kommen gegen das Publikum und imter möglichster Erleichterung Lei der Abfertigung des Gepäcks die Reform zum L Mai ins Leben treten zu lassen. Auch sind bereits die beteiligten Eisenbahnstaaten zum 21. Januar zur Teilnahme an der Versammlung eingelaüen lvoroen, die im Eisenbahnministerium in Berlin tagen soll, um zu der e.ib- gulligen Ausgestaltung und Durchführung des neuen Gepäck- tarises Stellung 5.11 nehmen.
—politische Lages^charr.
Eine Palastrcvolu ion in Persien.
Dem neuen Schah von Persien wird das Leben recht sauer gemacht. Daily Mail berichtet aus Teheran, baß der dritte Sohn des verstorbenen Schahs Gefangener der Truppen ist, die er versucht hatte, gegen den jetzigen Schah zu fuhren, um seine Ansprüche auf den Thron geltend zu machen. Prinz Shoa hat versucht, sich mit Opium zu vergiften. Er erklärte, daß er ein neues Attentat gegen sein Leben unternehmen werde, wenn ihn sein Bruder nicht zum Gouverneur der Provinz Fars ernennen werde. Der Schah hatte sämtliche von feinem Vater in den letzten vier Monaten erlassenen Dekrete rückgängig gemacht. Diese Maßnahme trifft besonders den genannten Prinzen, dem vom verstorbenen Schah eine jährliche Zulage von 12 000 Lstrl. gewährt worden war.
Der Schah empfing die Mitglieder der 92afiona(ocr» sammlung, welche ihm ihre Anhänglichkeit versicherten.
Neues aus Rußland.
Am 15. Januar, abends 10 Uhr 30 Mm., erfolgte in dee städtischen Kreditanstalt zu Petersburg eine Explosion, durch welche daS Gebäude in Flammen gesetzt wurde. Es sind Verluste an Menschenleben zu beklagen. Näheres liegt noch nicht vor.
Der frühere ReichSduma-Abg. Aladjin ist aus der Wählerliste gestrichen worden.
In Odessa nahm die Polizei in der Universität eine Haussuchung vor, um Wahlaufrufe der revolutionären Partei zu entdecken. Die Durchsuchung verlief aber er- gebnislos.
Ausland.
London, 15. Jan. „DaUi) Mail" meldet aus Tokio, Japan habe den Wunsch ausgesprochen, daß die Frage der allgemeinen Abrüstung auf der nächsten Haager Friedens-Konferenz zur Beratung gelange. Man glaubt, daß angesichts dieses Wunsches die Abrüstungsfrage tatsächlich zur Beratnng gestellt wird.
Paris, 15. Jan. ,Matin" wendet sich heute in einem heftigen Artikel, der ihm offenbar von den französischen Kongo-Ausbeutungs-Gesellschaften eingegeben worden ist, gegen die angeblichen Uebergrifse deutscher Unternehmungen der Kamerun-Siedelun g, die in französisches Kongogebiet cingebrocyen seien und sich gegen 8000 Geoiert-Kilometcr dieser französischen Besitzung angeeignet hätten. Das Blatt fordert die französische Regierung aus, diesen Rechtsbruch kräftig zu- rückznweisen.
; — Ein Blatt erfahrt, daß das japanischeGeschwa-
per unter Togos Befehl, das im Laufe des Sommers England besucht, auch in Brest -oder Cherbourg einen amtlichen Besuch machen wird.
1 — Tie Leute des Maghzen haben einen der Getteuen
Raisulis, Sart0ur, zruir Gefangenen gemacht und ihn in die Kasbah von Tanger gebracht. Ferner ist der Gcheimfekretär Raisulis, D a 0 u d i, welcher seinen Chef Ebenfalls verlassen hatte, auf dem Wege nach Tetuan von Den Andjeras überfallen und auSgeraubt worden. jDer Stamm der Em Pau ar hat sick) fast vollständig unterworfen. Von 17 Stämmen sehtt säst nur noch ein Stamm. Nach weiteren Meldungen aus Tanger unterhandelt der mit der tzaupttruppe vor Guar lagernde Bagtadi mit dem Verwandten Raisulis Zellal. Dieser würde von Zellal schon ausgeliefert worden sein, wenn er eine Bürgschaft für die Bezahlung der vom Maghzen für Raisulis stopf ausgesetzte Prämie hätte. So aber fürchtet Zellal für seinen eigenen Kopf. (Sine zweite Sultanstruppe unter Amrani lagert im Jahelbezirke bei Larasch. Auf ein erstes Alarm- reichen hin können beide Kolonnen zusammenwirken.
