Mittwoch 13, Februar 11)07
Zweites Blatt
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Nr. 37
Silchewt ISgllch mit Au»nahm« bei Sonntag».
in uiicncn Niedergang uincljrt.
tX|l aiuxUiaiUHTtieicU zu luabair
Aus Sagan-kprottan
। faken surd ionb für den abligcn Agrarier gcftüiunt Huben.
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in niuui't^
Rotation!druck und Verlag der vrüblichen Umoerfuatl • Buch- und Sreindruckerei.
R. Lang«, Sieben.
jraiijinQnn»voilfniollen, die sich feit einem Iahie in der ichwcc zugänglichen Kalahari abwartend verhallen, ist durch einen Bolen bei Kowise-Kolt Fühlung genommen. Nähere ^lachrichicn hierüber stehen noch aus.
Die „6it6rnct KamilleadlLller" werden dem ,tin$rifler* viermal wöchentlich beigelegt, das „Krebblatt für den Krtls Gießen" zioeunal wöchentlich. Ter „hesfische Landwirt" erscheint mo null ich einmal.
iSaritit öeiow ' uiL l.Mrz M
AuS Tcutsch-Lüdweftasrittr.
vird amtlich gemeldet:
Bon den seit einiger Zeit im Fischflustgebiet umher- streifenden kleinen Hotte ntottenbanücn wurde am 6. Februar ein Teil unter dem Führer Lambert von Ober- leuinant Frhrn. v. Crailsheim bei Nosenbnjch überrascht und «ach kurzem Gefecht ostwärts gejagt. Bei der sofort ein- geleiteten Verfolgung lief der Gegner, nach Preisgabe seiner Pferde, auseinander. Ein anderer Teil dieser Bande wurde |iuei Tage später von Oberleutnant Kausch bei Besondermaid erreicht und nach dem Verlust von Solen ebenfalls zersprengt. Südlich von Seeheim gelang es Crailsheim, die &crft Lamberts (26 Köpfe) unter Mitwirkung von Berseba- Dcovlenten gefangen zu nehmen. 9luf unserer Seite find Verluste nicht zu verzeichnen. Tie bisher in der Kopkolonie internierten Hotlentolten kehren allmählich in das Schutzgebiet zurück. Bisher sind insgesamt 470 Köpfe, darunter 100 Männer, eingetroffen und aus friedlichem Wege in die Dotationen übergeführt worden. Unter den Zurück- gekehrten befindet sich auch Kapitän Josef Christian. Üdraham Morris dagegen will mit einem kleinen Anhang luf englischem Gebiet, wo er bereits feine Waffen abgebefcri tai, verbleiben und offenbar Frieden halten. Mil Simon Ü«pper, dem Führer der bisher noch im Felde stehenden
Redaktion, ®xpebitiou und Druckerei: kchul- ftraB« 7. Expedition und Verlag: eyiN IHcbaltioiu 111 teL-ilb u Anzeiger® leben.
Lnjumut -usaiumengeire.r^t uuo die wunit des wrrtia^illrchcn Lrl-cus allüLiium in onencn Niedergang veritljn. „Daff em fuloyir Umicuiüung in cruer Linie boi iarucib>iiiaiLt lecficn u>iubc, 601 uwucyt Nicht cril auMÜiaiUX-tgejeU zu mukul"
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhejsen
Ta» Zentrum bedauert jetzt die LuSlieserung kx.s iLahlkreises Osfenbach- Lieburg an Ulridj. Leiücr Eomnii die Einsicht arg spat. Wir lesen in dcr „Löin. Vol'Sztg.":
ES wurde ui der «itzung d.s LandeSausschusieS, zu welcher die Vcrir.ter von Ofienbach-Ticdurg zugezogen waren, mit auS- brücliiujir Zustimmung der tctztercii und namentlich des Bor- siveiiden dcs Lueiibacg-Siebutgcr WahlkomckeeS auSdrüctuch vereinbart, bab die gleiche Parore, weiche die Liberalen in Mainz ausgaocn, auch das Zentrum in Ofscnbactz-Dieburg proklamieren feilte. Und das war nicht Wahlenthaltung, fonbem ©tim m freibeit, wobei alle Aedner betonten, da» von einet Stimmabgabe für Den Sojialiften Ulrich keine Rede fein könne. Trotzdem brachte am SamStag vor der Wahl das Dieburger Zentrumsorgan einen heuigen Artikel, dcr oirclt vor der Unterstützung deS bürger- lichen Kandidaten warnte, und in Flugblättern wurde von einer Seite direktes Eintreten für Ulrich verlangt. Damit wurde her Parole deS Lande-auS- schufseS schnür st r a cl - entgegen gehandel t unb — »u gleich derSicgdeSZentrumökandibaten in Mainz- Oppenheim vereitelt. Die Sozimdemolraten nutzten den Bot.all geschielt aus, indem sie im ganzen Wahlkreise Vlomz- Oppenheim durch Plakate die liberalen Wähler aus d.ese Qucr- trcibcr.i in Ssicnbacti-Tieburg hinwiesen. Die protcstantüarcn Lauerte im Kreise Oppenheim versagten fast vollständig.iniolge dieser Hetze, zu der man natürlich auch noch eine wüste kon- fefitunenc He'ze hinzusügtc. Änberenfacks wate es zweisellos möglich gewesen, Mainz dem Zentrum zurückzuerobcrn und dem wild.ibcralcn Dem, der nicht einmal ein Blockkandidat war und sich zu den Forderungen der Kölner Beschlüsse de- ^dingungslos bekannt hatte, gegen UlrichzumSiege zu verh^fm.
