Brandes hier, der drei Hofreiten mit Verschonung etneS Hauses einäscherte,trat so recht dernuch die vorzügliche Bauart der alten Häuser aus Eichenholz zu Tage. Wiewohl diese Bauart den gesundheitlichen Anforderungen der heutigen Seit nicht entspricht, war sie entschieden massiver und dauerhafter. Die alten, brennenden Häuser mußten zur Bekämpfung des Feuers niedergerissen werden. Das konnte aber nur unter der größten Anstrengung geschehen.
§ Aus dem Vogelsberg, 10. April. Obgleich der Winter sehr strenge gewesen und lange gedauert, geschieht die Frühjahrssaat um vier Wochen früher. Im vorigen Jahre blieben Pflug und Egge vor Ostern, die drei Wochen später gewesen, unberührt, jetzt aber ist der meiste Hafer bereits gesaet worden. Der Ackerboden baut sich sehr gut, da er tüchtig ausgesroren. Von den künstlichen Düngern wird fort» gesetzt mehr Gebrauch gemacht, da nmn nun an ihren Wirkungen nicht mehr zweifelt. Tie Spuren des Winters sind übrigens im oberen Vogelsberg noch lange nicht geschwunden. Ja, in der vorigen Woche mußte man in der Umgegend von Ulrichstein in Hohlwegen noch Schnee herausschippeu, damit die Wege für das Vieh fahrbar wurden. In solchen Hohlwegen liegt der Schnee noch meterhoch, mährend die Felder schneefrei und bearbeitungsfähig sind. So sehr nun auch der Landwirt trockenes Wetter zur Frühjahrsbestellung braucht, so sagt doch eine Bauernregeln mit Recht: „Trockner April ist nicht des Bauern Will." Ein trockenes Frühjahr bringt keinen Futtersegen.
Darmsiadt, 9. April. Die Erbprinzessin zu Erbach-Schönberg, geb. Prinzessin zu Waldeck und Pyr» mont, wurde gestern abend 9 Uhr zu Schloß König im Odenwald von einer gesunden Tochter glücklich entbiindcn.
Frankfurt, 11. April. Die Besuche englischer Kommunaloertreter zum Studium aiisländischer Muni» zipal-Einrichtungen werden in diesem Jahre nach West« und Süddeutschland führen. Unmittelbar nach Pfingsten werden die englischen Herren noch Deutschland kommen. Die Abgg. Alderman Winfrey und Percy Alden fungieren als parlam. Sekretäre des Komitees. Zwanzig Mitglieder des Parlaments haben bereits ihren Wunsch ausgesprochen, an der Reise teil» zunehmen. Unter den Besuchern werden sich ferner besinden: Lord Lyveden, Sir John Gorst, zwei Lordmayors und eine Anzahl anderer Bürgermeister großer Städte. Die Reise» gesellschaft wird am Pfingstmontag England verlassen und am nächsten Tage in Frankfurt eintreffen, wo die Gäste unter sachverständiger Führung die Hauptschulen und andere slädt. Institute zu besichtigen gedenken. Am 23. Mai gehen sic nach Homburg als Gäste des dortigen Stadtrates; von dort roirb auch die Saalburg besucht werden. In Nürnberg wird ihnen ein Bankett gegeben. München hat den englischen Gästen einen besonders festlichen Empfang zugedacht. Am 31. Mai besuchen die Gäste Heidelberg, und den letzten Tag ihrer Reise verbringen sie in Köln.
- --- Frankfurt a. M., 11. April. Nach Mitteilung des statistischen Amtes ist die Volkszahl für den Stadtkreis Frankfurt a. M. unter Berücksichtigung der seit der letzten Volkszählung polizeilich gemeldeten Zu- und Abwanderungen, sowie des entsprechenden Ueberschusses der Geburten über die Sterbefälle am 1. April 1907 mit rund 348 000 anzunehmen.
