Ausgabe 
14.2.1907 Zweites Blatt
 
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frau des Holzhauers Hermann ließ ihr 3 jähriges Söhn- chen allein in der Wohnstube, während sie selbst auf dem Hofe Arbeit verrichtete. Als sie wieder die Stube betrat, fand sie daS ftinb mit brennenden Kleidern vor, dec Unter­körper war schon fast verbrannt, nach einigen Stunden gab es seinen Geist auf. Durch Spielen an der Feuerung mußte eS diesen grausamen Tod erleiden.

§ Ruppertenrod, 13. Febr. Im Eisensteinberg­werk zu Ilsdorf verunglückte der Vergmann H. Kratz von hier dadurch, daß eine größere Erdmasse, die meistens Gestein enthielt, über seinem Kopse sich löste unö herabfiel. Am Kopfe lumbc er leicht verlegt; am linken Beine schwer, so daß hier em O b e rs ch c n ke 1 b ru ch entstand. Der Ver­letzte wiirde auf einem Schlitten zu seiner Familie verbrachi und hiernach zur Klinik nach Gießen überführt. Heute stürzte eine hiesige bejahrte Frau die Speichertreppi hinab und zog sich einen Rippenbruch zu.

Q Lardenbach, 12. Febr. Em äußerst beklagens­werter Trauer satt hat sich heute hier zugelragen. Ter bis in weueren Streifen beliebte und hochgeachtete Gastwirt Johannes Mül eher ist nach viertägigem Krankenlager a>> einer schiveren Reivenkranlheit im 44. Lebensjahre verschieden. Er verivaltete seit Jahren die hiesige Poilagentnr um größtem Pflichteifer und Sachkenntnis und die Post verlier, in ihm einen treuen Beamten. In der Gememde hat ec sich em ehrendes Andenken geschaffen durch sem liebevolles, zu- vorkommendes Wesen und er hat manchem Emwohiier um Rat und Tat beigeitanden. Möge ihm die Erde telcht sem!

R.B. S)ar mitabt, 12. Febr. Ter diesjährige Ka r n e v a t hat sich recht prunwoll und saschingsrnäßig geita.tet. Schon der Sonntag zeigte auf den Straßen uno in den Gastw kaien ein reges larneDaiifiiiajCö Leben, das durch die Anluuft und Den Umzug des Priuzeti und Der Prinzen in Karneval md S)ui float und Prmzen- garde iwci) mehr ent,acht wurde; es faitbeu in den leyten Tagen auch zahlreiche Eüriietiaiifnfaje Welischungen und Swnzerte statt. Das Hauptinteresse aber tonzentcrecte sich auf den großen kostu. mierten Kappenz ng und die Huldiguugs fahrt, dre heute nachmittag bei herr^rcusteui Sonnen,o-em und sehr narkeur Frembenzudrang fiaiifaiiD. Da das Großherzogspaar zugesagt hatte, nicht nur den Kappenzug vorn alten Pa.ais aus zu beiuytigeii, sondern auch den Prinzen Karneval nut seinem ganzen Homaat persönlich zu empjaugcii, so war der «trauer groß. Gcogy erzog und Großherzogin, sowie eure zahlreiche öoigefedicyai't ucriülgtm vom Baitvn aus den nut wstumprächtigen nno huuu, sollen Grup­pen reich ausgestatteten Zug mit größtem Inlere, je, spendeten besonders wrnungsvotien La:urfiellungeu leohail Bei,all und be- teiligten sich auch durch Werken von Papierschlangen an der all» gemeinen Faschings,reude. Der Emp,aiig des Pruizen unb der Prinzessin Karnevul dauerte eine gute hawe Stunoe. Se. närrisch: Durchlaucht ericyieii nut Gemahlin und einem glanzenden Ipo,Haut und hielt eine Ansprache an das Grogherzogspaar, d^s die glanzend kostümierten Vertreter des Narcenstaates mit gutem Humor em­pfing. Der Prinz cH. Inspeitor Wittywem- uberreiajte dem Groß- Herzog den ersten und höchsten Orden ,des närrischen Reiches, während der Vorsitzende der Rarrhana, Herr Anspach, die Grog- herzvgm mit einem prachtvollen Blumen,iranß überraschte. Unm allgemeiner Heilerleit wnroe alsdann auch dein kleinen Erbprinzen Keorg eine riesige Puppe vom Hofnarren überreicht.

