flffinjte trnfbroSat, fÄbald 1« Wer Transp-orttnittel verfuge, die Deutschen allein beschlossen, Jm bleiben. Ter französische Konsul in Moyador erhielt, 8. Mai, einen sehr beunruhigen- den Brief von Moüley Hafid über die Lage in Marrakesch. .Die Depeschen belichten ferner, die Bewegung in Marrakesch 'fei nicht durch die Besetzung von Udschda hervorgerufen, sondern weil gor keine OrtZbehörde anwesend sei.
Rom, 12. Mai. Die „Tribuna" kündigt in einer Meldung ans Triest für beit Sommer den Besuch eines deutschen /Geschwaders, in den österreichischen Adriahäfen an und fügt hinzu, daß in dem österreichischen Krieg-.Hafen ^Pola große Festlichkeiten zum Eurpfange der deutschen Flotte geplant toüriien.
Wien, 11. Mai. Wie die „Neue Freie Presst erfahrt, wird der Generalstabschef Konrad von Hoetzendors nach feiner Berliner Reise sich auch nach Italien begeben.
Budapest, 12. Mai. Bei einer von dem Berliner Deut- fchen Theater veranstalteten Aufführung von Dedekind's „Frühlings Erwachen" kam es bei der Heubodenszene zu lärmenden Kundgebungen. Man hörte Zischen, Pfeifen, Abzugs-, Eljen-, Hoch- und Bravo-Rufe. Ein Teil des Publikums drängte nach den Ausgängen. Es trat jedoch bald eine .Beruhigung ein, worauf das Stück zu Ende gespielt wurde.
Sofia, 11. Mai. Fürst Ferdinand von Bulgarien ^hat heute eine Reise ins Ausland angetreten. Er begibt sich zunächst nach Wien, dann nach Paris und London Die Reise gilt der Regelung des Nachlasses der Prinzessin Clementine und dem Besuch der Balkanausstellung in London.
Jalta, 12. Mai. Heute um 1 Uhr nachmittag fand hier die Vermählung bee>' Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch, mit der Herzogin Anastasia vou Leuchtenberg, Tochter des Fürsten Nikolaus von Montenegro statt.
Neues aus Rußland.
Der Reichskontrolleur Schwonebach dementiert die .Blättermeldung, daß er dem Zaren die Bitte vorgelegt habe, die Duma aufzulösen. Ebenso falsch sei, daß er am Tage darauf dem deutschen Botschafter in dieser Angelegenheit einen längeren Besuch abgestattet hätte.
Die Kommission zur Untersuchung der Kapitulation von Port Arthur war zu dem für General Stössel und feurige höhere Offiziere vernichtenden Resultat ge- Ionunen, daß Stösst die Festung leichtsinnig verteidigt und ohne triftigen Grund übergeben habe und daher den Tod durch den Strang oder Erschießen verdiene. Der Krregsrat prüfte das Urteil und beschloß, die Entscheidung darüber dem Zaren zu überlassen.
Aus 2>tabt und Land.
Gießen, 13. Mai.
** SieuerperfomaIren. Se. Kgl. Hoh. der Groß- Herzog haben den Steuerkommisiären Karl Fe ick zu Wörrstadt und H. Linden st rnth zu Offenbach den Charakter als JLegierungsrafi" verliehen, die Ernennung des Steuerkom- /miffärs Jul. Walther in Heppenheim zum Steuerkommissär Les Steuerkommiffariats Mainz 3 -auf dessen Nachsuchen Hurückgenommen; den Steuerkommissär des Steuerkommissariats '.Fürth, Dao. Mees, in gleicher Diensteigenschaft in das /Stenerkommiffariat Ober-Ingelheim versetzt; den Steuerkommissären Herrn. Schretner zu Gießen, Adam Metz zu Bingen, Jean Nicolai zu Offenbach, Wilh. Krug zu ^Darmstadt und Herrn. May zu Offenbach die Steuer- kommiffariate Zwingenberg, bezw. Höchst, bezw. Fürth, bezw. Mainz 3 und bezw. Seligenstadt übertragen und den Re- gierungsaffeffor Gg. Wenzel aus Alsfeld zum Bezirkskassier her Bezirkskaffe Kastel ernannt.
