Ausgabe 
11.11.1907 Zweites Blatt
 
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wesentlich den tiefen Eindruck, den das- Stück auf die Zu- Hörer machte und der in lebhaften Beifallbezeugungen sich bekundete. Der sich anschließende Ball, bei dem die tanz, lustige Jugend zu ihrem Rechte kam, hielt die meisten Teilnehmer bis in die frühesten Morgenstunden zusammen. Auch der am Sonntag aus den Windhot stattgehabte Aus­flug erfreute sich eines regen Besuches und verlief auss beste. Alles in allem: der Liederkranz kann mit berechtigtem Stolze und hoher Befriedigung auf den schönen Verlauf seines Jubiläums zurückblicten. Gern geben auch wir dem strebsamen Verein die Wünsche mit auf seinen ferneren Lebensweg, die in dem Schlußsatz der anläßlich der Jubel­feier herausgegebenen Vereinschronik enthalten sind:Möge auch für die kommenden Jahre ein guter Stern über chm walten, auf daß der Liederkranz stets sei eine Pflegestätte des edlen Gesanges, des Frohsinns und der Geselligkeit. Das walte Gott!"

freisinnigen Doltspartei als der größten Liberalen Gruppe die Aufforderung, für eine immer engere Gememscyatt zu wirken. Unter einmütiger Zustimmung der Versammlung wurde die Unterstützung der Blockpolitik gebilligt, wenn und soweit sie der Programmforderung der Linken ent­spreche. Mehrfach wurde auch auf die Notwendigkeit einer Reform des preußischen Dreiklassenwahlrechtes hingewre- sen. Den ausführlichen Bericht haben wir leider wegen Raummangels bis morgen zurückstellen müssew

mit einer prächtigen Apotheose: Die Huldigung des beut* scheu Liedes an unfern Landessürsten. Ein in das Festspiel

**- Gießener Eis verein. Man schreibt uns: Auch an dieser Stelle machen wir auf die heute abend 8i/2 ithr im HotelGroßherzog von Hessen" stattfindende General- Versammlung des Gießener Eisvereins aufmerksam. In früheren Jahren war ein solcher Hinweis nicht nötig. Jeder Freund des Eissportes tourte, daß bie Faden der Vereins-Verwaltung in den bewährten Händen von Jean Kirch zusammenlieien, dessen organisatorische Talente, Ge­meinsinn und Arbeitsfreudigkeit für vortreffliche Geschäfts­führung Gewähr leisteten. So durfte jedermann ruhig zu hause bleiben, wenn Generalversammlung angesagt war. Außer Jean Kirch, den der Tod uns entrissen hat, ist eine Reihe seiner Mitarbeiter aus Gießen und damit aus dem Verein geschieden. So gewinnt die heutige Versammlung besondere Bedeutung, da es sich um Ersatz für die fehlenden Kräfte handelt; und diese Frage ist um so wichtiger, als auch andere Vorstands-Mitglieder an Amtsmüdigkeit zu leiden scheinen. Es wäre bei dieser Lage nicht ausgeschlossen, daß der Eissport einem krittjchen Tage erster Ordnung entgegen ginge.

** Die Steinkohlen-Bezugsgesellschaft Gießen, die im abgelausenen Jahre 983 d. h. 106 Mit­glieder mehr zählte als im vorigen Geschäftsjahr, hat einen Umsatz Don brutto 88 436,61 Mk. erzielt. Die Ein­nahme schließt mit einer Mehreinzahlung von 1141.78 Mk. mit 89 578.39 Mk. ab. Die Preise des an die Mitglieder gelieferten Brennmaterials stellten sich für Sommer und Winter 1906/07 wie folgt: 9tuß kohlen 1.16 Mk., Anthrazit­kohlen 1.64 Mk., Briketts 0.77 Mk., Unionbriketts 0.89 Mk., Ainthrazit-Eiformbriketts 1.09 Mk. für den Zentner frei Haus. Die Verwaltungskosten betrugen 2177.76 Mk. oder 3 Proz. des Betrages der umgesetzten Kohlen usw.

