recht schön zu werden, weshalb Freunde des Stemm- und Ringsportes besonders darauf aufmerksam gemacht seien.
"Der Gesangverein „L i e d e r k r a n z" begeht am 3., 9. und 10. November im „Neuen Saalbau" sein 7 0 jähriges Stiftungsfest, wozu weitgehende Einladungen an die hiesigen Vereine re. ergehen werden. In einer vorgestern abgehaltenen Gesamtausschuszsilgung beschäftigten sich die Mitglieder mit den Beratungen über die Feier. Den gefassten Beschlüssen zufolge verspricht das Fest in jeder Weise würdig und gediegen zu werden und wir können schon jetzt versichern, das; der Verein unter der Leitung seines unermüdlichen Dirigenten Herrn Fr. Bauer seine ganze Kraft daran setzen wird, um sich anlässlich dieser seltenen Feier in Sängerkreisen die Achtung zu sichern, die ihm als ältester Männergesangverein Gießens gebührt.
** Die Wiederherstellung des Wormser Domes. In der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses der 2. Kammer wurde der Antrag der 1. Kammer über die Bereitstellung weiterer Mittel für die Restaurationsarbeiten am Wormser Dom verhandelt. Von der Regierung waren Minister Braun, Geh. Staatsrat v. Krug, Geh. Oberbaurat Hofmann und Regierungsrat Kranzbühler anwesend. Die Regierung erklärte, daß ein Zuschuß des Staates zurzeit nicht für erforderlich erachtet wird, da die Geldmittel zur Fortführung der Restaurierungsarbeiten auf dem Wege der Lotterie beschafft werden sollen. Die Regierung lehne es aber ab, die Lotterie von einer Bedingung abhängig zu machen, die diesen Zweck nicht berühren; sie verlange aber, daß aus der Lotterie ein Fonds zur ferneren Unterhaltung des Doms gebildet werde. Der Ausschuß stellte isich auf den Standpunkt, daß es sich zurzeit nur um Fort- ,Führung der Restaurationsarbeiten handle und daß hierfür 'die Mittel auf dem Wege der Lotterie beschafft werden sollen. Diese Herftellungsarbeiten hängen mit einer Freilegung des Doms nicht zusammen, und es hat sich über diese Freilegung auch der Kunstrat noch nicht entschieden. Darum beschloß der Ausschuß Beitritt zu dem Ersuchen der 1. Kammer auf Genehmigung der Lotterie, auch zur Bildung eines Fonds zur dauernden Unterhaltung des Doms; dagegen Ablehnung des Ersuchens der 1. Kätnmer, die Genehmigung der Lotterie an die Bedingung der dauernden Freilegung des Mestchors zu knüpfen.
§ Herchenhain, 12. Juni. Die mit Beginn dieser Woche hier tagende und zahlreich besuchte Hauptversammlung des „Verkehrsverein Vogelsberg- (V. V.) wählte einstimmig Lehrer Ludwig-Burkhards zum Präsidenten.
-j- G a m b a ch, 13. Juni. Der auf oer hiesigen Station Bedienstete Vorsteher Karr Nagel hat sich vorgestern heimlich entfernt. Die von ihm verwaltete Kajse wurde in Ordnung vefuuden, sodaß ine Annahme besteht, daß uner- .quickliche Familienverhältnlsse Nagel zu diesem Schritte gestrieben haben.
-t- F r i e d b e r g, 13. Juni. Ueber die unter der Firma 'Hessische A u t o m o b i l s a b r i k hier bestehende Gesell- stchafl mit beschränkter Ha,tung wuroe der Konkurs erkannt. Wie man hört, fehlt dem Gejchäft, das trotz kurzen Bestehens schon ganz achtungswerte Lieferungetl ausge- sührt und auch gellügend weitere Aufträge erhalten hatte, das für einen jo umfangreichen Betrieb notwendige größere Kapital. Auswärtige Beteiligung hält sich zurück, wohl mit Rücksicht au, die Schwierigkeit, gegenüber der schon vorhandenen, im Großbetrieb mächtig entwickelten Konkurrenz, ein junges Unternehmen hoch zui oringen. Man hofft, daß bei der Veräußerung urt Konkursverfahren das Wert seinem seitherigen Zwea uiid damit bem hiesigen Platz ein aus- jichlsvoiler Jndustriebetriebl erhalten blecht.
