semem Ansinnen, ihm die Publllations- besugnis zuzusprechen, wurde nicht Folge geleistet, weshalb er Berufung erhob, mit der Behauptung, die Beleidigung sei öffentlich erfolgt, was aus der Laae der in Betracht kommenden Lokalitäten hervorgehe unb die Beleidigung von einer unbestimmten Personenmehrheit, nämlich allen Personen, die sich damals in dem betreffenden Hofraum und in den angrenzenden Wohnhäusern aufgehalten hätten, habe wahrgenommen werden können. Die Strafkammer pflichtete aber diesen Ausführungen nicht bei unb entschied, daß eine Beleidigung nur dann öffentlich sei, wenn sie von einem größeren, durch persönliche Beziehungen nicht zusammengehaltenen Kreise von Personen wahrgenommen werden konnte. Tie Bewohner von Wohnhäusern, die einen Hofraum umschließen, sind aber, ebenso wie die Bewohner der einzelnen Wohnhäuser, als ein durch solche persönliche Beziehungen zu- sammengehaltener Personenkreis anzusehen; ihre Zahl ist be, stimmbar unb bestimmt. Zufällige Anwesenheiten sind dabei als belanglos nicht zu berücksichtigen. Auch sei der Tatort nicht jedermann zugänglich; wieoiele Personen die Beleidigung gehört hoben, sei gleichgültig. Das Oberlandesgericht wies daraus hin, daß eine Aeußerung auch dann öffentlich sein kann, wenn sie innerhalb eines bestimmten Personenkreises getan wird, wenn die mehreren Personen, welche die Aeußerung gehört haben, oder hätten hören können, dem Täter so fern stehen, daß sie mit ihm keinen engeren in sich verbundenen unb bestimmt abgeschlossen anzusehenden Kreis von Personen bilden. Auch sei zu unrecht angenommen worden, daß der Durchgang im Privateigentum stehend, nicht ohne Erlaubnis der Eigentümer benutzt werden darf. Es komme darauf an, wieviel der Durchgang benutzt wird und wieviele Passanten die Aeußerung hätten hören können. Nachdem vor der Verhandlung an Ort und Stelle richterlicher Augenschein stattgefunden hatte, entschied die Strafkammer im Sinne des Ober- landesaerichts und sprach dem Kläger die Befugnis zu, das Urteil in der Hungener Landvost zu veröffentlichen.
schönen Gefühl ber Zusammengehörigkeit aller Bergleute durch Veranstaltung einer Sammlung für die Hinterbliebenen ihrer auf Reden verunglückten Kameraden Ausdruck zu verleihen. 650 Mark konnten bereits als Ergebnis dieser Sammlung durch Vermittelung ber Bergbehörbe nach Saarbrücken über- wiesin werden. Inzwischen sind wettere 66 40 Mark von Beamten und Bergleuten de§ Gießener Braunstein- bergwerkS und 50 Mark von Beamten und Bergleuten der Gewerkschaft Elisenburg in Hungen gesammelt und gleichfalls durch Vermittelung ber Bergbehörde nach Saar- brücken abgeführt worden, lieber die genannten Betrage wirb hiermit öffentlich quittiert. .
** Landeslehrerverein. Eine BezirkSmanner- Versammlung, die sich mit der bevorstehenden Ob- mannSwahl beschäftigen soll, findet auf Einladung deS BezirkSvereins Lampertheim am nächsten Sonntag nachmittag in Frankfurt a. M. statt.
- ©in wissenschaftlicher FortbildungS- xursus für Volksschullehrer an der Landesumver- sität soll auf Veranlaffung deS Gießener LehreroereinS auch in diesem Jahr im Mai und Juni wieder stattflnden. Es lesen Profeffor Dr. Kinkel über „Ethik" und Privatdozent Dr. Schmidt über „Physik, Röntgenstrahlen, Radioaktivität,
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ro°rtXf den Fortgang dieses Prozesses wird sich die Aufinerk- samkett der Oeffentlichkell zu richten haben.
Kurz vor Schluß der Redaktion erhielten wir folgende Nach-
^Der Prozeß gegen die der Mißhandlung von Geisteskranken mit tödlichem Ausgange angeklagten Pfleger Robert Fietz und Paul von Malotka nahm einen überraschenden Ausgang. Die Geschworenen bejahten bezüglich des Ersteren die Schuldfrage nach einfacher Körperverletzung und verneinten sonst alle übrigen Fragen. Da gegen Fietz wegen einfacher Körper- Verletzung kein Strafantrag gestellt war, so mußte das Versa h r e n gegen ihn eingestellt werden. Gegen v. Malotka wurde dem Anträge des Staatsanwalts gemäß auf Frer- svrechung ertonnt.
Arbeiterbewegrrng.
Paris, 16. April. Der Ausstand der Bäcker flaut ab. Heute zählte man nur 451 Ausständige. Gestern und heule nach! sind 18 Ausständige wegen Behinderung der Freiheit der Arbeit sestgenommen worden. Ausständige Bäcker haben heute Rachniit- lag durch das Kellerloch einer Bäckerei auf am Backofen Arbeilende Bi triol geschleudert, wodurch ein Arbeiter verletzt worden ist.
lust in Süöwesi-si >mbattanten iti im ober 5,18 Pvz. toi * t genommene Fch !N 8. und t heg 'm i'olb & kegüM/Musik un M Mscumuen, tei- Menschen AuM porigen des ftp ten gebildeter M Chöre, W iB Leitung) Mtryen. xben sich m* ^erschast Meinen tarnen unb
i AbwechslMtoto- nd Stande pir W :ren, ZigaieM tf nd fliegende W en und Amnen> wird auf die
nen und Herren Aufforderung erg^ )en bewährten HM ikanten ÄingM l- bei einzelnen W Herren beituMd^ indenau Ä
gt&mmagto* H um to:
- Set«: bie b® 0»'tt.
