Ausgabe 
15.8.1907 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

benS Besatz, verbindet hat. Nicberhöfer wurde bcm Miner y^jeniibevgeftellt und gab zu, daß er die Sachen bei dem Kvllner verpfändet habe. Er erklärte aber, daß Hcndschel ihm die Lchmuckhrcke gcichenkt habe und leugnet, den Mord begangen Zu haben. In Berlin bedrohte der 30jährige Schlosser Nawahw )cine ,n'au meinem plötzlichen Tobsuchtsanfalt mit iiii'-nt ^uchenmener. Tie Bedrohte wich dem Tobenden glücklich aus, und bie)er brachte sich selbst schwere Verletzungen bei. Ltutüberstwmt wurde er nach einer Unfallstation gebracht, doch gelang es nur schwer, den Tobsüchtigen zu bündigen, uni ihm MN verbände an le gen zu können. {, Bor etwa acht Wochen er­folgte in den königlichen Salzbergwerken in Hohensalza ein Wassereinbruch. Man legte damals dem Vorfall die Be­deutung nicht bei, die ihm nach dem Umfange, den er jetzt an­genommen hat und nach seinen schweren Folgen zukommcn muß. Ter Wasseveinbruch ging schnell auf die benachbarten Schächte der Steinsalz- und Sodawerke-Aktiengesellschaft über. Tiefe mußte infolgedessen sofort die Steinsalzförderung einstellen. Die Gruben­baue blieben unter Wasser. Ter Andrang des Wassers beträgt jetzt 7000 Kubikmeter pro Tag. In Zabrze (Schles.) wurde die Arbeiterfrau Mathemik wegen Vergiftung ihres ein­zigen Kindes verhaftet. Tie Täterin ist wegen Totschlags bereits mit 7 Jahren Zuchthaus vorbestraft. Bei der Staats­anwaltschaft von Neapel sind 19 Anzeigen von Eltern, Vor­mündern und Ehemännern gegen den Pater Dinnaj o, V i z e- bür germeister des Stadtviertels Capo di Monte, wegen Vergehens gegen Frauen und Kinder eingereicht worden. Dinnajo trieb die Dreistigkeit soweit, daß er die Eltern aufforderte, ihre Kinder in seine Wohnung zu bringen. Auch der Leiter des betreffenden Polizeibezirks hat Verleumdungsklage gegen ihn an­gestrengt, weil er lich rühmte, kein Mensch wage es, gegen ihn vorzugehen. JlM gefällige Frauen (Händlerinnen) befreite er von den städtischen Abgaben, während er WiderIpenstige den ärgsten Versolgungen aussetzte. Man erfährt aus Marseille, daß der AL ö r d e r G o u l d im Gefängnis sich erhängt habe. Offiziell wird bestätigt, daß Gonld gestanden hat, in der Trunken­heit die Liway tmwrbet zu haben, die ihn um Geld anging. Er habe^dann die Leiche zerstückelt. Seine Frau habe ihm geholfen, die Spuren des Verbrechens zu verwischen. Die Nachricht von dem Selbstuwrde GouldS wird bisher nicht bestätigt. Bei B rest (Fwankr.) entgleiste ein Personenzug. Ter Loko­motivführer wurde getötet, der Heizer und ein anderer Bahn­beamter erlitten tötliche Verletzungen. Die Passagiere kamen mit Deut Schrecken davon. Vom Ze ittkampe (Steiermark) stürzte der Wiener Lehrer Kirchenhoser ab und blieb tot. Bisher mrbekannte Individuen haben versucht, in den Park an Der Villa des Königs von Italien in Poggia Brand zu legen. Das Feuer wurde gelöscht.__________________________

Gerichtssaat.

