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10.7.1907 Zweites Blatt
 
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Zweites BSarr

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Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Gberhchen

Redaktion. Expedition und Druckevrii Schul- straße 7. Expedition und Verlag i «« 6L Redaktion: 112. Teü-Adr^ AaheigerGtetzea.

DieSietzener Familienblatter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreilblatt für den Kreis Gietzen" zweimal wöchentlich. Derhesstsche Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Mittwoch 10. Juli 1907

Rotationsdruck und Verlag der BrÜhl'schen UntversitätS - Buch- und Steindruckerei, R. Laag«, Ließen.

Aon den Reisen des deutschen Kaisers.

Bergen, 9. Juli. Der deutsche Kaiser hat nach- ilttagZ l1/* Uhr die Reise nach Rordsjord fortgesetzt. Das Setter ist kühl und regnerisch.

Vor der Abfahrt derHohenzollern" nach Olden n Nordfjord, ivo die Ankunft gegen Mitternacht erfolgen >ird, arbeitete der Kaiser vormittags mit dem Vertreter des Auswärtigen Amts. An Bord ist Alles wohl.

Paris, 9. Juli. Der Petersburger Korrespondent e§ »Petit Parisien" erfährt aus guter Quelle, daß der Zar ieterhof verlassen habe und an Bord seiner sacht nach Nordfjord abgefahren sei. Dieses dürfte lahrschemlich auch das Ziel dec Kreuzfahrt des deut- chen Kaisers sein. Der Korrespondent glaubt, daß eine Zusammenkunft der beiden Monarchen dort statt- nden werde, es war ihm jedoch unmöglich, wegen der röten Stunde, zu der die Nachricht einging, hierüber rkundigungen einzuziehen.

Frankfurt a. M., 9. Juli. Als Ergänzung der Meldung, bou der Kaiser im nächsten Winter auf der eplanten Mittelmeerfahrt Monaco und Korfu ^-suchen wolle, wird der »Frkf. Ztg." aus Skutari berichtet, der Kaiser auch einen Ausflug nach Südalbanien eabsichtige und Apollonia und Dodona besuchen wolle. Die Nachricht habe in ganz Albanien einen großen Eindruck emacht; alle bedeutenden Städte Albaniens beabsichtigen, )eputationen an die Plätze zu entsenden, wo der deutsche Kaiser albanesischen Boden berühren wird, um ihm eine )uldigung zu bereiten.___________________________

Die Friedenskonferenz^

Haag, 9. Juli.

In der heute morgen abgehaltenen Versammlung der ur Beratung der Frage der Ausdehnung der Be­im muugen der Konvention des Roten Kren- es von 1864 auf den Seekrieg eingesetzten Untcr- ommission zogen die Niederlande den Ergänzungsantrag a dem deutschen Ergänzungsantrag zurück. Der letztere ing dahin, daß jedes Kriegsschiff einer der kriegführenden Parteien unter gewissen Bedingungen die Auslieferung der n Bord genommenen Verwundeten, Kranken und Schiff- rüchigen verlangen dürfe, gleichgültig, welcher Partei die- den angehören. Ren auld (Frankreich) verteidigte nach- rücklich den deutschen Antrag, den er für notwendig rachtete, als Ergänzung zu der den Hospitalschisfen ein- eräumten Immunität. Es handle sich dabei um ein mili- ärisches Interesse, welches respektiert werden müsse, wenn ächt das Prinzip der gegenseitigen samaritären Hilse- ?üstung gefährdet werden solle. Siegel (Deutschland) chloß sich völlig diesen Worten an. Bei der Erörterung es in drei Lichtern bestehenden UnterscheidungAzeichens, as die Hospitalschiffe nachts aushängen sollen, bemerkte J11 [ e i) (England )namens seiner Delegation, daß dieses '»eichen, wenn die Hospitalschiffe mit der Flotte fahren, ine Gefahr für diese bilden könnte, da sie deren Bewegungen -erraLen würde. Nelidoff (Rußland) fübrte aus, man önne den Gebrauch des Lichterzeichens für den Fall einer schlacht einschränken. Schließlich kam man überein, die ---rage dem zur Formulierung des. endgültigen Entwurfes' ingesetzten Redaktionskomitee zu überweisen, die heute bend zusammentreten wird und zusammengesetzt ist aus Vertretern Deutschlands, Frankreichs, Englands, Belgiens, .nillands, Japans, der Schweiz, der Türkei und Chinas mb die Sitzung wurde aufgehoben.

