Ausgabe 
2.10.1907 Erstes Blatt
 
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cts- ^reihundertjahrselor bcS GymnasiumZ. über. Bei den meisten löste die Sache, nachdem mm festgesetzt t Frellag, 11. Okt., I über die Lage klar geworden war, große Heiterkeit

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Um- wne die

smd. toir über die vergleichende Betrachtung der Ver- gangenheit und Gegenwart unserer Schule schon hinausgegangen zu erneut Wunsche für die Zukunst. Und noch ein z-weiter Wunsch mag hier seine Stelle finden.

Unsere Darlegungen dürsten gezeigt haben, wie die Schule in ihrer Gestaltung und Entwicklung von allen wesentlichen Kul­tur sakeoren : Religion und Sittlichkeit, Wirtschaft und Staat/ Wissen­schaft im Kunst bedingt ift^ Damit aber ist gegeben, daß die zeitgemäße Fortbildung des Schulwesens eindringende Sachkunde und voriichtige und weitblickende Erwägung fordert. Nun fehlt es aber auch heute nicht an Schulverbesserern, die die Sache so hinstellen, als seien unsere Schuleinrichtungen eine geradezu himmelschreiende Versündigung an unserer Jugend, als seien sie lediglich eine Ausgeburt philologischer Pedanterie, unnationakn vn' ^ltfremden, stubenhockerischen Gelehrtentums usw.

Man könnte solche Deklamationen, die ihren Weg auch in die Tagespresse finden, mit Stillschweigen übergehen, wenn dadurch nicht unnötige Mißstimmung gegen die Schule bei Eltern und er­wachsenen Schulern wachgerusen würde. Im Gegensatz dazu möge uirser H-est durch den Rückblick auf die auf steig ende Entwicklung un­lerer Schule das frohe Bewußtsein wachrufen, daß es auch hier vorwärts geht, und den Vorsatz erwecken, auch in der Zukunft treulich am Fortschritt mitzuastbeiten. Daniit zugleich möge aber auch das Vertrauen der eitern und Schiller gegenüber der Schule in ihrer Gesamtheit wie gegenüber den einzelnen Lehrern sich starken und festigen. Dami wird das,Fest nicht nur früheren schillern Gelegenheit geben, sich wiederznfehen und frohe Jugend- erinnerungen aufzufrifchen, sondern es wird auch für das weitere Gedeihen unserer Anstalt selbst von günstigen Folgen sein.

Von Ergebnis

letzterer am Montag nach Ablauf der vertragsmäßigen Kündigungsfrist fein Amt als Postvertrauensarzt nieder- gelegt. Es ist der Postverwaltung nicht gelungen, einen anderen Vertrauensarzt zu finden. Die eigent­lichen Leidtragenden sind nun die Unterbeamten, die von

Lage sein wird, von diesem Rechte in dem bisherigen fange Gebrauch zu machen, wird davon abhüngen, die Gestaltung des neuen australischen Zolltarifes deutsche Einfuhr im Verhältnisse zu der des englischen Mutterlandes beeinflußt.

Wie dieVoss.Ztg." hört, wird zur Neuregelung der deutsch-englischen Handelsbeziehungen dem Reichstage gleich im Beginne der Tagung eine Vor­lage zugehen, durch die der Bundesrat wiederum ermächtigt werden soll, Großbritannien und seinen Kolonien die Rechte meistbegünstigter Nationen auf eine Reihe Jahren zu verteilen. Ob der Bnndesrat dann in

Die kmrftigeu Gehälter der Eisenbahubcamterl.

DenDeutschen Nachrichten" gehen von zuständiger Seite Mitteilungen über die künftigen Gehälter der E i s e n b a h n b e a m t e n zu. Darnach wünscht der Eisen­bahnminister bei den Eisenbahnassistenten ein Anfangs­gehalt von 1800 Mk., das sich von drei zu drei Jahren steigert aus 2000, 2300, 2700, 2900, 3100, 3300 sowie daß das Höchstgehalt statt wie ursprünglich vorgesehen in 21 Jahren bereits nach 18 jähriger Dienstzeit erreicht wird. Mr die Eisenbahnvorsteher bewegt sich das Gehalt nach der Neuregelung zwischen 2000 und 3900 Mk., wobei die Erreichung des Höchstgehalts ebenfalls schon nach 18 Jahren eintritt.

