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Samstag 1. Juni 1907
157. Jahrgang
Drittes Blatt
Nr. 126
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
ditor Alexander Lukacs in Budapest war feit drei Senaten ein
Beschaffung von Milch oder Brötchen verwendet werden. Die
^ Stubenmädchen angcstellt, mit dem Lukacs umsomehr zufrieden - war, als es feine Dttmnerbekanntschaften hatte. Dieser Tage
Armenkommission beschloß, diese Gabe für die Kleinkinder
hierher in daS Krankenhaus gebracht.
(Kl. Pr.)
Fabrik „Epirus“ Dresden.
Ueberall käuflich!
Un-
ES
Die „Oietzener ZamlllenblSUer" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigefegt, daS „Kreiiblott für den Kreis Gießen" zweimal wöchenUich. Der ^effifche Landwirtt' erscheint monatlich einmal.
ERotottonSbrucf und Verlag der Brühlstchen UnwersitLtS - Buch- und 6tttiibrudcrtL 9t Bangt, Dtetzen.
politische Tagesschau.
Die Lage in China.
Die Aufregung über daS den Ausbruch neuer cuhen in China meldende Telegramm hat sich gelegt.
Redaktion. Exvedttion und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Vertag i 61» Redaktion: 112. Tet-Adr^ AnHttgerGießen.
Polologlow-Zigaretten
Das Stück 3 bis 10 Pfennige. D12/»
schule dankend anzunehmen. Bürgcrmelster Küchel verlas ferner den Inhalt eines Vermächtnisses eines Butzbachers, nach welchem der Kleinkinderschule 500 Mark und dem ArmenfondS 5000 Mark zum Zwecke dec Armenpflege nach dem Ableben feiner Ehegattin aus dem Nachlasse bezahlt werden sollen. Dagegen hat die Stadt Butzbach die Gräber der Eltern deS Erblasiers alljährlich zu unterhalten. Die Armcnkommission nahm auch diese Schenkung dankend an.
W. Bad Nauheim, 30. Mai. Bis zum 30. Mai sind 7639 Kurgäste angekommen, von denen an genanntem Tage noch 6425 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 30. Mai 66 255 abgegeben.
Offenbach, 31. Mai. Der Anarchist Adam Sänger rourbe gestern nachmittag auf Verfügung der Staatsanwaltschaft Darmstadt aus der Haft entlassen. Die Untersuchung hat keine Beweise für dessen Täterschaft an dem Bombenattentat ergeben.
WormS, 31. Mai. In unserm Kreise werden jur- zeit auf Veranlassung des bekannten Rhem-Main-Verbandes zur Hebung der Volksbildung in mehreren Gemeinden Volksvorstellungen durch das Hanauer Stadttheater gegeben. In Hochheim wurde Lessings Minna von Barnhelm aufgeführt. Dazu schreibt das Wormser Zentrumsblatt ganz unbegreiflicher Weise, daß es sich bei „der Volksvorstellung zweifellos um eine liberale Veranstaltung zum Kampfe gegen den Ultra- niontaniSmns handle, der sie unmöglich sympathisch gegenüberstehen könne."
Frankfurt, 31. Mai. Die' Ochsenmetzger gehen mit den Preisen etwas zurück. Ochsenfleisch kostet 85 Pfg. statt 90, Bauchfleisch 65 statt 70, Roastbeef ohne Knochen Mk. 1,50 statt 1,60, Lenden im ganzen Mk. 2,20 statt Mk. 2,30. (Kl. Pr.)
Diez a. d. L., 30.Mai. Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich gestern nachmittag auf der Emser Chaussee oberhalb Hirschberg. Tas Automobil, das von Heidelberg kam und mit zwei Herren und einer Dame besetzt ivar, fuhr in schnellem Tempo, als sich plötzlich die Hinterrad- axe verbog und das Automobil mit furchtbarer Wucht in den Graden geschleudert wurde, so daß alle Insassen herausflogen. Der Chauffeur wurde ain Kopfe sehr schwer verletzt, der zweite Insasse erlitt eine Kopfverletzung und sehr schwere Verletzungen an den Beinen. Heute morgen mußte ihm ein Bein abgenommen werden. Die Dame ist mit dem Schrecken daoongekommen. Die beiden Verletzten wurden
Wasser- Verleibaustalt
dichte Sundheimer&StPupp
pro gm und Woche 10 Pf.Frankfurta.M.lhv^/.
