Erstes Blatt
157. Jahrgang
General-Anzeiger für Oberhessen
Die Devliqe Kummer umfaßt 12 Seiten.
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Ter »Franks. Generalanz/ hatte in seinem Bericht über die zu Frankfurt a. M. abqehaltene Zentru msoer» sammlung dem Berichterstatter, LandqerichtSrat Itschert, die Aeuherting zugeschrieben: , — dann kam die Botschaft auS Bückeburg rote ein Faustschlag inS Gesicht deS deutschen Volkes —Diese Acußerunq wurde vom genannten Herrn in einem Schreiben an die Redaktion als von ihm nicht ausgesprochen bezeichnet; er habe nicht »die Bot- schäft auS Bückeburg', sondern lediglich die Erklärung des Reichskanzlers, daß die Parteien keine Verantwortung tragen, alS einen .Fauslschlag für den Reichstag' bezeichnet. Tie Redaktion nahm von dieser Erklärung gebührend Notiz; das dortige Zentrumsorgan aber schrieb:
»In seinem Berichte über die Zentrumsoersammlung im Hippodrom läßt der hiesige .Generalanz.' den Landgerichtsrat sagen: .Tann kam die Botfebaü aus Bückeburg wie em Kauft* schlag ins Gesicht des deutschen Volkes'. Diese Worte hat Itschert, wie wir bestimmt versichern können, nicht gesprochen. Er hat nicht die Auflösungsordre des Kaisers, ionbem die Erklärung des Reichs- kanzlers, das die Parieien feine Verantwortung trugen, als einen Faustsch'lag, als eine Ohrteige st'r das deutsche Volk bezeichnet. Es ist ihm nicht eingefallen, dem Kaiser und dem Bimdesrat das Recht zur Aitilösung des Reichstags va bestreiten, und dam in einer solchen Redewendung. Wir wollen gern annehnen, daß der Berrcht aus einem MrhverständniS beruht, halten es aber für an-
Mittwoch 16. Januar 1807
Bezugspreis: monatlich 75Pf., viertel- fährlich Mk. 8.20; durch Adhole- u. Zweigstellen
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behauptete nach dem Bericht der „Tuisb. Volksztg.", das Deutsche Reich habe vier Milliarden Schulden, das mache 400 Millionen an Zinsen; wir zahlen aber nicht 10 Proz., sondern nur 3—31/4 Prozent, d h. nicht 400, sondern 120 bis 135 Millionen an jährlichen Zinsen. Ferner behauptete der Redner, der Bezirks- amtmann Schmidt-Togo habe eine „weiße Prosti- tuierte" zur Königin von Atakgaren bestellt. Rach der von Schmidt unter seiner Berrntworttmg geschriebenen Broschüre steht fest, daß es sich um die R e g e r i n S i s a g b e handelt, die weder weiß, noch eine Prostituierte ist. Schmidt verlieh ihr auch nicht, wie erdichtet wird, einen Ehrensübel. Die Bestellung solcher Königinnen ist an sich nützlich für die Schlichtung von Zänkereien zwischen den Cingeborenensrouen. Ferner ist die Be- reckmung unrichtig, daß btc Firma Tippelskirch in benl letzten Jahren je über 2 Millionen Mark über den legitimen Handelsgewinn verdiente: die Firma verteilte in zwei Jahren auf ein Kapital von zirka 9 Millionen zusammen 21,5 Proz. Dividende. Tie Präservengewinne waren nicht erheblich. Berechnet man den legitimen Gewinn auf 10 Proz. pro Anno, [o bleiben 115 Proz. mehr Gewinn, also 517 500 Mark auf jedes der beiden Jahre und nicht zwei Millionen Mark.
— In Holzminden sand eine Beratung der fnmtli^eir Weseruferstaaten, also Preußen, Bremen, Braunschweig, Lippe-Detmold statt, um sich über die Erhebung der Schifffahrtsabgaben im Gebiet der W c r zu verständigen. Es gelang, in seinen Grundzügen ein allen Beteiligten genehmes Uebereinkommen zu erzielen. Man einigte sich dahin, die Schiffahrtsabgaben in Höhe von 0,05 Pfg. auf den Tonnenkilometer zu erheben, die für den Zweckverband eingenommen und nur für die der Schiffahrt dienenden Interessen ausgegeben werden sollen. Bei dieser Bildung des Zwcckverbandes sollen die für die Nheinschiffahrt in Vorschlag gebrachten Bestimmungen zum Muster genommen, es soll also auch eine noeitgehende Vertretung der Interessenten in dem Zweckverbande geschaffen werden.