** Ter Landesausschuß der hessischen nativ- nalliberalen Partei trat am Sonntag nachmittag zu- ammeu, an der außer den Delegierten auch eine Anzahl nat.- ib. Landtagsabgeordneter teilnahrneu. Der Vorsitzende des Lan­desausschusses, Reichs- und Landtagsaogeordncter Dr. Osann, hieß die B.r',ammlung herzlich willkommen, worauf zunächst eine längere Debatte über die Frage der Anstellung eines Partei- ekretärs und einer besseren Organisation der Partei stsatt- fand. Die Notwendigkeit der Anstellung eines solchen wurde von allen Rednern anerkannt und einstimmig der Beschluß gefaßt, den geschäftsfühvmden Ausschuß mit den nötigen vorbereitenden Schritten zu beauftragen und Vorschläge über die dafür erfoi? derlichen Mittel der nächsyen Versammlung zu unterbreiten. Wei­ter wurde dem Kassierer, Rechtsanwalt Dr. Stein, für sein' prompte Kassenführung Decharge erteilt und unter dem Aus­druck des Dankes einstimmig ersucht, fein Amt als Schatzmeister bis zum Herbst nächsten Jahres 'weiter zu führen. Dann wurden noch Organisationssragen der Partei besprochen und Referat über die Sachlage in den drei Provinzen erstattet, woran sich auch die verschiedenen Landtagsvertreter beteiligten. Die Versamm­lung war von einer zuversichtlichen Stimmung für die Zukunft der Partei erfüllt und schloß mit einer kraftvollen Ansprache des Abgeordu. Dr. Osann, dem für ferne umsichtige Leitung als Vorsitzender des Landesausschusses einmütig der wärmste Dank ausgesprochen wurde.

** Oberhessisches Ausstellungshaus. In diesen Tagen ist. das Gutachten des Kreis aus sch usses für die hessische Landesausstellung zu Darmstadt über die ihm vor einiger Zeit 3ur Beurteilung vorgelegten Arbeiten oberhessischer bezw. in Ober- Hessen tätigen Architekten für die Jnnenarchitettur desOber- hessischen Ausstellungs Hauses" auf der Mathilden- höhe in Darmstadt bei der Geschästsleitung ein gegangen Aus Grund dieses Gutachtens nmrbe die weitere Ausarbeitung der Pläne für den inneren Ausbau des Hauses Ziegierungsbaumeister Kuhlmann zu Alsfeld und Architekt Burg zu Lich übertragen. Damit ist die Gesellschaft in ihren Arbeiten einen

Zum Fall Schrörs.

DieKöln. Ztg." niclbet aus Bonn vom 9. Aov.. Dir erfahren aus guter Quelle, daß die Angaben über den bisherigen Verlauf des Falles Schrörs, die Jia) ,Tn einigen Blättern finden, die Wahrheit in tendenziöser Lveike geradezu auf den Kopf stellen. Der Kultusminister hat sich nicht entschlossen, sich aus die Seite des Karomar- Erzbischoss Fischer zu stellen; das bettmdet schon die Tat­sache, daß das erzbischöfliche Verbot an die Studlerenden der katholischen D)eologie der Erzdiözese Köln zuruckgezogeri worden ist. Die Mgierung hat vielmehr, inoem sie die Aus­hebung oes Verbots bewirkte, das nur mit Vorwissen des Ministeriums erfolgen durste, anerkannt, daß in dem Erlaß des Verbotes ohne vorheriges Einvernehmen mit dem Kultusminister ein Eingriff in die Rechte der Uni­versität und damit des Staates lag. <sie lyat sich dem­nach nicht aus die Seite der Erzbischöfe gestellt, sondern vielmehr ihren Rechtsstandpunkt gegenüber dem Vorgehen des Erzbischofs gewahrt. In eben diesem Sinne haben sich Rektor und Senat der Universität Bonn ausgesprochen.

haft, es fehlte ihm das Wichtigste, die Natürlichkeit. Auch kam der grausam diabolische Zug in der Canaille nicht recht heraus. Nicht unerwähnt seien die tüchtigen Leistungen der Herren Gareis, Fredy, Greiff, Cornelli, Raden und Reimer-Schlegel in ihren kleinen und kleinsten Aus­gaben, während v. d. Becke nicht am rechten Platze stand.

Am übelsten sind, wie in den »Räubern", so auch in dieseui Trauerspiel dem -jungen Schiller die Frauengestalten geraten. Dieblasse und schmächtige, feine und empfindsame" Leonore ist die Amalia aus dem Hause der Grasen Moor, nur in anderer Gewandung. Um so höher anzuerkennen ist. was unsere Künstlerinnen aus diesen Schemen zu schaffen verniochten. Den meisten Darstellerinnen der Leonore ist der Borwors zu machen, daß sie zu tränenreich, zu bläßlich und zu matt sich zeigen. Dora Ormont dagegen, die man bisher in Rollen nur gesehen hat, die, wie wir jetzt wissen, ganz und gar nicht für sie geeignet waren, rührte uns im innersten durch die Wärme und wohltuende schlichte Natür- lichkeit ihres hold ernsten Spieles. Die Wurzeln ihrer darstellerischen Kraft also liegen aus klassischem Grunde. Auch Paula Morett, die wir bisher überhaupt noch nicht kannten, weckte als Berta durch vertieften tragischen Zug aufrichtige Anerkennung. Am undankbarsten ist die Rolle der protzigen Giftniischerin Jmpenali, die, zumal in der rohen Szene mit der Gräfin Lavagna, geradezu unerträglich ist. Käte Car düng hätte das Widrige dieser unmenschlichen Gestalt mildern müssen, statt es zu verschärfen. Giebt die Darstellerin sie mehr verführerisch, dann hat sie gewonnenes epieL

