Ausgabe 
14.6.1907 Erstes Blatt
 
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leistet werden. Und dann sei eine (Erinnerung gestattet: AiS im vorigen Jahre vor der Strafkammer in Breslau der Prozeß gegen den Major v. Zander verhandelt mürbe, da trat cm Zeuge auf, ein Geschäftsmann, der, wie durch die Verhandlung festgestellt wurde, durch die Lieferungen an Militärkantinen Millionen verdient hat, und der auch die Lieferungen für die Kantinen des Regiments hatte, bei dem Major v. Zander stand. Der Geschäftsmann hatte Major o. Zander ein größeres Darlehen gegeben, das dieser nicht zurückzahlen konnte. Es entsteht daher die Frage, ob der Major v. Zander in dem Falle, in dem ihm in seinem Bataillon etwa Beschwerden über die Lieferungen beS Geschäfts­mannes zu Ohren gekommen wären, unbefangen genug ge­wesen wäre, um biefe Beschwerden weiter zu verfolgen....

Es fällt uns natürlich nicht ein, einen solchen Fall zu verallgemeinern; wir sind aber der Ansicht, baß hier eine strenge Untersuchung am Platze gewesen wäre, wenn diese kein anderes Resultat gehabt hätte, als den Schein eines Argwohnes zu zerstören. Bis zum heutigen Tage ist aber von einer solchen Untersuchung nichts bekannt geworden und dürfte es nun wohl auch nicht mehr werden.

Hunderte von Millionen muß das deutsche Volk all­jährlich aufbringen, um Heer und Flotte auf der Höhe zu erhalten, die die Weltlage von einem modernen Staate und einer Großmacht erheischt. Diese Millionen sind nicht dazu bestimmt, dem Heere die besten Waffen z»l liefern, sie sind vor allen Dingen nicht dazu da, profitsüchligen Lieferanten die Taschen zu füllen, sondern sie sollen auch dazu dienen, den körperlichen Zustand der Soldaten in der besten Ver­fassung zu erhalten. Auch die am vorzüglichsten konstruierte Maschine muß ihren Dienst versagen, wenn ihr die Kohlen in ungenügender Qualität zugeführt werden. Was die Kohlen für die Maschine sind, ist die Nahrung für den menschlichen Organismus. Ein Soldat, dcr mit minderwertigen Rahrungs- mitteln vorlieb nehmen muß, ist weniger leistungsfähig als ein gut genährter Soldat. Deshalb muß bezüglich der Be­schaffung der Nahrungsmittel für das Heer mindestens die­selbe Sorgfalt angewandt werden, die man auf die Prüfung des Materials verwendet, auö dem die Waffen hergestellt werden. Wir sind der Ansicht, baß zum mindesten be­züglich aller derjenigen Kasernen, für die der Schweriner Hofschlächtermeister Wurst geliefert hat, sofort eine eingehende Untersuchung in derselben Weise eingeleitet werden muß, wie sie bezüglich der Irrenanstalt Sachsenberg geführt worden ist, im Interesse unseres Heeres, im Interesse des ganzen deutschen Volkes und zahlreicher deutscher Väter und Mutter, die ein Recht darauf haben, von den Militärbehörden zu fordern, daß ihnen ihre Jungen ebenso gesund wieder znrückgeliefert werben, wie sie sie freubigen und doch sorgenden Herzens der Armee des deutschen Kaisers anvertraut haben.

Kaiser Wilhelm Nr. 116

Krausse 861!

Eintritt 75 Plg

Aie Keyrimnisse des Wurstkessels.

Vor der Strafkammer in Schwerin spielt sich augenblicklich ein Prozeß ab, der Illustrationen zu der Rede- Wendung ,baS kommt in die Wurst' gibt, wie sie natura- Wischer und unappetitlicher gar nicht gedacht werden können. ES handelt sich um die Riesenunterschlagungen in der mecklenburgischen Irrenanstalt Sachsenberg, und die Tatsachen, die dort durch Zeugenaussagen bestätigt worden sind, geben ein grauenhaftes Bild von dem, wie gewissenlose Lieferanten 'ihr Geschäftsprinzip:für den Fiskus ist das Schlechteste gerade gut genug* in einer Weife in die Tat um- sitzen, die schärfste Verurteilung und Ahndung seitens der Oeffcntlichkeit und der strafoollstreckenden Behörden fordert.

