Ausgabe 
15.1.1907 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

die Protestanten in Nahe in Vic neuen Verhältnisse zu fügen. Charakteristisch dafür ist die Ablösung der p r o t e st n n t i - schen theologischen Fakultät von Paris von dem Gesamtkorper der französischen Universitäten, die in aller Stille vor sich gegangen ist. Am 12. November wurden die Vorlesungen der neuenfreien" theologischen Fakul­tät feierlich mit einem Gottesdienst in einer Kirche eröffnet, worauf Prof. Laucher einen Vortrag über die Ausgaben der theo­logischen Fakultäten nach der Trennung von Kirche und Staat hielt. Die Hoffnungen, daß die facultö des lettres an der Sor­bonne die Dozenten der theologischen Fakultät übernehmen würde, um sie mit Lehraufträgen für Religionsgeschichte zu betrauen, haben sich nicht verwirklicht. Der Dekan der saeultä des lettres, Professor Croisset, widmete zu Beginn des.Wintersemesters zwar der theologischen Fakultät sehr schmeichelhafte Lobsprüche und betonte unter anderem, daß die protestantischen Theologen von Paris während 35 Jahren diestarken und edlen Traditionen der freien Forschung aus religiösem Gebiet gewahrt" haben, hob aber auch hervor, daß die Freiheit der faculte des lettres es nicht gestatte, auch nur in entfernte Beziehung zu einer Konfession zu treten. So ist nun nur der Professor der hebräischen Sprache und Lite­ratur Lods übernommen worden. Tie neue Fakultät erfreut sich großer Sympathien, konnte doch dank einer hochherzigen Stiftung jetzt bereits den bisherigen Lehrstühlen ein neuer für Neutestamentliche Wissenschaft zugefügt werden. Die Unterhal­tungskosten der Fakultät sind bis auf 20 000 Franken durch freiwillige Beiträge der französischen Protestanten gedeckt. Beach­tenswert ist, daß ein Teil der Dozenten aus dem Elsaß stammt.

*

Ei» russisches Wahlbild.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo die NeichSregienmg alle Hebel in Bewegung setzt, die Wahlberechtigten ohne Ausnahme zur Stimmabgabe 311 veranlassen, bringt die russische Regierung jedes erdenkliche Mittel in Anwendung, den Kreis der zur Duma Wahlberechtigten einzuschranken. Nach Hunderttausenden zählen die Bürger, Beamten, Arbeiter und Bauern, denen durchErläuterungen" zum Wahlgesetz seitens des Staates und durch administrative Verfügungen da§ Wahlrecht entzogen ist. Tie letzte und wohl zuverlässigste Sicherung dagegen, daß unliebsame Elemente an den Wahl- imännerwahlen zur Duma sich beteiligen, hat der Kabmetts- chef Stolypin insofern getroffen, als er die Polizei mit der Vertetlung der Wahlzettel betraute und sie er­mächtigte, diejenigen Wähler aus den Listen zu streichen, dieihrer Ansicht nach* unrechtmäßig eingetragen rourben. Der Beschwerdeweg soll freilich den Betroffenen offen bleiben, aber die Erledigung des Einspruchs wtrd wohl auf sich warten lasten.

SüdwestasrikanischeS.

Neuerdings ist begründete Hoffnung vorhanden, daß in den Landungs-Verhältnissen Swakopmunds eine radikale Aenderung eintritt. Alls sicherer Quelle erfährt die »Morgenpost*, daß gegenwärtig zwischen der Regierung und interessierten Handels- und Jndustriekreisen «in Riesen-Projekt zur Erörterung steht, daß die Schaffung moderner Hafenanlagen in Swakopmllnd bezweckt und desten Ausführung wahrscheinlich ein für alle Mat die Hin­weise aus die in der englischen Walsisch-Bai vorherrschenden günstigen Hafen-Verhältnisse zum Schweigen bringen dürste. Die für die Bau-Ausführung der Ottawi-Bahn verantwort­liche Firma Arthur Koppel beabsichtigt ohne finanzielle In­anspruchnahme des Reiches in Swakoplnund eine Hafen­anlage zu schaffen, deren Her stell ungskosten auf 40 b i§ 5 0 Millionen geschätzt werden. Unter Anoercm wird sich rbie Deutsche Bank an dem Unternehmen beteiligen und man geht nicht fehl, wenn man der Initiative des Kolonial- DirektorS Dem bürg einen entscheidenden Einfluß bei den bereits weit vorgeschrittenen Verhandlungen zwischen der Reichs-Regierung und der genannten Firma einräumt. Es handelt sich vor allen Dingen um den Bau einer 1 km langen massiven Mole, durch die erst em, alich den größten Schissen (Kohlen-Station für Kriegsschiffe) jederzeit zugäng­licher moderner Hafen geschaffen werden soll. Die zwischen der Regierung und der Firma Arthur Koppel schwebenden Verhandlungen drehen sich in der Hailptsache um die Kon­zessionsdauer nach englischem Muster einer Privatgesellschaft -einzuräumenden Hasengebühven-Erhebungsrechte, die Amorti­sierung des Kapitals und dergleichen. ES darf behauptet werden, daß die Ausführung des Projektes gesichert scheint junb die Regierung in der Lage sein wird, dem neuen Reichstage endgültige Vorschläge zu unterbreiten.

