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13.3.1907 Zweites Blatt
 
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ien

Mittwoch 13. März 1907

Zweites Blatt

Nr. 61

Erschein! tLgNch mit «urnohme deS Sonntags.

zeharnischten Beschluß der Verwerfung gefaßt hat.

Xnmcldnug ßPreialbte.

157. Jahrgang

Regenten den Kopf zu zerbrechen; darin würde sich fein em­siger deuticher Bundesstaat wischen. Dann wurde der Antrag mutimmig ohne Debatte angenommen.

trat und 22. soll

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naschmen

chli bilM

euergese tz, gegen die der Landwirtschaftsrat den

DieSiebener ^antiHenbiaiter-4 werden dem .Anzeiger4 viermal wöchenltich beigelegt, das Ittel,blatt für den Krell Gletzen" zweimal wöchenllich. Terhessische Landwirt44 erscheint vwnaUlch einnml.

Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UnwersuälS - Buch- und Eiemdruckerei.

R. Lange, Gießen.

polUifctye Lage-scharr.

Die Landwirte und Fürst Bülow.

Fürst Bülow wird am Donnerstag wiederum an dem

eschäft |

Aus dem Reichstag.

R. Berlin, 12. März.

Der im Seniorenkonvent beschlossene Arbeitsplan für das Plenum verschiebt sich mehr und mehr. Wenn da? Unvorher- gei'ehene auch weiterhin Ereignis wird, dann dürste biß zum Beginn der Osterferien die Etatsberatung nicht sonderlich ge­fördert werden können. Sie ist allerdings teilweise vorweg- genommen durch die an die Interpellation m sich knüpfende Debatte, und die noch zu erledigenden Anfragen dieser Art werden neue Gelegenheit geben zu Auseinandersetzungen, wie sie sonst bei der zweiten Lesung de§ Etats üblich sind. Heute setzte überraschender Weise eine Art Obstruktion ein gegen bie Verabschiedung des kolonialen Nachtragsetats, über die in zweiter Lesung fein Wort verloren worden war. ES scheint plötzlich wie eine Erleuchtung über die Oppositions­parteien gefomnien zu fein, daß sie nicht sang» und klanglos eine Niederlage hinnehrnen können in dec Frage, um berent- willen der Wahlkaiiipf entbrannt ist.

Die angemessene Krönung des an die dritte Lesung der Nachtragsetats gewendeten Aufwandes wäre nun eine namentliche Schlußabstimmung gewesen, doch es wurde weder vom Zentrum, noch von der Sozial- Demokratie ein entsprechender Antrag gestellt. So fand die Forderung, an die sich der Beginn einer neuen Aera in der kolonialen und in der aUgememen Politik knüpft, auf dem Wege einfacher Abstimmung Erlediguiig, wie eS bei Gesetzentwürfen üblich ist, die ungewöhnlicher Bedeutung er­mangeln.

DaS Bemerkenswerteste an der Sitzung war der Schluß Präsident Graf Stolberg roieS feierlich und entschiedenen LoneS die Beleidigung des Reichstages .gebührend4 zurück, deren sich gestern im preußischen Abgeordneten­haus der Abg. v. Brandenstein (kons.) schuldig machte. Der hochseudale Herr, Präsident des Aulomobilkliibs, hatte sich tadelnd darüber ausgesprochen, daß in Preußen Leute gratis in der ersten Klasse der Eisenbahnen führen, beten ÄeußereS schon erkennen lasse, daß sie dort nicht hin­gehörten, wie Eisenbahn bauinspektoren und Re ich S- tugSabgeordnete. Diese Bemerkung wurde zwar alSbald von anderen Rednern des Abgeordnetenhauses getadelt, aber die heute durch den ReichslagSpräsidenten bewirkte Zurecht­weisung bildete eine notwendige Ergänzung. Es sei hervor- gehoben, daß auch die Konservativen im Reichstage durch llbhafle Zustimmung zu den Worten des Präsidenten ihren Parteigenossen v. Brandenstein zur Ordnung riefen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Lckml- ftraße 7. Expedition und Verlag: e=3£# t>L Redaktwrue-TS 112. Tell-AbcuAnzeigertSu-ßen.

rsweg 12.

iterv.LA.*

zunächst nach Erledigung der Interpellationen deS Etatnot­gesetzes sowie kleinerer Gesetze, von denen die Brennerei» Novelle vorlicgt, möglichst der Etat deS ReichsamtS des Innern beraten werden. Der SessionLfchluß wird vor»

Castmir-Perier f.

