Ausgabe 
16.4.1907 Erstes Blatt
 
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In der Strafsache gegen 1. Emil Heinrich Müller 2. Installateur Fritz Jung, beide zu Gießen wegen Beleidigung hat das Großh. Schöffengericht

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in Gießen am 29. Januar 1907 für Recht erkannt:

Es werden wegen Beleidi­gung im Sinne der §§ 185, (186), 200 St. G. B. verurteilt: L Der Angeklagte Emil Hein­rich Müller von Gießen, ge­boren daselbst am 9. Mai 1854, evangelisch, verheiratet, Sichre i- aenneister, unbestraft, zu einer Geldstrafe von zwanzig Mark, event. vier Tagen Gefängnis; 2. Der Angeklagte Fritz Jung, geboren zu Hesselbach am 1. August 1880, evangelisch, ver­heiratet, Installateur in Gießen, vorbestraft, zu einer Geldstrafe von fünfzig Mark, event. zehn Tage Gefängnis und beide Angeklagte je in die Hälfte der Kosten deS Verfahrens ein­schließlich der dem Nebenkläger erwachsenen notwendigen Aus­lagen.

Zugleich wird dem Neben­kläger Betriebsleiter Stolte die Befugnis zugesprochen, die Ver­urteilung der Angeklagten auf deren Kosten öffentlich bekannt zu machen und zwar durch ein­maliges Einrücken des ent­scheidenden Teiles dieses Ur­teiles in den Gießener Anzeiger innerhalb einer Woche von Zustellung eines vollstreckbaren Urteilsauszuges an gerechnet.

Die Richtigkeit der Abschrift der Urteilsformel wird beglau» bigt und die Vollstreckbarkeit des Urteils bescheinigt.

Gießen, 6. April 1907.

Losch Gerichtsschreiber des Großh. Amtsgerichts.

Wird hiermit bekannt ge- --macht. 2680

Gießen, 15. April 1907. Die Vertreter des Nebenklägers Betriebsleiter Stolte zu Gießen: Für Rechtsanwälte Justizrat Dr. Gutfleisch, Fr. Engisch u.

F. Arnold:

Dr. Gutfleisch, Justizrat.

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