Deutsche» Reich.

Berlin, 14. Jan. Heute machte der Kaiser einen Spa­ziergang im Tiergarten, konferierte mit dem Reichskanzler unb dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und hörte im konigl. Schloß den Vortrag des Chefs des Ziviltabinetts. Um 121/4 Uhr begab der Kaiser sich, nach der russischen Bot­schaft, um anläß kich des russischen Neujahrstages dem Botschafter seine Glückwünsche für den Kaiser von 3tuß- lanb und die kaiserliche Familie auszusprechen. Heute nach- imittag ritt der Kaiser in der Bahn des t'önigl. Marstalles.

DieNvrdd. Allgem. Ztg." stellt gegenüber den Beschwerden, die der PariserDemps" hypothetisch an den Eintritt des Majors Tschudi und des Rittmeisters Mols in marokkanische Dienste knüpfte, folgen­des fest: Tschudi, bisher im Eisenbahnregiment und im Telegraphen-Bataillon, ein auf allen Gebieten der Technik bewanderter, sprachkundiger Offizier, begleitete den nach Fez reisenden Gesandten Dr. Rosen und wurde alsdann 'vom Sultan von Marokko als Berater in etwa vorkommen­den techn. Angelegen!)eiten engagiert. Es ist möglich, daß er als solcher vom Sultan auch bei der diesem nach Art. 108 der Algecirasakre Obliegenheit Aufstellung der Lasten hefte und Pläne für öffentliche Arbeiten, welche im Submissions- Verfahren zu vergeben sind, herangezogen wird. Das Recht, die Ratgeber für seine Entschlüsse frei zu wühlen, steht dem Sultan als Souverän eines unabhängigen Landes un-weisel- haft zu. Ob Tschudi zugleich etwa privatim von der Firma Krupp beauftragt ist, für Privatinteressen irgendwelche Aufgaben zu lösen, ist unbekannt. Ein Verstoß gegen die Vorschrift, daß die öffcntL Dienstzweige im schert fischen gleiche nicht zu Gunsten von Sonderinteressen vergeben wer­den sollen oder ein Verstoß gegen die Bestimmungen der Algectrasakte liegt nicht vor. lieber die Vergebung von öffentlichen Arbeiten liegt jedenfalls nichts vor. Wolf geht lediglich als Begleiter Tschudis nach Marokko. Weber Tschudi noch Wolf sind als Instrukteure engagiert.

Das kolonialpolitische AktionSkomitee- bas in der Versammlung gewählt wurde, in welcher Ko- loniaUnrel.tor. Dornburg seinen, ersten Vortrag hielt, hat sich

konstituiert. Erster-Vorsitzender ist Professor Sch Moller. Für nächsten Samstag sind zur Ausdehnung der Organisa­tion auf das Reich hervorragende Vertreter der Wissenschaft, Literatur und Kunst aus verschiedenen Städten hier ein­geladen worden. DemHamb. Corr." zufolge wird Dern- burg von der Hamburger Abteilung der deutschen Kolonial- gesellschast angeregten Einladung der Handelskammer Folge leisten und dort einen Vortrag halten.

Dem Vernehmen nach sind die Handelsver­trags-Verhandlungen zwischen dem Deutschen Reich und den Vereinigten Staaten von Amerika, wenn man überhaupt schon von Verhandlungen sprechen kann, auf einen tote n Punkt gekommen. Die Vereinigten Staa­ten sollen von der deutschen Regierung Zugeständ­nisse auf dem Gebiet der Agrarzölle verlangt haben und diese Zugeständnisse sollen so exorbitant gewesen sein, daß bte deutsche Regierung sie von vornherein ab - lehnen mußte. Gleichwohl scheint man in Regierungs- frelfen die Fwage zu erwägen, ob es nicht möglich sei, auf dem Gebiete der Agrarzölle den Vereinigten Staaten einige geringe Zugeständnisse zu machen.

