chertum mrb 'den Wunderns Arztes zu ermöglichen, unzähligen Fällen ihre intff innen, barmherzigen
ntteltere Ge-
23. Deutscher Landwirtschaftlicher Genossenschaftstag.
(UnLereu r , i cvuoten.)
DerrtZchss Reich.
Berlin, 12. Aug. Die Frage, was mit Morenga geschehen wird, ist, wie der Lokal-Anzeiger hört, entschieden. Die Kap-Regierung will Morenga an einem ber deutschen Grenze fern gelegenen Ort an siedeln. Während seines Aufenthaltes in Upington wird er polizeilich überwacht. Ties dürste um so notwendiger sein, als er bereits über 100 Anhänger um sich versammelt hat.
— In der Generalversammlung des Zentral-Ver- bandes der sozialdemokratischen Vereine von Groß-Berlin erklärte Singer, daß oie sozialdemokratische Parteileitung alle vorbereitenden Schritte zur Einleitung einer großen Wa h lr e ch ts b e we g un g in Preußen getan habe. Er sügte dieser Mitteilung hinzu, daß die Sozialdemotraten keinen Anlaß hätten, einer etwa von sreisinniger Sette veranstalteten Wahlrechtsbewegung irgendwelche Hindernisse in den Weg zu legen.
Zahl der selbständigen Handwerker fei die im günstigsten Falle erreichbare Altersrente von 230 Mk. bezw. Invalidenrente von 450 Mk. pro Jahr kein genügender Ansporn zur Weiterzahlung der Versicherungsprämien. Sie würden jedoch gern höhere Beiträge bezahlen, wenn sie dementsprechend hohe Renten erzielen könnten. Tie Eingabe schließt mit der Bemerkung, daß die Erfüllung der darin niedergelegten Forderungen em kleines Entgelt) für die großen Lasten wäre, die durch die soziale Gesetzgebung den Arbeitgebern, namentlich den selbständigen Handwerkern aufgebürdet sei und die in diesen Meisen oft lauten Unmut Hervorrufe. i -
itne Einrichtung zum Ansammeln lolcgcr Geld- rparzwecke, die für oie sofortige Einzahlung bei selbst zu klein seien oder für deren Einzahlung tm Augenblick Zeit und Gelegenheit fehle. Die Einleger erhielten zu diesem Zweck Don der Sparkasse leihweise und kostenfrei eine verschlossene Sparkasse mit Einwurfsvorrichtung zur Aufnahme des Geldes. Tie Büchse könne nur geöffnet werden, wenn der Inhaber sie zur Sparkasse zurückbringe. Der Inhalt werde alsdann in seiner Gegenwart der Büchse entnommen und als verzinsliche Spareinlage eingetragen. Tie Einführung der Heim-«
politische Tagesschau.
Der Deutsche Handwerks- und Gewerbelammertag
tt an den Reichstag und an den Bundesrat eine Eingabe geästet, in der um die Einführung weiterer Lohnklassen in das iwalweuversicherungsgesetz ersucht wird, und zwar sollen unter eschränkung der bisherigen Klasse 5 auf die Lohnhöhe von 150—2000 Mk., eine Klasse 6 für die Höhe eines Lohnes von 000—3000 Mk. und eine Klasse 7 für eine Lohnhöhe von mehr .s 3000 Mk. hinzugefügt werden. In der Begründung wird -^geführt, daß der Ternsche Handwerks- und Gewerbekammer- -g, da feine Bestrebungen, di, selbständigen Handwerker in :e Zwangümnung einzubeziehen, bei der Reichsregierung auf uosätzliche Bedenken gestoßen seien, und da auch ein Teil c selbständigen Handwerker selbst sich dagegen ausgesprochen we, sich nunmehr auf die Verbesserung der freiwilligen Ver- cherutia beschränk. Vvn dec freiwilligen Versicherung komme e v^elbstversicherung für das Handwerk im allgemeinen nicht ehr erheblich in Betracht, da von der heutigen Generation, so-, eit sie nach dem Jahre 1864 geboren fei, nur wenige Prozent id)t dem iVersicherungszwang als Arbeitnehmer unterlegen itten. Fmr diese fei somit die Weiterversicherung von größter ebeutung. Wenn aber die selbständigen Handwercker trotz der lenfiüen Belehrung durch die Landesversicherungsanstalten und e Landwerts- und Gewerbekammern so Wenig von diesem Rechte *r Wiiterversicherung Gebrauch machten, so lei der Hauptgrund e geringe Höhe der erreichbaren Renten. Für eine große
