Heimsparkasse Hal einen hohen Volks- und privatwirtschaftlichen
.Der 23. deutsche
bezieht/
Sitzung ver Stadtverordneten
Baugesuche.
Darauf schloß der Generalanwalt die Tagung mit dankenden Worten.
Betriebsmittel der Spar- und Tnrlehnskassen zu erhöhen. Den genossenschaftlichen Spar- und Tarlehnskassen des Reichs Verbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften ist daher dringend zu empfehlen, neben dem bisherigen Kleinsparvcrkehr auch die Heimsparkasfen zur Einführung zu bringen."
Tie Versammlung stimmte dem Anträge zu.
„Das Verhältnis der landwirtschaftlichen Genossenschaften, insbesondere der Molkereigenossenschaften zur Ärbeiterun- fa l l ve r s i ch er u n g" behandelte der Geschäftsführer der Be
rufsgenossenschaft der Molkerei-, Brennerei- und Stärke-Industrie Dr. Lange- Berlin unter Vorlegung folgenden Antrages, der
von der Versammlung angenommen wurde: landwirtschaftliche Genossenschaftstag erklärt:
Gießen, 12. Ang.
Anwesend: Oberbürgermeister Mecum: Beigeordneter Cursch- Mann, Georgi. Stadtv.: Dr. Ebel, Eichenauer, Euler, Faber, Gabriel, Dr. Gutfleisch, Dr. Haberkorn, Haubach, Helfrich, Huhn, Iann, JugHardt, Keller, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Wallenfels.
Mitteilungen.
Der Vorsitzende teilt mit, daß Stadtbaumeister Braubach für den ihm genehmigten Urlaub von 1/2 Jahr der Versammlung dankt.
Tie Fünfziger von 1856—1906 haben der Stadt für den Fonds zur Darreichung eines warmen Frühstücks an Schulkinder die Summe von 150 Mk. gestiftet, wofür ihnen gedankt wird.
Rechtsanwalt Leun ersucht im Auftrag der Frau Rübsamen um Anschluß, von deren Hoftaite in der Lahnftraße an die Wasserleitung. Das Gesuch geht an die Gas- und Wasserwerksdeputation.
Die Einrichtung der Äbortanlage in der Bezirksschulc an der West-Anlage wird nn die bet der beschränkten Submission I wenigstnehmende Firma Schafsslädt übertragen. Tie Bezirksscyule soll demnächst in Benutzung genommen werden, die Verteilung der Kinder itach deit Wohniingeii soll im Interesse des Unterrichts erst im nächsten Frühiahr erfolgen.
Für die Abortanlage des Schulhauses an der Schillerstraße werden 123,25 Alk. Mehrkosten bewilligt.
Berfchiedencs.
Die freihändige Abgabe von Deckreisern usw. aus dem städtischen Walde im Jahre 1906, die 723 Mk. erbrachte, ivird genehtnigt.
Eine Anzahl abgeschlossener Kaufverträge, bei denen es sich hauptsächlich um den Tausch von kleinen Geländestücken mit den Eheleiiteu Renmeyer, Leichtweiß und I. G. Pfasf handelt, findet Genehmigung.
Der von der Bahnverwaltung beabsichtigten Anlage einer ' Telephonleitimg am Wißmarer-Weg ivird ziigestimmt.
Für die Heizung der Friedhosskapelle nm Nahrungsberg bezahlt die errang. Gesamtgemeinde einen Jahresbeitrag von 20 Atk. Da die Heizung der Kapelle nur einmal im Jahr im Interesse der cvang. Kirche erfolgt, ersucht,der Kircheiivorstand um Ermäßigung dieses Betrages. Im Interesse einer reiiilicheu Scheidung zivijchen bürgerlicher und kirchlicher Gemeinde soll, wie die Versammlung beschließt, der Beitrag der evaiig. Gemeinde künftig ganz fortiallen.