Am kommenden Ostersest soll in Deutschland ein großer Anarchisten-Kongreß stattftnden, an dem auch Die an.arch^-svz>mli.stischen Gewerkschaftler teilnehmen sollen.

Ausland.

London, 14. Jan. Versu-iedene übereinstimmende Mel­dungen aus Athen berichten über ein entsetzliches Massacre zwischen Macedo niern und Griechen gegen Bul­garen in Cleponsna. Die cmgreifenden Bulgaren setzten sämtliche Häuser des Dorfes in Brand und sahen kaltblütig zu, wie die Insassen verbrannten. Diejenigen, die aus den Flammen entkamen, wurde niedcrgeschossen. Die ganze Be­völkerung des Dorfes, etwa 280 an der Zahl, wurde auf diese grausame Weise umgebracht.

Exchange Telegraphen Company meldet aus Madrid, daß die spanische Regierung bei den anderen Mächten Schritte unternommen hat, um ehr? allgemeine lleberwachung der internationalen Anarchisten zurzeit der Taufe des zu er­wartenden Kindes des Königspaares durchzusetzen. Tie spanische Polizei hat nämlich Kenntnis davon bekommen, daß ein anar­chistisches Komplott besteht, den Madrider Hof, wo die Tauf-Zeremonie ftattfmben wird, in die Luft zu sprengen.

Paris, 14. Jan. Die hier vorliegende Inhaltsangabe der in der hiesigen päpstlichen Nuntiatur beschlagnahmten Schriften entspricht keineswegs den Erwartungen. Eine dieser Enthüllungen bezieht sich darauf, daß die hier akkreditierten Botschafter nach Abbruch der französischen Beziehungen zum Vatikan einzeln er­sucht wurden, die Nuntiatur offiziell zu beschützen. Alle sahen sich genötigt, a bzulehnen. Bemerkt wird, daß einzig die Llblehnuug des deutschen Botschafters v. Nadolin erst nach Anfrage in Berlin erfolgte. Als davon die Rede war, daß König Humbert einer Truppenrevue in Straßburg bei­wohnen sollte, forderte der damalige Pariser Nuntius den Bischof Stumpf auf, den durch das Zeremoniell gebotenen offiziellen Besuch beim Könige zu unterlassen. Dieses Faktum wird ange­führt, um die politische Bedeutung der Pariser Nuntiatur hervor­zuheben. Ferner liegen, wie es heißt. Beweise dafür vor, daß die Deputierten Graf Boni Castellano und andere Monarchisten ihre Reden vom Nuntius korrigieren ließen, bevor sie sich auf die Kämmerlribüne begaben. Als Loubet feinen Besuch in Italien machte, richtete der Vatikan ein vertrauliches Zirkular an die katholischen Mächte. Damals hieß es, der Fürst von Monaco habe den Inhalt des Zirkulars der ftanzösischen Regierung preis- gegeben. Jetzt steht fest, daß es Portugal getan hat.

Madrid, 14. Jan. Im Ministerium des Aeußern wurde heute erklärt, daß, da infolge der Flucht Raisulis die Gründe, die die Anwesenheit der französischen unb ber spanischen Kriegsschiffe in den Gewässern von Tanger rechtfertigten, Wegfällen, die Kriegsschiffe znrückbeorbert werden sollen, wenn der Sultan die Einrichtung der Polizei garantiert. ,

Gmunden, 14. Jan. Anläßlich des Hin scheidens der Königin Marie hat das deutsche K a i s e r p a a r an den Herzog von Cumberland ein Beileids-Telegramm gericlftet. Außer Kaiser Franz Josef wird auch der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand zur Beisetzung hier eintreffen.

