Ausgabe 
11.5.1907 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

te

Kapelle de$

Deutsches Reich

Anfan

zur Eröl

des

Körne. 11. Mai. 1.15 Uhr.

95.651 Elektriz. Lahmeyer

84.30

Kranken

Tormtgg

3% Portugiesen

III

. 267.60

. 97.00

230.0)

Ab«,,

Nahe von Kassel int Walde betroffen, da tue und wie er dahin komme, gab er in einer in der Nähe liegenden Ortschaft

einem Dienftgange in kung mehrere Schüsse er nach der Richtung gewehren ausgerüstete seiner ansichtig wurde.

ein ent Förster in der Auf die Frage roas' er an, er sei im Begriff

Männer, von denen der eine, als er sofort einen Schuß auf den Förster ab-

der Gleimenhainer fallen. Da er Wilderer und bemerkte alsbald

Elektriz. Schnckert . . Eschweiler Bergwerk - Gelsenkirchen Bergwerk

zu Wahlen auf Waldgemar- vermutete, ging zwei mit Jagd-

133.50

100.30

229.30

120.70

113.00

156.90

133.60

229.00

171.00

173.00

144.60

2330

145.90

140.00

210.00

229.25

23.10

120.80

32°/- 3% 3)4°/-

Berliner Bandelsges Darmstädter Bank Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktieu . . . Baltimore- und Ohio-

67.60

6850

91.50

93.40

94.00

142.40

50.20

85.75

65.10

97.35

leichterung der Feststellung hatte man noch einige Verwandte und Bekannte aus Mörlenbach, der Heimat des Mörders, mitgebracht, doch waren keine bestimmten Anhaltspunkte vor­handen, welche die Vermutungen bestätigten. Die Ermittel­ungen sollen fortgesetzt werden.

Eisenbahn .

Gotthard bahn . . . .

Lombard. Eisenbahn . . Uesterr. Staatsbahn . . . Priuce-Henri-Eisenbahu .

4% Uesterr. Goldrente. . 4l/s% Uesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I .

. 174.80

. 133.20

. 228.10

. 79.25

144.20

4%°/0 russ.Staatsanl. 1905 4%',a japan. Staatsanleihe 4-6 Uonv. Türken von 1903 Törkenlose ... . .

4% Griech. Monopol-Aul.

4% äussere Argentinier

Hamburg-Amenk. Paket!. Harpener Bergwerk. . Lauraüütte......

Nordd. Lloyd . ... . Obeiscliles. Eisen-Industrie

i

95.8o 8-4.25

93.75

Gewerbsmäßige Wilderei.

Im verflossenen Winter l^rte der Förster

Frankfurter

Reichsanleihe do. . .

Konsols ....

do. ....

Hessen . . .

Oberhessen . . .

Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose .

3°/0 Mexikaner . 4>s°/o Chinesen . .

Aktien:

Bochum Guss . . .

Buderus E. W

Tendenz: fest.

Berliner

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: schwach

Mustert sodann gegen Häckels Weltanschauung und be­sonders gegen seineW e l t r ä t s e l". Der beste Weg, dem »Monistenbundc entgegenzutreten, wäre wohl der, den natur» wissenschaftlichen U n ter r i d) t zu beben und zu ver­tiefen, damit die jungen Leute nicht hilflos den Einflüssen des .'Atheismus preisgegeben seien.

Kultsminister Dr. v. Studt erklärt die Anregung des Vor­redners bezüglich Aufnahme des biologischen Unterrichts itn den Lehrplan der G P m n a s i c n für beachtenswert. Wie die Frage gelöst werden könne, werde zurzeit erwogen. Auch darin sei er mit dem Vorredner einverstanden, daß dem Wirken des Mo- nistenbundes entgegcngclretcn werden müsse.

Fürst D o h n a = Schlobittcn betont die Notwendigkeit einer Hakdigen Regelung der Lehrergehälter.