Die Gesundheitspflege werde durch belehrende Vorträge in den Generalversammlungen gefördert. Tas Dorfbad auch in kleinen Dörfern leicht herzustellen sei ein gutes Mittel zur Erziehung, zur Sauberkeit und Gesundung. Für ordentliche Hebammen, Mr Einführung des Wöchnerinnenkorbes, für Verteilung des Merkblattes des vaterländischen Frauenvereins über Ratschläge zur Ernährung und Pflege der Kinder in den ersten Lebenswochen, für die Verbreitung der wertvollen Schriften des Deutschen Vereins für Volkshygiene, hätten Genossenschaften wirkungsvoll ihre Kräfte zurl Verfügung ge/hellt. In her ft ran ke n- pflege gilt es entgegen dem Kurpfusck Mitteln die Bestellung eines ordentlichem Gerne spendeli Genossenschaften in i _ Mittel zur Stationierung von Tiakonissinnen, barmherzigen Schwestern, Krankenpflegern, Gemeindeschwestern, bemitteltere Genossenschaften hätten kleine Krankenhäuser, oder doch wenigstens einige Krankenzimmer im Gemeindehause geschaffen. In keiner ländlichen Genoffen-fchaft sollte ein Krankenpflegeschrank, Mar- aarethenspende, Sanitätskasten, Krankensahrstuhl, Krankenbahre, Verbandstasche für die Wald- und Steinbrucharbeiter fehlen.
Für Bildungszwecke treten die Genosfenschaften ein in Errichtung der Fortoikdungsschulen, Haushaltungsschulen, Kochschulen, Handfertigteitsschnlen, in Ermöglichung von Haus- haltungskursen, Wanderkursen für Belehrung in Obst- und Gemüsebau, Milchwirtschaft unb Krankenpflege. Besondere Förderung erfuhren die VolkLbibliothelen und ländlichen Genossenschaft^ büchereien, welche durch die dem Leserkreise angepaßten Stosse nicht nur die schlechte £eteure verdrängen, sondern auch einer volkstümlichen lerlügen Belehrung Platz machen. Zu erwähnen seien ferner die Pflege edler Geselligkeit durch die prachtvollen
Deutschland und England.
Morgen trifft König Eduard, wie bereits gemeldet, in Mlhelmshöhe ein, um auf der Durchreise nach Wien seinem äiserlichen Reffen einen kurzen Besuch abzustatten. Handelt 's sich hierbei auch nur um eine private Visite, so liegt ;s auf oer Hand, daß beide Monarchen nicht verfehlen werben, sich gegenseitig über die internationale Lage auszu- prechen und überdies befindet sich im Gefolge des Königs )er Unterstaatssekretär des Aeußern, der sich während seines Aufenthaltes in Wilhelmshöhe mit dem anwesenden Ver- reter des Auswärtigen Amtes schwerlich bloß über das Petter unterhalten wird. Ganz abgesehen hiervon aber -ildet der Besuch Eduards VII. ein Symptom für den Um» chwung der Stimmung an der Themse gegenüber Deutsch- and, nach einer Aera, in der man unmittelbar vor dem Ausbruch eines folgenschweren Krieges zwischen beiden Ra- ionen zu stehen schien. War doch die Haupttendenz der inglischen Auslandspolitik lvährend der ganzen letzten Jahre iue ausgesprochen deutschfeindliche und die Anknüpfung ünes engeren Verhältnisses zu den verschiedenen Mächten oar eingestandenermaßen lediglich zu dem Zwecke erfolgt, Deutschland einzukreisen