Ausgabe 
15.1.1907 Zweites Blatt
 
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Nr. 13

Im Wah.rreise Bensheim-Erbach ist die Wahiagi- rt.tvf im ßVittn» Tirr rftriff Tirfi»foliole Kandidat Ui i Ü<

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LrschestU tvgllch mit Hutnofrne DeS Sonntag».

DieGletznter ZamttlendlLtter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS 'KrtUblatt für de» Krell Liehen" zweimal wöchentlich. Derheffische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

politische Lagestzeha«.

Die freie theologische galuitat

Während sich die Trennung zwöichen ^zaai und katholische? Kirche in Frankreich unter harten Kämpfen vollzieht, suchen sich

nicht genau. In der Stummer vom legten Samstag ist z. B. wörtlich zu lesen: .HeyligenstaeDt berichtete über seine Tätigkeit im Reichstag, welche darin bestanden hat, daß er zu allen Vorlagen und Steuern, welche die Re- gierung vorlegte, Ja und Amen sagte.' DaS ist, gelinde auSgcdrückt, eine wissentliche Unwahrheit. Die Herren vom sozialistischen VolkSbegluckungS- und Volksbelustigung^. Organ wissen sehr wohl, daß Heyligenstaedt z. B. gegen die Erhöhung der Tabaksteuer und gegen die QuittungS- steuer gestimmt hat. Selbst wenn sie daS auS den Reichstags- berichten nicht ersehen hätten, wissen sie daS von HeyUgen- slaedlS Berichterstattungen her. Sie sind ihm ja in den letzten Tagen von Ort zu Ort nachgegangen.

An diesem einen Beispiel ist zu ersehen, wie in jenen Kreisen mit der Wahrheit umgegangcn, oder richtiger, wie die Wahrheit umgangen wird, und cs spricht nicht für die Güte der sozialdemokratischen Bestrebungen, wenn ihre Agitatoren zum Zweck deS Stimmenfanges auf solche Weise die Tat- fachen verkehren und falsche Behauptungen so leichtfertig als gewissenlos in die Welt setzen.

Len, d. h. gegen gute Tagesdiäten aus der: Parteikasse; alle anderen schwatzen dumnics Zeug, das sie seLbtt nicht glauben, und tun eS noch dazu nur auS materiellen Gründen, obwohl in Wahrheit niemand von ihnen, und sei sr noch so gering bedacht mit irdischen Gütern, auch nur einen Pfennig aus dem liberalen Wahlfonds beansprucht. Ob das hiesige Organ der Partei, die daS deutsche Volk nicht allein, -sondern bic ganze Menschheit (laut Wahlaufruf) zur vollen Sonnenhöhe der ftpltur emporheben will, jemals einlieht, wie lächerlich (3 sich selbst mit dieser Beweihräucheruags-Politik macht, möchten wir allerdings billig bezweifeln, deon in keiner Partei treibt ja der Personenkultus und daS Unfehlbarkeüsdogina so

der lieblichen E-moil- (op. 90) und dec tiefgründigen E-dur- Sonate ^op. 109; zeigte uns d'Albert als wahren Künitrcr, welcher nicht etwa in äußerlich wirkenden Effekten, sondern durch d.e Verinnerlichung, durch die Tiefe der Auffassung und getreue Wiedergabe dec Gedanken des Donsetzcrs zu wirken verlieht. Das herrliche A-moll-^iondo von Mozart, die pikanten Scar.attUchen SrÜQ!., wie die, etwas selten gehörten Variations sörieujes von Mendelssohn ließen uns die Reize des weichen Anschlages, die reiche Nuancieruilgsfähigkeit und die reiche Melodik im epiele des Künstlers bewundern. Daß auch der schaiieiiüe Künstler d'Aibert zum Worte kam, war ebenso beredjtigt wie interepant, da d Albert in neuerer Zeil als elvmponist lici) einen geachteten Namen bekanntlich erioocoen hat. Die ,oeben erst erschienene Seren uta in H>dar schien m.r nt musikalischer Äinsichtbedeuten- Ikc als die im übrigen hüosche 9toctume. Daß ba=» Programm, oon dem ich übrigens noch die hübsche Deoersche Zonare Mit ihren seinen Anklängen en oes Acemers Freiich^v erwähnen muß. mit Chopin, und nicht mit einem berauwenden Liszt ausllang, hat überaus wohltuend berührt, schon weil .air hier die beste Gelegenheit hatten, in der Interpretation des ttlaviev tomponis.^. par excelrenee d Alberts Kamt, ferne periente Technik, die unvergleichliche Ruhe im opiel. selbst in der lleoerirrndung der fchwieriLtten, fPas sagen, joroie hie. jur .Ehopui mierlaLrichs

stören.

