L57. Jahrgang
Zweites Blatt
‘r*
Q
eben dieser Eino ruck, den ous xjurq)ie|en iuq nuu, »uu^u, ; genialer Vegavuug ist ügentkG SchM>, KH dre Sa”ä£ KaKe zu Stande d, M, mV
1^1
Ulebattton, Expedition und ©ruderet: Schul- straße 7. Expedition und Verlag r e=a® 6L Redaktion: 112. Tel.-Adr- An-eigerG letzen.
Donnerstag 10. Oktober 1807
A4 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen UniversitätS - Buch- und Steindruckeret, M Hl E'r rcl R. Lange, Gieße«.
Erlchetnl lügllch mü Ausnahme des Sonntags.
Die ^Stetzcner Kamittend'ütter- werden dern An-viger* oternml wöchentlich beigelegt, das 'rlretsblaN für den Kreis Gießen" zweimal wSchenütch. Der ..hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Ern deutsches Kriegerdenkmal aus französischer Erve.
Villers-sur-Marne, 9. Okt. Auf dem hiesigen Friedhöfe sand heute die Enthüllung des Denk" ru als statt, das die sächsischen Kriegerver eine den am 2. Dezember 1870 gefallenen sächsischen Jägern und Schützen gestiftet haben. Die sächsischen Kriegervereine waren durch Abordnungen vertreten. Der zur deutschen Botschaft in Paris kommandierte Oberleutnant Frank hielt in Vertretung des Botschafters eine Gedenkrede, die einen tiefen Eindruck machte. Im Namen der Gemeinde, VillerS sprach der Maire Quirin. Sodann nahm der hier wohnende Oberstleutnant der Territorialarmee, Demange, als Mitkämpfer von 1870/71 das Wort urd) feierte in deutscher Sprache den Heldenmut von Freund und Feind an jenem denkwürdigen Tage. Der Obmann, der Abordnungen der Kriegervereine dankte in herzlichen Worten. Darauf wurde das deutsche wie das französische- Kriegergrab mit Kränzen geschmückt.
kommt. Denn Alles sprach hin und her darüber und keiner wollte ansangen; sie wollten es auf's nächste Früh^ jahr verschieben und dergl. und wie mich das Herrliche des Stückes so packte, da kriegte ich den alten Trieck an inibi sagte: jetzt oder niemals. Und der war liebenswürdig: und sagte: jetzt! und so conftwnirte ich aus Herzenslust 'daraus los und jetzt haben wir täglich zwei Proben davon und die Chöre knallen, daß es eine währe Wonne ist. Ganz Berlin glaubt natürlich, wir seien sehr pfiffig und ich eomponirte die Chöre, um Hofgünstling zu sein oder Hof- musikus, oder Hofnarr, und ich gedachte anfänglich gerade im Gegentheil, mich auf die Sache gar nicht einzulassen; aber das Stück mit seiner außerordentlichen Schönheit und Herrlichkeit trieb mir alles andere aus dem Kopf und liest mir nur den Wunsch, es baldmöglichst einmal dargestellb
xlrc richtig!) . „ .
'jicbucr alsdann auf bic Entstehung der Bewegung bei cnsionsv-'nchcherung des Näheren ein bis zu dem Zeitpunkt, 3 bie Denkschrift der Regierung erschien. Die Kritik der euhchrist nahm einen -weieretn Raum seiner Arssührungen cm. c ivendet sich dagegen, daß man der Denkschrift vorgeworfen t, s.e sei kalt und nüchtern: das sei von einer Statistik wohl cht anders zu erwarten. Wohl aber sei es bedauerlich, daß c Denkschrift sich darauf beschränkt hat, lediglich,auszurechnen, ie l/och die Beiträge sein müßten bei einer Gleichstellung^ der ensuulsbedmgungen mit denen der Staatsbeamten und daß ]ic d)t gleichzeitig versucht habe, einen Weg zu bahnen, urn/rnu) i germgeu Beitragslcistungen ebnes Annehmbares zu erzielen. Vr.vn die Denkschrift bei Berechnung des Durchschnitts-Gehaltes, s sirr die Privat-Beamten allein in Betracht kommt, eine Bec- agsleistung von 15 Prozent ausrechnet, so sei das aus ver- ,.ebenen Gründen viel zu l)vch gegrisfen.
