Ausgabe 
15.1.1907 Erstes Blatt
 
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der besten

von allen Aerzten glänzend empfoh­lenen Nähr, und Kräftigungsmittel für Blutarme, Bleichsilehtige, Kranke und Rekonvaleszenten sind

pardynamin

Psrdynamin-Kakao

Aus S*aot uuo Luno

Sprechstundc:: b:

Advokaten Dr. Su-

dem Agramer

Auf der

Buiterseiie" usw. hauen Prettach Eriolg. Eine Ehe, die er in

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Müde Augen

BeiiitVL T gassr, Asteüv straße, slraße, geführt

In Inte die Geiverbel H unbedingt in gehörig gei miD Usayiii ei bracht werden.

Ließen,

Matttykert, verbunden mit Kopsschnverzen, -Herzklopfen, Schwindel, Avpeiulostgkett, Bsrdauungsitörulrgen usw. sind ganz sichere Be­weise für

Blutarmut und Bleichsucht.

setzte. Am 16. April 1885 starb die tyrau in Baden bei Wien auch hier fungierte der Mann als Diener und Dr. SParcel mutzte mit Liecht fürchten, daß es nun doch mit seiner Herrlichkeit zu Ende geh.'. Er sann daher auf einen neuen Trick. Er juI# mit Ruzizka nach Wien und fand hier alsbald eine Helfershelferin für seinen neuen Plan. Er machte in Wien Ruzizka mit einem jungen Mädchen Namens Irma Kamnuer Delannt, das diesen zu umgarnen wusste, sodaß Ruzizka sie in Preßburg heiratete. Neuerdings b e g a an eine Ehe z u d r i 11, bei der Ru. zizka abermals nur als Diener Lerioendung fand. Jetzt aber wollte Dr. Sparcek ein rascheres Tempo einschlagen, um endgültig in den Besitz des Vermögens Ruzizkas zu gelangen. Alle drei fiedelten nach Szent-Gyöcgy über, und dort ließ Dr.

nicht zuletzt in ihrem eigenen Interesse. Der arme Pole hat es am eigenen Leibe erfahren, welckje Bedeutung in Wahrheit die beiden kleinen Wörtchen haben: Nix daitsch!

. - i ...._ ;i.. . .71/;8 Uhr abds.

Gießen, den 15. Januar 1907.

Verkauf durch die Apotheken in Flaschen und Dosen a 2.50 M.

Fabrikant: H. BARKOW SKI, Berlin 0. 27.

Die Marktpreise für Bich und Frucht und die Gießener Fleisch- und Broiprcise ____________am 14. Januar 1907.

werde sich gewiß eine abgelegte Million finden, um den 'Monumentalbau unseres Theaters in ein Labyrinth ä, la höhere Mädchenschule zu vcrivandeln. Nlchtmainzern sei hierzu bemerkt, daß gegen den Neubau der höheren Töchter­schule die bekannte Kunstautorltät Domprälat Schneider schon öfters protestiert hat. (Äaß sich bei uns in Gießen noch ferne fachmännische Stimme erhoben hat gegen den Neu- bau der Gießener höheren Mädchenschule an der Nordanlage, ist verwunderlich. Wie ungeheuerlich fällt doch dieser Bau gegen den der Knabenschule an der Nord- anlage ab! D. Red.)

ivurde. Seme StückeDiplomatie",Flitterwochen",

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Berlin schloß, sollte gescksteden werden. Pserhoier 34. Lebenswahre.

Der §ru» der Llraukeuschwester.

(Unberechtigter Nachdruck verboten.)

