Berufsgenvssenschaftstag.
M aunhei in, 9. Juli. Aus Dem hier heute abgehalteueu 21. Berussgenossenschaststage sprach sich der Präsident des Reichsversicherungscuntes Dr. Kaufmann, anknüpsend an
[] Gladenbach, 9. Juli. Der Maurer Nink in Endbach gelangte am Samstag dadurch in den Besitz eines billigen Sonntagsbratens, daß ihm ein angeschossener Reh- bock direkt in die Küche lief. Der herbeigerufene Jagdpächter, der das Tier knickte und auSwaidete, ließ ein gehöriges Stück Fleisch zurück.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Beienheim starb der langjährige Gemeindercchner Friedrich stellt — In Uellers Hausen war der Landwirt Bernges, ein rüstiger Siebziger, auf der Wiese mit Heuaufladen beschäftigt; die Bespannung des Wagens zog plötzlich an und ging durch, Bernges stürzte von dem schon hoch beladenen Wagen und wurde so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. — An 13 jungen Bäumen an der Straße von Inheiden nach Trais-Horloff wurden in der Nacht vom Samstag auf Sonntag die Kronen abgebrochen. — In B er--, stladt wird demnächst ein neues ^chulhaus errichtet. — Der Gräberfund, den Mali in einer Lehmgrube beiOpPcrs - Hofen machte, wurde dem Heimatmuseum zu Butzbach über- wiesen. — In Ober-Mörlen brachen Diebe mehrfach in die Kirche und Kapelle ein, erbrachen die Opferstöcke und beraubten die Opferkasse. Tie jugendlichen Diebe wurden verhaftet. — Ein Orkan richtete im Park Schänbusch bei Aschaffenburg große Verheerungen an. Etwa 1000 Bäume w urdenentwur z e lt.
für unzurechnungsfähig, weshalb 'er auf seinen Geisteszu, stand unter sucht werden soll, zu. welchem Zweck die Verhäng lung vertagt werden mußte.
Die Fühlung mit der Staatsbehörde.
Als der Fabrikant W. M. zu Alsfeld erfuhr, daß der Kaufmann H. St. zu Treysa M. W. B. mit einigen Webern zu Willingshausen, mit denen er selbst auch in Verbindung steht, (&?„ schäfte Macht, schrieb er an eine Reihe dieser Weber, er habe erfahren, daß ein jüdischer Geschäftsmann mit Namen St. versucht mit den dortigen Webern unsaubere Geschäfte abzuwickeln, es nwge ihm sofort Bescheid gegeben werden, wenn er wieder Versuche Mache, damit er den sauberen Geschäftsmann mit der Staatsbehörde in Fühlung bringen kann. Ta St. sich von allem frei fühlte, strengte er Privatklage an und brachte so den Fabrikanten in Fühlung mit der Staatsbehörde, die ihn wegen Beleidigung mit einer Geldstrafe von 100 Mark belegte. Er focht das. vom Schöffengericht Alsfeld ergangene Urteil an, aber die zweite. Instanz hatte keinen Grund, auf die von ihm erbetene Herabsetzung her Strafe einzugehen, zumal noch zweifelsfreier als am ^ochöstengericht festgesteltt wurde, daß sich der Kaufmann ^-t. nicht die geringste unredliche Handlung hatte zuschulden kommen lassen. Weiter wurde durch Verlesen von früher er- gangenen Urteilen festgestellt, daß der Angeklagte mit der Ehre seines Nächsten es nicht so genau nimmt.
Beleidigung.