Nach längerer Ostmarkendcbatte wendet sich Frhr. v. Du - irant gegen die kritisch gerichteten Professoren und 'Geistlichen, die zerstörend auf den Glauben wirkten. Der Abfall der Massen -vom Christentum werde da­durch erklärlich.

Prof. L o e n i n g - Halle nimmt die kritische Richtung in der Theologie in Schutz, deren Vertreter ebenso gute Christen seien wie Frhr. v. Durant.

Herr v. WedelPiesdorf bezeichnet es als vornehmste Aufgabe der theologischen Fakultäten, Geistliche für die Landes­kirche heranzubilden.

3^°/0 3^°/e

99.10

99.80

94.30

Aus Siaot uns x.unOe

Gießen, 11. Mai 1907.

*' Empfangen wurde von S. K. H. dem Groß- herzog am Mittwoch Afsistentveterinärarzt Dr. Schweigert von Gießen.

* Akademische Vorträge. Der fünfte und letzte der akademischen Vorträge fürs Winterhalbjahr 1906/07 wird am Freitag abend in der großen Aula des sioUcgten* gebäudes stattsinden. Univ.--Musikdirektor Prof. Trautmann

Gießener Strafkammer.

) ( Gießen, 10. Mai.

Untreue aus Not.

Ein zurzeit in Lollar wohnhafter Pensionär K. I. war zum! Vormund der Kinder seiner Tochter bestellt.. In dieser Eigenschaft hat er einen ihm gerichtsseitig angewiesenen Geld­betrag von 130 Mk., der zur Deckung der Kosten eines Ali­mentationsprozesses bestimmt war. für sich verwendet. Er ent­schuldigte seine Handlungsweise durch seine übergroße Notlage, da er mit seinem kleinen Ruhegehalt eine sehr große Familie zu ernähren hat und außerdem für einen seiner Söhne eine Bürgschaft übernommen hatte, auf deren Zahlung er gedrängt wurde. Eine Reihe von Umständen, insbesondere der, daß er von einem hiesigen Agenten, dem die Beitreibung der Bürgschaft übertragen war, in außerordentlicher Weise gedrängt worden ist, gab dem Gericht Anlaß auf die gesetzlich niedrigste Strafe von einem Tag Gefängnis zu erkennen. Die von der Staatsanwaltschaft wegen Unterschlagung erhobene Anklage wurde fallen gelassen und es trat nur wegen Untreue Verurteilung ein. Weiter wurde dem Angeklagten anheimgegeben, auf bent Gnadenwege Umwandlung der Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe,, bezw. bedingte Begnadigung zu erstreben.

Nm-Shnt), fobtiba

. 129.06

. 113.75

. 233.00

. 201.50

Telefonische Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgetedc von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

vorliegenden

15. Mai das Herren-

daß vor Pfingsten noch alle dem Hause Gesetzentwürfe erledigt werden und am die Vertagung über Pfingsten eintreten soll, bis haus seine Beratungen erledigt hat.

Ein vermehrte Verwendung von

Berlin, 11. Mai. Der diesjährige allgemeine Ver­tretertag der nationalliberalen Partei findet am B. und 6. Oktober in Kassel statt. Der Tagung geht mm 4. Oktober eine Sitzung des Zentral-VorstandeS voraus.

Berlin, 10. Mai. ReichStagSpräsident Graf Stoll- berg nahm das Ehrenpräsidium des deutschen Komitees für den Empfang der englischen Journalisten an.

Das Abgeordnetenhaus erledigte heute zunächst Das Berggesetz in dritter Lesung. Die Annahme erfolgte gegen die Mehrheit der Nationalliberalen und gegen Idie Stimmen der Freisinnigen. Dann wurde das Wa n d er- >arbeitsstättengesetz in dritter Lesung einstimmig an* rgc nommen und die zweite Beratung des Gesetzentwurfes gegen die Verunstaltung von Ortschaften beendet. Am Schluß der Sitzung teilte Präsident von Kröcher mit,

Der Ludwigshafener Exzeß.