, — Im Senat gab der Berichterstatter Charles Dupuy
seinen Rückblick über die hauptsächlichsten polittschen Ereignisse des Jahres 1908. Bei Besprechung der Lage in Marokko sagt er, sobald der Sultan spanische und französische Schiffe vor Tanger gesehen habe, sei er zu dem Entschluß gekommen, die Ordnung wiederherzustellen. Alan müsse hoffen, daß er dazu fest entschlossen sei, und damit Erfolg haben werde. Redner fährt fort: Lassen Sie nur kaltes Blut behatten und die Augen osien hatten. (Lebhafter Beifall.) Frankreich habe seiner Meinung nach von Europa das Mandat erhalten, aus Marokko für Europa das zu machen, was Frankreich vietteicht berechtigt gewesen sei, für sich selbst daraus zu machen. (Lebhafter Beifall.) Dupuh bespricht sodann die Besatzungsfrage und sagt, er sei be- trofsen über die andauernde Lage aller Länder für ihre Sicherheit. England, von dem man sage, es habe seine Kriegs- und Atarinebesatzung herabgesetzt, sei docy noch für seine nationale Verteidigung besorgt. Er bedauere die Be- sttebungen jensetts des Kanals, den Tunnelbau zu verhm- dern, der England uni) Frankreich miteinander vereinigen ,solle. (Beifall.)
— Eure Versammlung der Bischöfe sandte dem P a p st lelegraphisch die Versicherung chrer Treue und ihres Ge - th 0 r s a m s.
Wien, 15. Jan. Ab geordnet en Haus. Der Un- sterrichlsMinister unterbreitete dem Hause einen Gesetzentwurf über die Regelung bezw die Erhöhung der Bezüge der Professoren an den Universitäten und den denselben gleich gehaltenen Hochschulen, sowie des Lehrerpersonals an den Mittelschulen, Gewerbeschulen usw. Die Vorlage bett. die Ref 0 r m d e s I m m u n i t ä t s r e ch t e s d e r Abgeordneten enthält die Bestimmung, daß die Verjährung einer strafbaren Handlung so lange ruhen soll, als über einen Ausliescrungs- antrag noch nrnjt entschieden ist. Weiter bestimmt die Vorlage bett, das beschleunigte Auslieserungsversahren, daß bas auf Jnittative des Presidenten eintreten soll, falls ein ^Abgeordneter innerhalb der Räume des Parlaments eine strafbare Handlung verübt. Nach einer längeren Debatte beschloß das Haus die 3uicEucrroei)ung Jber Vorlage an einen .Ausschuß.
Aus S.aot uaio fcuno*
Gießen, den 16. Januar 1907.
•• Pferde markt. Der preuß. Minister des Juncru hat der städtischen P fe rde markt ko mm issron in Gießen
die Erlaubnis erteilt, zu der Ausspielung von Pferden, Foblen, landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten re., die tu Verbindung ir.it dem am 4. September in Gießen ftolt- sindenden Herbstpferdemarkt mit Genehmigung der Großh. Hess. Negierung veranstaltet werden soll, auch in den Kreisen Wetzlar und Biedenkopf Lose zu vertreiben.
I m Bilderzimmer der Lesehalle wurden soeben die Hauptwerke von Nembrandt neu ausgestellt. Es sind die Bilderserien, die in der hiesigen Nembrandt- Ausflellung im November schon gezeigt wurden, nur in kleinerer Auswahl, so weit sie hier Platz finden konnten. Von den Bildern seien genannt: „Die Nachtwache", „Tie Staalmeesters", »Die Anatomie", »Die h. Familie*, »Das Frühstück", »Der Schiffsbaumeifler", „Saslia als Braut", »Die Judenbraut", »Landschaft mit der Ruine*, »Das Hundertguldenblatt", „Die drei Bämne". Ter Stereoskop- Apparat zeigt diesmal 60 Ansichten aus Italien. — In der Abteilung Verkehrswesen ist der Jahrgang 1907 der Adreßbücher von Gießen, Frankfurt, Darmstadt, Berlin mit den neuen Sladtplänen eingetroffen.