_ $er Ha u d els mann N. G. hier hatte dem Schmiedemeister ^5.1 R. von Wieleck in einer hiesigen Wirtschaft unwahrerweise nachgeiagt, er hätte als Gemeinderatsmitglied beim Berkaus eines Bullens mitgewirkt und sich dabei 10 Mk. Vergütung ausge- halten. R. erhob Privatklage wegen Beleidigung und das Schöffengericht verurteilte G. zu einer Geldstrafe von 20 Mark bie Beleidigung in eih.r öffentlichen Wirtschaft gefallen ist, wurde dem Klager auch Die Befugnis zugesprochen, die Verurteilung des Angeklagten auf Denen Kosten zu veröl sittlichen. Tas von dem Verurteilten angefochtene Erkenntnis fand seine Bestätiguno.
genommen.
ch Lang-Göns, 10. Juli. Hier ist für nächstes Jahr -ein großes Volkstrachten fest in Verbindung mit dem oberhessischen Banernfest geplant. Unser Ort wäre infolge seiner günstigen Lage von der Main-Weserbahn und inmitten des durch seine noch erhaltene Volkstracht rühmlichst bekannten Hüttenbergs' für ein Volkstrachten- fest.höchst geeignet.
- +. Reiskirchen, 10. Juli. Ein bedauerlicher Un- -glücksfa ll ereignete sich hier gestern nachmittag. Die Frau eines hiesigen Landwirts war mit Psuhlfahren beschäftigt und hatte ihr sechsjähriges Söhnchen aus dem Wagen sitzen, während sie vor dem Wagen herging. Kurz vor dem Dorf stürzte das Kind herunter, wurde über-i fahren und trug schwere Verletzungen am Kopfe und an den Beinen davon. Auch soll es noch innere Verletzungen «erlitten haben. — Straßenwart Geis von hier stürzte diese Woche mit seinem Rad und zog sich so schwere Verletzungen im Gesichte zu, daß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte.
Sitzung des Provinzial-Ausfchusses.
2^ Gießen, 10. Juli.
Der Oberkellner Georg Koch zu Bad-Nauheim ist am 31. Januar ds. Js. um Die Erlaubnis zum Betrieb einer Gast- wirtschaft in dem Hause Frankfurterstraße Nr. 189 in Gemarkung Nieder-Mörlen, in dem seither bereits Wirtschaft (Zu den vier Jahreszeiten) betrieben wurde, eingekommen. Der Gemeinderat von Nieder-Mörlen sprach sich entschieden gegen Erteilung Der Konzession aus, einmal, weil er ein Bedürfnis für nicht vorliegend ansah, dann aber auch deshalb, weil Die isolierte Lage Der Wirtschaft eine polizeiliche Ueberwachung sehr erschwere, woraus auch Die seither im Wirtschaftsbetrieb vorgekommenen Unregelmäßigkeiten zu erklären seien. Ter Kreisausschuß des Kreises Friedberg entschied daraus in öffentlicher Sitzung, daß Die nachgesuchte Erlaubnis zu versagen sei. Hiergegen legte der Anwalt des Gesuchstellers Rekurs an Den Provinzial-Ausschuß ein. Ohne dessen Entscheidung jedoch abzuwarten, eröffnete der Gesuchsteller die Wirtschaft in der Zwischenzeü. Tie Folge war em Polizeibefehl des Grvßh. Kreisamts' Friedberg, der dem Geopg Koch Die Weiterführung Der Wirtschaft bei Meidung einer Ordnungsstrafe für jeden Fall Der Zuwiderhandlung von 40 Mk. untersagte. Auch gegen diesen Polizeibefehl rekurrierte der Anwalt des Gesuchstellers an den Provinzial-Ausschuß. Tiefer entschied heute, daß beide Rekurse kostenfällig zu verwerfen seien.
Bei Der am 2. August 1906 'vorgenommenen Bürger- in e i st e r w,a hl zu Trais-Münzenberg ergab sich für die beiden Kandidaten Tag und Gorr Stimmengleichheit. Eine darauf am 9. August abgehaltene zweite Wahl hatte Das gleiche Ergebnis. Es mußte Daher zur Losziehung geschritten werden, Das Los entschied zugunsten des früheren Bürgermeisters Tag. Bon einer Anzahl Wähler wurde gegen diese Wahl reklamiert, iiideni behauptet wurde, daß der Kandidat Tag durch Spenden von Geld und von Freibier usw. auf das Ergebnis der Wahl ein- > zuwirken versucht habe. Ter Apeisausschuß 'des Kreises Friedberg kam nach eingehender Beweiserhebung zu der Ansicht, daß es an Beweisen für die behaupteten Wahlbeeinflussungen fehle und bestätigte demgemäß die Wähl des 'Tag. Tie Anwälte der Reklamanten fochten dieses Erkenntnis mittelst Rekurses bei dem Provinzial-Ausschuß an. Trotz Vernehmung einer ganzen Reihe von Zeugen hielt auch der Provinzial-Ausschuß einen Beweis für die behaupteten Tatsachen nicht für erbracht und wies den eingelegten Rekurs kostenfällig zurück.