und zu isolieren. Hierin schien tbnig Eduard seine Lebensaufgabe zu erblicken, wenngleich lußer Frage steht, daß hierbei persönliche Mißstimmungen ine nicht unbeträchtliche Rolle gespielt haben. Es ist viel- ach erklärc worden, daß man den Reisen des Königs keine o hohe Bedeutung beizumessen brauche, da er auf Grund »er Verfassung mit der Politik nichts zu tun habe und die Rinister die Macht in den Händen hätten. So steht es vohl auf dem Papier, und auch zu Zeiten bgr Königin Viktoria war es so, aber König Eduard hat es unter pein- ichster Beobachtung der weitgehenden Rechte seiner Md- lifter gleichwohl vortrefflich verstanden, einen ausschlaggebenden Einfluß auf die Gestaltung der englischen Politik ich zu verschaffen und in erster Linie ihm find die verschiedenen Abkommen zu danken, die England, nachdem es ich früher seiner glänzenden Isolierung rühmte, einen -arten Rückhalt gewähren und es in die Lage gebracht ;abeu, der deutschen Politik hemmend gegenüber zu treten. Iber es ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den )immel wachsen, und so gab es denn auch in England elbst objektiv denkende H^rs örtlich ketten, die mit Besorgnis ahen, wohin die Dinge treiben und die Ansicht vertraten, aß ein Konflikt mit Deutschland für England, selbst wenn v erfolgreich sein sollte, schweren Schaden nach sich ziehen rürde. Richt von deutscher, sondern gerade von englischer 5eite ist die Anregung zu Dem gegenseitigen Besuch ge- eben worden, und wenn man vielfach auch skeptisch über iese Visiten gelächelt hat unb gemeint, daß den schönen, nter der Wirkung der guten Tafel gehaltenen Trink- prüchen keine Bedeutung beizumessen sei. Indessen ist man erade dadurch, daß man sich auf solche Weise kennen ernte und einander näher trat, ein über Erwarten gutes üück vorwärts gekommen unb es ist unleugbar, baß ein riimmungswechsel bei unseren Vettern jenseits des Kanals atsächlich eingetreten ist, der auch einige Dauer verspricht. Han hat nach und nach auch in der Bevölkerung einge- ehen, daß die deutsche Politik eine durchaus friedliche fei nd daß dieser gegenüber Mißtrauen kaum am Platze wäre; agen doch überdies auch den Reibungen nicht in letzter inie wirtschaftliche Motive zugrunde, indem man befürch- ete, von dem deutschen Rivalen mehr und mehr überflügelt u werden; aber „Raum für alle hat die Erde" und es ist ei gutem Willen sehr wohl möglich, daß beide Rationen eieblich nebeneinander auf wirtschaftlichem Gebiete vorwärts kommen. Diese Einsicht durchdringt mehr und mehr weite Schichten der Bevölkerung, so daß unter diesen Um* änben die Preßverhetzung an Einfluß verliert. Man hat arum auch die bisherige Taktik gegenüber Deuts ch- inb geändert, wie man beispielsweise auch Deutsch- inb bei den Verhandlungen zwischen England und Ruß- mb über eine Verstänbigung in Asien ständig auf dem rufenden gehalten hat. Wir unsererseits haben feinen wund, diesen Stimmungswechsel zu ignorieren, denn, wenn nr auch England nicht nachlaufen wollen, so kann ein Utes Verhältnis mit Großbritannien für uns nur von orteil sein: man denke nur an Afrika, wo eine Verständi- iuig über den beiderseitigen Besitz und gegenseitigen etwa forderlichen Schutz großen Nutzen in sich bergen würde, ad) alledem kann man König Eduard auf deutschem Boden ur mit aufrichtigem Herzen begrüßen.
Berlin einverstanden. t m t .
