Ausgabe 
2.7.1907 Zweites Blatt
 
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Are ^eters-Krozeß.

unmittelbar, nachdem der Reichstag wieder,

liier das Eintreffen

einer der Schwe ftc r n des Herzog:' von B r a b a n 3 a. Ter Besuch wird umsomehr beachtet, als mau vernuuet, das; cs mit

in der gegenwärtigen Lage nur mit dem (Gewehr im' schlafen, ist selbstverständlich,"

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London, 1. Juli. A u f s e h c 11

ging ihm das folgende Telegramm des Reichskanzlers Fürsten von Bülow zu:Herzlichen Glückwunsch zu der loohlverdienten Auszeichnung, die mich persönlich besonders erfreut hat."

Köln, 1. Juli. Der Chefredakteur der ,Londoner Tribüne", S. I. Pryer, hat im Auftrage des Komitees der englischen Journalisten an den Verleger der Köln. Ztg." ein Schreiben gerichtet, in dem in den herzlichsten Ausdrücken der Dank der englischen Journa­listen für den prächtigen Empfang und die glanzende Gast-, wirtschaft ausgesprochen wird, die man ihnen in Köln, bereitet habe. In dem Schreiben wird den Behörden von Rüdesheim, Koblenz und Köln, sowie allen denen, die dazu beigetragen haben, den englischen Gästen den Aufenthalt, angenehm zu machen, der wärmste Dank gespendet. Das Schreiben schließt mit den Worten: .Die Erinnerung an diese Tage wird für immer ein festlicher Besitz für leben Teilnehmer an unserer Fahrt bleiben und wir sind dessen sicher, daß die in Deutschland empfangenen Eindrücke dauernd einen starken Einfluß wohltätiger Art ausüben- äverden überall da, wo unsere Einwirkung die Beziehungen zwischen den beiden Ländern mitgestalten kann.

Hamburg, 1. Juli. Fr- von Rappard, einer der Führer der freisinnigen Volkspartei und mehrfacher Ge­genkandidat im ersten Hamburgischen Wahlkreise hat sich erschossen.

Fr e rb urg, 1. Juli. Das Mitglied des Oberschulrats Geheimrat von Sallwürck wurde zum Oberschul­rats-Direktor ernannt. Damit ist zum ersten Male ein Schulmann, statt wie bisher immer ein Jurist, an die Spitze dieses Amtes berufen worden.

Posen, 1. Juli. Das deutsche Gut Modrze im Kreise Posen-West wurde von den Besitzern, den Barty- scheu Erben, für 2200000 Mark an den bekannten pol- uischen Agenten Biedermann verkauft. Der biSl-erige Verwalter und Mitbesitzer des Gutes war Oberleutnant a. D. Baarth.

richten. Es wird mindestens derselbe politische Gewinn für beide Teile und damit für die nationale Entwicklung herausschauen, ber von Iber Deutschland fahrt der englischen Journalisten mit Fug erhofft werden darf für die internationalen Beziehungen.

Zle heutige Kummer umfaßt rv Seiten

Zur deutsch-frauzästschenWerftändigun»^.

Das Thema von einer deutsch-französischen Verständigung ist au der Tagesordnung, und es ist gewiß erfreulich, daß dem Vizepräsidenten der Deputiertenkammer, Etienne, Ge­legenheit gegeben wurde zu längerer Unterredung mit dem Kaiser und dem Fürsten Bülow. Zu Uoberschätzung dieses Vorganges liegt aber kein Anlaß vor. Einmal zählt Herr Etienne nicht zu den offiziellen Persönlichkeiten, es ist auch nicht bekannt geworden, daß ec in den politischen Kreisen Frankreichs hervorragenden Einfluß hat. Ein in diesem Sinne bedeutenderer Staatsmann, der ehemalige Ministerpräsident Waldeck-Rousseau, wurde vor mehreren Jahren auf einer Erholungsfahrt an der Küste Norwegens vom Kaiser an Bord der .Hohenzollern* geladen und aufs liebenswürdigste begrüßt. Es hat sich aber in der Folge nicht das mindeste an den deutsch-französischen Beziehungen geändert. Ebenso­wenig war das der Fall nach dem Berliner Besuch hoher französischer Offiziere gelegentlich einer Frühjahrsparade des Gardekorps, und damals gab es noch eine Reihe der ehrendsten Ordensauszeichnungen.