In der vorigen Stacht ist Easimir-Perier, der Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts kurze Zeit den Präsidentenstuhl Frankreichs inne hatte, un 60. Lebensjahre gestorben.

Als Sadt Carnot am 24. Juni 1894 in Lyon einem anarchistischen Anschlag zinu Opfer gefallen war, wählten Senat und Tepiitiertenkainmer zum Präsidenten Casimir- Perier, der erst wenige Wochen zuvor vom Slmt des NtlNister- Präsidenten und des Nlinisterü des Auswärtigen zurückgetreten war. Der neue Präsident stand der Partei der gemäßigten Republikaner nahe imö fand auch die Uiilerstützling der meiter rechts stehenden Parteien, wurde aber von den Sozialisten vom ersten Tage seiner Wirksamkeit aufs schärfste bekämpft. Die andauernden heftigen Angriffe von dieser Seite bewogen ihn, nach dem Sturze des Kabinetts Dupuy, schon am 15. Januar 1895 seine Entlassung zu nehmen. Sein Nach- folger wurde Felix Fanre. Nach seinem Scheiden aus dem Amt ist Casimir-Perier politisch falt gar nicht mehr hervor- getreten. Sem Stame wurde häufig in den verschiedenen Prozessen gegen Treysus genannt, dessen Verhaftung und erste Verurteilung unter Casimlr-PerierS Präsidentschaft erfolgt war.

Ter jetzt Verstorbene, 1848 m Paris geboren, gehörte einer Familie an, die seit Anfang des vorigen JahrhunoeUS un politischen Leben Frankreichs eine hervorragende Rolle gespielt hatte. Er focht 1870 als Offizier der Mobilgarde gegen Deutschland, wurde 1876 in die Kammer gewählt, belleidete dann nacheinander das Unterstaatssckretanat un Unterrichts- und im Kriegsministerium, übernahm 1893 das Präsidium der Teputiertenkammer und wurde bald darauf mit der Bildung deS Kabinetts betraut, an dessen Spitze er bis zum äJ.iat 1894 stand.

Casimtr-Perier starb an einer Lungenentzündung. Er wird auf seinen Wunsch ohne allen Prunk in Pont-iur-Seme bestattet werden. Tas hinterlassene Vermögen soll gegen 100 Millionen Franks betragen; es beueht hauptsächlich m Grubenaktien.

Zur braunschweigischen Thronsolgefrage.

Braunschweig, 12. März.

In der heutigen Sitzung des Braunschweigischen Landtages befürwortete namens der staatsrechtlichen Kommission Abg. Oberbürgermeister Retemeyer dringend die Annahme ei ueß Regierungsantrages, da Landtag und Regierung, wenn auid) vergeblich, alles getan hätten, um eine definitive Re- gelang der Thronsolgefrage herbeizuführen. Dann nahm Staatsminister Dr. von Otto das Wort: Das Ministerium habe u. a. in einer eingehenden Darlegung der Verhältnisse iiui Herzogtum den Wunsch atiSgesprochen, daß jedenfalls in bem neuen Bundesratsbeschluß den Zweifeln ein Ende ge­macht werde, die jetzt bezüglich des Bundesratsbesch'usses von 1885 laut würden, nämlich ob dieser Bundesratsbc- schluß sich nur auf die Person des Herzogs von Cumberland beziehe. Diesem Wunsche sei bann auch in. dem neuen Bundesratsbeschluß entsprochen worden. Der 9)H» nutet trat bann dringend für die Annahme des Antrages der Re­gierung ein, da jetzt kein anderer Weg übrig bleibe, als zur Wal; 1 des Regenten zu schreiten. Ter Minister ermähnte, daß auch un Bundesrat das von dem Referenten ermähnte Schreiben deS Herzogs von Cumberland erörtert worden fei, aber niemand habe daran gedacht, den vom Herzog vom Cumberland vorgeschlagenen Weg der Anrufung eines Schiedsgerichts zu beschreiten. Weiter erwähnte bei