Wir wollen nicht erzählen, was für Dinge in die Leber­wurst gehackt wurden, die von einem Hofschlächtermeister der Anstalt geliefert und die den an sich schon genügend bedauerns­werten Irren aufs Brot gelegt wurde; die Zeugenaussagen haben da liebliche Dinge zutage gefördert. Und dabei wurde solche widerwärtige Wurst als vollwertige bezahlt und der Lieferant strich an jedem ZahlungSlage kaltlächelnd die Gold- stücke in den so wie so schon recht straffen Geldbeutel. Was soll man aber zu der beschworenen Aussage eines Zeugen sagen, der dehaiiptete, daß für die Kasernen von demselben Hofschlächtermeister Leberwurst fabriziert worden ist, die noch einen Grad schlechter gewesen ist, als die für die Irrenanstalt Sachsenberg gelieferte Wiirst? Was mag das für Leberwurst gewesen sein und wie mag sie den Soldaten gemundet haben? Es entsteht auch hier die Frage, ob nicht zwischen der Qualität der für Kasernen gelieferten Wurst und ihrem Preise ein bedeutendes Mißverhältnis bestanden hat. Wir halten es für ausgeschlossen, daß die zuständige militärische Verwaltung für den Konsum der Soldaten die schlechteste Wurst bestellt hat. Für unsere gesunden, zum großen Teile von» Lande stammenden Vaterlandsverteibiger sollte die beste Ware gerade gut genug sein, und während der anstrengenden Dienstzeit sollte erst recht darüber gewacht werden, daß der Soldat auch körperlich und gesundheitlich keinen Schaden erleidet. Wie 'leicht kann aber derartige Wurst zu einer verheerenden Epi­demie führen, wie leicht kann mancher unserer blauen Jungen von plötzlicher Krankheit erfaßt und aufs Siechenlager ge­worfen werden, von dem cr nimmermehr ausstehen soll? Und wie schnell kann mit einem Schlage ein Menschenleben ver­nichtet sein, über das der Staat unter allen Umständen zu wachen verpflichtet ist, wie leicht ist dann der Stolz und die Hoffnung mancher Familie durch die Prositsucht und die Gewissenlosigkeit eines einzigen leichtfertigen Lieferanten für immer dahingerafft! Erst vor wenigen Jahren kam im Rheinlande ein ähnlicher Prozeß vor, der fast dieselben Tat­sachen zutage förderte, der ebenfalls dartat, daß gerade bei der Fabrikation von Kasernenwurst mit einer Skrupellosigkeit und Schmiitzerei vorgegangen war, die jeglicher Beschreibung spottete. Und nach verhältiiismäßig kurzer Zeit werden jetzt ähnliche Feststclliingen gemacht, so daß aufs neue die Frage berechtigt erscheint, ob das Kapitel der Lieferungen für die Kasernen nicht einer dringenden und eingehenden Untersilchung allenthalben bedarf.

Man denke zunächst an die Art der Vergebung solcher Lieferungen. Schon oft sind von Geschäftsleuten Klagen darüber erhoben worben, daß diese großen Firmen die Liefer­ungen an die Kasernen zu Preisen übernehmen, bei denen für sie selbst eine Lieferung undenkbar ist. Schon oft hat man es Militärbehörden vorgeiuorfen, daß sie in der Hauptsache die großen Firmen berücksichtigen und an den kleinen Geschäfts­leuten achselzuckend vorübergehen. Em gutes Stück praktischer 9Jiitteiilaub§politir könnte hier von den Militärbehörden ge-

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Einsätze» nbat^ fi OO

Zur Einweihung

des Heimat- und Trachtenmuseums zu Butzbach am 16. Juni L I.

