Ausgabe 
16.8.1907 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Grund dessen England das' Verhalten Deutschlands be­urteile. Tas Blatt tadelt das Verhalten Deutschlands mit Bezug auf die Schiedsgerichte und die Verwendung von Minen im Seekriege. Keine Macht, die ein Verfahren wie das weitverbreitete Aussäen von Minen befürworte, könne hoffen, das Vertrauen der Völker zu genießen, die auf­richtig an die Ansprüche der Menschlichkeit und des fried­lichen Verkehrs glauben.

Tie Pariser stellen die Zusammenkunft von Wilhelms- Höhe als einen (Arund zur Beruhigung dar. Ter als Regierungsorgan anzusehendeN a d i c a l" schlägt einen gewissen Ton der Enttäuschung wegen der An­näherung Deutschlands und Englands an, die in Windsor werde besiegelt werden. Er gibt aber zu, daß sie die beste Lösung der europäischen Friedensfrage ist. Petite rspublique" stellt mit Genugtuung fest, daß Teutsch- tand in den Abkommen Englands mit verschiedenen Völkern keine Spitze gegen sich sieht. TerFigaro" sagt, es handele sich um kein bedeutendes, aber ein für Deutschland ango nehmes Ereignis.

König Eduard in Ischl.

Ischl, 15. Ang. Vollständig programmgemäß traf Kaiser Franz Josef heute vormittag 10%, Uhr in Gmunden ein. Fünf Minuten später kam König Eduard an. Die Monarchen küßten und umarmten sich zweimal und fuhren sogleich nach Ischl weiter. Die Ankunft in Ischl erfolgte um 11 Uhr 47 Minuten. Eine zahlreiche Menschenmenge säumte die Straßen ein. ImHotel Elisabeth" erwarteten die Mitglieder des Kaiserhauses den König. Es erfolgte eine kurze Vorstellung, dann kehrte der Kaiser mit den Familienmitgliedern in die Kaiservilla zurück.

König Eduard fuhr heute mittag kurz nach 12 Uhr in Begleitung des Fürsten Dietrichstein in die kaiserliche Villa, um dem Kaiser einen Besuch abzustatten. Der Kaiser machte um 4 Uhr mit dem König Eduard allein eine Ausfahrt nach Lauffen.

Heute abend fand 311 Ehren des Königs von England eine Theater-Festvorstellung statt. Hieran schloß sich eine Hostafel in der kaiserlichen Villa. Inzwischen hatte Ischl und Umgebung prächtig illuminiert. Nach der Hostafel machten die beiden Herrscher eine Rundfahrt zwecks Besichtigung der Illumination, auf der den Majestäten überall begeisterte Kundgebungen bereitet wurden.

Wien, 15. August. Das Wiener Korresp.-Bureau meldet aus Ischl: Die Entrevue in Ischl, die den Ge­fühlen der innigen Freundschaft zwischen den beiden mächtigen Monarchen, dem König Eduard und dem Kaiser Franz Joseph, entsprach, gab dem Unterstaatssekretär im englischen auswärtigen Amte, Hardinge, Gelegenheit, mit dem Leiter der auswärtigen Angelegenheiten der österreich-ungarischen Monarchie, Freiherrn von Aehrenthal, seinen: ehemaligen Kollegen zu­sammenzutreffen. Während ihrer Unterredung, in welche alle Fragen der aktuellen Politik einbezogen wurden, konstatierten Hardinge und Aehrenthal mit Befriedigung die Fortdauer der schon so lange bestehenden traditionellen Freundschaft zwischen England und Oesterreich-Ungarn. Speziell das mazedonische Problem anlangend, erkannten die beiden Staatsmänner, daß die von den Ententemächten in den maze­donischen Vilajets eingeleitete und von den andern Mächten -unterstützte Reformaktion sich in voller Uebereinstimmung mit den jüngsten Erklärungen des englischen Kabinetts befinden. Die Gleichheit der Anschauungen trat ferner bei der Frage der der hohen Pforte zu machenden Vorschläge und bei jener der Behandlung und Beurteilung des revolutionären mazedo­nischen Bandenwesens hervor. Da die Haltung der übrigen Großmächte mit dem Resultate des Ideen­austausches zwischen Hardinge und Aehrenthal übereinstimmt, darf man dem Erfolge der uneigennützigen Bemühungen, die Verhältnisse in den mazedonischen Vilajets ernstlich und dauernd zu bessern, wohl ein günstiges Horoskop stellen.