. Ludwigshafen a. Rh., 10. Mai.

Anläßlich des nun ichon wochenlang dauernden Streiks bei der Düng erfahrt k Dr. Zimmermann kam cs gestern abend zu schweren Ausschreitungen (Dgl. unseren gestrigen D> pcschenteu). 'Nach und nach halte sich eine tausendköpfigc Memchenmenge^ angeiammelt, die sämtliche Fenster der Fabrik zertrümmerte, Fäulen, Ddauerwerk und einen Holzschuppen nieder- riiien. Etc bald erschienenen Schutzleute, etwa 60 an b:r Zahl, tonnten der Manen nicht Herr werden. Sechs Schutz- iLLla erlitten Berl.etzun,Lrn, davon zwei Stiche in die £)bei=

Pflegerinnen in den Garnisonlazaretten plant die Heeresverwaltung. Es hat sich herausgestellt, daß zur Pflege der Schwerkranken die jetzigen Militärkrankenwärter nicht geeignet sind. Hierfür sollen in Zukunft in erster Lime Pflegerinnen verwendet werden und zwar kommen etwa 60 Pflegerinnen zur Anstellung. Außer freier Station erhalten die Damen ein jährliches Gehalt von 400 Mk.

Hamburg, 10. Mai. Der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin und der Erbgroßherzog von Mecklenburg-Strelitzsind heute nachmittag auf dem PostdampferEleonore Wörmann* nach Duala (West- nfrifa) abgereist.

Schlangenbad, 10. Mai. Der Kaiser unternahm heute nachmitkag mit den Herren des Gefolges eine Ausfahrt im Automobil nach dem Taunusblick und machte von da aus einen sünfoiertelstündigen Spaziergang bis Schlangen­bad. Von hier aus kehrte er im Automobil über Mombach nach Wiesbaden zurück.

I &

Ife

polififdte Tagerscharr.

Die Unruhen in Britisch-Indien.

Die neuesten englischen Zeitungen bringen alarmierende Mel­dungen aus Indien, wo die Gärung bedrohliche Anttschritte macht. Politische Unruhen haben sich an Punkten ereignet, die 1600 Kilometer voneinander liegen. In Bengalen ist die Lage äußerst gefährlich. In Lahore sind blutige Unruhen aus- ,gerochen. Tausende Dacoits und Hindus sowie Mohammedaner wandern durch die Provinz von Mymensingh, indem sie über­all plündern und brennen. Diejenigen Eingeborenen, :welche treu zur englischen Herrschaft halten, werden ermordet (.ober von ihren Stammesgenossen gemartert. Es wurden |37 Agitatoren verhaftet Hochverräterische Manifeste werden im i ganzen Lande in Tausenden von Exemplaren verbreitet. In >Simla sind die Eingeborenen durch die Ereignisse in andern Teilen des Landes sehr erregt. In Eawnpore fanden Straßen­kämpfe zwischen Hindus und Mohammedanern statt. Die Stadt Tarakanda wurde von aufrührerischen Horden ausgeplün- bert und niedergebrannt.

Aus Lahore wird depeschiert:

Truppen aller Wafiengattungen marschieren aus Mianmir in Lahore ein. Auch "berittene und unberittene Polizei wurde auS allen Teilen der Provinz nach Lahore gezogen. Die Re­gierung erließ eine Proklamation, welche Versammlungen jeder Art verbietet und sie als ungesetzlichen Akt zu bestrafen droht.