2lu> Stadt und Land.
(Sieben, 13. Fi-bniar.
- Ordensangelegenheit. Le. Kgl. Hob-it dcr Groh Herzog hat dcrn Ingenieur Lud,vig FreeS w Brünn die Erlaubnis zur Annahme unb zum Tragen dcS ihm von dem deutschen Kaiser verliehenen Kronen-OrdcnS 4. Klaffe erteilt.
** In Audienz empfangen wurden am SamStag von Sr.Kgl.Hoh. dem Grobherzog u. a. der Werkmeister Lern von Butzbach unb der gürstl. Iicndurgtsche Forstmeistcr Müller von Büdingen.
•• Lehrerpersonalien. llebcrhogen rourbe den, Lehrer 2amb zu Kirch-Brombach eine Lehrerstelle an bei Äemcindejchule zu 9leu-Isenburg, dem Lehier Hoffart zu Echzell eine Lehrerslclle an der Gemeinbeschule zu Vteu-Isen- vurg, dem Lehrer Heist zu Steinberg (Kreis Schotten) die 4. Lchrcrstelle an der Geineindeschiile zu Tüdelsheun, den, Schulamtsaspiranten Gilfnch aus Flonheim eme Lehrerstellk an der Gemelnde'chule zu stiüffelsheim.
— Unbe (leitbare V o ft | e n b u nj e n. Bei der Ober- Voflbiicfuoii ui TannfiaM lagern 'olgende Lendungen, deren Lb- st'nber vietleichl zu unseren llciern jäblcu, al» luibcjicllbar: Post' amu. über 10 M uom 21. 6. 03 au» Bad-Nauheim nach ;Hüin. (iniuiäiiflcc unbekauni. lieber 6 '!■(. bO P(. uom 26. 5. 0-5 an» (Sieben 2 nach paag. Enip'änger unbekannt, lieber 7 M. tzl Pi. uom 4. «. 05 au» Friedberg Irenen) an Zrt. '21. L'une in Basel, Schivaneng. 4. Einschreiburieie uom 13. 6. UO aut B a d - vt a u h e i m an Hugo iXmy ui Ziegelboi bei Horn, nachges Veilbionn. Boni 2Ü. L uo au» Ober m orten an Kais. «Steuer- and in Wieebadeiu Boni b. 7. 06 au» Bab - Nauhe »nr an iHoieni-eig in Poiiawa. Born 1. 8. 06 au» Wieben 2 an den IkiDanb deutsch, ivastiulrisgeh. tu Frantstirt (*Dl) Bad. Hol. UJeiu. Briet nm 1 9)1. 20 '!>♦. m Freimarken aud F i icöbetft Hesieu- an Tr. Perl», eiabtaiji a D. m Franliurt ?J)<), Zeit 74II uom JO. 6, US. Tie zur (Linoiangnahme der Oiegenstaude Bered-ligieu muffen sich binnen 4 Wochen bei der Lber-Bostdireklion melden, luidrigi'iilall» die Postauiueijungsbeiräge und die in den Lendungeu enihalieuen oder durch Berstergernug des JistiallS erlösten iveid- beuäße der Poil-ltnierslugungskasje überivie|en, die Briese abci ucrmchiel werden.