Aus Seaoe uno R.UN0.
Gießen, 1. Juni 1907.
♦* Südwest afrikanisches Wohltatigkeits-Fe st. Die Miiwirlenden bei dem Feste machen wir auf Veranlassung des Ausschusses nochmals daraus aufmerksam, daß Montag den 3. d. M., vorm'.ttags 11 Uhr, auf der Liebigs«whe die Photograph. Aufnahmen der einzelnen Gruppen im ftoftüm stattfinden und allseitiges Erscheinen erwünscht ist.
Hs. Tie Frau im Gemein der at. Vtttn schreibt uns: Eine weitere streife interessierende Gerichtsverhandlung fand am 24. Mai am Schöffengericht in Nidda statt. Ter Gemeinderat H. von Bad-salzhausen war der Beleidigung des Beigeordneten W. daselbst, begangen in öffentlicher Gemeinderats- libung, angeklagt. £>. waren Gerüchte zu Ohren gekommen, der Beigeordnete habe als Makler die Pachtung eines Gutes vermittelt, wobei er 1700 Mk. verdient habe, ohne ein Maklerpatent zu besitzen und sei deshalb mit 50 Mk. gestraft worden. In der Gemeinderaissitzimg am 4. Dezember 1906 stellte £>. an den Beigeordneten eine dahingehende Anfrage. Ter Beigeordnete verließ darauf dtts Sitzungszimmer, kehrte aber alsbald wieder samt feiner Frau zurück. Beide Ehegatten räsonierten laut auf den Gemeinderat H. Als die Frau das Sitzungszimmer wieder verlassen hatte, machte §>. eine Bemerkung von „fehlender Bildung". W. drohte dann mit einem Anwalt. Bei der sehr umfangreichen Beweisaufnahme mußte die Vergessenheit dec Zeugen ausfallen. Ob der Beigeordnete fein Maklerpatenr vor oder nach der Pachtgutvermittelung ausstellen ließ, wußte er nicht mehr. Wohl fei die Sache behördlich verfolgt, er sei aber nicht 6e|traft worden. Auch eine Llbmeldnng aus der Ortskrankenkasse ohne vorschriftsmäßiges Formular fDielte dabei mit, jedoch hat H. nicht, wie es der Beigeordnete verlangte, über die Abmeldung hinaus zu zahlen brauchen. Ter Beklagte H. verteidigte sich selbst ausführlich und erklärte, als Gemeinderat pflichtgemäß in Wahrung berechtigter Interessen der Gemeinde gegenüber gehandelt zu haben. Auch habe die Frau des Beigeordneten in der Gerneinderatssitzung nichts zu tun gehabt. Ter Beklagte wurde zu 15 Dttrrk Geldstrafe und in die Kosten verurteilt.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheften
** Totenbestattung ohneSarg. Es dürfte vielleicht nicht allgemein bekannt sein, daß die Torenbestattung bis gegen Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts allgemein ohne Sarg stattsand. Don den Honorationen abgesehen, die in Grüften beigesetzt und dabei in Särge gebettet wurden, erfolgte daS Begräbnis meist To, daß die Leiche mit einem weißen Tuch, dem Leichentuch, bedeckt, auf dem Totenbrett oder auf dcm^bloßen Wagen auf den Friedhof gebracht und in das Grab mit Stricken gesenkt wurde. Nun erst wurde das Tuch abgehoben und das Grab in Gegenwart des Trauergefolges mit Erde zugeworfen. Später wurde es üblich, die Leiche im offenen Sarg bis ans Grab zu bringen, den Sarg selbst aber nicht mit zu versenken; er gehörte ebenso wie das Bahrtuch *u den Vesijattungsgeräten. Tieier Sarg stand entweder auf der schwarz angestrichenen Tragbahre, oder stuhte zwischen zwei kräftigen Tragstangen, die mit ledernen Riemen verbunden waren. Tas Tragen des Särges geschah auf den Schultern von vier kräftigen Männern. In manchen Orten der nächsten Umgebung Gießens wurde noch vor 30 Jahren die Leiche etwa eine stunde lang vor der Beerdigung im Hose des Trauerhauses im offenen Sarg zur Besichtigung für das Trauergefolge ausgestellt. Erst wenn von dem Geistlichen das sogen, „stille Gebet", am Sarge geschehen war, wurde der Teckel aufgelegt und verschlossen.
