Ausgabe 
13.7.1907 Zweites Blatt
 
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Wegen Geheimbündelei hatten sich zwei anarchistische Führer heute vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I ru verantworten. Tie beiden Angeklagten, der Schriftsteller Wer-

Ein Nachspiel zum Mannheimer Auarchisten-Kongretz.

Nachdruck verboten.

S. u. H. Berlin, 12. .Juli.

*' Die Augen klinik wird nach dem Universitätsfest am 7. August von der alten Klinik in den für sie errichteten Neubau in der verlängerten Friedrichstraße über­siedeln. Das neue, mit den modernsten Einrichtungen ver­sehene Augenkliniks-Gebäude ist vom Bahnhof in drei Minuten zu erreichen. In den seitherigen Kliniksräumen finden vom 7. August ab keine Behandlungen mehr statt.

** Einen Fernsprech -- Automa te n im hiesigen Personenbahnhof zu haben wünschen schon lange viele Interessenten, insbcs. zahlreiche Geschäftsleute. Die Post­verwaltung ist auch bereit, dein Wunsch zu entsprechen und -führt, wie wir hören, schon seit längerer Zeit Verhandlungen mit der Bahnverwaltung wegen Ueberlassung eines geeigneten Platzes für die Aufstellung des Avparatcs, was bei den räumlichen Verhältnissen des Bahnhofs nicht leicht ist. Hoffentlich gelingt es den beiden Behörden, die für viele Jntereffentcn wichtige Frage bald einer befriedigenden Lösung näher zu führen.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Langd wurde am TonnerStag Landwirt Ludwig Ronthaler mit 67 Stimmen zum Beigeordneten gewählt. Der seitherige Beigeordnete Landwirt Emil Fritz erhielt 40 Stimmen. Wie das Wiesb. Tagcbl. meldet, beschäftigte,i sich in einer chemischen Fabrik m Flörsher m die Arbeiter in der Früh st it cksp aus e mit eurem Revolver Ein Schuß ging los und traf deir Arbeiter Kraus m den Unterleib, der an dell Berletziingen bereits gestorben ist.

** Straßen-Herstellung". Steht dieser Tage eine Anzahl Arbeiter mit Schippen und Hacken in einer hiesigen Straße und schaut den Arbeiten der Dampfwalze eine Zeitlang zu. Auf meine Frage, auf was sie eigentlich warteten, ant­wortete einer: »Jetzt geht die Walz noch einmal ruff im -runner, un dann fange vier wieder an uffzureiße."

** Die Anlagemusik am Sonntag, 14. Juli, ,fällt aus.

Börsenwochenbericht.

Frankfurt a. M., 12. Juli.

In der verflosseneit Woche sind die leichten Ansätze zu einer Besserung der Tendenz, die sich in der letzten Zeit gebildet hatten, wieder vernichtet worden. Die Erscheinungen auf dem Geldmarkt, die Erörterllngen über das Berhältiiis zwischen Amerika und Japan, der Rückgaiig des Kupferpreises und die neue Antitrust­bewegung in den Vereinigten Staaten haben die Stunimmg wieder herabgedrückt und die Kaufneigung unlerbundeii. Amerika, welches in der jüngste,i Zeit einen Teil seiner Schuld an Europa abgetragen hatte, versuchte von neuem Finanzwechsel an den euro­päischen Börsen unterzubringen, sie wurden nur in mäßigen Be­trägen aufgeiiommen, aber der Privatdiskontosatz erhöhte sich da- diirch sowohl in London, als auch bei uns, ein Beweis, daß der Geldmarkt eine Belastimg absolut noch nicht verträgt. Die Reichsbmik war nach dem letzten Ausweis noch mit rund 200 Millionen Mark in der Notensleuer, und wenn sich der Status inzwischen wohl auch gebessert hat und in den nächsten Wochen eine weitere Kräftigung erfahren dürfte, so ist doch noch keine Aus­sicht vorhanden, daß die Diskontoschraube gelockert werden kann. Privatdiskonto, der diese Woche vorübergehend auf 4°/4 Proz. stieg, steht noch immer 41/, Proz.

