Ausgabe 
11.7.1907 Erstes Blatt
 
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Nr. 160

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iai . is. .pcR; iur den nzeigenteil: H. Beck.

Kampf im Stillen Hcean

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Erscheint täglich außer Sonntags.

Ventsche» Reich.

Berlin, 10. Juli. Die Verfügung über die Nicht- genehinigung der Ordens-Niederlassung der Schwestern der göttlichen Vorsehung in Sterk- rade im Kreise Mülheim ist nicht vom Kultusminister selbst, andern von der zuständigen Provinzialbehörde ausgegangen. Die Frage unterliegt gegenwärtig im Kultusministerium an inaßgebender Stelle einer Nachprüfung, doch ist an der Be­tätigung dieser Verfügung nicht zu zweifeln.

Der ehemalige Staatssekretär Graf Posadowsky ritt in einigen Tagen eine Reise nach dem Ausland an. Zunächst nimmt er einige Zeit Aufenthalt in England.

8um Fall Peters teilt dieSchlesische Zeitung" mit, daß der Kaiser sämtliche Akten über den Fall Peters eingefordert habe.

Die Eisenbahnsialionsbeamten und die Fahrbeamten ind angewiesen worden, dem Mädchenhandel besondere Aufmerksamkeit zu widmen und alle Beobachtungen, welche auf die Spur des verbrecherischen Treibens schließen lassen, ofort zur Anzeige zu bringen und die Polizei zu benach­richtigen. Die Bahnhofsbeamten sollen die Ueberwachung der verdächtigen Begleiter und Begleiterinnen von Mädchen während ihres Aufenthaltes in den Bahnhöfen, die Fahr­beamten während der Fahrt übernehmen.

Münster, 10. Juli. Las kirchliche Amtsblatt der

g e o i s (Frankreich) bringt einen die Abschaffung des PrisenrechteZ

Zum amerikanisch-japanischen Konflikt liegen uns heute olgende telegraphische Meldungen vor:

London, 10. Juli. Der Spezialberichterstatter des ,Daily Telegraph" im Haag übermittelt seinem Blatte über )ie Streitfrage zwischen Japan und den Ver­einigten Staaten von Amerika ein ziemlich pessi- nistisches Urteil, das! er aus den Kreisen der Diplomaten iei der Friedenskonferenz erhalten hat. Nach dieser Version -aben beide Negierungen ein Versteckspiel gespielt. In diplo- natischen Kreisen glaubt man, daß die japanische Regie­rung der amerikanischen Regierung seit dem 20. Juni ver- chiedene sehr scharfe Noten zukommen ließ, welche angeblich die Mitteilung enthielten, daß die Zustände in Kalifornien unhaltbar seren. Falls die amerikanische Regie­rung nicht im stände sei, den Kaliforniern Vernunft beizu- ) ringen, werde Japan gezwungen sein, der Regierung in Washington ^zu beweisen, daß deren Autorität an der Küste )es Stillen Ozeans nur dem Namen nach besteht. In diesem Falle sei Japan vollständig berechtigt, selbst in Kalifornien ,u intervenieren und die Rechte der Japaner mit Gewalt zu verteidigen.

Paris, 10. Juli. Nach Berichten aus dem Haag wurde >ort zwar ganz unverbindlich von der Möglichkeit der Linderufung eines Schiedsgerichtes in der kali- ornischen Frage gesprochen, jedoch gleich hinzugefügt, daß lioosevelt und der japanische Premier Hayascyi nach ihrer ganzen Charakteramage einem solchen Ausweg widerstreven. Liieit größere Aussicht habe, so versichert man, ein Ver- rag, durch den die Vereinigten Staaten und Japan einander >en Status quo im Stillen Ozean garantieren würden. Ser allgemeine Eindruck ist, irgend eine Abmachung oerde zu stände kommen, u»ni augenblicklich beruhigend u wirken. Im Pariser Ministerium des Auswärtigen fält man an der Ueberzcugung fest, daß die zwiset)en Washington und Tokio schwebenden Verhandlungen unge-

Die Friedenskonferenz.

