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1901
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S ftein'ii.GHani' "• ouge/n er/crnl n fitiuibl üiwSaw tlttotttW 2, L glerln euiöiies.. auijer bemw MeiBbiuberuieiitt: nveg L Up muttö beütiöei B wgaie21. lieb, getmiettwu.
Nr.ttO ^wckteS Blatt L37. Jahrgang
Dienstag LÄ. März 1907
Erscheint täglich mU vulnahme de» Sonntag».
Die ..«Ikhener FamlIIendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Urelsblotl für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Der..hessische Landwirt erscheint monatlich einmal.
General-Anzeiger für Gderhesftn
Rotationsdruck und Verlag der vrüblichen Unwersiiäls - Buch- und Gkeindruckerei. 8L Lange, Dteßen.
Redaktion, Exveditton und Druckerei: Schulstrave 7. ErveknNon und Verlag; e^äi 6L Redaktion: 112. Tel.-91dr» AnzeigertSteben»
politifcbc Lcigesscharr.
Von der Wehrsteucr
wird in nächster Zeit wieder vieliach die Rede sein. Die Debatte im Reichstag stehl uimmtclbor bevor. Tie zmn Wafsendienst körperlich Untauglichen sollen im Sinne ansgleichender Geredjtig- ken zu einer besonderen Steuer beraugezogen werben, der sogen. Wehritener. In verschiedenen anderen europäischen Staaten existiert diese Steuer betens seit einer Reihe von Jahren. In Ccitcrieid)- Ungarn wird sie in 14 Massen in Höhe von 1 bis KO gl. erhoben. Tie Angehörigen hasten für die Zahlung. In Frankreich bestehl sie mit längeren und kürzeren Unterbrechungen seit dein Revolu- ttonsiahr 1789 und zwar in entern <c|tcn Sah von 6 Franken pro Jahr und enter nackt deut Einkontnten des Wehrpslichugeit iestzu- sehenden Steuer. Ebenso ist es in der Schivetz: hier wird |ie Militarpflichterlatz genannt. Rußland hat ebcn'aklS die Absicht, eine allgemeine Wehrsteuer eutzutuhren. Ter Entwurf zu eiltet Wehrsteuer, nach der von allen Dienstuntauglichen 4 Mark pro Alaun nn Jahr erhoben tverdeti sollten, hat übrigens auch bei uns schon im Iahte 1881 dem Reichstag zur Entscheidung vorgelegen; er wurde aber damals m der denkwürdigen Sihung vom 29. März einstimmig abgeleljut. Diesmal freilich werden wir mit einem anderen Resultat zu rechnen haben, und daS erschenu nur gerecht. JedeiäaUs lut Man gut, sich über den geschichtlichen Verlaus wie auch über daS Für und Wider rechtzeitig em klares Bild zu verschasjen.
Tie neueste Nummer beS in Leipzig erscheinenden modernen deutschen ,chmilienblatteS .Welt und Haus" enthält einen aus- fühtliehen Auhcty über die .Wehrsteuer' von Lberst a. D. von kkutnaiowsty, der besondeter Veachtung empioylen werdeti darf.
Z'ltUtz.sthiS Al)gi0L0nelenyaus.
Berlin, 11. März.
Zunächst handelt es sich um die Ermächtigung zur st r a s r e ch t - lichen Verfolgung dreier sozialdemotratischer RedakteurewegenBelcidigungdesAbgeordnelen- Hauses. Tie Gcfwa)16ordnungskommiilwn beantragt, diese Er- tnächtigung nicht zu erteilen, das Haus beschließt nach dcui Anträge. Hieraus wird die zweite Beratung des Eisenbahnetats mit der Besprechung der Angelegenheiten der Beamten und Arbeiter fortgesetzt.
Äbg. Dr. Schrö de r-Kauet (nl.) hebt hervvr, wenn die Regierung auch eine Äusbessernng dec unteren Beamten zugcsagt i:abe, so sei doch nicht zu verkennen, daß auch die nisittleren Beamten durch die Teuerung schwer betroffen wurden. Den Adi trägen aus Besserung der Lokomotivführer und Bciriebssekretare ikänden seine pvlitisd-en Freunde sympathisch, gegenüber und honen aus ihre Annahme.
Zu den beiden Anträgen ivegen Feuerstellung der Lokomoti». ftchcer und der Eijenbahtibetrievssekcetäre tvird twch von den btciiuitiigen em weiterer Antrag lOeser- eingedrucht wegen Besser- llcllimg der Eiseubahnasjistenten.