§ Edingen a. d. Dill, 14. Fcbc. Tie sieiS steigende Verkehrsfrequenz hat hier bas Verlangen nach einer Elsen- bahnhalte stelle wachgerusen. Leiberhaben die bis bahin angestettten Erhebungen nicht ben nötigen Erfolg gehabt und doch bürste diese Elnrlchtimg nicht nur rentieren, sondern auch noch ein gutes Plus dem Elscubahusiskus embrmgen. Bei der Anlage dec nahen Haltestelle zu Werborf fürchtete man auch anfangs, sie würbe ber Bahnverwaltung von Schaden fein. Diese Annahme hat sich aber nicht bestätigt.

+ Ahrdt, 13. Febr. In der gestrigen ü)lr. 36 dek ,®ieß. Auz." wurde ber Ort Knoden als die kleinste Schule im Hessenlande genannt. Unseres Wissens ist Ahrdt nm seiner 15 bis 20 Schüler zählenden Volksschule die kleinste tin Kreise Wetzlar. Vor dem Jahre 1898 waren die Kinder in dem 2 Kilometer entfernten Altenkirchen, bas bamals zwei, Henle aber nur einen Lehrer hat, eilige- schult. Das Dorf hat etwas über 100 Einwohner.

1c. Weilburg, 12. Febr. Infolge von Herzschwäche verschieb plötzlich ber Rentner Withctm Farr. Dec Ver­storbene bekleidete zahlreiche Ehrenämter. Von 18761879 und 1882 1885 war er Mitglieb beS preußischen Abgeord­netenhauses, von 18741886 Mitglied des Amtsbezirksrats und beS Kreistages des früheren Oberlahukreifes, 1870 bis 1885 Mitglied des hiesigen Gememderats, 18851888 Bürgermeister von Weilburg, 18891898 Mitglied des Ge- memderats, von 1898 ab Mitglied der Sladtverorbneten- Versammlung. Farr war m Schmalkalben geboren und verbrachte seine Jugend auf dem Eisenhammer bei Schlier­bach, Kreis Gelnhausen.

Beftrebungeu auf vem Gebiete der Eittlichkeits- und Wohlfahrtspflege.

(Original-Berru/r des Gcege.^c Anzeigers.)