Haag, 10. Juli. In der heutigen Sitzung der vierten Kommission, welche die Frage der Unverletzlichkeit des> Privateigentums zur See bearbeitet, kündigte Beer^ naert (Belgien) die Vorschläge seines Staates an, rvelche be­zwecken: erstens Ersatz der Konfiskation durch Sequestrierung; zweitens das Prinzip der Regelung der Entschädigungsfrage im) Friedensvertrage; drittens ein Verbot, die Matrosen von Handels­schiffen als Kriegsgefangene zu behandeln, und viertens eilt Verbot, Handelsschiffe ohne vorherige .Ankündigung zu zer-

Vorschlag ein, ber besonders auf .....

ausgeht. Freiherr Marschall v. Bieber st ein hebt nochmals hervor, daß Deutschland sich nicht gegen, sondern für die Ab- chaffung des Prifenrechtes aussprach, vorausgesetzt, daß vorher die die Blockade und Korttrebande betreffenden Fragen geregelt würden. 'Lt-aatsminister BeernaerL äußert seine Befriedigung, daß Deutschland sich so bezüglich seiner künftigen Haltung noch reie Hand Vorbehalte. Argentinien spricht sich für die Auf­rechterhaltung des Kaperrechtes aus. Es wird beschlossen, denj amerikanischen Vorschlag vor den anderen zur Abstimmung zu bringen. Tie Diskussion wird, soweit sie den amerikanischen Vor­

stören. Im weiteren Verlaufe der sehr ausgedehnten Debatte; unterstützt China den amerikanischen Vorschlag, der die Ab^ schaffung des Kaperrechtes im Auge hat; Schweden eben^ falls, ohne sich indessen die Schwierigkeiten einer praktischen Durchführung zu verhehlen. Brasilien schließt sich in diesemt Punkte der Ansicht des Freiherrn v. Marschall an, indem es bedauert, daß man sich nicht zuerst mit^der^ Blockade und der; Kontrebande beschäftige. Bour

achtet gewisser leidenschaftlicher Privatäußerungen hüben und drüben einen ungestörten Verlaus nehmen werden.

Washington, 10. Juli. Die amerikanische Regie­rung nimmt die Meldung, daß der j a p a n i s ch e A d m i r a l S a k a m o to sich verächtlich über die Flotte der Vereinigten Staaten geäußert habe, mit erheblichem Zweifel auf. Sie hofft aber, daß der Botschafter Vicomte Aoki auf jeden Fall eine Untersuchung der Angelegenheit veranlassen und wenn der Admiral tatsächlich derartiges gesprochen, einen Widerruf herbeisühren werde. Die Absen düng der schiffe nach demStillen Ozean wird mit Beschleu­nigung betrieben. Es ist Befehl erteilt worden, die Her­stellung der Kessel auf den noch nicht sertiggestellten Kriegs- fchisfen so eilig wie möglich durchKuführen. Es ist beschloßen worden, die neuesten Schiffe nach den pazifischen Gewässern zu entsenden und die jüngsten Kapitäne mit dem Befehl über dieselben zu betrauen.

Das Staatsdepartement und die hiesige japa­nische Botschaft stellen entschieden die Richtigkeit dieser Meldung in Abrede, die vom Haag an ein Londoner Blatt telegraphiert wurde, daß Japan wegen der Behandlung der Japaner in San Francisco kategorisch von den Verei­nigten Staaten Genugtuung verlangt habe; sie erklären, daß keine Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen schwebten.

New York, 10. Juli. Die Meldung aus Tokio, daß der japanische Botschafter in Washington abberufen werde, wird von amtlicher Seite für unrichtig erklärt.

Admiral Iamamoto ist, von Europa kommend, hier eingetrofsen und erklärte, er sei der Ansicht, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Japan von langer Dauer sein würden. Der gegenwärtige Sturm werde sich in den Gewässern des Stillen Ozeans legen. Biel hänge bei der gegenwärtigen Lage von der Haltung der Presse ab. Iamamoto wurde auf der Quarantäneninfel in Vertretung des K'ontreadmirals Goodrich, des Kommandanten der Ma­rinewerft, von einem Leutnant begrüßt, der dem Admiral herzliche Grüße überbrachte. Später stattete der Komman­dant des amerikanischen Geschwaders, Kontreadmiral Evans, Uamamoto in dessen Hotel einen Besuch ab. Die Begrüßung war herzlich.

schlag betrifft, für geschlossen erachtet und die Fortsetzung der: Debatten -über die Frage selbst um acht Tage verschoben.