Man schreibt uns ferner: . . o ..

Einen geradezu glanzenden Verlaus nafcn die unter Leibung des Lehrers Mohr in Oberlais am Samstag aogelialtene Versammlung. Zuiiächst legte Stadtv Löber aus Gießen m kerniger Sprache die Bedeutung der demnachftigen Wahlen dar und schüdcrte eingehend, was die Kolonien für Deutichland be­deuten und in Zukunft bedeuten werden. Reicher Benell lohntt den Redner. Hierauf ergriff Pfarrer Vogel von da das Wort. Zn nahezu einstündiger, jomiDollcnbeter, geradezu begeUttrnder Rede legte er der äußerst zahlreich erschienenen WafreridMst klar, was heute Liberalismus bedeute; jeder Einzelne habe gewiß ein Anrecht darauf, seiner Meinung AuLdrua zu geben. Zm jetzigen Augenbäck aber müssen einteilige Wünsche zurucitreten; das Vaterland sei es, an dessen Lau wir hesten loilen. US gälte zu bekämpfen das Zentrum, das sich eine maßlose Macht an­eignen wollen. Dagegen brauchen wir Männer von ivahrhaft liberaler Gesinnungsweile, Manner von lauterem Pattwt.smus. Wohl wisse er, daß gar manchs lyätte anders sem tonnen, aber wo in der ganzen Welt gäbe es etwas voilkommenes! Geoen Sie, so schloß der Redner, am 25. Januar dem Kandidaten t>»r bereinigten liberalen Parteien Ihre Stimmen, treten -sie am 25. Mann für Akann ein für den liberalen Gedanken, und Sie dienen einer guten Sache. Begeistert wurde fre bedeutsame Rede von sämtlichen Anwesenden ausgenommen. Lehrer 'JJioljr Ichlotz hicraui die Versammlung, wela)e von ihm m ganz ausgezeich­neter Wttfe geteilt wurde, mit einem Hoch auf Großherzig, Käif-r und bu5 große deutsche Vaterland.

Zn Schlitz fand, wie man uns von dort tchrewt, am. Io. die erste, von ca. 5UJ Pcrfouen be-achte Wahlveriammlung statt. Es sprach der Kandidat der Freisinnigen, Rechtsanwalt Reh auS Alsfeld. Den Vorsitz fühlte Kaufmann Reuscher aus Als­feld. Derr Reh, welcher durch seine ruhige, sachliche Art all­gemein eilten guten Eindruck machte, sprach zuerst über die (gründe der ZieichstagSau'stosung uiid entwickelte das ganze Programm der ireirinnigen Partei. Besonders scharf verurteilt wurden die Schutzzölle, wobei der Redner den anice;enocn Land­wirten klar zu machen suchte, daß eigentlid) der kleine Sa u e r durch d i e Zölle mehr Schaden ais Nutzen habe. Die Aufrührungen sanden lebbaiteil Beifall. Tann fprach Partei­sekretär Kuhlemaiin aus Darmstadt haupnächlich gegen die indirekten Steuern. 5e^ bemerkt wurde, daß von keinem Redner des antisemitischen Gegners gedacht wurde, während der Natio- nalliberaiismus einige Se^.enhiebe oushalten mußte. Man lürajtet Ibu-utmalu wohl gut nicht mehr. Auern Amchem nach hat die Sympathie i ur den Antisemitismus Pehr nachgelassen, und cs kommt voraufichtlich zu einer Stich- lucbl zwischen Nationalliberaten und Freijinn, wobei xrt. Wallau woyl liegen wtto. Allerdings, würden in Der Stichw^yl Die Stimmen der Sozialdemotraten Reh zufallen. Kuh.emann verstand es gestern schon, D.e SozialDemolraten Herrn Asteh geneigt zu machen, sodaß diese bei dem Doch aus das Vaterland 1 u b e l n D e i ii ft i m m i e n. .verr Orocg braucht s ich im <rchttöer- läi.dchen nicht aus viele Stimmen zu freuen, Denn lerne ^aeix Liegt bei uns Gott sei Dant ganz im Argen. Stauf mann Schilling aus Schlitz dantte zum Schlüße Herrn Rro für 'jüne Ausiuhrungen und unterließ babei nicht, noch an Dr. Wallau zu zup>en,

NotationSdruck und Verlag der Brühl'fchen Unwersuäis - Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Truckerei: Sckrnl- straße 7. Expedition und Verlag: öl.

