Ifeüiftertmferttginrg zu ersetzen Der Gesamtsteuerertrag beläuft sich sonach auf 977 746.04 (930 889.38) Mk. An Ausfällen ufw. siud hiervon in Abzug zu bringen 32 000 (26 000) Mk. für infolge von Reklamationen zu erlassende Steuern, 10000 (9000) Mk. .für infolge von Zahlungsunfähigkeit der Schuldner niederzu- jfchlagende Steuern, 10 000 (9000) Mk. und Gebühren des ©teuer» Kommissariats, für die Registersertigung 1600 (1600) Mk. Für j>ic ans Psarr und Schulgüter entfallende Gemeindesteuer sind SO Mk. vorgesehen. Sonach stellt sich der Reinertrag der Steuer für die Stadtkassc auf 934066.04 Mk. gegen 894 209.38 Mk. im Vorjahr.
** Gießener B autä ti g keit. In einer vor kurzem ^erschienenen Notiz wurde berichtet, daß die hiesigen Bauhandwerker infolge der regen Bautätigkeit so mit Arbeit überlastet seien, daß es ihnen nur mit Aufbietung aller Kräfte möglich sein werde, den übernommenen Verpflichtungen nachzukommen. Obwohl vor- .auszusehen war, daß nach Fertigstellung der staatlichen und städtischen Gebäude die Arbeiten nachlassen würden, hätte wohl niemand daran gedacht, daß dies in aller Kürze geschehen wird. Berücksichtigt man, daß die Fertig st ellung der m ei st en der im Bau begriffenen st a a rli ch en Geb äu de bis zu den Jubiläumsfeierlichkeiten der Landesuniversität erfolgt sein muß, daß weiter sowohl das Theater, wie auch die höhere Töchterschule bis dahin ihrer Bestimmung übergeben sind, so wird man zu der Ueberzeugung kommen, daß sich die Arbeiten nur noch auf die Fertigstellung der übrigen staatlichen und städtischen sowie privaten Gebäude erstrecken, wozu allerdings die für dieses Jahr vorgesehenen Neubauten hinzukommen. Von staatlichen Gebäuden sind nach den Jubiläumsfeierlichkeiten nur die im Rohbau vollendeten 11 Gebäude der Irren an st alt fertig zu stellen. Außerdem ist der Bau von weiteren 4—5 Gebäuden dieser Anstalt, sowie die Erbauung, einer H aus- meisterwohnung für den Hausbeschließer des Gerichtsgebäudes geplant, während von städtischer Seite außer der Herstellung der alten höheren Töchterschule zur Beimtzung als Stadtmädchenschule nur die Erweiterung des Schlachthause s bezw. der Kühlanlage in Aussicht steht. Hierzu kommen allerdings die für 1907 vorgeschenen privaten Gebäude. Obwohl die Erbauung eines Verwaltungsgebäudes für die Stadt Gießen schon längere 3eit in Erwägung gezogen worden ist, wird die Ausführung dieses Planes vorerst noch verschoben werden müssen. Berücksichtigt man, daß bei den Hausanschlüssen unserer Kanalisation die hies. Handwerker die Ausbesserunesarbeiten auszuführen haben, so ist anzunehmen, daß es denselben auch in diesem Jahre nicht an Arbeit fehlt, obwohl die zu überwältigenden Arbeiten in keinem Verhältnis stchen zu den in den letzten Jahren.