In Nidda tagte am Montag im großen Saale desGant- brinus" auf Einladung des Kreisrats B o e ck m a n n - Budnigen eine von ca. 400 Bürgermeistern, Pfarrern, Lehrern und ^hno- balen besuchte Versammlung. Zwei tiefereuten behänderen das Thema:Was tarnt zur Förderung dec isuiiidjteit und Wohl­fahrt und zur Fürsorge für die schuienKassene Jugend in nnfereu Gemeinden geschehen?" in eingehender und Höchst interenantcr Weise. Äreisrat Boeckmann hvv in seiner BegcußungSaniprache hervor, dah er einem ans das Thema bezüglichen Antrag der Dekanatsshiwde Büdingen gern Nachkomme und hofft von den heutigen Verhandlungen eine tafnajtige fruchtbringende Enlial- iung. Pfarrer Beo er -Düdelsheim behandele ms erster Re­ferent bas Thema in zwei Teilen: 1. Sittucyteitspflegc, Wohl­fahrtspflege. Wir entnehmen dem Vortrag folgendes: In der KindererziLhung liegt der An,ang der SitUichteitspflege, lecher hat die Kindererziehung naajgeianen, die Kinder |uu) anipcuchS- voller und die,Eltern nachgiebiger geworden, Putz und otaat, Besuch der Fcstlichleitcn nehmen iw eiyaitD; Zucht, Gehvrjaui, Respekt schwachen. Dazu lommt die Frühreife. Tie Kaider müssen so lange als möglich in kindlicher luiwifienöeit erhalten werden. Für die fajulcnuanciic Jugend ,oi.te bis zu 1 6 Iahren der W ir ts h a usbes uch ohne Begleitung Erwachsener, Eitern usw. vervoien sein, Wwoiji jur Knaven, aw auaj Acad^cn. Die Trauung mit und ohne Kranz sollte streng gehandhabt werden, um das Schamgefühl uno das Gewissen zu iiurleit. Bor anem gehören ^oribiidungsschiupslichtige nicht ins Wirtshaus, der ge­meinsame ilbirtdljaudDcfua) oer Buben und Mädchen i,t in vicien Orten zu einer Unsitte geworden. Es ist höchft bedenklich, dag Mädchen sich ans -Lnnieii gewöhnen, auch regt Aliohvchenug fumlidj au, ist er iso ge.ähnich. Durch das bur,chikose Le^en geht das Weibliche verwren, folcljc Wirtshausgäugeruinen geven keine guten Mütter und Erzieherinnen. Den diesoezügtia^n '..utrag der Synode muffen mir unterstützen. Die Poiizemuiche ist bei- -ubehalten. Dom liegt die Hauptsache nicht im Verbieten, ,andern im Bieten. Die Jugend^wm uno soll gesellig-,roh feuu Des­halb sollen dw Eilten spinnst uv en er ij alten L-lewcit aber unter Au picht der Eitern. Die Turnvereine sind febr »u empfehlen, zumal die deutsche Turner,iyu.t den iiatwnaien Geist betont. Lurch Borte, ungen, Lheatecauffuhruugcu ,on der

Sinn für edle Freude geweckt werden. Christliche Jüng­lings- und Jungfrauenvereine süid zu begründen, in jeder Gemeinde sollten Volksbibliotheken gegründet wer­den. Wir dürfen nicht warten bis uns die Sozialdemokraten mit ihren Jugendvereinen zuvorkommen. Der Alkohol ver­schlingt auch große Summen, er ruiniert Gesundheit und Arbeits­kraft. Die Landflucht lyat nach Heinrich Svhnrey's treffender Anficht ihren Grund dann, daß zu wenig los ist auf dem Lande. Durch Vorlefungsabende etc. muß das Leben angenehmer 'gestaltet werden. Junge ÜMochstn. müssen in allen Zweigen dev Haushaltung, auu) in Krankenpflege ausgebildet wer­den. Die Haushaitungsschule Lindheim kann nur den Wohlhabenden dienen. Für die kleinen Leute empfiehl sich die W anoe r ijauS» Haltungsschule, wie sie im Streife Gießen jchon be­steht «und jur den Kreis Friedberg geplant ist. Das Dienen ist sehr zu empiebien. Der Bau eigner Häuschen fördert Sparsamkeit and Häuslichkeit. Der Bau von Wasjmestungen und die Gründung von Genosseiiichasten und Kaffen gehören eoenfolls zur Wvhl- ,ahrtsp|lege. Vieles tarnt noch durch juiammeniuinen von Kirche, schule und Gemeinde gefcyehen. Levha,ter Beciail lohnte den ^cedner. Zehrer S t v r a * Aiteiistadt veyuiidelte mehr die unter» nchtiiche v^ede der Jugenderziehung. Dw dwnende Jugend ist ,ich zu viel sechst uver.a,,en und am jchlimmslen fieljt es nid ihr in oen stauten.- Die oewen luiriiamiieit iwutiel z^r yeoung der <,uhiu,ieu seien die Faruiildung und die Bewahrung. Die Fort- udbangdfwuie muß Ou&geauut, vie Unterrichtszeit verlängert unt> Dvr Le^r.Mf f erweitert weroen. Diese Schute i,i eine IjeiuutragenDc ^-iiduugsanfluch für die fugend. Au oen Lanowirtfiha,tsunier- riajt muß Der geweroiiche an)a^ießeiL Re,erent euch,iehch die ^panderhnUShaituugSfu-Ureti uno Die o^rtviioungs,chUeen ,ur BiuD- ujen n..uj b.m B-rvciv von W-rch.vu.erg unb od.il F-chs^meu ve,riLdtgen CuCiiiaud das Bich-ugseei,r.r,uw, e-en,o uer MecD uD^r Swicherchgii-chvuiiteiriiid, D.r iui aueis loubingen durch Schut- lat ^werer cuigeiuyrt ist. Bicrzu kommen nou) Die Botisoiviio- ujeteii unD L^fegch^i, erbere jodteit von oer jtiewiane und den ^parlafien unteriiubi werden, wie es im Streife Gießen und -auw coach geschieht.