Der Korrespondent derJndependance Belge" berichtet rber die Einbringung eines interessanten Vor- chlages seitens der amerikanischen Delegierten be­reisend die Gründung eines permanenten Schiedsgerichtes. Die Mitglieder dieses Schieds­gerichts sollen auf fünf Jahre gewählt werden und eine ehr hervorragende Stellung einnehmen. Die Mitglieder, velche außerdem hervorragende Juristen sein müssen, sollen iUr Aufgabe haben, die Arbeiten der zukünftig stattfindenden tongresfe vorzubereiten und sich mit der Schlichtung von Konflikten zwischen den Staaten befassen. Der Vorschlag )at große Aussicht, angenommen zu werden, da er im oesentlichen den Wünschen der größten Zahl der Dele­gierten der Haager Konferenz entspricht.

Ein sehr verständiger Antrag zur Verbesserung res Vermittelungsverfahrens ging von Peru nn, in welchem es heißt: Wenn zwei Mächte in Konflikt geraten sind, so kanK eine dieser Mächte dem internationalen Bureau im Haag .eine Mitteilung zugehen lassen. In liefet Mitteilung erklärt die Macht, daß sie bereit sei, ich einem Schiedsgericht zu unterwerfen. In der Note '.arm kurz angegeben werden, in welcher Weise die Macht >en Konflikt auffaßt und was die Macht als ihr Recht rnsieht. Das internationale Bureau hat dann genau von dieser Erklärung Kenntnis zu nehmen und sie der anderen Macht zu übermitteln.

Der koreanische Prinz Iongli-Iisprach gestern im Cercle Internationale. Mit dem Prinzen saßen am Vorstandstisch die beiden koreanischen Minister, ferner Smet De Na eher, Denneville und ein japanischer Journalist. Im Publikum bemerkte man u. a. Bertha v. Suttner, Fried, Senator Lafonteine. Von Delegierten der Konferenz war niemand vertreten, nur einige junge chinesische Diplomaten waren anwesend. Der Prinz gab einen historischen Ueber- blick über die japanische Penetration in Korea, die patrio­tische Aufopferung der Würdenträger, den Selbstmordver­such des Kaisers, über die zahlreichen Selbstmorde von patriotischen Würdenträgern und Gelehrten wegen des Ver­lustes der Freiheit des Landes. Interessant wurde es, als der Prinz am Schluß seiner Rede Europa vor ben Japanern, also vor der gelben Gefahr warnte. Es entspann sich hieran eine lebhafte Diskussion, da behauptet wurde, daß das Auftreten des Prinzen dem Kaiser von Korea gefährlich werden und zur Einverleibung Storeaä in Japan führen könnte. Demgegenüber wurde sestgestellt, daß Japan Korea de facto bereits bejiHe und daß Japan sich durch einen unnützen Gewaltakt die Sym- pathie der gesamten Welt nut. verscherzen, würde-

Deut-ches Leich»

Berlin, 9.Juli. Die diesjährige größere Gesell- chastSreise der Deutschen Landwirtschafts-Gesell- chast hat die Niederlande zum Ziel. Es werden be­ucht werden Moorkulturen, Polderwirtschaften, Saatzucht­wirtschaften und die Viehzuchtgebiete, auch Obstanlagen und Molkereiinstitute, außerdem einige industrielle Anlagen. Ferner wird die Reise so gelegt werden, daß ein Besuch der Natio­nalen und Internationalen Landwirtschaftlichen Ausstellung im Haag am 17. und 19. September, an welchen Tagen vornehmlich Rindvieh und Pferde auf der Schau sein werden, möglich ist.