Berlin, 15. August. Wegen fahrlässiger Tötung rourbe der Hauptmann von Unruh von der 6. Kompagnie des l. Garde-Regiments vom Kriegsgericht der 1. Division zu sechs Wochen und einem Tag Gefängnis verurteilt. Vor etwa 14 Tagen war das 1. Garde-Regiment nach dem Uebungsplatz Döberitz marschiert und die 6. Kompagnie hielt dort unter Leitung des Haupl- mannes von Unruh ein Gefechtsexerzieren ab. Nicht weil von der Stelle, an der die Hebungen vorgenommen wurden, wurde von einem ändern Truppenteil Scharfschießen abgehalten. Eine verirrte Kugel traf einen der Grenadiere der 6. Kompagnie und tötete ihn. Das Gericht erklärte, der Hauptmanii hätte ivissen müssen, daß in der Nähe scharf geschossen wurde und 'infolgedessen seii-.e Mannschaften an der gefährdeten Stelle nicht üben lassen dürfen.

Nürnberg, 15. August. Das Schöffengericht verurteilte den Redakleiir Dr. Weil von der sozialdemokratischen Tagespost wegen Beleidigung des Bürgermeisters des Vorortes Laufani- bolz, verübt während der Landtagswahl durch den Vorwurf, der Verzögerung der Ableistung des Bersassungseides zu 14 Tagen Ge­fängnis.

London, 14. Aug. Kapitän Syeamore von der deut­schen Pacht Navahoe, die dem Konsul Waetjeu in Bremen, dem Sieger m der letzten Dover-Helgoland-Regatta gehört, wurde gestern n Colchester wegen Schmuggels miteinerGeldstrase von 100 Pfund Sterling belegt. Nachdem die Navahoe ohne die deutsche Flagge Brigtlingsna angelmifen hatte, bemerkten Zollwächter, wie der Steward nachts mit einer großen Menge unverzollten Tabak in einem Boote an Land ruderten. Sie nahmen darauf eine Durch- suchung der Pacht vor und entdeckten große Qilanliläten Parfüms, Tabak und Spirituosen. Das Gericht kam zu einer Verurteilung, obwohl der Steivard und die gesamte übrige Mannschaft beschwor, der Kapitän habe von dem Vorhandensein der Köntrebande nichts gewußt. Vom Gerichtshof wurde Oie Gesamtstrafe von 46 000 auf 2000 Piund ermäßigt.

Kandel.

Kohlenmarkt und Börse. Durch Wochen und Mo­nate mußte gemeldet werden, daß der Bedarf an Kohlen nahezu unerschwinglich ist und Auslandskohlen, speziell englische, ein- geführt werden müssen, um den dringendsten Bedürfnissen zu genügen. In vielen Zeitungen konnte man lesen, daß etwas geschehen müsse, um der Kohlennot zu begegnen. In neuester Zeit hat nun die Spannung etwas nachgelassen und dies wurde an

den deutschen Effektenmärkten sofort mit einem Rückgang in Kohlenaktien quittiert. Daraus ist wieder zu ersehen, in welch schwachen Händen gegenwärtig das Börsengeschäft ruht Dann ift aber auch noch darauf hmzuweisen, daß der letzte Essener Börsenbericht, auf Grund dessen die Kohlenaktien zurückgegangen sind, einen Wortlaut hat, der der Börse überhaupt keinen Anlaß zu Rückgängen bot, denn es heißt:Durch die gestiegene Kohlen- forderung ist eine Beruhigung des Marktes eingetreten Alle Produkte finden schlanke Aufnahme. In Hausbrand und einigen Spezialsorten kann die Nachfrage noch nicht gedeckt werden." Temnach haben die Effektenbörsen diesen Bericht wieder anders gedeutet, als er lautet. Nach der Börsenauffassung des Essener Berichtes beginnt die seitherige scharfe Nachfrage nach Brenn­stoffen nunmehr einem ruhigeren Geschäftsgänge Platz zu machen.

m tc* 5 r 0 11 f u r t a. Al., 15. Aug. (£eiegr. r_wig.-Bericht des »Gieß. Auz.".) Amtliche Notierungen der heutigen V i e h m artt- preis -r. Zum Verkaufe standen: 23 Ochsen, 00 aus Oesterreich 0 Bullen, 1 aus Oesterreich, 93 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 00 aus Rumänien, 885 Kalber, 55 Schafe und Hämmel, 2 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schastämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgeivlcht: Ochseii: 1 Qualität 8385 Mk., 2. Qualität 7680 Alk., 3. Qualität 7072 Alk.: Bullen: 1. Qual. 7375, 2. Qual. 7072; Kühe 1. Qualität 7577 Alk., 2. Qual. 7274 Alk., 3. Qual. 6466 Alk., 4. Qual. 0000 Alk., 5. Qual. 0000 Mk. Kälber 1. Qual. 7684 Pfg., Lebendgewicht 4954 Pfg., 2. Qualität 6066 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg., Schlachtgew. 0000Pfg.; Schafe: 1. Qual. 8400 Pfg., 2. Qual. <880 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh flott, Ueberstand unbe­deutend.

