eingetroffen und Hai
Im besten ManneSalter
daraus landete inan seine Feldzug gegen Frankreich Bürgermeister und Stan-
Schwalrn und ertrank. Tags Reiche. Ter Vertmglüelle hat den mitgcmacht. — In Eudorf starb desbcainter Rüger.
Groß-Gerau, 11. Marz.
Alt ist dieser Tage der Storch hier sein altes Nest wieder bezogen.
§ Rödgen b. Bad-Nauheim, Bürgermeisterwahl hat nicht mit Sozialdemokraten, sondern nut
verschied der Rektor der hiesigen höheren Bürgerschule, Herr Professor Llidw. Kircher (geb. 1663 zu Nidda als Sohn Gerichtsschreibers Kircher, verließ das ©mnnnfium in Büdingen 1888, studierte zu Gießen und Marburg klassische Philologie, seit 1892 Dirigent und Rektor der hiesigen höheren Bürgerschule, (jetzt Realschule mit Progymnasium) an einem Schlaga,isall. Prof. Kircher war hier und in der Umgebung eine sehr beliebte und hochgeachtete Persönlichkeit. (91. H. Aolksbl.)
11. März. Unsere einer Niederlage der einem Siege der
selben geendet. Der gewählte Bürgermeister, Weißbindcr- polier Christoph Hensel II. ist der Kandidat der sozial- deinokratlschen Partei nnb er war es, der vor z,vei Jahren als Beigeordneter zweimal nicht bestätigt wurde, weit er Sozialdemokrat war. Infolgedessen wiirde damals sein jetziger Gegenkandidat, Beigeordneter Georg Hensel III. vom Großb. Ministerium zum Beigeordneten ernannt.
d. Langd, 12. März. Der 7 6jährige Polizeidiener Römer von hier wurde in Untersuchungshaft genommen und ins Amtsgerichtsgefängnis nach Hungen gebracht, weil er sich an einem 8jährigen Mädchen unsittlich vergangen haben soll.
Assen heim, 11. Marz. Tie „Tarmst. Ztg.^ meldet die Berlobiing des Grafen Franz zu Svl ms-Rödel- heim und Assen heim mit der Gräfin Jenny zu Castell- Castell. Graf Franz z. S.-A. ist 1864 geboren und seil 1904 verwitwet, Gräfin Jenny zu Castell ist 1866 geboren und ist eine Schwester des Fürsten Friedrich Karl zu Castell- Castell.
-s-AuS dem Kreise Alsfeld, 12. März. Ein schweres Unglück trug sich im Schwalmgrund zu. Ter 60 Jahre alte Schäfer Sträck aus Heidelbach geriet in der Nacht vom Weg ab, stürzte in die hochgehende
durch ein großer Trümmerstuck verbarrikadierte Tür niBt zu öffnen unb die eisernen Wände der Kabine nicht einzuichlagen vermochte.
Leichenteile von Seeleuten bedeckten noch abends bte Zugänge zum Quai, wo bei Fackelschein Frauen ihre Angehörigen rekognoszieren wollten. Auf dem gegenwärtig, überschwemmten Bassin tauchen Arme und Beine auf, die in Wassereimsrn nach der 4.oten= lammer gebracht werden. Einige Matrosen fanden ihren Tod, indem sie von den Masten durch die Explosion herabgeschleudert wurden. Vernichtet wurden durch Bombensplitter ein Torpedoatelier, eine Maschinemverkstätte und ein Spritzenhaus.
Bei Manövern des Panzerschiffes auf der Reede wurde gemeldet, daß im Schiffe ein unbedeutender Brand ausgebrochen sei. Man kehrte sofort zurück, und die Untersuchungs- kommission machte sich an die Arbeit, die Ursache des Feuers festzustellen. Da eine unmittelbare Gefahr nicht vorhanden schien, setzte sich die Mannschaft zum Essen nieder. In diesem Augenblicke erfolgte die Explosion. lieber die Ursache äußerte ein Marineoffizier folgende Vermutungen: Lei den Manövern wäre ein neues Pulver benutzt worden, das sehr explosiv sei und bei niedriger Temperatur aufbewahrt werden müsse. Es sei anzunehmen, daß durch den Brand die Temperatur in der Nahe der Pulverkammer erhöht worden sei, und daß dadurch die Explosion veranlaßt worden sei.
lUxs staOt miO Lage-.
Gießen, den 13. März.