Honduras war bisher auf der Friedens-Konferenz nicht verireten, doch war auch diese zentralamerikanische Republik eingeladen gewesen. Gestern trafen mehrere Vertreter von Hon­duras im Haag ein und meldeten sich beim Präsidenten des Kon-i gresses zur Ueberreichung ihrer Beglaubigungsschreiben.

Heute nachmittag trat unter dem Vorsitz Beernaert (Bel-, gien) die erste Unterkommission der zweiten Kom­mission zusammen, um über die Gesetze und Gebrauch« der Kriegführung zu beraten. Man diskutierte über dest deutschen Vorschlag betreffend die ^Notifikation der für die Milizen und die Freiwilligenkorps anzubringenden Unterschei­dungsmerkmale. General Amourel (Frankreich) wies auf dio Schwierigkeiten hin, die es oft bieten würde, in Anbetracht unvor­hergesehener Umstände diese Notifikation auszusühren. Carlui (Schweiz) und Guillaume (Belgien) schlossen sich diesem Gesichts­punkte an, nxihrend Japan den deutschen Vorschlag unterstützte. Bei der Abstimmung wurde der deutsche Vorschlag mit 24 gegen 10 Stimmen ab gelehnt, und Artikel 2 über die Massen-, aushebung angenommen.

,. mag noch so oft versichert

werden, daß das Geschwader lediglich zu Uebungszwecken nach dem Stillen Ozean dirigiert werde, insbesondere um die Schnelligkeit der Reise dorthin festzustellen, daß aber überhaupt ein solches Manöver für erforderlich gehalten . wird, zeigt deutlich genug, wohin der Weg geht. Die De­mentis der Unionsregierung dürften wohl auch nichts an­deres sein, als Verlegenheitsphrasen, weil es sicherlich dem Marineamt sehr unangenehm ist, daß seine Pläne vorzeitig bekannt geworden sind. Daß man sich nichts Gutes von Japan versieht, beweist die Absicht, an der westlichen Küste von Mexiko eine Kohlenstation zu errichten, und wenngleich Oie Sache wieder dementiert wird, so geschieht dies aus den gleichen Gründen wie eben. Ob Präsident Roosevelt zu der Gruppe gehört, welche baldigst eine Entscheidung wünscht, ist nicht klar ersichtlich, obgleich das seinem Drauf­gängertum entsprechen würde. Vielleicht mag für ihn das Moment ausschlaggebend sein, daß zwar Amerika an der | Westküste noch nicht genügend gerüstet ist, daß gleichzeitig oder auch Japan seine Rüstungen bedeutend beschleunigen mußte, um den Iankees überlegen zu sein. Der Ausgang ^des ernsten Ringens im Stillen Ozean wäre immerhin zweifelhaft, denn die Flächenverhältnisse sind zu enorme, ßctts daß die Philippinen und Hawai als Stützpunkte für Operationen gelten könnten; ebenso ist die westamerikanische Stufte ja von |o riesiger Ausdehnung, daß eine Blockade als gänzlich ausgeschlossen gelten kann. Immerhin aber täte man im Weißen Hause gut, etwas energischer als bisher Wasser in den Wein der Kriegspartei zu gießen,, denn es darf als fraglich angesehen werden, ob die amerikanische Marine wirklich befähigt ist, ernsthaft mit Aussicht aus Erfolg den Japs entgegentreten zu können, zumal wohl die Philippinen bei dem ersten Handstreich sofort den Ja- jpanern zufallen würden. Das Mannschastsmaterial, über das die amerikanische Marine verfügt, ist höchst minder­wertig, es befinden sich viele zweifelhafte Elemente der verschiedensten Nationen darunter, von einem Patriotismus kann also kaum die Rede fein und die Disziplin läßt mehr r!s zu wünschen übrig, während von alledem bei den Japanern gerade das Gegenteil der Fall ist. Allzu scharf macht schartig, und wenn jetzt verschiedene Leute in Newyork, rrie nicht die Haut zu Markte zu tragen brauchen, zum Kriege hetzen, so kann sich dies ebenso rächen, wie vor einem Menschenalter an Frankreich.