— In einer Korrespondenz der „Köln. Zta." ans Berlin betreffend die Personentarifreform heißt es: Wie wir erfahren, ist die Eisenbahnverwaltung eifrigst bemüht, alle Schritte zu tun, um unter möglichstem En tgege n-
gezeigt, den Redner vor einer absichtlichen ober unabsichtlichen Entstellung seiner Worte zu schützen.
Und nun beginnt das Satyrsviel. Dieses selbe ZentruniS- organ bringt auch einen Bericht über die fragliche Versammlung. WaS aber hat nach diesem Bericht Landgerichtk- rat Itschert in seinem Vortrag gesagt?--,— die Auf
lösung deS Reichstags, die anß Bückeburg kam und einen Faustfchlag in das Gesicht unseres Volkes bedeutete —* —
Ter Optimist im Wahlkampf.
Aus Berlin, 15. Jan., wird uns geschrieben:
Wie den kolonialen Denkschriften Dernbnrgs, so ergeht es auch seinen Wahlreden: sie werden all ”t rosig bemängelt. Aeußerstc Linke und äußerste Rechte finden sich zusammen in der Kritik des Dernburgschen Hinweises auf die Schutzgebiets als auf Landkomplexe, geeignet, den deutschen Vevölkerungsüber^chust aufzunehmen und der deutschen Erportindustrie rasch wachsende Aufträge $u vermitteln. Die agrar. „Dtsch. Tagesztst.^ chreibt, mit solchen „wirtschaftlichen Irrtümern" die Kolonialpolitik zu begründen, sei das beste Mittel, sie in den Vollskreisen unbeliebt zu machen, die, wenn auch besonnene, o doch aufrichtige Freunde der Kolonien seien.
Der „Vorwärts" andererseits spottet über die „Phantastereien" vom deutschen Bevölkerungsüberschuß. Deutschland habe nicht zu viel, sondern zu wenig arbeitsfähige Menschen, wie die Hunderttausende ausländischer Arbeiter zeigten, die Jahr für Jahr in Deutschland verwendet würden. Das Sozialistenblatt schlägt sogar agrarischeTöne an, indcnn es Dernburg vor Äugen führt, daß in Deutschland noch gegen 4 Millionen Hektar Ackerland brach liegen, auf dem rund 400 000 Bauernfamilien angefiedelt werden könnten. Also eine Empfehlung der „Heimatpolitik" ganz nach dem Herzen des Bundes der Landnnrte. Zugleich aber ein Beweis, wie in der Hitze des Wahlkampfes über Vas Ziel hinaus geeifert wird. Auch von feiten DernburgS. Er hat manches von dem, was er in den umfangreichen kolonial len Denkschriften dem erstaunten Parlament unterbreitete, freimütig preisgegcben. Er dürste ebensowenig alles buchstäblich ausrechterhalten wollen, was er in seinen Wal,l- reden sagt. Besondere Zeiten haben ihr besonderes Recht, und in der Wah'teit ist der Superlativ gangbare Münze., Zumal bei Optimisten, denen fick) Dernburg erklärtermaßen', beigesellt, lieber sie kommt es dann flugs wie ein Begei- sterungsrausch. Jeder Kaufmann lobt seine Ware. Dernburg ist Kolonialkaufmann in gewissem Sinne. Es läßt! sich also begreifen, wenn er die Schutzgebiete sozusagen in bengalischer Beleuchtung erscheinen laßt. Ein politisch, reifes, die nationalen Beweggründe würdigendes Volk vermag sehr wohl aus eigenem das richtige Maß bei alledem herauszufinden.
Deutsches Neich.
Berlin, 15. Jan. Der Kaiser besuchte heute den Reichskanzler Fürsten Bülow, nahm die Fassade der neuen kgü Bibliothek im alten Akademiegebäude in Augen^ schein und hörte im fgL Schloß die Vorträge des Chefs deK Militärkabinetts Generaladjutanten Grafen von Hülsen-Häse-
Aon der Wahlvtwegulig.
Gießen, 16. Januar 1907.