Für Wasser- und Lagerarbeiten konnte seither den städtischen Arbeiterti der Stitndenlohn um 5 Pfg. erhöht ivexben. Mit der Neuregelung der Löhne empfiehlt es sich, statt befielt bei diesen Arbeiten den möglichen Höchstlohn höher festzusetzen. Die Deputation beantragt 40 Pfg., auf Antrag des Stadtv. Krumni wird 41 Pfg. beschlossen, dan.nl das Verhältnis dasselbe bleibt wie seither.
Der im Frühjahr beschlossene U m s atzstempel bei Jm- mobiliarverkäilfen hat inzwischen die ministerielle Genehmigung erhallen mit der Maßgabe, daß seine Erhebung mit dem Tage der Veröffentlichung erfolgen soll. Die Versamnilung ist mit dieser Abänderung einverstanden.
Stadtv. Haubach fragt dabei an, ob etivaS über das Schicksal der K a n a l g e b ü h r e n 0 r d n u n g bekannt sei. Ter Vorsitzende erividert, er habe kürzlich dieserhalb bei dem Minislerial-
Stadtv. Löber bittet, falls dem Gesuch Folge gegeben wird, auch das daneben liegende Haus mit Wasserleitung zu bedenken. Es wird ausgesprochen, daß int Falle der Befolgung des Gesuchs alle Häuser der Lahnstraße angeschlossen werden sollen.
Ter Konzertverein bittet schriftlich unter eingehender Begründung um Gewährung eiu.es Zuschusses, da er bei den fortwährend steigenden Ansprüchen des Publikums, den steigenden Kosten für Solisten und Orchester usw., stets mit einer Minber- einnahme zu rechnen habe. Das Gesuch zieht die Zukünftig in Frage kommende Gründung eines städtischen oder ^tädtebund- orchesters in den Kreis seiner Erörterungen und enthält ferner Vorschläge bezüglich der Abhaltung von Volkskonzerten. Zunächst wird sich die Finanzdeputation mit der Sache beschäftigen.
Stadtv. Petri hat auf Anfrage schriftlich mitgeteilt, daß er sein früheres Angebot, die Decke im Sitzungssaal der Stadtverordneten umsonst herzustellen auftecht erhalte. Die Herstellung werde geschehen, wenn einige sonstige ihm übertragene dringende Arbeiten fertig seien. Ter vom Vorsitzenden gemachte Vorschlag, für das hierdurch gesparte elektrisches Licht einzuführen, fand in der Versammlung keine Gegenliebe.
^5. V?rtilgung der Feldmäuse im Neustadter Feld nachträglich angeforderten Mittel werden bewilligt Dre sehr notige Wiederherstellung der Fahrstraße hinter dem Dorhaus chen am Selterstor erfordert 2700 Mk Die Summe wird bewilligt, da eine Reparatur nicht viel billiaer tarne. ö
Stadtv. Löber regt an, ob man nicht vorher wichtigere Straßen herstellen solle, z. B. die Walltorstraße. Ter Vorsitzende erwidert, die beantragte Herstellung sei dringend nötig und auch wegen der Walltorstraße werde demnächst Vorlage erfolgen.
,,angeforderten Mittel sür die Befestigung von einer Anzahl Bürgersteige werden, bewilligt. M ÜaiMt sich hauptfäch-
Arrs Stadt und Land.
Gießen, 13. August.