jetzt die Kosten der ärztlichen Behandlung aus eigener Kasse bestreiten müssen, nachdem sie während der Ämts- t)aner des

in die freiwillige Betätigung der Sa,

Verliebt. Em Uebermaß von Reglementierung und Kontrolle be- eintracht.igt leicht Freiwilligkeit und Freudigkeit bei Lehrern und Schulern. Was Jie erreichen kann, ist im besten Fall, daß in ge- llcrt ücrgefdjrieb enen Formen korrekt gearbeitet wird, und ge­wiße Pensen erledigt werden. Wird aber lediglich solche Pflicht­arbeit geleistet, so werden die feinsten und tiefsten Wirkungen c^jule fehlen. Daß aber Lehrer und Schüler etwas von ihrer Personliauell, von ihrem wertvollsten Innenleben in ihre Tälig- ieit hlueuilegen, das laßt sich nicht durch Verfügungen erzwingen und nicht durch Kontrolle feststellen. Wünschen wir also, daß nn- |erem -Schulwesen überhaupt wie insbesondere unserem Gym- nastum Ordnung und Freiheit in richtigem Maße zuteil werden, und daß ihm vor allem die positiven geistigen Kräfte niemals fehlen, die für Ordnung wie für Freiheit er>r den wertvollen Jn'halt schaffen.

Payer das Schlußwort. Er führte aus, daß sachlich sich alle Redner auf >n Boden der Politik der Reichstagssraktion ge- stellt haben. Niemand habe eine andere Taktik vorgeschlagen.

Zertrümmern des Blocks würde nur dem Zentrum und der EozmLbemolratie Freude machen. Die Sozialdemokratie würde jubeln, was für elende und erbärmliche KVrle die Freisinnigen feien, noch unsimchtbarer als die Sozialdemokratie, und das wäre rm graufamer Vorwurf. (Große Heiterkell.) Es'sei lebhaft zu begrüßen, daß der Liberalismus die Möglichkeit habe, freiheitliche FvNichrrtte in Deutschland zu erreichen. Denn den Tag der großen Verbrüderung aller Freiheitsfreunde unter dem Banner der Sozialdemokratie würde ja doch keiner der Anwesenden erleben. Der ReiiMkanzler habe wertvolle Reformen angekündigt und ihre Verwirklichimg werde ein entschiedener Fortschritt fein. Darum bürrc sich der Liberalismus nicht in die Rolle hineinspielen, als ob er nur zu nehmen habe, sondern er müsse ehrlich ver- suchen, mit den Lstonservativen zusammenzuarbeiten. Eine Partei müßte jedes Gefühl der Selbstachtung verlieren, wenn sie alles ruhig von der Sozialdemokratie hinnehmen wollte. Die Deutsche Volkspartei könne sich glücklich preisen, daß sie beide Arten von Politikern besitze, die eine Partei brauche: die eine, die das Prinzip Hochhalte und fortwährend den Führern das Gewissen schärfe, die andere, die praktisch in der Politik des Tages zu erreichen suche, was zu erreichen fei, die etwas ermüdet und abgerackert, aber immerhin noch brauchbar im Reichstage die nndantbare Aufgabe verrichte, den schweren Karren der frei­heitlichen Entwickelung Deutschlands ein Stückchen vorwärts zu bringen. (Große Heiterkeit.) Aber auch diese Tätigkeit fei nütz­lich, nicht nur für die Partei, sondern auch für das deutsche Volt) das den Kulturfortschritt brauche. (Stürmischer Beifall.) Ein Beschluß zu dieser Frage wurde nicht gefaßt.