Kunit rnrd

Tie vom König voii WürUemberg eiligejetzte Kommission hat für den Neubau des H o f t h e a t e r s in Stuttgart den Platz des bisherigen botanischen Garteiis in den königlichen An­lagen vorgeschlagen.

N<rchricheen,

Israelitische Religiorrsgesellschast.

Gottesdienst.

S a b b a t f e i e r am 17. A u g u st 1 9 0 7:

Freitag abend 7.15 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 8.30 Uhr.

Wochengoltcsdieiisl: morgens 6.00 Uhr, abends 7.00 Uhr.

Israelitische Neligionsgemcirrde.

HottesdieiM in oer Synagoge (Südanlage).

Samstag, den 17. A u g u st 1907:

Vorabend 7.30 Uhr.

Morgens 8.30 Uhr.

Nachmittags 4 Uhr.

S a b b a t a u s g a n g 8.30 Uhr.

ErngcfanSt.

-ywr-te-ce~ * -rrT-rxr le*#-

(Für Form und Inhalt aller unter bie-cr Rubrik stehenden Artikel Übernimmt die Redaktion dmi Puonkum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Die Bewegung zu Gunsten eines einheitlichen 8 Uhr- Ladenschlusses, die sich überall im Deutschen Reiche aus­breitet, hat auch nach unserer Stadt ihre Wellen geschlagen.

Als der gesetzliche 9 Uhr-Ladenschluß eingeführt wurd-e, waren weite Kreise der Ansicht, daß die Detailgeschäste, besonders aber die kleineren, einen empfindlichen Emnahmeaussall erleiden wür­den. In der Praxis haben sich aber diese Befürchtungen als durchaus grundlos erwiesen. Die Berichte der Handelskammern äußern sich übereinstimmeird, daß solche Schädigungen nirgends zu verzeichnen gewesen sind und das Publikum sich überraschend schnell pn den neuen Zustand gewöhnt hat.

Man hat eingesehen, daß der Grundsatz, die Angestellten möglichst lange im Geschäft zu haben, falsch ist. Es ist auch nicht richtig, daß eine lange Arbeitszeit die produktivste ist. Im Gegenteil, je kürzer desto produktiver ist die Arbeits­zeit, denn desto größer ist die Leistungsfähigkeit der Ange­stellten und Geschäftsinhaber. Auch die Regierung, die sich bei der Beratung des Gesetzes gegen den vom Reichstag be­schlossenen obligatorischen 9 Uhr-Ladenschluß erklärte, ist bald anderer Ansicht geworden. In der Reick)stagssitzung am 23. April 1902 nahm der Staatssekretär des Innern Graf v. Posadowsky Anlaß, sich über den Ladenschluß wie folgt zu äußern:Nun, meine Herren, heutzutage spricht kein Mensch mehr über den 9 Uhr-Ladenschluß (Sehr richtig!), jeder hat sich daran gewöhnt; die ungeheure Agitation, die dagegen erhoben rourbe, ist in nichts, zerfallen, und ich hoffe, recht bald werden sich die Interessenten dahin vereinigen, zum 8 Uhr-Ladenschluß über­zugehen. (Sehr gut!) Wenn irgend etwas wirtschaftlich oder sozialpolitisch wertvoll war, so war es die Beschränkung der zum Teil maßlosen Arbeitszeit int Handelsgewerbe."