Jubiläum. Am verstossenen Sonntag, den 10. L 9)1., feierte Sparkussedireltor Doering sein 2öjähriges Dienstjudi- lätun als Öieajner der evang. Kirche Gießen. Eine Deputation des Gesamtkirchenvorstaudes unter Führung des Pfarrers l). Schlosser überbrachte dem Jubilar eine prachtvolle Bmmen- spende und zwei Gratulationsschreiben. In dem einen vom Grvßh. O b e r k o >i s i st o r i u m herrührenden Schreiben wird ausgeführt, daß Herr Doering sein Amt als Kirchenrechner stets ausgezeichnet geführt und sich große und bleibende Veroienste um die durch die Entwickelung der evang. Gemeinde Gieeßn bedingte Äenderung ihres Rechnungswesens erworben habe. Die Einrichtung des Rochuungsweiens der vier Einzelgemeinden neben dem der Gesamtgemeinde, die Kapitalaufnahmen zur Erbauung der Johanneskirche unb zum Umbau der Stadttirche, die Ausstellung der Schuldentilgungspläne und die Schuldronver.llerung sei ,eng mit seinem Namen verknüpft. Ueber seine Amtspflichten hinaus habe Herr Doering ans warmem persönlichen Jntovesse tätigen Anteil an den sonstigen Aufgaben der Kirche und ihrer Lievestütigkeit genommen. Der Brief schließt mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß Herr Doering auch nach^Nieoerlegung des Kirchenrechneramtes, die durch Uebcrnahme .onstiger Pflichten erforderlich geworden ist, an der Erfüllung der kirchllchen Äus- gabeii mit Rat und Tat Mitwirken werde. Auch das Gratuta- tionsschreiben des G esa m t kir che n v o r st a n d es hebt die großen Lerdienste des Jubilars um die finanzielle Verwaltung der evang. Gemeinde Gießen hervor und schließt mit dem Ausdruck herzlichen Bedauerns über seine Amtsniederlegung. Herr Doering sprach für diese ihn hochehrenden Kundgebungen seinen herzlichsten Dank aus und versicherte, daß er auch nach seinem Ausscheiden als Rechner der Kirche bemüht sein werde, int Dienste der evang. Kirche uno ihrer sozialen Bestrebungen weiter zu wirken, so oft ihm dazu Gelegenheit geboten werde.
** Stadtlhealer. L cr Schlug der Saison steht unter dem Zeichen der Benisize. Arn Sonntag geht L'Arronge's „Registrator auf Reisen* in Szene als Benefiz für Regisseur Adolf Lippert.
** D ie Tournee Karl Blaß-Burlesken eröffnete am Dienstag abend int Neuen Saalbau ein auf 3 Tage berechnetes Gastspiel. Der erste Abend war, wohl infolge des Umstandes, daß gleichzeitig Theaterabend war, nicht allzu zahlreich besucht, aber die erschienenen Zuhörer amüsierten sich köstlich und werden den Besuch der auf das Motiv „Du sollst und mußt lachen" zugeschnitlenen Veranstaltung nicht bereut haben. Direktor Blaß vertritt in den von ihm selbst verfaßten tollen Burlesken, den spezifisch-kölnischen Humor und wer einige seiner Stücke gesehen hat, begreift Wohl, warum gerade der Kötner Karneval unerreicht dasteht. Im Mittelpunkt der Handlung steht immer Direktor Blaß selbst und zwar immer als Anton, eine köstliche aus unbeschreibliche Dummheit, Dreistigkeit und Gerissenheit zusammenge- letzte Figur, einerlei ob sie als Bursche, als Kutscher oder als herumziehender Krämer austritt. Herr Blaß riß dura) sein drasti- iches Spiel das Publikum immer wieder zur Heiterkeit hin und auch die übrigen Mitwirkenden taten ihr Bestes, um den Lach- ersolg sichern zu helfen. Ueber die Stücke selbst ist nicht viel zu agen, man muß sich eben diesen Humor selbst ansehen, um ihn begreifen zu können. Gespielt wurden gestern „Husarenfieber", „Ein Nachtasyl" und „Der Nihilist" und die Namen dieser Stücke lassen schon erkennen, wie vielseitig das Feld ist, das Herr Blaß als „Dichter" bearbeitet. Husarenfieber spielt in leicht begreiflicher Absicht zu Krefeld und auch dem „Nihilisten" ist eine gewisse aktuelle Bedeutung nicht abzusprechen, da der Typus des russischen Polizisten darin recht treffend geschildert ist.
