Basel der Reformpfarrer Dauer und Pfarrer Dr. Heyn-j Greifswald, der vor Jahren an die Petrikirche Berlins berufen war, und dessen Wahl der verstorbene D. v. d. Goltz hintertrieb. Pfarrer D. Fischer von der Markuskirche führte die Versammlung zum Schluß auf die Höhe einer andächtigen Stimmung durch seine persönlichen Worte voll Geist und ehrlichster Ueberzeugung. Einstimmig nahm man die vorgeschlagene Resolution an.
Koblenz, 14. April. Die Negierung nahm die Entziehung dec Ortsschulinspektion wegen Wahlagitation gegenüber dem katholischen Pfarrer in Dusemond zurück.
Karlsruhe, 14. April. Der in dem politischen Meineidsprozessc verurteilte katholische Pfarrer Gaisert von Gündelwangen, der die vom Großherzog in Gesängnisstrafe umgcwandclte Zuchthausstrafe gegenwärtig verbüßt, hat erklärt, daß er mit Genehmigung der bischöflichen Behörde in seine Amtstätigkeit zurückkehren werde.
Anrtamentarisches.
93 e rl in, 13. April. Der dem Reichstage zugegangcne Ergänzungsetat fordert 7 500000 M. zur HülfLleistung auS Anlaß von Verlusten infolge des Eingeborcnenaufitandes für den gesamten Bereich des Schutzgebietes und 30 000 M. zu Beihülfen für Beamte und Militärpersonen sowie deren Hinterbliebenen für Verluste an Inventarien, Material k.
— Mit den Vorarbeiten zu einem Gesetzentwurf über die Regelung der Vereins- und Versammlungsfreiheit ist man im Reichsamt des Innern eifrig beschäftigt. Als Grundlage des Entwurfs darf man die Beseitigung aller im Vereins- und Versammlungsrccht der Einzel- staaten bestehenden Bestimmungen annehmen, die zu Polizeischikanen ausgenützt werden können. Es dürften daher in erster Linie alle Beschränkungen über die Teilnahme von Frauen und Minderjährigen wegfallen. Der Entwurf dürfte über den früher vom Abg. Rickert im Reichstage vorgelegten Entwurf in der freiheitlichen Gestaltung des Vereinsrechtes noch hinausgehen.
RoloniaLpost.
— Die Köln. Volksz. berichtet nach einem Briefe deS Paters Troßmann über eine furchtbare Hungersnot in Ungoni (Deutsch-Ostafrika). Die dortige Bevölkerung lebt von Gräsern, bitteren Wurzeln, den Blüten einer Pflanze, Raupenneslern und kleinem Getier. Die Kindersterblichkeit ist sehr groß, die Leute sind völlig abgemagert, ganze Dörfer am Ryassa wandern aus.
— Daily Mail berichtet aus Mombassa (Sansibar): Die englischen Ansiedler sind unzufrieden mit der Eingeborenen gegenüber von der Negierung betriebenen Politik. Ein Engländer wurde mit Gefängnis bestraft, weil er einen Neger, der eine weiße Frau beleidigt hatte, hatte durchpeitschen lassen. 50000 Neger befinben sich im Aufruhr und man befürchtet ernste Exzesse.
— Aus Batavia (Nlederl.-Jndien) wird gemeldet, daß eine fliegende Kolonne auf der Insel Celebes bcn aufständischen König Kora übersiel. Der König und acht Anhänger wurden getötet.
das Amt eines KreiSgeometerS I. Klasse in dem benachbarten j Schotten versieht.
△ Ehringshausen a. d. Dill, 14. April. Gestern in aller Frühe entwich aus dem hiesigen Gefängnis ein Korb- und Schirmmachec namens Hassel, der allerlei auf dem Kerbholz hat und mit einer Verbrecherbande in Beziehung steht, auch mit dem Einbrecher, der dieser Tage auf einem Gefangenentransport von 105 Mann in der Nähe von Friedberg dem Eisenbahnzug entsprang. Man darf sogar annehmen, daß dieser auch dem hier inhaftierten Ausreißer bei der Flucht behilflich gewesen ist. Ein Bahnarbeiter sah zwei Männer in Eile gegen 3 Uhr morgens Ehringshausen den Rücken wenden. Die Polizei hat sofort in intensiver Weise die Verfolgung der Verbrecher aufgenommen. — Unsere in der abgelaufenen Woche in Betrieb genommene elektrische Anlage hat bereits ein Unglück verursacht. Ein Monteur stellte unvorsichtigerweise mittelst eines eisernen Schraubenziehers eine Verbindung der Pole zweier Leitungsdrähte her, wodurch Kurzschluß entstand. Der Monteur verbrannte sich gehörig beide Hände.