** Die Kriegsmarine-Aufstellung, die am Sorrutag, 26. Mai, im neuen Sacllbau eröffnet lvird, enthält eine große Zahl sehr wertvoller Kriegsschiffmodelle, Ver- - tret er aller neuesten Schiffsklassen und auch veralteter Typen. Die Panzerkolosse „Kaiser Karl der Große" und Weißenburg", Modellwert je 8000 Mk., vertreten die Klasse der Linienschiffe, sie bilden den Kern der Flotte, sie schlagen und entscheiden die Schlechten, an denen hängt das Schicksal des Vaterlandes zur See und die Ehre der Flagge. Dann folgt das überaus schöne Mcodell des neuen großen Panzerkreuzers „Prinz Heinrich", dem der geschützte kleine Kreuzer „G a ze l l e" sich anschließt, 2 würdige Vertreter der Kreuzer, die der Linienschiffsslotte Aufklärungsdienste zu verrichten und unsere gewaltigen, an Größe und Bedeutung unmittelbar hinter England stehenden iseeischen und überseeischen Jnteresssen zu schützen haben. Die Küstenpanzer, welche zum Schutze des Nordostsee- Kanals gebaut wurden, sind durch „B e o w u l f" vertreten und die zum Schutze seichter Gewässer bestimmten Panzer- kanonenboote durch die schmucke „Wespe". Auch berühmte Schiffe sehen wir, so das Kanonenboot „Meteor", das
1870 vor Havana den weit überlegenen französischen Aviso „Bouvet" nach hartem Kampfe in die. Flua)t schlug. Berühmter fast noch.ist das Kanonenboot „Iltis", das durch sein überaus tapferes, tollkühnes Verhalten im Kampfe oer Verbündeten gegen die Takuforts der Welt Bewunderung herausgefordert. Auch ein Torpedoboot ist vertreten. 2 heimtückische Gesellen erblicken wir ferner als Vertreter des allerneuesten Kriegsschifftypus, 2 Torpedobootzerstörer — die Husaren des Meeres —, welche Schichau in Elbing gebaut hat. Es sind unheimliche Fahrzeuge, welche mit fast Schnellzugsgeschwiudigkeit in die feindlichen Torpedobootsflotten brechen, um die Torpedoboote int Anrennen zu vernichten. Ein wunderbares Gegenstück zum neuen Linienschiff, dieser schwimmenden Festung bildet das alte stolze Linienschiff,Menown", ein großes schönes Modell, das volle Takelage und Segelausrüstung zeigt und als Verkörperung alter seemännischer« Poesie die Aufmerksamkeit des Beschauers in hohem Maße fesselt. Ein Modell eines Kriegsschiffes aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts ist ganz besonders geeignet, den gewaltigen Fortschritt im Kriegschiffbau vor Augen zu führen. Modelle der alten gedeckten Korvetten „Elisabeth" und „Prinz Adalbert", auf welch' letzterer Prinz Heinrich von Preußen seine Wellumsegelungsreise machte, der alten preußischen Brigg „SdcIq" und eines alten preußischen Ruderkanonenbootes aus dem Jahre 1848, sowie Kamerun, Südafrika und Südseewaffen vollenden die vorzügliche Modell- sammlung.
0 Kinzenbach, 13. Mai. Der hiesige Krieger- und Militärverein, gegründet am 100jähr. Geburtstag Käiser Wilhelms I. am 22. März 1897, blickt nunmehr auf ein 10 jähr. Bestehen zurück. Dem Verein wurde die Genehmigung zur Führung einer Fahne erteilt, die die Bonner Fahnenfabrik liefern wird. Der Verein beabsichtigt, für nächstes Jahr um den General- Kriegerappcll einzukommen und damft seine Festlichkeit zu verbinden.
Autialkohol-Bortrag.
Gießen, 14. Mai 1907.
Für Samstag abend war in der Turnhalle ein Vortrag angekündigt über „Alkohol und Volkswohl mit Berücksichtigung der Arbeiterfrage". Leider war der große Saal nur äußerst schwach besetzt (etwa 50 Personen),, immerhin noch stärker als bet einem gleichen Vortrage vor einigen Jahren, der nur sieben Zuhörer hatte. Die Provinzialbehörde und der Verein gegen Mißbrauch geistiger Getränke hatten Vertreter entsandt.
Der Vortragende, Dr. med. Thinnes aus Kassel, wich von dem angekündigten Thema ab und behandelte „Die nation nie Bedeutung der Alkoholfrag e". Er betrachtete den Alkohol als den inneren Feind unseres Volkes, der gefährlicher sei als alle äußeren. Der Redner führte daun dieses im einzelnen aus. Er konstatierte eine Abnahme der Rassenkraft, wodurch die Grundlagen der nationalen Wohlfahrt unterminiert wurden. Der Alkohol führe zu Volkskrankheiten, denen vorgebeugt werden müsse. Unter anderem verwies der Vortragende auf die geringe Zahl der selbststillenden Mütter in den Großstädten und auf die erschreckende Abnahme der wehrtüchttgen jungen Männer. Er streifte dann noch den studentischen Trinkzwang und ging dann zu Urteilen von ausländischen Autoritäten vor, während er gegen manche deutsche Hochschullehrer und Aerzte schwere Vorwürfe richtete. Schließlich sprach er noch über die Stellung von Mann und Weib in dieser Frage und brachte Beispiele aus Amerika dar. Reicher Beifall lohnte den einstündigen Vortrag.