** Von der Säkularfeier der Landesuni- Sgrfitä t. In. mehreren Zeitungen spukt ehre Geschichte
dezernenten nngesragt und erfahren, daß die Sache mit möglichster Beschleunigung erledigt werde. In welcher Weise könne er aller- Zunächst wird ein grundsätzlicher Beschluß gefaßt, daß bei I diugs nicht sagen. Uebrigens sei ihm mitgeteilt worden, daß aus Anbringung von Erkern und Balkon en, die in städtischesI diesem Anlaß heraus daran gedacht worden fei, die Bestimmung Gelände hineinragen, von jetzt ab eine einmalige Anerkennungs-! der Städteordnung wegeii der Zujammenfetzung der Stadlverord- gebühr an die Stadtkasse zu bezahlen ist. Sie soll für jeden neten-Versammlungen hinsichtlich der Höchstbesieuerten aufzuheben. Quadratmeter bebaute Fläche und jedes Stockwerk betragen bei den Eine Anzahl Rechnungen, Kreditüberschreitungen usw. Erkern,10 Mk. und bei Balkonen 5 Mk. wird genehmigt. Beig. E u r s ch m an n teilt dabei mit, daß bei
Berg. Georgi wünscht, daß die Gebühr einheitlich fest- den Ausschmückungsarbeiten zum Universitätsfest gegen den Vor- öesetzt werde. anschlag 1000 Mk. gespart worden seien.
Berg. C ursch mann betont, der Vorschlag, bei Erkern das Stadtv. Haubach will bei derartigen freihändigen Verdoppelte zu nehmen wie bei Balkoneu, sei deshalb von der Bau- gedungen einen gewissen Turnus unter den betr. Geschäftsleuten deputatron gefaßt worden, weil die Erker bedeutend ineljr Licht eingehalten haben, was zugesagt wird und im allgemeinen hrnwegnehmen als Balkone. Auch Stadtv. Dr. Haberkorn tritt seither schon geschah.
für den Vorschlag der Baudeputation ein, da durch Anbringung Stadtv. Krumm freut sich über die Ersparnis und bringt ü.onmrJ*rn Wohnungen tatsächlich erweitert würden, während die Beschwerden der Anwohner der Bahnhofstraße wegen des em Balkon nur einen sehr beschränkten Nutzungswert habe. Uebergehens dieser Straße bei der Schmückung zur Sprache.
o^.^nde B a il g e su che werden genehmigt bezw. die erforder- Durch die Art der Schmückung seien die Fremden geradezu Dispense befürwortet: „ von der Bahnhofstraße abgelenkt und die dortigen Geschäftsleute
~eL" önrma Ade r m annu. K l i n g für die Plockftraße wegen I empfindlich geschädigt worden. Beig. C u r s ch m a n n erwidert, ^noringung eines Erkers. nach dem gerade von Stadtv. Krumm für die Schmückung emp-
Dvilh. ^eip HI. für die Rooustraße wegen Anbringung eines fohlenen Prinzip der Sparsamkeit habe man sich darauf beschränkt, _ den Huuptzugang zur Hauptstraße der Stadt zu schmücken. Die
Johann Gg. Pfaff für die Goethestraße wegen Anbringung Stadtvv. Huhn und Löber schließen sich den Beschwerden über von Mlkonen , die Zurücksetzung der Bahnhofstraße an, letzterer hätte gewünscht,
Johann Gg. Pfasf für den Schiffenberger Weg wegen eines daß man den ganzen Straßenzug bis zum Walltor mit Schmuck Stallanbaues „ bedacht hätte.
Johann Gg. Pfaff für ein Backsteinmacherhäuschen am Wis- Ter Anstellung eines Bureaug ehülfen beim Elek- marer Weg außerhalb des Bebauungsplans unter der Bedingung, Itrizitätswerk, die durch die wachsende Geschäftslast er- daß ^es 10 Meter von der Straße ab zu stehen kommt. I forderlich ist, wird zugestimmt.
Die iH-rma B ü r u. We11erhahn sür die Bahnhofstraße I Tie Rechnung des Realgy m n a s i u m s und der O Herwegen emes Erkers nnt 90 Zentimeter Ausladung. (Wie ursprüng-1 r e a l s chu le für 1906 ergab eine Mehreinnahme an Schulgeld lich vorgesehen, man hatte früher nur 40 Zentimeter Ausladung I von 20 000 Mk., weshalb sich der Zuschuß der Stadtkasse gegen genehmiat) I den Voranschlag um 8430 Mk. verringert.