Zur Erweiterung des Bahnhofs Zell-Romrod ist Die Abtretung einer Anzahl von Grundstücken erforderlich, die die köuiglche Eisenbahndirettion auf gütliche Art und Weise nicht zu erwerben vermochte. Sie stellte deshalb Enteig- nungspntrag bei dem Großh. Kpeisamt Alsfeld. Nach resultatloser Verhandlung vor der Lokalkommission legte diese die Akten dem Provinzial-Ausschuß zur Entscheidung vor. Dieser hatte heute zunächst über einen Antrag 1)er Eisenbahndirektion Ku entscheiden. Die bezüglich verschiedener Grundstücke um Ein- weisung in Den Besitz vorbehaltlich späterer Regelung Der Entschädigungssrage nachgesucht hatte. Ter Provinzial-Aus- schuß gab Diesem Ersuchen statt, schied aber dabei ein Grundstück aus, da er bei diesem eine Einsicht an Ort und Stelle für boten erachtete.
Tie Urteile in Sachen: Aufbringung Der Kosten des Getan deerwerbs Für Die Nebenbahnen Butzbach — Lich und—- a u buch M ü cke wurden zum Schlüsse noch verkündigt.
Gießener Strafkammer.
Reichsgerichtsbricfe.
: Nachdruck verboten. J. 8. Leipzig, Juli 1907
Ist die Ausübung der ärztlichen Praxis als versicheruna's« pflichtiger Gewerbebetrieb zu betrachten?
Diese Frage hat Das Reichsgericht kürzlich in einer Streit- - fache der praktischen Aerzte v. G. und W. gegen Die gemein- - l-ame Ortskrankenkasse zu Hannover verneint. Die l Klager sind Spezialärzte sür Frauenkrankheiten und halten in ; Hannover für Die Zwecke ihrer Praxis eine Privatklinik. In Der- 1 ielben sind eine Oberin, zwei Schwestern, eine Mamsell und vier Dienstmädchen, gegen Gehalt und freie Station beschäftigt. Tie Ortskrankenkasse hat nun mit der Begründung, Der klägerische : Betrieb stelle sich als ein stehender Gewerbebetrieb Dar, Die Kläger : veranlaßt, Das erwähnte Personal für versicherungspflichtig bei ihc 1 anzumelden. Nachdem die Kläger diese Verpflichtung erst bestritten halten, enischied Die Aufsichtsbehörde und Der Magistrat von Hannover zu Gunsten Der Krankenkasse. Daraufhin haben Die : Kläger diese Entscheidung im Rechtswege vor Den ordentlichen Gerichten angefochten.