Es ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. König Eduard hat in Europa alle Arrangements ganz trefflich für England und das still verbündete Frankreich ge­troffen, die japanisch-französischen Abmachungen bescherten einen neuen Erfolg, die emsig sortgeführten Verhandlungen mit Ruß­land verbrechen das' Beste für die Zukunft da brechen die : Unruhen in Indien aus, wiederholt sich, was vor 50 Jahren ^verhängnisvollen Anfang nahm. Daß Muhammedaner und Hin­dus gemeinsam gegen die britische Herrschaft vorzugehen ent­schlossen sind, muß als ein sehr kritisches Zeichen betrachtet werden. Nach dem siidwestaftikanischen Feldzug, der England faucr genug geworden ist und dem Land ungeheuere Opfer auf- etiegt hat, eine allgemeine Rebellion in Indien: das wäre, ".nüchtern und praktisch betrachtet, das geeignete Mittel, das stolze Albion aus den hohen Traumen von einer Weltherrschaft auf den Boden der Tatsachen herabzuziehen. Für bie Bewahrung des europäischen Friedens, den die englische Politik zu er­schüttern immer ofienkundiger bemüht ist, vielleicht das ein­zige Mittel. So hat der ruffisch-japanische Krieg die Ent­fernung bee-1 russischen Alpes herbeigeführt, der vorher die gesamte internationale Polittk belastete, und wer weiß, ob nicht sonst doch Frankreich "von Rußland im Laufe der Zett die Unter­stützung seiner Revanche erlangt hätte, als Gegengabe für be­reitwillige Anleihen. Die Bewegung in Indien wird England trotz der mit aller Welt abgeschlossenen, zu Beistand verpflich­tenden Verträge aus eigener Kraft zu überwinden haben, und

* gfe

.BelaSL---

gerl'J'

X»

M

AU

!ob alle militärischen Organisationen in Indien so in Ordnung /sind, wie die Regierung in London behauptet, das muß sich ^bald zeigen.

Schweine aufzukaufen; er sei vom Wege abgekommen und habe sich im Walde verirrt. Der Förster erflärte ihn für arretiert und bei seiner körperlichen Untersuchung sand sich eine Kugel­patrone bei ihm. Als der Forster den Angellagten entlassen; hatte und an die Stelle wo er mit ihm zusammengestoßen war kam, fand er ein frischgeschossenes, noch warmes Reh, nach dessen Lage er annehmen mußte, daß dieses auf unberechtigte. Weise erlegt und an diese Stelle getragen worden ist. Die bei dem Angellagten vorgenommene Haussuchung förderte eine Reihe verdächtiger Effekten zutage; auch der Umstand, daß er ein Jagdgewehr besaß und sich verschiedentlich Munition anschaffte, ließen ihn der Wilderei verdächtig erscheinen, abgesehen davon, daß er schon jahrelang im Rufe eines Wilderers steht. Der Angellagte leugnete, jemals unberechtigt gejagt zu haben, wes­halb ein riesiger Zeugenapparat aufgeboten werden mußte. Tie Verhandlung, welche bis' zur Mitternacht dauerte, brachte das Ergebnis, daß der Angellagte in einem Falle und zwar in dem, in dem in der Nähe von Kassel von dem Förster betroffen worden ist, als überführt erachtet wurde. In den zwei weiteren Fällen war der Verdacht zwar nicht von der Hand zu weisen, doch reichten die Beweise zur Heberführung nicht aus. Trotz­dem nur ein Fall als erwiesen angenommen werden konnte, hielt das Gericht eine gewerbsmäßige Wilderei für vorliegend und zwar eine in Gemeinschaft begangene. Es schloß dies aus den Umständen, daß der Angeklagte ein Gewehr angeschafft hat und sich wiederholt Munition beschaffte, auch Rehgehörne, verkaufte und sett Jahren im Rufe, eines Wilderers steht. Es erkannte auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und sprach dem Angellagten die bürgerlichen Ehrenrechte ab, auch hielt es die Zulässigkeit der Polizeiaufsicht für angezeigt. Es hob hervor, daß derjenige, welcher unberechtigt ein Gewehr zur Jagdausübung trägt, auch geneigt ist, ein schweres Ver­brechen zu begehen, was durch die Verhandlung in zwei Fällen nachgewiesen ist.

wird überUnsere Musikpflege in HauS, Schule und Kirche, sowie im öffentlichen fieben* sprechen.