Redner sucht dies im Einzelnen aus durch Gegenuber- llung ber Zahl der Verheirateten in der Dcnkschrist und nach r BerusLstetlung. ebenso die Alterszusammensetzung, bic Be- chnung der Einlagen, die Berechnung ber Verwaltung usw. cp.n büric annehmen, bei Berücksichtigung dieser verschiedenen -csichtspaukte auf eine Bcitragsleistung von etwa 12 bis lo rozcut zu kommen. Der Hauptausschuß der Prcvatbeamtcu t aus err Dcnkschrist die uatairliche Folgcrimg gezogen, daß ie Äu-Vräwe der Privalbeamten dementsprechend etwas niedriger ngestellt werden müßten. Ec wolle im wesentlick-en nur das- rae erreichen, was sich bei einem 10 Prozentigen Beitrag durch- h en läßt und zu gleichen Teilen auf Arbeitgeber und Ange- allte verteilt werden soll. Er hofft, daß sich bei, einem der- rtigen Beitrag eine biente von zwei Drittel des Gehaltes nach 0 Beitragsjahren, eine Altersrente vom 65. Lebenswahre und ne Witwenrente von 40 Proz. der Invalidenrente erreichen! ißt. Ob bu:. wirklich möglich ist, muß natürlich statistisch naa^ • oräst werden. Jcdenfall-s ist Tiber die Grenze der Beiträge -tzt eine einheitliche Zusammenfassung der Wünsche erreicht wor- en. Der Hauptstreit ist dagegen über die Frage entbrannt, "eiche Form uft dieses' Gesetz geschaffen werden soll,. Ob man nie Sonder-Einrichtung für diese Verftcherung schafft, oder ob ton einen Ausbau des Invalidengesetzes vorzieht, das ist die Streitfrage.
biedncr geht hieraus ausführlich auf verschiedene Grunde in, welche von beiden Seiten für die eine oder die andere Form ns Feld geführt werden. Nach der Statistik der Organisation oben sich etwa 500 000 Prwatbeamten für eine besondere Kassen- inrichtnug und etwa 200000 für den Ausbau des Jnvalidit'ts- esetzcs ausgesprochen.
Für ben Ansoau des letzteren Gesetzes sind nach Ansicht des keduers hauptsächlich zwei Gesichtspunkte maßgebend: 1. Der lmstand, daß eine Reihe von Privatangeftellten, wie,z. B. die ^rkmei'ier, nicht dauernd zu einer Kasse gehören werden; ondern abwechselnd dem Jnvalidengesetz und der Souderkasse -uterworfen sein würden; und ”2. der Umstand, daß heute schon iö Proz. der Privatbeamten dem Jnvalidengesetz unterstehen •nb zu erwägen wäre, ob diese Erschütterung aus dem Gesetz icnommcn werden könnte.
Anscheinend schätzt jedoch die Reichsregierung diese beiden tragen nicht als unüberwindliches Hindernis ein. Graf Posa- wwskli habe im Reichstag ausdrücklich auf diese beiden Wege stugewiesen. Bon verschiedenen Seiten werden zur Schaffung einer
Eirr neuer ÜandiSal für den Posener ErzbischoMuhl.
Köln,9. Okt. AlsKandidat für benPcsener Erzbischofstuhl ist, wie aus Kölner kirchlichen Kreisen verlautet, der Pater Mazarius, der bisher im Fran- zislanerkloster ' in Aachen wirkte, in Aussicht genommen. Pater Mazarius befindet sich zurzeit in dem Kloster auf dem Appolinarisüerge bei Remagen. Das Augenmerk der Negierung war, wie ein Privattelegramm dem „L. A." berichtet, auf Pater Mazarius gefallen, weil er der Verschser des weitverbreiteten polnisch-deutschen Beichtbuches ist. Die Besprechungen über die Erzbischofswahl fanden im Auftrage der Regierung mit dem Oberpräsidenten der Rheinprovinz in Bonn statt. Näheres ist über den Verlauf der Besprechungen noch nicht bekannt. Die Annahme der ^Kandidatur und Wahl hängt von der Entscheidung des Fran^ ziskaneraenerals in Rom ab.
yiationaUitierdler Parteitag.
(.Unberechtigter Nachdruck verboten.!