_ .Tas Landgericht Hannover hat zu Gunsten Der beklagten Ortskrankenkasse auf Abweijung Der Kläger erkannt. Tie Be- r u f u n g Der Kläger wurde vom Oberlaiidesgericht Celle lüLet-rK Dahingegen schloß sich das Reichsgericht anläßlich der Revision der Kläger Den Vorderrichtern nicht an sondern erkannte für A u f h e b u n g d e s o b e r l a n D e s gerichtlichen Urteils. Der erkennende VII. Zivilsenat des höchsten Gerichtshofes führt hierzu aus, daß es zunächst lischt aufrecht zu erhalten fei, daß Der ärztliche Berns als solcher, lucmt er zuni Zwecke des Erwerbes ausgeübt werde, schon einen Gewerbebetrieb darstelle. Er nimmt Bezug auf Urteile des VI. Zivilsenats des Reichsgerichts vom 4. Oktober 1906 und des IV. Zivilseiiats vom 6. Vlärz 1906, die denselben Standpunkt vertreten und erklärt noch daß die Ausübung der ärztlichen Praxis allein kein die Versicherungspfücht des Persoiials des Arztes bedingender Gerne r- bebet rieb sei, auch werde durch besondere Äestiniinung, iuie dies hinsichtlich der bei anderen ebenfalls nicht Gewerbetreibeiidcn (Anwälten, Notaren, Gerichtsvollziehern 2c.) beschäftigten Persons geschehen fei, Die Versicherungspflicht Der Bediensteten des Arztes nicht festgesetzt. Es sei das deshalb nicht für ratsam erachtet, weil ich bei ihnen schwer entscheiden lasse, ob sie Dieiistboten oder im Geschäftsbetriebe beschäftigte Personen feien.
„ Was die Privatkrankenanstalt der Kläger betrifft so führt das Reichsgericht aus, daß es darauf ankomme, ob dieselbe — was die Kläger bestreiten — einen selbständigen Erwerb abwerfe. Da das Oberlaiidesgericht hierüber keine Belveiserhebuiia angestellt hatte, ivurde die Sache zur Untersuchung über diesen Fall noch einmal an das Oberlandesgericht Celle zürückverwiesen.
Deutscher Landwrrtschaftsrat.
(Unberechtigter Nachdruck verboten.)
8. u. H. Schwerin, 10. Juli.
Unter dem Vorsitz des Reichs- imi) Landtagsabgeordneten Grafen Schwerin-Löwitz trat gestern Der Ausschuß des Deutschen L a n d w i r t s ch a f t s r a t s zu einer geschäftlichen Sitzung zusammen. Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten wiirde über deii Reichsgesetzentivurf betr. Abänderung des Gesetzes über den U n t e r sl ü tz u n g s w o h n s i tz beraten. Ten Bericht erstattete Freiherr v. Zello-Reichertshausen. Er wies Dn- rauf hin, daß Die zum Erwerb des Unterstützungswohnsitzes bestimmte Frist von zwei Jahren mit ein Jahr nach Dem Entwurf herabgesetzt werden soll, auch soll das Alter des Anwärters vom 18. auf das 16. Jahr reduziert werden. Der Referent wies weiter darauf hin, daß der Fall der Erkrankung eines Arbeiters nachdem Entwurf auf alle Fälle der Hülssbedürftigkeit ausgedehnt werden soll, auch auf Schwaiigerschaft. Der betr. Ortsarmenverband ist zur Unterstützung auch noch eine Woche nach Ablauf des Arbeitsverhältnisses verpflichtet. Auch soll sich die Unterstützungspflicht auf die bet dem erkrankten Arbeiter befindlichen Angehörigen erstrecken, sofern diese nicht selbst m einem Arbeitsverhältnis ge- tanden haben und anderweitige Unterstützung erhalten. Tie Dauer der endgültigen unentgeltlichen Jürsorgepflicht soll von 13 auf 26 Wochen ausgedehnt werden. Ferner ist Die Neuerung ein- geführt, daß die Unterstützung eines hülfsbedürftigen Deutschen, der keinen Unterslütziuigswohiisitz hat und aus dem Auslande in das Inland übernommen werden muß, nicht nur auf Verlangen ausländischer Staatsbehörden, sondern auch auf Antrag eines Konsuls oder Gesandten des Deutschen Reiches zu erfolgen hat. Unter- tützungspflichtlg ist der Bundesstaat, in dem der Hülfsbedürftige einen letzten Unterstützungswohnsitz gehabt hat.