" Besitzwechsel. Zu der gestrigen Notiz sei ergänzend mitgeteilt, daß Herr Gg. Hammel nur seine Hofrcite in der großen Mühlgasie an Herrn Jak. Happel verkaufte.
"Ab gefaßte Schwindlerin. In letzter Zeit hat in hiesiger Stadt eine unbekannte Frauensperson unter Benützung gefälschter, selbstgefertigter Bestellscheine Waren ausgeschwindelt und teils auszuschwindeln versucht. Gestern gelang es, die Schwindlerin in der Person der Marie Dallwitz von Gettenau festzustellen. Sie wurde verhaftet und mehrfacher Betrügereien, des Diebstahls und der Urkundenfälschung überführt; sie ist geständig.
** Die Gießener Rudergesellschaft 1877 feiert nm kommenden Samstag, 19. Januar, abends 8 Uhr in den Räumen des Neuen Sanbanes (Steins Garten) ihr 30. Stif - t u n g s f e st. Der Bedeutung des Tages und den Traditionen der Gesetlfchast entsprechend wird die Feier in glänzend^, b-ibci höchst origineller Weife begangen werden. Zu einem „Fest im Hasen von Uolohama" sind die Einladungen ergangen. Viele fleißige Hände sind bereits an der Arbeit, in den Sälen das Bild eines japaniichen Sttandes, au dem gerade eine ganze Flotte vor Anker liegt, zu schaffen und fo dem Fest einen entsprechenden, künstlerisch ausgeführten Rahmen zu geben, Reizende Geishas in ihren kleidsamen Kostümen, schöne Vertretermner. des Orients, die blauen Jungen der im Hafen liegenden Kriegs- schiffe werden b-ä Bild vervollständigen. Der sonn obligatorische Fruck ist diesmal setbjtredend bei allen Teilnehmern aufs strengste verpönt und muß dem zwanglosen Sommer-, Sport- oder Strandanzug weichen. Von den vielen geplanten Ueberraschungen bar, man leider nichts ausplaudern, nur das sei verraten, oaß Gießen bis jetzt ein derartiges Fest noch nicht gesehen hat.
" Der Geflügel - nnb V 0 gelzuchtverein Gießen und Um gegend 189 7 c. V. veranstaltet nächsten Samstag, Sonntag und Montag eine allgemeine Geflügel-, Bogel- und Kaninchen-Ausstellung. Dieselbe findet diesmal im Restaurant Ph il os0p h en wa l d statt und zwar werden die Hühner und Tauben iin großen Saal, das Wcisser- geflugel sowie die Kaninchen in einem eigens zu diesem Zweck anfgeschlagencn Zelte uutergebracht sein. Die Anmclbnngcn sind sehr zahlreich ergangen, und die Ausstellung wird zirka 1150 Stück Geflügel sowie zirka 100 Kaninchen umfassen. Vogelliebhaber seien noch besonders darauf hingewiesen, daß die Vogelhandlung von Aug. Felsing eine Kollektion vieler Arten mländischer und exotischer Smg- und Ziervögel zur Ausstellung bringt, im ganzen zirka 400 Stück. Mit der Ausstellung ist eine Lotterie verbunden. Die Ziehung findet Montag mittag im Ausstellungslokale statt. (Alles Nähere siehe Inserat in heutiger Nummer)
'* Die Barbier-, Friseur- und Perücken- mach er-Innung feierte am Montag, 14. l. M., in den oberen Räumen des Hotels „Kaiserhof" hier ihr 35jähriges Stiftungsfest. Die Feier wurde nut einem F e st essen eingeleitet, an das sich ein Koni m ers an schloß. Die MitglicDer der Innung hatten die Mitgründer, Herrn Christian Frutig und Franz Conrad, zu der Feier eingeladen unö beide Herren waren zu Aller {yreubc erschienen. Sie wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt und es wurde ihnen hierüber je ein Diplom überreicht. Mit bewegter Stimme sprach Herr Frutig in seinem und Herrn Conrads Namen herzlichen Dank für diese Ehrung aus und hielt einen ausführlichen Vortrag über einst und jetzt, der mit großem Beifall ausgenommen wurde. Bis zur späten Nachtstunde blieben die Alten und Jiingen in feuchtfröhlicher Stimmung beisammen.