S. u. H. Karlsruhe, 12. Jan.

Eine mhsteriöse Angelegenheit beschäftigte in zweitägiger Sitz­ung das hiesige Schwurgericht, vor dem sich der bulgarische Student der Ingenieur-Wissenschaften Peter Ko stoss aus Plewua in Bulgarien unter der schweren Anklage des versuchten Totschlages zu verantworten harte. Der im 24. Lebensjahre stehende Angeklagte ist ein hübscher sympathischer junger Mann. Im November 1905 bezog er die hiesige Hochschule, itachdem er vorher mehrere Semester hindurch an der Darmstädter Hoch- idjule das Studium der Jngenieur-Wifsensckfaften betrieben hatte. Kostoff fyat sich sowohl in Darmstadt wie in Karlsruhe als ein stiller und ruhiger Mensch gezeigt und sich auch bei seinen Kom­militonen sehr beliebt zu machen verstanden. Die Anklage legt dem jungen Manne zur Last, daß er im August v. I. an dem 17jährigen Graveurlehrling Misste aus Pforzheim im hiesigen Krankenhause einen Totschlag begangen haben sollte. Kostoff und Rüffle befanden sich damals im Krankenhause, Kostoff wegen einer Drüsenanschwellung, Rüffle wegen einer Blinddarmentzün­dung. Beide lagen in einem Raume, in dem die Krankenschwester Minna Vogt mit der Wartung der Kranken betraut war. Zu dem jungen und sehr hübschen Mädchen faßte Kostoff sehr bald eine tiefere Neigung und auch das Mädchen schien ihm gewogen zu sein, denn sie ließ sich eines Tages in Gegenwart RüffleS von Kostoff einen Kuß rauben. Dieser Vorgang erregte die Eifer­sucht des ebenfalls verliebten Rüffle, der bis dahin zu Kostoff in einem ziemlich freundschaftlichen Verhältnis gestanden hatte. In seiner Aufregung erzählte Rüffle den übrigen Krankenschwestern den Vorgang und es wurden von der Oberin über die Kranken­schwester Vogt Straf wachen verhängt. Hierüber wurde nun wieder Kostoff erregt und er ließ den Lehrling durch andere Schwestern wissen, daß er ihn bei Gelegenheit züchtigen würde. Eine der Schwestern Namens Kälhchen riet dann auch dem Lehr­ling, vor Sloftoff, der sich inzwischen ein anderes Zimmer hatte anweisen lassen, auf der Hut zu sein und sofort die Klingel in Bewegung zu setzen, falls ihm etwas Verdächtiges ausfalten sollte. Am Abend des 8. August legte sich nun Rüffle gegen 3/i9 Uhr bei offenen Fenstern zu Bett. Er nahm den Druckknopf der elek­trischen Leitung an die Hand und schlief fest ein. Als etwa eine Stunde später die Krankenschwester Baas,, die an jenem Abend die Nachtwache hatte, bei ihrem Rundgange in das dritte Stock­werk kam, sah sie von weitem eine Gestalt in das Krankenzimmer des Rüffle verschwinden, die sie nach ihrer Erinnerung als die des Kostoff hielt. Da sie von dem Streite keine Ahnung hatte, vielmehr nur von den bisherigen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Kostoff und Rüffle wußte, so dachte sie sich nichts dabei. Als sie jedoch nach einiger Zeit an dem Zimmer Nr. 53 vorbei kam, bemerkte sie einen starken Gasgeruch, der aus dem Zimmer kam und der sie zur Oeffnung der Tür veranlaßte. Sie fand dort die Fenster fest geschlossen und die Hähne sämtlicher im Zimmer befindlicher Gasleitungen geöffnet. In seinem Bett lag Rüffle bewußtlos mit einem von Stoffresten hergestellten Knebel im Munde. Rüffle hatte eine schwere Leuchtgas­vergiftung erlitten und durch den Knebel war sein Leben aufs höchste gefährdet. Nach den Gutachten der Sachverständigen wäre er wenige Minuten später nicht mehr ins Leben zurückgerufen gewesen. Der Vorsall hatte die sofortige Festnahme des Kostoff zur Folge, der jedoch erklärte, daß er sich ebenfalls bereits um 3A9 Uhr zu Bett begeben habe und gleich fest eingeschlafen sei. Er sei auch nicht in das Zimmer des Rüffle gegangen, wenn es aber dennoch geschehen sein sollte, so kann er nur in einem traumähnlichen Zustande gehandelt haben, wie ihn solche schon früher wiederholt befallen hätten. Die mit den Wiederbelebungs­versuchen an dem Rüffle betrauten Aerzte fanden an der rechten Hand des Angeklagten eine frisch blutende Wunde, über deren Entstehung er eine plausible Erklärung nicht anzugeben vermochte. Man nahm an, daß er sie sich bei dem Hineinstecken des Knebels in den Mund des Rüffle zugezogen hatte. Auch in der ganzen gegenwärtigen Verhandlung blieb Kostoff bei seinen Angaben. Er beftrcüet, ferner, daß der von Rüffle verratene Kuß der Krankenschwester der Anlaß zu ihrer Entfremdung gewesen sei. Keineswegs tonnte ihn diese Hinterhältigkeit des Rüsche zu einer so schweren Tat veranlaßt haben. Er habe mit diesem vielmehr chon früher nur ungern verkehrt, weil Rüffle keinen guten Cha­rakter gehabt habe. In der Beweisaufnahme wurde dann auch festgestellt, daß Rüsche ein hysterisch veranlagter Mensch ist, ber bereits in seinem 14. Lebensjahre einen mißglückten Selbstmord­versuch verübt habe. Er hat keine gute Erziehung genossen und i|t schon zweimal wegen Diebstahls sowie wegen eines Erpressungs- Versuches vorbestraft. Zurzeit befindet er sich tn der Pforz­heimer Zwangserziehungsanstalt. Seine Angaben begegneten daher bei den Geschworenen so starkem Zweifel, daß sie den Stu­denten trotz der starken gegen ihn vorliegenden Verdachtsmomente unter dem Beifall seiner Kommilchonen f r e i s p r a ch e n. Die Kosten des Verfahrens wurden der Staatskasse zur Last gelegt.