Nach ihm wies zunächst der V o r s i tz e nd e auf die Veranstalterin des Abends, auf die Guttemplerloge „Lahnburg", hin und bat alle, die aus dem Vortrage Anregung geschöpft hätten, die Loge zu unterstützen. Sodann forderte er zu einer regen Besprechung auf.
In der Diskussion ergriff zunächst Oberstaatsanwalt Theobald das Wort, nm dem Vortragenden zu danken. Er beschäftigte sich des längeren mit dem Zusammenhang zwischen der Mäßig- keftsbewcgung, die er vertritt, und der direkten Abstinenz und hob das Gemeinsame hervor. Bor allem Aeißelte er dann die akademischen Trinksitten und den dort herrschenden Trinkzwang/ Dr. med. Arndt möchte zunächst Gewißheit erlangen über den Vorwurf, den Dr. Thinnes gegen die Universitätslehrer gerichtet hatte. Er ging näher auf das Verhältnis zwischen Alkoholschädigung und der arbeitenden Bevölkerung ein. Den größten Widerstand gegen die Bewegung verursachte die Verteuerung der nichtalkoholischen Getränke. Herr Riedel fand es lobenswert, daß der Referent sich von Uebcrtreibungen ferngehalten habe, vermißte aber in allen Ausführungen den Weg der Bekämpfung. Für ihn war die Alkoholftage doch nur ein Glied in der großen sozialen Frage unserer Zett. Diese werde aber nicht durch den Kampf gegen den Alkohol gelöst, sondern durch posittve Arbeft, indem es das Bestreben eines jeden sein müsse, das gesamte Volk kulturell und ethisch auf eine Höhe zu bringen. Dazu trage z. B. Sport, Volksbildung und Kunst bei. Die von der Natur Begünstigten, die eine große Bildung genossen hätten, hätten die Pflicht, denen, welche es nicht so gut getroffen wie sie, auch den Weg zur Bildung fteizumachen. Der auf ein so hohes geistiges Niveau gebrachte Arbeiter werde seine Zeit bann schon mit anderen Dingen als mit Wirtshausbesuch aus füllen.
Der Vorsitzende entgegnete, daß der Beifall zwar bewiese, wie recht der Vorredner habe, daß die Ausführungen desselben auch durchaus im Programm der Loge enthalten seien, daß aber ihre Verwirklichung an der geringen Beteiligung scheitere. Er forderte daher noch einmal zur Unterstützung auf. Nach ihm ergriff Eisenbahndirektor de Terra das Wort, um zunächst einige praktische Erfahrungen mitzuteilen. Es gehöre ja gar kein besonderer Mut dazu. Abstinent zu sein. Dann ging er näher auf die angeregte Frage der Ersatzgetränke ein und kam zu dem Schlüsse, daß diese gar nicht notwendig seien, daß vielmehr bei richtiger Erziehung und Lebensweise es auch sehr wohl ohne Durst gehe.
In seinem Schlußworte setzte Dr. med. Thinnes dieses fort und meinte, daß der Frage bet Ersatzgetränke vorläufig noch viel Aufmerksamkeit zuzuwenden sei. Er empfahl Sport und die Nacktgymnastik. Weiter rechtftrtigte er aus Beispielen seine vorhin erhobenen Vorwürfe. Zum Schlüsse begrüßte er dankbar die Anregungen des Herrn Riedel. Er habe darüber in seinem Vortrage nickst gesprochen, um das Thema nicht zu weit auszuspinnen. Er stimmte aber jenen Ausführungen zu. Noch einmal forderte er auf, aus seinem Vortrage zu lernen, und auch danach zu handeln, da er sich belohnt genug fühlen würde, wenigstens nur einem die Augen geöffnet zu haben.
Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise
am 13. Mai 1907.
Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k s u r t a. M.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 80—82 Alk.
% Kg. Schlachtgew. 92—96 Pf.