---Sinn (Dill), 15. April. Die Stadt Hamburg, die iubezug auf die Gehaltsverhältnisse ihrer Volksschullehrer an der Spitzle der deutschen Städte marschiert — 2400 Mk. Grundgehalt, 500 Mk. die beiden ersten Steigesätze —, war gewillt, auch unserem Lehrer Schmidt eine Schulstelle zu übertragen, wenn ihn die preußische Negierung freigebe, was aber ohne Zurückerstattung des Schulgeldes und der Stipendien nicht geschehen kann, weil Herr Schmidt noch keine volle fünf Jahre im preußischen Schuldienst steht.
Verrnisehres.
• 170 Millionen für Stiftungen in zwei Jahren. Ein amerikanischer Statistiker hat sich der Aufgabe unterzogen, die Sunuiien zusammenzustellen, die von den amerikanischen Multimillionären für wohltätige (Stiftungen ausgesetzt wurden. Dabei ergab sich, daß die in den letzten zwei Jahren gemachten Zuwendungen die respektable Höhe von 170910000 Mk. erreicht haben. Man hat berechnet, daß von dieser Siimme, wenn sie gleichmäßig an alle amer. Bürger ziir Verteilung käme, jedermaunn in den Vereinigten Staaten etwa 12,60 Mk. erhalten könnte. Unter den Wohltätern behauptet Rockefeller einstweilen noch den ersten Platz ; er allein hat zu obiger Summe mehr als 67 Millionen, also über die Hälfte beigesleuert. An ziveiter Stelle steht Carnegie mit 49 Millionen. Steven Salisbury hat 16,8 Millionen und C. T. Perkes 7,56 Millionen beigesteuert. Besonders interessant ist es, zu verfolgen, zu welchen Zwecken die Beträge bestimmt waren. Mehr als die Hälfte aller Millionen dient der Gründung und Erweiterung von Lehranstalten und der Unterhaltung der Universitäten.
* Kl eine Tageschrouit. In Spandau wurde in der Nacht in die Köngll G e r i cht s k a s s e eingebrochen, roo- bet den Talern, die bisher nicht ermittelt sind, 4000 bis 5000 Alk. zur Beute fielen. — InPosen erkrankte an Schlafsucht vor 8 Tagen im Anschluß an eine Hochzeits'eier die in den zwanziger Jahren stehende Lehrerin Huoer und ist bisher nicht wieder ei wacht. Die Bemühungen der Aerzte, ihr Nahrung zuzuführen, mißlangen bisher sämtlich. — In Prag hat em Arbeiter einen schrecklichen Selbstmord verübt, in dem er an einer Stange der elektrischen Lichtleitmig emportlcttcrte und die Leitung ergriff, welche 5000 Volt Spannung hatte. Er wurde sofort vom elektrischen Strom gelötet.
Universitäts-Nachrichten*
nächsten Schwurgericht zur Verhandlung kommen. Die Anklage lautet auf Körperverletzung mit tödlichem Erfolg.