Abg. Lüde cfe (|L) er Hart, Daß er die Stellung der Eisen, bah.'werivaltung zur Sozialdemokratie für eine staatliche ökotwendigkeit halte. Den Anträgen stimme seine Partei zu.
Abg. Ernst (fr). Bgg.) bringt Wünsche bei der Bahnver- waltung deschäitigten Kanzieibcamten vor. Ter Wunsch, die Sozial- '•i.molratie durch Beseitigung der Unjufriebenljeit zu bekämpfen, sei nicht durcht ührbar, da die S o z i a l d c m o ! r a t i e i m in e r neue Grunde zur Unzufriedenheit fände. Er hoffe, xr Minister werde auch tveiter dec Sozialdemokratie gegenüber fest bleiben.
Minister Breitenba ch weist dcutaus hin, daß die Gebälk s r e g u l i e r u n g 'im nächsten Jahr durchaus 1 y st e in a t i s ch fein werde. Die Gehälter der Lokomotivführer lutb Heizer seien fortgesetzt erhöht worden.
Abg. Dr. König hält es für verdienstvoll vom Minister, -wenn tr bei dem Wohnungselend immer mehr für den Bau von Wohnungen für Eisenbahnangestellte tut. Manche Krank
heit könnte zil richtiger Zeit geheilt werden, wenn den Beamten freie ärztliche Behandlung zuteil werde. Bon Wichtigkeit sei ferner die Enthaltsamkeit von Alkohol während der Tienstzcit. Die Staatsveanttcnstcllungen seien trotz oft geringer Bezahlung auch jetzt noch immer gesucht. Er hoi,e, dag die r" ^getkommisfioii nicht zögern werde, die nötigen Gehalts- erhöh ng.n icr uuchm<n.
Die drei 'zintrage gehen an die VudzctLommi'ssion.
Beim Titel Tagegelder, Reise- und Umzugstoiten weist Abg. v. B r a n d e n st e i n iwnf.) daraus hin, daß nacy den Erklärungen des Ministers m der Budgetkommiiiwn zur Benutzung der ersten Wag en klasse nur die höheren Beamten einschließlich der Assessoren und Baumeister berechtigt seien. Tatiächlich werde die Klasse öfter auch von solchen benutzt, die in diese Klasse nicht gehörten. Le.ter zeichneten sich solche Beamte auch durch Rücksichtslosigkeit aus, ja es scheine fast, als ob sie es nicht gern sähen, dag auch andere Personen die Bahn benutzten.
Minister Breiten bach nimmt an, bay sich alle höheren Beamten <t-;ud) ihrem Range gemäß benehmen. Es feien verschiedene Weisungen ergangen, wclcl/e Mafien von den Beamten benutzt werden sollten.
Preußische» Laudeü-Lcrottomic-Nollegtum.
(Unberechtigter Raciwruck verboten.)
8. iu H. Berlin, den 9 März.
In der heutigen Schlußsitzung veihandelle man zimächst über: D i e Wirkung des F l e i f ch des ch aug e s etz es. Der erste Berichterstatter Ritiergntök'isttzer Baikmann hob hervor, daß die allgemeine Tnrchiüycnng der Schlachtvieh- und Fleischbeschau aui Grund des Reichsgesetzes vom 8. Juli 191)0 sich ohne Siömngen m der Fleifchversorgimg vollzogen hat und der Zweck, Die Allgemeinheit der Fleifchkonfumenten nut einem sanitär eiiiivand>reien9lahriings- miltel zti veijorgen, ald üollfommen erreicht anznfihen ist. Die in den letjien Jahren emgetreteue erheb.iche Sieigeruug der Fleiscl)» uieife ist zum Teil aui bie Fleischbeschaukosten zuruckzuiühreu. Tie Wiikuiigeu des Fleischbefchaugesetzes uad) dieser Richtuug hm ist um fo schärt er Qciuejen, als die Kosten der llniersnchmigen nicht nur tekliveise recht erhebliche, solidem auch außerordcuiiich ver- jchiedeue gcwejeu sind. 91amentlich Die Schlächter am dem Lande und m tlemertn Städten, wo öffentliche Schtachihäuier mchi bestehen, haben besonders hohe Kosten durch die stteischbeichau zu nagen. In gleichent 'Maße verieuernd hat geivirkt, die hansige Unmöglichkeit dec baldigen VeiwcnDimg beaiiftauDeler, bedingt tauglicher Fieifchstücke m Rodiaiifialieii imD