• * Die schulpflichtigen Kinder sind, soweit sie ^>ie Volksschulen besuchen sollen, morgen und nächsten Donnerstag anzumelden. Dienstag vormittag 10—12 Uhr haben die Anmeldungen für die Stadtknabenschule und am Donnerstag in denselben Stunden die für die Stadtmädchen- schule zu erfolgen.
• * Die engere Submission für die Herstellung der kreppen anlage auf dem Domanialhof Schiffenberg hatte folgendes Ergebnis: Von 12 Firmen, die zur Beteiligung ausgefordert waren, reichten 8 folgende Offerten ein: Schreinermeisler Louis Beil 1681 Mk., Cchreinermeister Karl Beil 1716 Mk., Schreinermeistcr Wilh. Bender 1475 Alk., Schreinermeisler E. H. Müller 1161 Mk., Cchreinermeister Karl Hahn 1586 Mk., Zimmermeister Georg Schubecker 1649 Mk., Zimmermeister Balth. Nuhn in Lollar 975 Mk. und Schreinermeister Hch. Schäfer IV. in Annerod 1614 Bit.
* * Silberne Hochzeit feiern morgen Handelsmann Philipp Fischer hier und seine Ehefrau Helene geb. Nu hl.
'* Ueder die Tagung des west de titschen Verbandes Nation al-sozialer und liberaler Vereine, die gestern hier stattsand, wird uns geschrieben: „Tie Tagung brachte eine lebhafte Aussprache über die politische Arbeit in den verflossenen Monaten und über die Aufgaben des enl- schiedenen Liberalismus nach den Wahlen. Ter Bericht des Parteisekretärs gab ein erfreuliches Bild rüstigen Voranschreitens der Organisation und guter Verbreitung der liberalen Gedanken, wenn es auch den mit dem Zentrum verbündeten Antisemiten in Marburg gelungen ist, Herrn von Gerlach zu verdrängen. Tas Verhalten der Nationalliberalen im Wahlkreis Waldeck, sow e in Marburg wurde gebührend besprochen, das Eintreten der Liberalen in Eschwege-Schnialkalden zu Gunsten des antisemitischen Kandidaten allseitig bedauert. Au bc:c regen Debatte, die von einer zukunflsfrohen Stimmung getragen war, beteiligten sich außer dem Vorsitzenden, Prof. ©leoefing-'Dlarbiirg, Parteisekretär Nuschke, Dr. Cahn, Graveur Haag und Oberlehrer Niethaus-Franksurt, Geheimerat Haupt und Dr. Vogt-Gießen, Bankier Balliu und Lehrer Freuden- stein-Kassel, Professor Nade und Profeffor Schückiug-Mar- jburg u. a.'
• * DerLandeSverband der deutschenMilitär- vnwärler für das Großherzogtum Hessen hielt am Sonntag zu Darmstadt seinen ersten Verbandstag für 1907. Anwesend waren außer ca. 200 Vertretern und Mitgliedern der Vereine Darmstadt, Mainz, Offenbach, Gießen, Worms rc. auch der Ehrenvorsitzende des Teutschen Bundes General D. Kloeden-Wiesbaden. Die Berichte wurden genehniigt und hierauf der Verbandsvorstand, soivie die Kommissionen wiedergewählt. Von den angenommenen Anträgen sind hervorzuheben: Anträge des Vereins Mainz, daß Schritte beim Ministerium geschehen, damit den 2)lilitäraniuärtern bei Festsetzung ihres Tienstalters nicht mehr drei Alititär- bienstjahre in Abzug gebracht werden, zudem bei den ^Beamten des Reiches und fast aller deutschen Bundesstaaten dieser Abzug nicht stattfindet, inzivlschen auch längst eine zweijährige Dienstpflicht eingeführt ist, daß ferner eine einheitliche Regelung der AnstellungS- und Pensionsverhältnisse unter Anrechnung eines Teiles der Mtlitärbienstzeit bei den Gemeindeverwaltungen herbeigeführt werde. Em Antrag Offenbach, die Zeitung des Bundes noch in diesem Jahre nut einem tüchtigen Berufsredakteur zu besetzen, wurde nach Bericht und Begründung von Wildenberg amb Muntermann-Offenbach dem Landesverband überwiesen, Ebenso ein Antrag Strack-Ulrichstein, alsbald bei der Regierung dahin vorstellig zu iverden, daß auch den Beamten nut einem Gehalt unter 2000 Mk. ein entsprechender Wohnungsgeldzuschuß zuteil werde. Zu Delegierten für den nächsten Bundestag werden Schupp-Darmstadt und Bohrmann-Mainz gewühlt. An Se. Kgl. Hoh. den Großherzog wurde eine Auldigungsdepesche abgesandt.