Wenn nun gesagt wird, die Unternehmungen Etienne's dienten einer wirtschaftspolitischen Annähe­rung beider Länder, besonders einem teilweisen Zusam­menwirken der großen deutschen und französischen Schis- fahrtsgejellschasten im Interesse der französischen Aus­fuhrhäfen, so ist diese Möglichkeit schon greifbarer, als die einer politischen Verständigung. Frankreichs Seeinter­essen entwickeln sich auf der absteigenden Linie, ihrer hat sich die Regierung nicht mit der durch den verschärften internationalen Wettbewerb gebotenen Energie angenom­men. Beispielsweise steht die seit mehr als fünfzig Jahren betriebene Schiffahrtslinie zwischen Bordeaux und Süd­amerika vor der Gefahr des Eingehens, weil der Staat die finanzielle Unterstützung der Gesellschaft ablehnt. Für Eng­land schwebt die Bundesgenossenjchast mit Frankreich in der Luft, soweit es sich um kommerzielle Interessen handelt. DasVolk der Kaufleute" wird im .Gegenteil die wirtschaftlichen Schwächen des französischen Freundes sich erst recht nutzbar machen und ihm überlassen, aus den, einstweilen freilich durchaus imaginären, politischen Vor­teilen des Einvernehmens sich Trost zu holen.

Deutschland und Frankreich sind über See stets gut miteinander ausgekomnreu, zumal in der Kolonialpolitik. Dasafrikanische Sedan" bei Faschoda ist den Franzosen durch ihre englischen Freunde bereitet worden, eine Erinne­rung, die man in der Republik gut täte, aufzufrischen. Es steht nichts im Wege, daß die schwarz-weiß-rote und die blau-wciß-rote Handelsflagge neben einander wehen. Wenn Herr Etienne das erstrebt und mit Erfolg erstrebt, so macht er sich verdient. Es werden freilich immer nur wirtschaftliche Berührungspunkte her aus schauen, denen ge­genüber die politische Reibungssläche bestehen bleibt. Diese mehr und mehr einzuengen, ist Sache der Diplomaten, in diesem Falle also besonders des Berliner Botschafters Cam- bon, der, wie dieVoss. Ztg." schreibt, nicht dulden würde, daß halbamtliche Nebendiplomatie in seine Berufsarbeit eingreift. Erst der Tag, an dem Herr Cambon mit den maßgebenden deutschen Persönlichkeiten in freundschaftliche Fühlung tritt, wird das zwischen Deutschland und Frank­reich überhaupt mögliche politische Einvernehmen ernstlich erwarten lassen.

politische Tagesscha«.

Einepolitische' Sonderfahrt.

Von besonderer Seite wird uns geschrieben:

Tie Hamburg-Amerika-Linie will die in den weitesten Kreisen bekannte Einrichtung ihres Reifebureaus dem nationalen In­teresse nutzbar machen durch erstmalige Veranstaltung billiger Sonderfahrten in die deutsche O st mark. Eröffnet wird dieses Unternehmen mit einer in der letzten August- Woche von Berlin ausgehenden Gesellschaftsreise nach Danzig, Marienburg und in das masurische Seengebiet. Man rechnet besonders auf die Beteiligung von Süddeutschen, denen das keineswegs reizlose Landschafts bild und die geschichtlichen Merk- inale des preußischen Ostens noch unbekannt sind, während die niederdeutsche Tiefebene und zumal das Nordseegebiet in den letzten Jahren von Süddeutschen stark besucht wurden. Die Sonder­fahrt in die Ostmark vermittelt die Bekanntschaft mit altpreußischer Eigenart, ein auch politisch nicht gering zu veranschlagender Gewinn. In einer^der letzten Reichstagsdebatten wurde den Volksvertretern aus Snddeuischland von einem ostpreubüchen Kon­servativen gesagt, sie urteilten abfällig über die Zu stände in Preußen, ohne sie durch persönliche Wahrnehmung zu kennen. In der allgemeinen Form ist die Bemerkung unzutreffend, doch es wird sich nicht bestreiten lassen, daß unverhältnismäßig mehr Altpreußen das südliche Deutschland durch Reisen kennen gelernt haben, als Süddeutsche in Die Ostmark gekommen sind. In touristischen Kreisen wird sie vollends stiefmütterlich behandelt, und doch darf man überzeugt sein, daß schon durch die erste Sonderfahrt der Hamburg-Amerika-Linie dieser Bann gebrochen wird. Ihr ist unter dem politischen Gesichtspunkt um deswillen eine zahlreiche Beteiligung von Landleuten aus dem Südweften zu wünschen, als dadurch die Wahl der Ostmark für Abhaltung politischer Partei- und Delegiertentage aussichtsvoller werden würde. In dieser Hinsicht besteht bei fast allen Parteien ein gewisses Vorurteil gegen den preußischen Osten. Lor zwei Jahren regte man in nationalliberalen. Kreisen an, den Parteitag in der Hauptstadt Posens oder Westpreußens zu Veranstalter!. Der Vorschlag wurde von den dortigen Deutschen mit Freuden begrüßt, aber er drang nicht durch infolge des Widerspruchs aus Südwest- deulschland. Mittlenveise hat sich die inner-politische Situation geändert, der konservativ-liberale Zweibund soll jetzt die Stütze der Regierungspolitik ab geben.Wer den Bundesgenossen will vecsteh'n, muu .in vesse,n Lande geh'n." Möge der liberale Süden den mehr konservativen Osten. aufiüchcn, wo die kommunalen Behörden mW bie Vertehrsvereme sich auf den Empfang ein»