SW KS-S sAssr GM
Lsanvel.
Neue Obligation en der ^Siemens" Elektrische Betriebe Akt. Ges. Berlin. Wie aus dem Jnseraterneil ersichtlich, wurden 1 200 000 Alk. 4l/,°/0 zu 1U3°/O rückzahlbare Obligationen der Siemens Elektr. Betriebe Akt. Ges. Berlin bei ber hiesigen Filiale der Aiitteldeutschen Kreditbank am 19. d. MtS. zur öffentlichen Zeichnung gebracht. Der Zeichnungspreis beträgt 1001/,.
Märtte.
le. Frankfurt a. Dl., 17. April. lOrig.-Telegr. befl „Gieß. Anz.") Biehmarkt. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schafe il Hämmel, 1734 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. CuaL 57—58 Lebendaewlcht 45.00-00 Pf., 2. Qual. 55—56 Pi., Lebendgewicht 43 00—44 Pfg., 3. Qual. 50—52 Pfg. Kälber 1. Qual. 00-00 Pf., Lebendgewicht 00—00 Pig., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 00-00 Pfg. Schafe 1. Qualität 00-00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg. Geschäft bei Schwemen: gut, Ueberstand unbedeutend. ____________________
Wietzener Wetterd teuft.
«orauösichtliche Bsitterung für Hetzen am Donnerstag den 18. April: Meist trüb. Leichte Regenfalle. Kühl. Ataßige närb- Uche Winde. ---
♦ Erdbeben in Mexito. Aus Rewyork wird gemeldet, daß zwei mexikanische Städte, Chilpancingo und C h i l a p a, durch ein heftiges Erdbeben vernichtet wurden. Von beiden Städten bHeben nur Trümmerhaufen übrig. Bisher wurde sestgestellt, daß elf Personen getötet und 27 verletzt wurden, man befürchtet aber, daß noch viele Personen unter den zerstörten Häusern liegen. Unter ber ganzen Bevölkerung herrschte wilde Panik. Alle flüchteten nach dem flachen Lande. Während ber Flucht spielten sich Szenen wilder Brutalttät ab. Männer schlugen, bei ihren verzweifelten Versuchen schneller vorwärts zu kommen, aufeinander los. Tas Erdbeben wurde in allen Teilen dRexikos verspürt. Auch die Hauptstadt Mexiko wurde derartig erschüttert, daß die Einwohner aus den Betten sprangen und auf die umliegenden Felder flüchteten. Die Mauern der Häuser krachten und große Risse zeigten sich in den gepflasterten Straßen. In anderen mexikanischen Städten ereigneten sich aus demselben G-runde ähnliche Panikszenen. Seit einem Vierteljal)rhundert wurde dort kein Erdbeben von ähnlicher Stärke verspürt. — Nach anderen Meldungen sollen in Chilpancingo unb Chilapa wenigstens 500 Personen durch das Erdbeben getötet worden sein. Die Erdstöße dauern fort, und in den betroffenen Städten und Dörfern herrscht großer Mangel.
Gietzcner Strafkammer.
ff Gießen, 16. April. Der Alkohol.
Die Bahnarbeiter L. B. von Allendorf a. d. Lahn, H. H. und L. M. von Dutenhofen, sowie K. M. von H ö r n s - h e i m betraten im verflossenen Winter in angetrunkenem Zustande nachts nach 12 Uhr eine Wirtschast hinter beut hiesigen Bahnhof. Um Streit zu vermeiden, verabfolgte ihnen die Wirtin noch ein Glas Bier. Als sie weiter Getränke verlangten, wurden sie ausgefordert, sich zu entfernen. Statt der Aufforderung nachzukommen, sprang B. auf und schlug der Frau mehrnials ins Gesicht; diese wehrte sich so gut sie tonnte nut einem Stuhl, den ihr aber B. entriß und damit auf sie einschlug. Nuri eilte die Frau hinaus um Hilfe zu rufen und schloß die Türe von außen ab. B. sprang ihr zum Fenster hinaus nach, warf sie zu Boden und mißhaiidelte sie durch Fußtritte und Faustschläge, sodaß die Frau am ganzen Körper blutunterlaufene Stellen und Schwellungen davontrug. Erst auf das Herbeieilen eines Rangierers ließ B. von fernem Opfer ab und ergriff die Flucht. Das Schöffengericht verurteilte B. wegen Hausfriedensbruch und K ö r p e r l e tz u n g zu 4 Ai o n a t e n G e f ä n g n i s. H. H. und L. M. erhielten wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruch je3WochenGefängiiis, während K. M. mit 2 Wochen davon kam. Letzterer beruhigte sich bei der Strafe, die übrigen dagegen erhoben Berufung zivecks Freisprechung bezw. Herabsetzung der Strafe. Das Berufungsgericht hielt angesichts des brutalen Vorgehens des B. die Straie für angemessen, dagegen setzte es die des H. unb M. auf je 2 Wochen herab.
LS