Aus dem seitherigen Heime in der Langgasse zu Butzbach ist unser interessantes Museum in die schön renovierte Michaeliskirche übergesiedelt. Damit hat es fürwahr eine würdige Unterkunft erhalten. Südlich von der herrlichen St. Markus- kirche, beschattet von der mächtigen Prinz Heinrich-Linde, erhebt sich das aus dem 16. Jahrhundert stammende im spätgotischen Stil erbaute Gebäude. Das Erdgeschoß, das von drei Kreuz­gewölben überdeckt ist, wird von einer achteckigen Säule getragen, die auf einem viereckigen Sockel ruht, während die Gewölbegrate sich auf in der Mauer angebrachten Konsolen stützen. Besonders schön ist das Maßwerk eines zweiteiligen Fensters. Das rundbogige Portal, welches sich unweit des gotischen in der Südmauer befindet, trägt die Jahreszahl 1617, in ivelcher Zeit wohl die Straße abgehoben und die Pforte gebrochen wurde. Eine eiserne Freitreppe führt in das obere Stockwerk, das von zwei einteiligen Maßwerkfenstern und einem zweiteiligen erhellt wird. In der Ostmauer befindet sich eine mit rundem Bogen überdeckte Nische. Sehr gut erkennt man noch zwei Fresko­malereien, das eine Bild stellt den heil. St. Michael, das andere die heilige Katharina mit Schwert, Rad, Heiligenschein unb Jerone dar. Sehr angenehm fällt der schöne Kopf der Figur auf. Tas in der Nordmauer angebrachte Weihwasserbecken ift.mii gotischen Bogenverzierungen geschmückt. Eine Holztreppe führt in den dritten Raum, dessen Decke von Balken mit Querträgern getragen wird und der mit Holzverschalung umgeben ist. Das Licht bringt durch zwei Maßwerkfenster der Ostseite und Dachfenster ein. lieber diesem Stocke erhebt sich noch ein vierter, durch dessen breites Fenster man einen wundervollen Blick auf die Stadt und die Gefilde der Wetterau, aus denen sich die doppeltürmige Burg­ruine Münzenberg erhebt, genießt.

In sehr schöner Weise ist die Wiederherstellung vollendet tvorden, zu der man den Rat des Denkmalpflegers Professors

Die landwirtschaftliche Naturkunde. Ein Leitfaden für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen sowie zum Selbstunterricht. Versaßt von Prof. D r. Paul Gisevius , Direktor des Landw. Instituts der Universität Gießen. Verlag von Emil Roth in Gießen. Preis 2.40 Mk. Dieses Buch ist kürzlich im Verlag von Emil Roth, Gießen, erschienen. Es enthält in leicht verständlicher Darbietung, mit trefflichen Illustrationen ausgestattet das Wichtigste der landwirtschastlichen Vorlesungen, die der Herr Verfasser im verflossenen Jahre an 40 Nachmittagen 10 Lehrern an ländlichen Fortbildungsschulen des Kreises Gießen hielt. Der gesamte Stoff ist in vier Abschnitte zergliedert und zwar in: A. Boden, B. Dünger, T. land­wirtschaftliche Pflanzenkunde, D. landwirtsch. Tierkunde. Er kann bei maßvoller Beschränkung in der Aus­wahl in drei Winterhalbjahren an den ländlichen Fortbüduugs-

richteten Mitarbeiters OerKreuzzug.' |üc auswärtige Po­litik. Er schreibt von zwischen England und Rußland jetzt bin- stund hergehenden Verhandlungen und von politischen Konsequenzen in der Richtung der Möglichkeit einer eng- lisch-französisch-rus fisch-japanischen Allianz. Um diesen Ring zu schließen, würde es also nur noch einer Vereinbarung Rußlands einerseits mit England, anderer­seits mit Japan bedürfen. Vielleicht ist Herr v. JSwolsty bereits auf dem Wege zu biejen 3;eicn, nachdem ihm durch den Alliierten FranRcich nach England und nach Japan hin eine Brücke geschlagen ist in den Verträgen, die die Republik selbst nut Liefen Staaten geschloffen hat. Unter diesen Umständen gewinnt die im Lause 0eS Emmers erfolgende Begegnung des Zaren mit König Eduard besondere Bedeutung.

Von Bestrebungen des russischen Ministers, auch mit Deutschland engere Fühlung zu suchen, weiß der Gewährsmann derKreuzztg." nicht zu berichten. Selbst, wenn es deshalb im Laufe de» Sommers zu einer Begegnung des Zaren mit Kaiser Wilhelm kommen sollte, fo, würbe solche wohl fauin als Beweis gelten können, daß bie oorstchenb gekennzeichnete Richtlinie der russischen Politik abgeienlt ist. Die Begegnung könnte sogar als Mittel ge­dacht lein, Deutschland ui Sicherheit zu wiegen.