21 no oem Bureau des StadttheaterS Am Freitag findet B e ne f i za u sf Ü h ru n g für eines unserer vcliebteilcn 'JJhlghcber statt, pircn Neglsseur Bruno Sietmer. Schlegel. Er hat /Jltejiofa' gewählt und die Bor- Itcllnng dürfte neben der Wahl deS Stuckes unb dem Slawen ücS Benefizianten noch dadurch besondere 'Anziehimgskrail erlangen, daß durch die liebenswürdige DUtwirkung von 'Mitgliedern hiesiger Gesangvereine den herrlichen Wcberschen Ehürcn eme vollste Wirkung gesichert ist.
•* Kaufm. Verein weibltcherAngestellter. Im Kaufm. S^remShauS, Nordanlage, fand am 8. Februar die oidnungSmüjzig anberaumte Haiiptoerfammlilng des Kaufm. Vereins weiblicher Angestclllcr unter ziemlich starker Beteiligung statt. 9lad) Begrüstung der erschienenen Vlitglicder und Gr- offnnng dcr Versammlimg durch die Vorsitzende dcS Vereins, 3rau Hermine Schneider, wurde m die Tagesordnung eingetreten. Fabrikant Horst wies kurz unb klar auf bic Notwendigkeit bcr endgültigen Beratung und Beschlußfaffung dcr im Entwurf bereits vorliegenden Satzimgen und ganzen Organisation hm. Licchtsanwalt Leun, als juristischer Be- later des VcremS, beleuchtete die rechtliche Stellung des Kaufm. VercmS zum Fraucnverein. Tie vom Vorstände au6» gearbeiteten Satzungen sanden Genehmigung. Ter zweite Punkt der Tagesordnung, die Vorstandswahl, vollzog sich in kurzer Erledigung. Es wurde der bisherige Vorstand wieder- gewühlt, bcr aus fünf aiißcrorbenlllchen Mstgliebern ans bem Frauenvereln, auS sieben orbcnllichen Diitgliedcrn aus bem Kaufm. Verein unb fünf beratenden Herren besteht. Tas lebhafte Intereffe deS Vorstandes und aller Mitglieder geben eine gcwlffe Bürgschaft für die günstige Weiterentwicklung und das Gedeihen deS Vereins.
8 TreiS a. d. Lda., 11. Febr. Unsere Gemeinde itanb gestern, wenn man so sagen darf, unter dem Zeichen dcs VortragS. Am Nachmittag sprach im Saale des Bürgermeisters Benner in der Generalversammlung dcS hiesigen KriegeroereinS, bcr vollzählig zur Stelle war, Mehrer Volk auS Schadenbach über die Beteiligung bet Grotzherzogl. Hessischen Division an bem glorreichen Felbzugc von 1870/71. Ter Redner führte den aufmerksamen Zu- Hörern in fast einflünbiger, formvollendeter, begeisternder Rede ein Bild auS der großen Zeit unserer deulschen Ge- schichte vor Singen, daS mit Recht wert ist, unserer schnell- lebigen, lelchtvergeffenden Zeit immer wieder inS Gedächtnis znrückgcrufen zu werden. Dlögen feine von tiefer, treuer Vaterlandsliebe zeugenden Worte bei den Znhorern auf gutem Boden gefallen fein 1 Nach dem Vortrag, der den ein- stimmigen lauten Beifall der Versammlung fand, unterhielt man sich noch in kameradschaftlicher Weise bis zur Abreise des Redners nut dem Gesang patriotischer Lieber unb bet Erzählung humoristischer Geschichlchen, bie der Vortragende jinn Besten gab. — Am Abend feierte in demselben Saale der hiesige etwa 60 aktive Mitglieder zahlende evang. Kirchen- gefangnerem feinen diesjährigen Familienabend unter zahlreicher Beteiligung sowohl der altioen, wie auch der inaktiven 'Mitglieder und deS Kirchcnvoritandes. Nach einem unter bcr Leitung bcS Dirigenten, Lehrers Eaerle exakt und mit feinem Verständnis oorgctrageuen Ehorgcsang und euicr knrzeii, in ein Hoch auf Kaiser und Groschcrzog audflmgenbcn Begrüßungsansprache unseres Pfarrers Böchner hielt Pfarrer Gustmann von Kirchberg einen tief enipsun- denen unb fesselnden Vortrag über die Eniftehnng und den hohen Wen unserer evangelischen Kirchenlieder. Gejpamrt