Hierauf referierte Q u i dde über das V e r e i n s r e ch t. Er legte eine Resolution vor, die in folgender Fassung ein- stimmig angenommen wurde:Die Deutsche Volkspartei for­dert von dem in Aussicht stehenden Reichsveremsgesetz die Durch­führung des Grundsatzes, daß alle Eimvohner des Deutschen Reiches uneingeschränkt berechtigt sind, zur Erreichung gesetz­licher Zwecke Vereine zu bilden und Versammlungen zu veran­stalten. Insbesondere aber darf dieses Vereinsgesetz keine Ver- fchlechterung gegen die bestehenden Bereinsgesetze in irgend cmem Bund cs,taute mit sich bringen. Weiter fordert die Deutsche ' Volkspartei einen wirksam:u Rechtsschutz für diese gewährleistete i Versammlungsfreiheit."

von Wien und Petersburg stellen deshalb fest, daß Ar­tikel 3 das Verschwinden der Banden für einen längeren Zeitraum zur Voraussetzung habe, auf verhältnismäßig geringfügige Aenderung zwecks Erleichterung der Tätigkeit der Lokalbehörden abzielt und daß die Abgrenzung keines­falls durch terroristische Tätigkeit bewirkte nationale Ver­schiebungen berücksichtige, sondern sich auf den status quo ante und unparteiische Lokalerhebungen stützen werde. Die Ententemächte messen diesen Erklärungen große Bedeutung bei und beauftragen ihre Vertreter, in Athen, Belgrad und Sofia diese den Valkanregiernngen zur Kenntnis zu bringen.

Das soeben erschienene erste Heft des 11. Jahrganges derDeutschen Kumst ^nd Dekoration" (Verlag

bisherigen Postarztes (fast 14 Jahre) die Wohl- ärztlicher Behandlung genossen haben.

bringt Skulpturen August Rodins, die Äußenarchitektur ur. eine Anzahl von Meisterwerken aus den AbteilungenW nungskunst" undMalerei" der Kölner Kunstausstellui Stickereien von Margarete von Brauchitsch, viel neues ve der Darmstädter Kün st l e r k o l o n i e, darunter am ein paar Abbildungen der freilich wenig schönen, lang c; streckten niedrigen Hauptgebäude der Ausstellung des Jahr 1908,_ sehr sein, streng skizzierte künstlerische Plakate ur Buchschmuck von Kleukens, silberne Prunkgesäße von En Riegel, auch die neue goldene Kette des Gießern Universitätsrektors, Gläser aus der Großh. Edk glas-Manusaktur-Darmstadt, Arbeiten des Goldschmied Lettre-Berlin usw. Es gibt wohl kein Gebiet der hch und angewandten Kunst, für das die Zeitschrift im Sgl ihres zehnjährigen Daseins nicht eine große Anzahl v- Beiträgen in Bild und Wort geliefert hätte. Wer c irgend einem dieser Gebiete schaffend tätig ist, wer m Kunstwerken und kunstgewerblichen Gegenständen Hand oder wer sie zu erwerben wünscht, wer sich neu einzurichl gedenkt oder auch nur seinen Geschmack veredeln will, W dieDeutsche Kunst und Dekoration" mit Nutzen studiere Möchten die sichtlichen Bemühungen dieser Zeitschrift, d Beste zu bieten, viel Verständnis und Unterstützung sind

Das literarische Echo, die bekannte Hai Monatsschrift für Literatursreuude (Herausgeber Dr. K Ettlinger, Verlag Egon Fleische! L Eo., Berlin W. 35), ' mit dem eben erschienenen 1. Oktoberheft in ihren zehn! Jahrgang eingetreten. Aus dem Inhalt des neuen & heben wir den Leitaufsatz von Dr. Heinrich Spiero ü D ie Dichter und die Politik" hervor, ferner ei . Studie von Kurt Martens über den vielumstrittenen M i Wedekind, sowie größere Vuchkritiken von Rudolf Pre b e r, dem verstorbenen Wilhelm Holzamer usw. $ I RubrilenEcho der Zeitungen",Echo der Zeitschriftc: i Echo des Auslandes" sind in gewohnter Ausführlich! ] vertreten.