w. Heldenbergen, 12. Juni. Im nahen Rendel wurde bei zwei Wirren ein geb rochen und Geld, Zigarren und Viktualieil entwendet. Die Ortsbewohner befanden sich darüber m begreiflicher Aufregung. Ten unauS- gesetzteil Bemühungen der hiesigen Gendarmerie ist es gelungen, den Einbrecher, in einem Bewohner des Ortes, zu ermitteln, dingfest zu machen und an GroßhcrzoglicheS Amtsgericht Vilbel einzutiefern, rvo er seine verwegene Tat bereits eingestanden haben soll. — In dem preug. Dorfe Eichen, wo am verslostenen Sonntag ^anzbetuftiguiig stattfanü, wurdeii in der Nackt, beim Nachhausegehen auf einen anderen Ort, d r e i M ä d ch e n von einigen Unholden überfallen. Zwei davon ergriffen die Flucht, während das zurüägehaltene von einem der frechen Burschen vergewaltigt wurde. Die beiden geflüchteten Mädchen setzten den Vater des geschändeten Mävchens in Kenntnis von dem Ueberiall. Er fand seine Tochter iecfchöpst im Eyausseegraben vor. Als der Vater mit dem Mädchen in den Tanzsaal zurücklehrte, paare er den ihm bezeichneten Täter an der Kehle und hielt ihn fest. Er ist beim Amtsgericht eingeliefert, wo die Untersuchung oie Tatsachen feststellen dürste.
Z Niedermörlen, 13. Juni. Ein Motorwagen aus dem Sächsischen rannte heute früh gegen 4 Uhr beim Bergabfahren vor unserm Ort in den Ehausseegra- b en. Die beiden Insassen flogen im weiten Bogen in einen Acker, ohne daß sie bedeutendere Verletzungen davontrugen. Auch der Wagen blieb scheinbar unversehrt, denn nachdem der Wagen mit Müße au, uie Straße zurückbe- sördert worden war, tonnte die Tour fortgesetzt werden.
ck Vilbel, 13. Juni. Die Herstellung der elektrischen S t r a ß c n b a h n v e r b i n d u n g mit Frankfurt ist gesichert. Die Wetterführung der Straßenbahn durch Vilbel nach dem neuen Bahuho, stößt auf einige Schwierigkeiten, doch ist nach Ansicht. von Sachverständigen die Durchführung durch die Altstadt über die Frankfurter Straße möglich. Einzelne Gemeinderäte schlagen vor, zwischen Eisenbahnvrücke und Steg ein Haus zum Abbruch anzukaufen, hier eine neue Straße nach dem neuen Bahnhof anzulegen und einen Brückenbau vorzu- । nehmen. Die Bürgerschaft ist größtenteils gegen dieses tvst- spielige Projekt und für Durchführung der Bahn durch die Altstadt und hat eine iit diesem Sinne gehaltene Petition in stm- lauf gesetzt. Die Angelegenheit kommt in Kürze zur Entscheidung.
89. Frankfurt, 13. Juni. Nachdem in letzter Zeil der Tierbestano im Zoologischen Garten wesentliche Vermehrungen erfahren hat, so z. B. durch einen neuen Zuchtbock der graziösen Hirschziegenantilopen, die bekanntlich in ihrer vorder- indischen Heimat von Alters her als heckig gilt, ferner durch ein Löwcnastchen, eine winzig kleine, zierliche Affenart aus der Gegend des Rio de Janeiro, ausgezeichnet, durch langes, seidenartige-^, gelbrötliches Haar, das am Kops und Hals eine statt- lidje Mähne bildet, traf heute ein großer Tiertransport aus Australien lur Herrn ^lerhändler Menges ein und gelangt zum größten Teil im Garten zur Ausstellung. Hervorragende Seltenheiten befinden sich dabei, so z. B. schwarze Kakadus, Leipoahähne rote Ricfenkanguruhs, Hirschtänguruhs und andere interessante Beuteltiere. In Eolombo wurde dem Transport ein männlicher Bengaltiger angeschlosscn, der in den Besitz des Gartens über» gegangen ist, und eine empfindliche, durch unglückliche ckmslänoe geschafsene Lücke in der Raubtiersammlung aussülli. Auch die Bestäilde des Reptckienhauscs und Seewasser-Aquariums ivurdeu in letzter Zeit bedeuleiid erweitert. Zwei junge Sikahirsche und die reizenden, vor kurzem dem Ei eutschlüpften Magellansgänse sind als neueste Zuchtresultate des Gartens zu nennen.