/\ Dornholzhausen b. Hochelheim, 10. März. Heute smittag hat sich hier der Landwirt Peter Olbrich erhängt.
— Rödgen (Wetter), 9. März. Die hiesige vielbesprochene Bürgermeisterwahl hat mit einer Glieder- läge derSozialdemokraten geendet. Trotz ihrer großen Bemühungen siegte der Landwirt Ehr. Hensel, der lange Jahre dem Gemeinderat, Schul- und Kirchenvorstand ange- -hörte. Frühere Gemeindewahlen riefen nicht selten Konflikte ('mit dem Kreisamt und den Behörden hervor, die sich weigerten, die sozialdemokratischen Kandidaten zii bestätigen.
= Bad-Salzhausen, 9. März. Bei der Ausschachtung für gärtnerische Anlagen wurde eine zweite Schwefelquelle geflinden. Es ist möglich, daß sich neben der seitherigen Schweselwasser - Trinkkur auch Schwefelwasserbäder ^einrichten lassen.
le. Mainz, 10. März. Am Zollhafen scheute gestern morgen das Pferd des Hauptmanns v. Marschen von den Pionieren vor einem Straßenbahnwagen. Der Offizier wurde abgeschleudert und stürzte mit dem Kopse gegen eine Trottoirkante. Schwer verletzt und bewußtlos wurde er ins ^Lazarett gefahren.
fc. Aus Rheinhessen, 10. März. Das in der Sandgrube des Landwirts Glöckner in Esselborn gefundene Skelett eines vorsintflutlichen Tieres (Mastodon) dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach vollständig vorhanden sein. Bis jetzt wurden der Ober- und Unterkiefer, die Schenkel, vier Rippen und der Halswirbelknochen freigelegt.
sd. Darm sta dt, 10. März. Tie Abiturientinnen des hessischen Volks sch ul l e h r erinn en-S emin ars in Darmstadt, 25 an der Zahl, feierten heute i in Kaisersaal in Anwesenheit des Direktors, sowie der Lehrer und Lehrerinnen ihren 'Abschied durch eine sehr anregende und unterhaltende Veranstaltung, die durch Gesang, Borträge und Ansprachen gewürzt war. Auch em flott gespieltes Theaterstückchen füllte einen Teil der Unterhaltung aus.
X. Hanau, 10. März. Im Dorfe Breitenborn bet Gelnhausen wurde vor einigen Wochen auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft zu Hanau die Leiche der im Alürz vor. IS. verstorbenen Frau des Jagdaufsehers Schar wieder ausgegraben, da sich mit der öeit Verdachtsmomente ergeben hatten, daß die Frau keines natürlichen Todes ge- starben sei. Der Verdacht richtete sich gegen den eigenen Gatten, den Jagdaufseher Schar. Die von dem Genchts- chemiter Dr. Popp-Franksurt a. M. vorgenommene Unter- luchung gewisser Leichenteile der verdorbenen Frau ergab das
Vorhandensein von Strychnin, so daß der Anschein bc§ Giftmordes vorlicgt. Schar wurde daraufhin verhaftet.
8. Wetzlar, 9. März. Heute morgen ereignete sich in einem hiesigen Werke ein bedauerlicher Unglücksfall. Ein 20- jähriger Bursche, Wilhelm Becker aus dem benachbarten Raunheim, der Montagearbeiten ausführte, stürzte infolge der Glätte ab und zog sich durch Verbrennung derartige Verletzungen zu, daß er bereits auf dem Transport nach dem städtischen Krankenhalise starb.