Ischl, 16. Aug. Uebec den Gegenstand der politischen Besprechungen in Ischl erfährt das Reue Wiener Tageblatt, daß sie sich auf die mazedonische und marokkanische Frage bezogen. Während Oesterreich, um die Empfindlichkeit des Sultans zu schonen, die Justiz- resorm in Mazedonien langsam durchzuführen wünscht, ist England bestrebt, grade die Iustizreforrn zu beschleunigen. In der marokkanischen Frage vertritt England den Stand­punkt, daß Frankreich und Spanien allein das Land zur Ruhe bringen sollen.

In der Konferenz zwischen Baron Aehren­thal und Sir Hardinge wurden alle einschlägigen Fragen erörtert. Die erste dieser Konferenzen hat im Salon Hardinges im Hotel Elisabeth stattgesunden und währte über eine Stunde. Nach dem Frühstück m der Kaiservilla wurde Aehrenthal dem König vorgeslellt, mit dem er etwa eine halbe Stunde allein verblieb. Hieraus suhr Aehrenthal in sein Absteigequartier ins Hotel Bauer, wo später Sir Hardinge erschien und mit Aehrenthal zirka zwei Stunden konserierte.

Die Haager Friedens-Konferenz.

Haag, 15. Aug. (W. B.) Am nächsten Samstag um 3 Uhr nachmittags findet eine Plenarsitzung der Friedens­konferenz statt- Auf der Tagesordnung stehl die Debatte und Abstimmung über die Fragen, welche die Abänderungen des Regle­ments von 1899 betreffend dicGesctzeundGewohnheiten des Krieges berühren, ferner die Erneuerung der Deklaration von 1899 betreffend das Verbot, Geschosse und Ex­plosivkörper aus Luftballons zu schleudern, die Erörterung des Entwurfs eine^ Konvention betreffend das B 0 m- bardement von Häfen, Städten undDörferndur ch .Seeftreitkräfte, sowie schließlich die Rede des ersten Dele­gierten von Großbritannien über die Frage der Beschränkung der Streitkräfte zu Lande und zu Wasser.

Ausland.

Haag, 15. Aug. Hier verlautet, die Königin Wil­helm in a der Niederlande befinde sich in gesegneten Umständen- ' Petersburg, 15- Aug. JmLager vonKrasnoje- Selo, wohin der Zar übersiedelte, um persönlich die Manöver $u leiten, wurden mehrere Verhaftungen vorgenommcn. Anter den Verhafteten befinden sich ein Ingenieur und zwei Stu­denten, welche die Soldaten aufzuwiegeln und zu Attentaten zu verführen versuchten. Bei den Verhafteten wurden Waffen und massenhaft Proklamationen gefunden. Ter Sicherheitsdienst wurde verschärft.

Tas Berst Tgbl. meldet aus Petersburg- Der Minister des Aeußeren Iswolsky unternimmt Ende August eine Auslandsreise, auf der er Paris, London und Wien besuchen wird-

London, 15- Aug. Nach einer Meldung derMorning Post" aus Schanghai hat die Kaiserln-WirweTsutsian- ,gekündigt, daß sre zu Beginn des nächsten Jahres

zugunsten des Sch?.U"uln'crs Kwana- abdanken wird- Sie hat längst das 70. Lebensjahr überschritten und war seit 1881 bis zum Kriege mit Japan Alleinherrscherin- :

Mexiko, 15- Aug. (Reuter.) In Regierungskreisen heißt es, daß innerhalb vier Taaen es in Zentralamerika zum Kriege kommen werde- Man glaube, daß Guatemala den Anfang machen werde mit einem Angriff auf Nicaragua und daß Guatemala und Salvador als Gegner Honduras und Nicaragua gegenüberstehen würden-

Ans StaSt nrr- Land.