** Kleine Mitteilungen Vius Helsen und den Nachbarstaaten. In E rn st h a u s e n wurde der Landwirt H i r t h, ein etwa 30 Jahre alter unverheirateter Mann, in der Scheune seines Bruders erhängt aulgelunden. Was oen Mann zu der Tat veranlaßt hat, weiß man nicht. — In Frankfurt a. M. wurden für die im Herbst geplante Heimarbeitsaus» st e l l u n g von der Stadtverordnetenversammlung Mark 15 000 bewilligt.
vermischte».
• E i n „G ob e t s w u n d e r"! Der bisherige Vizepräsident des bayerischen Landtages und rechtskundige Bür» g erweist er von Kissingen, Hofrat Fuchs, gibt der Oeffentlichkeit einen Beweis seiner gutkatholischen „Recht- gläubigkeit". Wie wir dem „Würzb. Journ." entnehmen, veröffentlicht'er in den „Salesicmischen Nachr.* eine Erklärung, die wörtlich wie folgt lautet:
„Mein Sohn, Leutnant, wurde von einer heftigen Blinddarmentzündung belallen und mußte sich einer sehr schweren Operation unterziehen. Tas Leben des Kranken war in größter Gefahr, die ärztliche Kunst hatte sich bei den mehrfach ausgetretenen schweren Komvlikationen als o h n mächtig erwiesen. Ter Patient war aufgegeben. In dieser verzweifelten Lage wendete ich mich mit vollem Vertrauen an Maria, Hülse der Ehristcn, und ließ besondere Gebete verrichten, um durch Vermittelung der Gottesmutter die Genesung meines Sohnes zu erbitten. Die Helierin der Christen erhörte unser Flehen und Gebet, mein Sohn wurde gerettet und wird nach ärztlicher Mitteilung vollständig gesund werden. Der Arzt (P r o t e st a n t) bezeichnete die Heilung selbst an em wahres W unde r. Ich danke dem lieben Gott und seiner heiligen Mutter für die Gebeterhörung und die außerordentliche Gnade, bie meinem Sohn erwiesen worben ist. Theobald Fuchs, k. b. Hosrat.
• Unter der Spitzmarke „Er wahrt das Gesicht* schreibt bie Köln. Volksz.: Ein Stadt oer- orbneter in Breba, ber wegen „öffentlicher Trunkenheit* auf ber Straße aufgegriffen unb eingesperrt worden war, erwies sich als ein Mann, der sich nicht leicht ins Bockshorn jagen ließ. Als er in einer Zelle feinen Rausch ausgeschlafen hatte und ein Schutzmann ihm bie Freiheit wiebergcben wollte, erinnerte er sich plötzlich seiner Eigenschaft als Stabtvater, unb voll Würde sprach er: „Da ich nun doch einmal hier bin, wünsche ich, die Arrestanlenzellen zu besichtigen.* Der verblüffte Schutzmann biente nun bem eifrigen Stabtoerorbneten als Führer.
*Aus einer kleinen Garnison, lieber bie Veranlassung zu einem jüngst in Amberg zwischen einem Leutnant des 6. Jnf.-Regts. unb einem Beamten aus- gefochtenen Säbelbuell wirb geschrieben: Die Gattin eines Beamten gab einem Leutnant beS Kaiser-Regiments ein Stell» bichein in ihrer Wohnung, wo sie aber der betrogene Gatte überraschte, der den Galan, nur mit Hemd und Hose bekleidet, auf die Straße beförderte und ihm bie Kleiber nachwarf. Die Folge war em Sabelbuell, bei bem ber Ehemann bem Leutnant mehrere schwere Verletzungen am Kopfe beibrachte.
"Der bescheidene Dichter. Der Impresario Bonetti bot, rote aus Rom gemeldet roirb, bem ital. Dichter D'Annunzw außer freier Reise und Station achtzigtausend Francs für einen vierzehntägigen Aufenthalt in Buenos Aires. Der Dichter lehnte ab, da achtzigtausend Francs gerade für seine Zigaretten genügten. — D'Ännunzios Größenwahn nimmt nachgerade beängstigende Formen an.