auf den Freibäiikeu, da diese Vorrichtungen fast nur an größeren Schkachtviehhöfen vorhanden sind, aui dem Lande aber fu|t ganz fehlen und feiner, daß noch vielfach jede 'Möglichkeit fehlt, die Tiere gegen Schlachiver- luft zu versichern, oder iveun es gefchieht, uiel'act) Diel zu hohe Prämien bezahlt iverden muffen. Die Verluste durch die Fleisch- beschau benagen ca. 2U Atillwnen 'Mart allem lür Preußen. — Ter MitberichterjiaUer Proieffor Dr. Schütz-Berim teilte mit, daß nach den an der tierärztlichen Hochschule zu Berlin Dorgenommeueu Berechnungen der Gesamtverlust an Fleisch und Fett, der duich bie Fleischbefd-an hecbeige'ührt iviiö, jährlich etroa 80 MiUiviien Rtark beträgt. An Gebühren für Fleifchbe- jdiau iverden in Deutschland etwa 20 UhiUiouen Atari bezahlt. Tie Kosten der Fleischbeschau tragen zmn Teil bie Landwirte. — Rach kurzer Diskussion werden folgende Erklärungen der Berichterstatter angenommen : Tas Kgl. LanDes-Oekonomie-Kolleginm beschließt, die SlaatSiegierimg zu ersiichen: 1. die Rollen Der Schlachtvieh- und Fleischbeschau ganz aui Die Staatskasse zu übernehmen ober Doch aui Die Ermäßigung Der Flelschbeschauloiteu Durch Zuichühe Des Staates oder andere ofientliche Verbände hmzuwlrten; 2. Dem wieDerholl geäußerten Wunsche des Pieuß. Abgeordnetenhauses Rechnung tragen zu wollen, durch Einiührmig einer obligatorischen Schlacht- viehverncherimg unter Heranziehung von osjemlichen Mitteln; 8. jchleuiiigste Alaßnuhmen zu treffen, bie geeignet sind, bie zurzeit vieliach unwinschanUche Verwenoimg des bcaiiflandeten oder bedingt langtichen Fleisches zu verhuiDern.'
lieber Viehzucht im Jahre ItiUö sprach Hofbesitzer Engel-
Kießener Tycatnvcrein.
Iphigenie aus Tauris
von Goethe.
Statt zweier Koryphäen der Berliner Theaterwelt, deren Versprechen hierher zu kommen ebensoviel Furore machte wie schließlich ihr Ausbleiben, kamen am 'Montag einige Rem» leide des Frankfurter Schauspielhauses zu uns, uni unS nicht den ^Fiihrmann Henschel' von Haiiptmann, sondern Goethes -Jphlsteiiie' darzubieten. Gibt es größere Gegensätze? Jenes eu» deutsches Vollsslvck im natürlichen Sinne des Wortes, ein Bauemilück aus unseren Tagen von einer jedem Schmuck entsagenden, selbsiloscn Kunst, bie den Bahnen Tolstois, des unerbittlichen russischen Wirklichkeitsschllderers, nachwandelt, und in konsequentester Naturallsiik an Gemälde von Manet, Leibi und Liebermann erinnert, das erfchüttemde Lebensbild eines einfältigen, kleinmetischltchen Dulders in dumpfer Enge, der als Spidball dem Schicksal blindlings unterliegt — diese eine Ewigkeitsdichtiiilg, die auf antikem Goldgründe gigantisch sich anfbaut zum zeilendurchdcmernden Dome, die uns ideale Uebermenschen vorführt, die dem Schicksal gewachsen sind und ihm mit Größe trotzen; eine Dichtung, die über alle deutsche Kleinkunst gigantisch hinauSragt drirch ihre olympische WeiS- heil, Klarheit und Dtilbe, wie durch ihre unvergleichlich er» . abene, prachtvolle Versltmst. 2lber blinkt nicht atich von dein unerschöpflichen Borne der beiuegten schönen Seele der Hassifchen Dianapriesterin manch feines, reines Tröpflem in ber dlirchbüiierten Seele des simplen schlesischen Fuhrmanns? Wallet nicht in beiden Dichtiingen sittliche Größe und Nein- hcit, lief nineiliche Keiischheit, spricht das Allgemeine und L'tenschliche beider einander weltenfernen Stoffe nicht von Herz zu Herz, findet nicht in beiden selbst Der das Seine, der überall im Drama die ,Katharsis' des Aristoteles sucht? ...