Belgrad, 14. Jan. In hiesigen Blattern wird ein Vor­fall erörtert, der sich am heiligen Abend des serbisckj-en Weih­nachtsfestes, dem 6. Januar neuen Stils, zwischen dem Thronfolger und einem Offizier bei der Feier im Offizier-Kasino abgespielt hat. Gegen Mitternacht erhob Hauptmann Stojanowitsch sein Glas und brachte einen Toast auf den Kronprinzen aus, indem er in ihm einen Sprossen der alten heldenhaften Farnllie der Kara- georgicwitsch feierte. Darauf erhob sich der Leutnant Tankositsch, der int Stufe steht, zur Verschwörer-Partei zu gehören, und sagte zum Hauptmann!Lassen Sie derartige Ansprachen, auch König Alexander hat ihrer genug zu hören bekommen, aber dies konnte sein verfallenes Leben dennoch nicht retten!" Daraufhin mußte der Leutnant den Saal verlassen. Wie verlautet, soll er vor ein Militär-Strafgericht gestellt werden.

Odessa, 14. Jan. Der Polizeibeamte Chowerka wurde gestern auf einem Spaziergange von mehreren llitbdanntcn, anscheinend Terroristen, durch sechs Revolverschüsse schwer ver­wundet. Trotz sofort ausgenommener Verfolgung gelang es den Tätern, unerkannt zu entkommen. Chowerka hat sich durch seine energische Verfolgung der Anarchisten bei diesen mißliebig macht.

Kom A.ullch'.n Tabakv rein.

Berlin, 13. Januar 1907.

Heute fand hier unter dem Vorsitze des Kommerzienrats Collenbusch (Dresden) eine außerordentliche Hauptversammlung desDeutschen Taballxreius" statt. Drc Versammlung war außerordentlich stark aus allen Gegenden Deutschlands besucht und ersichtlich von dem Geiste und dem Bewußtsein solidarischer Gemeinsamkeit hinsichtlich der notwendigen Besserung der Ge­schäftslage und hiusickftlich gemeinsamer Abwehr zu weit gehender Forderungen der Arbeiterbewegung beherrscht.

Eine Versammlung der Vorstände d?r Bezirksarbeitgeber-Ver- bände hatte Grundzüge sür ein Kartell zwischen den Be- zirksarbeitge ber- Verbänden im Tabalgewerbe ausgearbeitet, welcher eine Regelung der Beziehungen zwischen den einzelnen Bezirken, insoweit SJlitglicbcr aus einem Bezirk auch in anderen Bezirken fabrizieren lassen, bezweckt. Diese Grunbzüge sanden die Billigung der Versamm­lung mit allen gegen fünf Stimmen in dem Sinne, daß dieselben den Bezirksverbänden als Grundlage für die anjuftrebenbe Eini­gung unterbreitet iverixn sollen. Tie Bezirk-Verbände sollen diese Stellungnahme bis zum 15. Februar vollziehen und darüber an den Vorstand berichten. Tie Bestrebungen der Bezirks« rbeitgcberver- bände, eine Gesundung der recht mißlichen Geschästs- l a g c in der H e r st' 11 u n 3 von Tabaksabrikaten, ins­besondere von Zigarren, he.beizuführen, hatte Veran­lassung geboten, üuü) bo.i Teutschm Tabakverein einen ent» sprechenden Vorschlag zu umerbrGtfvn. Dieser Vorschlag war der Hauptgegcnstand der heutigen vauptversammtung unb wurde pon

Herrn Fritz Siermerrat, in Firma Leopold Engelhard L Viermamk in Bremen, als Berichterstatter des Vorstandes begründet. Dies« Erklärung, welche einstimmige Annahme der Versammlung fand, lautet wie folgt:

Die stete Steigerung der Gestehungskosten für die Herstellung von Tabakfabrikaten, insbefondere für Zigarren, hat in letzter Zeit verschiedenen Tabakiiidustriebezirken Deutsch. 1 landS Veranlassung geboten, Mitteilungen über die Notwendigkeit, dieVerkansspreisemitdenbeträchtlichgestiegenen Herstellungskosten einigermaßen in Einklang zu bringen, an die Kundschast gelangen zu lassen.

Der Teufiche Tobatverein hat sich in seiner a. 0. Hauptver­sammlung mit dieser Angelegenheit beschäftigt. In sachlicher Er- roäguntg der tatsächlichen Verhältnisse ist die Versammlung zu der übereinstimmenden Meinung gekommen, daß die in jenen Äunbgebungen dargelegten Schwierigkeiten der Lage fut die Herstellung von Tabakfabrikaten wirklich in hohem Maße bestehen, imb daß eine Bewegung zum Rückgang der Konjunktur auf dem Rohtabatmarkte in absehbarer Zeit nicht zu erwarten fteftf. | Die Wiederherstellung eines Einklanges der Verlaussvrcis-s mit den Geslehungslosten muß deshalb für ein Gebot der Leibst- erhaltmrg der Tabakindustrie eia artet werden. _ Der angestrebten t Gesundung dieses in recht mißlicher Lage befindlichen, für die deutsche- Volkswirtschaft lehr bedeutungsvollen Erwerbszweiges sollten der Zwischenhandel und die Verbraucher nicht entgegen- wirken.