Gießen, 16. Aug. 1907.

Tut Geld aus Eurem Beutel! so rufen wir, ein Wort Shakespeares variierend, angesichts des fürchterlichen Brandunglücks von Herbstein allen unseren Lesern zu. Das niedliche oberhessische Städtchen, das sich so anmutreich und trutzig zugleich auf seinem isoliert liegenden Felsen aus der Ebene am nordöstlichen Abhange des Vogelsberges reckt, das so freundlich und zutulich auS lieblicher grüner Um­rahmung Umschall hält über üppige Auen und wogende Getreidefelder, gleicht jetzt teilweise einer wüsten Ruinenmasse, und viele ihrer Bewohner sind in schwere materielle Nöte gestürzt. Etwa 200 Personen sind ohne Obdach, haben Haus und Hof, Vieh und alle oder doch die meisten ihrer Habseligkeiten verloren. Sie sind auf die Hülfe ihrer Mit­menschen angewiesen, retteten doch viele nichts anderes als die Kleider, die sie auf dem Leibe trugen. Schnellste Hülfe also int Not. Wir zweifeln nicht, daß in ganz Oberhesfen allenthalben offene Hände sich finden iverden, die den Darbenden zunächst das Notdürftigste, vor allem aber Geld und Geld unb. wieder Geld darzubieten gütigen Herzens be­reit sind. Hat sich doch die Hülssbereitschast und Opfer- lvilligkeit der Gießener wie aller Oberhessen in ungezählten Fällen glänzend erwiesen, wenn es sich um die Linderung materieller Nöte von Unglücklichen in fernen Gegenden han­delte. Jetzt aber heißt es: Helfet den hessischen Volks- gen offen, den armen Herb steinern!

Wer schnell giebt, giebt doppelt!

Die Geschäftsstelle des Gieß. Anz. ist gern bereit, Gaben entgegenzunehmen. Hoffentlich ver­anstaltet die gesamte in Hessen verbreitete Presse gleich uns Sammlungen zur Unterstützung der Herbsteiner Unglücklichen.

Der Verlag des Gieß. Anz. eröffnet die Zeichnung für die bedürftigen Herbsteiner mit einer Spende von 50 Mk.

** Beim Kaiser. Der Rektor der Landesuniversität, Geheime Hofcat Professor Dr. Behaghel, war gestern auf schloß Wilhelm shöhe bei Ihren Majestäten zur Frü h stü cks t a fel geladen.

Stadttheater. Die Fledermaus kann nicht aufgeführt iverden, weil die Solisten anderweit verpflichtet sind.

** Auf 5 Mark lautende Postanweisungen, bei denen der Absender das Bestellgeld im voraus zu ent­richten wünscht, werden häufig über 5.05 Mk. ausgestellt, wo­durch sich der Portosatz von 10 auf 20 Psg. erhöht, an muß also für die 5 Pfg. mehr ausgezahltes Bestellgeld gleich 10 Pfg. mehr für die Beförderung erlegen, weil die 10 Pfg.-Taxe nur für Postanweisungen bis einschließlich 5 Mk. gilt. Diesem Nachteil kann man begegnen, wenn man die Anweisungen mit dem VermerkBestellgeld bezahlt" versieht und neben der Freimarke von 10 Pfg. noch eine 5 Pfg.-Marke aufklebt. Auf diese Weise spart man 10 Pfg. für die Beförderung. Zweckmäßig ist es, den Bestellvermerk mit Buntstift zu unterstreichen.