H. W. Rinn für einen Ringofen außerhalb des Bebau-1 Der Kn ab en hort hat seit seinem Bestehen recht segens- u^^-^Plans an der Wismarer Kreisstraße. __ I reich gewirkt. Er wird zurzeit von 76 Insassen besucht und 28
Gartner Gerhardt für eine Halle usw. am Schiffenberger I mußten wegen Ueberfüllung zurückgewiesen werden. Es wird c- . deshalb eine Teilung ab 1. Oktober d. Js. beantragt. Der An-
xxa)t befürwortet werden: Ein Gesuch von K. Huhn wegen »trag findet Genehmigung und ebenso werden die erforderlichen Belasiung eines Fensters an einem Stallbau in der Rittergasse; 11530 Mk. bewilligt. Der Vorsitzende teilt dabei mit, daß' Rektor ein Gesuch von K. Rübsamen für einen Ziegenstall am Hahn leider mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand um Witzmarer Weg; ein Gesuch von Wittm ann für die Mar- seine Pensionierung nachgesucht habe.
durger Straße außerhalb des Bebauungsplans, da eine Verein- Tie (seinerzeit abgedruÄe) Eingabe des Bürgerver- varung wegen einer den zukünftigen Bebauungsplan berücksichtigen- eins wegen des Standes verschiedener städtischer Angelegenheiten den Tage des Gebäudes nicht zustande kam. und die darauf gegebene (inhaltlich im „Gieß. Anz." mitgeteilte)
, »11 ^lveiterungsbau des Allgem. Vereins für Armen- Antwort werden vom Vorsitzenden verlesen.
oq o Vt ^er Johannesstraße wurde versehentlich Stadtv. Eichenauer macht dabei Mitteilung über die kürz
er) Bentimeter über die Grenze des städtischen nach der Sparkasse lich abgehaltene Sitzung des Eisenbahnkomitees Gießen-Laubach. zu liegenden Geländes, hinausgebaut. Dem Bau wurde, als es Er habe im Einverständnis mit den übrigen Vertretern der "blnerit l^rbe, sofort Einhalt geboten. Der Verein sucht nunmehr Stadt, Beig. Curschmann und Stadtv. Gabriel, dabei die lieber» um käufliche Abtretung des betr. Geländes nach. Mit Rücksicht nähme der Kosten einiger kleiner Vorarbeiren versprochen, weil i t 1 fpäte^c durchzuführende Straße wird dies sie der Ansicht gewesen seien, die Stadt Gießen sei hierzu als die avgelehnt, sodaß der Verein eventl. das Gebäude ändern muß, kräftigste der beteiligten Gemeinden am besten in der Lage. Die wenn es ihm nicht gelingt, mit der Sparkasse wegen der Ab- Versammlung ist damit einverstanden.
tretung eines entsprechenden Geländestreifens, das zum Straßen- Stadtv. Haubach fragt an, was das Kleebachtal- gelanoe genommen werden könnte, eine Einigung zu erzielen. Bahn Projekt mache.
Städtische Arbeiten und Lieferungen. ^r Vorsitzende erwidert, über dieses Projekt sei jedes
'gesprochene und geschriebene Wort verloren, da Preußen keine Genehmigung zur Vornahme der Vorarbeiten gebe.
Einige Wirtschaftskonzessionsgesuche > bei denen es sich um den Uebergang bestehender Wirtschaften handelt, finden Befürwortung. Es handelt sich um die Gesuche von Joh. Vogel für Bahnhofstraße 48, K. Hartmann für Li'.dwigstraße 6, Joh. Steinmann für Ludwigstraße 55 und G. Wissig fiir die Bahnhof- straße (Großherzog von Hessen).
lich 'um den SeltersweSs, Kreuzplatz, Marktplatz, Mäusburä. Walltorstraße, Wetzlarer Weg usw.