sowie Spargeln in Betracht. Hierbei kommen folgende Gartenerzeugnisse zur Prämiierung: 1. Erdbeeren, Treib- und Topf- obft; 2. Kopfsalat, Kohlrabi, Karotten, Erbsen, Bohnen, Gurten u. a.; 3. Spargel. Die Landwirtschailskanuner sieht in erster Linie eine gemeinsame Beschickung mit Spargeln, Kopfsalat und anderen Gemüsearten vor, die nn Großherzögtum leidmäßig tn größerem Umfange angebaut werden und ist bereit, hierbei nahezu die ganzen Kosten zu iibernehuien, sodaß die Aussteller nur die einzelnen Ausstellungsobjekte unentgeltlich zii liefern haben. Sämtliche an der gemeinsamen Beschickung sich beteiligenden Aussteller stellen unter ihrem Namen aus und beteiligen sich direkt am Preisbewerb. — Landwirte, Obst- und Gemüsezüchter, die sich an der Beschickung beteiligen wollen, werden gebeten, möglichst bald Anmeldebogen von der L a n d ro i r t s ch a i t s k a m m e r, Darmstadt, Neckar-
Pa r i s, 13. April. Eine aus Delegierten verschiedener Ministerien zusammengesetzte Kommission ist gegenwärtig mit der Prüfung der Frage beireffend die Erweiterung der Zu- l a s s u n g v o n A u s l ä n d e r u zu den französischen Hochschulen
Aus StaSt und
Sprechstunden der Redaktion:
12—1 Uhr vorm., V2 7—y2 8 Uhr nachm., (mit Ausnahme von Samstag unb Sonntag).
Gießen, 15. April.
** Zwei neue pädagogische Serninarien. Zu den bereits bestehenden pädagogischen Serninarien (an dem
Gemeindcmitglieder wurde Ijcntc die sterbliche Hülle deS hiesigen Altbürgermcisters Jochim zu Grabe getragen. Ein leichter Schlaganfall hatte dem Leben des Ach tun d acht z igj ä h ri g en ein Ziel gesetzt, nachdem es ihm vergönnt gewesen war, auch noch Urenkel sein eigen nennen zu dürfen. Der eine Sohn ist zurzeit Bürgermeister unseres Ortes, während ein anderer
Landwirtschaft.
•* Beschickung der Gartenbauausstellung in M a n n h e i m. Die hessische Landwirtschaftskamm er beabsichtigt eine einheitliche B e s ch i cf u n g der m diesem Jahre fiaiifiubenbeit Jnternalionalen Kunst und Gartenbauausstellung zu Mannheim zu veranstalten. Zmiächst fonmit die Beschickung der vom 18. bis 20. Mar stattfindenden Internationalen Äus- stellung von Treibobst, Treib- und Frühgemüse,
Oppenheim. Es entspricht den Verhältnissen, daß man diese beiden neuen Anstalten mit Schulen realistischen Charakters verbunden hat, denn die Mehrzahl der neu in den Vorbereitungsdienst eintretenden Kandidaten des höheren Lehramts vertritt dte neusprachlichen oder die mathematisch-naturwissenschaftlichen Lehrfächer. Für die Einführung der Kandidaten altsprachlich-historischer Vorbildung in den praktischen Dienst genügen die pädagogischen Serninarien an dem Neuen Gymnasium in Darmstadt und dem Gymnasiuni in Gießen. (Darm st. Ztg.)
•• Schülerfahrt nach Hamburg und Kiel. Der Hessische Landesausschuß des Deutschen Flottenvereins ivird vom 4. bis 8. Akai eine Schülerfahrt nach Hamburg und Kiel veran- flaltcn, wenn die Zahl der Anmeldungen mindestens 200 erreichen sollte. Tie Gesamtkoslen ausschließlich Getränke werden sich für den Teilnehmer auf etwa 50 Mark stellen. Die Abfahrt von Frankfurt wird am 4. Mai vormittags, die Rückkehr am 9. SOlat morgens erfolgen. Tie Anmeldimgen zur Fahrt haben bei den Direktionen der höheren Lehranstalten zu erfolgen; auch sind Abdrücke des vor- läufigen Programms direkt von dem Landesausschuß Tarmstadt, Waldstraße 4 zu beziehen.
O Staufenberg, 13. April. Zn dem bereits gemeldeten Ueberfall eines Burschen von Ruttershausen, der dessen Tod herbeiführte, sei noch mitgeteilt, daß die Täter Friedrich Grölz, Maurer, Ludwig Zecher, Hüttenarbeiter, und Ludwig Stephan, Schuhmacher, alle drei von Staufenberg heute auf Antrag der Staatsanwaltschaft von der Gen- barmeric nach Gießen in das Gefängnis abgesuhrt worden sind. Da es sich um eine wohloorbereitete Tat zu handeln scheint, dürfte eine schwere Strafe die Folge sein. — Von anderer Seite wird uns noch berichtet, daß das Motiv der Tat Eifersucht gewesen sei. Die Sache wird vor dem
= Ein art sh auf en, 12. April. Unter außerordentlich von. der Landwirt sch aitskammer, Darmstadt, Neckar- zahlreicher Beteiligung von aliswärtS und besonders hiesiger llraße 8 zn bestellen, die alle weiteren Auskünfte ertellt. Die aus- ö- ■ ' y 3 1 ' - ä gemUteu Anmeldebogen sind bis ztun 29. April d. Js. wieder em-
zujenden.