Der vorläufige Entwurf für ein Scheck- Gesetz, das dem Reichstag zu Beginn der nächsten Session unterbreitet werden soll, wird lautB. B.-C.^ in nächster Zeit veröffentlicht werden. Die Reichsregierung will damit den beteiligten Kreisen Gelegenheit geben, zu dem Gesetz­entwurf Stellung zu nehmen und Vorschläge für Abänderungen zu machen, die bei der endgültigen Gesetzesvorlage Berück- ichtigung finden könnten.

Zum Studium der Einrichtungen Deutsch­lands für das Auswanderungswese n trifft eine amtliche amerikanische Kommission, bestehend aus dem Bundes- enator Latimer von Süd-Karolma und dem Kongreßabgeord­neten Burnet von Alabama, heute hier ein.

Die Frage des Eingeborenenrechtes in den Kolonien beschäftigte heute, wie angekündigt, eine Sach- verständigen-Kommission, die unter dem Vorsitz des Staats- ekretärs Dernburg im Reichskolonialamt tagte. Der Konferenz wohnten Professor Dr. Josef Köhler, Professor Dr. Dove-Jena, Kammergerichtsrat Felix Vieyer, Freiherr v. Richthofen und Dr. Südekum bei. In der Konferenz wurde über dir ersten Grundzüge beraten, die bei der Festlegung des Rechtes der Eingeborenen maßgebend sein sollen.

Die »Nordd. Allg. Ztg." meldet: Von mehreren Zeitungen wurde kürzlich behauptet, die Staatseisenbahn- oerwaltung beabsichtige, demnächst die Speisewagen in eigenen Betrieb zu nehmen. An zuständiger Stelle ist hiervon nichts bekannt.

Das /Berl. Tagebl." meldet aus Köln: Kultus­minister Holle hat die Erweiterung derOrdensniederlasfung der Schwestern der Göttlichen Vorsehung in Sterkrade, Kreis Mülheim, nicht genehmigt, womit auch das Projekt der Gründung einer Höheren Mädchenschule gefallen ist.

Frankfurt a. 2)L, 9. Juli. Der neue Kultus­minister Dr. Holle hat in den letzten Tagen mehrere be­kannte Parlamentarier des Abgeordnetenhauses zu einer Unter­redung eingeladen, augenscheinlich zu dem Zweck, um sich über die Anschauungen und Wünsche der Parteien zu orientieren, mit denen die Regierung Politik machen möchte. Der Berliner Gewährsmann der ^Frkf. Ztg." nimmt an, daß diese Einladungen nicht nur auf Herren der Linken, sondern auch auf solche der Rechten in ihren verschiedenen Schattierungen sich erstrecken würden.

Straßburg, 9. Juli. Gegen die Verfügung der reichsländischen Negierung im französischen Sprachgebiet Lothringens, wo statistisch nur noch 15 Prozen Kinder französischer Muttersprache vorhanden sind, den fran­zösischen durch deutschen Unterricht zu ersetzen, machen die Abgeordneten, Gemeinderäte und Ortsschul- vorstände der betreffenden Gemeinden Front. Die Statistik soll ungenau {ein, da sie die Kinder von Eltern italienischer, luxemburgischer und gemischter Nationalität, die ausschließlich französisch sprächen, nicht unter die Angehörigen französischer Niuttersprache rechne. Man hofft auf Aufhebung der Ver­fügung.

Hamburg, 9. Juli. Der neue Gouverneur von Kamerun, Dr. Seitz, hat sich heute abend mit Gemahlin an Bord der ^Eleonore Woermann" nach Kamerun ein» geschifft.

Den Blättern zufolge beabsichtigt Staatssekretär Dernburg, den Gouverneuren der größeren deutschen Kolo­nien eine Art kaufmännischer Attaches beizugeben.

Rtünster i. W., 9. Juli. Als Nachfolger des neuen Unterstaatssekretärs Freiherrn von Coels als Regierungspräsident in Arnsberg ist der Oberregierungs­rat Graf Schwerin in Münster in Aussicht genommen.

Kiel, 9. Juli. Die Germaniawerft erhielt den Auftrag, das Artil lerieschuls chisfErsatz Ulan", ein Schwesterschiff desDelphin", innerhalb Jahresfrist zu er- erbauen.