Der Buiidesstaat kann diese Verpflichtung auf seine Armen- verbände übertragen. Die Regelung kann durch Laiidesgesetz er- olgen. Der Referent hob hervor, daß durch die verschiedenen Bc- timmungen eine Entlastung der Armenverbäiide herbeigeführt verde. Den Interessen des fluchen Landes, dessen Bevölkeniiig ortwährend in Den Städten zuwandert, sei damit Rechnung getragen. Die Ausdehnung der Hilssbedürstigkeit belaste naiürlich aber die Armenverbände des Landes ebenso wie die der Stadl. Nur durch die Herabsetzuna Der Fristen zum Erwerb des Unter* tütznngswohnsitzes sei in Folge der Binnenwanderung das flachc Land besser gestellt. Diese Herabsetzung der Frist hat Der Deutsche Landwirtschastsrat schon im Jahre 1892 gefordert. Auch Die Erweiterungen der Unterstützuiigspflicht der AufenthaltsgemeinDeii entspreche im großen und ganzen den Beschlüssen des Landwirtschaftsrats. Nach eingehender Erörterung beschloß der Ausschuß, die Landwirtschastskammern und Zentralvereine zu gutachtlicher Aeußerinig zu veraiilassen und nach deren Eiiitreffen Die Beratung Durch eine Kommission Des Deutschen Landwirlschaftsrats vornehmen zu lassen, eventuell Den VorstanD zu ermächtigen, zu diesem Gegen- tand nach dem Wiederzufammentreten des Reichstags aut Grund Der Kommissionsberatung etwaige Anträge an den Reichskaiizler zu (teilen, falls nicht die Verhandlungen Des Reichstags Den Auf- chub Der Beratung bis zur nächsten Plenarversammlung Des Deutschen LanDwirtschaftsrats ermöglichen miirDen*
| Dann erscheinen Die Drei Stück Stoff, ausreichenD für Drei Herrenanzüge. Jetzt erschien aber auch Der Pferdefuß, Handtuch,' Tischttlch und Herrenstosfe werden nur zusammen abgelassen, und zwar für 65 Mk.; ja, da es so schlechtes Wetter ist und er absolut verkaufen muß, will er die ganzen Sachen für — 50 Mk. — ausnahmsweise — einmal lassen. Als wir den Stoff betrachtet, und dem Kaufmann unsere Bedürsnislosigleit klar gemacht, verschwindet er mitsamt Gehilfen etwas kühler, Doch immer noch höflich. Nach unserer Schätzung hat genannte Ware höchstens einen Wert von 25—30 Mk. Ta Die Herren ihr Manöver sicher noch in anDeren Orten unseres Vogelsbergs wiederholen, so sei hiermit davor gewarnt.
Dutenhofen, 9. Juli. Zwischen unserem Dorfe, 9lllendorf und Klein-Linden treiben einige Tagediebe ihr Wesen. Sie belästigten in diesen Tagen fortgesetzt die Leute ! und packten eine wehrlose Frau an. Die Polizei ist einfri ! hinter den Stromern her. Man ist der Ansicht, daß der Einbruch auf der ^Biirg^ in Klein-Linden von ihnen ausgeführ wurde.
? EhrinbZhausen, 10. Juli. War auch die Witterung wenig einladend, es schadete nichts', wenn Der Dia naburg-Verein einen Vers ammlungstag hat, so ist man immer in großer Zahl auf Dem Plane. So auch heute im Wallbruch'schen Gasthofe. Neben Vorträgen wissenschaftlicher und volkstümlicher Art kommt dabei stets die Gemütlichkeit zu ihrem Recht. Dem Gründer des Vereins Dr. Liebe, Leiter der Heilanstalt Elgershausen, weiß man.dafür von vielen Seiten Dank.
, lfl Aus der Wetterau, 10. Juli. In Berstadt schlug Der Blitz in den Kirchturm und beschädigte das Dach und die Orgel. — Schwere Verletzungen erlitt in Gambach ein Arb'Diter in einem Sägewerk. Er geriet ,in den Transmissionsriemen und wurde rundherum geschleudert. Er wurde bewußtlos heimgebracht.