Redaktwn: e« 112. Tell-Adr.: AnzeigerGießen.

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Zur Zöuyibtwrüung.

Gießen, den 16. Januar 1907.

Auf die Dörfer l

Der Wahlkampf mitten im Winter mutet den Kandi- baten außerordenttiche Anstrengungen zu. In den Städten zu Wahloerfaminlungen sprechen, hat unter Umständen seinen Neiz, vorausgesetzt, daß eS nicht zu einem tumutti-ttischen Zwischenfall kommt, dem beliebten Mittel rauherer Gegner, dir Zusammenkunft ein vorzeitiges Ende zu bereiten. Aber ber Ruf /Auf die Dörfer!' ist em kategorisches Gebot, dem man mit gemilchten Empfindungen Folge leistet. Da sind die Bauernbündter von vornherein ul entschiedenem Vorteil; für sie macht nichts au5, m dieser Jahreszeit r»n Dorf zu Torf zu fahren, und wenn städtische Wahlcedner von den Unbilben Der gegenwärtigen Witterung längst heiser geworden sinD, reden bic abgehärteten Männer der Scholle mit einer wahren Ldwensttmme zu ihren Wählern. Diese Kandidaten halten den Kampf eben besser auS, und bas imponiert natür­lich ben länblichen Wählern.

In bet Abhärtung kommen die sozialdemokratischen Redner, die diesmal auch besonders fleißig die Dörfer bear­beiten, ben Bauern ziemlich nahe. Tie Anstrengung deS vielen und lauten Sprechens macht ihnen nichts auS, für diese Aufgabe sind sie bestens trainiert, und an Brquemlich- leit stellen sie die geringsten "Ansprüche.

Eine Beobachtung wirb bieSmal auf dem Lande gemacht, die nämlich, baß Die Wähler über bie politischen Ereignisse besser als sonst unterrichtet sind.

Tie Kawpsesweise derGenossen".

Wie der hiesige Ableger deS Offenbacher Sozialisten- oegans in feinem lokalen Teil die Berichterstattung über Die Wuhlbewegung in Oberhessen betreibt, das ist von höchster lirfreirotUiflet Komik. Wer bie spaltenlangen Ergüsse lieft es tun baS wohl manche zu ihrer Erheiterung, fragt sch, ob Die sozialistischen Macher unb WanderreSner wirklich p naiv sinb, zu glauben, Daß eS Leute gibt, bl- alles Das, m3 ihnen das Sozialistenblatt ganz munter om unoerbau- licget unb geschmackloser Kost austifcht, für bare Münze nehmen.

System der sozialistischen Berichterstattung ist: bie liberalen Redner benutzen abgeleierte, abgedroschene Phrasen, bit sie selbst nicht ernst nehmen; was sie oerbringen, ist faveS Ziug, dessen Wertlosigkeit jebem verständigen Wähler ton selbst einleuchtet. Die Sozialbemokraten Dagegen wider- tjen jeberjeit Die Argumente Der Gegner schlagend. Deut- licher: Krankenkasienkontrolleur Beckmann, Orlslrankenkasicn- Ü. chäftssührer Fouiier, VolkszeitungS-Expebient Stoll, Volks- zutungS-ReDakteur Vetters unb ber ebenfalls jetzt an ber 'Aollszeitung beschäftigte frühere ßiegeleiarbeiter Häuser auS 6.<mberg (daS sind nämlich Die fünf Koryphäen, Die planmäßig bit liberalen Versammlungen besuchen, um Stimmung für Lumm zu machen) sind politische Größen ersten Ranges, die mit spielenber Leichtigkeit alle politischen ibnd volkswirt-

f^aftlichen Fragen löien unb baneben noch Die liberalen Otgner völlig ,oernichten". Dagegen t)ie liberalen jlröner, einerlei ob Diänner von umiafienbgfc akademischer 'Jilbung ober mitten tm praktischen Leben stehende l)e!chäftsleute sinb Ignoranten, bie von geschichtlichen, ? volkswirtschaftlichen und politischen Verhältnisicln feine Ahnung haben und durch bie Bank nur konfuses Zeig reden. Am besten kommt noch Rechtsanwalt Kaufmann fort, von dem das (Scnoffenblatt gnädig unb herablasienb sivgl, daß er ,ja em ganz leidlicher Jurist sein mag, aber von Politik versteht auch er nur herzlich wenig." Tie fozialDemcikratischen Volls- ociiammlungsrebner, Diese Männerchen, bie etoen sozialistischen iilgitationskurs Durchgemacht haben mögen, von ber Welt und bem Leben aber etwa so viel wissen wie fein Papagei von Kruppschen Kanonen, verstehen natürlich alles, sind Die geborenen Rebner unb wirken aus rem ibtalen Beweggrün-