wurf wird

eröffnet ist, zur parlamentarischen Beratung "gelangen: können. Die Abänderung, die die Regierungsvorlage int: Bundesrar erfahren hat, soll nicht erheblich fein.

Dem sreis. Landtagsabgeoröneten Reinhard Schmids* Elberfeld ist der Charakter als Kommerzienrat verliehen worden. Als erster Glückwunsch zu dieser Auszeichnung

Die Haager Friedenskonferenz.

Haag, 1. Juli. Im königlichen Palais wurden b ersten Delegierten der Friedens ton serenz von Koni gin Wilhe lmina empfangen. Der holländische Mi­nister des Auswärtigen van Tets van Goudraan stellte der Königin, die von den hohen Würdenträgern des Hofes umgeben war, den Präsidenten der Konferenz Nelidew vor, der dann die Vorstellung der übrigen ersten Delegier­ten übernahm. Die Königin unterhielt sich mit jedem einzelnen der Herren und gab ihrem Bedauern darüber Ausdruck, daß iuegen des ungünstigen Wetters das für heute geplante Gartenfest im Huis ten Bosch ausfallen muffe. Sie hoffe aber, die Sperre.1 und ihre Damen heute abend in ihrem Stadtjchlosse bei sich ju sehen. Dem Prin­zen Heinrich der Niederlande, der Dem Empfange bei­wohnte, wurden die Delegierten durch den ersten Dele­gierten der Niederlande de Beaufort vorgestellt.

Wie derDaily Telegraph" meldet, beabsichtigen die süd- und mittelameriranischen Delegierten mit Ausnahme von Brasilien und Kuba der Theorie der Vereinigten Staaten über das Prival-Eigentum zur See falls Abstimmung erfolgt, die F r a g e des Bombarde­ments von Häfen, der Seern in en und der See­beute entgegenzustellen. Ein Zusatz zur Genfer Kon­vention dürste ohne Schwierigieit beschlossen werden. Der Status quo wird hinsichtlich der Eröffnung der Feindselig­keiten aufrecht erhalten werden.

DasEcho de Paris" berichtet, in Delegiertenkreisen sei man der Ansicht, daß der Vorschlag betreffend Um­änderung von Kauffahrteischiffen in Kriegs­schiffe für den Fall des Ausbruchs eines Krieges, Anlaß zu heftigen Debatten geben werde. Man glaubt je- doch, daß in dieser Frage ein Kompromiß zustande kommen wird.__________________________' __________

Deutsches Reich.

Berlin, 1. Juli. Das Kaiserpaar, das morgen (Dienstag) die Reise nach Kopenhagen antritt, ist an Bord der ,Lwhenzollern" im Kieler Hafen eingetroffen.

DemReichsanzeiger" zufolge wurde in der Plenar­sitzung des Bundesrates vom 29. Juni der Antrag Preußens betreffend den Entwurf eines Gesetzes über die Aenderung desBorsengesetzes den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Dem Ansschußberichte wegen Aen- derung der Branntwein st euer-Ausführnng s- bestimmungen wurde zu gestimmt.

lieber die in Aussicht genommene Berufung de^ Oberbürgermeisters von Weißenfels, Wadehn, erfährt das B. T., daß Herr Wadehn sich selhst beim Reichskolonial- amt gemeldet hat. Seine Mission in den Kolonien soll darin bestehen, in Südwestafrira drei K 0 m m n n 2 l - V e r-: Wallungen einzurichten.