(Fortsetzung.l (
S. u. H. W r e s v a d e u , 6. Okt Zweite Hauptversammlung.
Auch am zweiten B e r ha n d 1 u n g s t a g.e war der o s e Saal des P a n l i n e n s cb l ö s; ch e n s bis auf den pter. Platz gefüllt. Der erste Vizepräsident desReichs- w» Geheimst Dr. Paasche, eröffnete die Sitzung um 11V2 vr’inü geschäftlichen Mitteilungen, worauf Reichstagsabgeord- «cr Dr. Str esc mann, lebhaft begrüßt, das Wort zu seinem irtcage über „Die Versicherung der Privatbeam- V" ergriff. Ec führte u. a. aus: , t r
tjrgib.t-cnb zu der Sozialpolitik auf dem Gebiete ber Aroeiter- L-;yl-ne trat folgerichtig für die nationalliberale Partei jene i t tel st a u d s po l i t i k ein, deren Grundlinien der Abgeorv- te Patzig duf dem- Parteirage in Goslar darlegte, ein.^ Die
Deutschlands in wirtsckMstiicher Hinsicht beruht ge- st m er vr Linie auf der Tüchtigkeit unb Intelligenz lemer infleute uno Industriellen und der guten technischen,und k^us- älmischen Forlbitdung dieser Kreise. (Bravo!) Diewn^werten Tijcn die Berufsfreudigkeit zu crh.ckreu durch eine Sicherstellung . jnter ist gewiß auch ein Lebensinteresse dieser kaufmänupchen tb inbiiilrieikn Kreise.' (Sehr richtig!) Die Zustimmung Meter urdelskammern. und Industriellen beiveist, daß nmn, iid) in ekn Kr ustm solchen Ansichten anschüeßt. , Man erlasst davon, ß ber Kaufmanns stand Vorteile ziehen wird. Und ebenjo wie 1 ixr Ar bei, er-Vers icherung das StaatS-Jnterene geltend war, cc> auch geltend in dieser Frage ans denselben Beweggründen.
zu sehen."
— Kleine Kunstchro nik. Das W. T. verbreitet folgende. Meldung ans Petersburg: „Der hiesige Stadthauptmarutz verbot im Interesse der öffentlichen Moral die A u s st e l l u n gi von Abbildungen nackter Körper, auch für den Fall, daß es sich um Reproduktionen von Kunstwerken handelt." Dieser Erlaß des Petersburger Stadthaup!mauns ist in seiner lakonischen -'Form unbegreiflich. Rubens, Correggio und Tizian werden mch -den Illustrationen in irgend einem Schmckbuch in einen Topsi geworfen! — Klara Biebig war an einer Blntvergm- t un g , die sie sich an der rechten Hand zugezogen hatte, erkrauck. Tie Dichterin beflndet sich auf dem Wege der Besserung. — Der 'Miimchener Hofschauspieler Kärl Häusser i|t infolge ein s Herzschlags plötzlich gestorben. Vor wenigen Tagen hatte er sein Mähriges Bühnenjubiläum feiern können und war aus diesem- Anlaß zum Ehrenmitglied der Hofloühne ernannt worden. Häusser, geboren 1844 zu Frankfurt a. M., war ein Künstler von genialer Begabung und scharfem Verstand. — Felix Dahn tnertz
~ ' Vr essl a u seiu Unfzigjähriges Dozenteniubilaunu
— Zur Gymnasialjubelfeier wird bekanntlich am Freitag in der neuen Universitätsaula die Sophokleische Antigone" durch Gymnasiasten zur Ausführung gebraut werden mit der Mendelssohnschen Müsik Mendelssohn war durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I . veranlaßt worden, die Musik zur Antigone zu schreiben. Näheres darüber berichtet er selbst in einem Briefe an David: „Hab' Dank," heißt es dort, „daß Du die Antigone gleich durchgelesen hast; daß sie Dir ungeheuer ge, allen würde, wenn Du sie läsest, das wußte ich wohl vorher und eben dieser Eindruck, ben das Durchlesen auf mich machte,
ju erhalten. Ich banke Herrn Dr. Streesemann, baß er ba3 Verhalten ber Industrie gegenüber ihren Beamten wohlwollend» anerkannt hat. Die deutsche Jnbustrie ist teilweise schon vorangegangen mit der Versorgung ihrer Angestellten. Sie konnte nicht warten auf das Beste, und mußte zufneben sein mit beiri Guten. Sie hat vielfach schon Vorsorge für ihre Beamten getroffen unb ist vielfach weitergegangen, als ber Staat seinen Beamten gegenüber. Tie Privatinbustrie wird gern und treu die Hand bieten zur Durchführung der Privatbeamtenveriicherung, weil sie damit eine große nationale Aufgabe zu erfüllen boht., Wir werden daher sieudig Mitarbeiten an der Lösung dieses wichtigen Problems. (Anhalteiider Beifall.)