Minister u. Iswolsky erinnert in feiner Amtsführung an den englischen Minister des Auswärtigen Sir Edward Grey. Wie dieser kargt er mit Worten vor dcr Oefsentlich- keit, und wie dieser bie Erwartung enttäuscht hat, daß mit seiner Berufung an die Stelle des Lorb Lansdoivne die offiziellen Beziehungen Englands zu Deutschland sich zum Bessern wenden würden, so hat Herr v. Iswolsky bisher nichts weniger bestätigt, als bie Darstellung, er sei als Gesandter in Kopenhagen dura) Kaiser Wilhelm während dessen Anwesenheit in der dänischen Hauptstadt der deutsch- sreunblichen Gesinnung wegen ausgczeicyitet und dem Zaren als Nachfolger des Grafen Lambsdorff in Vorschlag ge­bracht worden.

Es mag befremdlich erscheinen, wenn unmittelbar vor der Eröffnung der Haager Konferenz, die der internationalen Verständigung bienen soll, auf die hinter beu Kulissen sich kreuzenben Fäden hingewiesen wird. Doch der Hinweis bürste am Ende die Einsicht in die Vorgänge des aus 240 Delegierten bestehenden diplomatischen Parlaments im Haag erleichtern. Es sei deshalb und in Anlehnung an daS über den Minister v. Iswolsky Gesagte besonders .auf- merksam gemacht auf beu Haiiptvertreter Rußlands, den Botschafter v. Nelidoff. Er ist einer der gewandtesten Diplo­maten des Zarenreichs und versteht sich zumal auf bif Kunst wie bie Verhandlungen in Algeciras erwiesen haben, durch plötzliche Anträge es so zu arrangieren, daß eine Spitze gegen Deutschland aus der Situation sich ergibt.

politische Tagesschau.

Die Duma

ist nunmehr auch mit der äußeren Politik in Fühlung ge­kommen, wohl ein Zeichen, daß die russ. Regierung es nicht eilig hat mit der angeblich feststehenden Absicht, auch das zweite Parlament aufzulösen. Ter Minister des Aeußern v. Iswolsky erschien in der Budgetkommission und machte Mitteilung über die in Aussicht genommene Reorganisation des rusfiscyen Konsularwesens, wodurch die Interessen Ruß­lands besonders in Ostasien gefördert werden sollen, uird über die durch den Handelsvertrag eingeleitete Annäherung Rußlands an Japan. Ter Duma wird demnächst in einem Blaubuch über bie allgemeine Handelspolitik Bericht er­stattet werben. Daß der Minister biefe Attensammlung als Blaubuch bezeichnet, beutet auf eine gewisse Hinneigung zu Englanb, mag es sich auch hier nur um ein äußeres Merkmal handeln. Es gewinnt symptomatische Bedeutung im Lichte der Darlegungen des bekanntermaßen gut unter- Walbc aus Darmstadt eingeholt hat, und die unter Leitung des hiesigen Kreisstraßcnmeisters Metzger in anerkennenswerter Weise von Dekorationsmaler Hasselbach ausgeführt würbe. Auch die übrigen Arbeiten, Reparatur an Dach, Verschalung, Einsetzen der Fenster, Anbringung von Eisingitter, wurden von hiesigen Hand­werksmeistern fertiggestelll. Mit dem hellen Farbenton der Wände wechseln wohlgefällig die braunrot gestrichenen Balken und Trager ab. Das Ganze macht einen überaus wahltuenden harmonischen Eindruck. Im unteren Gewölbe erhalten Steindenkmäler, Römer- funbe und betgl. ihre Unterkunft. Der zweite Raum nimmt bie städtischen Altertümer auf. Durch Schiedwände sind bie ein­zelnen Gruppen voneinander getrennt. Die dritte Abteilung endlich birgt die ebenfalls zu Gruppen vereinigten ländlichen Altertümer. Durch die Ueberfchüsse beim vorjährigen Trachtenfest und die Unterstützung des Großh. Ministeriums, durch die unermüdliche Mithilfe unseres Kreisrates Fey und das emsige Wirken der Einrichter, vor allem der Herren Med.-Rat Dr. Vogt und Lehrer Weide kam das schöne Werk zur Ehre von Stadt, Kreis und Staat zustande.