Tie Ursachen für den erneuten Rückgang des Kupfer­preises lassen sich noch nicht klar erkennen, man glaubte ihn auf einen veruiinderten Bedarf der Elektrizltätslndustrie zurückführen zu sollen, es wird aber versichert, daß die Eleltrizitätsindustrie für das Atisland reichlich beschäftigt sei, während man im Inland mit Rücksicht auf die Lage des Geldinarktes sich in der Ausführung neuer Anlagen Zurückhaltung aufcrlege. Trotzdem nehmen die Städte für andere Zwecke fortgesetzt neue Anleihen auf. Die Statistik vom deutschen ArbeitS markt zeigt, daß im Juni auf 100 offene Stellen nur 94,4 Arbeitssuchende kamen, ein Beweis, daß es in der Industrie immer noch nicht schlecht gestellt sein kann. Trotzdem bleibt über die weitere Entwickelung der Dinge eine gewisse Unsicherheit vorherrschend uiid da die Unter- uehnumgSlust dadurch zurückgedrängt wird, so hat sich das Kursliiveail diese Woche wieder etwas gesenkt. Deutsche Fonds gaben Bruchteile nach, auch fremde Fonds waren meist matter, namentlich Japaner, die infolge der polittschell Besürchtuiigen stärker angeboten waren und nahezu 2 °/0 verloren haben. Bankaktien etwas gedrückt, aber die Aktien der Hypo­thekenbai,keu sind meist etwas erholt. Oesterreichische Werte lagen auf den günstigen Verlauf der Ausgleichsvechandtungen fest. Amenkmiische Bahnen schwächer. Al o n t a n p a p t e r e 36% niedriger, nur Alpine 9 % besser. Von anderen Industrie- papieren wurden Höchster Farbwerte Aktiei, von anscheinend informierter Seite aus dem Markte genommen und 10 u/e hoher bezahlt. Wittener Slahlröhren verloren 10%.

Aus s-ast uns stasto.

Gießen, 13. Juli 1907. Schmückt Eure Fenster und Balkoue mit blühenden Blumen.

Musikdirektor Pr^essor Trautmann. Wie .rvtr aus bester Quelle erfahren, hat Herr Professor Trautmann von einer anderen Universität ein sehr ehrenvolles Anerbieten erhalten, und es bestand ernste Gefahr, daß wir ihn ver­lieren würden. Dem Entgegenkomlnen unserer Regierung und den vereinten Bemühungen der Universität und der an Traut­manns Kunst besonders interessierten Vereine ist es zu danken, daß Trautmann sich entschlossen hat, an der ihm lieb gewordenen Stätte seiner Wirksamkeit zu bleiben. Bei der Bedeutung, die Trautmanns energische und zum Höchsten strebende Per-1 ffönlichkcit für das Musikleben unserer Stadt hat, begrüßen wir diesen Entschluß mit lebhafter Freude.

** Auszeichnung. Wie wir hören, ist dem aus Beuern, Kreis Gießen, gebürtigen Losrat Ranft bei der Kaiserlichen Gesandtschaft in Kopenhagen anlüß- lich des Kaiserbesuchs am dänischen Hofe vom Kaiser der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen worden.

Eisenbahn-Personalien. TerRegierungs- und Baurat Rügenberg wurde von Essen als Mitglied der königlichen Eisenbahn-Direktion Frankfurt, der Regierungs- baumeister des Maschinenbaufaches, Israel, von Frankfurt in den Bezirk der Eisenbahn-Direktion Königsberg versetzt.

** Erledigt sind an der Volksschule zu Offenbach '11 Lehrer st ellen, von denen 7 mit evang. und 4 mit kath. Lehrern besetzt werden sollen, und eine mit einer kath. Lehrerin zu besetzende Lehrerinstelle; ferner eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Rieder-Saulheim.