** Vom Universitätsjubiläum. Der Ausschuß /der Studentenschaft hat in einer am Samstag abgehaltenen .Sitzung einstimmig beschlossen, am 31. Juli S. K. H. dem /Großherzog, dem Rektor magnificentissimns unserer QLndoviciana, einen Fackelzug darzubringen.
— Unser Theaterneubau präsentiert sich jetzt lvorr Tag zu Tag stattlicher. Der Terranova-Bewurf der ^Außenseite geht seiner Vollendung entgegen und auch die ünnsangreichen Erdarbeiten rings um das Gebäude nähern sich ihrem Abschluß. Die Rampe vor der Faffade ist bezüglich ',der Maurerarbeit fertig gestellt, es sitzt ferner das Eisengcrüst /für das Glasdach über den Eingängen und die beiden Reliefs über den Balkons sind seit 14 Tagen /von ihrer Verkleidung befreut. In Kürze werden auch die /beiden Giebelfelder mit Inschriften versehen werden, und man /hat beschlossen, in diesen/ auf den schönen Ursprung des gebäudes aus vereinter Kraft der Bürgerschaft hinzuweisen.
aß deren Jntereffe für den prächtigen Bau nicht erlahmt (ift, beweist der fortwährende Eingang von Beiträgen seitens /genannter und ungenannter Spender; noch vor wenigen /Tagen gelangte wieder eine solche namenlose, aber darum nicht minder willkommene Gabe von 500 M. an den Vorsitzenden des Theatervereins. Jm Innern des großen Baues /herrscht rastlose Tätigkeit. Die Decke des Zuschauerraums fit von den Malern fertig gestellt, ebenso der ganze zweite Mang; gegenwärtig wird am ersten Rang und an der Decke kdes Foyers gemalt, Marmorarbeiter^sind beschäftigt, Marmor- hsockel zu setzen, das Treppengeländer zum ersten Rang steht Lis auf die Füllungen aus Kunstschmiedarbeit, und im Warkett geht man jetzt an das Legen des Fußbodens. Das wersenkte Orchester, das Raum für 58 Musiker hat, kann auf die Höhe des Parketts gehoben werden und dann als Zu- '/schauerraum dienen; der Einbau der betreffenden Maschinerie ist nahe vollendet. Auf der Bühne ist man mit den letzten Arbeiten zur Bühnenemrichtung beschäftigt, es bleibt noch zu tun die Installation der Bühnenbeleuchtung. Die Kulissen- magazme rüsten sich zur Aufnahme der Dekorationen, von denen in einigen Wochen die ersten eintreffen. Noch bedarf es vieler arbeitsreicher Stunden, um das große Werk rin allen fernen Teilen fertig zu stellen, aber Alles berechtigt /zu der Hoffnung, daß die Stifter des Baues in der Eröffnungsvorstellung am 2 3. Juli ihr Werk in vollendeter Gestalt vor sich sehen werden.
Gleibergverein. Der Geselligkeitsoerein Gleiberg hält am 1. Juli auf der Burg seine diesjährige /Generalversammlung ab. Es ist beabsichttgt, zu Ehren des Burgwirts und ferner Frau aus Anlaß ihrer 25 jährigen Tätigkeit auf dem Gleiberg im Anschluß an die /Versammlung eine Festfeier zu veranstalten.
Mieter-Verein. Die Generalversammlung des Mieter-Vereins Gießen, die am Samstag abend im Cafö ,Ebel tagte, war von 50 Mitgliedern besucht. Die vom prov. Vorstand in Vorschlag gebrachten Statuten wurden genehmigt. Nach der der Versammlung gemachten Mitteilung ist mit der Beschwerde gegen den Beschluß der Stadtverordneten, betreffend die Kanalabgabe tn der Stadt Gießen, Rechtsanwalt Dr. Spohr betraut. Die Vorstandswahl ergab folgendes Resultat: Bräutigam, 1. Vors., A. Wentzel, J2. Vorst, Sontenges und Wohlmuth, Schriftführer, Ludw.
Beck, Rechner, Grub, Schreiber, Wagner und Keßler Beisitzer. Der Vorstand wird gleich nach Pfingsten mit einer umfassenden Werbetätigkeit zur weiteren Gewinnung von Mitgliedern beginnen. Als Beitrag wird erhoben 1 Mk. für das Jahr und 20 Pfg. für Statut und Mitgliedskarte.