freilich wäre die „Fuhrmann Henschel"-Aufführung des Thealervcreins zweifellos noch zugkräsliger gcmefcn, als die »Hphlgenie", die uns erst vor 14 Monaten geboten n, :rte, funb zwar auch mit Irl. Noltmann anä Frankfiirt in der ITtlelrolli'. Darum wäre die Wahl etiva des ,Taffo", der aber ID°Ül z. Zt. in Fraukfilrt nicht auf dem stteperloire sieht, noch be» grüßeuswerter gewesen. Ober man hätte auch eineu Aloberncn, felbil Wedekind, Halt Hanptmann durch Frankfiirter zu Worte -tommeu lassen können. 'AUeidingS begnügt sich die Iphigenie mit fünf Darstellern, im Gegensatz zu Wedetiud, der ui der Buchausgabe (bet Langen in Ltituchen) seines seltsamen Btc^gi-'- umd Kömgsdramas „So ist bas Leben" bie Fülle ber Pei- fonen gar nicht auszuzählen wagt. So entschloß sich denn
Plancher, in der Zwi|chenzett aus Anlaß des Semesierschkusses Gießen den Rücken zu kehren, der sonst zu den eifrigsten Besuchern der Theaterverelnsoorstellungen gehört.
Doch alle, die gestern dein Theater fernblieben um der Wiederholung der .Iphigenie' willen oder weil sie nicht die beiden großen Berliner Thealeruerne zu sehen bekamen, sind eines ichiveren Verlustes teilhaftig geiDotöen, Die Jphi» genie des Frl. Rottmann au6 dem Vorjahre und bie gestrige sinb nahezu völlig verschieben. Die unsterbliche Schönheit, die ihren Lippen anvertraut war, träufelte am Montag wie ein Balsam und ein HimmelSsegen in Ohr und Herz der andächtig lauschenden Rtenge. Voc Jahresfrist hatte hier und ba eine gewisse Schärfe des OiganS gestört, hatte ber Rede noch viel von der heutigen erstaiinlichen Schattle» rungssähigkelt gesehll. Auch heute noch ist nicht zu überhören das etwas Lispelige in dec Sprechweise. Wie wundervoll aber klangen doch ihre Tonmodulalionen! Dazu der uionumental erhabene Zug, die plastische Kraft der Haupt» strichel Auf der Höhe des drainatischen Moinentes stand sie vor und bei dein Vortrage des Parzenliedcs, der tragischen 'Auflehnung gegen den Schicksalszwang der üderniächligen Gottheit. Und wenn vordem der Iphigenie des Frl. R. jener zarte lyrisch-älhcrische Hauch von weltentrückter Unbe» wnßthelt gegenüber den Konfliklen des rauhen Lebens, die jungslällliche Seele abgmg, wenn sie vordem nicht sowohl auf bas rem Ptenschliche, das Schwesterliche, Töchterliche, als vielmehr auf das Heroische, oder richtiger auf bas Entsetzliche ihre Iphigenie gestellt hakle, so ist heule zu sagen, daß ihre Iphigenie jetzt em vollkomnien ausgeglichenes sJ)lu|terbilb erhabener Edelmenschlichlett ift. Was sie weit hinanfhob über eine Reihe großer Jphigenie»Darstellermnen, über eine Clara Ziegler, Rosa Poppe, Biaria Pospischil rc., daS »st jenes arme ElwaS, das fein Chirurg bisher bei feinen Sektionen gefunden haben soll und das man „Seele" nennt. Selten genug sieht man heute eine echte und obendrein großzügige Tragödin auf dec deutschen Bühne. Fräulein Rottmann aus Frankfurt ist eine solche.
Alle übrigen waren nicht „aus Tantalus Geschlecht'. Herr Kirch zeigte als Orcst neben ihr einen auffallenden Plangel an Ausgeglichenheit. Augenblicksivetse stand ihm cn zu Herzen gehenber Laut zur Verfügung; in der großen Szene, ba er seine abgeschiedenen Väter um sich zu sehen ivähnt, riß er gecabezn mit sich fort. Dann aber zeigte feine Rezitation wieder, am Anfang wie am (Snoe, nicht nur m den Affelliiellen, üble Th<- iaht; dann hatte seine Tarstellnng ettvas verwunderlich oewaltsameS, das dem Wesen des
DieüiiA-beubtid) Das RoUeumm emuue fia» mii q-v»
näruitfl: .Das Vanbcs=Ccfünonue-RoUcflmm beid) ießl, bie Körngl. Siantsreflierunfl zu ersuchen, zur Be|d»assuua vollkommen zuver» läfiirten Ptaienals über Den SimiD der Deutschen Viebzuchl die Vornahme aujähclicher sianstisdier Erhebnugeii anzuorDueu.'