Der Seniorenkonvent des Reichstags heute zusammen um sich Über den weiteren Arbeitsplan die Ferien zu verständigen. Tie Ferien werden am d. Mts. beginnen und bis 10. April dauern. Vorher

r Rabatt

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesjen

Kolonialdireklor Dernburg

beabsichtigt, wie einer unserer Berliner Mitarbeiter hört, seine Reise nach den'deutschen Kolonien am 15^ Mai anzutreten, voraus­gesetzt, daß der Reichstag vor diesem Zeitpunkte mit den Etat- beratungcn zu Ende gekommen sein wird. Dernburg hat als nächstes Ziel seiner Fahrt Deutsch-Ostafrika gewählt. Ob u, die Fahrt auch nach Südwestasrika ausdehnen wird, erscheint noch u n b e st i ui m t, da er dann kaum vor dem Derbst, vor dem Neubeginn der Parlaments-Session zurück sein dürste. In den politischen Kreisen Berlins widmet man der Reise des Kolonialbirektors reges Interesse. So hört man, daß ein ganzer Stab von Tagesschriftstellern Exzellenz Dernburg begleiten wird, um nach der Heunot von seinen Eindrücken und seinen Erfahrungen zu berichten.

'S**"1 w"*° tod®*

wiF^simahl des Teutschen Landwirtschaftsrats teilnehrnen » bitli9ten^rei(S :: Dermutl*d) das Wort zu einer längeren Rede ergreifen.

6,16 .vorn Reichskanzler empfohlene Paarung des kon-

feröatiöen und liberalen Gei sies erfährt in der Land-

Landwirte im neuen Neichstage.

Dem Reichstage gehören zurzeit 98 Landwirte an. Es sind Majoralsherren, Rittergutsbesitzer, Gutsbesitzer, Guts­pächter und schließlich solche Herren, die das Verzeichnis der sjJlitgheber des Reichstages einfach als Landwirte bezeichnet. Von diesen 98 Landwirten gehören 41 der konservativen, 11 der Reichspartei, 20 dem Zentrum, 15 der nctionalhb. Partei, 5 der polnischen Fraktion, 4 der wirtschaftlichen Ver­einigung, einer der freisinnigen Vereinigung und smer der deutschen Reformpartel an. Crbnei man diese 98 unter dem Begriff Landwirt zusammengefagten Herren in einzelne Kate­gorien, so ergibt sich folgendes Bild: 11 von ihnen sind Majoratsherren (7 kons., 1 Reichsp., 1 Ztr., 1 Stall., 1 frei). Ver.), 39 sind Rittergutsbesitzer (25 kons., 3 Reichsp., 3 Ztr., 4 Polen, 4 Stall.), 35 sind Gutsbesitzer (ö kons., ö Reichsp., 1 deutsche Reformp., 3 wirtsch. Ver., 11 Ztr., 1 Pole, 9 Statt.), 6 sind Gutspächter (3 kons., 2 ReichSp., 1 Statt.) und 7 Land­wirte (1 kons., 1 wirtsch. Ver. (Köhler), 5 Ztr. Demnach stellt die Landwirtschaft em Vrertet sämtlicher Reichstags- abgeordneter.

Deutsches Ueich.

Berlin, 12. März. Beim Kaiser zur Frühstücks- tafcl waren aus Anlaß des 86. Geburtstages des Prinzregenten von Bayern geladen: Gesandter Graf Lcrchenfeld und die Herren der Gesandtschaft.