§ Aus dem Kreise Wetzlar, 11. März. In den letzten 14 Tagen sind unsere Schweinepreise von 68 auf 60 Pfennig gefallen; einen solchen plötzlichen Preissturz haben wir lange nicht mitgemacht. Infolgedessen wandert jetzt noch manches Borstentier in die eigene Bütte, das anderenfalls zur vollkommenen Mast gebracht und an den Metzger abgesetzt worden wäre. Voriges Jahr um diese Zeit wurde das Pfund mit 74 Pfg. bezahlt.
[] Marburg, 10. März. Auf dem Flur der mediz. Universitätsklinik wurde heute eine von den früheren Assistenten des im vorigen Jahre in den Ruhestand versetzten Direktors der medizinischen Universitätsklinik, Geh. Mcdizinalrat Prof. Tr. Ma nnkopff gestiftete, diesen darstellende Bronzedüste in feierlicher Weise enthüllt. Ansprachen hielten Dr. KlaaS-Siegen und der jetzige Direktor der Anstalt, Prof. Dr. Brauer. Ter greife Geh. Medizmalrat Prof. Dr. Mann- kopff dankte tiefgerührt für die Ehrung und verband damit ein Gedenken an feine 40 jährige Tätigkeit als Leiter der Anstalt. __________________________________
(Sin Lehrer als Mörder.
In dem Morbprozesse gegen den bereits wegen Ermordung einer Schülerin zum Tode ueuirteiltcn Lehrer Wi filier, fand die Verhandlung vor dem Schwurgericht in Bayreuth statt. Tie An- Ciage wart ihm vor, auch seine Logiswirtin in Veyreuth zurzeit ferner einjährigen Dienstzeit, die W i t io e Ende r S, ermordet zu haben. Ter Angellagte, der früher gestanden halte, bat sein Geständnis widerrusen, und so mußte em langwieriger Indizienbeweis erhoben werben.
Nach zweitägiger Verhandlung wurde das Urteil gesprocheii. Müller ivnrbe wegen Ermordung der Frau Enders in Bayreuth z u m Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Damit ist bereits das ziveue Todesurteil gegen Müller ergangen, da er auch das Schulmädchen Verla Wunschelmeycr in Dürnberg m Cberiranfen er mordet Hal. Es ergab sich, daß Müller schon feit längerer Zeit auf das hübsche und für sein Alter ziemrich enttoiaeite Su-ulnürdchLn ein Auge geworfen harte. — Am 26. Juni v. I. hatte die Kleine eine Aussatzarbeit schlecht geschrieben und mußte deshalb auf das Geheiß Müllers nachsitzen. Ms sie mit ihrer Strafarbeit fertig war, sand sie die Tür des Schulhauses, in desfen oberen Räumen Müller als Schulberweser hauste, berschst» seit. Sie rief dcsr>aU> den Lehrer, worauf dieser sie mit in sein Schlafzimmer wahm unb sie dort mißbrauchte. Als er einsehen mußte, daß seine Tat sofort entdeckt werden würde, weil das Kind Verletzungen davongetragen hatte, machte er mit einem Strick eine Schlinge zurecht und warf diese dem am Spiegel auf sein Gehcitz sich läniinenden Kinde über den Kopf, um es $u erwürgen. Das Kind stürzte auch zu Boden, schrie und>warf die Arme in der Lu.t herum, ohne jedoch zu ersticken. Nunmehr nahm älter ein Veil und schlug auf den Kops des sich bereits wieder aufritgtenben Kindes, das mit einem lauten Ausschrei zusiammenbrach. Müller warf ihm dann eine Decke um beit Kopf, damit das Blut nicht umherspritze und schlug weiter auf sein Op>er ein, bis es tot war. — Den nach ihrem Kinde suchenden Eltern erklärte er, das Kind vormittags stach der Schule heimgeschlckt zu haben. In der Nacht schlief er Mit der Leiche zusammen, wurde aber dann rwn Grauen überwältigt, weil in demselben. Zimmer das Totenbett seines eigenen Kindes sich befand, dessen 'Kutter damals auf mehrere Wochen verreist war. Gegen Mitternackst schleppte er das Kind in den Wald und versteckte es dort in dem Ofen eines Flachsbauem, wobei er jedenfalls annahm, daß die Seidje beim Ftachvdörren mit verbrennen würde. Doch wurde die Leich: Ijier wenige Tage später gefunden. Müller suchte seinerseits den Verdacht auf den Bürgermeister Dorsch von Dürnberg zu lenken, und erst die auffällige Tatsache, daß er, obwohl er der Klassenlehrer des Mädchens gewesen war, nicht an der Beerdigung seines Opfers teilnahm, brachte den unglücklichen Vfater des Kindes zn der Behauptung, daß Mütter der 'Marder seines Kindes sein müsse.