Tatsächlich scheint die Bewegung für den 8 Uhr-Ladenschluß immer mehr an Boden zu gewinnen. In vielen Städten ist er schon eingeführt. Wie aus einer vom Deutsch-nationalen Hand- lmtgsgehilfen-Verband herausgegebenen Zusammenstellung her-

vörgeht, hat der 8 Uhr-Ladenschluß heute bereits in enter großen Unzahl Gemeinden unseres Vaterlandes Eingang gefunden, w?s sicherlich cm Beweis dafür ist, ba», feine sittlichen und müssen Wirkungen für die Beteiligten günstige sein

Wie willkommen dem kleineren Geschäftsmann eine Stund« vermehrter Abendruhe aus geschäftlichen Gründen sein muß, trr> n«n J?lgcilke Auslassung der bekannten Fachzeit- schrtstDer Manusakturift":Nicht nur die Angestellten, sondern auch der kleine Geschäftsinhaber bedarf im Interesse seiner Fa- milie und nicht zum mindesten zur nngeschwächten Erhaltung seiner Arbeitskraft der Abendruhe, Diese kommt ohne die er­zwungene Einschränkung gerade bei denen zu kurz, die von frühester Stunde an int Geschäft sein müssen. Gibt es dann in kleinen Geschäften auch am Tag ab und zu stillere Stunden, so sind solche gerade für den Inhaber noch keine genügende Erholung. Dieser letztere Gesichtspunkt wird unseres Erachtens bei der Ladenschlußfrage überhaupt noch zu wenig berücksichtigt jedermann wird zugeben, daß für den Geschäftsinhaber noch mehr als für den Angestellten die Arbeitskraft, die geistig« Frische ein wichtiger, geschäftlicher Faktor ist. Das zu leugnen wäre Torheit in einer Zeit, wo es für den Unternehmer darauf ankommt, daß er alles, was für sein Geschäft in Frage kommt, genau bedenkt und fortgesetzt im Auge hat. Allerdings darf er sich's, was der Angestellte nicht kann, auch einmal in den Abendstunden etwas leichter machen und sich eine kleine Erholung gönnen, aber für sein Geschäft ist es zweifellos ersprießlicher, wenn er dazu den Abend hat und am Tage der Ruhe überhaupt nicht bedarf. Nach dem allen sind wir der Ansicht, daß keineswegs nur der Angestellte, sondern auch der Inhaber des Geschäfts des freien Abends bedarf. Der Feierabend" ist nicht etwa nur ein Stück alter Poesie, nein, er ist auch heute ein wirtschaftliches Bedürfnis, und zwar für jedermann."

Auch in Gießen machen sich in letzter Zeit dahingehende Bestrebungen bemerkbar und es scheint so, als ob ihnen von vielen Ladeninhabern große Sympathien cntgegengebracht werden.

Für Geschäfte, die ihren Laden morgens früh vor 8 Uhr öffnen, ist der 8 Uhr-Ladenschluß zweifellos sehr angenehm, da sie durch die llstuudige Minimalruhezeit gezwungen sind, in den ersten Morgen- und letzten Abendstunden nur mit halbem Personal zu arbeiten, was gewiß mancherlei Unzuträglichkeiten im Gefolge hat.

Wie uns mitgeteilt wird, beabsichtigt die hiesige Ortsgruppe des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes in eine Be­wegung für einen einheitlichen 8 Uhr-Ladenschluß einzutreten.

E. . . .T.

Grigittai-DrahtmelSungen«

Kassel, 15. Aug. Bei der gestrigen Galatafel brachte der K a i s e r einen Trink sprach auf den König und die Königin von England, sowie d^-s ganze englische Volk aus, indem er zunächst für den Besuch dankte und dann sortsuhr, daß er in dem Besuch den Ausdruck der verwandten und freundschaftlichen Gefühle erblicke, die zwischen den beiden Herrschersamilien be­ständen und den Ausdruck der guten Beziehungen zwischen den beiden Völkern. König Eduard erwiderte den Trinlspruch in deutscher Sprache. Er dankte für den guten und freund­schaftlichen Willkommengruß und gab seiner Freude Ausdruck, daß er zu dem leider nur sehr kurzen Besuch habe hier Her­kommen können. In dem herzlichen Empfang, den ihm die Truppen und die Bevölkerung Kassels bereitet hätten, erblicke er den Be­weis der besten und angenehmsten Beziehungen, die zwischen den beiden Ländern beständen.