Der ,Retchsanz.^ veröffentlicht Ordensauszeich- nungen, die der Kaiser zahlreichen bayerischen Hof- iind Staatsbeamten verliehen hat. Das Großkreuz des 'Roten Ablerordens erhielt Staatsminister Graf Feilitzsch, den Roten Adlerorden 1. Klasse Staatsminister v. Wehner Den Roten Adlerorden 2. Kl. Bürgermeister von Borscht und Profeffor von Linde in München.

Wenn die Geschäftslage im Reichstag e§ erlaubt, wird sich beim Beginn der parlamentarischen Ferien der Reichskanzler nach der Riviera begeben. Er gedenkt, bis zu seiner Rückkehr, die nach etwa vierzehn Tagen erfolgt, in Rapallo zu verbleiben. Die von einer Korrespondenz verbreitete Meldung, daß Fürst Bülow den EtatSdebatteu nicht mehr beigewohnt habe, weil ein neuer Schlaganfal l zu befürchten sei, wenn er zu lange sich m der dumpfen Luft des Reichstags arifhalten müsse, entspricht, wie von unter­richteter Seite mitgetcilt wird, in keiner Weise den Tatsachen; vrelmehr erfreue sich der Reichskanzler der besten Gesund-

wird kostet

rrbiudstldkeit Minister auch noch unter anderem das Gerücht, daß man bc geliefert. im Bundesrate schon über die Person des Regenten ver- - Q handelt habe. Tas Gerücht sei vollständig töricht. Es

PVerKäniv1 (e, allein Sache Braunschweigs, sich über bie Person des

wirtschaft mehr Widerspruch als Zustimmung. In der Dlehr- zahl der Landwirte ist namentlich der Groll des Kampfes um den Zolltarif noch nicht verraucht. Auch die Fleischnol- Girörteriingcn haben die Bewohner von Stadt und Land ktiiresivegs zii besseren Freunden gemacht. Shin wird wohl Fürst Bülow in der freundlichen Form einer Tafelrede klar jii machen versuchen, daß zur Erhaltung der »nationalen Nstwheit" im Reichstag Verträglichkeit zwischen der Rechten und der Linken unbedingt erforderlich ist- Fürst Bülow wird weiterhin jedenfalls die Landwirt- schäft darüber beruhigen, daß nicht etiva dem Steuer in 0lllv hi Wirtschaftspolitik ein Ruck nach links gegeben "bvliä>^§ ^ild durch Gesetzesvorlagen, die den Agrariern mißfallen, diesen Vorlagen gehört die Stavelle zum Branntwein-

ansflchilich vor Pf lugneu etrolgen. Der Reichstag wird dann bis hart an das Pfingstfest tagen.

Gestern fand hier eine, aus allen Tesien des Reick>eS be- schickte sozialdemokratische Rebalteur-Bersamm- lung statt, in der beschallen wurde, in her ReichshaupllUdi ein großes gemeinschaftliches Journalist en-Bureau zu gründen. An der Versammlung nahm ber P!aiteioorstanb teil, Der auch eure Subvention znsicherte. Es wurde volle Unab­hängigkeit von dem Parteivocstand ui allen publlzisujaxu Fragen duraigeseyt, sodatz also Üus Berliner Bureau im Gegen, atz zu dem Zenrralmatt Eemerlei Weisungen und Kontrolle von dem ^aiteiurUGiiO entgegeonzunehmen bpuucht.

Wie dieRh.-West,. Ztg." aus erster Quelle erfahr^ beabsichtigt tae Marineverwaltung, das Oberland der Insel Hetgolan^» anzukaufen und m seiner ganzen AuS- ochnung zu einer ff arten © e e j e ft u n g ausoudaucn. Mehren Landuntäuie sind bereits gcmuuji wordeii. Die Bcjatzung üeo Insel wird gegenwärtig um 4üU 'Mann verstärkt.

33. Deutscher Lanowirtjchaftöttrg.

(UnbertujiigiCt l/mujviuü uciuoteu.)