Amerika und Japan.

Washington, 9. Juli. Es wird erklärt, die mexikanische Regierung habe gestattet, daß in der Magdalenabai eine K o h len sta ti o n für amerikanische Kriegs­schiffe errichtet wird.

London, 9. Juli. In hiesigen maßgebenden Kreisen will man in dem Beschluß der amerikanischen Regierung, ein Geschwader nach dem Stillen Ozean zu entsenden, keine Gefahr für eine Störung des Friedens erblicken, trotzdem ist man der Ansicht, daß eine solche Maßregel augenblicklich nicht notwendig wäre. Die Haltung Japans, die bisher vollständig korrekt war, wird allgemein gebilligt.

Nach einer Meldung der Times aus Tokio betrachtet Japan die Vorbereitungen Amerikas wenigstens äußerlich mit der größten Ruhe. ES sei nur selbstverständlich, daß die Regierung der Vereinigten Staaten die amerikanische Flotte dort konzentriere, wo sie zur Aufrechterhaltung der amerikanischen Weltpolitik am meisten beitragen könne. Die Entjendung der atlantischen Flotte nach dem Stillen Ozean gehe Japan gar nichts an. Die japanische Presse drückt 4ogac das Bedauern Javans aus. daü die amerikanische

atlantische Flotte keine Zeit sinden werde, den Häfen oon. Japan einen freundlichen Besuch abzustatten.

Neues aus Rußland.

Peterhof, 9. Juli. Anläßlich des Regiments-^ 'estes des. Infanterieregiments in Wi- iorg, dessen Chef der deutsche Kaiser ist, fand heute jeim großen Palais die Klrchenparade des Regiments statt, der d:e Majestäten beiwohnten. Beim Gottesdienst wurde nach dem Gebet für den russischen Kaiser auch für den Chef des Regiments, den deutschen Kaiser, gebetet. Nach der Parade fand im großen Palais ein Frühstück statt, zu dem auch der deutsche Militärattache Graf Posadowsky geladen war, der der Parade beiaewohnt hatte. Kaiser > Nikolaus brachte einen Trinksprucy auf Kaiser Wilhelm aus, worauf das Musikkorps die deutsche Hymne intonierte.

Perersburg, 9. Juli. Ministerpräsident Stoly- jin erließ an die Gouverneure ein telegraphisches Rund- chreiben, das den Behörden vorschreibt, die Nationa-^ ttät der Wähler in Listen einzutragen für den Fall, daß die Wahlversammlungen nc^J)| Nationalitäten abzu­halten sind.

B e r l i n, 9. Juli. Einem Telegramm des Petersburger Korrespondenten derDeutschen Nachrichten" zufolge ver­endet die sozialdemokratischeFrattion der aus­gelösten Duma insgeheim ein Manifest über das ganze Reich, das direkt zur Revolution auffordert.' Das Manifest überredet das Volk, das bankerotte Zarentum einfach abzuschasfen und eine konstituierende Versammlung einzuberufen.

Wie der Petersburger Korrespondent derDeutschen- Nachrichten" aus bester Quelle erfährt, hat sich dort neuer­dings einantigouvernementaler Verband", ähnlich dem Verband von 1906 zusammengeschlossen. Den Statuten zufolge ist jeder Offizier verpflichtet, die ihm; unterstellten Leute über das Wesen des wahren Konstitutiv-! nalismus aufzuklären. Bei Abkommandierrmg gegen re­voltierendes Volk soll der Offizier erst prüfen, ob das« Volk nicht berechtigte Veranlassung zu Ausscyreitungen habe.1 Ferner erklärt der Verband es für eine Schmach für das Offizierkorps, Polizeidienste zu leisten und an Kriegsge­richten teilzunehmen.

Moskau, 9. Juli. Heute morgen griffen neun be-> waffnetePersonen den Kassierer der Eisenbahn Mos­kau-Kasan an, der eine bedeutende Geldsumme bei sich trug.1 Die Polizei, die benachrichtigt worden war, feuerte auf die' Uebeltäter, als sie den Kassierer angriffen und verfolgte sie. Vier Räuber wurden lebend festgenommen; ein Räuber wurde getötet, während einer tödlich und zwei schwer^ verletzt wurden,' einer entkam. Zwei Bomben, acht R^- volver und zwei Dolche wurden chnen abgenommen.