** V o m Wetter. Gestern mittag etwa um 12i/,^ gab cs ein ziemlich heftiges Gewitter, das von einem Qu giebigen Regen begleitet war, aber sehr rasch vorüoergll- Es wurde vorübergehend so dunkel, daß zahlreiche fri? Licht brannten, etwas, was selbst in diesem an abnorm" Witterungserscheinungen so reichen Jahr noch nicht not war. Aus Butzbach wird uns geschrieben: Um 12 Ufr 20 Minuten Dienstag mittag verbreitete sich über- Stadt ein fast nächtliches Duntcl, dem nach etwa 10 Minute: ein kurz anhaltendes Gewitter mit starkem Regen folgt Die plötzlich hcrciubrechende Dunkelheit war selbst für unser ältesten Einwohner etwas Ungewöhnliches. Schon kurz nas i/2l Uhr schickte die Sonne wieder ihre ersten Strahlen.- Von Friedberg wird unS r.nterm gestrigen gemeldet Heute mittag kurz vor i/2l Uhr zog ein Gewitter üfre unstre Stadt mit Blitz und Donner. Es verursachte ein solche Dunkelheit, daß es plötzlich Nacht zu werden droht- Sämtliche Bureaus mußten Licht anzünden, auch in Privathüusern wurde teilweise Licht gebrannt. ' Die ü- scheinung dauerte ungefähr 1015 Minuten, worauf bc Zwitter nach Gießen zu weiter zog. Auch in Fran! surt wurde es gegen 12 Uhr stockdunkel. Der Blitz sch ft in ein Haus der Friedberger Landstraße und stürzte c: Türmchen herab. Größerer Schaden entstand nicht. ; Darmstadt zog das Gewitter, das ebenfalls mit greif' Finsternis verbunden war, um 11 Uhr vorüber, tz brauchte also von dort bis Gießen etwa iy2 Stunden. - Heftiger war ein Unwetter, das am Montag abend ii Bingen niederging. Ein wolkenbruchartiger Regen, ir. man ihn seit Jahren nicht beobachtete, ging dabei niete In einem Zeltzirkus, der Vorstellungen gibt, entstand fr Ausbruch des Unwetters eine Panik, die dadurch verftW wurde, daß plötzlich das elektrische Licht erlosch. Die ' schauer drängten dem Ausgange zu, vor dem sich eial Grube von i/2 Meter Tiefe befand, die mit Wasser gefüJ war. Viele Männer zogen Stiesel und Strümpfe auS M wateten hindurch. Manche trugen auch ihre Frauen hiü NN-,,. Bei den meisten löste die Sache, nachdem man &

.Nach der Wiederwahl des alten Vorstandes und nachdem befchlogen worden war, den nächsten Parteitag in Württem­berg abzuhalten, wurde der Parteitag geschlossen. Am Nach­mittag fand em Festessen statt. Payer erwähnte hierbei, daß das ihm zu geschriebene Wort dem Reichskanzler gegenüber, die Freisinnigen loollten nach der Suppe auch Gemüse ünd Brocken sehen, von ihm> nie gebraucht worden fei. Er hätte zum mindesten für die Freisinnigen Br Men gefordert.__________________________

Neuregelung der deutsch-euglischen HandelsSeziehrrugen

Mazedonien.

Oesterreich - Ungarn und Rußland ist der Konferenzen zwischen Iswolsky _____

Aehrenthal eine Note an ihre Gesandten in den Balkan­ländern ergangen. Diese Note erklärt, daß die Tätig­keit der christlichen Banden in Mazedonien mindestens zum Teil durch eine sehr verbreitete irrtüm­liche Interpretation des Artikels 3 des Mürzsteg er Programms hervorgerufen worden fei. Dieser Artikel besagt, daß nach der Beruhigung des Landes von der Türkei eine Aenderung der Territorialabgrenzung deS Ver­waltungsbezirks im Sinne einer regelmäßigeren Gruppie­rung der verschiedenen Nationalitäten zu verlangen sein werde. Die revolutionären Komitees wollten nun offen­bar die Territorialsphäre ihrer Nationalitäten erweitern und hoffen, daß diese Ausdehnung seinerzeit als Grund­ig- der neuen Abgrenzung dienen werde. Die Kabinette

nachm. 5 Uhr, in der neuen Universitätsaula: 1. orchester: Allegretto aus der Symphonie Nr. 11 von I.

2. Einführender Vortrag de? Unterprimaners Kann. 3. Usch-deklamatorische Aufführung von Sophokles Antia 4. Schülerorchester: Adagio für Streichorchester und Kt? von W. 9L Mozart. Samstag, 12. Oft., vorm. ig n.