Friedberg, 9. Juli. Bei dem Wahlkreisfest Les Bundes der Landwirte, das am Sonntag, 21. Juli, auf dem Selzerbrunnen bei Groß-Karben stattfindet, hält .Chefredakteur Dr. Oertel aus Berlin die Festrede. Weiter^ -werden sprechen Graf Oriola sowie der Abg. Hirsches, Köhler^ und Korell, I
-Schotten, 10. Juli. Ten fortgesetzten Bemühungen der hiesigen KreisfchulkomMission ist es gelungen, in fast trifen Gemeinden des Kreises das Dort noch eingeführte lSchulgeld aufzuheben. Nur in zwei Orten wird nunmehr noch Schulgeld erhoben. Wcks in den verhältnis'- mäßig armen Gemeinden unseres Vogelsbergs möglich ist, sollte bei einigem guten Wllen der Ortsvorstände auch in anderen Gegenden möglich sein, zumal das in Volksschulen ^.zur Erhebung kommende Schulgeld durchaus nicht mehr mnjeren heutigen Zeitverhältnissen entspricht.
/r Herbstein, 10. Juli. Der kath. Kirchenvorstand !beschäftigt sich gegenwärtig mit Der Erbauung eines neuen Kranken- und Schwesternhauses. DaS seitherig^ Schwesternhaus gehörte den Schwestern i. n. Der ^Genossenschaft der Schwestern zu Mainz, tonnte aber nicht Zur Ausnahme von Kranken verwandt werden. Es ging nun schenkungsweise an Den Bauherrn Des zu erbauen Den Hauses über. Der Bauplatz von 1350 Cm. wurde von dem Stadtvorstand zur Verfügung gestellt. Außerdem sind bis jetzt wettere 6000 Mk. sür Den Neubau zusammenaebracht worden. '
i- Lauterbach, 10. Juli. Die hiesigen Maler submrsiwnierten geschlossen auf die Maler- und An- st r e i ch e r a r b e i t e n in Der Turnhalle mit einem Angebot von runD 5000 Mk., während von einem außer-1 halb dieser Genossenschaft stehenden Meister, dem Voranschlag Der Bauleitung entsprechend, nur 2800 Mk eingelegt wurden.
Go n ter s ki r ch e n, 10. Juli. Hier sind vergangene Woche wieder zwe: neue Typhusfälle vorgekommen, Die sicherlich aus Ansteckung zurückzuführen finD. Alle anfänglich Ertränkten befinden sich auf dem Wege langsamer Genesung.
O Gonterskirchen, 10. Juli. Gastwirt T a h m e r ' chrer, Der vor etwa vier Wochen Durch ein auswärtiges Wasserfuhrwerk übersahren wurde, ist plötzlich gestorben. Er träufelte seitdem, jedoch hatte sich sein Besinden wieder soweit gebessert, daß er Daran Dachte, das Bett verlassen : ?u können. Tie Sache dürfte noch ein gerichtliches Nach- Ipiel haben, es findet heute Durch Das Laubächer Amts-ft gerrcht und Den Kreisarzt aus Schotten die Sektion der ' Leiche statt.
Ä )( Gießen, 9. Juli.
Geld zum Trinken.
Ter 23jährige T.aglöl-ner F. A. von Nieder-Ge- m un Den erschwindelte sich bei einem Kaufmann zu Homberg ^a. Ohm einen Roch indem er angab, er sei von seinem Bruder geschickt, der die Schuld begleichen werde. Sein Bruder hatte ihm aber weder einen Auftrag gegeben, noch war er zur Begleichung der Schuld zu bewegen, da A. schon mehrfach Schulden auf den Namen, seines Bruders gemacht hat, die dieser bezahlen
_ r5n Dietern. Falle hat der Angeklagte Den erschwindelten Roa wfort zu einem Tritte! des Einkaufspreises an einen Maurer verkauft, um, wie er selbst zugab, Geld zum Trinken zu be- wmmen. Es liegt Betrug im Rücksall vor, wofür Die Mindest- Uraie Drei Monate Gefängnis ist, auf welche Strafe erkannt wurde.