Roa) leuiju,ieu Beifall Der Versammlung dankte Kreisrat Boeauiaun Den me,cremen. Schulrat Scherer teilte dann mit, oag im Kreis bered» 2u äoxiävwiwtijeten oeiieyen, er wunswt- Dee Gruiivung von Kindergarten, Den 'duöbau Der Fortvitdungs- lujulcn End weist auf Die Wuhtigied von Mädchen,ortviiDungs- mjuteii hm. Raih Lungerer Devaite, au Der Detan Gllenberger- ^rteuverg, mehrere Getstlicife, Legrer unD Burgermeifter teil* uaymeii, luuroeu Die wiujiigiicn r>orDeruugen Der me,ereuten in meyiereil The,en zusammeuge,a.ßt. Die Die Ver,amimung ein» itimimg aniiugm. Um Ui?r |u> oer Borsitzenoe dw anregenD uenaufenc Versammlung. X.

Sitzung des Provinzial-AuSfchusies.

Gießen, 13. Februar.

Der Hausdiener Johann Josef H e i d aus Heidelberg, der in ber Saifvn in Bao - Rouheini besihäfligt war, war dort aus GruuD des FreizugigteitSgefetzes zur Gemeinde-Ein- t o ui m e n ft e u e r Ijciaiigejogeii worden. Er retiamierte hier­gegen mit Der Begrunvuug, uaß er bereits in ^eioewerg, wo feine oaudlie wohne, GeuicutDefteuec zahie uno somit in Buo-ntauheun von Der Steuer befreit wetoen utusse. Der KreiSousschug Des nrcifes FneDverg eni,u-ieo geooch, vag feine Befchiveroe ots un» vegtundel ovzuweisen sei uno stutzte feine Entscheioung Darauf, oag nach u.eui GemeutDeumlageu-Gefetz Per,onen, welche im wroßherzogtum nicht wohnen, aoer in bemfetueu ein Gewerbe uenciuen, uni dem aus diesem Gewerbevetrteo herrührenden Ein- tommeit in derzeitigen Gemeinde der Eintomutensteucr unter­worfen feien, in weicher das Gewerbe betrieoen werde. Ein gefetziiches Verbot der Doppelbesteuerung bezüglich der von der Geuiemde zu erhebenden Umlagen geoe eS nicht. Gegen diese Entscheidung verfolgte Heid ReturS an den Prooinziol-Ausschug mit der Motivierung, daß er kein Gewerbe betrieben habe, in feinem Beruf nur auf Trinkgelder angewiesen gewesen fei und zur Geweroesteuer nicht hecaugezogen werden tonne. Der '4>roüuiäiaiüu»|iyuy erkannte dies zwar an, verwarf aber feinen vcetucs Doch t o st e n p f l i ch 11 g, da er nach dem ihm zugestellten Steuerzettel nicht zur Gewerbe-, sondern zur EiN- tömmeniieuer veranlagt und diese Heranziehung mit Diea/t erfolgt worden war.