-f- Wteseck, 13. März. Zur Freude von Jung und
Vet (Stettin)'unter Vorlegung deS nachstehenden Antragesi der hierfür eingesetzten Kommission: „Der deutsche Landwtrttchafts- rat erllärt, datz eine besondere sttvfgcsetzlichc Regelung des Handeln mit Dünger- und Futtermitteln, sowie mit Sämereien dringend wünschenswert ist und beauftragt die Kommission mit der weiteren Bearbeitung der Frage." _ r ar
Auch dieser Antrag gelangte »(ach kurzer Debatte zur An- a *3mn Schluß der heutigen Sitzung beschäftigte sich der Deutsche Landwirtschaftsvat noch mit der '
Reform der deutschen Zivilprozeß-Orduung, wozu Oberlantasgcrichtsrat Schneider referierte, ©r bezeichnete als Zweck der Beratung die Herbeiführung einer Meinungsäußerung der maßgebenden landwirtschristttchen Kreise und als Ziel eine Umarbeitung unserer allmählich veralteten Zwtlprvzetz<- vrdnung, — also diesmal eine „Enquete" über fte in Laien- freuen Als Hauptgedanken der Berbesserung müßten dabet die Beseitigung ixr Eideszuschiebungen, die Beschränkung einer udor-- ftünigen MindiickKit und, zu tunliü>er Beick^eunigung, die Ber- biudung von Verhandlung und Beweis bet AbwesenlM der Streit- ieile s'elbsl, wenn nötig, gelten. Hieran wurde vom Benckst- erstatter eine UcberjiQji üoer die bereits eingegangenen lleutze- runqen d.r deutschen land.virtschast.ichen Zentralstellen gegeben, die sich u. a. fast sämtlich für eine Erhö h u n g der amtsgerichtlichen Zuständigkeit auf mindestens 1000 Mk entsprechen. SckKeßllch legte der Redner folgenden Antrag Dior: „Der Deutsche Land.virtschaitsrat beschliegt: die m Aussicht stehende Umaroeitung der deutschen Zivilprozeßordnung wird als sehr erwüns^.t lezei^net. Um dazu in ei.izelne.t Punkten Anträge bet d.r bieiajöregierung fteUen zu können, oie tm esse der Landwirtschast liegen, wtten Berichte der deutfchen land- rvirtfaiaitiiu-en Zentralstellen, soweit folck-e niajt bereits eing> gangen sind, eingezogcn, durch eine dazu berufene Kommt swn geprüft, und deren Ergebnisse der nächsten Bollverfammlung zur Befchlutzfassung und Wellergabe fin die Reichsregierung vvr- geiegt werden." _________
ftauMches Tanzeijchiff in Die Juft geflogen.
Am Dienstag abend gegen 7 Uhr erhielten wir nachstehendes Telegramm, das wir alsbald durch Aushang bekannt gaben: , v „
Toulon, 12. Marz. An Bord des Panzerschiffes „31n a" ersolgte eine Pulver-Explosio n, bei der das Hinterteil des Schiffes in die lluft stug. Tie ganze Besatzung befand sich an Boro, ein Teil davon ist gereitet, doch spricht man von 200—300 Toten. Tte Explosionen dauern fort. Weithin wurden die Fenslerfcheibcn zertrümmert.
Tie uns heule vorliegenden Nachrichten von diesem entsetzlichen Unglück lauten:
Tie gesamte Besatzung des Schiffes befand sich an . Bord, als die Explosion erioigte. Alles, was tonnte,fudj|te fich ui Sick>erheit zu bringen, indem die Leute ms Mver sprangm, wo sie nach und tuet) von berbeigeeutat ^tnnpfern und Booten gerettet wurden. Wie hoch sich in Wirtlich kett die Zahl der Opfer beläßt, konnte iwaj niajt sestgestellt werden.
Es finden fortwährend E x P l o s t o n e n v o n G r a - uateu statt, durch welche dsas Arienal und em Teil der Stadt erniiliaj, bedroht werden. Einige Granaten wurden bis 5 Kilometer weit gefch.eudcrt, wo sie explodierten; miolgedejien ist die Annäherung an den Ort der Katastrophe mit Lebensgefahr verbunden und die genaue Feststellung der Zahl der Qbfer bisher -nicht möglich. Un der Stadt herrsckst eine u n 6 eJ d>r e i b, liehe Panik; man sieht gr äßlich ver stümm el t e Mia t r o s e n dutzendwei e in der Stadt umherirren. Das Schafs Hütte eine Besatzung von 630 Mann, es nllr im Jahre 1898 erbaut und hatte 26 Mill. Francs gekostet; seine Geschwindigkeit betrug 18 Knoten. Das Fahrzeug ist vollständig verloren.