X Langsdorf, 13. Juli. Der durch seine Pflicht­treue und Gefälligkeit weithin bekannte und allgemein beliebte Landbriefträger Köhler von hier blickt am Montag den 15. d. Mts. auf eine 2 5 jährige Dienstzeit zurück. Möge er unserem Orte, sowie dem Landbestellbezirk noch lange Zeit erhalten bleiben.

/^Langsdorf, 12. Juli. Nachdem der seitherige Beigeordnete Adam Roth IV. sein Amt niedergelegt hat, steht unsere Gemeinde wieder vor der Wahl eines Beigeord­neten. Der seitherige Beigeordnete war erst seit kaum einem halben Jahre im Dienst. Wie verlautet, hat man nun den Rechner der Feldbereinigungskaffe, Heinrich Weller III., zum neuen Beigeordneten ausersehen.

= Bad-Nauheim, 12. Juli. Bis zum 11. Juli )tnb 17 380 Kurgäste angekommen, wovon an ge­nanntem Tage noch 6803 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 11. Juli 197 230 abgegeben.

r Schotten, 13. Juli. In unserem Städtchen weilen zurzeit eine große Zahl von Sommerfrischlern, nament­lich von Frankfurt und Darmstadt. Ta in der Residenz erst mit Beginn der nächsten Woche die Ferien ihren Anfang nehmen, so haben sich von dort für diese Zeit noch viele Erholungssuchende in hiesigen Privat- und Gasthäusern an-

Automobil- und Automobil-Unfall-Statistik im Grostherzogtum Hessen.

(Nachdrnck auch auszugsweise verboten.)

Aach einer von Reichswegen angenommenen Statistik gab e§ am 1. Januar 1907 im deutschen Reiche 27026 Automobile- davon enthalten auf das Großherzogturn Hessen 264 Kraftfahrzeuge, von denen 10 vorzugsweise m der Lastenbeiörderung Verwendung fanden während die übrigen 254 dem Personenverkehr dienten. Der Art nach bcjtanben diese aus 135 Motorrädern, 71 Automobilen bis m 8, 28 dis zu 16 und 20 mit mehr als 16 Pferdestärken. Die meisten Ainomobile un Reiche zählte das Königreich Preußen (16942), die loenigltcit das Fürstentum Schaumdurg-Lippe (13). Von unfern 254 Personeuautomobilen dienten 80 tediglich Vergnügunos- und ^porlzweckeu. lieber die Verwendung der übrigen fei hervor- gehoben, daß 7 im Dienst öffentlicher Behörden, zwei un öffentlichen ^uhrverkehr, 36 (für irgend weiche Berufszwecke (Aerzte, Hand­werkern ufw.) und 129 un Handel und in der Industrie Verwendung fanden. d

lieber bie bei dem Betriebe mit Kraftfahrzeugen vorgekommenen schädigenden" Ereignisse gibt die uns vorliegende Statistik leider nur Auskuiist über die Zeit vom 1. April 1906 bis zum 30. April gleichen Jahres. Aber die Uebersicht genügt: Es ereigneten sich in dieser Zeit innerhalb der Grenzen des deutschen Reiches 2290 Antomobilunfalle. 173 Personen büßten dabei ihr Leben ein und lol9 wurden mehr oder minder schwer verletzt. Ter dabei angerichtett Schaden belief sich soweit es überhaupt ermittelt werden konnte - auf mehr als 300000 Mark! In Hessen ereigneten sich während jener Zeit 31 Unfälle; das macht auf je 100 Automobile 117 Uiifälle, währeiid un Reiche die Verhättnüziffer nur 8,5 betrug, in Preußen sogar nur 7,5; am höchsten war sie wohl nur ein unglücklicher Zufall mit 53,3 Unfällen auf je 100 Autos in Reust ä. L. Die wenigsten Unfälle kamen in Mecklenburg-Strelitz und im Fürstentum Lippe vor, in beiden Bundesstaaten waren in der fraglichen Zeit überhaupt feine Unfälle zu verzeichnen.