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Märkte.

Gießen, 14. Jcmr. Viehmarkt. Bei dem Markte am 8. und 9. Januar waren cmigetrieden 1056 Stück Rindvieh und 206 Schweine. Ter nächste Markt findet am 22. und 23. Ian. statt.

Gießen, 15. Jan. Marktbericht.Am heutigem 2tzocvenmctttte kosteten: Butter pr. Psd. 0.850.90 Alk., Hühnereier 1 St. 910 'big., 2 Stck. 0000 Psg., (Sänjecier 0000 Pfg., Enteneier 0 Pig., Käse pr. Stck. 68 Ps., Kasematte 2 Stck. 5-6 Psg., Erbsen p.Piü. 18-24 Pfg., Liilsen p. Pfd.25-40Psg., Tauben pr.Pr.0,80 l,00Mk., Hühner pr.St. 1,001,60 Alk., Hahne pr. Stück 0,801,80 Mk., Emen pr. Stück 1,802,20 Rik., Gänse vr. Psd. 7080 Psg., Ochseiifleisch pr. Pid. 8288 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Psuno 8082 Psg., Schwcuu- steisch pr. Psund 8690 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pstnld 94 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 8084 Psg., Hammelfleisch pr. Psund 6080 Psg. Welsche per Psund. Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,000,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 4,005,00 Rik., 'Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Zentner 15 bis 24 in Körben 00 Pid., Nüsse 100 Stück 5000 Psg., Birnen per Pid. Alk. 0.080.12, per Ztr. 915 Mk., Weißkraut per Stück 1530 Pfg., per Zentner Mk. 0.000.00. Marktzen 82 Uhr.

Sparcek sowohl sich als auu) Ruzizka aus den Namen Szecky magl)arifieren. Die Namensänderung Nuzrzkas meldete er nach Agram, von seiner Ncymeusänderung ließ Dr. Sparcek nicyis verlauten. Als Szelly verkaufle nun Sparcek -um Teil die Häuser in Agram, ud» lub cc sie l^dj buchten. Diese Trans­aktionen fielen jedoch dem Agramer Dr

monovic, einem alten Freunde der Familie Ruzizka,

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Vezük V. 91i Weidengi SWent stiatze, 1 jtiaye, \W> $

Dr. Sparcek scheint geafoti zu haoen, was ihm beuurne^e, und ist mit seiner gestuchicc Rugrgka ist in total l-e.ao-

gefontmenen Zustande nach '^ytuui geLmmen und hat im Armen- Hause Aufnahme gefunden.

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Er ging der Sache nach und deckte den ganzen Schwindel auf.

Arvciterbewegring.