Nacypem Müller dann ein teilweises Geständnis abgelegt, ergab die spätere Schlvurgerichtsverhandlung den vollen Beweis für seine Schuld, sodaß er dainkals wegen des Atordes zum Tode und wegen des Sittlichkeitsverbrecheiis zu ad)t Jahren Zuchthaus verurteilt wurde.
Im Lause der Voruntersuchung jenes Prozesses tauchte nun der Verdacht auf, dsig Müller auch der Täter in einer mysteriösen Mordasiäre sein könnte, die sich bereits vor acht Jahren in Bayreuth im Hanse der Privatierswit-oe Enders ereignet hatte. Verschiedene Zeuginnen in dem Wunschelmeyer-Prozeß halten befunbet, daß der Lehrer Müller sie wiederholt in schamlosester Weise belästigt hatte, und in einem Falle hat eine Gastwirtsirau ihn sogar nachts unter ihrem Bett gefunden, wo er einen günstigen Zeitpunkt zu einem Sittlichkeitsattentat aus sie abpafien wollte. In derselben Weise war in der Nacht zum 2. Mai 1898 die Privatiere Enders in Bayreuth von einem Sittlichkeitsverbrecher überfallen und infolge ihrer Gegenwehr schließlich ermordet wordcn. llndurchdringlichLs Dunkel lagerte feit Jahren über- dieser geheimnisvollen Arordlat, und zahlreiche Personen hatten unter dem Verdacht der Täterschaft zu leiden. Zn diesen gehörte auch ein Einjährig-Zreiivilliger Namens Merkel, der zur Zeit des Mordes bei Frau Eirders geivvhnt hatte. Er wurde über seine vorübergehende Verhaftung dermaßen tiefsinnig, daß er nach seiner Frei- lajjung nach Amerika ging, um den Leuten aus den Augen zu Dom men. Sein Vater starb aus Kummer darüber und feine Mutter wurde wahn,innig. Niemand dachte damals an Müller, der ebenfalls als Erniahrig-Freiwilliger bei Frau Enders ge» wohnt hatte und der die Tat erst unmittelbar nach seiner Bert urteüung im Wünschettneyer-Prozeß eingeftanb. Und zwar hatte ihm damals der Untersuchungsrichter bla.b nach der Fällung des Todesurteils plötzlich den EäMdel der F-rau Emders vorgelegt und ihn aufgefordert, auf diesen Kops zu schwören, haß er den Mord nicht begangen habe. Dia begann der 9Jlöröer zu toeinen und gestand, dag er die Fr!au zunächst vergewaltigt, dann ermordet und schließlich auch beraubt habe. Ihren zertrümmerten Sckwdel harte er ganz mit Bettstücken umbunden, die Pulsader des linken Arms geöffnet und cm Messer daneben gelegt, um den Anschein zu erwecken, als ob Die Frau Selbstmord begangen hätte.
Bei der Urteilsverkündung begann der Angektagie zn Killern und nmßie von zivei Gendarmen unter Die Arme gefaßi werben, da er umzusinken Drohte. Er louröe mehr hinausgetragen als geführi und dann foiort in den Geiangenemvagen gefetzt, der ihn nach deni UnicrluchnngsgeiäiignlS zuriickiührle. Aili dein Wege dahin begleiteten Kinder und Erwachfene den Wagen nut lauten Verwünschungen.