X. Hanau, 13. Juni. Der heutige lokale Feiertag (Larn- boyfeier) brachte eine unliebsame Unterbrechung durch Feueralarm. Gegen 11 Uhr war in dem Dachstuhle der Kaserne des Infanterieregiments Hessen-Homburg Nr. 166 Feuer ausgebrochen, das sich rapid veroreitete und immer stärkere Ausdehnung zu gewinnen drohte. Das Feuer war in der Mon- lierungskammer der 8. Kompagnie entstanden, die dort lagernden reichen Vorräte boten gute Nahrung, so daß bald der ganze Dachstuhl nur ein einziges Flammenmeer bildete und auch die Montierungskammern der 7., 6. und 5. Kompagnie ausbrannten. Von den Monlierungsstücken konnte nicht viel gerettet werden, da sich das verheerende Element in kurzer Zeit über den ganzen Dachstock verbreitet hatte. Die Brandmauer an der Montierungskammer der 3. Kompagnie bot dem Feuer Halt. Neben der freiwilligen Feuerwehr Hanaus waren anwesend die Wehren aus Klein-Steinheim, Kesselstadt und der Pulverfabrik. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt.
Kassel, 13. Juni. Die Vorstände der preußischen Land- iv i r t s ch a f t s k a in m e r n haben unlängst hier unter Ausschluß der O e s s e n t l i ch k e 11 getagt. Unter anderem verlangen die Vorstände der Landwirtschaftskammern, um der Einfuhr verfälschter holländischer Bntter erfolgreich zu begegnen, daß auch Butler und Butterschmalz zu denjenigen Fetten gerechnet werden, die unter das Fleischbeschaugesetz fallen. Außerdem sei hervorgehoben, daß die Vorstände der Landwirtschastskammern den von den deutschen landmirtschanlichen Berufsgenossenschaften ausgearbejtelen Entwurf zu Uniallverhülungs--Vorschriften für die Forstwirtschaft als eine „unzulässige und teilweise geradezu unpraktische Beeinträchtigung für die Bewirtschaftung mittlerer und kleinerer Privat- sorslen" bezeichnen und infolgedessen eine vollständige Umarbeitung des Entivurfs verlangen.
30. Deutscher Fleischertag.
IIL
Nachdruck verboten.
S. u. H. Hamburg, 12. Juni.
Tie heutige Vormittagssitzung war internationalen Verhandlungen gewidmet, zu denen Vertreter aus Nordamerika, England, Schiveden, Dänemark, Rußland, Holland, Belgien, Spanien, Portugal, Italien, aus der Schweiz und Oesterreich-Ungarn erschienen waren. Ter Verbandsvorsitzende Marx-Frankfurt erinnerte daran, daß in diesen Tagen auch im Haag ein Kongreß zusammentrete, der die friedliche Verständigung zwischen den verschiedenen Völkern fördern soll, das sei der Friedens Ingreß. Auch unser Kongreß will eine friedliche Verständigung zwischen den verschiedenen Völkern anbahnen. Ter Redner schließt mit einem Hoch auf die Staatsoberhäupter aller Nationen, die hier auf dem Fleischertage vertreten sind.
Obermeister Schmidt- Hannover referierte dann über das Thema: Welchen Erschwernissen i ft das Flei scher- gewerbe zurzeit in Deutschland unterworfen und entsprechen wirklich die Wirkungen der Schlachthaus- und Viehseuchengesetze und die des Fleischbeschauge- setzeS den Hoffnungen, die man darauf gesetzt hat? Wird wirklich Gewähr geleistet, daß das Fleisch nur in gesundheitlicher Weise in den Verkehr kommt? Ter Redner weist darauf hin, daß jeder Fleischer schon im allgemeinen Interesse dafür e>orge trage, daß an seinen Waren nichts auszusetzen ist. Schon auf dem Transport wird das Vieh streng hygienischen Vorschriften unterworfen. Auch die Arbeitsräume werden in hygienischer Beziehung strengen Bestimmungen unterstellt. Alle diese Vorschriften sind zu intensiv und zu streng gefaßt, daß es der größten Vorsicht bedarf, um nicht mit ihnen in Konflikt zu kommen und dem Strafrichter zu verfallen. In dieser Beziehung könnte eine Milderung einireten. Tenn das Fleischergewerbe sei aufs eifrigste bedacht, zum Wohle des Volkes n ur gute gesunde Ware zst liefern. — Im Namen der englischen Föderation des Fleischergewerbes begrüßte dann Brecky-Glasgow die deutschen Fleischer. Der Franzose Hainaur schilderte die französ. Verhältnisse. Der schwedische Vertreter Po las ke-Göte- burg setzte schwedische Vorschriften auseiualider. Fernandez- Madrid überbringt Grüße der spanischen Fleischer. Dann begrüßte Dettes-Wien die deutschen Fleischer. Mathis- s o n K o pe n h a g e n trat für die Einführung einer Staats- löntrolle im Fleischergewerbe" ein.