5 e ft n f t in der neuen Univer'sitätsaula: 1. Allg.

Lobe den Herrn. 2. Gebet, gesprochen von Prof. D. 6t' 8 3. Begrußungsworte des Direktors. 4. Schüterorchch Andante a. d. Symphonie Nr. 1 von L. van Beetho 5. Festrede des Prof. Dr. Nlesser über die beschichtet Gymnasiums. 6. Chor:Verleih uns Frieden gnädicü^ 7. Ansprachen. 8. 'Allg. Gesang:Nun danket alle Nachmittags 3 Uhr auf der Liebigshöhe geselliges Zusannnk. sein aller Festteilnehmer mit turnerischen unD anderen A i I führungen.

** Ueb erwach nng des alten Schlosses. Qn;or ber Einrichtung des allen Schlosses ist der hiesigen lind Schließgesellschaft die Ueberwachung des Schlosses übti tragen worden. Wie uns mitgeteilt wird, hat die Tötiqk der Wach- und Schließgesellschaft hierbei volle Anerkennnp gefunden, und cs ist ihr eine Gratifikation bcifiir bciuiü' worden.

** Für die Sitzung der Stadtverordnete,- Versammlung am Donnerstag, 3. Ott., nachm. 4i'nj ift sotgende Tage2orduung aufgestellt.- 1. Baugestw) August Scheppelmann für die Romistraße. 2. Desql fr! Ludivig und der Mathilde Herbert für die WagenM 3. Desgl. des Kan Wehrum für den Wiestckerweg. 4. Te^- des Johann Georg Pfaff für den Wismarer weg. 5 sfc gcbniig der Lieferung von Zementrohren und Eisenle^ sur dre Kanalisation. 6. Tie Löhne der städtischen Pflai, rer. 7. Verpachtung von städtischem Gelände an der furwr Straße. 8. Einrichtung des Schuwades in der St^ madcyenschulL in der Schillerstraße. U. Verabreichung wo' men Frühstücks an bedürftige Schulkinder. 10. AM-' lung des Adreßbuchs. 11. Erhebung von Kana/ gebühren.

Cergessetz^U«

TerFall Schellenbcrg" in Wiesbaden ist jetzt aus dem Stadium der theoretischen Erörterungen in den Zustand der akuten Krisis übergegangen. Nachdem das Reichspostamt sich nicht dazu hat verstehen können, die Kündigung des Dr Schellenberg zurückzunehmen, hat er hat dies, zumal während des letzten Jahrhunderts in großem Umfange, und in dankenswerter Weise getan.

?i SSijfungai, die das intensivere Eingreifen der Staats­gewalt für das Bildungswesen gehabt hat, sind freilich nicht alle ohne weiteres als Gewinn anzusehLn.

Unverkennbar herrschte im älteren Schulwesen mehr Frei­heit. konnten sich auch Lehrer und Schiller ausschließlicher dem widmen, wozu innere Neigung und Befähigung trieb. Auch ruar eS 5. B. begabteren Schülern möglich, viel rascher die Schule §u absolvieren. Für ihr Vorwärtskommen war ja im weientliwen nur der Grad einer Fertigkeit maßgebend: ihr Können im Latein: heute muß jeder in so und fo viel Fächern so und 0 viel Rillen ausweisen, um zur höheren Stufe emporzu- 1 teig en. ^lich kam jener ältere Zustand nur den nach der spracylicyen Seite besoiwers Begabten zugute: anders gerichtete ^yegabuiigen fanden um so viel weniger ihre Rechnung in der alten Schule. Ueberhaupt darf man die Kehrseite nicyt über- sehen. ^ene große Freiheit war doch nur ein Vorteil, wo wirklich wertvolle Kräfte in Lehrern und Sckchtern vorhanden waren, die baburcL}i die Möglichkeit hatten, sich ungehemmt zu regen uno zu betätigen; sie wurde zum schweren Nachteil, wo solche Pontiven Kräfte fehlten: Vernachlässigung des Unterrichts, Faul- l)eit und Disziplinlosigkeit der Schüler, unzulängliche Vorbil­dung der Studenten waren dann die Folgen. Es ist doch nicht zu beizeiten, daß hier die Sorge des Staates für Lehrerbildung fo* wie 1 chartere Aufsicht und Kontrolle ourch Prüfungen günftig gewirkt gaben : em gewisses, wenn auch bescheidenes Maß relativ vielseitiger Ausolldung wird jedenfalls heute bei einer viel größeren Zahl von Schülerii erreicht als ehemals. Außerdem ist der Staat mit (Sriolg bemüht gewesen, früher allgemein verbreitete Mißstände wie unzureichende Besoldung der Lehrer, mangelhafte Beschaffen- hett der Schulraume und der Lehrmittel, zu beseitigen: endlich bedarf ein Jo großer Organismus, wie unser Bildungswe-sen, zu seinem Bestehen und feiner Fortentwickelung nicht nur der freien und lebendigen Regsamkeit seiner Glieder, sondern auch einheitlicher Regelung und Ordnung.