Inzwischen ist folgendes Telegramm cuigcMen, welches ebenfalls mit starkem Beifall ausgenommen wurde:, „Ter 500 000 Mi- glieder zählende Deutsche Beamtenound üben endet dem Allgemeinen Vertretertag der NationallilSralen Partei Gruß und spricht die Hoffnuitg aus, daß die nationallwerale Partn für nachdrückliche Aufbesserung der Beamtengehälter eintreten wird.
rtsttzuna s0l gt.) , ,, _______ ,
Airchs und
— Gegen die neureligiöse Bew e gun g erging vom König!. Konsistorium Ka s s e l an die Geistlichen folgender Erlaß: „Schon im vergangenen Monat haben wir vor einer Bewegung gewarnt, welche, von außen hereingetragcn, zunächst in Kassel Boden gewonnen hat, nun aber weitere Wellen innerhalb unseres Bezirkes geschlagen und hier und da Unruhe und Verwirrung in unsere Gemeinden gebracht hat. Sind wir arych! überzeugt, daß die Bewegung ohnehin vor dem gesunden Sin,: unserer Bevölkerung nicht Btand zu halten vermag, so wird es doch mancherlei betrübenden Vorkommnissen gegenüber zur Klärung dienen, wenn wir die Bewegung wiederholt und nachdrücklich als eine unevangelische, durchaus ungesunde und das geistige Leben in unserer Gemeinde schädigende kennzeichnen, die wir mit aller C-ntschiedenheit von unserer Kirche zurückweisen. Zur Wahrung des Wohles und des Ansehens der letzteren müssen wir insbesondere den unserer Aufsicht unterstehenden Geistlichen warm ans Herz legen und ausbri'.ckl:ch zur amtlichen Pflicht machen, daß siesiich von dieser Bewegung völlig fernl-alten und wo sie hervorgetreten ist oder hervortritt, ihr durch Bekanntgabe dieses Erlasses von der Kanzel und durch sonst geeignet erscheinende Mittel enLgegenznwirkeü."
_ ■ ■■■ j..—l 1, II 1.11 um«n*rrr -ss’Wia'5'r'
Die -LutomobiL-Rennbahrr im Taunus.
Man schreibt und ans Frankfurt:
Ter Frankfurter Automobilklub scheint mit seinem Projekt ine ganz glückliche Lösung der Frage nach der Autorennbahn ge- unbeit zu haben. Zuuäcyst spricht es für das Prolekt, daß der lordere Taunus mit seinen Kurorten und Sommerfrischen mept neljr in Betracht kommt. Die Fremdenindustrie kann dort ruhig ueitcr florieren, wenn hinterm Feldberg Kraftwagen pfauchen. Werfen loir einen Blick auf das Gelände, das die Rennstreae )nrel)fchneiden soll, unter Ausscheidung des Nebenprojektes, das mit dem zweimaligen Ueb er sch reiten des Eisenbahnniveaus den Todes keim in sich trägt. Der schöne Punkt zwischen Kloster Thron und Sa al bürg ist auf der neuen Strecke beibehalteu. Lies ist ein übersichtliche Platz, 'jub die Naye ber Saalburg dürfte dem Kaiser genehm sein. Westlich der Wehrheimer Straße ioll die Bahn in südwestlicher Richtung vorbei an Arnoldsham unb Obereeifeuberg, am Nord ab hange des Feldbergs bis in die Höhe von Glashütten führen. Zwisä^en 5Aoster Thron und Glas- hütlen besteht ein Niveau-Unterfehied von zirka 260 Metern. Am Älaskopf (687 Meter) wendet sich die Rennbahn nach Norden. Sie zieht vorbei an Oberems nach Tenne, wo sie die alte Strecke schneidet. Am Psaffeukopf und dem Schnepfenberg weiter geht -s in nördlicher Richtung auf Rod an der Weil los.. Zwei Kilometer südlich dieses Ortes wendet sich die Strecke nach Osten, das We>ltal schneidend. Tie bei der alten Strecke voryandenen v'-elen Kurven durch das Weiltal fallen weg, ebenso der gefährliche Cuapaß in dem Dorfe Esch und die Enge vor Weilburg. 3n östlicher Richtung windet sich die Bahn an Ober- llinken und Herzhausen vorbei, um bann nach__öüdosten um ^ibicnen Rod am Berg unb Ansbach rechts lassend, fuhrt die drecke auf Kloster Thron zu. Alle bewohnten Orte werden 7-uaanaen- kommt bie Strecke einmal einer Verkehrsstraße nahe, f
im We^el einige Kilometer bergauf und bergab. Am Kloster