Vertiefung nochmals gemeßen. Hier zeigte sich d"Aloert tm wahren! Sinne des Worres als dec Poet am Klavier, der, unter gänz­lichem Verzicht auf äußerliche Effekte, seine Zuhörer, m seinen Bann zu ziehen weiß. Fast möchten wir bedauern, daß die Ein­drücke des Geborenen bei Der meines Erachtens etwas geringen Kürze der Erholungspausen zwischen den einzelnen Lrucken euvas zu rasch oergingen; aber ungeachtet dessen ist der große Kunst­genuß, der uns durch d Albens herrliches Spiel vermittett wurde, ein tiefer und, durch die Wahl des Programmes, zugleich em belehrender gewesen! .

Unser jiLnzertpublikum, welches nut nchtlichem Ernste und großem Jnteresie dem auch für den Hörer doch etwas anstrengen­den Programm von Nummer zu Nummer folgte, hierin fei ihm ein wohlverdientes Lob gespendet kargte denn auch nicht mtt seinem Beifall. Ich glaube, daß ich im Sinne Alter ipreche, wenn ich der Hoffnung Ausdruck gebe, daß es dem ^onzertvcrein gelingen möge, in nicht allzu ferner Zeit Sierra b^Ubert aua> einmal zur Interpretation eines Beethoven,chen oo.r Brahmsichen zt^avierkoiizertes mit Lrchesrerbegle.tung p gewinnen.

D Albenabend wird gewiß jedem, der ih.i genosten hat, in bauernDaGj Erinnerung bleiben.

LEKLä

chrlmg ücr Schulbildung!, - dliü> gesucht 0 ji, ^erber'.vcbe

Selrersweg

Der Vorstmid des nationalen Vereins zur Wahrung der fortschrittlichen Volks Interessen gegen die Destrebungen der Sozialdemokratie hat im Reichstagswahllreise Altona- Stormarn den Kvlonial-Direttor Dernburg gegen den freis. Kandidaten Löw euch al aufzustellcn bescylvjsen.

In Aachen stellten die nationalen Katholiken den Tuchfabrikanten Drouwen als zweiten Zentcumskan- öibatcn gegen Roeren auf.

Ter katholische Fürst von Waldburg- Z eil * Trauchburg ermächtigt dieReckar-Ztg.' zu der Erllärung, er würde Erzberger seine Stimme nicht ivieder geben und wünsche einen Katholiken als Gezen-Kändtbatcn. Der Fürst, bet Mitglied der ersten württembergischen Kammer ist, steht durchaus auf dem Standpunkt ber gegen bas Zentrum sich organisierenden nationalen Katholiken.

In Stettin beschlossen 50a Hafenarbeiter in einer Versammlung einstimmig, am Wahltage von mittags! 12 Uhr ab die Arbeit einzu st eilen.

Ter Erste im Neichstag.

Von Erzberger verlautete neulich, er habe seinen größeren^ iRltstreiter im Kolomalkampf, Roeren, als den zukünftigen ReichStagsp cäsidenten bezeichnet. DaS Gerücht wird natürlich allenthalben oerbientermaßen als Scherz aufgefaßt. Jebenfalls würde Roeren, wenn überhaupt, mit so knapper Mehrheit zum Präsidenten gewählt werben, daß er kaum umhin könnte, bas Anerbieten abzulehnen. In Berliner Zentrumskreisen vertritt man benn auch den Stand­punkt, daß, falls bic Partei roieber als stärkste Fraktion ins Reichspartament einzichen sollte, eine Nominierung Roercns zum Präsidentschaftskandidaten als ausgefchloffen gellen müsse. Es würden nicht einmal alle Zentrumssttmmcn sich auf ihn vereinigen.