Darmstadt, 15. Jan. Prinz Ludwig von Battenberg und Gemahlin, sowie Prinz Georg von Battenberg sind gestern nach England abgereisl. Die Prinzessin Ludwig ivird Ende Januar luieöcr hierher zurückkehren. (Darmst. Ztg.)
= Dlllheim (Kr. Wetzlar), 15. Jan. Ein hier m Quartier befindlicher ausländischer Arbeiter, Jos. K olle sch, der aus der Bahnstrecke Gießen-Köln beschäftigt ist, verunglückte heute vormittag. Er besorgte gerade das Abladen von Eisenbahnschienen. Dabei fiel er zu Boden und brach das linke Bein; auch an der Hand zog er sich Verletzungen zu. Auf einer Bahre trug man den Bedauernswerten zu SanitätSrat Dr. Stein in Ehringshausen, der die Unterbcingung des Verunglückten in die Gießener Klinik sofort an ordnete.
□ Neunkirchen (Dill), 15. Jan. Beim Ausbohren eines liicht zur Wirkung gekommenen Tynamitfchusses explodierte auf unserem Schacht „Kaiser Friedrich" dieser plötzlich und verletzte zwei Arbeiter beträchtlich. 9iolde aus Hippe ist bereits in der Gießener Klinik gestorben. Der andere Llrbciter aus Nocken soll in Lebensgefahr schweben.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r st a a r e n. Ter Volkssängerbund »Chatlia" bcichloß, jein Vundcssest am 30. Ium m Ettingshausen ab- zuhallen.
** Tageschronil. In Lübeck erschoß aus verschmähter Liebe die 30jährige Hausdame und Krankenpflegerin Schulz den B a n k d i r c k t 0 r der Kommerz- Äank und früheren fortschrittlichen ReichStagsabg. Ernst Stiller auf offener Straße. Stiklcr war sofort 10 t. Sodann flüchtete die Mörderin in ein Haus und jagte sich eine Kugel in Die Brust. Auch s i e starb alsbald. — In Posen flog das G asm ess e rh a u s der städt. Gasanstalt in die Luft unter dann er ähnlichem Getöse. Die Bewohner der Altstadt wurden uü5 dem Schlafe gerissen. Fast alle Fensterscheiben und zahlreiche Türen der Altstadt und ans Jmrere Der Wohnungen ist zerstört. Viele Decken sind eingestürzt. Im Umkreise vun 400 Meter ist .keine ea/ewc mehr ganz. Menschen sind nicht umgekommen, doch ist Posen ohne Gas. Der Schaden ist. erheblich.,
Die Ursache der Explosion ist noch nicht ermittelt. — Auf dem Nachhausewege wurden in der Nacht der Fuhrmann Licht und der Stellmacher Weber bei dem Eiseldorfo Sallendorf von zwei Wilderern angeschossen. Licht wurde getötet, Weber tödlich verletzt. Tie Mörder wurden verhaftet. — Im Südwest.n B e r l i n s ist das alle B a n k g e s ch ä f t von Franz Philipps- born znsammeng ebr o chen. Die Kundschaft bestand zum größten Teik ans Handwerksmeistern 2c. Philippsborn gestand, seit längerer Zeir Depot-Untersästagungen und anocre Veruntreuungen begangen zu haben. Er wurde verhaftet. — Bei M ü n ch c n wurde ein seit drei Wochen vermißtes neunjähriges MäochLn, Marie Schmelz, mit schrecklichen Verletzungen in einem Walde ermordet aufgesunden. Es liegt Lustmord vor. Ter Täter ist unbekannt. Ferner hat in München eine verstorbne Tarne der Stadt 100 000 Mk. zur Bekämpfung der Kinderstevb- lichkeit vermacht. Wettere 100 000 Mk. sind als Grundstock für eine Münchener Galerie zur Förderung der Ma- Urei und Bildhauerei bestimmt. — In Innsbruck drückten stürzende S chneem ass en das Dach einer Kunstgewerbe-Ausstellung ein. In Hall ist die Badeanstall Weißes Kreuz und in Absam eine Feilenhauerei unter der Schneelast eingestürzt. — In Glatz wurde der Eigentümer Ernst Nen/.g aus Waltersdori, der vom Schwurgerichte zum Tode üerurieilt worden war, weil er die achtjährige Tochter des Schmiedemeisters Strauch