D ö m i lj (Meckl.), 15. Aug. In der hiesigen Dynamit- fabrik erfolgten mehrere heftige Explosionen, die so stark waren, daß die Fensterscheiben in der Stadt massenhaft zertrümmert wurden. Nach den bisherigen Feststellungen wurden etwa 80 Personen verwundet und vermutlich sind auch einige getötet. Der Brand der Fabrik dauert an.

Wien, 15. Aug. Wie die Zeit meldet, ist gegen den bekannten Schriftsteller Roda-Roda, welcher Österreichs scher Reserve-Offizier ist, wegen verschiedener seiner Er» Zahlungen sowie wegen seiner Beziehungen zu der Freifrau v. Zeppelin das ehrengerichtliche Verfahren ein- geleitet worden. (Vor Jahr und Tag bereits gab Roda-Roda, der vielgenannte Mitarbeiter derJugend" und desSim- plicissimus", durch Inserate in einer Reihe von Zeitungen und Zeitschriften bekannt, daß er sich mit Freifrau v. Zep­pelinin freier Ehe verbunden" habe. D. Red.)

Paris, 15. Aug. Der König von Siam kam um Mitternacht hier an.

s

(E£ töinterkljr für Kranke. Warme geschützte

M fchIIHCI ÄUI IUI am Südabhange des Taunus. B

00413 rrm. Veh eingerichtete kleine An

O Spezialtieilanstalt. Central

K |äS9 gj H Kg zung u. Beleuchtung, geheizte Liege-

M pTfil H H halle und Corridore. Sorgsame

** *3 W 'Sy Sa u Behandlnng und Verpflegung.

wx**''1* reu..(Dependance tür Minderbemittelte.) Prospekt' ' Dr. M. Schulze-ltahleyss, Nervenarzt.

Sanatorium Hofheim im .Taunus.

Nachruf

Giessen, den 14. August 1907.

Beerdigung Freitag abend 1/iQ Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs. 5216

M ; - c- M

M

>s 1

M KM

W

Bekanntmachung.

3n das Handelsregpter Abt. A. wurde eingetragen: Die Firma Anna Marg. Lamberth zu Gießen.

Gießen, den 14. Llugust 1907.

_________________Großherzogliches Amtsgericht.__________b15/r

Bckanntmachimg, die Bertilguntt der Feldmäuse vetrcsfend.

Nachdem sich ergeben hat, daß die Feldmäuse in verschiedenen Teilen der Gemarkung in einer Zahl auftreten, daß Maßregeln zu ihrer Vertilgung geboten erscheinen, ist ein größeres Quantum vergifteter geschalter Weizenkorner beschafft worden und wird den Besitzern von Grundstücken zur Verfügung aesteUt. Die Ausgabe erfolgt täglich vormittags zwischen 7 und 8 uljr in einer Halle aus dem Biehmarktplatz. Die Besitzer von Grundstücken werden ersucht, im Bedarsssalle sich den erforderlichen vergifteten Weizen abzu- holen, bet dem Legen desselben aber mit der nötigen Vorsicht vor­zugehen, damit hierdurch nicht Gefahren für andere Tiere entstehen. Die Weizenkörner dürfen nicht ausgestreut, müssen vielmehr in vorhandene Mauslöcher so tief als möglich eingeführt werden.

Gießen, den 14. August 1907.

Großherzogüche Bürgermeisterei Gießen.

I. V.: Curschmanu. B15/s

Der Vorstand der Israel. Beligionsgesellschalt

J. Grünewald.

Adele geb. Fangmann.

Unser kleiner Sohn

Wilhelm Ulrich

starb heute abend 3/46 Uhr an einer Darmerkrankung.

Mit der Bitte um stille Teilnahme

Th. Vaubel und Frau

Der unterzeichnete Vorstand und mit ihm die ganze Religions­gesellschaft betrauern tief den Heimgang dieses treuen und zuverlässigen Freundes, dessen Andenken bei uns in hohen Ehren bleiben wird. Seine Friedensliebe, sein Gerechtigkeits­sinn und seine Gottesfurcht gereichten der Religionsgesell­schaft zum steten Wohle.