DoS weiteren wurde noch ein Entwurf von neuen Satzungen zum Zwecke der Eintragung des Vereins in das Bereinseegifter beraten, und nach dem Vorschläge des Syndikus Schloßmacher einstimmig angenommen. Dieser Entwurf bezweckt auch, die Fach- und Bezirksverbände im deutschen Tabakgewerbe in die Organi­sation des Deutschen Tabakvereins in entsprechender Weise ein- l zugliedeQu

Schließlich machte der Vorsitzende noch den Vorschlag, die BestimmLngen über die Verleihung von künstlerisch ausgeführten ' Anerkünnungs-Urkunden für treue Dienste iin TabakSewerbe auf Grund deren schon viele hundert von An« gestellteük und Arbeitern der Vercinsmitglieder für eine ununter­brochene Dienstzeit von 25 Jahren im selben Betriebe geehrt worden s^nd, dahin zu ändern, daß die M i l i t ä r - D i e n st z e i t' in die erforderliche ununterbrochene 25jährige Tätigkeit, auf An­trag des Arbeitgebers, eingerechnet werden soll. Auch dieser Antrag fand einstimmige Annahme.

Die Versammlung ehrte schließlich die Tätigkeit des Vor­sitzenden Und des Syndikus.in der Leitung der Gcschäste des Tabak- vereins in sbesonderer Weise.

Aus SLuSr und (and.

Gießen, den 15. Januar 1907.

Dns Groß herzogliche Paar, ba9 am SamStag einer EinlvÄung bc§ Staatsministers Ewald zu einem ge­selligen Abend in dos Mmisterhotel gefolgt war, besuchte am Sonntag abend wiederholt die Vorstellung der ^Lustigen Witwe" in) Großh. Hoftheater zu Darmstadt und am Montag abend das Konzert des GcigenkünsilerZ Willi) Bunuester. Zu bem am kommenden Mittwoch im alten Palais statt­findenden Hofball sind wieder zirka 300 Einladungen er­gangen.

* In daö kolonialpolitische Aktionskomitee der Vereinigung von Professoren, Volkswirtschaftlern usw., auf deren Veranlassung Kolonialbirektor Dernburg kürzlich feine bekannte Kolonialrebe hielt ist Prof. Dr. Biermec gewählt iDouben.

Einen tragischen Abschluß hat das Leben bc3 im Alter won 31 Jahren stehenden Siebakteurs Johs. Dinkela gtffimbcn, ber im Jahre 1905 dieDarmst. Ztg.^ redigierte und von da die Leitung eines Blattes in Graudenz übernahm. Er wohnte, wie uns geschrieben wird, am Freitag in Graudenz einer Wahlversammlung bei. Hier hat er sich anscheinend diurch verschiedene Reden so ereifert, daß er, nach­dem er noch eine Resolution zu Gunsten des bürgerlichen! Kandldalen Migebracht hatte, von einem Herzschlag be­troffen zu Boden sank unb verschied. Die VersanimtuuA wurde geschlossjen, nachdem man noch eine Resolution im Sinne Dinkela?s angenommen hatte. Trotz seiner nur kurzen Tätigkeit in Darmstadt hatte er sich doch zahlreiche Freunde dort erworben. Seme Frau ist bald nach feinem Wegzug von Darmstadt auch gestorben und so stehen jetzt minder­jährige Kinder als Waisen da.

** OeffSrrtliche Lesehalle. Im Dezember wurdcr» 2494 Bände austzrlieheu. Taoo« kommen auf: Erzählende Lile- ralur 1268, Zeitjühriüeu 475, Jugendschriften 249, PerLdichtungen 76> LileralUigefchichte 6, Länder» uud Völkerkunde 57, Kullur- aeschichle 24, G^ichte^uud Biographien 108, Kunslgeschichie 10, Nalurwissenschcöt und Technologie 123, Heer- und Seewesen 11, Haus- und Landwirlschaü 7, ^)esundheitslehre 18, Religion uud Philosophie 26, Siaalswissenschasl 17, Sprachwissenschaft 8, Freind- sprachliches 10 B^nde. Nach auswärts tarnen 120 Baude.