Gelegentlich ber Reichstagswahl hatten 79 in Lollar befwaftigte Arbeiter ihre Aufnahme in bie bortige Wählerliste unter bem Hinweis barauf verlangt, baß ihre öamüieit uno sonstigen Angehörigen zwar auswärts wohnten, sie seivst au er in Loiiar Schiuuielie hätten, nur Sonntags in ihre yeunat zuruakehrten und Lollar somit als Der Mittelpunkt ihrer wirtschaftlichen Taiigleu zu beiraüjiteit fei. Die Großh. Bürger- meistecet lehnte die Aufnahme in Die Liste ab, da fie sich hierzu nicht berechtigt glaubte. Der Kreisausfchuß des Kreises Gießen wies die Eiiiwenoung gegen die VoliftuiiOigteit der Wählerliste aiS unoegrunoel ao, inoeut er dabei von der Ansicht aiwging, oaß die Vetrcsseiaven ihren Wohnsitz in Lollar nicht hatieil, was nach tz 7 des ReichStagswuhigesetzes zur Ausübung des Wahlrechts an diesem Orte erforöeriiu) sei. In der Verhandlung vor dem Kreisau»schuß muroe sestgefteut, daß die Rekiamancen in Loiiar keine Steuern zahlen sowie weiter, daß sie m ihren X)eimat»orten bereits in die Wählerliste auf genommen worden waren. Der Anwalt der Reklamanten reiurrierte gegen dieses Urteil an den Provinzial-Ausschuß. Dieser gab dem Relurs stall, unter Verurteilung der Gemeinde Lollar in die Kosten des Verfahrens. Er stellte sich dabei aus den Stand- puntt, daß die meturrenten in Lollar wahlberechtigt feien.

Wühelm Maar II. zu Homberg a. O. war bei Großh. Kreisamt Alsfeld um die Erteilung eines Wandergewerbeschcins für das Jahr 19U7 eingetommen. Da er eine Gefängnisftrafe oerbüßt hatte, die noch keine 5 Jahre zurück lag, wurde ihm der Schein von dem KreiSausfchuß des Kreises Alsfeld versagt. Gegen diese Entscheidung verfolgte Maar Berufung an den Provinzial-Ausschuß. Da nach der Gewerbeordnung Der Wander- gewerbeschein bereits nach Ablauf von drei Jahren seit bei letzten Bestrafung erteilt werden kann, gab der Provinzial-Ausschuß mit Rücksicht auf die persönlichen Verhältnisse des Gesuchstetiers Der Berufung statt.

Ei» Lüdwcftafrikaucr vor dem ttriegsgericht.

Frankfurt, 13. Februar.

Unter dem Nachlaß des in touDweftufrita als Ghef der 9. Lact. der Gebirgsurrillene gefallenen Hauptmanns Kirchner befand sich ein Tatbericht, den der Hauptmann offenbar nicht haue meuergeoen mouen. Der 2atberiu?t war von SberieutnuiU Kjatatt uiw richtete sich gegen den V i z e w a cht m e i st e r Walther von der gcnamuen Batterie. Dieser foil sich an ^aifervgeuurt»iag 190u dec Ge hoc )am Svec Weigerung, Des Beharrens im U n g eh o r s a ui unD Der '21 a)t un gs - Verletzung vor v e r s a m m e 11 e r Mannschaft gegen Den genannten Offizier fu/uiDig gemacht haben. Die Batterie war am 2b. Janum in Kemiamwhvop angetommen uno sollte am Rachniittag Des 27. Januar auf WarmvaD marschieren. AIS Lentnam Barack mit bi em zweiten Zuge abmarfu/ieren wollte, janD er statt |einer 2 Pferbe 2 Pferoe oes Regiineiitsstabes für sich gciatwit. ES stellte sich nun heraus, baß Der Bursche bes Leutnants betrunken war und besseu Pferde hatte lausen lasseiu Sie waren uui uno daoon. Der Osfizcer machte dem Bizewacht- meister Malther, dem der Zug in erster Linie unterstand, Vorhalt unb, oeiiangie, er solle feine, des Leutnants, Pferde zur Stelle schaffen. Maither, der etwas angeitunten war, erlaubte sich Widerreden, in denen das Wortvtein" Dortam, uno setzte die Widetteden auch fort, nachdem der Offizier von dem Verlangen nach feinen Pferden Abuano genommen uno befohlen hatte, 2 Esel ai» Reittiere aus deut tiraui i}Oien zu lafien. Der Obeneutnant lieg sich jfließt.ich zu Den Ausoruaen: bmuoerbanoe uno Schweine­bande himeißen, worauf ihm Maither ins Mort fiei: ,,-cer x>err Ajaiwiu-unii v. Wuuei,eiv coec Di» oayin Die luauxLvt geführt ydiie/ hm feine löu/iueuteuoiioe ins Feiu geführt." Rachher joii sich Waithec noiy einer uiteyreroietigeii Aeuperung ichiuoig ge­