politifcbc Lngcsschau-
lie Landwirtschaft als Stütze der iudustriellen Hochkonjunktur In dem m Cl/emnib eriu,einenden sojiatbeuwkrutljchcn Organ «brkit Ealwer, bcr beste Wiisenschajl.cr btt Sojialdcmokr^ire, bie (jrage: Drodl in Aurcrrla eine ftriie? Es beißt in diesem Irtitei u. a. Würrich:
Ziveiieltas yat nun bie Verteuerung des Geldes dazu bei- Setragen, bie n-rrtschallliche Siiuauon ungünstig zu bcemilufien. ;i trat vor allem eine Zurückhaltung in bcr Eneckung rn- buflruiier Uns trüge ein. Ein äuiedet Umstand aber, bcr ein ungunliiges Licvt aus bie ndajite ZuLunjt wir.t, ist bie brS jetzt wenig fleiuinnbruigenbe AerweNung der amerikanischen Ernte für den Ez Port. Die Preise aus dem Weltmarkt entsprechen keuieSwegs den Erivartungen der ainerilanischm Farmet. Unbeirubioenbc Gelte,beprcrse fallen aber in Amcrcka für das Gedeihen von Industrie unb Hanoel ganz anders ins Gcwiajt aiü z. B. bei uns in Deutschland. Die Au.trüge vus der Landivinschllst buben einen gwheu Posten der der Inbusirie iuitubuiibcu DeichastigungSgeiegenhech Eine un- befriedigende Zinueitung bcr amciitaniiüjen Ernte bedeutet also einen erheblichen Rückgang bcr inbuiitiedcn Besieltungen, für bie nicht |o leicht Ersatz zu schossen ist. Mit bcr Landu-.nichast eng zuiammen hängen aber die großen Getreidebahiien, beten Euinahmeu sofort von oet Ungunu der Gttreipcvcrwertung gettoiien werben. Ihre Vluftrage an die Indufttie, die ui guten unb mittleren Iayren ganz beträchtlich sind, mußten gleich- ,allS zutuckgeheii, wcuil bie Birwertung des Getreide- zu wünsck>en übrig liege. Bot allem würde die Eisenurblsttrie, das Metall- und Maichinengewetoe von dieser befürchteten Ungunu bctroiicn werden.
Zum Schlüsse seines Artikels weist der Genosse noch daraus hin, daß von einer solchen schweren Beeinträchtigung der eben- genannten Großgcwcrue natur.ich auch fviOtt der jtoij.cnocigbau mit bUtuiien nh-tben müsse. Dann marai die Säulm b.r Loch-
iptrb brr Freis. Ztg. besUckigt, d.iß der (übrlgeni soeben schwer nltanltc kaihul.-skunservative Agrarier v. Bolko seinen Lieg über d.n itcij. Äanöibatcn Enoemann cutzig und alieui bcr direkten U n t e r ft ü u un q durch bie Sojialbemo- baten zu utrbaiden Um Üüi Verg.eich bu Zähren, btt bei bcr vaupt- und bei bcr Stichwahl abgegeben roorotn fuib, ergibt unter Berück,ichtigung der Stimmenuerhaltnisie in einjemcu Orten, daß etwa UUU Sozialdenwtraten |ur ben Kvnseroativeii ntnimmt Haden mühen. BesipieiSweue hat in der Stadt Sagau btr irci)innige StanDibat ui der Stichwahl 12ü4, der Agrarier 951 Summen erhalten, nachdem in der vauptwahl am 2o. Zan. ' 986 ireiimnige, nur 581 agr., 224 Zeiitrumsituimien un» ti’JG r fozialdenwtr. abgegeben woroen loaren. In bem Orte Filchen- L tuC| wurden bei bcr Hauptwahl 3? konservative, 14 frei)innige, | 64 soziachcniolr. und 1 Zeiitrumsstimmöitiei gezählt, in bet Stich.
mahl aber ul kuiijervaiive unb 8u irei,innige. I:i Schbntha wurden in bcr Stichwahl 63 ireüinniflc und 6u konienratioe Stimmen i abgegeben, nachdem bei der Haupuuahl 36 freu"innige, 23 fon|„ io lojiakbcuwtr. und 8 Zentrumsstimmen gezah.t waren. Aus _ biLl'eu ibtiipiclLU, bie leicht noch zahlreich uernuurt iMibm könnten,
iirthlflftt“11' ' ist deutlich eriicht.ich, daß b.c sozialueuwl'ratiichen Wähler zu einem ilUJUl ca-- , nheblichcn Ten bcr freisinnigen BolkSpartci in den Rucken ga- bcr cyv'öjmu > fuxb fcunb für den adligen Agrarier gestimmt haben.