Schmidt-Eisenach referierte über die Bekämpfung derVie h- seuchen in Deutschland. Er verlangte die Fleischuntersuchung auch im Haushalt. Weide mann- Wiesbaden stellt fest, daß schwere Mißstände vorhanden sind, unter denen das Fteischer- gewerbe zu leiden habe. Ten Grund dieser Mißstände sieht er zum Teil in der Viehwährschaft, die für den Fleischer^ einen Schaden von etwa 25 Millionen bringe. Ter ganze schaden belaufe sich auf 38 3/i Millionen nach den Aufstellungen des Jahres 1905. Zwei Drittel dieses Schadens haben die.Fleischer zu tragen, ein Drittel die Landwirtschaft. Die jährlich eintretende F le i s ch tc ue r u n g und das stüabattmarkenwesen gehörten auch zu diesen Mißständen; ebenso wie Pie Schlachthaus- Gesetzgebung.
Brokake-St. Louis bringt Grüße von den nordamerik. Fleischern. Auch dort lerne man Zeiten der F l e i s ch n o t kennen. Bezüglich der Ausfuhr von amerikanischem Fleisch nach Deutschland erklärt er, es fei ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Büchfenfleisch und dem lebenden Vieh, ölonferotn mit Büchseu- sleisch müßten unter allen Umständen verboten iverden. Lebendes Vieh dürse nur daun in Deutschland euigeführt werden, nachdem es von einer deutschen sachverständigen Kommission für gut befunden worden ist.
Oechs-Zürich spricht im Namen der Schweizer Fleischer- meister. Im Laufe der weiteren Verhandlungen wurde der Beschluß gefaßt, auch fernerhin' dafür zu sorgen, daß die Fleischer aller Länder zu einer Verständigung Kimmen. Es sollen regelmäßig internationale Fleifcherkongresfe abgehalten werden, deren Kosten das betreffende Land übernimmt. Es soll darauf gedrängt werden, die allgemeine Fleischbeschau in allen Ländern emzusühreli, ferner für eine starke Bekämpfung der Viehseuchen zu sorgen. Auch die Ausstellung von Gesellenbüchern soll geregelt werden.
Am Nachmittage verhandelten die deutschen Fleischer wieder über ihre speziell deutschen Interessen. Zunächst behandelte man das Thema; Viehv ersich erung. Dazu lag ein Antrag beider Hessen vor, der den Verbandsvorstand beauftragt, mit allen Mitteln der Errichtung einer staatlichen Schlachtoiehverficherung eittgegenzuwirten. Er empfiehlt zugleich den Innungen, auf Grund des Reichsgesetzes vom Jahre 1903 kleinere Berficherungs- Dereine auf Gegenseitigkeit zu bilden, tvelche sich für die Schlacht- viehversicherung durchweg bewährt haben. Der Antrag wird angenommen.
Das nächste Thema: Detarifierung von Fleisch- ro a r e u ist von erheblichem Interesse, da es sich darum handelt,^ durch eiligste Beförderung Fleischivareu in gutem Zustande an Ort und Stelle zu bringen. Dazu liegt ein Antrag Thüringen vor: Ter VerbaudSvorstiand möge erneut dahin wirken, daß ebenso wie frisches Fleisch, auch Fleischwaren in gekochtem und geräuchertem Zustande als Eilgut zu Frachtsätzen befördert werden. In der Debatte wurde hervorgehoben, daß ein Bedürfnis vorliege, Fleischwaren aus den Derfd)iebeniien Landesteilen nach anderen überzuführen. Bei großer Hitze, aber auch int Winter treten daher Uuzuträglichkeiten zu Tage, wenn diese Waren als gewöhnliches Frachtgut befördert werden. Sie leiden unzweifelhaft durch eilten tagclangen Transport und verlieren ganz erheblich von ihrer Güte. Es fei daher dringend erwünscht, daß a Ile Fleischwaren als Eilgut befördert werden.
vermischte».