• „Millionen bauern*. Wie Schöneberg bei Berlin, so beherbergt auch die Stadt Rixdorf bei Berlin eine erkleckliche Anzahl „Millionenbauern", das heißt Land- roirte, bie aus bet noch gar nicht weit zurückliegenden Kossätenzeit de? OrteS umfangreiche Ländereien mit in die Gegenwart hinüber genommen haben, die sie jetzt infolge der rapid fortschreitenden Bebauung Rixdorfs zu enormen Preisen loSschlagen. So ist in bie alteingesessenen F-imnlien ber jungen Stabt blühenber Wohlstand eingezogen. Nach bem Verwaltungsbericht beS Rixborfer Magistrats gibt es gegen» roärtig in Rixdorf 58 Personen, bie ein Einkommen von mehr als 20000 Mark jährlich haben. Darunter befinben sich 36 Personen mit einem jährlichen Einkommen von mehr al§ 30000 Mark. Zu bieten glücklichen 36, deren. Einkommen zwischen 31 000 Mark unb 137 000 Mark bifferiert, stellen aber bie „Millionenbauern* bas größte Kontingent. — Die Kehrseite ber Mebaille ist, baß es in Rixborf bei einer Gesamtsumme von runb 64 000 Steuerzahlern nicht weniger als 49 000 steuerzahlenbe Personen gibt, die sich mit einem jährlichen Einkommen von weniger als 1150 Mark durchs Leben schlagen müssen.
* Ein strumpfstrickender Stabtrat. Ein heiteres Stückchen weiß eine Tresbener Tageszeitung von bem Dres- bener Stabtrat Dr. Haebler zu berichten: Während ber Olter- prüfungen besuchte die Prinzessin Johann Georg einige Dresdener Schulen. Als sie sich dabei auch eine Ausstellung von Nadelarbeiten ansah, sagte Dr. Haebler geschäftig: „Ich kann auch stricken, Kgl. Hoheit, ich kann auch stricken." — „Können Sie auch sticken? Herr Stabtrat?* — „Nein, Kgl. Hoheit, bloß stricken." — „So, ba können Sie mir wohl sagen, welcher von ben beiben Strümpfen besser gestrickt ist." — „Der, den Kgl. Hoheit für den besseren halten."
<5crid?tsfaale
Berlin, 9. April. Im Prozeß gegen ben Darlehens» Dcrnüttler Uhlig wegen Bewucherung von Offizieren wurde Uhlig wegen Belrngs, Unterschlagung, Perleitung zum Meineide, schwerer Urkunbeniälschimg und versuchter Erpressung zu sechs Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt.
Breslau, 11. April. Die hiesige Strafkammer sprach den Vorsitzenden des deutschen F r e i b e n f e r b u n b e §, Prediger Tschirn, sowie den Mitangeklagten Redakteur der Volksivacht, Albert, oon der Anklage des Religionsvergehens unter Auflegung der Kosten des Verfahrens und der Verteidigung auf die Staatskasse frei. Die Angeklagten hatten einen Ausruf zum Austritt aus der Landeskirche erlassen.