Lnzeiüers. __
lauschte bie uoltliche Verfannnlung den zu Heizen gebenden AiiSiührungcn dcS Rednera und zollte ihm zuin Schluffe reichen Beifall. Tcn übrigen Teil deS 9lbcnb8 füllten noch mehrere hervorragende Leistungen des KirchengesangoeremS und einiger Solofonger sowie der gememiame Gelang mehrerer geistlichcr und weltlicher Volks- unb Vaterlands Heber abwechsclnb mit einigen Teklamationen aus.
4- Handorf, 11. Febr. Ter Geicmgveiein .Froh inn* beging gestern abend sein WintcrvcrgilUgen in GefiaU eines Ko>,zcrteS. Ter Bögersche Saal war biS auf den letzten Platz besitzt. Tas reichhaltige Programm war sehr schön znfammcngeslellt und unter der Leitung deS Dirigenten Lehrer Ban da st kam alles sehr schön zu Gehör. Tie Ehoc- lieber, sowie bie einzelnen Theatcriiücke gaben von der Leistungsfähigkeit deS Vereins das belle Zeugnis. Ganz besonders ist hervoizuheben ,E>n deutsches Webel*, das durch einen volkstümlichen Tonsatz sowie seinen wundernollen Text die Znhörerschar in ernste Stimmung versetzte. Kirchenrat Weber unlerlicst eS nicht, noch einmal be,o>iderS daiaus aufmerksam zu machen. Am Schluffe liest eS sich der Verein nicht nehmen, fernes auswärtigen Ehrenmitgliedes Koiunier- zienrat Hey 11 ge n stae d t zu gedeiiken. Pfarrer Reujch vrachte nach einer kleinen Anspiache em Hoch auf ihn auS. len Schlust bildete ein fchüneS Tanzkrünzchen, d"S bie Besucher noch lange Zeil benommen hielt.
— 15a ubach, 12. Febr. Die Rührigkeit deS Vorstandes deS hiesigen EiSvercins verdient in diesem Winter besondere Anerkennung. So veranitaltete dieser geltem abend bereits öaö jroqic größere EtSfe >t. Hunderte von Lampions ipannten |ich in 4 farbenreichen Bogen von einem in der Mitte errichtetem Niastbaum nach den Ufern deS Cberfe**, der jetzt eine schöne glatte EiSslüche bietet. Bei den Klängen einer guten Kapelle tummelten sich hunderte auf der EiSdahn unb ein bcngcuücheS Feuerwerk entzückte auch die vielen am Ufer liebenben Zuschauer. Leit 8 Jahren erlaubte die Witterung nicht bie Abhaltung eines solchen EtsfesieS unb unsere Iug.nb ist mit bem langanbauernöen strengen Winter sehr wohl zu ineben.
X Laubach, 11. Febr. Der Plan über die beab sichtigte Errichtung einer oberirdischen Tele graphenlinie an bet Landstrasse von Laubach nach Lauter bet Laudach liegt hier bei bem Postamt vom 9. Februar ab vier Wochen auS.
— Wetzlar, 13. Febr. Um unserer schulentlasienen männlichen Jugend in ihren sog. Flegcljahren eine Körper und Geist günstig beemfluffcnbe Beschäftigung und Unterhaltung zu gewähren, erscheint unserem Kreisauü'fchuß die Einführung von Iugendspiel en zweckdienlich. Mehrere Voltsichullehrer unseres Kreises haben Unterricht, in der Leitung derartiger Spiele genoffen. Erfreulicheriveise ist der KceiS- anSschust erbölig, soweit die Einsührting der Spiele diirch den Mangel an Biilteln zur Beschaffung von Spielgerälfchasten behindert ist, ans seinem Verfügungsbeitande Beihülsen für diejenigen Gemeinden zu gewähren, deren Lehrer Jugend- ipiele in« Leben rufen.