J'n allgemeinen also hat die Darstellung, waZ mit Vergnügen konstatiert sei, die Aufführung des schwierigenFieseo" zu einer wirklichen Geburtstagsfeier gestaltet, die von dem leider nicht sehr zahlreichen Publikum vollkommen berechtigt mit begeistertem Beifall aufgenonimen wurde. p w.

h- .^7 re slau ivurde der Schauspielerin Jr e n e Triefch

- sd)e Ablesung der Bibelabschnitte: Josef und Lrbinin^ hPtr «eilnJ0U'- usw. aus Grund der Provuizialver- b l,fl betreffend HeNighaltuna des vreuß. B ußta ges verboten.

Tie Rekonstruktion des österreichischen Kabinetts.

TieWiener Ztg." veröffentlicyt unter dem 10. b. M. folgende Veränderungen im Kabinett: Die Demission des Ministers Graf Auersperg, Prade, Forscht und Paeak wurde genehmigt. Der Abgeordnete Fiedler ivurde zum Handelsminister, der Wgeordnete Dr. Ebenhoch zum Ackerbauminister, die Abgeordneten Ge ß m a n n, Peschka und Praschek zu Ministern ohne Portefeuille ernannt. Graf Auersperg erhielt das Großkreuz des Leopoldordens, Prade, Forscht und Paeak die eiserne Strone 1. iHaffe. Der Kaiser behielt sich die Wiederverwendung des Grafen Auersperg und Forschts im Staatsdienst vor.

Gießen, ,

Vom Groß herzogl. Hof e. -ö- Großherzog und die Großherzogin sowie Prinz\ Prinzessin Heinrich und Prinz Waldemar von Pre ß wohnten einem zur Feier des Geburtstages des Königs E u gegebenen Diner in der Englischen Gesandtschaft bei.

»* Gesetzentwurf b c t r. die V e r me idung von Doppelbesteuerung. Ein vom Großh. 9Jhni|terium der Finanzen der Zweiten Kammer der Stände vorgeleg er Gesetzentwurf, die Vermeidung von Doppelbesteuerung be r., sucht n. d. Darmst. Ztg. bei den Landständen die Genehmigung einer zwischen den beteiligten Ministerien Hesse n s un Preußens abgeschlossenen Vereinbarung zu Vermeidung von Doppelbesteuerungen, sowie die Ermächtigung für a^ Finanzministerium nach, mit Bezug auf Personen und Steuer- queUcn, die der Steuerhoheit mehrerer Staaten unterliegen, Vereinbaruiigen zu treffen und 2lnordnungen zu erlaßen, durch die ihre Heranziehung zu den direkten Staatssteuern unter Wahrung des Grundsatzes der Gegenseitigkeit auch abiveichend von den im Großherzogtum geltenden gesetzlichen Vorschriften geregelt wird. Die Gesetzesvorlage ist im wesentlichen von der Absicht eingegeben, den Zuzug.steuerkräftiger Elemente nach Hessen zu fördern und den Wegzug solcher aus Hessen zu verhindern dupch Nl'aßnahmen, die solche Personen in Hessen vor einer nochmaligen steuerlichen Belastung des bereits in einem anderen Staate besteuerten Einkomniens und Vermögens schützen. Tas mit Preußen geschlossene Ucbcreinfommen sichert deshalb den in Hessen rvohnenden Gesellschaftern einer in Preußen besteuerten Gesellschaft mit beschränkter Haftung für ihren Gewinnanteil aus dieser Gesellschaft in gleichem Umfang Befreiung von der hessischen Einkommensteuer zu, wie wenn die Gesellschaft in Hessen besteuert wäre (vergl. Art. 19, Ziff. 5 des Hess. Eink.-St.-G.) und umgekehrt. Weiter enthält das Uebereinkonunen die Vereinbarung, daß preußische