Hs. Bad-Salzhvusen, 30. Mai. Die Arbeiten der Quellenneufafsvng und des neuen Bade Hauses geljen jetzt ihrer Vollendung entgegen. Auch hier soll das Sprichwort gelten: was lange währt, wird endlich .gut. Bäd-Salzhausen wird feine alten und neuen Freunde dieses Jahr zum erstenmal würdig empfangen können. Die Lithium-, Schwefel- und Stahlquellen repräsentieren ihre heilende Wirkung in sehr gefälliger, seither hier nie gekannter Weise. Für die Anmut des Geländes um die Quellen heruni sorgt ferner unser bewährter Gärtner Becker. Kranken und Gesunden (besonders auch Naturfreunden) fei der Besuch Bad-Salzhausens warm empfohlen.
Butzbach, 31. Niai. In der vorgestrigen Gemeinderatssitzung wurde die Mitteilung gemacht, daß au§ dem Nachlasse eines geborenen Butzbachers von dessen Erben der hiesigen Kleinkinderschule 10 00 Mark überliefert werden sollen. Die Zinsen des Betrages sollen alljährlich im Winter an bedürftige Pfleglinge der Kleinkinderschule zur
Märkte.
Zuchtviehmarkt Alsfeld. Auch dieses Jahr soll am 10, Juli in A. ein Zuchtviehmarkt abgehalten werden. Uniernehmer dieses Marttes sind die Zuchtvereine der Kreise Alsfeld und Lauterbach, die, von der Natur zur Ausübung der Viehzucht außerordentlich begünstigt, auf den verschiedenen Ausstellungen schon wiederholt Beweise ihrer züchterischen Leistungsfähigkeit abgelegt haben und einen regen Absatz von Zuchtvieh in hessische und außerhessische Kreise unterhalten. Die Zucht des Simmentaler Rindes wird bekanntlich schon mehrere Jahrzehnte in zielbewußter Weise ausgeübt und durch öffentliche Maßnahmen, wie Errichtung von Bullenstationen, Jungviehweiden, Durchführung von Prämiierungen und Leistungsprüfungen ?c. gefördert. Ebenso hat man es verstanden, bei dem deutschen Edelschweine (Äork- shire) durch Beschaffung erstklassigen Zuchtmalerials aus den berühmtesten Hochzuchten Deutschlcmds und entsprechende Behandlung desselben auf dem Bereinswege, die Eigenschaften weiterzuentwickeln und zu vervollkommnen, die man bei den heutigen Ansprüchen auf Frühreife, Futterverwertung und Gesundheit der Haustiere verlangen muß. Aber auch der Förderung oer Saanen- Ziegenzucht wendet man in den genannten Kreisen die größte Aufmerksamkeit zu, und unermüdlich sind die beiden Kreisziegen- ÄUdjtDcrcine bestrebt, der großen Nachfrage durch Züchtung des Besten gerecht zu werden. Alle diese drei Tiergattungen (Simmentaler, Deutsche Edelschweine und Saanenziegen) werden, nachweisbar rein gezüchtet, auf dem Zuchtviehmarkt zum Verkauf gestellt, sodaß cs für Gemeinden, Zuchtvereine und Einzelzüchter kaum eine bessere Gelegenheit geben kann, sich mit beften Zuchttieren zu versehen, als hier. Ein Marktverzeichnis, das einige Tage vor dem Markt an Interessenten von der Zuchiviehmarkt- kommission versandt wird, gibt Aufschluß über die Herkunft der aufgetriebenen Tiere und die näheren Marktbestimmungen.
erschienen Polizisten bei Lukacs und erklärten fein Stubenmädchen für verhaftet, da es gar kein Mädchen, sondern ein 19 jähriger Kammachergehilfe, dessen Name ebenfalls Alexander Lukacs lautet, fei, der einer Diebesbande angehörte und der sich, um den Nachforschungen der Polizei zu entgehen, mit einem gestohlenen! Tienstbotenbuch als Stubenmädchen oerbingte.
* Kleine Tageschronik. Infolge Genusses verdorbenen Fleisches erfranfte eine ganze Familie in Grünstadt (Pfalz). Sämtliche Erkrankte schweben in Lebensgefahr.