Sonberklasse Bedenken laut. Dagegen lstilt der Referent die von i ben Verfechtern des Ausbaues der Jnvalidengesetzes vorgebrachten l Grüiide nicht für ausschlaggebend. Falsch sei es, darauf hinzu- 1 Meisen, daß die Witwen- und Waisenversichcrung im Sinne . ber Privatbeamten gelöst sei. Ter zu diesem Zwecke zur Ver- • fügung stehende Ueberfluß der Zölle würde nur für die erwerbs- ' unfähigen Witwen eine Fürsorge ermöglick)en. Ebenso sei nicht : bewiesen, daß die Verwaltungskosten bei dem Ausbau des ^>n- validengesetzes billig sein würden. Wenn man behaupte, daß die' 'Schaffung' einer Sonderklasse den sozialen Gegensatz verschärfe, so halte er das für unrichtig. (Sehr richtig.) In hohem Maße würden diese Gegensätze verschärft, weil für die höheren Klassen des Jnvalidengesetzes bedeutend höhere Lasten verlangt würden, als für die niederen Klassen. Für die Sohaffung einer Sonderklasse sprächen daher hauptsächlich die Gründe, daß etne ausreichende Witwen- und Waisenvcrsicherung nur im Rahmen einer solchen speziellen Klasse sich praktisch würde ausführen laßen. Graf Posabow'sky l>abe wiederholt erklärt, daß für das Jnvalidengesetz nur die Erwerbsinvalidität in Frage komme. Ob endlich eine Herabsetzung der Altersgrenze innerhalb des Jnvalidengesetzes für die Privatbeamten zu erreichen sei, wäre gleichfalls fraglich, da es zweifelhaft wäre, ob die bceichsregierung ihrerseits auf die Anträge der Reichstagsparteim, die schon lange eine Herabsetzung ber Altersgrenze für die Arbeiter fordern, entgegen würde.
In der Beantwortung dieser Frage liegt der Kcm der drei F-ragen. Tie nationalliberale Partei wird gut tun, dem Stadium ber Sache nach von einer bestimmten Stellungnahme nach der einen ober ber anderen Richtung Abstanb zu nehmen, um bic endgültigen Entschlüsse der Privatbearnteu abzuwarten. Möge es diesen gelingen, die jetzt noch abseits stehende Minderlüit zu einem einheitlichen Vorgehen zu veranlassen, um dadurch die Wehrkraft der Äewcgung zu stärken. Jedenfalls muß es entschieden zuruck- gewSscn werden, wenn Einzelne die Anichauungcn so hmsteltm, als ob die überwiegeiide Mehrheit des Reichstags sich bereits für ihre Forderungen feftgelcgt habe unb nur bie)c burchfuhrvar seien. In Wirklichkeit könne davon keine Rede sein.
Die zu diesem Thema üorgelcgte Resolution lautet:
Der Allgemeine Vertretertag ber nationalliberalen Partei sicht ebenso wie in ber Erhaltung bes geincrbtätigcn Mittel- staiibcs in ber Stärkung unb Sick-erstcllniig der in ber Pnvat- beamterischaft bestehenden Mittelftandsschichten cm Gebot staat- [icbcr Notwendigkeit. Er begrüßt die Bestrebungen auf Schalung einer staatlichen Pensionsvcrsichcrung als Mittel zur Durchführung dieses Zweckes und glaubt, daß diese Versicherung nicht nur für die Privatbcamtensckwft, sondern ebenso für den dculsaicn Handelsstand und die deutsche Industrie segensreich wirken wird und daß sic vor allem im StaatSinteressc liegt. Ter Vertretermg erkennt mit Genugtuung die bisherige Haltung und initiative der Reichstagsfraklion in dieser Frage an und hofft, daß es ibr in Gemeinschaft mit den übrigen nationalen Parteien genügen werbe, ein Gesetz zu schaffen, welches den berechtigten Wim,chen der Privatbearnteu Rechnung trägt. Bezüglich des für bic Durchführung ber Versicherung einzuschlagendeu. WegcS sieht der Vertretertag bavon ab, jetzt eine binbenbe Stellung einzmiehmcu, zumal dies auch von bem, J>en größten Teil ber deutschen Privat- beamteii umfassenben Hauptausschuß für bie staatliche Penston^- versicherung ber Privatangestcllten selbst bisher noü) nicht eno- aultig geschehen ist." _ , r .