macht haben. Er wurde vorläufig fcftgenommen und Oberleut­nant Barack ritt auf seinem Pferd von bannen. Walther würbe später lianf unb wurde in den Lanbwehrbezirk Wiesbaden nach Norbenstadt entlassen. Heute stand er auf Grund des erwähnten Tatberichts vor dem hiesigen Kriegsgericht. Die Zeugen jaid teils tot, teils sind sic noch in Afrika, wo sie vor P/2 Jahren vernommen worden sind. Walther bestritt verschiedene Anklagc- punltc. Der Xsatrckr des Gcrichtsye^rn hielt oie Anklage auf recht unb beantragte bie geringste zulässige Strafe für Ungehorsam vor versammelter Mannschaftim Felbe", ein Jahr Gefängnis Tas Geriost faßte b.e Sache milder auf und eibliai; in dem Ver hatten des Angeklagten nur AchMngsverletzung, Die mit Der geringücn uic.i igen Siraic Don 14 Tagen wirren> ,.i fähnen se,.

* Kleine Tageschcon11. Dec m Aiü 1 hause n in Elsaß vom Schwurgericht wegen Ermordung feiner Geliebten zum Tode verurieme Schlsisiitaat Fohrler aus Haßiumgen, ivinöc vom Kaiser zu levenslauglicher Z u ch l h a u s ft r a j e begiiaöigt. Jit V u d a p e )l ivuiDe ein Beamter des HauDelsmmifleiltuus verha'tet, weil ihm em Liebstahl von D o k u m e u t e u des Jied)iumg5l)oic3 nachgeiviescu winde. Ju ye r m a n u ft a d i (oicUenbuigen) erftach dec 18 jaljrige Gyumaflafl Earausz mit einem Tifchmeffer eine Frau, weil Dicje bus mu ihm unterhaltene Kiebesveihältms löjeii wollte. Bei Der Eimahn m Die Station Pripcct Eadaui) (Ungarn) stieß bei öidjiem Diebel em Perfouenzug mu eine Raugieimaichme. ^wet Paffagiere unö em Kelzer wuiöeii nyiuev venoimöer. In Paris brach im neuen SarahBer w h a c d t -- Th e a i ec 5 euer aus, das jcöod) halb gelöjdjt werben lOimte. Diebe, lueldje dort bei einem Antiquar embradjen, iiayieii Gemälde und Juwelen im Werte von l1 . Million graues. Sie Ijüitcn fidj in den Kaden einjajiiebeu lafien. Ihre nlucht wurde erft Durd) Die eleltr Käulewerle bemertu -^/Dte m pam- ourg luebcigeurannte Sll 'rnchaelislirche ivtrb mit einem iiojtciu aunoanDe von 3 Ö2U uuu Mart iviebeiijeiflefteUl weibeiu Ju ölens ourg Hai sich heute Der Knecht ^>olft Der vierte Beteiligic an Dem Ueuerialt und Der Ermordung des Xatenbevgev Gememöc- uorfteyers Janfen am 7. August v. I., Der Polizeivehoröe selbst ijciteUt. Das imglüdiclige Ende der ollialmhaverm des Wolfjfdjeii Telegrapheubureaus m Dresden o^au Kummer hat lur Deien o 11 e j f o l) n Die oolge gehabt, baß er unö bas 61 jährige Fcäu- leüt Karihe, mu Der er Dresbe» verlasfeii baue, ui Berlin uer- aaltet wuröeii. Ter Siteijoyii hatte sofort nad) Der Fr. K. Tobe Tresöen ueilafjen, um Dem Berliner Hanpiburcau Den Lod seiner 'JJiutlev miijiuetleiL Aus Veralilasjuug Der Dresdner mimluatpolizet ift er nad) Dresdeli juiucfgebiadjt worben, Dort aber wieder auf neien Fuß gefegt worben, nad) De in |td) heraus- geiicllt i)ai, bag öie oruu jiveneuo» <scW|imorö begangen hat.