Leipzig, 10. April. Vor dein vereinigten 2. und 3. Strafsenate des R c i ch S g e r i ch t s begann der Prozeß gegen den bei Gelegenheit des letzten Kaisermanövers zu Liegmtz ivegen Spionage verhafteten ehemaligen österreichischen Oberleutnant Barthman n. Ter Erössnungsbeschlnß legt dem wegen Spionage und Erpressung in Oesterreich mit fünf bezw. 37, Jahren Kerker Vorbestraften zur Last, er habe unternommen, der französisch e n Regierung eine ReiheNach richten, insbesondere über die Geschütze, Munitionswagen, Funkenstatlonen ufro. zu liefern, die im Jntereffe der Landesverteidigung geheim zu halten sind. B. bestreitet jede Schuld und behauptet auf die Vorschläge des fran- zösischeu Unterhändlers Hofsmann nur eingegangen zu sein, um mit Hilfe des deutschen Generalstabs das französische Nachrichtenbureau zu düpiere n, wobei er allerdings gewollt habe, Geld zu verdienen.' Bei der Beweisaufnahme erklärte Major Brose vom Generalstab, er habe das Angebot den Angeklagten, mit Hilfe des Geueralstabs die französische Spionage zu durchkreuzen, unberücksichtigt gelassen, weil ihm dessen Vorleben — seine Verurteilung in Wien usw. — bekannt gewesen fei unb er deshalb Mißtrauen gegen ihn hegte. Redakteur Dr. Wagner von der Schles. Zlg. in Breslau bekundet, daß der Angeklagte ihn vor Beginn des Manövers in Schlesien imd) militärischen Dingen auszufragen versuchte. Die lueilere Zeugenvernehmung und bie Vernehmung der Sachverständigen erfolgte unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Nach Wider- herftellimg der Oeffentlichkeit erklärte der Reichsanwalt, ber Angeklagte habe sich des Versuchs des Verbrechens gegen § 3 des Spionagegesetzes und bezüglich eines Punktes des vollendeten Verbrechens schuldig gemacht. Der Verteidiger bestritt dies mpladierte auf Freisprechung. Ter Angeklagte stellte im Schlußwort jegliche Schuld in Abrede. Tas Reichsgericht sprach den Angeklagten frei mit der Begründung, daß bie Absicht des Angeklagten, militärische Geheimnisse zu verraten, nicht nachgeiviesen sei.
Bremen, 11. April. Lehrer Gansberg wurde heute wegen Aufreizung des Publikums gegen bie bremische Schulbehörde unb den Schulinspeltor Köppe, sowie wegen öffemlicher Mißachtung ber Behörde, begangen durch einen im Elternbunde gehaltenen Vortrag, von der Disziplinär» kammer zu einem Verweise, LOO Alk. Geldstrafe und in die Kosten des Verfahrens verurteilt.
— Des großen Newyorker Verlegers Gordon Bennet Zeitung „New Port H e r a 1 b" wurde auf Verfolgung des Senators und Zeitungsverlegers Hearst zu Mk. 124000 Geldstrafe ivegen Veröffentlichung unsittlicher und schimpflicher Annoncen veruiteilt.
Uttiverfttats-Nachrichten.
Berlin, 11. April. Geh. Medizinalrat Professor v. L e h d e n wurde zum Wirkt. Geh. Rat mit bem Prädikat Exzellenz ernannt.
— Ter ordentliche Professor Dr. Ludwig Bernhard zu Greifswald ist in gleicher Eigenschaft in die philosophische Fakultät ber Universität zu Kiel versetzt worden.
— Die Nummer 10 der „Blätter des Deutschen Moni st en b u n d es" (Verlag von Dr. W. Breitenbach in Brackwede, Geschäitsstelle des Bundes) veröffentlicht einen Erlaß des Erzbischofs von München gegen den Teuischen Monislenbund und die Antwort der Ortsgruppe München auf diesen Erlaß, in dem die Katholiken vor dein Beitritt ziim Monislenbund gewarnt werden. Außerdem enthält die Nummer «.inen zeitgemäßlgen Aufsatz von Dr. e 1 r e cf e r aus Bad-Ran heim über „A.ellliche Krankenpflege", die Entgegnung des Oberarztes Dr. Juliusburger-Steglitz auf die psycholo- gilchen Ansichien des Jesuilenpaiers Wosmann und Bundesmitteilungen, aus denen sich das außerordentlich rasche Anwachsen des Bundes ergicbi.