Lang-Göns, 15. Aug. Der hiesige Turn­verein hält Sonntag den 18. August sein Abturnen> verbunden mit Tanzbeliistigung auf dem Feslplatz am Bahn­hof ab. Alle hiesigen Korporationen werden daraii teilnehmen. Unser junger mehrfach preisgekrönter Turnverein, der fast 100 Mitglieder zählt, beabsichtigt das nächste Jahr sein Fahnenweihfest zu begehen.

g Bad-Nauheim, 15. Aug. Leider hat sich unsere in der gestrigen Nr. d. G. Anz. ausgesprochene Ver­mutung bestätigt, daß der seit mehreren Tagen verschlvundene hiesige Bürger in den Tod gegangen sei. Heute morgen früh wurde der Hilt des Unglücklichen am Ufer der Wetter bei Nüdgen aufgefunden. Gegen Mittag gelang es endlich nach eifrigem Suchen auch die Leiche zu landen. Der Fall ist außerordentlich traurig, war doch der Bedauernswerte nicht allein allenthalben als fleißiger, strebsamer Handwerks- lueiiter bekannt, sondern lebte auch mit feiner Familie im glücklichsten Einvernehmen.

x Burkhards, 14. Aug. Bei der heutigen Ergänzungswahl zum Gemeinderate wurden gewühlt: Ludwig Schäfer III. mit 64, Johs. Schäfer XIX. mit 63 unb Karl Schmidt mit 55 Stimmen.

x Lauterbach, 15. Aug. Heute abend 8 Uhr traf Minister Braun hier ein, um morgen die Brandstätte in Herbstein zu besichtigen.

O Maar, 15. Aug. Bei der gestern abgehaltenen Gemeinderatswahl wurden gewählt Peter Pfannmüller mit 82, Hch. Bönfel II. mit 81 und Johs. Euler mit 80 Stimmen.

R.-B. Darmstadt, 15.Aug. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten-Verfammlung wurde nahezu einstimmig der Beschluß gefaßt, in unmittelbarer Nähe des neuen Bahnhofs ein 2. städtisches El ektr izitätsw erk zu errichten, das einen Kostenauswand ooii etwa 1 800 000 Mk. erfordert. Ferner hat die Stadtverordneten-Versammlung einen mit der preußisch-hessischen Eisenbahnverwaltung ab­geschlossenen Vertrag genehmigt, wonach sich letztere bis zum Jahre 1920 zur Abnahme des gesamten Strombedarfs für die neuen Darmstädter Bahnhossanlagen verpflichtet. Während das städtische Elektrizitätswerk 1906 einen Strombedars von rund 1 500 000 Kilowattstunden zu liefern hatte, benötigt die Eisenbahn für den Bahnhof einen Jahresverbrauch von 845 000 K.-W., für die Lokomotivwerkstätte 680 000 K.-W. und für die Wagenwerkstätte 460 000 K.-W., d. i. rund 2 Millionen K.-W. bet einer Maschinenstärke von 1400 PS. ober rund 1000 K.-W., wobei % des Strombedarss auf Beleuchtung und % auf Motorenbetrieb entfallen. Ange- ichts dieser Mehrleistung erschien die Errichtung eines zweiten Elektrizitätswerkes als die beste Lösung, um so mehr, als sich 5ei Einstellung großer Maschinen die Produktionskosten wesent­lich vermindern. Für die Abgabe des Stromes ist mit der Eisenbahn ein Preis von 11% bis 15 Psg. stufenweise bei einer 'Minimalabnahme von 700 000 K.-W. und einer Maximalabnahme von 1 700 000 K.-W. vereinbart worden-

Kommrmalpolitisches aus Alsfeld.