Gericht» aal»

Newyork, 13. Febr. In bem Prozeß gegen ben bes Morbes an Semem Rebenbuyter be]a)iilbigteiiUUliiaibatd Lhaiv erflaue ber P)hd)later Tr. Evans, er habe ben Angetlagten adjtmat be- lucht unb Auzeld)en bemerkt, baß biefer kurztid) eine plötzlich aui- geiretene abiwime Geiflesslöiiing icverslauoelt habe. Das Gul- achieu lautet am P a r a n o y a.

Handel und Verkehr, vdlk»wirthchaft.

Benin, Lu. Feuc. Fu Der yeuiigeu oiumig vcs <)tniral< ausfchufies Ikr ReiwSban 1 Leute Reichsoanfpraiwent Dr. Stoch nut, daß die Lage Der ReichsDant nach der Duraiigegangenen eiwrmeit Aiifpannung, ungeachtet der allgemein iwruiaien buia» flüste noch immer ) chlvach jei. Die Ge>amtaniage von 1114 Millionen Mart aber,chreite beträchtdch D<e auec Vucjahce. Der Metallvorrat mit bol lJtül. Mk. bicioc hinter dem ohnehin fchivachen Vorrat von 19U6 noch um 10/ Mlll. Mt. zuruct unD uberfieige nur den von 1900 noch um 36 MiU. Mk. Bei eiutt wenig befriedigenden VioteubecEung sei die neuer» jreie Notenreserve von 45 Mill. ML nur sehr klein gegenüber dem Vorjahre. Die freniden Wechselkurse näherleii ,ich dem Gvidpuntt oder hätten ihn sogar überftyritteiL Obgleich em Golbausgang ins Austano nicht fluttgeiuiU>en und Der Berliner Pnvatdiötvnt um V/a Proz. von der offiziellen Rate sich entferne, könne eine Ermäßigung ber letzteren derzeit nicht st a t t f i n d e n.

Infolge ber eingetretenen Getreibeverteue- rung wird Die Frage ber Wiedereinführung des Identitäts­nachweises angeregt. Es wird diese Wiebereinführung bis 1. August vorgeschlagen.

Von ber Beniner Börse. Es scheint, baß von London aus wieder eine neue Haussebewegung in den Aktien ber Kanaba- Bahn inszeniert werben soll. Mit einer ausge,prucheiien Zähig- leit wirb barauf hmgewirlt, ben Kurs wieber in bie Hohe zu bringen, und so bejiaub auch heute jwttes Geschäft in Kanada- Aktien an ber hiesigen Börse aus Lonboner Arbitrage-Anfange« tauje unb aus bie hurtige Vorliebe für Trunkfhares. Ais ^timu« lanz Würbe angegeben, cs wuroc eine kürzere Veroindung zwifcheu Gitglaiw uno Kanada errichtet. Ferner waren Gerüchte im Um- laut, daß eine Re,urm des Aotenwe,ens in den Vereinigten Staaten wesenttich näher geraut fei. Montanwcrle Waren leicht gebe,seit. Von Transporiwerten iwd) Llvyd-Altien fest aus DivibenDen- hostnungen unb Baltimore 0,40 Proz. hoher. Im freien Veileh. iwtierten die Rheinischen Metallwaren etwa 130 Proz. 4 proz Russen von 19oz waren wieber etwas abgefchwächt, <U,oO. Soisti lei noch zu erwähnen Laurahutte 242,50, Bochumer 243,75 und Deutsch-Luxemburger 196. Der Privotdiskont notierte 4Jy| Proz