77- Politik. Von Professor Dr. Stier-Somlo. („Wissenschaft mid Bildung". Einzeldarstellungen aus allen Gebieten des Wissens. Herausgegeben von Privatdozent Dr. Paul Herre in Leipzig. 4. Bändchen.) Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Das politische Verständnis in Deutschland steht heute nicht mehr so tief wie etwa noch vor einem Menschenalter, denn von Jahr zu Jahr nimmt das Interesse weiterer Kreise für die wichtigen Probleme des öffentlichen Lebens zu, aber iwch immer Habels wir Deutsche nicht den Grad politischer Bildung erreicht, den Franzosen und Engländer seit langem inne haben. Die Folgen solcher politischer Umbildung sehen wir alle Tage. Hilflos stehen die meisten den Fragen der äußeren und inneren Politik gegenüber ohne selbständiges Urteil, ohne sachliche Kritik. Bei bat Wahlen zeigt sich in erschreckender Weise, daß diese Ausübung staatsbürgerlicher Rechte der Aufdruck des Herdenbewußtseins geworden. Die bisher den nui ' auch gebildeten Deutschen unbekannte Beschäftigung mit Fra-,..i t .heoretischen Politik wird hierin in erster Linie Wandet schai,en, ' 10 in diesen Dienst stellt sich das vorliegende Büchlein des Bonner Gelehrten. In großen Zügen, stets die historischen Zusammenhänge heraus-
arbektend, gibt cs die Grundlinien einer wissenschaftlichen Politik und in fesselnder Weise ziehen am Leser die Grundpro- bleme der für febe politische Bildung unentbehrlichen Staatslehre vorüber. Wesen und Zweck, Rechtfertigung und typischer Wandlungsprozeß des Staates, seine natürlichen und sittlichen Grundlagen mit Hinblick auf geographische Lage, Familie, Ehe, Frauenfrage und Völkerkunde, Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt mit ihrem reichen Inhalt, Staatsformen und Staats-. Verfassungen werden geprüft und gewertet. Monarchie und Volksvertretung, Parteiwesen und Imperialismus, kurz alle unsere Zeit bewegenden politischen Ideen kommen zur Sprache.
Arbeiterbewegung.
Der deutsche S ch n e i d e r st r e i k ist doch noch nicht ganz beendet. In München sprach am 11. d. Mts. ein Geueralappell ber ausgesperrten S ch n e i de rg e h i l f e n in einer Resolution bem H a u p t v 0 r sta n d e bes Schneider- unb Sehne iderinnen- Verbandes seine größte Mißbilligung aus unb erklärte, die Arbeit nicht auf nehmen zu wollen, bis in allen in der Lohnbewegung stehenden Orten die Tarife gruppenweise vereinbart worden sind. — 9lurh in Hamburg dauert der Kampf im Schneibergewerbe fort. Tie Gesellen nahmen nicht bie Arbeit auf, da sie entgegen den -'Abmachungen der beiderseitigen Vorstände von den Arbeitgebern bestimmte Zusicherungen über die Höhe des Lohn- mfchlages verlangen. Tie Arbeitgeber halten sich genau an ben Abmachungen unb wollen nur einige Ungültigkeiten im Tarife ausgleichen. — In einer am Donnerstag nbenb abgehaltenen Versammlung, die von 2000 Mitgliedern besucht war, wurde ber Beschluß geiaßt, im Ausstande zu verharren. — In Leipzig beschlossen die ausstänbigen Herrenschneider die Arbeit wieder auf- zunehmen, dagegen bleibt b er Streik ber Damenschneider bestehen.
Stut kg art, 11. April. Alle S ch uh m a ch e r g e h i lf en begannen heute ben A u sst a nd.
Paris, 11. Avril. Ter B ä cke rstr e i k macht sich in der Physiognomie ber Stabt wenig bemerkbar. In den Arbeitsnachweisen für Bäcker meldeten sich viele arbeitslose Bäcker; sie wurden engagiert. Tie Bäckerläden sind wie gewöhnlich offen. Nach den aus ben größten Provinzialstädten eingelaufenen Meldungen ist der Ausstand als gescheitert zu betrachten; auch von ernsteren Ruhestörungen wurde nichts berichtet. In Marseille, wo der Ausstand ein partieller ist, arbeiten in den Bäckereien Zivil- unb Militärarbeiter.
Mrchttche Nachrichten,
Evangelische Gemeinde.
Hottesdlenlt.
In der Stadtkirche.
Sonntag, ben 14. April 1 907: Misericordias Domini.
Vormittags 9V0 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Kinberkirche für die Matthäusgemembe.
Pfarrer D. Schlosser.
Abenbs 6 Uhr: Siehe Johanneskirche.
Sonntag, ben 14. April, abenbs 8 Uhr, im Markus- {aal, Kirch st raße 9: Versammlung des e v a n g e l. Jünglings» und M ä n n e r - V e r e i n s. Gäste, besonders bie neutonfirmierte Jugend herzlich willkommen.