* Besltzrvechsel. Fritz Eccarius, Spezialbclciich- tungS-Geschäft ynb Installation am Markt, erwarb von Kaufmann Ernst Bloedner dessen Haus SelterswegZl^ seither Theater-Neslaurant und Cafö, früherPerkco", 311m; | Preise von 84 000 Mk. unb wird am 1. Oktober sein (§e* schäft borthin vrrlegen. Kaufmann Robert Stuhl ver­kaufte an Metzgcjcmeister Horn von Herbstein seine m der Bleichstraße r. 2 3, Ecke ßubroigfiraye, gelegene HcZeile für 38 OüO Mk. zum Metzgercibetneb. Der Gemüse­händler Georg Hammel in der Großen Mühlgasse 6 kaufte die Hosreite des Kaufmanns Heinrich Völzel, Sonnen* straße 31, für 42 000 'Dif. Jakob Happel, Holz- und Kohlenhändler, faiifte zum Preise von 27 OüO SJlf. Die Hof-M teile des Georg Ha mmel in der Mühlgassc nebst dessen Garten an der Kvösdorferstraße.

Butzbach, 14. Jam Dieser Tage sanden in Sachen des Bahnvaues Rockenberg-Biltzbach-Ebcrs* güns erneut Verhandlungen statt, an denen auch ein Ver­treter der Firma Lenz u. Co. teilnahm. Die hessische!>ügie- rnng steht dem Pkchekt sympathisch gegenüber. Die Strecke soll von Siockenbcrg nach Griedel führen und von hier bis Butzbach-Ost dem Gleis der Strecke Lich-Butzbach folgen. Tann erfolgt nach Nordweflen das Ueberschreiten der Nlain- wcferbahn und die Weiterführung westlich von Pohl-GouS nach Ebersgöns am Kleebach. Von hier ließe sich die Bahn fpäter nach Klecberg. und Brandoberndorf welterführen. Zu den Baukosten soll EbcrSgönS 40 000 Dt., Pohlgbns 35 OüO i M. zeichnen und freies Gelände stellen. In Kürze soll eine Versammlung von Interessenten stattfinden.

P Bad-Nauyeim, 14. Jan. Eine überaus rege Bautätigkeit ho-rrftlft in diesem Winter hier. Außer an vielen Privatbauten wirb an ben staatlichcn Neu­bauten rüstig gearbeitet, von denen zwei neue Babehäuscr ('Nr. 9 unb 10), ein Konzerts aal, ein Küci)enneubau am Kur­haus im Bau jinö. Wahrend der erhöhten Baurätigkeüi = un Sprubetgelänire Hat man zwei große S-prubel bis zmn FriäMj)r gögestelll. Bei den letzt beendeten .AuLjchaüMnL^

«M»

®er?/ Sie ui'

Li nur nid- Oll3'

-'S» ganges Leu Orts deniotr.^roe \\t nani^ b veroron. ©J Mrn 6«* im to8c; ® ein raü.wl0 ben Aib-'p gesehenen 'W iMd bekam demnaryst. ar seiner veMH aügeniem W

sten W ßl Hanau, tintn falsche Wochen in eini form eines ßel! aus. Ec bcjuc

santcrie-Kajcrnl niililäuschen P heil gezweisclt gelang es ihn ibargelb zu ei fall? einen 91 mMaiusch n

Anfrage der tu ort, daß l haftet wurde auch in Aach Feldwebel a längerer Zeit ist 23 Jahre

§ 'jJlai'i nahen Michel! seinem Zchei auigab.

XVitb hause wurden etwa 1400 5 Klein Aachbarsia die l.ioU^al)l ructsichligung 1 Zu- und SlblD der (Dcbmieii 346000 anz wurden 334 97 aus Sein Äaöeo ile junge Frc 6(11 -i 0 ö. 5 '"hende Nachric 1- ffllllanb durch öia 11 fen ber seine lkhesrau ( ' Hochzeik.

-^oriragsabend Sa bl über K inOliaiün fpre

i btt freimin $Ieai

I Die im Wi Roten Kreu

: w Mitglieder.

J Nachdem int Otrrn Lberaru ^er und ? gWt mit 1?

: später

1905 faul ! E22 H

oln ^Qnßeln y

cteinbtl]QJ8en°nni

SrTet,9e«

«nen nodt c9?111

Wellt : Nag <'>leich

'*N eiJ .Mc

*4 eine j