Tie meisten Chancen für bie Nachfolgerschaft des Grafen Ballestrem, ber feine parlamentarische Tätigkeit auf bas preußische Herrenhaus beschränken wirb, erkennt man bem Münchener Philosophie-Prosesior Freiherrn o. Hertlin g zu, bem bekannten bayr. Zentrmnsaristotralen, der sich beim Kolonialkonflikt biskret im Hintergrund hielt und allerdings geeignet erscheint, das Zentrum nach oben hm zu repräsentieren.

Konzertverern.

Gießen, 15. Januar 1907.

Der Klavierabend am Sonntag (2. Künst.erabend) hat He zweite Halste unserer musikalischen Winter,ai,on in ^ebcn,o ttwhi..>uiigsvotter Wcise tröpnet, wie die eqte xmirte btt e>ai|on durch ben be.nid)tn Leelh^vi-nabend im Dez^moer bt,a;iunen pur de. Obwohl mir der NameKünstt.evaoend' im Vergleich tu den anderen intimen Kvnzertveranstattungen maU Ivm- hitbiid) ist, so schien er mir gestern doch einmal zu pancru Penn ein großer Künstler war es, welcher zur Ausiuyrung des jl-üvierabeiids gewonnen war und ein zahucciches Publilum, tote ti schien, auch aus der wetteren Umgebung von Gießen an- CcLsct batte und mit einem ebenso intere,lauten wie M^Echslungs- Itucen Programm in Andacht gefesselt hielt fein Geringerer MLEugen olber t. d'Albeits Kunst ist zu bekannt uiid über dies Lob er :ben, als daß int einzelnen auf ihre Vorzüge eui- Eigeben toi., auch lourbe es verwegen erscheinen, tn eine.kr.ttlchc !£eipred)ur.g .Dracber 'Jiunimer hier emsetreten; es sei daher aur versuast, in Kürze den Eindruck niederzugcben, den Der flerse ttbeiid mir zu hinrerlanen schies. smon Die_ Jnier- ;c;atwu Der, das Konzert echfistenheii Setthooenschen Agnaten,

indem er au-suhtte, Herr Reh habe wenigstens nicht twrher viel versprochen im Gegensatz zu ersterem, welcher in einer seiner Wahlreden in Schlitz gesagt yaoe, er hoise twä# an d.r eines Bataillons SolLalen tn unser Stlidtchen emmarfchiereii zu können. Ta. Wallau, der sich für Den nächsten Fre.tag,,ur hier angesagt hat, wird jebtitfaifö darauf antaivvten. _ Vaster wäre eS allerdings (das sott und muß einmal gesagt sein), er freite sich künstig von Derartigen Witzen fern.

Dian schreibt uns ouS Butzbach:

Tie RanDiDatur Tr. NemharD S trecker von Bad-Nauheirn ist ke-neSwegS eme ausschließlichfreisinnige*. TlCienigcu, ivelcue Diesem Herrn Die RanbiDaiuv übertragen haben, gehöien zum -teil auch anberen liberalen Pa.leien an. Es werben Daher auch Die zur Ausgabe gelangenden Ftugblätier von einem Wahlausschuß Der .vereinigten l in 101i b er a len Parteien" au-gegen.

Ein niedliches Vorkommnis geiegcnttul) einer früheren ReidiSiagswuhl wirb uns von einem 11c,er erzählt. Ju einem wichtigen Vcrkchisort und zugleich beDeulenden Ausga>ig->orl nach dem Vogelsberg i. nte em Fuhrwerksbcsitzer, Der fori,nicht Die Wahiagnatoren Dci uciid)ieDeii,ten Pan eien an Der nächsten Bahnstation abljolte und nach Dem Vogelsberg beförderte. Eines Tages waren loieDer einige Herren aiigefagt und Johami, Dec Knecht, sollte sie abholen. Schon halte Johann angespannt, al-3 er seinem Herrn ries: ,WoaS eaS eS dann für e Nation?" (Panel.) .Tas biauchsle net je wisse," war die Antwort. Als Johann aber Darauf bestaiiD, kagte sein Herr: .Wanin iviUfics wil,e ?" .E a s es oo waje Dr Innerha11nglautet Die Antivort Des schlauen Knechtes, Der jeDensalls Durch seine kluge Polilik von Den verschiedensten .Stationen ein krasiiges Trinkgeld emheimste.