In Villingen sand am Dienstag abend eine gut be- Ha-ptc liberale Wählerversammlung statt, die einen >' r des'!'digendm Verlauf nahm. Bürgermeister R ü hl führte .a Vm-sitz ' Professor Sulch von Gießen erstattete ein auS° Lhrli^S und sehr sachlich gehaltenes Referat über die deutsche lolomalvolitik und die Ausgaben deS letzten Reicl^tags und die „ i kommenden. Stodtv. Löb er wies sodann in wirkungsvoller 5.de daraus hin, wie .Herr Hevligcnstaedt sich bemüht habe, den j. rechtsten Ansprüchen der Landwirte, Arbeiter und öc- inch’teute nach bester Möglichkeit s, ochnung zu tragen. Lehrer j Hö t-Billingrn brachte unter lebhafter Zustimmung der Der- st -'imlling ein Hoch auf K.ii'er und Vaterland au8, worauf mit -in-in Hinweis darauf, baß das Wahlrecht auch eine Wahlpflicht „deute, die Versammlung geschlossen wurde .
Am Sonntag fand, wie man uns schreibt, in Ober» CT»men eine vom liberalen Wahlkomitee veranstaltete sehr Htt besuchte Wahlversammlung statt. Sie wurde gegen . IIbr von Mtbürgermeister Rühl eröffnet, der den An w senden für txi5 durch ihr Erscheinen bewiesene Interesse trifte und sodann Professor Luley das Wort erteilte. V.tt giebncr erläuterte am Anfang seiner Ausführungen die Heranlapimg zur Auslösung des Reichstages und ging bann •r sachlicher Weise auf einzelne Fragen, hauptsächlich Steuern, Wert der Kolonien usw. betreffend, ein. Er be- an Sianb seines Materials, daß die Verhältnisse in £ utschland doch noch lange nicht die schlechtesten seien. t7 > ui anderen Staaten, wie z. B. Frankreich, erheblich 7there Steuersätze und Abgaben auf den Kopf der Devvlke- 1:ng entfallen. ' Leider wurde der Redner durch einige an- send Sozialdemokr a ten, die in Lollar und Wctz- c.r auf der Hütte beschäftigt sein sollen, durch fort- wöhrende Zwischenrnfe in der ungezogensten Weise tut erbrochen. Die wiederholten dringenden Dorstel- niqen hiergegen seitens des Vorsitzenden halfen nichts, r-.-h ließ sich Prof. L. nicht aus der Fassung bringen und •.-•nberte auf die Bemerkungen, die zum großen Teil gan> cllrfie Behauptungen enthielten, eine große Unkenntnis der politischen Verhältnisse, selbst der eigenen Parteihandlungen t errieten und daneben ein maßloses Selbstbewußlsein und die unbedingte Abneigung der jungen Herren gegen jede Ve- l.'fj-ung von Richt-Sozialdemokraten bekundeten. Die So- -i.ilbemofraten hatten anscheinend die Absicht, die Versammlung zu sprengen, und es ist nur dem allzu liberalen yerbalten der Anwesenden zuzuschreiben, baß dieselben nicht -wn ihrem Hausrecht Gebrauch machten. Jl)rer Partei haben .<■ Herren ' allerdings, wie die Entrüstung aller anderen - J?rsammlungsl?,ilnehmer über ihr rohes Belagen erkennen ließ, keuien ' besonderen Dienst erwiesen. In der anschlie- • finden Diskussion wurden von gegnerischer Seite Behaup- lungeu ausgestellt, die direkt unwahr waren, und die Leine gerade-u unglaubliche Dreistigkeit beweisen.
1. Kommerzienrat Hepligenstaedt habe nur sehr selten cn den Sitzungen des Reichstags teilgenommcn.
2. In der'lib. Wahlversammlung in Gr.-Buseck fei dem ßsvz. Redner Herrn V. bas Wort abgeschnitten, resp. nicht mehr erteilt worden und dergleichen.
Latere Behauptung wurde von einem Herrn ausgestellt, bet dabei gewesen sein wollte. Das nennt man bann Wahrheitsliebe !
3. Die sozialdemokratische Partei habe für die Auto- imobilstouer gestimmt, obwohl sie das Gegenteil mit Begründung ihres Standpunttes getan hat.
Mit ganz besonderer Freude aber nagelte Prof. L.. ber ausgeführr Halle, Krumm könne im Reichstag seine etwas gemäßigteren Auffassungen gegenüber Bebel usw. nicht zur Leitung bringen, fest, daß die soz. Herren mit großem Nacl'druck erklärten, Krumm dürfe auch keine gemäßigteren Ansichten in Berlin vertreten; er müsse sich Bebel fügen, das erfordere bie Partei- biszipiin. Ri ächten die Herren aus bürgerlichen Kreisen die Sjerm Krumm persönliche S'. mpathien entgegen bringen, Dieser Worte jugendlicher Sozialdemokraten am 2j. «januar gedenken. . . , ...