* Konzerte. Jm Neuen Saalbau veranstaltet der Wirt Herr Bues von jetzt ab bei günstigem Wetter jeden Montag abend im Garten Bier-Konzerte bei freiem Entree.
* * Diebstahl. Vor einen Tagen machte ein Gerber in der Bahnhofstraße die Entdeckung, daß tn der Gerberei von mehreren Häuten fertigem Leder Stücke abgeschitten und entwendet waren. Als Täter wurde ein 14 jähriger Junge ermittelt.
* • Brand. Am Samstag, den 11. l. Mts. mittags entstand, wie bereits in einem Teil der Samstags-Auflage mitgeteilt wurde, in der Ho fr eite zur alten Post in der Walltorstraße in einem Stall Feuer. Die Feuerwehr war rasch zur Stelle und die angrenzenden Gebäude konnten geschützt werden, während der aus Brettern errichtete Stall vollständig niederbrannte. Das Feuer soll von im Stall spielenden Kindern hervorgerufen worden sein.
• * Wicdergefundener Trauring. Bei Vornahme der Kanalisationsarbeiten in einem Hause der oberen Frankfurter Straße wurde in vergangener Woche' aus der Senkgrube ein vor 3 0 Jahren mit dem Waschwasser hinein geschütteter Trauring, der noch gut erhalten war, wieder zu Tage gefördert und seinem Eigentümer zugestellt.
/^Butzbach, 12. Mai. Der Hausbursche eines Hotels in Bad-Nauheim machte sich in seinem Dienstanzug hier durch größere Gcldausgaben verdächtig und erstand in einem hiesigen Kleidergeschäft einen neuen Anzug, den Dienstanzug Hierselbst „oorläufig* zurücklassend. Auf einem in Bad-Nauheim gestohlenen Fahrrad suchte er das Weite. Nähere Nachforschungen ergaben, daß er in Bad- Nauheim einen größeren Geldbetrag zum Wechseln auf die Bank zu tragen hätte und damit verschwunden war.
g. Bad-Nauheim, 12. Mai. Lehrer Balthasar Port h, bisher in Lauterbach, wurde dieser Tage eine Stelle an der hiesigen Stadtschule definitiv übertragen. Durch die Versetzung des Lehrers Karl Heuser von hier an das Real- Gymnasium ist nun wieder eine Stelle frei geworden, die demnächst zur definitiven Besetzung ausgeschrieben wird. — Dem Ingenieur Röder, der seit ungefähr l1/2 Jahren die Stelle eines städtischen Ingenieurs provisorisch verwaltete, wurde in der letzten Stadtverordnetensitzung die Stelle definitiv übertragen. — Die Firma Gebrüder Siesmayer zu Vilbel hat sich bereit erklärt, aus ihren hiesigen Treibhäusern geeignete Plänzchen an die Oberklassen der hiesigen Schule gratis zu verteilen und die Veranstaltungen der Kommission zur Förderung der Blumenpflege nach Kräften zu unterstützen.
a. Allenrod, 12. Mai. Ein Unfall, der leicht ernstere Folgen haben konnte, ereignete sich im nahen Sickendorf. Drei Arbeiter waren mit Entleeren eines Brunnenschachtes im dortigen Schulhofe beschäftigt, als plötzlich ein schweres Brett in die Tiefe fiel und den dort arbeitenden Hch. Hedderich von Sickendorf auf den Kopf traf, daß er bewußtlos zusammenstürzte. H. wurde schwer verletzt in das Krankenhaus zu Lauterbach geschafft. — In Wernges wurden am Himmelfahrttage von einem bis jetzt Unbekannten 5 Fahrräder in gemeiner Weise beschädigt, indem Laufmäntel und Luftschläuche vollständig zerschnitten wurden.
a. Marburg, 11. Mai. Die Wahl des neuen Oberbürgermeisters ist auf Mittwoch, den 15. Mai, abends 6^/z Uhr, festgesetzt.
Der Ludwigshafener Exzeß.