Aehnlich wie vor einem Menschenalter in Europa der Kampf um die Hegemonie auf die Dauer nicht von der Diplomatie ausgefochten werden konnte und zu einer Explo- A swn führen mußte, spitzen sich jetzt die Beziehungen zwischen Amerika und Japan mehr und mehr zu. Eine eigentliche U Veranlassung für das gespannte Verhältnis liegt augen­blicklich nicht vor, im Gegenteil bemühen sich die beider- i/ fettigen amtlichen Stellen, die Situation als so harmlos 'ri wie möglich und die Beziehungen als durchaus höfliche *' nnd korrekte hinzustellen. Gleichwohl aber deuten alle Mel- düngen darauf hin, daßetwas in der Luft liegt", gleich- inie vor dem Jahre 1870. Es ist eben der innere Gegensatz : zvnschen den beiden Völkern, der sich durch äußerliche Mittel ?n, nicht überbrücken läßt und der über kurz oder lang zum Aus- . bruch kommen muß. Allerdings mag es fein, daß es au -J beiden Seiten Parteien gibt, welche diese Entscheidung be- [fi] schlemiigt wissen möchten, insbesondere sind es verschiedene Newyorker Blätter, die gewaltig in die Kriegsposaune stoßen g und wohl auch die in Marineoffizierkreisen herrschende N Stimmung wiederspiegeln. Aehnlich ist es zweifellos auch in Japan der Fall, und die gehässigen und abfälligen Aeuße- R rangen eines japanischen Admirals über die Fähigkeiten ber amerikanischen Marine sind ein überaus charakteristi­sches Momeill für die bei den Japanern vorherrschende Denktoeise. Von Washington aus ; werden, daß das Geschwadc

politifcfye

Das Recht auf den Profefsortitel.

Zu dem Bericht über den Pwz- betreffend das Recht zur Führung des Professortitels in Nr. 312 derBoss. Ztg." schreibt Herr Professor Tr. Koßmann, daß er nicht, wie in dem Be­richt angegeben, im Jahre 1887, sondern schon 1877 zum außer­ordentlichen Professor an der Universität Heidelberg ernannt worden sei. Er ist also erst aus dem Lehrkörper dieser Univer­sität geschieden, nachdem er dreizehn Jahre hindurch bad Amt bekleidet und dort ebensolange den mit ihm verbundenen Titel geführt hatte. In dem Bericht war auch irrtümlich angegeben, daß der Polizeipräsident die Aerztekammer darauf aufmerksam gemacht hätte, baß Kvßmann zur Führung des Titels in ber bisherigen Form nicht berechtigt sei. Die Aerztekammer selbst hatte bisher nie Gelegenheit, sich mit ber Angelegenheit zu beschäftigen, vielmehr hatte ber Polizeipräsident lebiglich dem Vorsitzenden der Aerztetjammer seine Ansicht mitgeteilt. Koß^- Mann aber hat seinerseits aus eigenem Antriebe die Bean- 'tandung des Polizeipräsidiums der Staatsanwaltschaft mttge- :eüt und die Einleitung des Striasverfahrens gegen sich ge­ordert. Er ist auch ber Ansicht, daß bie Entscheibung des Kvmmergerichts, bie ihn wegen Zubilligung des guten Glaubens von der Anklage freisprach, auch in tatsächlicher Bezielmng zu seinen Gunsten ausgefallen sei, da er zur Zeit seiner Er­nennung unbestritten badischer Staatsbürger gewesen. Hierzu ist zu bemerken, daß das Kämmergericht bie Anschauung aus­gesprochen hat, ein Preuße, dem von einem nichtpreutzischen Staats­oberhaupt ein Tttel verliehen worben sei, dürfe ohne Genehmigung bes Königs von Preußen ihn weder annehmen noch führen. Kvßmänn ist zwar von Geburt Preuße, als außerordentlicher! Professor «an einer Universität in Baben war er aber zweifellos badischer Staatsbürger, bedurste also als solcher zur Annahme des Professortitels nicht der Genehmigung des Königs von Preußen. Durch die Wiederübersiedelung nach Preußen hat er die badische Staatszugehörigkeit nicht verloren, es bürfie ihm aber auch in Zukunft nicht verwehrt werden können, sich wie bisherGroßh. badischer Professov" zu nennen.