Tnrch die lange Dauer dieser Versammlung konnte die im Anschluß daran für Großen-Eichen vorgesehene Versammlung nur mit großer Verspätung begonnen werden. Nach dem Vortrag von Prof. Luley verlas ein Herr Banner aus Gießen ein autt;emitisches Flugblatt und empfahl die Kandidatur Kohler. Der norgenuften Sei fa'.bcf konnten seine Behauptungen nicht sämtlich widerlegt und gebührend beleuchtet werden, da sonst ber letzte ou9 nach Gießen versäumt worden wäre.
ler, des Chefs des Admiralftabes Admirals Büchfel und deS Chefs des Marinekabinetts Admirals von Müller. Um 12 r/iUhr empfing er anläßlich ihrer Ernennung zu Brigade- tommanbeuren die fgL sächsischen Generale von Hennig und von Larisch, sowie die Teilnehmer an der Westindien- fahrt bezw. Orientfahrt auf den Dampfern „Blücher" reip. „Moltke" der Hamburg-Amerika-Linie zur Meldung. Um 1 Uhr folgte er einer Einladung zur Frühstücks täfel bei Generaladjutant Grasen von Hülfen-Häseler.
— Die „Rordd. Ällg. Ztg." schreibt:
Erzberger hielt am 31. Dezember 1906 in Duisburg Ansprache, die wiederum zu „Druckfehlern" Anlaß gab.
daß man, da man mit seiner parlamentarischen Tätigkeit hier zufrieden sei, bei seiner Wahl bleibe. Der größte Teil der stark bcsucksten Versammlung begleitete diese Ausführungen mit lebhaftem Beifall. Arn Montag abend sprach vor mehreren hunderten Zuhörern im Solmser Hof der seitherige Reichstag'abg. Dr. Mallau in zweistündiger Rede. Er führte aus, daß die neuen Steuern auf die leistungsfähigen Steuerzahler gelegt worden seien, daß die Reick?seinkommensteuern bereits das Rückgrat für die einzelnen Bundesstaaten bilden, sowie daß die Fleischteuerung vorübergehend sei, die Fleischzölle aber zum Sämtze der Landwirtschaft nötig seien. Seine Partei werde eintreten für Erhöhung der Vergütung für Einquartierung und Mmlöverschüden, für die Errichtung kleiner Garnisonen, für eine Vergütung an Schössen und Ge- chworenen, da grade die ländliche Bevölkerung hier größere Opfer bringen müßte, sowie für Vermehrung der Telephonanlagen nach kleineren Gemeinden und für den Schutz unserer Stcinbruch-Jn- rustrie im Vogelsberg. Dr. Wall au sckzloß einen Bericht über seine Ehinareise an. Lebhafter Beifall wurde dem Redner zuteil^ und der Vorsitzende, Bürgermeister Jcchem, schloß mit dem Wunsche, daß eder am 25. Januar für Dr. Wallau eintreten möge, die 93er- ammlung.
Professor Ir. Bierm er in Gießen hat es bekanntlich übernommen, als Atitglied der nationaliibcralen Partei im Wahlkreise Bin gen-Alzey für die Wiederwahl be5 bisherigen frcis. Vertreters Reinhart Schmidt in Elberfeld rednerisch einzutretcn. Naclchem Professor Diermer einen Jnfluenzaanfall überwunden hat, wird er am nächsten SamStag und Sonntag in Algesheim, AlzeyundBingen Wahlreden halten. Tie dortigen Liberalen hoffen, daß es dem Redner gelingt, die Wahlparole des Herrn v. Heyl, wonach die Nationalliberalen mit dem Bund der Landwirte gemeinsam vorgehen sollen, zu entkräften. Bon der Zentrumspartei aber wurden zwei Kant^daten Jür den Wahlkreis ausgestellt und zwar v. Brentano aus Offenbach und Dr. Schmitt aus Mainz. Diese Taktik geht darauf hinaus, unter allen Umständen eine StickMabl herbcizusilhren. Bei ihr wird das Zentrum für den Freisinnigen Schmidt- Elberfeld gegen den nationalliberalen Kandidaten eintreten.