D i e Aussperrungen t u Berlin haben einen ver­hältnismäßig großen Umicyrg angenommen. Zii den 600 aus­ständigen Chauffeuren find jetzt noch etwa 13000 streikende

Zittau, 14. Jan. Der iruhere Vertreter und jetzige sozial­demokratische Kandidat des 1. sächsischen Reichstags Wahlkreises Zittan-Oslritz, Edmund Fischer, ivurde vom hiesigen Amtsgericht wegen B e 1 e i b 1 a u n g des Redakteurs Dr. Lohann vom Zittauer Amtsblatt zu 8 Wochen Gefängnis verurteilt.

2. Ziehung 1.

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Uni diese rasch, sicher und aus angenehmste Weise zu befehtnen. trtrut man elmge Wochen lang täglich Bioson, wodurch auch die Lluvgaven für Kapee^ ^ee und Kakao erspart werden. Was Bioson Iy -b»luterseugungs-, Kvasttgungs- und Nervenstärt'ungsmittel leistet, das,haben die umms,enden Versuche m Berliner 8!liniten, Krauten, bauiern, von ubr** ° --------* «- - - - - - -

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Dr. Arthur Ps er Hofer ist am 13. d. Alls, im Hansa. platz-Sanatorium zu Berlin nach längerem Leiden g e sl o r v e n. Pserhoier, em junger Wdsener Schrlsl[tetter, hatte Wohnsitz und 'Lrurkungskreis früh nach Berlin verlegt. Dort brachte er euuge Bühnenwerte zur Aussührrorg und nrachte sich insbe[ondere durch seine witzigen Bonräge begannt, die ihn zu einem Art Star des Kabaretts iverden hetzen. Nach der Ucbcrbrettlzeit imAlexandcr- platz-Theater" übernahm er diese Bühne, die er als Sezessions- theater nut sehr geringem Glück leitete, bis das Haus geschlossen

Der Gatte als Bedienter.

Eine höchst merkwürdige und abeitteuerliche Geschrchle, bie alle Eigenschastcn eines spannenden Llrimmalromans besitzt und dcmwch völlig wahr fein soll, wird vom91. Wiener Iourn." er> zählt. Die sonderbare Geschichte lautet: Im Jahre 1862 starb in Agram die^Prosesiorwitwe Antonie ZtuziLta und hinterließ ihrem einzigen Sohne Anton ein beträchtliches Barvermögen sowie vier Häuser. Iil Dem Testament bestimmte sie, daß, werm ihr ^ohn tii'.derlos irerbe, das Bernrögen der Stadt Agram zusalstn solle, welche die vier Häuser in Armenhäuser umzuwandeln hatte. öu einem dieser Häuser wohnte damals die Sängerin SüimiUa Mtoic, eine in Agram bekannte Schönheit. Sie wußte den jungen Ruzizka so zu umgarnen, daß er sie am 5. Februar 1863 heiratete. Als das Paar aus der Mirche zurückkehr'te, stellte sich ihnen em eleganter Herr vor, der sich Advokat Dr. Theodor Sparcek nannte und von der jungen Frau als aller Freund begrüßt wurde. Er nahm sofert am Hochzeitsmahl teil. Ats sich das junge Paar zurückzog, lolgte ihm Dr. Sparcek und sperrte mit lpulfe der jungen Frau den neugebackenen Ehe- m a n n i n e i n Ä a u i n c t i e i n , wo er die ganze Nacht zubringen .nutzte. Durch Drohungen hatte Sparcek den als höchst willens- schwach fcehnr.itcn Ruzizka derart cingeschüchtcrt, daß dieser sich nicl't zu rühren wagte. Auch in den nächsten Tagen blieb Ruzizka ein gesperrt. Dann wurde die Hochzeitsreise an» getreten, und zwar nicjt von bem jungen Ehepaare, sond.rn üüu der jungen Frau und Tr. Lparcek. Aus Furcht ledoch, der E.-e.nann könne inzwischen etwas ansplauder.i. nahm mail t b n m it, jebjü; als Diener, zu welchem Zweck er eine Eivtce erhielt. Ruziila grtrautc such gor nichts zu lagen. Nach jjgrani rU-rte mau jedoch nicht mchr zurück, mau lebte meist auf □teilen, wozu Ruzrzlas ibermogen ja alle drei in iic Lage ver-

väusern, von üvep tausend Professoren unb Aerzten bewiesen, sodan 3äe-nanb fein Geld umsonn ausgiebt^ der Lioson anschasst, das in Ävocheten^ Troguen-Handlungen usw. das Paket zu drei Mart erhaMch rst. Btwon ist in AoochekLn, Drogerien usw. das Paket Sst drei .Rark erhaltlich^und wird ieöer Arzt gerne Auskunft über die Borzugtimkert dev iöioiou geben.