Lindau am Bodensee, 13. April. Ter Vorstand des internationalen Bundes der landwirtschaftlichen Ge - n 0 s s e n f ch a f t e n , der heute hier unter Beteiligung von Vertretern Italiens, Oesterreichs, Deutschland und der Schweiz unter dem Vorsitz des Genofsenschaftsanwalts,GeheimratsH a a s a u2 D ar inst a d t, ziisanimengetreten ivar, hat beschlossen, den ersten Bundestag
beschäftigt.
P i 11 s b u r g, 13. April. Im Konzertsaal des Carnegie- I n ft i t u t s erfolgte heule die feierliche Verleihung der Ehrentitel. Es erhielten den Titel Doktor der Rechte: die Vertreter Deiitschlaiids, Staatsminister v. Möller, (Senevalleutnant v. Löw en seid, Archwdirektor Kos er, Hofarchitekt v. Ihne, Bildhauer Professor Schaper und Oberstleutnant Dickhuth; der 2itel Doktor der Naturwissenschaften erhielt der Astroiiom Professor 21 r chenh 0 l d. — Carnegie bestimmte zum Danke für die dem Carnegie-Institut gemachten Bücherstistungen, daß der deutschen und der iranzösischen Regierung Abgüsse der in den Sammlungen des Instituts besindlichen riesenhaften Diplodocus zum Geschenk gemacht werden. Einen Abguß dieses Sauriers, wie einen gleichen feine Sammlung der Welt aufzuweisen hat, machte Carnegie schon vor einiger Zeit England zum Geschenk.
— Es sind ernannt worden: der außerordentliche Professor Lio. Dr. Georg $3 0 b b e r m i n zu Marburg zum ordentlichen Professor in der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität zu Breslau, der außerordentliche Professor Dr. Emil K r ü ck - mann zu Leizig zum ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Universität zu K ö n i g S b e r g i. Pr., der Privatdozem . . - - - - Professor Dr. Leopold Heine zu Breslau zum ordentlichen
Neuen Gymnasium in Darmstadt, dem Gymnasium tn Professor in der medizinischen Fakultät der Universität zuGreifs - Gießen und dem Realgymnasium in Darmstadt) sind mit wald und der außerordentliche Professor m der philosophischen Genehmigung S. K. H. des Großherzogs zu Beginn des Fakultät der Universität zu Gr ei f s ro alb Dr. Erich Pern ree wuK ju iyuuy v. . y «> o » 0 J zum ordentlichen Professor IN der eiben Fakultät.
Schuljahres 1907/08 zwei neue hmzugekommen, und zwar an 6 ~ ■- -- " < .....-----«vu
dem Realgymnasium in Mainz und an der Realschule in
bei Gelegenheit des diesjährigen internationalen Agrarkongresses in Wien am 22. bis 24. Mai abzuballen. Ein- ladungen zii diesem internationalen Genossenscha'tskongreß sollen demnächst an alle landwirtschaftlichen Genossenschaftsorganisationen der europäischen Lander ergehen. ———
Kandel.
Jur Börsenlage. Es läßt sich gegenwärtig über die Lage nur nütteileii, daß die Tendenz bei sehr stillem Geschäft voraussichtlich auch in nächster Zeit indifferent bleiben ivird. Gegenwärtig schwebt wieder so viel in der Luft, daß die noch sehr geschwächte Berufs- pekulation wie and) das Privatkapital kaum besondere Neigung zeigen ivird, wieder einziigreisen mid möglicherweise abermals Schaden zu erleiden. Tie an der Börse verbreiteten Gerüchte, woiiach die neuen Emissionen des Reichs und Preußens, über die zuverlässiges schon in allernächster Zeit bekannt werden wird, zwischen 600 und 700 Mill. Mk. betragen werden, haben natürlich den Renten- markt von vornherein recht ungünstig beeinflußt. Dann haben di« amerikanischen Bahnwerte wieder einen starken Rückgang erfahren infolge bedeutender Realisationen. Kurz, die Stimmung ist beinahe wieder so gedrückt, wie sie es vor der neuesten „Gelderleichterung" war.