Von Interesse au? dem Zeugeuverhor ist die Vernehmung der Gastwirts,vitive Fra u Seutz ans Thurnau. unter deren Bett der Angeklagte bei einer irühcren Gelegen bett geiunöen worben war. Tie Zeugin, eine Frau m initiieren Jahren bekundet, baß Aiüller öfter in ihrer Gastivirtjchait war. Ihr Alami fei 1901 gestorben und lrotzbem habe sich Aliiller nicht g.icheut, wenige Wochen nach dem Tobe ihres Alaimes ihr einen pelratsanliag zu machen, eie habe gejagt: Sie sind ja auch verlobtl Taram sagte er: Da konnte ich mich ja ^scheiden la j f en". Die Zeugin antwortete karaus, wenn man mit jolrl.cn Gebanlen umgeht, so niöchte ich einen solchen 'Dlann nicht haben. Im Winter 19U2-03, tu rj vor ber Hochzeit Müllers, habe sie ihn emes Tages unter ihrem Bett aeiunbciu Tret-, viermal habe sie geruien, bas
GerLüsch sei weiter vernehmbar geblieben. Daraus habe sie nach' ihrer Alagb gerufen, die un selben Zimmer schlief, sie sollte einen Stecken holen. Das Diäbchen kam atich heran itnb ging wieber hinaus. Jetzt kam Atüller hervor; er sagte: Tu sei doch ruhig, ich bms ja. Ich will zu dir hinem. Ich sagte, nein, so etwas tue ich nicht. Geh zu deiner Braut. Müller sei mehrfach in sie eingebrungen, bis bie Atagd gekommen fei. Ta bat er: Verrat mich nicht, sprich nicht so laut, daß ich Nicht enbeeft werbe, sonst komme ich um Amt und Brot. Sie habe ihm die Hand gegeben und versprechen müssen baß sie nichts sagen würbe. Tann ging er. — Angell.: Ich bin nicht unter ihrem Bett gewesen. (Bewegung.) — Zeugm (treuherzig): Sie, Herr Müller, Ste waren schon unter meinem Bett. — Angell.: Plein. Ich bin nicht int Bett gewesen. — Bors.: Tas hat ja auch Niemand behauptet.
Aach dem Plaidoyers des Staatsanwalts und des Verteibigers, welch letzterer beantragte, euent. nur Totschlag anzuiiehmeu, richtete Alüller mit weinerlicher Stimme noch folgenbc Worte an die Ge- fchworenen: Ich möchte den Herren nur noch sagen, daß es mir ganz gleichgültig ist, ob Sie Ja ober Nem sagen. Die Gnabe würbe für mich auch ganz utiangebracht sein, beim es ist keine 'Milde, noch Jahre hlndnrch von Gewissensbisfen gefoltert zu werben. Ich habe mir bie eine Bitte, möglichst schnell aus ber Welt zu lommen. Aber ich sage zum Schluß: Ich bin nicht schuldig und 'ühle mich auch nicht s ch u l b i g a ii bcr Ermordung der Fr au Enders.
Arbeiterbewegung
Paris, 10. März. Tie Elektrizitätsarbeiter haben heule morgen bie Arbeit wieder a u f g e n o m in e iu Die meisten ihrer Jordernngen besonders bezüglich ber Pensionen, würben bewilligt. Sie haben aber die Erklärung abgegeben, baß bei Nichtinnehauimg der gemachten Zngestäiibutsse foiort ber Streik wieber au'genonimen würbe. Gegen 11 Uhr abends brannten gestern un Zentrum wieber überall bie eleftr. Lampen. Tie Zeitungen erjchi.nen zrunellt mit bcbcutenben Verspätungeti.
Turin, lu. März. Tas Zentralkomitö ber italienischen Tabakar beiter proklamierte vom 11. 'März ab ben Streik iu allen staatlichen Tabakiabriken.
miiö verkehr, polkrwirtsehast.
Frankfurter S t a b t a n l e i Ij e. Laut heutiger Anzeige liegt bei ber hiesigen Filiale ber Mitteldeutschen Kreditbank eine Amneldungsliste für die von ber Bank un Verein mit anberen Btikamslituten übernommene Anleihe von 9 Millionen Mark auf
Hessische Laubes Hypothekenbank, Akt. - Ges. in Dar m st a b t. Wie aus dem Geschäftsbericht des Instituts, ber dieser Tage erscheinen wirb, hervorgeht, hat sich ber Cbligationen- umlauf um 2b.8 Atill. auf 70.6 Mill. 'Mk., ber Darlehensbeslanb um 24,4 'Mill, auf 74,5 Mill. Alk. erhöht. Die neuen 4°/0 igen Pfandbriefe und Kommunalobligationen sind bereits in sirank- mrt a. 9)1. und München zugelasien; ihre Einführung an den Börsen von Berlin und Leipzig soll bemnächst erfolgen.