K 44/07 B18/7

Donnerstag, den 29. "August I. Js., nachmittags 3 Uhr wird in unserem Amtszimmer die dem Hermann Euler 11. in Gießen gehörige ideelle Hälfte der Hos- reite Fl. V Nr. 10352 qm, am untersten Riegelpfad öffentlich versteigert.

Auswärtige ^Bieter haben ihre Zahlungsfähigkeit nachzuweisen.

Gießen, den 17. Juli 1907.

Grotzherzogl. OrtSgertcht.

I. V.: Senner, Gerichtsmann.

K 43/07 B/t

Donnerstag, den 29. August

1. Js., nachmittags 3 Uhr wird in unserem Amtszimmer die dem Herm. Euler 11. in Gießen ge­hörige ideelle Hälfte der Ho freite Ft. V Nr. IO^/jo, 352 qm, am un­tersten Riegelpfad öffentlich ver­steigert.

AuSivürtige Bieter haben ihre Zahluiigsfähigkeit nachzuweisen.

Glegen, den 17. Juli 1907.

Großherzogi. Ortsaericht.

I- B-: Senner, GerlchlSmann.

Gestern verschied nach längerem Leiden das langjährige Vorstandsmitglied der hiesigen israelitischen Religionsgesellschaft

Herr llermaiiBa Kai» IV.

C15/s

Für Hotels, Restaurants end Pensionate ist

von ganz besonderem Vorteil. Sie ist selbstbereiteter Fleischbrühe vollständig ebenbürtig und wird in gleicher Weise und überall wie diese verwendet. Nur in kochendem Wasser aufzulösen. In Büchsen zu 50 Pf§.. M. 1.25, M. 3. usiv. bestens empfohlen von Gg. Wallenfels, Marktpl. 21. Tel. 46

...IVIAGGI5

' Flr

K 31/07 B16/,

Donnerstag, den 29. August l. Fs., nachmittags 3 Uhr werden in unserem Amtszimmer die den H^ Earlö Ehel. gehörigen Par­zellen Fi. V Nr. 2014/io Hofreste im Günthersgraben, 149 qm, V 20r/lo Grabgarten das., HO qm, V 2017/lo Grab garten daf., 136 qm, V 201ö/io Hofreste das., 151 qm öffentlich versteigert.

Auswärtige Bieter haben ihre ZahiungSfähigkeil nachzuweisen.

Gießen, den 17. Juli 1907.

Grotzherzogl. Ortsgericht.

F. V.: Zenner, GerichtSmann

K 52/07 Bu/8

Donnerstag den 19. Sept. 1907, nachmittags 3 Uhr werden auf hiefigem OrtSgertcht die Lie­genschaften der Peter Attnkc Ww. und Kinder, nämlich Flur 38/31,5 = 135 qm Gr ab garten am Hanun am Neuftäbier Tor Fiur 38/31,3 = 479 qm Hofreste daselbst

Fiur 28/47 = 732 qm Acker auf dem ^sand

bezügl. der den Schuldnern zu­stehenden ideellen Anteile, ferner Flur 1/374 974 qm Hofreste in der Walltorstratze

bezügl. deS der Peter Minke Ww. zuitehenden idellen Anteils öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gietzen, den 14. August 1907.

Grotzh. Ortsgericht Gietzen.

Gros.

Versteigerung.

Freitag ven 16. August l. I., nachm. 4 Hur, sollen im Pfand lokal, Settere-weg 11, dahier eine Anzahl Mobiliargegenstände, wie Schränke, Kommoden, SofttS, Tische, Stühle, Waschtische, Spie­gel, 1 großer Musikautomat, zwei Dtzd. Paar Schaslenstiefel, 10 Sack Mehl, 4 Kannen Lack, 2 Kassen- fcinälike, 1 Partie eichene Bohlen 2 Pferde und 2 Wagen versteigert werden. 5161

G e m mecker, Psandmeister.