! Die Explosionen erfolgten in Abständen von je einer Viertelstunde; in allen um die Bassins herumgelegenen Weryiattm wurden die Fensterscheiben zertrümmert. Die elektrifchen Leitungsdrähte glühen auf und schnrelzen; bei jeder Exploiwn wurden die Trümmer über 500 Meter itieit gefchleudert. Em Stuck einer Granate, ctirU 10 Kilo schwer, slog tn einer Entfernung von 400 Bietern von der „Jena" nieder. Im M ar ine a ifcnal herrscht grenzenlose Verwirrung. Die Arbeiter, die ich zur Arbeit begaben, stürzten nach den Biaffms von Misfieffy, wo eine Rauchsäule aufsteigt. T-an weiß, daß die Pul verlamm er n des Schiffes gefüllt sind; die fortwährenden Explosionen lassen dai»mf schließen, daß alle vom #euer ergriffen wurden. Die Explosionen folgten immer häufiger. Beherzte Malrosen nähern sich mit Gefahr ihres Lebens und sehen, wie jeden Augenblick menschliche Körperteile in die Luft geschleudert werden. Die Erregung ist fürchterlich. Man sieht Leute mit rauchgeschwärztem Antlitz und ollen Zeichen edr Schrecken in den Zügen der ziellos landeinwärts eilen.
Tie Straßen sind schwarz von Menschen. Der Zugäng zum Arsenal ist gesperrt. Tie Organisation der Hilfsaktion gestaltet sich schwierig, weil jeden Augenblick neue Explosionen erwartet werden. Man befürchtet, daß Vas Feuer auch die „Souffran", das Flaggschiff des aktiven Geschwaders, ergreift. MehrereWerk- stätten des Arsenals sind bereits in Brand geraten, weil brennende Trümmer auf die Dächer fielen. Der Transport der Verwundeten, deren Zahl auf 300 geschätzt wird, n'a'ch den Kranken- häiifern benimmt jetzt. D e der Getöteten wird ebenfalls auf 300 geschätzt. Viele L.fizieie sind schwer verbrannt. Tie von ber Explosion verschonten Teile des Schiffes sind vom Feuer erheblich beschädigt. Ein geretteter Obersteuermann erzählte, daß eine große Anzahl Matrosen in dem für die Aspiranten bestimmten Raum versammelt wfar. Während der Aspirant Carlinö einen geschichtlichen Vortrag hielt, hätte eine Explosion das Schiff erschüttert. Tank dem Umstande, diiß der Vortrag gehalten wurde, hätten die meisten Leute, die dem Vorttage beigewohnt, sich retten Tonnen. Sie seien nach vorn gestürzt und hätten mit Hilfe der Leitern den Kai erreichen können.
Tie „Jena" dürfte ungefähr 25 Tonnen Pulver an Bord gehabt haben. Die „Jena" war das schönste Schlachtschiff der französischen Flotte: sie diente als Typ und sollte mit der „Souffran" zusammen die Grundlage der zukünftigen Flotte bilden. Die anderen Schlachtschiffe, die nicht vom Typ der „Jena" sind, sollten allmählich außer Dienst gestellt werden.
Die Seepräsektur hat dem Morineministerium gemeldet, daß das Dock, in dem das Schlachtschiff „Jena" liegt, unter Wasser gesetzt werde; neue Explosionen seien nicht mehr zu befürchten. Die Schiffsneubauten und die Werkstätten haben keinen ernstlichen Schad-n. gelitten. Die Gebäude am Hafen und an der Reede sind unbefajäbigt
Der Steward des Admirals Manceron, die Stirn durch Glassplitter verletzt und noch mit Blut bedeckt, gab folgende Schilderung von der Katastrophe: „Ich begab mich, so erzählt er, nach dem Speisezimmer und ivar wie gewöhnlich beschäftigt. Es ist P/2 Uhr mittags. Plötzlich erfolgte eine heftige Explosion in dem Raum unter dem Speisezimmer und unter dem Schlafzimmer des Admirals. Die Scheiben zersprangen und ein beißender Rauch drang von allen Seiten zu mir und benahm mir den Atem. Ich stürzte in das Zimmer des Admirals, dem man soeben den Kaffee brachte und bcnadjriajtigte ihn von der drohenden Gefahr. An Bord herrschte eine unbeschreibliche Verwirrung. Die Leute waren in das Tock hiiiabgesprungen oder durch die Gewalt ber Explosion hinein^eschleudert worden und es ist möglich, daß sie sich bei dem schrecklichen Sturze den SckMel zerschmetterten, durch den an Bord herrschenden Rauch erstickt."