Ludwigshafen, 11. Mai. Jur Unterdrückung der Ar- beiterunruheit ist hier ein Bataillon des 17. Infanterie- Regiments aus Germersheim eingetroffen. Ferner wurden 50 Gendarmen von auswärts zur Unterstützung der hiesigen Polizei hier zusammengezogen. Gestern abend wiederholten sich die A n s a m m l u n g e n in der Nähe der Zimmerschcn Leimfabrik. Die Gendarmerie patrouillierte mit aufgepflanztem Seitengewehr, doch fand sie keinen Anlaß zum Eingreifen. Der Regierungspräsident aus Speyer traf gestern abend hier ein, um sich persönlich über die Lage zu unterrichten. — Der B etrieb in der Zimmerschcn Leimfabrik soll in Den nächsten Tagen wieder ausgenommen werden. Zu diesem Zweck sind heute 28 Mann wieder eingestellt worden, die mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt sind. Jm Innern der Fabrik sind 18 Gendarmen postiert, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Für Den Fall weiterer Unruhen stehen zwei Kvmpagnien Militär bereit. — Wie die „Frkf. Ztg." hört, ist der Aufruhr von anarcho-sozialistischer Seite geführt worden. Die 10 Angeklagten wer- den sich wegen Landfriedensbruchs zu verantworten haben.
Kandel.
Emission von 4o/0igen und 3V//oigen Pfandbriefen und Kommunal-Obligationender Hessischen Landeshypothekenbank unter Leitung und mit Zinsgarantie des Staates. Als offizielle Zeichnungsstelle nimmt die hiesige Filiale der Mitteldeutschen Kreditbank Anmeldungen zum Kurs von 100.25 resp. 93.50 von heute bis 17. Mai in klusive entgegen.
Marburger Stadtanteihe. Auf einen Teilbetrag von Mk. 400,000 der 3*/r°/o Anleihe der Stadt Marburg von 1903 hat dis, Bankfima Baruch Strauß in Marburg, Gießen, Frankfurt das Höchstgebot von 91,26 % abgegeben, das nächste Höchstgebot betrug 90,9t1/, %
Reichsbankdiskont. Die Hoffnung auf eine Diskontermäßigung ist wieder in die Ferne gerückt. In den großen Geldstaaten um uns herum ist Gelderleichterung zu beobachten. Jm Teutschett Reich nimmt die Geldoersteisung neuerdings zu. An Hand der Ziffern des Ausweises vom 7. d. Mts. wies der Reichs- bankpräsident Dr. Koch darauf hin, daß eine Herabsetzung des Diskonts nicht angängig sei. Der Status der Bank sei angespannter als zu der Zeit (23. April), in der die Ermäßigung um 7,% auf 57?°/o erfolgte.
Aus der Kohlenindustrie. Wegen Arbeitermangel,der auf den fiskalischen Zechen noch größer ist als bei den privaten Bergbau-Unternehmmrgen, sind dre preußischen Staatsbahnen gezwungen, anderweitig Köhlen in erheblichen Quantitäten hinzuzu- kausen. Es sei dazu bemerkt, daß die fiskalischen Ruhrzechen ausländische Arbeiter nicht beschäftigen dürfen.
Märkte.
ic. Frankfurt a. M., 13. Mai. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Wetzen Alk. 2025—21.00, Kurhesfischer Mk. 20.00—20.50, La Plata Mk. 20.25—21.25, Kansas Mk. 30.00-00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 17.75-18.-, Gerste (Wetterauer) Mk. 00.00—00.00, Fanken- fetder M. 00.00—00.00, Hafer 19.75—20.25, Mais Mk. 14.50—14.75, Weizenmehl 27.00—28.00, M. 00—00, 2. Qualität Mk. 26.00 bis Alk. 27.00, 3. Qualität Mk. 24.00—24.75, Roggenmehl 00 Mk. 27.50—28.00, L Qualität Mk. 25.50—26.00, Weizentlee Mk. 11.00 bis Alk. 11.50, Roggenkleie Mk. 11.50—12.00, Maiskeime Mk. 12.00 bis Alk. 1L25, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
Je. Frankfurt a. M., 13.Mai. (Telear. Orig.-Bericht beS „Gieß. Anz."). Amtl. Notierungen der heutigen Viehmarktpreis e. Zum Verkaufe standen: 632 Ochsen, 108 aus Oesterreich, 63 Bullen, 1 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 930 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 352 Kalber, 366 Schafe und Hammel, — Schafe aus Oesterreich, 2. Ziegen, 2025 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfimd Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 80—82 Mk., 2. Qual 68—73 Alk., 3. Qual. 63—67'Ulf.; Bullen 1. Qual. 70 b» 72 Mk., 2. Qual. 66—68 Alk.; Kühe 1. Qual. 71—73 Mk„ 2. Qual. 68—70 ML, 3. Qual. 58-60 Mk, 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00Mk. Kälber: l.Qual.100—000 Pfg., Lebendgewicht 60-00 Pf^ 2. Qual. 92—96 Pfg., Lebendgewicht 53—57 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 69—72 Pfg., Schafe: 1. Qual. 82—00, 2. Qual. 78—80 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 55—00 Pfg., Lebdaew. 43.00—00.00 Pfg., 2. Qu.54—00Pfg., Lebend- gew. 42.50—00 Pfg., 3. Qual. 42—44 Pfg. Lebendgem. 00 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh flau, Ueberstand erheblich, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand.