Wre die Deutsche Juristenzeitung hört, hat öer Bundesrat noch vor seiner sommerlichen Vertagung dem Gesetzentwurf über die Erleichterung des Wechsel­protestes die endgültige Zustimmung erteilt. Der Ent-

t München, 1. Juli.

Dre Witwe früheren Kolonialbirektors Kayser, die als Zeugin erschienen i)t, macht in der heutigen Sitzung Angaben über den Besuch des Dr. Arendt am Kr<mkenbette ihres Mannes, wobei letzterer gesagt habe:Verlassen Sie augenblicklich mein Zimmer." Auch die Tagebuchblätter des Direktor Kayser besagen, daß er Arendt beim ersten Besuche, den dieser in seiner Wohnung machte, abwies und die Verhandlungen erst spater in der Kolonial­abteilung weiterstzführt wurden. Spätere Briefe des Direktors Kayser an seinen Onkel sprechen in schärfster Form von den fort­dauernden Angriffen Arendt's gegen Kayser. F-rau Kayser sagte ferner aus, auch nach dem Tode ihres Mannes hätten die Angriffe Arendts nicht aufgehört, dep aruch ihr, der Zeugin, mit Ent­hüllungen über ihren Mann gedroht habe.

Die Pflegetochter Eugen Wolffs die Lehrerin Brunn st ein aus München, die mehrere Male bei von Wißmaun zu Gaste gewesen ist, bekundet, daß Wißmann jedesmal in Erregung ge­riet, wenn das Gespräch aus Peters gekommen sei. Einmal habe er die Weiwung gebraucht:Peters, der Lump." Eugen Wolf bestätigt diese Aeußerung. Peters erklärt darauf, Wißmann habe ibnti gegenüber Wolf als ein ganz kolossales Rindvieh bezeichnet. Zeuge Major von Lengerke ist beim Diner beim Grafen Hutten-Czapski anwesend gewesen. Er sagt aus, Peters habe damals von seiner Zeit am Kilimandscharo und auch von den Hinrichtungen gesprochen. Alle Offiziere seien direkt vom Diner zum Vortrag des Dr. Peters gegangen. Major von Donath bleibt dabei, daß er wenigstens den Vortrag nicht gehört habe und sagt ferner aus, neben einem Zuchthäusler in Ratibor sei Peters der größte Verbrecher, der ihm je in seinem Leben begegnet fei. Der Vorsitzende rügt diese Aeußerung unttr dem Beifall des Auditoriums. Peters erklärt, Donath loerde wegen dieser Aeußerung von ihm zu Gericht gezogen. Major von Tiedemann, der einzige weiße Begleiter von Peters auf den Emin Pcffchah-Expedition, sagt aus, daß auf dieser Expedition keine Grausamkeiten vorgekommeu seien. Peters sei gewiß ein sinnlicher Mensch, aber diese Sinnlichkeit halte sich in gesunden Grenzen. Die gegenteiligen Vorwürfe seien ganz un­begründet. Peters sei ein ausgesprochener Tierfreund, dem nichts ferner liege als Tierquälerei. Daß Eugen Wolf den Hinweis auf Krupp eingeflochten habe, sei eine Infamie sonder­gleichen. Peters sei bei allen Schwarzen als strenger, aber guter Herr bekannt. Er hatte eine reizende Art, mit deck Schwarzen urnzugehen. Während der ganzen Emin Pascha-Expedüion sei kein Menschenleben vernichtet worden außer in ehrlichem Kampf und beim Ertappen von Viehdieben. In den Gesprächen zwischen Peters und ihm sei von erotischen Dingen niemals die Rede ge­wesen.

Mittags um 12 Uhr beginnt das Playdoyer des Rechts­anwalts Dr. Rosenthal, der darlegt, daß die Diszipli- n ar urteile gegen HZ etter s auf falschen Fest ft e l - tun gen beruhten; aber, wenn sie selbst richttg wären, waren die weitergehenden Angriffe derVtunchener Postt' doch nicht begründet. Nach einer längeren Kritik der Disziplinarurteile schildert Dr. Rosenthal die Vorgänge am Kilimandscharo, wie sie sich nach den Aussagen von Dr. Peters und der in der Verhandlung vernommenen Zeugen abgespielt haben. Sodann wird das Play­doyer durch eine Mittagspause unterbrochen.