Warschau, 9. Juli. Heute vormittag haben vier un­bekannte Männer an der Ecke der Mwogrodzka- und Theo-i dorstraße den Ingenieur Eduard Szymanski, den Direktor der Warschauer Wasserleitung, erschossen. Die Atten­täter entkamen. Wie aus Lodz telephoniert wird, über-, fiel gestern abend eine Bande junger Leute zwei öffentliches Häuser in der Nikolaistraße. Die ganze Einrichtung wurde zerstört. Zwei Gäste wurden verletzt, die Bande entfam, doch wurden 21 Verdächtige verhaftet.

Als in Radom der Polizeipräsident die Lu-. Miner Straße im Wagen passierte, wurde von Unbekannten aus einer Wohnung eine Bombe geschleudert. Die Pferde wurden verletzt, der Wagen wurde zerstört. Der Polizeichef und der Kutscher blieben unverletzt. Ein- Kind wurde auf der Straße verioundet. Zahlrerche Ver-- Haftungen wurden vorgenommen.

ALrsLand.

Prag, 10. Juli. Tie passive Resistenz der Rechts- Praktikanten dauert unvermindert fort. Heute finden ent­scheidende Verhandlungen bei dem Oberlandesgericht statt. Der ganzen Aktion liegen tschechisch-nationale Motive zuj Grunde. Die deutschen Praktikanten streiken nicht. >

Paris, 10. Juli. Der französische Senat hat da§ Ab­kommen mit Deutschland über den Schutz des künstlerischen unä literarischen Eigentums genehmigt.

Während der Kammerferien will Deschanel Deutsch­land und Rußland besuchen. Man sagt, er sei sicher, von leitenden Staatsmännern empfangen zu werden. s

Lissabon, 9. Juli. Es verlautet, daß die Kammer-- wählen im November stattfinden werden.

Tanger, 9. Juli. (Reuter.) Die im Zusammenhang mit der französischen Anleihe ernannten K o ntro ll eur e haben heute ihre Tätigkeit int Zollamt zu Tanger begonnen. Alle Ei»l- künste, die vor: Einfuhr- und Ausfuhrzöllen herstannnen, werden fortan von ihnen anstatt, wie bisher, von maurischen Beamten kontrolliert werden. _ , r

Die Angelegenheit Mae Lean hat lebhafte Beunruhigung unter der ländlichen Bevölkerung in der Umgebung von Tanger und Arzila hervorgerufen. Von allen Seiten rverden Plünderungen und Unruhen gemeldet. Seitdem Raisuli seinen Gefangenen in das Gebiet der Beniaros geschleppt hat, entbehrt die englische Gesandtschaft jeder Nachricht über Mac Lean. Ter Bandit hat noch Niemandem seine Bedtngungen bekannt gegeben.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 10. Juli.

* Der Zar kommt nicht. Von einem bevorstehenden Besuche des Zaren am Großh. Hose, der nach der Meldung eines Berliner Blattes demnächst stattfinden soll, ist an amt­licher Stelle in Darmstadt nichts bekannt.

* Der Baugenossenschaft des Evangel. Ar­beitervereins in Gießen (eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht) ift für besondere Leistungen auf der ^JubiläumS-AuSstellung 1907 in Leipzig für WohnungS- reform, Wohnungsausstattung, Wohnungshygiene, sowie für die gesamte Hauswirtschaft" ein Ehrendiplom zuerkannt worden.

* * Die freiwillige Sanitäts-Kolonne vom Roten Kreuz hielt gestern afceiib an der Lahn in der Näbc der Kläranlage eine sehr interessante Hebung bei Acetylen-Fackelbeleuchtung ab. Es war angenommen, daß dort ein größeres Gefecht stattgefunden habe, eine vorhanden gewesene Brücke gesprengt sei usw. Die Kolonne entledigtL