In WormS wurde von ber Zsntrumspartei die Parole ausgegeben: „Keinem Nationalliberalen, keinem Liberalen und keinem SoAialbemokrateu eine Stimme, weder in ber Haupt- noch in b:r Stichwahl!" Kommt also der seitherige Vertreter v. Heyl mit einem anderen als dem Zentrums- fanbibaten in bie Stichwahl, so wird bas Zentrum Wahl- enthaMlng üben. *
Tie kons. Parteileitung in Wiesbaden hatte für den Wahl- lreis Herborn-Dillenbttrg-Rennroo die Parole ausgegeben, daß die Konservattven den christlichsoz. Bur ck- harbl unterstützen sollten. Diese Wahlparole stößt auf entschiedenen Widerstand, da die Konservattven den national» lib. Amtsrichter Dr. Lohmann unterstützen wollen; sie lind dsssh-alb vorstellig geworden, daß eine andere Wahlparole ausgegeben oder "den Herborner Konservativen freie Hand gelassen wird.
9lu 8 dem WahlkceiseMarburg, 15. Januar, wird uns geschrieben:
Altern Anschein nach scheint man es jetzt bei den ausgestellten 5Kandidatenirn hiesigen Wahlkreise bewenden zu lassen. Man hört nichts mehr davon, daß auch die Reform-Antisemiten sich einen eigenen Kandidaten in Rechtsanwalt Harmonv in Kassel leisten. Um die Pilme des Sieges streiten sich also der seitherige Vertreter v. Gerl ach (national-so;ial), der von den Konservativen, den Bündlern und den Chcistlickt-Sozialen unterstützte Dr. Böhme, der greise Vizebürgermeister und Marburaer Ehrenbürger Siebert, den die Nationalliberalen ausstellten, der .^entrumsrnann Regierungsr't Klocke- Treysa, ber jetzt die kathol. Törf r b rf.ti ht, und s llieblich der Sczi-teemolrat D i ß m a n n. Die Versammlungen werden durchweg gut besucht, denn in den Dörsertt halten fuß jetzt auch viel Leute auf, die sonst m We|t- falen ihr Brot verdienen.
Nach der „Nat.-Ztg." redeten in einer in Düsseldorf stattgehabten Versammlung angesehener rheinischer Katholiken einzelne Teilnehmer, besonders Gras Hoensbroech sowie der Oberprasident der Rheinprovinz v. Schor lern er eine sehr eindringliche ernste Sprache und wiesen nachdrücklichst die Versammlung auf den Ernst der politischen Lage hin, die durch bie Haltung des Zentrums veranlaßt sei, eine Haltung, die von allen Katholiken, denen das Wohl des Vaterlandes am Herzen liege, tief bedauert und verurteilt werden müsse.
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S!r. 13
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I blätter viermal in der Loche beiqelegt unb neimal wöchentlich da« Kreisblatt fflr den Kreis ßletzen. 7ert'.sprech-An- j Ichlußf.b. Redaktion 112
. lerlafl u. Exvedition 51
Ans Laubach, 15. Jan., schreibt man uns:
Der südliche Teil des Wahllreiies Alsfeld-Schotten-Lauterback beginnt mit dieser Woche in die Reichstagswahloewegung emzu- treten. Den Reigen eröffnete eine von dem Trein" 19c 11 Dchllomitee einberufene Wahlversammlung im Schützenhos am letzten Sonntag. ES sprachen die Herren Privatdozent Dr. Vogt ms Gießen und Henrich aus Darmstadt. Dr. V. sprach üoer btc (Ecünbe ber Auflösung, über bie Aufgaben des entschiedenen Liberalismus inbezug auf Abänderung deS Militärprozeßverfah- rens, der Mandatsprüfung des Reichstags unb über die Kolonial- Solitik. Der zweite Redner entwickelte bie Grüube zur Auf- g.'llung der Kandidatur R e h , die erfolgt sei, weil der Nationatewe- wliSmus zu weit nach rechts geschwenkt sei, auch habe der ent- iqiebene Liberalismus andere Anfichten über die Fahrkartentteuer, bie Schutzzölle, den Befähigungsnachweis, die Vermögens- und Erbschaftssteuer. Ihm entgegnete Bürgermeister Jochem von hier, der außer einigen.sachlichen Erwiderungen die E r k l ä r u n g Iinr Au ft cage des Bundes der Landwirveabgab.datz lex von diesem zu unterstützende Kandidat Dr. Wal lau sei und
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