* Der versandete Bullen in a g e n. Der Kreistierarzt Liesenberg erlebte kürzlich eine eigenartige Ueberraschung. (§r wurde nach dein ^uchsvorwerk bei Sternberg gerufen, um bic Todesursachen eines eingegangenen Bullen feslzustellen. Das t-tier wurde zuletzt und auch der tDiagen ausgemacht, -tabci fand der Arzt un Bullenmagen etwa 10 Pfund mär= fifdjen Sandes. Nach einigem Kopfzerbrechen konnte man
das Rätsel lösen. Das zur Viehtränke verwendete Wasser war stark sandhaltig. Der große Durst des Bullen hat nun die unheimliche Menge des „Nahrungsmittels" in den Magen befördert, wo es unverdaut liegen blieb, bis es durch Aerzte- kunst entdeckt wurde. Der Besitzer des Bullen weiß sich nun auch den schlechten Ernährungszustand seines gesamten Viehbestandes zu eiklären. Wahrscheinlich sitzen auch in anderen Mägen versteckte Sandkörper.
* Kleine Tageschronik. In Greiz wurde eine Anzahl Verhaftungen wegen Verbrechen wider das keimende Leben vorgenommen. Tie Affäre zieht weite Kreise und erregt viel Aussehen. — Eine Liebes-Tragödie erregt im Westen Berlins Aufsehen. Ter 31 Jahre alte Fabrikbesitzer Franz Joseph und die im gleichen Alter stehende Gattin eines angesehenen Kaufmannes, Frau Pauline Gotthelf, haben sich gemeinsam mit Blausäure vergiftet. Ueber das Motiv der Tat verlautet, daß zwischen Joseph und Frau Gotthelf schon seit längerer Zeit ein Liebes-Verhälims bestand. Tas Ehepaar Gotthelf hatte vor kurzem einen Ausflug nach Helgoland unternommen, dem sich auch Joftph aufchloß. Als Gotthelf eines Tages wegen stürmischer See früher als beabsichtigt von einem Jagdausflug zurücklehrte, Toll er das Liebespaar überrascht haben. — In Ober-, Hausen wurde stach einem Krawall polnischer Arbeiter der Po l i zc i ko m m i ss a r Eidam durch eckssn Stich in das Gehirn getötet. Fünf Verhaftungen wurden vorgenommen, doch ist der Täter noch nicht ermittelt. Eidam hinterläßt Frau und vier Kinder. — In der Raubtierfchlucht des Hagenbeckscheu Tierparks zu Hamburg ereignete sich ein Unfall, wobei Hagenbeck fen. leicht, ein Wärter schwer verletzt wurde. Ter Wärter wollte Hagenbeck einen krauten Tiger zeigen, rutschte dabei aus, woraus der Tiger aus ihn zu sprang. Der dem Wärter zu Hülse komme.ide Hagenbeck wurde gleichfalls angefallen, niebergemorfen, und erhielt einige Bißwunden, die ungefährlich fein sollen. Ter Wärter wurde durch Bißwunden am Unterarm schwer verletzt; es gelang, das Tier durch Peitschenhiebe zurückzutreiben. — Bei einem schweren Gewitter wurde dem Maurermeister Scheubert aus Lauda (Baden) durch einen Blitz der Kopf zerschmettert. — Von einem Personenzug entgleisten bei der Station Wehringen (Bayern) der Gepäckwagen und ein Personenwagen. Em Reisender ist verletzt. Tie Ursache des Unfalles ist iwch nicht aufgeklärt. — Bei Ports'- mo uth ereignete sich an Bord eines Unter] eebooted eine Gasolin-, explosivn. Ein Leutnant und drei Mann wurden verletzt; ersterer ist seinen Wunden erlegen. — Auf demMarien- Anwnie-Schacht bei Teplitz-Schönau wurden drei Bergleute von einer niederhängenden, drei Meter starken Kohlen- wand begraben und tot zutage gefördert.
ArbeiterbewegriNA.