Nach Wiedereröffnung der Sitzung wurde in den Verhandlungen fortgefahren. Heber die Förderung der Spartätigkeit auf dem Lande durch Einführung sogenannter Heim- und Haus- sp ar lassen sprach Verbandsgeschästsführer Sparr-Stettin. Er gab zunächst einen Ueberblick über die bisher vom Reichsverband getroffenen bezw. empfohlenen Einrichtungen zur Förderung und Belebung der Spartätigkeit auf dem Lande. Von att den verschiedenen Einrichtungen, die bisher getroffen Wurden, um den Sinn für Sparsamkeit in den breiten Schichten Der Bevölkerung zu Wecken und zu fördern, habe keine so allgemeine Verbreitung gefunden. Wie die Heim- oder Haussparkasse. Mau verstehe darunter eine Einrichtung zum Ansammein solcher Geldbeträge für S' * CJl" f-c— der Sparkasse
IV.
Zum folgenden Punkt der Tagesordnung:
Warum und in Welcher Weise können und sollen die Genossenschaften ländliche Wohlfahrtspflege treiben ?
legte der Berichterstatter Pfarrer .Lcll-Stepfershausen folgenden Anttag vor: „Ter Genossenschaftstag erklärt: 1. Unter Wohlfahrtspflege genossenschaftlicher Art ist die freiwillige, aus eigener Kraft herausßebvvene Tätigkeit der Genosfenschaften zu verstehen. Welche die Schäden auf dem Lande in wittschastlicher, sozialer, geistiger und sittlicher Art zu mildern und zu heben anstrebt, sofern hierzu das Eintreten des Staates, der Gemeinden und der Kirche versagt. 2. Zur Wohlfahrtspflege sind die ländlichen Genossenschaften deshalb besonders verpflichtet und geeignet, weil in ihnen die geistigen, sozialen und materiellen Kräfte der ländlichen Bevölkerung in hervorragendem Maße zur Beifügung stehen und die Genossenschaften neben wirtschaftlichen auch sittliche und soziale Ausgaben zu lösen berufen sind. 3. Zunächst empfiehlt es sich, daß die ländlichen Geiwssenschafden sich in der Wohlfahrtspflege auf dem Gebiete der Gesundheits- und Krankenpflege, der Erziehungs- unb Bildmigszwecke, der edlen Geselligkeit, ferner der Fürsorge zur Errichtung von Kinderbewahran- stalten und Sterbekassen tätig erweisen. 4. Wenn auch für Wohlfahrtspflegezwecke schon große Summen seitens der ländlichen Genossenschaften aufgewandt wurden, so ist doch eine ge- steigette Tätigkeit auf diesem Gebiete durchaus erstrebenswert. Freilich darf dieselbe erst dann erfolgen, wenn die Genossenschaften wirtschaftlich genügend erstarkt sind."
Tie auf der Setbsthülfe beruhende Wohlfahttspflege, so führte der Redner aus, habe die soziale Aufgabe, die verschiedenen Bevölkerungsklassen des Landes auf dem Boden gemeinsamer und gemeinnütziger Arbeit einander näher zu bringen, die schroffen Klassengegensätze zu mildern und zwischen Herrschaft und Arbeitern auf ein gegenseitiger Unterstützung gegründetes harmonisches Verhältnis herbeizuführen sucht. Die Wohlfahrtspflege habe eS nicht nur mit materiellen, sondern auch ideellen, mit seelischen Ursachen und Mitteln zu tun. Wie das wirtschaftliche, so wolle sie auch das geistige und gesellschaftliche Leben auf dem Lande pflegen und bereichern. Die ländlichen Genossenschaften seien besonders verpflichtet und geeignet, Wohlfahrtspflege zu üben, weil ihnen vorzüglich geistige, soziale und materielle Kräfte zur Verfügung ständen. Erst dann dürften aber die Genossenschaften an die Begründung von Wohlfahrtseinrichtung en herantteten, wenn sie die nötige Kopitalveserve erlangt hätten und ihr Wirkungskreis gesichert sei. Der Redner beantwortete dann die Lange „Aus Welche Gebiete hat sich die Wohlfahrtspflege der Genossenschaften zunächst 'm erstrecken?" Je nach Lage und Verhältnissen müsse jede Genossenschaft selbst'wissen, welche Wohll^ fahrtspflege sie zu treiben habe. Dem Reichsverband liege es fern, irgend welche Vorschriften zu machen. Rur nach drei Seiten hin möchte er den angeschlossenen Genossenschaften in der Wohlfahrtspflege Handreichungen gewähren. Nämlich bei der Gesundheits- und Krankenpflege, bei Jugend- und Bildungszwecken und bei Sterbefällen.