In 10 Fällen suchte sich bei uns der Krafttvagensührer durch feige Flucht der polizeilichen Ermittelung zu entziehen. Sieben­mal wurde eine Polizeistrafe festgesetzt und ebenso oft wurde ein gerichtliches Strafverfahren emgeleitet. Es sei nur erwähnt, dafe 10 Personen überfahren wurden; eine Kollision mit Radfahrern fand in fünf Fällen statt; zwölfmal erfolgte em Zusammenstoß mit Wagen oder anderen Znggcschirren. Siebenmal fuhr das Auto eine Böschung herab. Daß stch die Pserde bei uns an das moderne Beförderungsmittel noch immer nicht gewöhnt haben, geht daraus hervor, daß 6 Unfälle durch Schellen und Durchgehen von Pferden entstanden. In 14 Fällen ist als Ursache zu schnelles unvorsichtiges Fahren beziv. Unterlassen des Hupen-Signals festgestellt worden. Rur in zwei Fällen konnte die Schuld dem Verletzten selber nach- gewiejen werben. Alan sieht also, das Konto der Herren Auto­mobilisten ist auch bei uns recht schwer belastet! 8-3.

lam heule^ ein Vergleich zustande. Letzterer War feinen^ von der etnaffammer freigesprochen worben, bas ReichsgeriZ batte aber das Urteil aufgehoben und die Sache zur nochmalig Ver.Mnbiung an die Strafkammer zurückverwiesen, weil in poln 2IngclegcnI;eiten den Journalisten ein Anspruch auf den Schu­bes § 193 (Wahrung- berechtigter Interessen) nicht zustehe. & dem letzt geschlonenen Vergleich nimmt der Beklagte die ktbigenben Äußerungen mit dem Ausdruck des Bedauerns Zurück- Er übernimmt sämtliche Kosten und zahlt 50 Mk cm bte Tjieiijj« Walderhvlungssiätte. ,2er Kläger erkennt seinerseits an, daß H. bas Lpfer einer Täuschung geworden ist, Ter Ver° dIeic^ in drei Zeitungen veröffentlicht werben.

D ü f Je I b o r f, 12. Juli. Die Strafkammer verur- terlte den praktischen Arzt Tr. Georg Weisbrod aus ^ujfelborf wegen Erpressungsversuches, begangen an dem Amts, ricyter Heymuth, der durch 'Lelbftmorb endete, zu einem Iubr Gefängnis und ließ ihn sofort verhaften.

Hijimm, 12. Juli. Tas Schöffengericht verurteilte den na» ^ualliberalen Landlagsabgeordneten Berndt zu 20 Mark Geldstrafe, weil er in der Lritze bes Wahlkampfes in eineu Beriammlung bet Besprechung bei vom Abg. Roereti gegen Term. bürg angeichlostenen Tonart ben Abgeordneten Erzber- gor einenKo loni;alst.än ker^ genannt hatte.

N ü r n b e r g , 12. Juli. Vor dem Schwurgericht wurde gesterit tn später Nachtstunde das Urteil gegen den Bürg er­nt eilt er Paulus Le ist ne r auä Neu-Eöersbach gefällt, der er fuchs an seiner Tiensttnagd angeklagt war. unch wllle er verlacht haben, das Mädchen zu vergewaltigen Wie dem ^Berl. ^gebl." aus Nürnberg telegraphiert wird Seiitner nur wegen Totschlagsversuchs zu drei Jahres Gesanguts und ,ünf Jahren Ehrverlust verurteilt.

d) io e r i n , 12. Juli. Der berüchtigte Silberdieb Rickert der tm Vorjahre bei zahlreichen Offizieren in Parchim und Luvwtgslust Einbrüche verübte, würbe vom hiesigen Lanbgericbt zu 9 Jayren Zuchthaus verurteilt.