p A ns dem Kreise Wetzlar. 12. Febr. Ter Stolz unserer Landwirie ist neben dein hüvfcben Biehbeiiande der Miesitz i ch ö n e r liefen. Tiefe betragen In,3 Prozent uiiiere» Wuliur- lanbcr, das 65,6 Prozent der Geiaintsläcve ausmachi. Bei uei- inoosien Flachen streuen, weiin die Wiiierung eS einigermaßen gestaltet, bie Bauern schon jetzt Kamil. Komnil im Frühjahr öic &gqc, so geht daS Ploos leicht los. Haben sie dieses ciuienit, fo wird das Thoinasmelrt in die frisch amgceggteii Graonarlen gesät und dann tmiergedracht. Erlahrungsgemaß gebe inan diese beiden Tunner getrennt. Bor allen Tingen wolle man nicht spar un Frühjahr nut Staunt het'en, man eriuult gerade das Gegenteil. Em Lanomann gibt einen Fall an, bei dem bei Aickubeachinng dieser Siegel 'Moos und Gras verbrannt sind und es fast lein yeu gab. Thomasmehl kann man eher spat geben, ebeiualls bie hier als Wieiendunger beliebte H o l z a f ch e , die von ausgezeichneier Wirt'iiig ist. Dabei ist diese verhälniismästig sehr billig, tollet doch hierzulande bie 'Dielte nur 25 Plg.
= Wer darf (Till), 12. Febr. Der FällungSbetrieb dcS Nutz- und Brennholzes geht dem Ende zu, sowie bcr Aushieb bcr Nichlfchälhölzcr in Schälivalbungen unb baS HolzauSrüctcn aus Vcrjüngungßschlägen. Die Gemeinde- Holzoersteigerungen sind un vollen Gange unb zeigen Preise, wie wir sie noch nie gehabt habcn. Wie wir von einigen Holzaufkäufern erfuhren, wurde E-chenbauholz mit 70 — 80 Mark und Buchenholz k Fesimcter mit 50 — 60 Viatk er* nanbeiu Brichcnjchnitiholz stellte sich bei einigen Verkäufen in Nachbarwaldnngen auf 11 ja 12 Mark; selbst daS Klafter Pcügclholz kostete bei guter Abfahrt 8 — 10 Mark.
Giesteuer Strafkammei.
X Gießen, 12. Februar. Zweikampf mit totlidjen Wafftn.
Ter ihtb. Phil. A. K. aus Stoinemünbe ist angeklagl, sich des Zweit a mp f es mit rötlichen Wa.fcn und der Korps- öiener SB. M. hier, der Beihülse hierzu, schuldig gemacht zu haben. Anfangs September v. I. kam es zu Heringsdorf zivisckxn L. und einem Offizier des 4. Grenadier-Aegunents zu Rasten- bürg und dessen Begleiter zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf der Lssizier von K. tätlich beleidigt und sein Begleiter ge* ohrfeigt wurde. TeS andern Tages ubirbrachte der Ciiijier bem Studenten eine Forderung, die auf dreimaligem kugelroed/fel mit gczogcncn Pistolen lautete. In der Frühe des 14. Sktobers sand der vom Ehrengericht auf einmaligen Kugclwechsel herabgesetzte Zweikampf, unter Einhaltung der hergebrachten Ka.upseS-' regem unb den sestgesetzten Sjeoingu..jen un Schissenberger Ta . stau, nachdem der von oem linparteiisu-en und einem Sekunda.!! gemachte Lerfthnungsversuch erfolglos g:olicben war. B.t oc:. auf 15 Sprungschrute Distanz oorgeno..'.menen Kugelwechsel erhielt der Ciuiier einen Streifschuß in< die Mag eng gcnd, der jedoch keine schweren Folgen nach sich zog. Ter Cif liier rourbe inzwischen vom Kricgsgeri^t zu Zniterburg in eine Feuung-Z- straft von 5 L'kouaten verurteilt. Da die Strafkammer jer. war, baß jeden der Beteuigten die gleiche Su-uld tr. :, etianntc auch sie gegen K. a>ui 5 Monate Festungsha ft. M., dessen straibare Handlung in dem Verbringen der ^Lassen aui den Kampfplatz erblickt wurde, kam mit Dagcu Fciiungshaft durch, da seine Zwanglage strasuuldLmb bemUi wjiigt wurde.
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