__ . D. Alsfeld, 14. Aug

I rst wohl nicht zu viel gesagt, daß jeder vom Imiinf

Bahnhof dem Stadtilmern zustrebcnde Fremde von den.V hgen Alleen, hübschen Gärten und Anlagen, die die präge zieren, aufs angenehmste überrascht ist. Ein n uni unhaltbareren Zustand weist aber das Pflaster der £5, und noch anderer Gassen und Straßen auf. Neuerdings man an die Regulierung zweier Straßen geschrin und langsam aber sicher wird man auch die an ber­euter Nmvslasterung unterwerfen. Es darf hier nicht verkam werden, daß sich die Gemeinde in den letzten Jahren qrr Opfer auserlegt hat. Die Ausführung bedeutender Projek steht auch für die nächsten Jahre in Aussicht. Wir nenne nur das der O b e r r c a l s ch u l e, der neuen Stadtschul das neue Kanalisationsprojekt, verschiedene Renow rungen. Zu letztgenannten hat allerdings auch der Staat b reitwilligst seine tatkräftigste Unterstützung zugesagt. .Land­es sich doch um die altehrwürdige Walpurgis kirche m um den nicht minder interessanten altertümlichen Rat hau-- b a u. Die B a u l u ft kann h-uer wenn gerade nicht a\ günstig, so doch annehmbar bezeichnet werden. Außer einig Privatbauten ftihrt auch der gemeinnützige Bauverein Als fr! ein Wohnhaus auf. An Wohnungen für Arbeitersleute Herr so hier immerhin noch Mangel, woraus sich die mituni ungebührlich hohen Mietpreise erklären. Das neue Krei krankenhaus geht nun in Bälde feiner Vollendung en gegen. Der äußere Verputz ist nun so ziemlich vollendet un bereits läßt sich ein klares Bild von der ganzen Anlage au malen. Der geräumige Hof bietet allerdings noch ein bum Ehaos von Gestein und Sandmassen, aber auch hier wird i Kürze alle Arbeit aufs sauberste erledigt f in. Der Bahn h 0 f hat vor einiger Zeit elektrische Beleuchtung erhaltet Außer einer Anzahl Glühbirnen in den Bureaus und de Werkstätten spenden zwei Bogenlampen für den Bahnsteig hsi reichend Licht. In nächster Nähe des Bahnhofs ist das B' amtengebäube für die beiden hier stationierten Bahr meister vollendet und bereits bezogen worden. Außer be Bureau-Räumlichkeiten stehen den beiden Beamten noch je b- Privalwohnung mit allerlei Bequemlichkeiten zur Verfügun: Ein kleines Vorgärtchen fehlt ebenfalls nicht.

Eine^herrliche Allee die Marburger Straße, um die un manche Stadt beneidet, führt von der nahen Uebersahrt in bi untere Stadt- In nächster Nähe liegt der Platz für die zu ei bauende Oberrealschule- Tas Enteignungsversahren must hier gegen widerspenstige Grundbesitzer eingeleitet werden- 23o: kamen verschiedene andere Plätze in Betracht und erst nnt wiederholten eingehenden Beratungen des Gemeinderats entschie man sich für diesen Platz- Wie überall in ähnlichen Fälst machte sich auch hier ein kräftigesFür" undWider" gelten; Tie nahe Lage der Turnhalle und andere günstige Momcm fielen bei der Abstimmung wesentlich in die Wagschale. S.- städtische Elektrizitätswerk wurde erheblich vergröstr Tie Probe-Abnahme der neuen Maschinen soll in nächster Ze erfolgen- Hin und wieder wird unsere Stadt von Freunde mittelalterlicher Bauten besucht und tatsächlich bietet sie gar vn des Anregenden- ^Tas ließ sich vergangenen Sonntag beobacht?: als eine Anzahl Schüler der Tarms'.idter Hochschule einen Run! gang durch die Straßen machten- Wiederholt lenkte dieser c? jener Bau, der irgend eine Eigenheit aufwies, das Interesse b- gelehrten Herren auf sich- Amüsiert haben sie sich ober cn jeden Fall beim Lesen eines Plakats, in dem ein Hausbesitzi auf höchst sonderbare Art und Weise seinen leerstehenden Sah anpreift. Tie beiden großen gleichlautenden Plakate sind - den Schausensterir angebracht- Zwei blutigrote Hände deuten a die Inschrift- Sie lautet:Nur nur einem sittsame ehrenhaften und reellen Protestanten vermiete ich Laden ur Wohnung billigst- N. N." Und das im 20. Jahrhundert. T Laden steht nun schon seit Jahren leer- Anscheinend hat iw kein Interessent all diesen Ansprüchen im Sinne des Vermiete entsprochen- Was der Mann damit verfolgt. Niemand tue es- An der Romroder Straße ist vorige Woche die neue groi und umfangreiche Brau-Anlage der Fstma K- Wallach Betrieb genommen worden- Tie seitherige, im Mittelpun Alsfelds gelegene Brauerei hat ihren Betrieb völlig eingeftel Im Herbst dieses Jahres finden hier die Gemeinderati Wahlen für die ausscheidenocu Mitglieder statt- Aller Vorau sicht nach wird sich feine lebhafte Agitation entfalten- T sozialdemokratische Wahlverein l-at sich der Angelegenheit fefn angenommen- Ohne dieser Partei das Wort reden zu wolle kann nicht abgeleugnet werden, daß immer s i e es ist, die a andere Parteien aneifernd wirkt- Tnß die Wahlen etwas me Leben in die bürgerlichen Kreise bringen werden, als es foi im Jahr der Fall ist, steht außer allem Zweifel- Harren doc wie schon eingangs erwähnt, brennende kommunale Fragen ihr Lösung. Und deshalb gilt es, Männer zu wählen, die c weitblickendes Ange besitzen, die unter Würdigung der bestehend Verhältnisse und ohne das Gemeindewesen zu gefährden, cn segenöringende Tätigkeit entfalten. Tie heutigen Verhältnis Alsfelds bedingen deshalb nicht geringe Arbeitskräfte für t neu zu besetzenden Aemter und cs gehört außerde.n eine grm Liebe und nicht minder Ausdauer dazu, um eine solche Arlu u last zu übernehmen- Hoffen wir also, die scheidenden Mitglied, wiederzugewinnen, die seither ihre ganze Kraft 'zum Wohle Stadt einsetzten.