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Abdruck unserer durch Korrespondeuzzcicheu kenntlich ge- inachten Orginalartikcl ist nur unter genauer Luclleuaugabe (Gieß. Anz.) gestattet.

Gießen, den 14. Juni.

** Ordensverleihungen. S. K. H. der Groß-' Herzog haben dem bisherigen Großh. Bao. Rheinschiff-s fahrtsbevollmächtigten. Geh. Oberregierungsrat Roderich' Straub in Konstanz bas Komturkreuz 2. Klasse des Ver­dienstordens Philipps beS Großmütigen und dem Meister Nik. Nebel von Bürgel, in Diensten der Firma Gebr. Klingspor (früher Rudharbsche Gießerei) in Offenbach a. M., das Allgemeine Ehrenzeichen mit der JnschrsitFür treue Arbeit" am Bande des Verdienstordens Philipp des Groß­mütigen verliehen.

D i e Ehrenpreise und Medaillen zu dem am SamStag, Sonntag und Montag auf der Textors Terrasse und Sportplatz stattsinbenden 8. Hess. Athlete n -Ver­ba n b S s e st sinb ini Schaufenster ber Zigarrenhanblung Lindau u. Winterfeld, SelterSweg 58 ausgestellt. Rach den Vorbereitungen zu schließen verspricht bas Athletenfest schulen durchgenommen werden. Der Verfasser hat aber mehr als nackte Unterrichtspensen bargeboten; er gibt aus dem reichen Schatze eigner praktischer Erfahrung und eines gründlichen Wissens einen Stoffumfang, der das Buch zu einer wahren Fund­grube für den Fortbildungsschullehrer m a ch /. Das Werk atmet Leben aus dem Leben! So ist es auch für alle diejenigen Landwirte zum Selbstunterricht sehr geeignet, welche nach tieferer Erkenntnis ihres Berufes streben, ohne mit gelehrtem Formelkram und Fremdwörtern belastet »u werden. Möge das wertvolle Buch, dessen Preis von 2.40 Mk. als recht mäßig er­scheint, nicht nur bei Lehrern, sondern noch vielmehr bei jungen Landwirten Verbreitung sind en und so dazu beitragen, die Liebe zur heimischen Scholle mehr und mehr zu entfachen.

Ein neues Denkmalsgeschenk hat der Kaiser ber Stadt Wiesbaden zugedacht. Es ist ein zweiter Brouze- guß Wllhelms 1. von Oranien, desSchweigers", ein Abguß her Statue auf der Berliner Schloßterrasse. Professor Schott ber Schöpfer bes Denkmals, geben» aber, sein Modell noch ein­mal zu überarbeiten, ehe ber neue Guß in Angriff genommen wird. Wiederholungen zweier anderer Oranier-Standbilder gehen als Geschenk des Kaisers nach dem Ausland: hie Statue Wilhelms III. nach London, die des Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien nach Holland, wahrscheinlich nach dem Haag.

Ter in Bremen ansässige mehrfache Millionär Alfred Walter Hehmel hat vom bayerischen Prinzregenten den Adel erhalten. Er lebte in München als sehr junger Mann, betätigte sich als Kunstmäcen und gründete ipäter in Leipzig mit Bierbaum den Jnselverlag. Er versuchte sich auch selbst aus dem Gebiete der Poesie. Später heiratete er eine gefeierte Münchener Schön­heit. Schließlich siedelte er nach feiner Heimatstadt Bremen über, wo er sich nicht nur als Kunstsammler, sondern auch als Sportsman betätigte. Nach denMünch. N. Nachr." bringt man diese Auf­zeichnung mit der Erwerbung peruanischer Altertümer für bie wissenschaftlichen Sammlungen des bahr. Staates in Verbindung. Dieser kostbare Schatz hat eine Ankaufssumme von mehreren hunderttausend Mark erfordert.

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Nr. 137 Erstes Blatt L57. Jahrgang Freitag 14. Inn« 1307

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Kreisblatt für den Kreis auswärts 20 P<«rni»

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Anzeiger Gießen. BotGtioiisbrud und Verlag der vrühPschen Univ.-Vuch- und Lteindruckerei. R. Lange. Heöaftton, Lxpedttion und Druckerei: Schulstrahe 7. ^°,enteü^ Ha^r Beck