IV. Farbwerke vorm. Al ei st er, Lucius und Brüning, Höchst a. M. Wie uns berichtet wird, weist die Bilanz pro 1906 nach Äbschreibnng von 2 363 185,21 Alk. ein Gewinnergebnis von 10 736 440,76 Mk. (inklusive Saldovortrag aus 1905) gegen! 8698 548 61 Alk. im Vorjahre auf. Der Aufsichtsrat beschloß der am 22. Mat stattfindenden Generalversammlung eine Dividende von 30% (im Vorjahre 24%) vorzuschlagen.
DieGeneralversammlung d e r G e ro e r b e b a n k zu Speyer hat in einer vierstündigeit Debatte einstimmig beschlossen, in die Li g uidation emzutreten und ein Abkornnten mit der Rheinischen Kreditbank zu treffen, demzufolge letztere eine Filiale dort errichten roirb. ®ie 93 er lüfte der Bank betragen inklusive der Unterschlagungen Müllers 8 9 3 0 0 0 M k., die durch Reserven und Unterstützung der Kreditbank ausgeglichen werden.
Herbstein, 14. April. Das hiesige Schöffengericht verurteilte den Laiidwirt I. von Lanzenham wegen Heber» t r e t u n g des Vogelschuhgei etzes zu 30 Mk. G e l b ft r a f e. I. hatte in seinem Garten Haarschlingen zum Fangen von Distel- sinken tisw. entweder selbst gelegt ober doch die Aufstellung durch einen seiner Hausgenossen geduldet. Lediglich mit Rücksicht auf die bisherige Unbestrastheit des Angeklagten sah das Gericht von einer Freiheitsstrafe ab, verdoppelt aber die im Strafbefehl ausgesprochene Strafe.
Bingen, 14. April. Ein Großreeder aus Mülheim a. d. R. gab kürzlich in einem hiesigen Hotel einem Kellner eine Ohrfeige. Wegen tätlicher Beleidigung verklagt, verglich sich am hiesigen Schöffengericht der Mülheimer Millionär mit dem Ganymed dahin, daß er ihm 100 Alk. Schmerzensgeld be- zahlt und die Kosten des Verfahrens, in dem 2 Rechtsanwälte tätig waren, trägt.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter ouner Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Den wohlbegründeten Ausführungen des Herrn Rechtsanwalls Dr. Spohr über die Erhebung der Kanalgebühren von den Mietern ist nur zuzustimmen. Die Stadt ihr — eigner Richter 1
Juristisch betrachtet dürfte der Beschluß der Herren Stadt- oerorbneten, die Kanalgebühren ganz ober teilweise bireft von beit Mietern zu erheben, nicht aufrecht zu erhalten fein. Es fragt sich daher sehr, ob bie Aufsichtsbehörben diesem Beschluß ihre Genehmigung erteilen werden unb in Wahrung aller in Betracht fommenben Grundsätzen erteilen können. Mir will es äußerst
zweifelhaft erscheinen.
Mich über die in dem Eingesandt des Herrn „dt.“ in der letzten Nummer dieses Blattes enthaltenen Jnkonseguenzen hinweg- setzend, möchte mir nur oerftattet Jein, zu sagen, daß diesem Herrn doch nicht bekannt zu sein scheint, baß Hunderte ober gar Tausende Einwohner Gießens, barunter solche, die in Gießen geboren sind, anberen Sinnes fiitb als er. Ob er nicht besser, um bie Mieter nicht aufs Neue zu reizen, seine Bemerkungen unterlassen hätte, mag bet Leser entscheiden. Jedenfalls hat der Herr Einsender dem „Einvernehmen zwischen Mieter unb Vermieter*, für dessen Erhaltung er doch eintreten will, keine guten Dienste geleistet.