Unzurechnungsfähig?
s.r -alergehilfen G. S. aus Eisenach,
per Die Tochter eines hiesigen Bäckermeisters und eines Gast- unsittliche Handlungen belästigte, und ein Mädchen £5“ vulltttiaien Anträgen üeriolgte, wurde unter Ausschluß Der Oessentlichkeit verhandelt. Tem Vernehmen nach hält er sich
O Grebenhain, 9. Juli. Am 1. Oktober wird Kreisstraßenmeister Berckes hier in Den wohlverdienten Ruhestand treten. B., der im 65. Lebensjahre steht erfreut sich nicht nur in seinem Tienstbezirk, sondern auch Darüber hinaus allgemeiner Beliebtheit und sein-Scheiden aus Dem Tienst wirD deshalb allerwärtö bedauert.
... us Dem Vogelsberg, 10. Juli. Kommt Da metn Hbrr zu uns und stellt sich mit höflichster Beredsamkeit als Kaufmann vor, der auf einer ganz gelegentlichen Durchreise seine Maren offeriert, Die l u r 1 eDen Preis ablasse. Dabei zeigt er nur ein Handtuch vor, Das er — es hat ungefähr einen Wert von
- Mr 10 Pfg. verkaufe. Er spricht von einer feinen Tischdecke, Die einen LaDenwert von 4.50 Mk. habe Die er abet ,ur — -->0 .Pfg. abgibt. Nun hat er aber noch Drei etua cherrenstosf. Die er gleichfalls ganz unter ihrem wirk- lichen -u^rt abiassen will. „Der Köder ist nicht übel" denken,, wir und „Bitte holen Sie mal Ihre billigen Sachen laufet der von dem Herrn Reisenden gewollte; Austrag. Her Herr Kaufmann verschwindet und kehrt bald mit einem Gehilfen zurück, Der Die Sachen schleppt. Nun rommt zu dem billigen Handtuch die noch billigere Tischdecke,
Mirabellen usw. vorherrschende Säure greift die Schleimhäute des Mundes (Zusammenziehen), der Speiseröhre, des Magens, besonders aber die der Därme äußersst heftig an, macht sie zur Verarbeitung anderer Speisen auf längere Zeit unfähig, ja in vielen Fällen trat nach häufigem Ge- 'nusse unreifer saurer Früchte der Tod nach langem, qualvollem Kraukenlager ein. Es ist deshalb für Aufklärung unserer Jiigend über die Gefahren des unreifen Obstes ausgiebig E-orge zu tragen.
** 1847 — 190 7. Die Vereinigung der im Jahre '18 4 7 geborenen Alter sgenossen feierte am !Samstag unter recht zahlreicher Beteiligung ihren gemein- ischastlichen Gehurtstag. Die in allen Tellen schön arrangierte Feier wurde mit einem Festessen bei dem Altersgenossen Muth, Hotel Prinz Heinrich, eröffnet und verlies bei Konzert, gemeinsamem Gesang, Ansprachen und Vorträgen in schönster Weise. Tie am Mittwoch nachmittag stattgefundene Zusammenkunft und Feier im Philo- sophenwald mit Familie und photographischer Aufnahme bildeten den Abschluß des schöuen Festes. Der Küche von Mutter Vttith und Herrn Harnickel gebührt alle Ehre.
** „O b e rh es s is ch e Eisenbahner"! Auf Anregung des aus dem früheren Bezirk der Großh. Direktion der Oberhessischen Eisenbahnen vor 10 Jahren versetzten Personals, das mit oberhessischer Zähigkeit an seinem früheren Wirkungskreise hängt, der für die meisten auch ihre Heimar ist, ist, wie uns mitgeteilt wird, für Sonntag den 4. August eine Zusam men tun f t in Gießen, dem früheren Direttionssitz, geplant. Anmeldungen dazu /werden von Oberbahnassistent Fritz Dörner, Ludwigstr. 31, -und Wagcnmeister Otto Müller bis 20. Juli 1907 entgegen-
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