L

S. il H. Berlin, 12. März.

In Gegenwart von RegierungSoerr.etetN fuutttichcr ikuiidjen BunveSftuaten und Vertretern uuec iui Jjteiüp ve,tei-enden laiiD» luirn^üttiu^en OrganHutcviieu irat heute hier der Deut,ux Lund- iuirl)üjü|t6rut zu feiner. Dugung zusammen. Der DeuyUzL Laiwwirii^itst^t be|iei)t aus tn.ii Aogeordneten der in den deut-- icyen Vunocs,ragten errichteten tano.i-iri,^u,ttia-eii Vectretniigrii, ib-eiajc tra,t l^fetz vdcc Veroronung aiä dre verue,ii.'n Vertretungen der Lanowrruu^.t von ihren Sruatsregierungeu anertuiint |uii>. u.e hat bic ^uiigaDe, die iuuit>.uut|üjujttiüjtu Jntereficn un Gc- lanuudtiaiiße d^s öcutidjjcn Vrew-eS idayriuncymcii, Gutuchien oarüber aozngeben um> an den Reichskanzler hwildicuc Voix lielluiigen zu richten, oder sich nut 'Aüttrugen an den ReillMug zu wenden. Er hat u. a. bei. den Zoittarriverhaiidtungen uut leinen D».,chlüiien eme mcicnmdx Rotte gcipielt

Tic Präsenzliste ergibt, dag auf der uiugung Hessen mtf drei Mitgliedern vertreten ist.

Im 'Namen des buiu)äuuit8 beS Jiincrii begrüßte Uiiter'j.iütff* fefutai. Wermuth bie Veriamuitang.

'JtQiy ^riaMöuiig bciu^i-iaM Angelegenheiten sprach Geh. Reg.-Rat Pros. Dr. Delbrück (Bertin) über

Die Lage deS dentjcheu ttartoffetbane».

Er legre duzu imgenden rrntrag zur Annahme Von

1. Deutscher Land-wirtschaftSr^U erfennt in dem Werden der neuen Jnduscrie der HartoiiCiteücEiierei ein bedeut!ames Er­eignis jür bie Entwicklung bet beuyckMi Landwirtschaft. Ec bankt den laiuxvirtjchsi,Eichen Korporationen unö der deutsck-en 'Ullaschinciiinbui'rrie, denen es gelungen ist, in ivcmgen Jahren Vollendcles zu schassen. Er erbliiLt in der Kartoiieltrolliicrei neben ben anderen Kartoffeln vevarbeitenden Jiidusttien cüt bauerndes und liuxres Mittet, den Frischkurtviielmfurlt zu regeln; er empfiehlt, bei bai schwierigen Berhattnisien, unter denen Spirttusuibustrie, Brennerei und Stärke,abrikation leiben, den nicht zu entbehrenben Hacksruchtbau, der immer zu größeren Ernten führen wirb, zu verbinden mit Startoiieltrüeinerel_ Er erwartet von der Reichs- und Stuatsregierung energisä-en Schutz iur bie Trockenkartoffeln, bie als em hervorrugenbes Struit» Tuttcr geeignet sind, die Ber.orgung ber Bevölkerung mit im Jntande gezogenem und gemäiietem Vieh sicherzustetten unb die Einführung von Mais entbehrlich zu machen. Den Trocken-. kactoffeln sind bie buligsien E.ienbahnfvuchtturife zu gewährcii. Ter Deutsche Laubwirtiihuftsrat verwirft die 'Jlobelle zum Brannt- weinsteuergeses, bie schwere Beunruhigung in die Kartosfelbau treibende Bevölkerung trägt, die Kvnkurrenzverhältnisse inner­halb des GewerueL zugmisten der geiverblichen Brennerei in erheblick)em und bedenklichem Maße verschiebt, die ruhige Entwick­lung des Ersatzes des Petroleums durch technischn SpirituS stört und in einseitiger und überhasteter Weise eine Einzellnaterie aus der Branntweinsteuergesetzgebung regeln soll, obgleich sür das Jahr 1912 eine allgemeine Revision der LraiinllveinstLuev« gesetzgebung bevorsteht.