Freilich, geistiges Leben ist ein außerordentlich zartes und fernes Ding, . und Freiheit ist recht eigentlich die Atmosphäre, ore.es zu seinem Gedeihen gebraucht. Daß auch unsere Staats- reglerung von dieier Ueherzeugung durchdrungen ist, das hat tte erst bet dem Uiiiversitäisjubiläum wieder beiriefen, indem unier Landessurst wie sein erster Minister der Hochschule in £orm die Wahrung der akademischen Freiheit zugeiichert haben. Mutatis mutanbid hat aber nicht bloß für die vochichiile, jondern auch für das ganze Schulwesen das Prinzip oer Freiheit neben dem Prinzip der Ordnung eine grundleaende Bedeutung Die Tätigkeit des Lehrers und Erziehers erfordert u cm3 bcjoiiberem Maße freiwillige und freudige Hingabe uno fic unrZ) nur dann wirkliche Geistesbildung fördern, wenn

I ^(c^anber Koch in Darmstadt) ist wieder eine Glanzleistm; "Es enthält nicht weniger als hundert Illustrationen, te unter fünf farbige und zwei in reichem Golddruck. 6

Aus Stadt 88nO Land.

Gießen, 2. Olt. 1907.

Vom Groß h erz 0 glich en Hofe. Prinz Hein­rich von Preußen trifft in Begleitung des persönlichen Adjutanten KorvettenkopitänZ v. Egidy heute abend 511 mehr­tägigem Besuche in Jagdschloß Wolssg..Aen ein. Am Dienstag besilchte I. 51. H. die Großherzogin die Haushaltungs- schule in Langen, S. K. H. der Groß Herzog die Aiis- Itcllnngsbaulichkciten aus der Mathildenhöhe. Nachmittags trafen zuni Besuch aus einige Stmidcn der Fürst, sonne P^rinz Viktor 5 u I s e n b u r g - B i r st e in auf Jagdschloß Wolfsgarten ein. Aiii Dienstag empfing Se. Kgl. Hoh. der Großhcrzog in Wolfsgarlen den Geh. Regiermigsrat Professor Dr. Messel.

** A nszeichnungen. S. K. H. der Großherzog haben dem Oberlehrer an dem Seminar für Volksschul- lehrerinncn Hch. Matthes und dem Oberlehrer an der Realschule zu Wiinpfen Jakob Sieben den Charakter als Professor sowie dem Oberförster der Oberförsterei Burg- Gemünden Friedrich Kullmann zu Burg-Gemünden den Charakter als Forstmeister erteilt.

Erledigt i|t eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lchrerste lle an der Gemeindeschule zu Nieder- Erlenbach.

** Le hra mtsassess 0 ren. Durch Entschließung des Großh. Ministeriums des Innern vom 1. Oktober 1907 wurden bic Lehramtsreferendare Nck. Axt zu Offenbach, Karl Becker zu Lau.bach, Fried. Bender zu Offenbach, Alex. Binz el zu Groß-Umitadt, ?llb. Die mer und August Förster zu Alzey, O. Dr. Theodor Friedrich und Llldwig Gengnagel zu Mainz, Theodor Heuß zu Bad-Nauheim, Joh. Huthwohl zu Babenhausen, Hch. Mischler zu Bingen, Dr. Adolf und Hans Seiler zu Worms zu Lehr- amtsassessoren ernannt.