sparkasse bei den genossenschaftlichen Sparkassen sei dringend zu empfehlen. Mit der Heimsparkasse lasse sich daS Abholungssystem, das Ideal aller Sparkassen, am bequemsten verbinden.
Ter Redner stellte schließttch folgenden Antrag: „Der 23. deutsche landwirtschaftliche Genossenschaftstag erklärt: Die
Lichtbildervorträge, die gemütlichen Genossenschaftsabende mit Vortrag, Sang und Spiel, die erhebenden volkstümlichen Theatervorstellungen heimatlicher oder einfacher klassischer Bühnenstücke. Zum Schluß empfiehlt Redner noch zwei Gebiete der Wohlfahrtspflege, welche von Genossenschaften unterstützt werden können: Tie Kleinkmderbewahranstalten, Kostwatteschulen, Kinderheime während der Sommerzeit, und die Sterbekassen, Begräbnisunterstützungskassen, Wenn der Ernährer und Versorger heimge- rufen^wttd. Tiefe letztgenannte Wohlfahttseinrichtung habe nach der Statistik die weitestverbreitetste Einführung gefunden.
Tie Resolution des Berichterstatters wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen.
Hierauf deschäsligle sich der Genosseilschaststag mit der Frage: f,3ft im Allgemeinen sowie im Interesse der ländlichen Genossenschaften die Einbürgerung und Ausbreitung des Scheckverkehrs erwünscht und aus welchen Gründen?
Ter Berichterstatter Bankdirektor Ihrig (Darmstadt) stellte wlgenden Antrag: w$)er Genossenschaststag erklärt 1) Durch Einbürgerung und Ausbreitung des Scheckverkehrs in immer weiterem Streife der Bevölkerung, unterstützt durch eine geeignete einheitliche Regelung des Ueberweisungs- und Abrechnungsverkehrs wirb das geldverteuernde Brachliegen, wie Hin- und Her- schieben so vieler barer Geldmittel zum Vorteil des gesantten Wirtschaftslebens vermieden oder doch aut ein natürliches Maß beschrankt. 2) Tie Lücken, Mängel und Widersprüche des heutigen Rechtszustaudes hiusichtlich des Scheckverkehrs im allgemeinen, das Fehlen einer gesicherteii Rechtsgriindlage für den Scheck selbst, stehen jedoch der Entwickelung, dem weiteren Ausbau des Scheckverkehrs hiudernd im Wege. Der in seinen verschiedenen Arten und Formen rechtlose Scheck nimmt daher heute nicht den ihm gebührenden Platz als geeignetes ZahluiigSmittel in modernen Zahluiigsverkehr ein. 8) Zur Beseitigung dieser Hindernisse ist m erster Linie der Erlaß eines guten, den Bedürfnissen des modernen Zahlungsverkehrs entsprechenden Scheckgejetzes geboten. Dieses Gesetz darf keine lästigen, den Verkehr henimenden Strafbedingungen enthalten; eS müsse vor allem bestimmen: a) daß der Schek weder mit dein Reichsstempel noch mit Landesstempel belegt werden darf; b) daß der Scheck nicht nur’ aut Banken und Bankiers, soiidern auch auf eingetragenen Kreditgenossenschaften gezogen werden darf; c) daß der Scheck auf ein Guthaben des Ausstellers bei dem Bezogenen, das ebenfowohl ein Bargeldguthaben, wie em Kreditguthaben sein kann, ausgeschrieben werden muß; d) daß der Scheck binnen 15 Tagen zur Zahlung vorzulegen ist und falls der Bezogene Mitglied einer Abrechnungsstelle ist, daß die Einlieferung des Schecks bei dieser oder einer zugehörigen Einlösungsstelle als