Fersnttiesr-Nachvichten.

Gestorben: Herr Wilhelm Heger, Großh. Hess. Förster t. 9 in Hermannstein; Herr Friedrich Kurz, Schornfteinieger und Tac deckermeister, in Braunfels; Herr Heinrich Schars in Tieienba, Geb 0 re n: Herrn Moritz Oppe>cheimer und Frau eine Tochu

1 eietomscSie Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Hand und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse, 16. Au».. 1.15 Uhr.

3j^°/e Reichsanleihe . . 92.151

3% do. . . 81.40

3)4% Konsols .... 92.15

3% do. .... 81.40

3^% Hessen ...» 90.85

3%% Oberhessen . . . 91.00

4% Oesterr. Goldreute . 96.60

4% % Oesterr. Silberrente 96 40

4% Ungar. Goldrente . . 9140

4% Italien. Rente . . ..

3-6 Portugiesen Serie I . 66.40

3% Portugiesen 111

4_%°/0 russ.Staatsanl. 1905 91.10

4J40,0 japan. Staatsanleihe 88.25

4% Conv. Türken von 1903 94.20 Türkenlose . . . . . . 141.20

4-6 Griech. Monopol-Anl.. 46.75

4% äussere Argentinier . 82.00

3°/0 Mexikaner < . . 61.20

4^% Chinesen .... 94.40

Aktien:

Bochum Guss..... 203.00

Buderus E. W.....111.00

Tendenz: fester.

Elektriz. Lahmeyer . . . 114.

Elektriz. Schuckert ... 98.

Eschweiler Bergwerk . .. Gelsenkirchen Bergwerk . 188. Hamburg- Amerik. PaketL 128 Harpener Bergwerk. . . 188 Laurah iitte......216

Nordd. Lloyd .... 113 Oberschles. Eisen-Industrie 98 Berliner Handelsges. . . 149 Darmstädter Bank . . . 125 Deutsche Bank .... 220 Deutsch-Asiat. Bank . . 141 Diskonto-Kommandit. . , 166 Dresdner Bank . . . 136 Kreditaktieu.....197

Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn . .... 89 Gotthardbahn ..... Lombard. Eisenbahn . . 29 Oesterr. Staats bahn . . . 137 Pnuee-Henri-Eisenbahn . 125

Iteriiner Börse, 16. Aug. Anfangskurse.

Canada E. B......162.50

Darmstädter Bank . . . 125.30

Deutsche Bank .... 221.10

Dortmunder-Union C. . . 65.10 Dresdner Bank .... 136.20

Tendenz: besser.

Harpener Bergwerk. « « Laurahütte Lombarden E. B. . . . Nordd. Lloyd.....

Türkenlose . ...» 1^1

hürlnglsches

r* n hi Elektro- und Maschinen-

TeGhram Jimsnam

Lehrfabrik h