Am Nachmittag setzt Rechtsanwalt Rosenthal sein Plaidot;er fort, indem er ausführt, daß das Disziplinargericht die Prügel­strafe, die-falsche Berichterstattung und das Vorgehen gegen den Häuptling Malamia falsch beurteilt habe; Peters fei bei den Negern geachtet gewesen. Wißmann habe seinerzeit erklärt, er würde in der gleichen Sage ebenso wie PeterS gehandelt haben; daß er Sann in Augenblicksgesprächen auch einmal abfällig über Peters geurteilt habe, ändere daran nichts. An der ganzen Peters- Legende sei von Anfang an nichts gewesen. Ten Umschwung in der Beurteilung von Peters habe erst B^>el mit seinen Mittellungen über den Tuckerbrief herbcigeführt, der gar nicht existiert. Trotz­dem habe Bebel sich megen seines Unrechts nicht entschuldigt. Tie Münch. Post" sei mit ihren Schmähungen noch viel werter ge­gangen. Nachdem der Redner dies im einzelnen dargelegt hat, beantragt er Gefängnisstrafe und Veröffentlichung des Urteils in mehreren Zeitungerc

Verteidiger Rechtsanwalt Bernheim führt in feinem Plai- doyer aus, die Feststellungen der Disziplinarurteile seien nicht erschüttert; was dieMünch. Pvft^ als Inhalt dieser Urteile an- gegeben habe, sei im großen und ganzen richtig. Sadismus habe dieMünch. P)st" Peters nicht vorgeworfen. Peters habe, um Geständnisse über Einbruchsdicbstahle herbeizufähren, seine sämt­lichen Tiencr peitschen lassen; solche Ailwendung von Folter durch einen ljoben Ncichsbeamtcn sei haarsträubend; ebenso ungerecht sei auch das Auspeitschen der Weiber gewesen. Tas Vorgehen gegen Malamia, die Hinrichtung Mabruks und der Einbruch sei nur in der Absicht vollsührt worden, um zu Weibern zu gelangen. Tie Sicherheit der Station habe die Hinrichtung nicht erfordert, ebensowenig die Hinrichtung Jagodjas. Alle Ausführungen des Disziplinarurteils seien durchfkrus begründet. Ta dem Rechtsanwalt Bernheim infolge der fchw len Luft unwohl wurde, mußte die Fortsetzung deS Plaidoyers auf morgen erta gt werden. *

Berlin, 1. Juli. DieDeutsche TageSztg." veröffentlich! aus einem Brief des verstorbenen Richard Jahnke, des Ge­führten des Dr. Peters am Kilimandscharo, von dort auS am 20. Oktober 1891 an einen jetzigen bekannten Berliner Arzt gerichtet, eine Stelle, in d r sich Jal-nke unter Bezugnahme auf 'die Hinrichtung des Mabruk über die Gefahr der damaligen Lage äußert.Air stehen mit den Gebirgsvölrern nördlich von uns in Todfeiirdschaft, wozu die Leute aber selbst den Anlaß ge­geben haben. Sie ermordeten zuerst Gesandte eines uns be­freundeten Stammes, darauf zwei Boten von uns, nachdem sie ihnen die Augen ausgeftochen und die Hände abgehackt hatten. In den darauf sollenden zlvei Gefechten wurden sie zwar ge­schlagen, aber der Gergeant Schubert wurde von sieben bis achl Lanzenslichen niedergemacht.^ Wir erschossen zwei S.ultane, vier Sultansföhne nnd ea. 200 00Ibaten. Hierauf entbrannte Tod­feindschaft. Auf den Kopf eines Weißen setzten sie eine Sultans­krone als Preis, während wir ebenfalls Preise auöschrieben für jeden Manu ober jeden ^Kopf, der uns gebracht wurde. -Gestern, haben wir hier einen Schwarzen wegen nächtlichen Einbruches und großen Lertrauensbruches gebangt. Wir gehen jetzt mit aller nur möglichen Strenge vor, uuo daS ist das Beste. Daß wir

L57. Jahrgang Dienstag «...

Gießener Anzeiger»

Kreisblatt für den Kreis IMF UM mrswart-U-V!

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^Anzeiger Gietz^n."' Botationsbruif und Verlag der vrühl'schen Uvio.-Vuch. und 5t--ndru-kerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze r.

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