Ter Deutsu-e Landwirtichastsvat begrüßt den Enischluß deS Brenncreigeweroes sich wiederum genvillenschastlich zu vereinigen. Er sieht in diesem! Zusammenschluß das geeignete Vlittel, bas Brennereigewerbe gesunb zu erhalten. Er erwartet sür ütus Unter­nehmen jedoch nur dann eine gedeihliche Entwicklung, wenn es gelingt, eine volle Beteiligung Süddeutschlanbs und der gewerb­lichen Brennereien sicherzustellen."

In der Debatte nay.nl zunächst der Führer des Bundes der Landwirte, Frhr. v. Wangenheim -Kl.-Spiegel das Wort. Tie Kartojjeltrocknerei werde zweifellos für bie gesamte deutsche Landwictichüft von außerordenttich weittragender Bedeu­tung sein. Jnsbe.oiidere wolle er darauf Hinweisen, daß kein anderes landwirlschttilliches Prodult so sehr von dem amerikan. Mais unabhängig zu machen sei, wie bie Trockenkartofsel. lHört! Hört!) Mir haben hier Gelegenheit, bem deutschen Batenunde große Summen zu erhalten, bie jetzt ins Ausland gehen. Des­halb sollten insbesoiivere die ßanb.oirte in S ü d d e u t s ch l a n d mehr unb mehr dazu übergehen, ben amerikanisclxm Mais burch die TwckLnkarto,fel zu ersetzen. Er habe früher darauf hin- gewiesen, daß Frachtirttichterungen dafür in Aussicht genommen feien, unb diese würden um so eher komnien, je mehr der Kvnfum sich steigere. Im oÜlidjKm Deutschland habe sich die Twcken- larwssel namenllich bei tar Verfütlerung an Rindvieh und «Lchase durchaus bewährt. Besonders vorzüglich seibas Resultat auch bei Pferden gewesen. Mit aller Schar,e müsse er sich gegen die geplante weitere Belastung des Brennereigewerbcs wenden. Man lolie Konzes,ionen an unjere politischen Gegner nicht machen, indem man einen solchen Gesetzenllourf ooriegt. (Lebh. Beifall.)

Geheimrat Kühn vom RcickB,'ck>atzamt: Der Gesetzenllourf solle eine Sicherung gegen künftige Ausfälle ber Staat»Laftel Gilben, und eine vorläufige Regelung der Materie bis 1912 sein, wo eine durchgreifende Aenderung der ganzen Angelegenheit erfolgen soll. In allen weseittlichen Punkten bleibe es bei bat Novelle beim alten. . .

Rittecgutsoefivcr v. Klitzing - Charlottenhof: Er könne sich bes Gefühls nicht erwehren, daß, wenn ber selige Finunzmpnn D. Miquel noch lebte, dieser Gesetzenllourf nicht eingebracht worden wäre. Wir stehen ohnehin in einem schweren Kampfe, wir wollen uns gegenwärtig genojsenickMillich vereinigen und da lommL diese Beunruhigung. Unb während man ber anberen In­dustrie möglichst langfristige Handelsverträge zu geben sucht, rouot man es, diese lanbwirlsi.,Kftttche 3iibaftrie so oft als, nur irgend möglich zu beunruhigen. Lazu kommt iwch, daß diese Jndufirie! eine Lcbcnsbebingung für bie leich.eren Böden ist. Will man beim mit Gewalt aus unfecen itartoneueibeni wieber ztieferliheiben machen?

Hierauf wurde btr von ben beiden Referenten borgelegtä Antrag mit einer Heinen Aenderung angenommen, mbein bie bi 11igften Frachtbriefe jur die Lrockenkarto j i el gefordert werden.

Ueoer bie reichsgesetzliche Regelung des Ver­kehrs mit Düngemitteln, Futter m itteln und Sämereien sprachen sobunn Proses,or Dr. Tacka (Bremen), Broiefspr Dr. Edier (Jcuu) unb Oberiuiidcsgerichtsrut SchUep«