vergewaltigt und ermordet hatte, durch den Schars-i richrcr Schwietz aus Breslau hingerichtet. — In Wieg erschoß sich in einem Hotel ein junger Mann, der als Privatier Gottfried Schenker aus Dresden gemeldet ist. Aus ver- schiedenen Aufzeichnungen vermutet man, daß der Selbstmörder mit dem aus Kiel zugereisten Fähnrich zur See Franz Lib- berts -identisch ist. — In Leipzig verhafteie die Pvli-ei ein löjähriges Dienstmädchen, bas verdächtig ist, einen bei seiner Herrschaft wohnenden Studenten mit Lysol z u vergiften versucht zu bauen. Der Beweggrund ist unbekannt. — In Frenz bei Köthen sind die 10 und 6 Jahre alten Geschwister Otto und Marie Götsch beim Schlittschuhlaufen eingcbrochen und ertrunken. — In Diesdorf (KreisSalz- wedcl) ist die Lüjährige Frau der Arbeiters Eilert erstickt und verbrannt. Die Leiche wurde halb angekleidet vor dem Bette .irgend aufgefundcn. Tie 5ileider und das Bett hatten Feuer gefangen. — Zwischen dem Nordostseekanal und Schleswig .vurde eine junge Dame Namens Margarethe Fock aus Großrheide ermordet anfgefunden. Der Kops lag int Wasser. Als Mörder wurde der Dienstrnecht GrabzynSki verhaftet. — Eine Diebesbande, die schon zahlreiche Einbrüche in Pfarrhäusern und Kirchen der Rheinlande verübte, schlich sich in das Haus eines Pfarrers in Mülheim (Rhein) ein und stahl dem schlafenden Pfarrer 3500 Mk. — Aus Den Sevenncn ivird neuerdings heftiger Schneefall gemeldet. Der Sd.iiee ist stellenweise 5 bis 10 Meter hoch vom Winde zusammengcwcht In verschiedenen Ottschasten sind die Häuser vollständig im Schnee oegraben. Die Bewohner sind genötigt, sich u n t c r i r b i U; e Gänge zu graben, um miteinander verkehren zu können.
Anttst mifc Lvmenschast.
— In 9)1 und) en ist der (Uiieralmienbant Freiherr von Verfall gestorben. Karl Freiherr von Perfall war 1824 in München geboren. Er siudierie Die Rechtsrvissenjchanen, wibinete sich aber Dann Der Musik unb übernahm 1851 Die Kettung der Münchener »Liederlaict", 1854 grünbeie er Den Oratorienöercin unb leitete ihn bis 186-1; in letzicrein Jahre wurde er Hoiinustk- mteubant. 1867 wurde er, nachDem er die Musikschulen m Würzburg und SDlüncbcn organisiert hatte, zur Leitung DcS Alim . euer Hoflheaters bevuien, 1872 wurde er Gcneraluuendant. 1893 trat er von dieser Stellung zurück unö wurde bann Generalintendant der königlichen Ho'imisik. Auch als Komponist Hal er sich betätigt
Paris, 15. Jan. Proiesjor Charles Aloiiod hielt in der heutigen Sitzung der Akadanue der 'Medizin einen Borlrag übet das A n t 1 - T u b e r k ii l 0 s e s e ru m des ösierreichischeii Bakterie- logen M arm 0 rek, in welchem er einen Ucberblicf über die mit diesem Serum gcroonnenen Erfahrungen gab. Aiouod zitierte insbesondere die Ärbeilen Hoffas, Somieburgs und van Hüllens in Deutschland, Lewin m Schweden, LUlmaiut in Ceflerreid), ßrey und Stephani in der Schweiz, Haberjhon in England unb iiiat- twuy in Kanada und konstatierte, daß nach den bisherigen Ber- sucheii nur 39 ungünstige, dagegen 5 9 0 günstige Beobachtungen vorhegen. 'Dionob hob bic eriahrungsgemäß kcstgestellt« vollständige Unschädlichkeit des 'Marmorekscheli Serums hervor, ermneiie sodann an die ablehnende Haltung, welche die Akademie der Aiedizm vor drei Jahren diesem Serum gegenüber an den Tag gelegt habe und erklärte, er halte gleich Prosessor Hoffa daran, das; dei,i Aull-Tuberkulojejerum Aiarmoreks der ihm flcbülnenbe Platz int Kampie gegen die Tubettuloje nicht mehr verweigert werocil könne.