Teu l a ii D iv i r t j d) n f 111 i d) e n Arbeitsnachweis behauDelte Tr. LuDwiki-Vertm, her iu a. «olflcuöeS hervvrtwb: Erne eril)ciilid)e Foun Des ArbeuSuachweises, wie sie bmißeiib iiouvenbiß wäre, besteht zurzeit für Die biutsche Laubwirischast nid)L Aid em svld)es Ziel hiuzuwirkeu, muß eme DrmgeuDe Ausgabe der Gegenwart fein. Gelingt es, biese eminent wichtige Frage zweckemfpiechenb zu löien, so wurde Damit Der LauDwiit- idjan em überaus wichtiger Tieust geleinet, denn Die Rosten Dec Aibeitsvermittelung für Die LanDwiilick,ait tragen bie Arbeitgeber, sie sind em Teil Der Produktionskosten, und zwar ein 1 tchl unbeträchtlicher, Da die L'nnDiviyjdtoit m relativ höhereti» Blaße als Die Gctveibe im engeicn Sinne Arbeiistiaiie benötigt. —
Zu Diesem Thema ivurDe schließtld) eine längere Resolution angenommen, womit bie TageSoibmmg erlebigt war.
2Cird)c und Schule.
X 91 i b b a , 11. Marz. In oer bis um oen letzten Platz ge- füdten Rird)C, in der |id) auch zahtreicye 9kid)ievangelische emgeumden hatten, fand gestern abend eme en-ebendeP aulGerhardt-Feier Halt. Tie Gemeinde, der 'JJiäimcrgc(auguevem, Der Gemischte Ehor, 2 Sdjülerdiöre und einige Soliliinnen des Gemischten Chors jungen mit Begeisterung bie Lieber des gotibegimbcien Tid)ters; 7 RmDet bc'lanuevien weitere feiner Lieder. Tie gai>ze Feier zerfiel in 4 Teile: 1) Tie Tränenzeil imD Das Gottverirnnen; 2) Ter GianbeuSgrund — bie großen Taten Gottes; 8) Ter Dank für Die Großtateir GotieS; 4) Ter Feierabend Der Rinder Gottes, welche bnrd) An- iprachen Des ethen Geiittichen veilnnpst waren. Tie Feier iuoc Duvd) DaS ‘jufammemuirteii aller Riäne eme echte GememDeseier imD wird eines nachhaltigen Enidruds mchi verfehlt habe,».
Zu ber Untersuchung gegen Pfarrer Jathv bt Köln, die auf eine von einigen rechtsstehenden Gliedern dey Kölner evangciisäMN Genteinde an den preußischen Oberkiccl-enrot gerichtete Besclpvvrde eingeleitet worben ist, schreibt bie „Köln. Ztg.": »Leider Hoven bie kirchlichen Behörden, oenen bw religiöse Stellung Jatvos und Die auyervübentiiche Verehrung, Die er unter feinen GemeindeglieDern genießt, hinreichend bctannt fein muffen, bieie Be)d)i.beroe nicht einiaa) zu den udeigen gelegt, sondern der Oberkirchcnrat hat bud Kvvlenzer Konfistvriutn und dieses den Superintendenten der Sytwde Köln beauftrag-, Pfarrer Jatho zu der Beschtvcrbe zu hören. Pfarrer Jtttho hat daraufhin eine längere Berreidigungsfchrijt an den Superintendeiiten abgeiaßt, die dieser mit seinem Gutachten auf dem Jnfiunzenweg tveiiev- gegeben Hot. Bon der daruushin erfolgten Euilettutig eine» amtlichen Verfahrens gegen Jlatt-o, von der auswäitige Blätter berichten, ist hier nichts bekannt. Wir nükljtcn vielmehr bofien, daß der Römer Gemeinde ihr innerer Friede, der durch jene Bescheveride gegen Jati-o wiederum getruvt wordcn ist, nicht durch ein Bvrgeljen der Drchenbeyöcde in cuitr Wed« erschüttert wird, die bie bedenklichsten Foigen nicht allein stu Köln, sondern für den ganzen Westen haben mußte."