Admiral Manceron wurde verwundet, der Kommandant der „Jena", Kapitän zur See A d i g a r b , sowie Fregattenkapitän Vertier haben den Tod gesunden. Der letztere war in seiner Kabine von oer Katastrophe überrascht Horden und ist in derselben verbrannt, ba, er die von außen
vermischter.
• Berlin, 12. März. In einem versteckten Teile des GrunewaldeS wurde gestern ein blutiges Duell auSge. fochten. Die Bedingungen lauteten auf Pistolen in einer Entfernung von 15 Schritten. Einer der Zweikämpfer, Hauptmann von Berken aus Zerbst erlitt eine tödliche Wunde und starb in einem Krankenhause. Der Gegner, ein hiesiger Apotheker, blieb unverletzt. Beide waren während eines Aufenthaltes von Berkens in Berlin in Differenzen geraten, über deren Ursachen Stillschweigen beivahrt wurde. Eine Frau soll angeblich nicht im Spielesein.
Gcrichtsjaal.
ke. M a i n z, 12. Rlärz. Tie hiesige Strafkammer ver- urteilte den Meizgermeister Kail Friedrich Keller in Kastel, der eine schwer tuberkulöse 51 u h geschlachtet und das Fleisch ohne Fleischbeschau verwertet hatte, zu einem Al o n a t Oie- i ä n g n t § UNS 50 Mk. Geldstraie.
BreSla u, 12. Mäiz. In dem auf Grund des Tumultgesetzes gegen die Ltadlgernemde Breslaus geführten Eut- > ch a di g il n g sp r o z e ß des seiner Hand verlustig gewordenen Arbeiters Franz Biewald, dessen Älilsprüche tu erster Instanz c>as Landgericht für dem Gliliide nach berechtigt erklärte, wiirde heute in zweiter Instanz vor dem ersten Zwilsenai des Ober- landesgerichtes verhandelt. Ter Senat tvies die Beru'ung des J)laqifi‘ratc5 zurück und bestätigte d t e B o r e n t j ch e t d u n g.
Ardeitcr bewegung.
Turin, 12. März. Tas Zentrattonuiee Oci itaatlichen Ta bak- ar bei ter orbnetebte f dortige A r b e 11 s e t n st e 11 u n g in allen Faviiten Italiens an. Jn'olgedesjen verließen bie 1300 Arbeiter der Mailänder Fabrik die Arbeit, unb bie Fabrik wurde gcichlolien.
Marne.
<c. Frankfurt a. M., 13. März. lOng.-Lelegr. des .Gieß. Anz.") Vieh in a r f t. Zum Verkäme standen OU Kälber, 00 Schate u. stimmet, 1572 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 57—60 Pf., Lebendgewicht 47—00.00 Pf., 2. QuaL 58—uO Pf., Lebendgewicht 46.00 -00 Pig., 3. Qual. 52—öl Pig. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf., ^ebendgewtcht 00—oo P g^ 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 00-00 Pig. Schafe 1. Qualität 00—00 Ptg., 2. Qualität 00-00 Pfg. Geschält bei Schweinen! Gut, Hebeii'tanb unbebeutenb.
(^teucitev StrasLammer.
Gießen, 12. März. . Wegen Blutschande
begangen an seiner leiblichen Tochter, in einem Fall vor und \a einem Fall nach ihrem 14. Lebensjahre, wurde der Taglöhner G. Sch. 111. von Alsfeld zu 3 Jahren Zuchthaus u.a) 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Nach der öfsenllich verkündeten Urteilsbegründung zog das Gericht seine geistige Ätinderwertig- keit bet der Sirasausmessung fttafuiilhernD in Betracht, sonst würde es mit Rücksicht aus die Tatumsta.che und seine getrübte Aergangeuheit auf eine weit höhere Sttafe erkannt haben. Gin Monat der erlittenen Untersuchungshaft wurde ihm auf die Strafe angerechnet.
parlsunciitaritctycs»
— Die W a h i p r ii f u n g s k o m m 11 s i on des Reichstages erflärie heute die Wahl des F r h r. H e y l v. H e r r n s - l) e i m für gültig.