In der Johanneskirche.
Samstag, den 13. April 19 0 7:
Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer Euler.
Sonntag, ben 14. April 1907; MisericorbiaS Domini.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler.
Konfirmation ber Kinder aus der LukaSgemeinde und Militärgemeinde ; im Anschluß daran Feier des heil. Abendmahls.
Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld.
Abends 8 Uhr im Konfirmandcnsaal der Johanneskirche: Versammlung unb Bibelbesprechung.
Mlhknjlichk AtbklW da TadesM in her Stnbt 8i^t«
13. Woche. Vom 24. bis 30. März 1907.
Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 linkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 12,33 °/00, nach Abzug von 3 Ortsfremden: 7,08Voo.
Kinder
ES starben an: Zusammen: Erwachsene:
im
vom
1. Lebensjahr:
2.-15. Jahr
Tuberkulose 1 (1) —
2d)
—
Stimmritzenkrampf 1 —
I
Arteriosclerose 1 1
——
—
Schlagfluß 2 2
—
—
Krebs 1 (1) 1 (1)
——
—
Anämie 1 (1) 1 (1)
—
—
Smnine 7"l3) ’5 (2» ' FfF) I
A n m.: Tie in Klammern gesetzte» Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Schiffsirachrichten.
Norddeutscher Lloyd.
In Gießen vertreten durch Carl L00S, Kirchenpkatz.
Bremen, 8. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Dopvelschrauben-Postdampscr „Breslau", Kapitän H. Prager, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 6. April 10 Uhr nachm. wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 8. April. (Per transatlantischen Telegraph). Der Postdampfer „Trave", Kapitän 91. Ahlborn. vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Telefonisch© Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fflr Bande) und Industrie. Giessen.
Frankfurter Börse. 12. April. 1.15 Uhr.
Obeischles. Eisen-Industrie 111.66
396 Portugiesen Serie I .
Portugiesen
III
3%
Ungar. Goldrente Italien. Rente .
4 % Oesterr. Goldrente. . 4*/e % Oesterr. Silberrente
Barpener Bergwerk Laurahütte . . . Nordd. Lloyd .
Bisenlaun .
Gotthard bahn . .
Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staats bahn . . Pnnce-Henri-Eiseu uabn
96.40
85.40
96.45
85.35
95.00
9510
99.70
100.00
94.65
67.60 6825
91.40
93.50
9445
140 80
50 00 87.00
66.00
97.90
. 221.50
. 121.50
Keichsanleihe do.
Konsols . .
do. . .
Hessen Oberhessen
Berliner Handelsges Darmstädter Bank Deutsche Bank . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktieu . . . Baltimore- und Ohio-
Gelsenkirchen Bergwerk . 199.10
Hamburg-Amerik. Paketf. 137.90
Elektriz. Lahmeyer .
Elektriz. Schnckert . Eschweiler Bergwerk
Aktien
Bochum Guss . . .
Buderus E. W . .
Tendenz: fest.
3^7.
3%
315 7c 3% W! < :i^7(
4%
4%
. 209.00 . 224.50
. 127.10
4)4 7a russ.Staatsanl. 1905 4^u0 Japan. Staatsanleihe 4 % Gonv.Türken von 1903 Türkenluse.....
4% Griech. Monopol-Aul.
45z äussere Argentinier .
3°/o Mexikaner . .
4>$7o Chinesen . .
. 100.40
2640
. 142.75
. 136,50
. . 158.50 133.20
. . 230.90 . . 170.50 . . 172.60 . . 146.00 . . 208 50
. 130.50
. 114.00
. 232.00
Berliner Börse, 12. April.
Canada E. B......175.70
Darmstadter Bank . . . —
Deutsche Bank .... 230.75
Dortmunder-Union C. . . 75.80
Dresdner Bank . . . 146.40
lendens: schwächer.
Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 208.75
Laurahütte .... 223.20
-umbarden E. B. ... 26.60
Nordd. Lloyd.....126.90
lückenlose. . . e . —.—