In ber Aussprache bot Abg. Landes rat Dr. Schrvdcr- Kassel, ber stellvertretende Vorsitzende der Landcsvcrsick-erungs- anstalt ftir Hessen-Nassau, wertvolle Ergänzungen zu den Ausführungen des Referenten, und zwar besonders vom rem versicherungstechnischen Standpunkt aus. Tic Mehrzahl der Pnvat- angestelften gehört heute schon zu den Versicherungsanstalten und auch die höher bezahlten waren wenigstens eine Zcrtlang deren Mitglieder. Wenn die Privatbeamten aus den Verlicherungs- anstalien aussck)eiden, würden etwa IV2 Millionen Versicherte verloren gehen. Es wird sich fragen, ob dann die deutschen Versicherungsanstalten noch ihrerseits finanziell leistungsfähig. bleiben werden. Tiefe Frage bedarf der ernstesten Prüfung. Tie Vorfchläge des Dr. Potthof bieten an und für sich etwas sehr Vcstcck/endcs. Jni Kernpunkt ist es aber kaum möglich, in einem und demselben Gesetz verschiedene Klassen von Versicherten zu schaffen. Ich glaube dalM, daß auf dem Wege des Dr. Potthos nur im beschränkten Umfange geholfen werden kann. Ich halte ebenfalls eine besondere Verficherungskasse für möglich, vielleicm im Anschluß an die Landesversichcrungskasse. Die Wünsche der Privatbeamten auf eine höhere und selbständige Versicherung sind gerechtfertigt. Sic sollten aber einig sein. Deshalb frnd bie Bestrebungen des Werkmeisterverbandes und des Dr. Potthof der Sache nicht gerade förderlich. Bei der. Privatversichcrimg der Privatbeamten heißt es: Abhilfe tut dringend not, doppelt gibt, wer bald gibt. (Lebhafter Beifall.)
Hiller-Leipzig, der Vorsitzende des Verbandes dcuftchcr Handlungsgehilfen m Leipzig, erklärt, daß beide Vorredner ihm aus der Seele gesprochen hätten. Auch er fei für eute Soilderklasse.
Abg. Dr. v. Vötting er: Die Industrie ist sich sehr wohl Dcr Wichtigkeit des Standes bewußt, der mit dazu beigetragen hat und weiter dazu beiträgt, bic beutleJ3nbu|~tiie auf.ber ^056 ThroUträgt bic Meereshöhe zirka 900 Meter, am Gegenpunkt bei Tenne beinahe 500 Meter, nachdem auf der Strecke hinterm Fcldbcrg fast 600 Meter Meereshöhe erreicht waren. Von Seltne fällt die Bahn in ihrem nörblichen Teil stetig bis Kloster Thron. 18 bewohnte Orte, bie burchaus bie Landwirtschaft pflegen, werden von der neuen Strecke umschlossen. Sehr wenige Landstraßen durchziel-eii das Gelände. Da alle Straßen mtttel^ liebersiihrungen überschritten werden sollen, so ist m Anbetracht des lkostenpunktes der fehlende Ueberfluß von Landstraßen dem Projekt günstig. Eine Eisenbahn ist nicht zu überschreiten. Vorteilhaft bemerkbar wird sich die Menge der Zufahrtsstraßen von Frankfurt, Nauheim, Wiesbaden usw. machen, bic cs dem Zahlenden Publikum leicht machen, die Strecke und nammtlich die -trioune zu erreichen. Tie Eisenbahn fährt kaum. 500 Me,er an dem Startpunkte vorbei. Die vielen Kürorte, die sich am Sudabhange des Taunusgebirges hinziehen, werden zweifellos Nutzen von der auf ein Stündck)en Entfernung hinführenden ^utomobilrennbahn haben. Die zum Teil ziemlich verkehrsarmen Orte, in bereu nächster VUilje bie neue Strecke vor beiführen wird, versprechen sich von der Erbauung und Unterhaltung der Strecke mancherlei Verdienst.