Stadtv. Krumm regt dabei die gleichartige Herstellung in den einzelnen Straßen an. Der Vorsitzende sagt das zu, soweit nicht aus Zweckmäßigkeitsgründen anders verfahren werden muß.
Für die Anlage von drei Hydranten in der Moltke- st'r a ß e werden die geforderten 1185 Mk. bewilligt.
Swdtv. Haubach bringt dabei ein Eingesandt im Gieß. Anz. zur Sprache, das die unpraktische Aufstellung der Hydranten kritisiert, und b enter ft, daß die darin gemachten Angaben richtig feiern Er habe sich durch den Augenschein davon überzeugt, daß die Hydranten fast in der Mitte des Bürgersteiges ständen, und ein Verkehrshindernis seien.
Der Vorsitzende bält ebenfalls die ^Bemängelung für nicht ganz unberechtigt. Man befinde sich aber in einer gewissen _.. _ . _________ Zwangslage, da die Wasserleitung nahe am Bürgersteig liege
, . . _ .... 1. Die Unfallver- und die Anschlußröhren nicht kürzer zu haben seien. Man
Sicherung ist auch auf die kleineren gewerblichen Betriebe aus- werde dem Mißstand dadurch begegnen, daß man den Bürgerzudehnen. Wie schon jetzt alle land- und forstwirtschaftlichen Be- Üeig nach der Eisbahn zu verbreitere. Stadtv. Haubach rügt triebe ausnahmslos versichert sind, so sollen auch alle gewerb- ferner das unschöne Aussehen der Hydranten und regt an, sie liehen Betriebe der Versicherung unterworfen werden. 2. Es in der Nähe von Laternen anzubringen.
sind bestimmte klare Regeln darüber aufzustellen, wann ein Das Gelände an der Kläranlage soll an die Masser- Gespannhalter, der mit seinen eigenen Zugtieren Fuhrleistungen leitung angeschlossen werden. Ter hierfür geforderte Kredit für eine Genossenschaft übernimmt, als Arbeiter der Genossen- von 850 Mk. wird bewilligt.
schäft, wann als selbständiger Unternehmer zu gelten hat. Nuri Auch die Kabellegung in der Wetzsteingasse und in der dadurch kann die zurzeit bestehende Rechtsunsicherheit beseitigt Bleichstraße zivischen Löber- und Ludwigsstraße wird genehmigt, und eine gerechte Heranziehung der einzelnen Betriebe zu den Tie Anlageloiten — 2100 und 1200 Mk. — werden von Ab- Beitragslasten ermöglicht werden. 3. Ten Genossenschaften wird nehmem auf 10 Jahre mit 10 Prozent garantiert.
empfohlen, die Vertrüge mit ihren Angestellten so zu gestalten, Eine Anzahl Reparaturen usw. am Eleltrizitäts- daß möglichst klar zu ersehen ist, was jeder einzelne Beamte und! werk werden genehmigt und den Vorschlägen wegen freihändiger Arbeiter an Gehalt oder Lohn in barem Gelde und an Naturalien I Vergebung der Arbeiten oder beschränkter Ausschreibungen wird 'zugestimmt. Bewilligt werden u. a. für Ausbesserung an Ätauern 1000 Mk., sür die wasserdichte Herstellung des Fußbodens 1111 Generatorenraum 1500—2000 Mk., für Erneuerung von Apparaten an der Schalttafel 3000 Mk. und für Alltage eines neuen Zufuhrweges nach dem Kohlenschuppen 1200 Mk.