Eltville, 31. Mai. Zur Untersuchung des Bakjn- unglücks auf der Strecke Eltville-Schlangenbad weilten hier Geh. Regierungsrat Schobert und Baurat Liepe aus Mainz. Beide unterzogen die gesamte Strecke einer genauen Untersuchung und konstatierten, daß der Unfall wohl in erster Linie auf zu schnelles Fahren zurückzuführen sei, da dec Unterbau in Ordnung sich befinde. Gegen den Lokomotivführer Walnbold wird die Staatsanwaltschaft voraussichtlich Strafantrag wegen Gefährdung eines Eisenbahntransports stellen.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt a. M. entfielen bei den Beisitzerwahlen zum Gewerbegericht in der Klasse der Arbeitnehmer auf die sozialdemokratische Liste 30, auf die christlichsoziale 3 Sitze, in der Klasse der Arbeitgeber pus die sozial- demokrattsche Liste 7, auf die Vereinigten Gewerbetreibenden 26
handelt sich wohl nur um die landesübliche Revolte von Mitgliedern eines Geheimbundes. Bekanntlich _ sind die Drahtmeldungen aus Ostasien nicht immer znverläsiig. Auch den dort befindlichen Weißen wird es nicht leicht, sich ein richtiges Urteil zu bilden über die Tragweite beunruhigender Vorgänge. So war erst im verflossenen Herbst in Privat- briefen mehrfach die Rede von der den Europäern drohenden Gefahr schwerer Katastrophen. ES hieß, gewisse Mandarine spekulierten auf den Thron und wollten daS Reich dec Mitte aufteilen. Mit noch größerer Bestimmtheit verlautete, Sir Robert Hart, der bewährte britische Generaldirektor des See- zollamtS in Shanghai, werde zurücktreten und habe bereits feine AbschiedSandienz bei der Kaiserin-Witwe gehabt. Nichts von alledem bestätigte sich. Die Befürchtung, das in China zurückgebliebene deutsche Detachement werde der Situation nicht gewachsen sein, wenn der Aufstand nach Norden über- greisen sollte, ist also wohl gegenstandslos. Es besteht kein Grund zu dec Annahme, daß auf den Feldzug in Südwestafrika eine neue kostspielige Auflage der chines. Wirren folgen werde. Die Börsentcndenz ist auch für chinesische Sin- leihen fest.
AuS Hongkong wird uns gemeldet: Die Provinzial- tcuppcn haben die Rebellen angegriffen und übec 100 getötet, die Anführer der Aufständischen sind in Gefangenschaft geraten. Die Truppen erbeuteten Fahnen, Munition und zahlreiche Mafien. Eine neue Kolonne von 1000 Mann ist nach Chao-Chow abgegangen. Ein Kanonenboot mit dem 15. Infanterieregiment an Bord ist nach Kanton abgegangen.
Ein Reskript deS chines. Kaisers genehmigt die Anträge deS VizekönigS der Mandschurei betrefiend die Reorganisation der Provinzen. Jede Provinz soll ein Jamen mit dem Vizekönig und den Gouverneuren haben. Zunächst soll sie geteilt werden, erstens in zwei Sekretariate, denen die Verwaltung der Provinzen, die Ernennung und die Versetzung der Beamten und die im Zusammenhang mit der Reorganisation stehenden Angelegenheiten obliegen, zweitens in sieben Bezirke, welche mit den Pekinger Aemtern in Verbindung stehen. Ein eigenes Armeedepartement und ein Amt des richterlichen Kommissars sollen im Hauptquartier des VizekönigS in Fenglien errichtet werden.
Freisinnige Lehrer in Hessen-Nassau.