, n Ivy ork, 12. Juli. In La Plata wurde am 12. Juli ba§ llrtetl gegen ^yrau Mollie Bovie, die gemeinsam mit thrent ^ohne den V c r r ü fy r e r ihrer To chter getötet hatte geiprochcn. Tte Geschworenen berieten npr fünf Minuten und urteilten baß hier ein ungeschriebenes Naturrecht gelte und > Hilft rh 01t ht0 tilrtnöH |rei w

** Zum ocste be§ kath. Gesellenvereins schreibt Man uns von geschätzter Seite: Wie bereits mitgeteilt würbe, begeht der katholische Gesellenverein bafjier am Sonntag, den 21. Juli, jnn 10. Stiftungsfest, verbunden mit Fa hnen-

Ä vorübergegangen, o- ^igeuagien, oer ^cyristtietier Mr-

sem, seinem der Verein durch den damaligen Kaplan von Gießen, ner Karfunkelstein und der Redakteur und Mechaniker jetzigen Stadtpfarrer Kroueuberger von Offenbach, unter maniüg- Otw Weidt sind beschuldigt, an einer Verbindung teilgenommen tr .die. Diaspora mit sich bringt, zu haben, die vor den Vchörben geheimgehalten werben^soll. Tic

! INS Leben gerufen würbe Anfangs em kleines, schwaches Reis, Verhandlungen wurden von Landgerichtsrat Busch geleitet, die 'umsichtigen und vpfer- Anklage vertrat Staatsanwalt Figen, während Rechtsanwalt Fn:ieb- rhla9en [etn-E 93üritaiTde_unb leitenbcit mann die Verteidigung übernommen hatte. Karfunkelstein hat

^rstenzsahigew Zweige am mel mit russischen Anarchisten verkehrt und steht in dem Ver- ^}^Derb?nrbex butwrckelt, so daß er bacht, ber Letter eurer russisch-anarchistischen Bewegung zu sein, Zurzeit 32 umve und /0 Ehrenmitglieder zahlt; für Kenner die auch in Deutschland verbreitet ist. Weibt ist Rebatteur i-eilt uennenswerter Erfolg, zu der anarchistischen WochenschriftTer Anarchist". Die beiden

^-b/bbuden Verein von ganzem Herzen beglück- Angeklagten veAeiblgen sich recht gewandt, besonders Karfunkel- barj. ^eit einer Reihe von Zähren regte sich deshalb stein, der ein Heiner schmächtiger Mann ist, ebenso wie Weidt au'?, ?eifku^er?t RS ,.ren Kolpmgssohnen der innige Wunsch, der sich durch eine nervöse Beredtsarnkeit auszeichnet. Als eine ttcfjt balb m ben Besitz eurer entibrechenden Vereinsfahne zu Reihe von Briefen verlesen wirb, die bas anarchistische Treiben der kommen. Im Vertrauen auf die Sympathie, deren fid) ber ©eieUen^ - - « - nerven oer

ijtter der katholischen Bevölkerung erfreut und' die sich, /alsiahrirch anlatzlrch ber Werhirachlsbescherung der Gesellen in so opferwilliger Weise bewährt, glaubte der Vorstand, diesem Ver­gangen ohne Bedenken willfahren zu können. Und unsere Er- warttrngen hoben uns nicht enttäuscht; reichlich find bte Gaben jur Unterstützung des Fahnenfonds geflossen, wofür wir auch an >dieser Stelle herzlich danken. Möge dieses rege Interesse der kath Gemeinde Gießen für unsere Gesellen zum ferneren Gedeihen! des Vereins immer .fortdauern. Die Festvredigt bei der kirchlichen wie auch die Fesstrede des Abends, wobei mtercn'tayitj

Lichtbilder auä dem geben Vaters Kolping^zur Tarstellung kom-!

dem heutigen Zage als Ersatz für die ausscheidenbe Tyroler- 'ItbalIonKoblenz der an demselben Tage von der Gesellschaft noch einige erstklassige Spezialitäten-Nummern b^ichnamigen etabt aufgestiegen war, nieder. Die Herren sihichuengagierl. Tie neuengagierten Künstkräfte (siehe fuhren von Ludwigshütte ans zurück.