Wert, indem sie ganz besonders geeignet ist, den Sinn für SpaHamkeit in allen Schichten der Bevölkerung zu wecken, die Spartätigkeit zu ertoeitern und zu vereinfachen und die
mit der Ueberschriff: „Heiteres aus den Gießene, Jubiläumstagen", die angeblich den „Vorzug bei Wahrheit" haben soll. Die Wahrheit ist „leider" folgende An dem Abend des Festkommerses wurde erstens kein Sekt sondern ganz gewöhnliches Bier getrunken. Zweitens heiß der gewesene Vorsitzende des Gießener Studentenausschuss£ mit seinem Vornamen nicht Georg, sondern Gustav. Dritten' ist der gewesene Vorsitzende des Ausschusses, cand. nied Jmmel, zu Anfang des Kommerses mit sämtlichen anwesen den Chargierten auf deren allgemeinen Wunsch zu S. K. H dem Grotzherzog hingegangen und hat „S. K. Hoheit ge beten, huldvollst gestatten zu wollen, daß die Chargierter der Gießener Verbindungen aus das Wohl ihres erlauchter Rektors magnificentissimus einen Ganzen tränken." Daraus hin hat S. K. Hoheit freundlichst mir jedem der Chargierter angestoßen. Das war während der ganzen Festtage ba- einzige Mal, daß der Vorsitzende des Ausschusses, cand. med Jmmel, sich erlaubt hat, S. K. H. dem Großherzog etwa' zuzutrinken.
** L 0 h n e n d e r Nebenerwerb! Wichtig für Beamte! Unter dieser Anpreisung las ein Beamter ein. Anzeige einer größeren Berliner Zeitung, daß durch schriftlich Arbeiten ein hoher monatlicher Verdienst zu erlangen sei Auf Anfrage des Beamten erhielt er einen Brief (gedruckte; Zirkular), in dem unter nochmaligem Hinweis auf hohen leicht zu erlangenden Stebenverdienst das Ansinnen gestell wurde, 2,80 nebst Mk. 20 Pfg. für Porto an das Bureau emzu, senden. Die Llnssicht, einen Teil feiner freien Zeit nutz, dringend in Geld iimznsetzen, veranlaßte hierauf den Beamter die Summe von 3 Mk. portofrei an die betreffende Adress einzusenden. 2!ach einigen Tagen erhielt der Vertrauens, selige wiederum ein gedrucktes Zirkular, in dem zu lesen stand, daß der Nalerteilende mit größeren Zeitungen in 93er. bmdiingen stehe. Es fei ihm ein Leichtes, belletristische! Rlaterial, Neiseschilderimgen, Anekdoten, Witze 2c. unterzu. bringen. Das war die erste Enttäuschung! Trotzdem sandh der Beamte eine herrliche Schilderung einer Reise, die er mu Freunden an den Rhein unternommen hatte, an eine in dem Zirkular angezeigte Zeitung. Es kam weder eine Anwon noch die erbetene Rücksendung des Manuskriptes, trotzdem Rückporto beigelegt war. Das ivar die zweite Enttäuschung! Im ganzen hat der Beamte, der auf die Annonce herein, gefallen war, für Porto, Mahnungen re. 4 Üllark aus- gewendet, — auf Nimmerwiedersehen l Wenn man bedenkt, daß viele gerne einen Nebenverdienst einfteefcn möchten, sc wächst die Einnahme des die verheißungsvolle Annonce Aus- schreibenden gang gewaltig, und die Zahl der Gerupften wird heraussinden können, daß diese Leimrute eines „Lohnenden dlebenerwerb§" zu dem Haupterwerb eines „Geriebenen' geworden ist.
,A* 5)ic Mäuseplage macht sich in der Gegend von Großen-Linden, Lützellinden, Hochelheim, Klem-Linden, Duten. Hosen so stark bemerkbar, daß von Gemeinde wegen auf bu Vertilgung der lästigen 9tager hingewiesen wird. In manchei Gemeinden wird vergifteter Weizen an die Landwirte abgegeben. Um Unglück zu verhüten, wird das Abholen bcs Giftes durch Kinder verboten.