)eV (Hagen), welcher schon im ersten Wahlgange die Un­terstützung deS Zentrums findet, frnt faft in allen Orten Versammlungen ab. Der Sozialdemokratie ist bie luuivioiitur Rippel besonders ungelegen. Sie tveiß, daß sie in einer Stichwahl mit Rippe! unterliegen wird. Darum pasit ihr die Taktik des Zentrums gar nicht. Ihr Kandidat Zahn schimpft über das Zentrum und zieht den Beichtstuhl, die Kmizel und die religiösen Gebräuche in bie Agitation. Die '.Ratio na liberalen im Wahlkreise Bcns- heirn-^ttboch gehen, mie es in einer ^rrespondenz der fatboLKöln. Volksztg." heißt, in ausfällig glimpflicher Weise mit dem Zentrum um. Haas bedauere in Versamm­lungen den Bruch der Regierung mit dem Zentrum. Allein das alles kann, so sagt bas aena.inte Blatt, das Hess i su) e Zentrum nicht von der Richtlinie abbringen: Ke intz Stimme dem LiberalismusL

iLrokibaudlm-.g eilleg Erling >öarer Familie. &jbandLeji ^>eVerküuferüujcI LeliMuiiecüen foruflcn litidriu cuent C iPtict eemdji 'Jiüicnbaum & Jaul, Neuiuidi 7d.

Zweites Blatt 157. Jahrgang Dienstag 15. Jannar 1907

Metzener Anzeiger

Eeneral-Anzeiger für Gberhe^en

l)!n (hin welches in 1 * ..r' wsarbt- Mt m, tagsüber geiud

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Hädchen lid.8leiderinach.mev!?v w.Mubl.Lioilleiir^ .

R tagsüber ftefua; ißleian.T.

jtJIiiüUciKlb.g.:' iur Ausbüie otiudj;.

bfliinhohtTor-e - lahtdnßijie? Laubnedl imflei.wixrroefl4üil. i1 nlaiiißcSüaßrw^dicn i geb Lchostür. a. /'

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, Mckülatz 2. ' .

für einige L.- riSftei stiüNri.

Fritze Wajrhii

Rolenbanw/Au iab.

(Sine Hauodeltcru:

StenfePjer.isettc^, MScheu

fmui

l uer letzt, für üni.Fem.

Man schreibt uns auS Göbelnrod:

Gestern abend sand hier eine liberale Wahlerver- s a m m l u n g statt. Herr Dörr aus Gießen überbrachte die Gruße HeuttgensiaediS, worauf Herr Riedel über Die Äolonialirage unb wumuun vm» vn*»'»<« l|> v,f ."V"

Die Auflösung Des Reichstages rejerierie, unb Herr Löber bic Bei | tation stark tm Gang». Der christlich-soziale Kandidat R ip Dienste unseres seitherigen Abgeoidnetcn auizählte. Herr Pfarrer - - ' ,J ;----------k,Ä 11 w

Lchick aus Gliedborn, begleitet von Herrn Torr aus Dein- jeiben Orte, versuchte Die 9lanonalliberalen anzugrei:en, wurde aber von Dem 'Jteierenien mit leichter Mühe roiDerlegt. Konnten Die Herren sachlich nichts erreichen, so oerluchien sie cs mit Radau und Unterbrechung der Redner. Ter aniiiemilische und christlich-soziale Pfarrer fprach von denJuden- raupen' auS der Stadl, und Herr Dörr aus Oueclborn ge- broucbie dann Ausdrücke über Den nicht anwefenden Herrn peyttgew liaeöt, Die so nieDriget und gemeiner Art waren, daß meine Fever sich sträubt, sie hier wiedeizugeden und zu trumeren. ÜJie wir hören, haben Die beiDcn Hcrrell ihr störendes Benagen schon cm Sonntag tn Qucckboin und Lauter ^zur Schau getragen und an letzterem Ort sogar einen Redner am Sprechen verhindert. Man sollte Doch meinen, daß jemand, Dem Die e e e l j or g c in zwei Orlen obliegt, besseres zu tun halle, als Die Ber- lamminngen der Liberalen mit seiner antisemitischen Hetze von Ort juOrt zu verfolgen und durch Lärmen zu

üppige Blüten, in der der reinen Temokuttic, Freiheit und 'ltzrüderlichkeit. /

Auch mit der Wahrheit nimmt eS daS Blatt, das ständig ben G.gnern Schwindeleien und Verdrehungen oorwirft.

i.., suktzsSA iluäcntcuS^. ^rbereuei^^eul--' HZSÄ- ö. .