> 157. Jahrgang Donnerstag 11. Juli 1907

Dem Gießener Anzeiger OK ,

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dem hessischen Landwirt «S jährlich Mk. 2.20; durch

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Diözese Münster veröffentlicht den Brief des Papstes an den Professor Cornmer in Wien.

Aus dem Zarenreiche.

Petersburg, 10. Juli. Da nach den vorliegenden Nachrichten in 17 Gouvernements auch in diesem Jahre starke Mißernte zu erwarten ist, richtete bas ÖHnifterium des Innern schon jetzt ein Rundschreiben an die betreffenden Gouverneure, worin diese aufgefordert werden, vor allem bafür_ zu sorgen, daß der Bedarf der Bauern an Getreide zur Verpflegung nicht zu hoch angegeben werde. Die Regierung beabsichtigt somit eine Notstandsaktion in derselben un- genügenden Weise zu organisieren wie im vorigen Jahre.

Aus dem Gebiet der Ladoga-Kanäle wird gemeldet, daß ausständige Bauern'die Kanäle durch Drähte ab­gesperrt haben, um den Verkehr der Schleppdampfer zci ver­hindern. Bei einem Kampf zwischen Polizei und Bauern wurden 4 ber letzteren getütet, 7 schwer und 9 leichter verletzt.

Amtlich wird nunmehr bestätigt, daß e8 tatsächlich allen 5 Mitgliedern des Petersburger Arbeiter-Depu­tiertenrats gelungen ist, auS ihrem Verbannungsort in Sibirien zu entfliehen. Alle Nachforschungen der Behörden nach dein Verbleib ber Flüchtlinge sind bisher erfolglos gewesen.

Riga, 10. Juli. Zwei Arbeiter würben zu lebens­länglicher, bezw. achtjähriger Zwangsarbeit verurteilt wegen eines Anschlages, den sie seinerzeit auf den Deutschen Luth atisführten, bei dem Luth schwer verletzt wurde.

Die englischen Journalisten.

London, 10. Juli. Die englischen Journalisten, die an der Fahrt nach Deutschland teilnahmen, kamen heute zu einem gemeinsamen Frühstück zusammen, bei dem der Präsident des Komitees der englischen Journalisten, Wilson, dem kürzlich die Ritterwürde verliehen worden ist, den Vorsitz führte. Nachdem mehrere Redner Wilson zu der ihm zuteil gewordenen Lluszeichnung beglückwünschten, ergriff Wilson bas Wort und sagte, er glaube, der König habe, als er ihm die Ritterwürde verlieh, die politischen Dienste anerkennen wollen, die von den englischen Journalisten, bie Teilnehmer an der Fahrt nach Deutschland gewesen, geleistet worden seien. Wilson gab dann seiner herzlichen Freude Ausdruck, die Teilnehmer an der Reise nach Deutschland wieder ver­sammelt zu sehen; sie zeigten dadurch, daß die deutsch­freundlichen Gesinnungen, die durch den äußerst freundlichen Empfang geweckt loorben seien, in ihnen iveiterlebten und von ihnen voll geschätzt würden. Andere Redner äußerten sich in demselben Sinne. An den Herzog von Trachenberg wurde ein herzliches Begrüßungstelegramm gerichtet, m welchem es heißt, die englischen Journalisten erinnerten sich mit der lebhaftesten Freude und Dankbarkeit der ihnen in Berlin und überall in Deutschlaud bewiesenen Güte.