V o m Berliner Getreide markt. Infolge ber jüngsten Bewegung ist zu berichten, baß an der gestrigen Prubuktenuocs Getreide matt auf Verkaufe der Provinz uiü> neue Abgabe Der Importeure, die La Plata-Weizca unb Dwnau-btoggen getaur. hatten, war. Vom Ausland fehlte jede Anregung, Da Amerit' i^eierlag hatte. 'Jtoggen gab per '.Utai 1.50 Mk., per Juli 1. Mk. nach. Weizen per LUtai nur 0,50, per Juli 0,75 Mk.

Märkte.

sj Kirchhain, 12. Febr. '21 ui bem heutigen Rindvieh- m arkt waren euva 4U0 Kühe unb Rmber Quigeiiellt Der Haube, ging mtuelmäBiß. Am bem © d) m e i n e m a r f t, ber nie 2öU Slüd beiahien war, blieb bas Geschält flau.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, initgeteilt von der Bank für Handel und indusirie. Giessen.

Frnnkfnrter ßiime, 3X*/o Reicbsanleihe, . 97.701

3% do. . . 66.70 3)4°/, Konsole .... 97.90 3% do. .... 86.4 u 3J4°/O Hessen . . . . 96 io .j>4u/0 Oberbesseu . . . 95.uu 4y0 Uesterr. Guidreute. . 90.90 4l/6 % Uesterr. tiilberreute 100.20 4>0 Ungar. Uoldreute . . 96.00 4-<, Italien. Kente . . . 103.bu 3?o rurtugieseu berie l . 60.45 3-o Purtugieseu 111 7o.liO

1>2Ü,O russ.Staatsaul. 190.» 91 .du 4^ 0 Japan, btaulsuuleihe 93.60 1 ;e Uonv,Türken von Luu3 96.00 Türkeuluse i>6 uneeU. Monopol-Aul. öO 60 äussere Argentinier . 88-^0 u°;0 Mexiaauer . 66.7o 4»u/o vluueseu .... 9V.0o

Aktien:

Bochum Guss 244.30 Bauet us h. W .... 126.10 'Leudeuz: fest

berliner Börse, 14

Canada L. B 186.40 uannstadter Bank . . . Deulsuue Bank ..... Duriuituiuer-Umon C. . . 86.1u vresuner bauu .... löd.7u leudeuz; ruhig.

14. Februar. 1.15 Uhr.

Elcktnz. Lahmeyer . . . 142.0' Elektnz. Schlickert . . . 116.7 Esch weiler berqwerk . . 248 1' Gelsenkirchen Bergwerk . 216.0' Hamburg-Ainenk. lakell.--E» uarpener Bergwerk. . . 219.0) Laurabütte .\ordd. Llujd 132.56 Ubeischks. Eisen-Industrie 122.0)

J>eiuucr ilundelsges . . 172.7» Durmstädter Bank . . . 188.7') Deutsche Bauk . . . 243 w

Deutsch-Asiat Bank . . 172.0- Diskonto-Kom maudiL . . 182.50 Di esu uer bauk . . . Iö8.w MeuituLtieu 216.70 Baltimore- uud Ohio-

Lisenidün . . . 118«ö

Gottuardbahu ijüiuuard. Eisenbahn . . 20

L-esterr. btaatsuuun . . 147.vO l'iiuce-Meun-EiseiibaUn . 147.W

Februar. Aufaugekurse.

Uarpener Bergwerk. . . ..auraiiütte . . uinburden E. B. . . .

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