Berlin, 13. Juni. Der Verband der Berliner Baugefchäste wird ab 1. Juli Verbandswillige zu den alten Lohnsätzen bei neunstündiger Arbeitszeit wieder einstellen.
Paris, 13. Juni. Ein Teilausstand der Zigarrenarbeiter ist hier ausgebrochen. Sie fordern Lohnaufbesserung.
MrctzLictzc Nachrichten, Evangelische Gemeinde.
Sonntag den 16. Juni, 3. Sonntag nach Trinitatis;
Holtesdienjt.
In der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrassisteiit Steiner.
Zugleich Ehristenlehre für die Neukonsirmierten der Matthäus» gemembe.
Vormittags 9'F Uhr: Pfarrer Schwade.
Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Euler.
Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche <ür die Markusgemeiude. Pfarrer Schwabe.
In der Johauneskirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ansseld. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierlen aus der I o h a u n e £ g e in e i n b e.
Vormittags 91/, Uhr: Piarrer Euler.
Nachmittags 2 Uhr: Kmderklrche für die Lukasgemeinde.
Pfarrer Eule r.
Am nächstfolgenden Sonntag, den 23. Juni: Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgeineinde im Hauptgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Katholische Gemeinde.
Samstag den 15. Iuni 1907:
Nachmittags um o Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheft zur heil. Beichte.
Sonntag den 16. Juni, 4. Sonntag nach Pfingsten:
Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
, um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.
„ um 9l/, Uhr: Hochamt mit Predigt und Erteilung des Päpstlichen Segens.
Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalische Bruderschaflsandacht.
Israelitische RcligionsgeseÜschast.
Gottesdienst.
Sabbatfeier am 15. Juni 1 907:
Freitag abend 8.00 Uhr.
Samstag vormittag 8.00 Uhr.
Nachmittag 4.00 Uhr.
Sabbat-Ausgang 9.35 Uhr.
Wochengottesdienst: morgens 6.00 Uhr, abends 8.00 Uhr.
TeBefoaiische
des Giessener Anzeigers, mitge und Industi
Frankfurter Börst
3>f°/o Keichsanleibe . . 93.30 3% do. . . 83.55
Konsols .... 93.50
*6% do. . « . . 83.60 3j^°/e Hessen . . . 93.10
3>j°/0 Oberhessen . . . 94.00 4?o Oesterr. Goldrente. . 98.35 4l/6 ?6 Oesterr. Silberrente 99 50 4zu6 Ungar. Goldrente . . 93.10 4-6 Italien. Rente . . .
3% Portugiesen Serie I . 65.90 3% Portugiesen „ 111 66.55 4>6°/0 russ.Staatsanl. 1905 90.00 4>6u, 0 japau. Staatsanleihe 92.00 4y» Conv. Türken von 1903 93.70 Türkenlose ...... 135.20 4% Griech. Monopol-Aul. . — — 4% äussere Argentinier • 83.50 3°/0 Mexikaner . . . 64.—
4>su/0 Chinesen .... 99.70
Aktien:
Bochum Guss.....218.25
Buderus E. W . . . 110.—
Tendenz: schwach.
Berliner Börse, 1
Cauada E. B......166.50
Darmstädter Bank . . . 127.10 Deutsche Bank .... 218.40 Dortmunder-Union C. . . 71.00 Dresdner Bank .... 135.20
Tendenz; matt.
Kursberichte
teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.
b 14. Juni, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . . 115.00
Elektriz. Schuckert . . . 104.00 Eschweiler Bergwerk . 218.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 184.70 Hamburg-Amerik. Pakett. 129.25 Harpener Bergwerk . . 198.00
Laurahütte......219.25
Nordd. Lloyd . ... 115.80
Oberscliles. Eisen-Industrie 101.00 Berliner Handelsges . 147.70 Darmstädter Bank 1'27.00 Deutsche Bank . . . 218.70
Deutsch-Asiat Bank . . 149.00 Diskontu-Kommandit. . . 165.50 Dresdner Bank . . . 135.20 Kreditaktien.....201.10
Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn . . . 92.20
Gotthard bahn . . . . —.—
Lombard. Eisenbahn . . 26.70 Oesterr. StaatsDahn . . . 142.00 Pnuce-Henn-Eisenbahu . 128.50
:. Juni. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 197.50
Laurahütte .... 219.20
Lombarden E. B. ... 23.70
Nordd. Lloyd ..... 115.30 l'ürkenlose . ... 135.10