In Audienz empfangen wurden am Samstag von Sr. Kgl. Hoh. dem Groß Herzog u. a. der Großh. Oberförster Dr. L. A. Schenck, Vorstand der Vanderbill- schen Forstverwaltung, von Baltunore (U. S. A.), der Bürgermeister Stahl und der Bauunternehmer Mörschel von Friedberg.

Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach Dr. Theodor Jäger zum Amtsrichter bet dem Amtsgericht Zwingen berg ernannt und den Lehrer an ber mit der Ober» realschule zu Mainz verbundenen höheren Handelsschule Wilhelm Geib auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdlenste enUafien.

** D. theol. Hermann Gunkel, z. Zt. a. o. Pro­fessor an der Berliner Universität, der den Riis nach Gießen als ordentlicher Professor für cilttestamentliche Exegese angenommen hat, tritt hier an Stelle des am 6. Dezember 1906 verstorbenen Geh. KirchenratS Dr. B. Stade. Gunkel ist am 23. Mai 1862 zu Springe bei Hannover geboren, erhielt seine Vorbildung am Gymnasium zu Lüneburg und studierte in Göttingen, Gießen und Leipzig. 1885 bestand er das theologische Examen in Hannover und promovierte 1888 in Göttingen zum Lic. theol. auf Grund der Disser­tation: ,S)ie Wirkungen des heiligen Geistes nach der popu­lären Vorstellung des neutestamentlichen Zeitalters und nach der Lehre des Apostels Paulus.E Am 16. Oktober 1888 habilitierte er sich dort, siedelte im Mai 1889 in gleicher Eigenschaft nach Halle über und wurde im Herbst 1894 zum a. o. Professor an der Berliner Universität ernannt. Am 6. November 1902 ernannte ihn die Berliner theol. Fakultät zum D. theol. hon. causa. Prof. Gunkel ist Herausgeber der ^Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments" (zusammen mit D. Bouftet).

Theateroerei n. Als 4. Vorstellung geht am 2 2. d. Dt. ein neues Lustspiel von Rudolf PreSber ,Die Nachtkritik^ in Szene. Das Stück spielt in einer Zeitungsredaktion; die Rolle des einen Redakteurs und Theaterkritikers Fahrenholz wird von dem Regisseur und Bonvivant deS Kasseler Hoftheaters, Herrn Georg Kothe, gegeben werden. DaS gesamte Herrenpersonal des Stadt- theaterS ist in dem Lustspiel beschäftigt, die größere Damen­rolle der Schauspielerin Lamberta liegt in den Händen der Frau Bayrhammer.

** Evang. Arbeiterverein. In voll besetztem Saale sprach am letzten Sonntag Rentamtmann Sch a f e r über die Äexenprozesse in der ehemaligen Landgrafschaft Hessen-Bingenheim. .Der Vortragende erläuterte zunächst die geograpyische Lage der Landgrafsck)ast, in der Mitte zwischen Friedberg und Nidda. ES gehörten dazu Bingenheim mit seinem urallen Schlug, Eck)zell, Gettenau und Bisses. Die Zuhörer wurden sodann bekannt mit den politischen und wirtschafttia-en Veryäit- niffen des Bezirks, wie solche nach Beendigung des dreißigjährigen Krieges lagen. Damals begannen die grauenhaften Verfolgungen, Foltern und Hinrichtungen auf dem Scheiterhaufen, ^m Hexen­aberglauben waren damals alle Bevölkerungsfchichten, auch die obersten Gerichtshöfe, befangen. AuS den zur Verleiung gelaugten .Allen stücken geht hervor, daß feindliche Anschuldigungen genügten, um ganze Familien zu Marter und Tod zu bringen. Um sich grausame Foltern zu ersparen, machten viele freiwillig Geständnisse, die ihnen sonst doch durch die Folter abgepreßt Wurden. Sie bejahten in ihrer Angst, das to iber finnig ft e Zauberwerk getrieben zu haben. Innerhalb acht Jahren wurden im Bezirk 58 Personen verbrannt, davon allein 38 in Echzell. Enbttcy löste sich der Bann des fürchterlichen Aberglaubens, doch Spuren sind bis heute noch nicht ganz getilgt. Soll doch sogar in G i e ß e n das Kartenschlagen noch ein einträgliches Gewerbe bilden.