V« u - 55—00 „
xk Kg- 82-88 Psg.
7, . 80-84 ,
7, . 64-76 ,
Getreidepreise in Mannheim
Brotpreise in Gießen
Werzen 100 Kg. 20.75-00.00 Alk.
Roggen 100 Kg. 20.00-00.00 Mt.
Weißbrot 2 Kg. 58 Pw.
Schwarzbrot 2 Kg. 54 Psg
Couverts mit Zirrna Zs vrübllche Unioerfität$=DrudereL Siekro.
I
ei
I
<9- Ä
3->
ö
G, O Ov»
LZ 2 Ä
S
'v* c
L
LSQ
a s
g c §
— — m
1 = ®
1 s *
S5 rr
Q CS
<=>JO
o — u
S>
iS a> Z
ff s -B
l» o s
1 £
= 2
2, —
a .
15
§
<Cl
2 o
'N
1— o
o
CS *8-5^
*-• »5 Ä
SS -
2 C
"5^2
® :c ®
-coss- e ö u
«5 CO VO &
CJ 2 sc57
c o « C—.2
•“ — CT O
d . t6
N ’Ui o 'S 'S . £ §
■«-* G - —
O CD
Ä
-O ~
M«
AZ
et: LLS
— » r-’
--G? 2 3 "O
« Li ur'
— J-
2 jO
'S G er c «°— a - -*-■ SajjE' ÄSSS« e ‘S’i
V — :C C C
LSZ =2 Z
SQ = - 2
_ SS o »
CO
L«r- 55 -
sG
G
CJ
Vt
a ö
CO
o
-Z? s co
Ä o
ZZ
- -2
st"
SÄ v o s
L s e»
Sco ^2 © COi
ü*- o = o
s 5
E - L |
5 "2 S«
Z-3 «3
es LZ
1$
U— «J o -V* -Zz
■2i s
■A e
— s "ä
cl> W
tj u«tiü r- CJ -r-
-- V jO
er.
uO f
56)
c ■- o r*5
CO-" 3-° cqE o e-o -V _
»»
e
EL - =$co =
1M
« ___=.
uO o
5. »W“ o (U<N <5 — CD'-i • — .2 « s=-Si
V ÖJ ti
! __ .2 Xr -0
ML vo «'s«
L'5-Lt JO
2^2. jo
•ä- e
N =
,o
CU ~ o CD
ZZ HL L5.2 V
*“► = O-— CD
CS d .*2 2 d
W - « 2 u w
S 5^^d
.2 «L
-u e S.
ü t _ d o5*
o Ü3.JQ
<3 ***" cQe
jo _. s'E'
° ' Q " 'O-L
2 s:
° ."ti °
j1 E o h
2- <2 5 O o >0 v
"KZ
r-’
O o N — cs CTi
ti
S
e
e
N
-3
e
e
3 s
2 c
3
8 S
3
/D 5 Z
Iiehl
Wiesb
Irr
Ein
m der gro' burg^tteli Minister v. m der Go den Kriegs^ M den HauslNlMlt
Die 4 .Wien, bekannt, dar Milten fin Putsch-Fort Zentrum, 2 deutscher, 1 nÄen bföfy 5 mal, Teu Mal.
Die bi tvachlen der
23 Sozi der Mldeutscl den Cozialdei c‘£ni5erg m Stfe
aiii11
-*& hie ««l* Hitt«
AZ
rum des 5 laut ?tDl gte? rIEaiierz h
<eue
Erler Un?le dersteb°^er feine Mel der iAa.dln W h eltn gliche SZe. oeiihXb x(9ni
SttN liegt u'-'Die ^ii'eS id if MV6' N Z oem
Aden der ^riegsmmrs uitendanlen oiden !• ru den Kronen brachte -« rianne .
gestem aber sch en Abc brecht M > Ofeneialidb' uister v. D: Minister L direstor ÄnpsanA
-Die nach den : fahren. 2 eine Hina afrika tvir dieses Geb des Kolon mmgen sü
- Le. Angelegenh Auch Her) iß i)iei rar.
-Sn« Menwiirtig in Nom, Gel in Änssichi
- Da 2. Beratun schlüsse an Zagügesetz mmgssache Flen letzten Lo verein, । die Erhallt Nordrnark i vereine err bnreaus in