Auswaiibe r u n g. Auch un lausenden Jahr nimmt bie Ausivanberung über Hamburg unb Bremen eine größere Aus- beljnung an. Im Januar bia . te ber Verkehr über bie beiden deutschen Häfen eine Steigerung um 40ü0 Personen gegen Januar 19u6 und die Zahlen des Februar sind um 2000 Personen höher.
Berlin, 8. März. Bank für Handel und I n b u |t r i e (Dar m städter Bank). Der Auisichtsrat beschloß in seiner heutigen Sitzung, ber Generalversammlung für bas Jahr 1906 bie Verteilung einer Dividende von 8 Prozent vorzuschlagen. Ter Bruttonutzen beträgt pro 1906 mfl. 293 339.95 Mark Vortrag aus 1905 21521 0-10.77 WIL hiervon ab bie Handlungskoiteu, Steuern, Tantiemen an den Vorstand und die Cberbeanuen, bie Gratifikationen an die Beamten, bie Zuwendung an ben Penliions- ’onbs und für wohltätige Zlvecke 7 990 374. 'Mk., Abschreibuilgen auf Immobilien unb Mobilien 459107.58 'Mk., zusammen 8 449 481.78 ; verbleibt oeiteilbarer Nemgewinn 13071 558.99 Aik. Tie Einnahme verteilen sich folgendermaßen: Zinsen für 1006 6 658180 73 'Mark (1905: 6 460168.20 Mart), Provisionen (5139 746.15 'Mk.), Gewinn auS Effekten 3169 687.73 'Mk. (4 0i8 648.08), Geivlnu aus Finanzoperationen 3568 444.68 Mark- (5091513 24 Alk.), Gewinne aus dauerndeii Beteiligungen an Banken und Bankgeschäften 1857 475.69 Mk. (1040 478.26 'Mk.), Valuten Mk. 758 475 83 'Mk. (58t 280.54 'Dit; Tiverse Eingänge 17 652 34 'Mk. (65 239.77), Vortrag vom Vorjahre 293 339,95 'Mk. (188 643.48 'JJit. Tte Bilanz ergibt folgende Ziffern: 1. Passiva: Grundkapital 154 000000 'Mk. (154 000 OoO 'Mk.), Gesetzliche Reserve 19 000 000'Mk. (19 000 0 0 'Mk.), Besondere Re>erve (ueie Reserve) 10 500 000 'Mk. (10 500 000 Mk.), Tratten 78 495 271,42 Mk. (88 903 573,94 Aik.), Unerhobene Tividenben von früheren Jahren 19 956,58 Mark (22 025,98 Mark), Vorgeschlagene Divibenbe 12 320 000 'Mark (12 320090 'Mark), Kontokorrent-Kreditoren 315 765 870,47 Alk. (296 421570,43 Alk.), iXejeroe lür noch auS- stehende Alarknoten der früheren Bank für Südbeutichland 33 vOO 167 900 Alk. (176 900), Regulierungskonto ber ^ilial Hannover, fällig 1911 3 250 000 Alk. (3 475 000 Alk. 2. Aktiva: disponible Fonds 229 926 611,55 Alk. (221 423 284. Mk.) nämlich: Wechiel 108 083 850,90 Mark (94 960 699,34 Alark), Kaffe uifl. (Soupons 26 825 690,18 Alark 26 151 069,68 Alark). NostrüGuthaben Alk. 21 631 441,45 (Alk. 28 052 936,34), Reports ii. Lombards Alk. 73 380 6-9,02 (Alk. 72 258 679,34), Effekten 'Mk. 46 816,977,77 (Alark 52 173124 94), Debitoren Alark 228 076 441,42 (Mark 225 019 045,88), Dauernde Beteiligung an Banken und 'Bankgeschäften Alk. 30 356 474,14 (Alk. 29 878 858,26), Immobilien abzüglich Amortisation Alk. 10 934, 193,10 ('Mark 9 723 034,08), Aktlv-Hypotheken'Konto Alk. 535 246 (Alark 577 671). Die Avale beliefen sich auf beiden Seiten ber Bilanz auf Alk. 12 070 798,89 gegenüber Alk. 16 638 491,93 un Vorjahr.