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Hesse» am Dienstag den 14. Mai: Veränderliche Bewölkung. In ganz Hessen Gewitter. Sehr warm. Wechselttde Winde.
Vermifdttts*
* Neue Bahnunfälle. Am Sonntag nachmittag 2 Uhr 45 Min. entgleiste von dem Eilzug 22 7 Köln Cleve gleich hinter der Station Dormagen der letzte Wagen und fiel um. Die im Wagen befindlichen Reisenden sind zum Teil verletzt, jedoch scheint keine der Verletzungen schwer zu sein. Die Namen der Verletzten stehen noch nicht fest, da sie zum Teil gleich mit dem Eilzug 227 weiterfuhren, zum Teil mit dem gerade aus entgegengesetzter Richtung kommenden Personenzuge nach Köln zurückkehrten. Soweit bis jetzt ermittelt ist, sind etwa zehn Personen leucht verletzt. Die Ursache der Entgleisung steht noch nicht zweifel- los sicher fest. — Auf der Southern Pacific-Bahn ereignete sich unweit der Station Honda ein Eisenbahnunfall, bei dem 25 Menschen umkamen und fünfzehn schwer verletzt wurden.
• Vulkan-Ausbrüche. Catania, 11. Mai. Der Ausbruch des Aetna dauert fort. Große dicke Rauchwolken erheben sich über dem Gipfel des Vulkans« Gestern abend wurden sehr leichte Erderschütterungen verspürt in Belpasso, Nicolosi und Viagrande. — Catania, 11. Mai. Das hiesige Observatorium teilt mit, daß gestern abend 7 Uhr 40 Min. auf Stromboli eine heftige Eruption stattgefunden hat in der Richtung nach dem Osten der Insel, der bewohnt ist. Die in großer Masse ausgeworfenen Stoffe verursachten in einigen Weinbergen Brände. Unter der Bevölkerung rief die Eruption, der ein heftiges Getöse vorausging, großen Schrecken hervor.
* Kleine Tageschronik. In der chemischen Fabrik von Max Ullmer in Leipzig zerstörte Großfeuer die Fabrikräume. Ter Schaden beträgt 80—90 000 Mk. — Vier Kinder in Schiffbeck bei Hamburg, die auf einem im Abbruch befindlichen Hause spielten, wurden durch eine einstürz-ende hohe Giebelwand verschüttet. Mle vier wurden tödlich verletzt. Ter Abbruchsplatz war nicht eingefriedigt worben. — In dem Torfe Kiftrup bei RauderS (Dänemark! brach Großfeuep aus, das mit großer Geschwindigkeit um sich griff. 32 Gebäude sind niedergebrannt. 50 Familien sind obdachlos". Menschen sind nicht umgekommen. — Tie Bankiers' Eduard Schmidt und Abel, Inhaber der Bankfirma Schmidt und Abel in Wien wurden unter dem Verdachte der Unterschlagung von Depots üt Höhe von 600 000 Kronen verhaftet.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt dre Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Jm Anzeiger machte ein Bürger den Vorschlag, den Anlagen den 9lamen „Rmg" zu geben und dre Ostanlage Kaiser WUhelm-Ring, die Nordanlage Kaiser Friedrich-Ring zu benennen. Der Vorschlag läßt sich hören; soll er aber ausgeführt werden, so würde es auch nötig sein, die Anlagen in den Stand zu s e tz e n, der chren neuen stolzen Namen entspricht. Jm Allgen^emen zwar wird man der Tättgkeit unseres Stadtgärtners nur Lob spenden können; aber ohne Bewilligung durch die Stadtvertretung kann er auch nichts maft)en und bisher ist für den Teil der Ostanlage, der dltrch die Ueberwölbung des Ringgrabens