— Die Häufigkeit der Blinddarmentzündungen. Auf Veranlassung des Staatsseiretärs des Jnnerä l-at im Kaiserlichen GesundhettSamt eine Beiprecyung von Sach« verstänbigen aus verschiebenen Bundesstaaten über die Blind- bar menrz und ung uns chre Ausbreitung srnttgesunben. Die üuci> wiegenSe Auffassmtg ging dahin, daß eine Zunahme der Blinddarmentzündung in den letzten Jahren, wie sie in wetten Kreisen angenommen wirb unb zu einer gewissen Beunruhigung gesuhlt hat, wijsenschastlich nicht erwiesen ist, vielmehr vermutlich nur scheinbar vorliegt. Viele Fälle ron Blinddarmentzündung seien wahrscheinlich ftrn-er mit der Sammel- bezelckmung „Unterleibsenrzündung" oder „Bauchfellentzündung" oder einem ähnllcheir ‘‘Jiamen belegt ober nicht genau erkannt worden oder überhaupt nicht zur ärztlichen Behandlung gelangt Lim indes bic Frage per znnehmenbcn Häufigkeit der Errrank- ungen naher prüfen zu können, wurde befutuoonet, in Der Todes- Ursachen- und in der Hcilanstaltsiiatisttt das Deutschen Reiches künstighin eine besondere Gruppe einzuschalten, in der ausschließlich die Falle von Bliudbarmentzünbung aufgezählt werben. Weiterhin wurden bic Punkte besprockren, mela-e bei einer gegebenenfalls über das gesamte Reichsgebiet zu erstteckenbea Itattstischen Erhebung über d.c BLtnbdarmcntzündung zu berücksichtigen sein wurden.
L-auScL und Verkehr, Volkswirtschaft.
2 i e G e l d m a r k t l a g e hat sich roieber von neuem versteift, d.e Großdiskonteure in Berlin und F-rankfutt a. M. Der- leiten sich recQt reserviert, da Amerika in London, Berlin und an enberen Orten lieber auf der Gelbsuche ist Wie wir schon müteiltcii, haben Amerikaner Versuche gemacht, bei Beriiner Banken Finanzwechsel uiiicrgubriitgen, sanden jedoch nicht das nötige Entgegenkommen. Auch am Londoner Markt sollen ame- rumische Tratten vielfach zurückgewiesen worben sein. Hingegen hätten fota-e mit einer Laufzeit von drei Monaten Untertunft in Paris und bet Schweiz gesucht und namentllch an ben letzteren Bankplätzen auch gefunden. Bei bcr Deutschen Reichsbank herrscht immer noch Spannung, doch hegt bie K. Z. die Hoffnung, Du6 die Reichsbank noch bicic oder spätestens nächste Woche Den Tisivnt ermäßigen kann. Anderencits ist bie F. Z. der Ansicht, es könne dies nur bann gesck)ehen, wenn der Status ber Bank wenigstens wieber einigermaßen gutes Aussehen erhalt. Augevölickiich vielleicht den Tiskoitt l>erabsetzen, um ihn gegen Enbe Akonats wieder heraufzusetzen, möchte denn doch wohl nicht anhängig erscheinen. Jedenfalls läßt sich heute noch nicht entfernr fügen, ob noch int Januar ober noch im Laufe bes Februar eine Dislonl- Herabsetzung in Vorschlag gebracht werden kann. Für ben Augenblick crfdieüicn die Aussichten nach dieser Richtung noch rcÄ gering.
Märkte.
Ic. Frankfurt a. 9)1., 15. Ian. Heu- und 61r0b* markt Ulan notierte: Heu 'Mk. 3.10 bis 3.50, Stroh Mk. 3.00 >i5 Mk. 30. Alkes jüv 50 Kilo ab hier. Tendenz: fest.
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