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 11. März. (Orig.-Telegr. des „Gießen Anz.") Amtliche Slotierungen ber heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 18.75—00.00, Kurhessischer Alk. 18.75—00.00, La Plata Alk. 20.25—21.00, Kansas Alk. 20.25—21.—, Roggen (hiesiger) Alk. 17.50—17.7;), Gerste (Weiterauer) Alk. 18.00—18.75, Franken- ielder Alk. 18.50—19.—, Hafer 18.75—19.50, AlaisAlk. 13.75—14.50, '4Leijcninel)l 27.50—28.25, Al. 00—00, 2. Qualität Alk. 25.25 bis Alk. 26.25, 3. Qualität Alk. 23.25—23.75, 'Jtoggenmel)l 0 Alk. 26.50—27.00,1. Qualität Alk. 25.50—26.00, Weizentleie Alk. 10.00 bis Alk. 10.50, Roggenkleie Alk. 11.00—11.2.), Alaiskeime Alk. 11.00 bis Alk. 11.50, Franken, Pfalzer, Rieb Alk. 18.50—19.25. Alles per 100 Kg. ab hier.
tc. Frautsurt a. M., ll.März. (Telegr. Orig.-Bericht bes .Gieß Tlnz/). Amtl. yiotierungen der heutigen Viehmarktpreif e. Zum Verkäme standen: 492 Lchsen, 4i ans Ce|ierreicl), 54 Bullen, 00 aus Oesterreich, 0 aus Tänemark, 869 Kühe, Fersen, Stiere unb 9linder, 0 aus Tänemark, 341 Kälber, 3i3 Schafe unb Hämmel, 00 Schafe ans Oesterreich, 2 Ziegen, 1579 Schweine. BezahU würbe für lOoPstmb Schlachtgewicht Lchsen l. Lualitai 79—82 Alk^ 2. Qual 72—75 'Mk., 3. Qual. 64—67'1)11.; Bullen 1. Qual. 11 bis 75 'Mk., 2. Qual. 67—69 'Mk.; Kühe 1. Qual. 72—74 DiL, 2. Quall 68—70 Alk., 3. Qual. 60- 62 Alt, 4. Qual. 00—00 Alk., 5. Qual. 00—OOAik. Kälber: l.Qual.100—104Pfg., Lebendgewicht 60—62 Pf», 2. Qual. 8u—90 Big., Lebendgewicht 50—54 Psg., 3. Quast 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 69—72 Pig., Schafe: I.Qual. 80-83, 2. Qual. 76—78 Pfg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine 1. Quast 59—60 Pfg., Lebdgew. 47.00—00.00 Psg., 2. Qu.58- OOPig., Lebend- gew. 46.00—00 Pfg., 3. L-nal. 52—54 Pfg. Lebendgew. 00 P'g. Geichäft: bei Hornvieh schleppend, Ucberflanb uubebeutenb, bei Kleinvieh gut, tem Heberfianb.
(EiiujcjanOt»
Noch einmal vb i e Verhältnisse im Gerichts- f ch r e i b e r i a ch".
Als ich vor einiger Zeit auf einen ähnlichen Artikel an dieser stelle erwiderte, war ich un Zweifel, ob er aus ber Feder emes Kollegen Hammen foUie. Zn meinem Bedauern sehe ich nun, baß dies hinsichtlich des „Eingesandt" tn 'Jir. 52 b. Bl. ber Fall ist '■I8ül)l bie meinen Gerichtsschreibereibeanrien werben aus bieje Tat> jache ruchts weniger als stolz fern. Sicherlich ist es bas Beftreben eines jeben Beamten, aut lebe zuläisige Art feine Besserstellung ijerbeuuiübren. Aber keine Beanuenlaieaone ist mir bekamu, bie