vor dem Lazarettgarten usw. gc- roomien wurde, nichts geschehen als daß er zugeworsen wurde. Aehnlich ist es auch mit einem Teile der 9lordanlage. Herr Wallenfels hat ja schon früher mal darauf hmgeiviesen, aber geschehen ist trotzdem noch nichts. Es liegen ja wohl Schwierigkeiten vor, indem die Gärteii tiefer liegen als die Anlage, sodaß vielleicht eine Mauer zu ziehen ist; aber eine Verständigung mit den Anliegern hätte doch ivohl schon längst erzielt werden föiuien. So wie dieser Teil der Anlagen aussieht, macht er den allertristesten Eindruck, wie sticht er z. B. ab gegen den Garten nebenan I Truny ergehst nochmals die Bitte an Bürgermeister und Rat, doch bis zum Universitätsjubiläum dafür besorgt zu sein, daß auch die genannten beiden Teile der Anlage sich ebenso schön präsentieren wie schon lange die übrigen Teile, ivenn auch natürlid) Bäume in dieser Jahreszeit nicht mehr gepflanzt iverden können. Uebrigens, ivo bleiben die Bäume auf dem Landgraf-PhilipP-Platz? Das Ausheben der Gruden war doch ausgeschrieben.
Ein Einwohner.
OrrginaL-DrahtmeLdungeu.
Berlin, 13. Mai. Einen blutigen Zusammenstoß mit drei Wilderern, wobei einer getötet und ein anderer festgenommen wurde, hatten am gestrigen Sonntag früh 4 Uhr im Walde bei Schloß Lindstedt hinter Bornim der beim Hos- Jagdamt angestellte Forstbeamte Hatanus solvie der Bizefeldwebel Gerlach von der 1. Kompagnie der Garde-Jäger. Hatanus sowie Gerlach, der zur Dienstleistung im Revier abkommandiert war, befanden sich im Revier, als ihnen plötzlich drei Wilderer gegenüberstanden. Bon diesen schlug der eine, der später als ein Zimmermann Bebl aus Potsdam festgestellt wurde, sofort auf Gerlach an. Da er ttotz Zuruf das Gewehr nicht ablegte, schoß Gerlach und traf den Wilderer tödlich in den Kopf. Inzwischen hatte sich Hatanus auf den zweiten Wilderer gestürzt und ihn nach heftiger Gegenwehr überwältigt, während der dritte sich zur Flucht wandte und auch entkam.
Bamberg, 13. Mai. Die Katholiken von Bamberg und Umgebung haben beim Bffchof von Bamberg die Einleitung eines kirchlichen Disziplinarverfahrens gegen den Pfarrer Grandinger beantragt, weil er am letzten Sonntag und am Himmelfahttstage politische Versammlungen in Sachen seiner liberalen Kandidatur abgehalten hat.
Loudon, 13. Mai. Die Eisenbahnarbeiter hielten gestern in Hyde-Park eine große Vesammlung ab, in der sie beschlossen, den G e n e r a l st r e i k zu proklamieren, falls ihre Forderungen auf Herabsetzung der Arbettszett, Aufbesserung der Löhne und Anerkenmtng des Eisenbahnarbetter-Verba'Ndes nicht bewilligt würden.
Czernowitz, 13. Mai. Neuerdings mehren sich wieder die Fälle von F o l t e r u n g e n in den Gefängnissen. So ist Mihai Cogalniceanu, der Sohn des bedeutendsten rumänischen Staatsmannes, seit 17 Lügemr m dnte Dunkelzelle gesperrt. Er nimmt keine Nahrung zu sich, weil er befürchtet, daß dem Essen Gift bcigemischt t|l. Seine Frau, die beim Justizminister vorjprach, hat nichts erreicht. Aer Unterrichtsminister Harot hat demijsio- niext-
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