Aus SxaM miiO CauO.
Sprechstunden ber biebattwn 11—1 ilyv vorn»., —Vs8 Uhr abdS.
Gießen, den 12. März 1907.
** Treue Dienstboten. I. Kgl. Hoh. bie Großherzogin hat am 11. März, als am Geburtstage der Prinzessin Elisabeih, u. a. folgende Ehrenzeichen für lang» fahrige treu geleistete Dienste in em und derselben Familie an folgende oberhessifche Dienstboten zu verleihen geruht: DaS Goldene Kreuz mit Brillanten: Ptacgarete Groß- köpf aus Hamm, 40 Jahre bei Herrn Pofioerwalter L P. Habich in Gernsheim; Anna Maria Friedrich aus Hahn-
beutfchen Gricchenjungltugs gar fremd tfi. Auch ließ er sich zu manchen Ucbecfchwänglichkeiten verfuhren, aus Denen ihm oann zu den lyrifchen Stellen feine Uebergänge gelingen konnten.
Dagegen war Herr Hellmer, ein neuer Herr, als PyladeS sehr hell und frisch tm Ton, ungeziert und höchst eiquidcnb. Ec zeigte, baß ec eine starke erblühende Kraft ist. Leine Diktion besitzt, ohne daß ihin ein sonderlich schönes Organ zur Verfügung steht, doch eine bereits vollkommene Sprachlechnik, hinreißenden Schwung und Feuer; seine 9luancierungen der Rede zeugen von Geist, von starkem Dichlerlschem Gefühl und nainenllich von innerlichster Verlebendigung jedes Wortes. Eö scheinen die schönsten Ent- loickeliingSmöglichkeiten bei ihm vorhanden zu sem.
Herrn DiegelmannS Thoas und Herrn Pfeils Arkas sind markig und schlicht charaklerisierl, der LhoaS mit ziemlich stark skythisch unartikulierten Lauten unnötig versetzt, der Arkas dafür um so weniger barbarisch, dagegen etwas zu schönrebnertfch. P. W.
*
* Frankfurt a. M., 11. März. DaS gestrige letzte (10.) Sonntagsmuseumskonzert, NTelches Herr ll n i o e r s i- tätsmusikdirektor Pros. Gustav Trautmann aus Gießen dirigierte, hat die Reihe dec Sonntagskonzerte glänzend abgesajlossen. Schon die gediegene Auswahl des durchaus klassischen Programms sprach für bie echt musikalische Auflassung bes Dirigenten, noch mehr aber befunbete sich dieselbe in der Durchführung des Programms. Seb. Vad>s 5. brandenburgiichcs Konzert für Streichorchester mit obligatem Liolin- und Flöten- solo und Cimbalbegleitung (letzteres am Flügel durch Hermann Zilcher ausgezeichnet vertreten) eröffnete, Mozarts Es-dur-Sym- phonie besclsioß den Abend, Schaiberts „unvollendete" H-moll- Symphonie erstrahlte als Glanzpunkt in ber Mitte bes Programms, umrahmt von zwei, von Herrn Felix Senins aus Petersburg geschmackvoll gesungenen Arien von Bach (G-bur-Messe) und Mozart (aus Cosi fan tutti). Das L-rchester leistete unter der llraffen, dabei aber musikalisch feinsinnigen Leitung des Herrn Trautmann vortrefs.ichies, nicht nur in den Streichern, wie bie ausgezeichnete Wiedergabe oes branbenbucgifchen Konzerts bewies, sondern auch in den Bläsern, welche sich in der herrlichen Schubcrti'chen Symphonie, bie unvergleichlich schön gelungen war, einer staunenswerten Reinheit unb Zarlhett befleißigten. Das war in ber Tat ein erhabener Kunstgenuß, für welchen Herr Profef'.or Trautmann unb alle Mitwirfenden mit begeisterten Beisattsspeuben gefeiert würben.
— Man schreibt uns ferner aus Frankfurt, 12. März: Suzcinne Tesprös hat vorgestern als Denise unb heute als Phebre bein hiesig.n Publikum außerorbenllich gefallen, während man ihre Tru, )e gut, aber nia-r übecroältigciib fatib.
— Papst Piu stiftete sür bas beste bei den für Den Mai bevorstehenden Ko c u e r B l u m e n p i e 1 e u cinlaufenbe Deutsche Gedicht auf die heilige Elisabeth ein Kruzifix,