mastor zur Sette. Aber wäre es nicht klüger gewesen statt die ode Galeere, die Fieseo besuchen soll, zu zeiaen nur eine Gondel vorzuführen, die Fieseo und Verrina besteigen, um nach der von den Meiningern ganz mit Recht unsichtbaren Galeere hinüberzufahren? Mail be- taimte sich Halt dessen zu literarischer Strenggläubigkeit und führte mit der Galeere auch das ominvse lächer­liche Brett dar, das Schiller vorschrcibt. Und doch zählt man heute gerade denKcsco" längft zu den Tramm, bei denen das Lessrngsche Gebot Anwendung zn finden rettend einzuspringen, wenn dem Tichter etwa inensch.iches pasiiert. Schiller macht gerade im'Fiensco" Xln?1 ^orichristc», was die Darstellung unberllcksrch- tigt la,sen darf, und unterlaßt mancherlei Angaben, sodaß L l -"Stellung die Initiative zu «greifen hat Die Mei- Ninger ließen auch nicht nach Schillers Vorschrift Fieseo ui Schluß,zene ganz mutterseelenallein daherspazieit kom­men, sondern in Begleitung seiner Freunde, die sich erst nachdem das Gespräch mit Berrina eine pe^ fonlicherc Wendung angenommen hat, ans einen Wmk Fiescos zurückziehen. Daß oie Ma?en dewegungen und Massenwirtungen hier versagten, daß alles in einzelne Gruppen und Bilder zerfaserte daß -^Furchtbarkeit des nächtlichen Revolutwnsatte- 'W - d,s r,rm"5fnm' ,a hauptsächlich des Dichters Schuld Aber wieder geberdete sich btc Musik so diskret, als fürchte sie die nächtliche Ruhe der Genueser zu stören. Fu dieser Br -w ung hätte sie sich sehr wohl, 'ebenso wie auch .' ,'. ersten / ' na^.beu i/hr bcstuumten Vorschriften Schillers richten °Uui -vieles Revolutwnsdra.ua verlangt, wie volle Gesten rüs.SLr.- - «Ä «L ST ST-

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vorm. Zusammeritreffen vor dem Porttil der Siechen- anstatt und Besichtigung demselben. Bei genügender Zeit int Anschluß daran kurzer Rundgang dura) die neue Irren anstatt. Darnach ist im U.niversitätsgebäude Ge­legenheit zu einem Imbiß gegeben. 1 Uhr nachmittags Sitzung in der »alten Aula der Uuiversttät. Tagesordnung: 1) Die Behandlung der geisteskranken Ver­brecher und der verbrecherischen G e i st e s k r a n - k e n. Referenten die Sperren Prof. Mittermaier, Pros. D a n n e m a n n, Aitstaltsarzt Dr. K u l l m a n n - Butzbachs, Oberarzt Dr. Oswald- Goddelau. 2) Diskussion. 4i/2 Uhr nachm. gemeinsames Mittagesfen in L>otel Schütz, Bawi- hosstraße.

** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Auf verschiedene Anfragen sei mitgeteilt, daß noch im Laufe des Monats eine Kindervorstellung gegeben wird und zwar istSneewitchen" in Vorbereitung.

** Liederkranz. Die 70jährige Jubelfeier sand am letzten Samstag abend im dichtbesetzten Saale des Steins Garten durch einen von Tanzlehrer Will geleiteten Ball ihren würdigen Abschluß. Dem Tanze voraus ging ein ergens zu dieser Feier verfaßtes Festspiel, betitelt: Der Gießener Liederleanz. In ihm wurde uns der Werdegang des Vereins von der Gründung bis in die neueste Zeit in packenden, poetischen Worten vor Augen geführt. Es schloß bot Ueberraschendes und für unsere Verhältnisse Be­deutendes.

Wein gärtner spielte den Fieseo mit recht schönem Erfolg. Er spricht gut und klangvoll, nicht zu schnell, wie so'mancher andere, sondern ivohlbedacht. Er war voll fürst­lichen Anstandes, ja heroisch im Sinne der Dichtung. Auch fehlte ihm nicht die einschmeichelnde Form der Rede, die dem Fieseo alle Herzen gewinnen soll. Nie verfiel er ins un­angenehm Gleißnerische. Die schlaue Staatsintrigge freilich steht dem Gesialtungstalent dieses trefflichen Darstellers ferner, al§ die Kühle eines überlegenen und überlegenden Staats- mannes und heldenhafter Ehrgeiz. So triumphierte denn der Verstand über das Blut. Alles in allem aber eine prächtige Heldengestalt.