Ter verehrte Herr Eisender müßte wissen, daß man aus so vielen Gründen im Interesse der Stadt Gießen alles aufbieteu in u ß , um steilerkräftige Ali et er heranzu ziehen. Von dem Zuzug von 9)lietern nach Gießen Haden in erster Linie die Hausbesitzer, bie Geschätsleute unb bie arbeitenbe Bevölkerung Vorteil unb Nutzen, während sie unter dem Wegzuge zu leiben Haden.
Sille Angriffe auf den früheren Stadtverorbnetendeschluß sind, und das dürfte jedem Einsichtigen klar fein, nicht in erster Linie im Interesse der Mieter, sondern in der Hauptsache im Interesse der Stadt Gießen und deren Aufblühen erfolgt..
Zum Schluffe noch ein Wort: Stadtverordnete, überlegt noch einmal reiflich, ob eö nicht besser ist, bei nächster Gelegenheit voi dem „Prinzip" adzugehen unb einen bem allgemeinen Gerechtigkeitsgefühl unb Nechtsempsinben entsprechenbeii Beschluß herbeizü- führen unb zwar zum Heil unb Segen von Gießen! K.
Briefkasten der Redaktion.
(Anonyme Einsendungen bleiben nnberüasichtigt.)
I. K. Die Reklamation bietet Aussicht auf Erfolg. Nach Artikel 48 bes Einkommensteuergesetzes hat bie Einschätzung um eine ober zwei Klassen niebriger zu ersolgen (niebriger als bas tatsächliche Einkomnien), wenn andere auf bie Leistungsfähigkeit bes Steuerpflichtigen ungünstig cinroirtenbe Verhältnisse zu besonberer Berücksichtigung Anlaß geben.
Telefonisch® Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitg( und Industi
Frankfurter liörst 3%% Reichsanleihe . < 96.00 3% do. . . 84.85 3>ä% Konsols .... 96.20 3% do 84.70
3^% Hessen ... 95.10 3X% Oberhessen . . . 9510
Gesten. Goldrente. . 99.60 4% Gesten. Silbenente 100.00 4% Ungar. Goldrente . . 94.60 4% Italien. Rente . . . — 3% Portugiesen Serie I . 67.65 3% Portugiesen „ III 68.00 4%% russ.Staatsanl. 1905 91.00 4>4% japau. Staatsanleihe 93.55 4% Conv. Türken von 1903 94.30 Türkenlose 139.20 4% Griech. Monopol-Anl. 60.00 4% äussere Argentinier . 86.75 3% Mexikaner . . . 66.10
4jti% Chinesen .... 97.70
Aktien:
Bochum Guss 221.00 Buderus E. W .... —.—
Tendenz: fest.
berliner Börge, 15
Canada E. B 174.10 Darmstädter Bank . . . 132.80 Deutsche Bank .... —.— Dortmunder-Union C. . . 74.80 Dresdner Bank .... 145.90
Tendenz: schwächer.
teilt von der Bank für Hande» ie, Giessen.
>. 15. April, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . « . 130.CC Elektriz. Schuckert . . . 114.90 Eschweiler Bergwerk . . 231.30 Gelsenkirchen Bergwerk . 199.20 Ham bürg-Amerik. Paket!. 137.90 Harpener Bergwerk. . . 209.10 Laurahtttte..... 223.50
Nordd. Lloyd .... 127.00 Obeischles. Eisen-Industrie 111.00 Berliner Handelsges . . 158.00 Darmstädter Bank 132.90 Deutsche Bank , , « 230.70
Deutsch-Asiat. Bank . . 170.20 Diskonto-Kommandit. , . 172.90 Dresdner Bank . . . 146.10 Kreditaktien 208.20 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn . . . 98.00
Gotthardbahu . . . . —.—
Lombard. Eisenbahn . . 2620 Gestern Staatsbahn . . . 142.25 Pnnce-Henri-Eisenbahn . 136.60
. April Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . —.— Laurahütte .... 223.40 Lombarden E. B. ... 26.10 Nordd. Lloyd .... 127.00 Tiirkenlose . ... 139.00
' 1,1 ——Willi.. ,u. — t^iim.!.■■■—.1. »» ' - . ■■ ■ - ---
Aui Teilzahlung kauft man reell, gut und billig bei J. JTTMANN, Giessen, Plockstrasse 14-16. J