** Himbeeren! Immer noch werden unsere benachbarten Wälder von fleißigen Himbeersammlern bevölkere und immer noch sieht man sie mit gefüllten Töpfen heimwäcll ziehen. Durch das anhaltende gute Wetter konnten die köstliche! Beeren vollends ausreifen. Deshalb ist auch der Geschmac und das Aroma dieser Früchte bedeutend besser, als die zuers gepflückten, die in dem rauhen Vorsommer gereift waren. — Die Brombeeren haben ausgeblüyt und in prächtiger Fülb Früchte angesetzt, so daß im Herbst ebenfalls reiche Ernte 51 erwarten ist.
** Di e Bürgergefellschaft hatte sich am Sonntag mittag im bei den Gießenern so beliebt gewordenen Hardt, wäldchen eingefundeii. Bei den Klängen der von bei Negimcntsmusik gestellten Kapelle, bei Gesang und Tanz verlief die ganze Veranstaltung äußerst anregend. Die Gesangs. Nummern enthielten Damen-, Männer- und gemischte Chön iind verdienen vor allem von den Tamenchören die beibei Parlow'schen Lieder „Elfenlocken im Walde" und „Wald, vögelem" erwähnt zu werden, als zwei immer wieder gen gehörte Gaben des Franksiirter Komponisien. Selbstverstänb- lich mürben auch die übrigen Chöre sehr beifällig aus. genommen. Beim Tanz ließ man sichs nicht nehmen, and eine nach allen Regeln der Kunst ausgefuhrte Polonäse zi gehen. Als sich abends Herz und Gemüt an Gesang, Musi und Waldesgrün, der Klagen aber am Büfett der Fcai Schadeck genügend gelabt hatten, gings unter heitern Klüngel im Lampionszug liach der Stadt zurück, wo ebenfalls aller- orten gleich Leuchtkäfern Lampions in Gärten und Fensten durch die Sommernacht blinkten und muntere Weisen kund- gaben, daß überall fröhliche Menschen bemüht ivaren, da, herrliche Geschenk dieses Sommerabends nach Kräften zr nutzen.
4~ Nidda, 11. Aug. Heute saiid hier die feierlich Einweihung unserer neu erbauten Kleinkinder schule statt. Im Vormittagsgottesdienst predigte Pfarre Herrmann über die Kinderpflege als ein Segenswcrt Nachmittags 3 Uhr bewegte sich der Jestzng zu dem nebei der Kirche gelegenen Kindergarten, einer Stiftung eines i: Wien verstorbenen Niddaers, namens Schwab. Voran di mit Vergißmeinnichtkränzchen geschmückten Mädchen und mi desgleichen Sträußchen geschmücklen Knaben, dann die Sonn tagsschüler, eine große Anzahl Schwestern, die Vorstände dc Gemeinde, Kirche und Schule und die Bauhandwerker neb! dem Bauleiter, Hauptlehrer der hiesigen Gewerbeschule, Höhn Zunächst lvechselten Gesang der Kinder, der Schwestern un Sonntagsschüler mit Vorträgen der Kinder ab. Danach et griff Pfarrer Werner das Wort und feierte die Schule al Pflanzstätte der Frömmigkeit, als fröhlicher Tummelplatz de Jugend und als Segensstätte für die Familie. Herr Pfarre Ziegler vom Mutterhaus aris Nonnenweier sprach, an knüpfend an die Friedenstinde, unter deren Schatten die Feie stattfand, von dem Frieden, den zu wirken die Schule be stimmt sei. Hierauf bewegte sich der Zug nach der neue Schule, woselbst die Schlüssetübergabe vom Bauleiter an Herr Bürgermeister Roth und von ihm an den Pfarrer Wernc erfolgte, welcher als Vorsitzender des Vorstandes der Schul das Haus mit dem Wort: „Unfern Eingang segne Gott^ et öffnete. Nach einem Gesang der Sonntagsschüler und einet Schlußwort des Vorsitzenden wurden die Kinder in bei Kindergarten mit Milch und Bretzeln bewirtet. Die zah> reiche Versammlung besichtigte währenddessen die Schule. S