Annonce) werden bereits heute Samstag, 13. Juli, ins X Marburg, 12. Juli. In, Walde bei dem Franen- Treffen geführt. Gleichzeitig teilt uns die Tirection mit, berg fuhr gestern ein Stufoinoktl aus Wiesbaden mehrere - d ber Orchesterraum öeD2Utcnb tiefer gelegt würbe, sodaß Schafe tot. Der Schaden winde sofort befahlt.

man einen besseren Ausblick auf die Bühne hat. ** ----- ««< - - 1

** Vom Johanniterorden. Der Herrenmeister .des Johanniterordens Prinz Eitel Friedrich von Preußen (bat ii. d. Darmst. Ztg. u. a. den nachgenannten Ehrenrittern des Johanniterordens.' dem Landgrafen Ch'lodwig von Hessen H. tit Schloß Augustenau, dem Kammerherrn und Kreisrat Hermann Freiherrn Schenck zu Sch Weins­berg zu Alzey in Rheinhessen und dem Major a. D. Wil­helm v. Goerne zu Darmstadt am 25. Juni er. in der ' Johanniterordens-Kirchc zu Sonnenburg den Ritterschlaa i und die Jnvesiirur erteilt.

beiden befunden sollen, bittet Karfunkelstein, einen darunter be­findlichen Liebesbrief ian ihn nicht zu verlesen. Tas Gericht erfüllt diesen Wunsa). Als Zeugen waren eine Reihe von Kri­minalbeamten geladen, u. a. die Berliner Kriminalkommissare von Arnim und Kunze, ferner Oberpvlizeiinspektor Stechen aus Mann- heim. Tie beiden Angeklagten haben zu Ostern an einem Anar­chistenkongreß, der in Ptannheim unter freiem Himmel 'stattfand, teilgenommen. Sie erhielten darauf eine Anklage wegen Ver- öehens gegen bas Vereinsgesetz. Im Anschluß daran wurden bet Weibt mehrere Haussuchungen avgehalten, die Material zu ^age förderten, woraus sich der Verdacht ergab, daß in Berlin

.----- ,------t 7m ö*' , eine anarchistilch-terroristische Geheimverbindung bestehlt, die die

0 3061,2 bec .^äzc^npräses Marrer ru,suchen Revolutionäre mit Sprengstoffen und Waffen versorgt

v°n Mainz übernommen unl> «nder die beiden AngeklagL- beteiligt sein sollen '2?-

. u'?tLeeI n.x 11,0 e' Jun. Zu dem morgen statt- beiden Angeklagten leugneten mit aller Stuft das Bestehen einer nttDenocn 5t r t e g e r f e ft H)t unser Ort auf baä schönste her- solchen Geheirnverbinbung, bte der Staatsanwalt aus den vor- gertchlet und auf dem Festplatz, der für weit über 2200 Per- gefundenen Dokumenten wachzuwetsen suchte. Der Staatsanwalt sonen Platz bietet, herrscht reges Treiben, um alles zum beantragte gegen Karfunkelstein wegen Vergehens gegen die §8 128 würdigen Empfang der zahlreich gemeldeten F-eslaäste em. - Gefängnis und gegen Weibt vier Monate Ge-

zurichten. Ter Festplatz liegt am Einqana der Wetzlarer Gericht verurteilte Karfunkelstein zu vier

Straße m herrlicher Lage mit schöner Aussicht na£ bem*J®tibt zu einem Monat Gefängnis.