Daß die schöne Szene des zweiten Aktes zwischen Fieseo und den Burgern mißriet, war weit weniger Wcingärtners als der Statisterie Schuld; er erzählte die Tierfabel mit gutem Humor. Die kleine Szene mit dem Maler (den Hans Lok aa,?s nct.t,. barstellte) büßte ihren lyrischen Reiz ein durch die unbegreifliche Darbietung einer wunderlichen schnellmalerischen ^mprovyation dem staimenden Auge des Zuschauers Wie leicht hatte es sich für das Publikum unsichtbar plazi^en

Mit erfreiilicher Innerlichkeit und mit überheißem Tem­perament spielte Roden den jungen Bourgognino. Den lauhen, wollüstigen Giannettino gab Goll angemessen: mehr hoch ayrcnd als finster und furchtbar, nut Recht ohne Stich ms Gaffenstmgenhaste, das sein greiser Oheim ihm nachsagt, viel eher, ia zu sehr als einer, der von sich selbst sagen kann, daß er merzogen sei. Bako f war ein Ehrfurcht ein- düsteren Grolls und eiserner Willens- trast. Den lndreas Dorm verkörperte Schmidt-Paulu mit Anstand und Würde, ohne dabei ins Donnern zu ver­fallen das nach der Ansicht mancher Schauspieler zum Doria

Erben eines hessischen 9!achlasses, soweit sie nicht hessischen Grund­besitz oder Gewerbebetrieb erben, die Einkommen- undVermögens- fteuer nicht, wie dies in Hessen im übrigen rechtens ist, bis zum Ende des Steuerjahres, sondern nur bis zum 1. des auf den Todesfall folgenden Monats weiterzuzahlen haben. In Preußen ist die gleiche Behandlang hessischer Erben bereits durch die Vorschriften des dortigen Einkommensteuergesetzes gewährleistet.

** Zur Stadtverordneten wähl. Auf verschie­dene Anfragen fvmten wir mitteilen, daß die Wiederaufstel- luug des Stadtv. Keller vom Bürgerschafts-Ausschuß be­schlossen war, aber unterbleiben mußte, weil Herr Keller auf das bestimmteste erklärte, kein Mandat mehr annehmen zu wollen.

** Die Vereinigung für gerichtliche Psycho­logie und Psychiatrie- im Grotzhierzogttlm Hessen hält am Samstag, 30. Nov., hier in Gießen eine Versamm­lung ab mit folgender Tagesordnung: 101/2 Uhr

Ans utto ....... - ...

, 11. Nov. 1907. einaefüqter und exakt ausgeführter Elsenrergen erhöhte

Deutsches Reich.

München, 11. Nov. Prinz Arnulf von Bayern ist auf der Rückreise aus Zentral-Asien in Venedig, wohin ihm feine Gemahlin bereits entgegengefahren war, nicht unbedenklich erkrankt. Sein Sohn Prinz Heinrich ist gestern nachmittag mit dem Leibarzt nach Venedig ab­gereist. Infolge der am späten Abend eingetroffenen Nach­richt über eine Verschlinimerung im Befinden des Prinzen hat sich auch dessen Schwester, Prinzessin Therese nach Venedig begeben.

Zu der neuesten päpstlichen Enzyklika luirt) eine ge­meinsame Erklärung katholischer Universitäts­lehrer deutsch er Zunge in den nächsten Tagen Stel­lung nehmen.

Würzburg, 9. Nov. Der vom hiesigen Bischof ex­kommunizierte Benefiziat Dr. Thaddäus Engert- Ochsenfurt hat gegen feine Maßregelung Protest beim bischöflichen Ordinariat eingelegt.

AusLand.

Rom, 9. Nov. Der Kommandeur des Turiner Armee- Korps hat 60 Offiziere der dortigen Besatzung ge­maßregelt, weil sie ihrem ehemaligen, wegen seiner reforinatorischen Ansichten und daraus entstairdener Po­lemiken verabschiedeten Kollegen, .Hauptmann Ranzi, einen Ehrentrunk geboten hatten. Ranzi hat den Armeekomman- Lanteu darauf wegen schwerer Beleidigung ver­klagt.

. Paris, 9. Nov. Das Journal Officiel veröffentlichte gqtem die Pensionierung des Majors D r e y f u s. Da er erst seit zwei Jahren den Majorsrang bekleidet, geht Treyfus mit HauptmannSpension ab.

Rennes, 9. Nov. Sieben Priester der hiesiaen Diözese sind unter die Fahne gerufen worden.

Madrid, 9. Nov. Der Kriegsminifter bestätigte, daß spanriche Garnifon in Eafablanea demnächst ab gelost wird. Tie Kavallerie wird nicht ersetzt werden .Oberft Santa Olalla bleibt in Casablanea.