O Lollar, 14. Jan. Am Sonntag feierte der Männergesangverein Germania sein erstes Stiftungs­fest mit Liederoorträgen, Musik, Theater-Aufführungen und Tanz. Bei gut besetztem Saale, der ca. 400 Personen faßte, begannen gegen 8 7, Uhr die Aufführungen eines rech! reichhaltigen Programms, das einen regen Beifall erntete. Der zweite Vorsitzende hob hervor, daß die Verschmelzung der beiden seitherigen Vereine, die im Sommer 1906 statt­fand, einen großen Aufschwung in ber Mitgliedschaft bewirkt und lebhafte Sympathien in der Gemeinde hcroorgerufen habe. Alle Vereine waren bei dem Fest zahlreich vertreten und ber Wunsch war allgemein, baß sie auch in Zukunft in Eintracht ihre Festlichkeiten feiern möchten.

X Lützellinden, 14. Jan. Am 9. und 10, Juni findet bas zweite BunbeSfest bes Sängerbundes Hutten berg statt.

L Obenhaufen (Rabenau), 13. Jan. Heute mittag fanb hier im Saale bes Gastwirtes Haupt ein Land­wirtschaftlicher Vortrag statt. Bürgermeister Lang eröffnete die gut besuchte Versammlung und gab Landwirl- schaftslehrer Franz aus Lich das Wort. Dieser besprach in klaren Worten die Zusammensetzung der Futtermittel hauptsächlich für Milchvieh, bie Milchwirtschaft und praktische Verwertung derselben. Auch referierte er noch über bie zweckmäßige Anwenbung ber künstlichen und Natur- büngemittel. Von der Versammlung an ihn gerichtete Fragen beantwortete er m bet Diskussion in bereitwilligster Weise. Der ganze Vortrag zeugte von einem tüchtigen Wissen bes Beamten, ber sowohl bie Theorie, wie die Praxis aus diesem Gebiete gründlich beherrscht. Bürgermeister Lang sprach dem Redner im Namen ber Versammlung seinen Dank auS und wünschte, daß bas Gehörte auch richtig befolgt und so von Nutzen für unsere Landwirte fein werde.

hs Bab - Salzhausen, 14. Jan. Der Verkehrs- verein beschloß, bem Bürgerverein in Gießen zu bessen Bahnbauprojekten folgcnbe Mime als beste für ©leben vorzuschlagen: Wa tzenborn-Grünmgen-Holzheini- Gambach.Eberltadt.Münzenberg-Obernhofen.Berstadt-Echiell- Bingenheim. Der Verkehrsverein beabsichiigt seinerseits Stimniiing für em Bahnprojett Treysa-Alsfeld» Groß- fulda-Ober-Ohmen.Freienseeii-Gonterslirchen-Ulfa-Bad-Sal'- Hausen-Bingenhciin-Staaben-Florstadt-Franksnrt a. M. zu machen. Letztere Strecke würde bie überlastete Main-Wescr- strecke wesentlich entlasten.

Mainz, 14. Jan. Die Frage des Stabtlheatee- Umbaues ist einmal wieder tn den Vordergrund gerückt. MU beißendem Hohn bemerkt dazu ein hiesiges Blatt, es

Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. Al.

Fleischpreise in Gießen

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 8082 Mk.

'^Kg.Schlachtgew.lOZ404Pi.

Vt_j,_______ 68-69

7. Kg. 82-88 Pfg.

7, 8084 , 7, 86-90

Getreidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Weizen 1UU Kg. 19.00 - 00.00 Mk. Roggen 100 Kg. 17.00-00.00 Alk.

'hteiübi'ot 2 Kg. 54 Pig.

Schivarzbrot 2 Kg. 50 Pig.

Blasse Lippen

Aussehen

Bleiches