Vorzeigung bei dem Bezogenen gilt, e) daß ein Scheck, der von dem Aussteiler oder einein Inhaber mit den quer über die Vorderseite geschriebene>i oder gedruckten Zusatz „Nur zur Verrechnuug" versehen ist, als „Verrechnungsscheck" von dein Bezogenen nicht bar, sondern nur durch Verrechnung mit dem Inhaber, einem Kontoinhaber des Bezogenen oder einer Abrechnungsstelle eingelöst werben bad, und daß die Verrechiiung als Zahlung im gesetzlichen Sinne zu gelten habe; f) daß Abrechnungsstellen, die seitens einer Vereinigung von Scheckbezogenen eingesetzt sind, als Abrechnungsstellen im Sinne des Gesetzes zu gelten haben; g) daß im Falle der Nichteinlösung jedem Scheckinhaber Regreß gegen Aussteller lind Indossanten zusteht. Zur Aiisubimg dieses Regresses sollte der Scheckprotest liach den Vorschriften der Wechselordnung im Gefetz keine Aufnahme finden; h) daß der Widerruf eines Schecks iiicht vor Ablaiif der Vorlegungszeit zulässig ist. 4.) Damit der Scheck auch tatsächlich zur Erleichterung des Zahlungsverkehrs und Ersparung von Geldumlaufmitteln in allen den Kreisen der Bevölkerung sich einbürgert, bedarf eS weiterhin zentraler Abrech- mmgsstelleii mit einem Netz gut und rasch funktionierender Em- lösuiigsslellen. ö. Der Generalanwalt wird daher ersucht a) darauf hiuzulvlrkeu, daß bald ein gutes, die Verhältnisse und Bedürwisse der Allgeiiieniheit, wie der ländlichen Bevölkerung und ihrer Kredilorgaiiisationen gehörig berücksichtigendes Scheckgesetz geschaffen ivird; b) die Einrichtungen für einen zweckmäßigen Scheckeinlösilngsdienst, wie sie in der Scheckvereinigung des rtteichs- Verbandes bereits getroffen sind, für das ganze ReichsverbandS- gebiet weiter anszubauen; c) da§ Wesen, die Vorteile und die Anwendung des Schecks als nioöemeS Zahlungsmittel in belehrenden Schriften zur allgemeinen Keiinlnis zil briitgen.
Ter zweite Referent Verbandsdirektor Regierungsrat K r eth- Berlin behandelte speziell die Einführung des Postscheck- Verkehrs und der Postsparkasse unb die Folgen einer solchen Einführung auf den Geschäftsbetrieb der ländlichen Dar- lehnskafsen. Er unterbreitete der Versammlung folgenden Antrag: 1. Ter Postscheckverkehr führt, namentlich wenn die Einlagen verzinst werden, zur Postsparkasse. 2. Die Postsparkasse in Verbindung mit dem Postscheckverkehr würde das Genossensä)asts- wefen, insbesondere die ländlichen Spar- und Tarlehnskasseir schädigen: a) durch Entziehung von Spareinlagen und durch eine dem platten Lande, Wie überhaupt dem Mittelstände, nachteilige Konzentration des Tepositemvesens; b) durch Vernichtung der vielversprechenden Anfänge des genossenschaftlichen Scheckverkehrs, dessen Ausbau ein dringendes Erfordernis ist. , Ter Genossenschaftstag erklärt daher: Tie Einführung des Postscheck- Verkehrs und der Postsparkasse ist als eine das Genossenschaftswesen schädigende Maßregel zu verwerfen.
Tie Versammlung erklätte sich zu den Vorschlägen der beiden Referenten Jhrig-Tarmstadt unb Regierungsrat Kreth-
2S.Ä,. Blatt 157. Jahrgang Dienstag 13. August 1907
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