Der Oberpräsident in Kassel führt zurzeit ein straffes Regiment über die Lehrer, die sich zur freisinnigen Partei bekennen. 'Jiad) der letzten Reichstagswahl find allein in einem Wahlkreise 23 Leh re r wegen ihrer liberalen Gesinnung bezw. Betätigung gemaßregelt worden. Ter Lehrer Freudenstein, der im Wahlkreise des Herrn Liebermann v. Ronnenberg für die Liberalen iimbibierte und eine überraschend große Stimmenzahl auf sich vereinigte, ist aus dem Tisziplinorwege nach einem anderen Wahlkreise versetzt worben. Jetzt wird bekannt, daß auch gegen den Kasseler Lehrer Kimpel, der in Eschwege-Schmalkalden als Kandidat dec vereinigt. Liberalen dem annfemit. Abg. Raab entgegengetreten ivar, ein Tisziplinaroersahren, das mit der Verhängung einer Ordnungsstcase von 90 Mt. geendet hat, eingeleitet worden ist, zwar nicht wegen seiner Reichstagskandidatur, sondern weil er in einer Versammlung in Wiesbaden, in welcher auch ein sozial- demotratii'cher Rcserent sprach, gegen biad Voltsschulunterhaltungsgesetz des Herrn v. ^tudt Stellung genommen hat. Es wird glaubhaft verfichert, daß die Orbnungsstrase ausschließlich mit seiner Beteiligung an dieser Verhandlung neben einem sozialdemokrat. Referenten begründet wird.
kirchliche Nachrichten»
Katholische Gemeinde.
Samstag den 1. Juni 1907:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag den 2. Juni, 2. Sonntag nach Pfingsten: Vornuttags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
„ um 7 Uhr: Tie erste heil. Meße, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
, um 8 Uhr: Die zweite heilige Meße.
„ um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht mit Segen.
-nachgeahmt, nid erreicht, hilft Zadrerim.
wahrlich staunenswert gegen jecke Insektenplage- ist niemals in der Düte, sondern nur in q kSä&g Flaschen zu kaufen, wo Zacherl'plakate austyinyn.
Sitze. — Die chemische Fabrik Eassella u. Eo. in Mainkur hat aus dem Reingewinn des Jahres 1906 ihrer ArbeiterwohlfabrtSkasse 100 000 Mk. überwiesen. — Bei Dillenburg wurde aus dem KindelSberg der vom Sauerländischen Gebcrgsverem mit einem Kvstenauswande von Mk. 15000 Errichtete massive AussichtSturm unter zahlreicher Beteiligung eingcrocibt. Von dem neuen Turme aus genießt man eine großartige Aus- i'icbt über d?S ^aucrtciubih'fk' Geb.r
OcrniijchteA.
' Ter Kronprinz als Erbe. Eine recht schnurrig klingende Geschichte erzählt bet Pariser .Mann": In Götze in Lothringen starb vor einigen Tagen eine 66]äl)rige Witwe namens Larchez, in deren Testament man einen Liebesbrief an den deutschen Kronprinzen fand. Tie Schreiberin bat in beweglichen Tönen, der Katjerjohn möge ihr fein Herz schenken, wogegen sie ihn zum Unioerialerben von 40 000 Franken einsetzte. Die Änttahme der Erbschaft ist felbstoerständltch ausgeschlossen.
* Eine hannoversche Bauernhochzeit. Eine Bauernhochzeit nach Großväter Art wurde in dem Torfe Kalten- luctbc gefeiert, wo der xsohn eines Großbauertt feine Herzliebste hetmsührte. Dabei wurde auch ein alter Brauch, „das Reiten nach deut Brautbesen", geübt, bei dem früher ein an den sogenannten Vrautbefen gebundenes seidenes Tafck-entuch, das damals einen ziemlichen Wert hatte, den Preis bildete, den berjeniga von den Reitern erhielt, der das Tuch zuerst erreichte. Hier war dieser alte Bräuch zu einem richtigen Hinderms-Rennen ausgebildet, bei dem der Sieger auch noch einen Geldpreis von 400 Mark erhielt. Etwa 20 junge Burschen aus dem Orte nahmen an dem Rennen teil, das einen glatten Verlauf nahm. Tie Reiter begleiteten bann den Hochzeitszug auch zur Kirche. Nach der Rückkehr ins Hochzeitshaus begann der Schmaus. Es war dazu ein großes Zelt errichtet, weil man sonst die 600 Gäste nicht hätte unterbringen können. Die Verpflegung einer so großen Zahl von Teilnehmern war bei den beschränkten Ber- hälmissen auf dem Lande natürlich nicht leicht und es hatte großer Vorbereitungen bedurft, um die ungeheuren Braten und die Berge von Kuchen anzurichten, die von den Gästen vertilgt wurden. Als Tischtrunk standen nicht weniger wie 2000 Flaschen Wein zur Verfügung.
* E in Mann als Stubenmädchen. Bei dem Kon-