Originar-DrahtmelSungen.
Wien, 13. Marz. Infolge heftigen Schneegestöbers stieß em von Florisdorf kommender Güterzug mil einem außerhalb ber Station stehenden Güierzuge bet Militärbahn zusammen. Hierbei wurde der Hetzer des Nttlttärziiges schwer verletzt, während der Älaschtnen- führer foiute ein Korporal leichtere Benvundungen davon- trugen. Riehrcre Wagen wurden zerirümmert.
Sofia, 12. März. Der Mörder des Ministerpräsidenten Petkow hat, wie der Jnstlzmtntster erklärte, einge slan den, daß er das Verbrechen ncunens einer Verschwöre rgrilppe ausgesührt habe. Der Miniiler gab die nötigen Weisungen zur Ermittelung der anderen Vec- schwörer.
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Tas Unglück von Toulon.
Toulon, 13. Marz, um 8 Uhr abends waren 3 6 9 Mlan n d e r B e s a tz u n g des Panzerschiffes ,^Jena" beim NamLNsausruf zugegen. Etwa üO waren bis tKiljiu verivundet ins Lazarett gebracht luorben. Mithin i,r die Zaylder Vermieten aus zu veranschlagen. Nttcy amtttchrn Erttärungen gmubt man, dag von diesen nicht mehr als hundert u m g e lo m men leien, eine Ziffer, die jedoch von der Bevöllerung allgemein als zu niedrig geschützt wird. Ter gerettete Schins^euuiant Tierc> lin erhärte, dag die Mehrzahl der Opfer den Erstickungstod gesutiden habe, da die Expioswnsgstise des Pulvers gistig |inö. ^ine Anzahl Offiziere wird noch vermißt.
Toulon, 13. März. Die „I e n a" ist vollständig verloren. Man erzähtt sich herzzerreißende Einzelheileti von der Katastrophe. Der Fähnrich Roux wollte die Schleuse öffnen und das Dock voll laufen lassen, um dadurch die Feuersbrunst zu ersticken. Er wurde dabei vor den Augen der etttsetzten Mannschaft ins Dock geschleudert und vollständig in Stücke gerissen. Die Stadt bietet ein Bild tiefer Trauer. Die Theater uno Cafes sind geschlossen und viele Familien harren vergeblich auf Nachricht, ob ihre Angehörigen von der Katastrophe in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Zahl der Toten wird von der Marüie« bewürbe auf 80 geschätzt, die der Schuververletzten auf 20. Die Ursache der Katastrophe ist noch nicht festgestellt, nach der einen Vermutung, daß durch Zersetzung des Pulvers eine Selbstexplosion entstand. Nach einer anderen Vermutung ist die Entstehungsurfache in Kurzschluß zu suchen. Die Erschüttermig war so gewaltig, daß die Bewohner zunächst an ein Erdbeben glaubten und voller Angst aus den Häusern aus die Straßen ellten. Wenn eine vorhandene andere Pulverkammer von dem Unglück betroffen worden wäre, wäre die Katastrophe noch viel entsetzlich-er geworden, da diese Kammer betautem) nteyr Pulver uno Geschoss enthielt. Zwei andere in dem Dock beiindliche Panzerschiffe ivärcn der Zerstörung dann kaum entgangen.
ArvettsvergednnH.
Der Anstrich der Spreng-, Kehricht- und Schlaumuoagen soll , Dienstag, den 11). März d. I., vormittags 11 Uhr onenllich vergeben werden. , Angebote auf iborbrurf, der bei und erhältlich, find fpäteftens bis zum obengenannten Zeitpunkt uer* fchlosfen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an uns einzu- reichen — Zuschlagsirtst 14 Tage.
Gießen, den 12. März iuo<.
Städt. Tiefbauamt
Braubach.
Städtisches Hochbauamt Gerbet.
Vergebung von Schreinerarbeit.
Die Lieferung von Einrichtungsgegenständen für die israeli« ttsche Leichenhaüe soll
Attttwoch, den 20. März d. I., vormittags 11 Uhr
äfteullich vergeben werden.
Zeichnuiigen, Arbeitübeschreibungen und Bedingungen liegen wahrend der ^lenstitunden bei uns zur Einsicht osten. Angebote aut-Vordruck iinü bts zum genannten Termin bet uns einzureichen. Buschlagstnst 4 Wochen.
Giegen, den 12. wtärz 1807.