Labntat Tie Gi t st e n e r Dm rt i h n a cVet Weidtwuroe die ^tr«ase als« durch die erlittene Unterfuchungs-

haft für nerbüftt erklärt. , fttafmtfcljlein wurde ein Monat als ton 0 er Zeller s yo ye 0 1 szum Fe stp latz und zurück verbüßt in Anrechnung gebracht von Uhr ab eine regelmäßige Wagenverbin ------- j .... .......................,

£>ung eingma;tcL Auf dem Festplatze ist für Uuterhalluug

durch larussels, Schv goudcil 2c. Sorge getragen. Unsere w m . r , _

Turner werden AvsinariU, Stabturnen uuo Vtzrainidentms I *itm|iaot, lu. Juli. (Tel.) In dem Beleidi-

stel unK vorfuhren -taotuincn u.no byranndenauf- gungsprozeb des früheren lorv-d-nwüratischen Reichstags- fteuung oorsuyren. IAbgeordneten Berthold gegen ben BchMeux Hannemann

t gemeldet. Sonntag, 14. Juli, feiert der Radsahrer-Ber- ein sein diesjähriges Sommer-Sportfest. Hoffentlich macht der Hunmel endlich einmal ein freundliches Gesicht.

Rainr 0 d, 13. Juli. Da die Aleffnng der Wasser- m c n g c der Duelle für die hier demnächst zu erbauende Wasser- leitimg baS anßerorbenllich günftige Ergebnis gezeitigt hat, baß ba5 Quantum für miiibe|ten§ brei Orte ausreichenb fein dürfte, fo wird geplant, bie Gemeinden Eichelsd 0 rf und Ulia 011511= schließen. Es finden 511 biejem Zwecke beshalb bereits Höhen- meffungen statt. Namentlich für llla wäre ber Bau einer Wasser­leitung ein brmgenbeS Bedürfnis, da dort bei einer Einwohner-1 urteilten, vatz ijier em zahl von fast 1100 Seelen nur sehr wenige gute Brunnen vor- sprachen die Angellagten f Händen find, und au feer bem für einen Teil ber Beivohner bas Herbeischaffen bes Wassers mit großer Mühe und erheblichem Zeit­verlust uerbunben ist.

fc. Büdesheim i. Lberh., 11. Juli. Tas 81. In­fanterieregiment hält am 3., 4. und 5. August bei unserem 2rt gefechtsmäßiges Abteimngsschießen ab. Das In- santerieregiment Nr. 168 hält ebenda baranschließend die gleiche Hebung ab.

b. Biedenkopf, 13. Juli. Dem Hinterländer Ret­tungsverein erwächst die Ausgabe, alljährlich etwa für 40 Pfleglinge zu sorgen und sür mehrere Lehrlinge die Klei­der zu beschaffen. Der an sich niedrige Pflegesatz von 72 Mk. wird aufgebracht durch den Beitrag der Heimatgemeinde (je nach der Vermögenslage 20 bis 35 Mk.) und durch den Zuschuß der drei Sparkassen des Bezirks in Höhe von loOO Mk. Der Rest ist durch Kollektcnertrag zu decken, der diesmal 482.50 Mt. betrug. An Kapitalvermögen besitzt der Verein nur etwa 2400 Mk. Die Erfahrung, die man mit den Pfleglingen macht, sind, wie das in der Natur der Sache liegt, manchmal betrübender, sehr oft aber auch erfreulicher Art. In nicht wenigen Fällen bildet sich zwischen ihnen und den Pflege-Eltern ein Verhältnis herzlicher Liebe her­aus, das auch noch für das spatere Leben standhält. Manche Kinder kommen aus sehr traurigen Verhältnissen und es ist nicht zu verwundern, wenn es oft nicht leicht ist, ihnen ihre mancherlei Unarten abzugewöhnen; aber im garizen darf