* Feueralarm gab c5 heute mittag kurz nach 1 Uhr- Im Hofraum derAlten Post* (Walltorstr.) war etn Holz­stall in Brand geraten. Das Feuer wurde bald bemerkt und es gelang der Feuerwehr leicht, den Brand zu löschen.

"Kun st verein. Zu der Kollektion P. Bayer-Karls­ruhe sind noch weitere vier Bilder neu hinzugekommen: Idylle*,Männl. Akt*,Saharet* undPirouette*. Ferner ist noch von H. Stun-Fißau eine LandschaftDorfweiher* neu ausgestellt. Diese, sowie die Kollektion des Oesterreichischen Künstlerbundes bleiben nur noch einige Tage ausgestellt.

Das Promenadekonzert fällt morgen aus.

* Unfall. Beim Spielen in einem Neubau am Neuen­weg fiel gestern ein fünfjähriger Junge von der stockwerk­hohen Mauer herab in den Kellerraum. Er erlitt hierbei solche Verletzungen, daß er ärztlicher Hülfe bedurfte und das Bett hüten muß.

"Staatliche Arbeitsvergebungen. Der Abg. Adelung (Sozdem.) hat bei der Zweiten Hess. Stände­kammer heute folgenden Antrag eingereicht:

Tie Kammer wolle beschließen, die Großh. Regierung zu er­suchen, bei Vergebung von staatlichen Arbeiten die Bedingung zu stellen, daß die zwischen Arbeitgebern und Arbeit­nehmern vereinbarten Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten werden. In Berufen, in denen derartige Ab­machungen nicht bestehen, ist ein von der Regierung als üblich anerkannter Arbeitslohn zu zahlen. Aus der Begründung ist Folgendes hervorzuheben: Durch das oben beantragte Vorgehen soll dein hauptsächlich bei dem Submissionswesen zu Tage tretenden Bestreben begegnet werden, die übertragene Arbeit durch Druck aus die Arbeitslöhne gewinnbringend zu gestalten. Kürzlich hat das Kaiserlich Statistische Amt, Abteilung iür Arbeiterstatistik, Veröffentlichungen über die Regelung des Arbeits­verhältnisses bei Vergebung öffentlicher Arbeiten erscheinen lassen. Aehnliche Bedingungen sind auch in England, Württemberg und einer Anzahl deutscher Städte eingesührt. Es liege daher im all­gemeinen volkswirtschaftlichen Interesse, dieser lohndrückenden Ten­denz des Submiisionswesens nach Möglichkeit entgegenziltreten.

** Einoriginelles Preisausschreiben. Gelegent­lich des diesjährigen Heimatpflege- und Volkstrach­ten fest es zu Butzbach soll ein H a r m o ni k a-P r e i s- spielen stattfinden. Der Vorstand des Vereins für ländliche Heimat-, Wohlfahrt- und Kunstpflege in Hessen hat 6 Preise, bestehend aus: 1. einer silbernen Uhr, 2. einer zweireihigen Har­monika, 3. einem Spazierstock mit Silbergriff, 4. einer Meer­schaumzigarrenspitze, 5. einem Bierkrug mit Deckel und 6. einer langen Tabakspfeife, für die 6 besten Spieler auf der zwei­reihigen Ziehharmonika ausgefetzt. Zur Konkurrenz zugelassen werden Spieler aus hessischen Landorten, und den außerhessischen Orten, die sich bei dem vorjährigen Trachtenfestzug beteiligt haben. Die Spieler müssen im Spielen auf der zweireihigen Har­monika Hebung besitzen. Jeder Konkurrent hat eine Volksmelodie, die er sich selbst wählen darf, vorzutragen. Das Spiel findet Sonntag, 16. Juni, nachm. um 4 Uhr in der Festhalle statt, wo­selbst auch später die Preise verteilt werden. Die Reihenfolge der Vorträge richtet sich nach der Zett der Anmeldung. Heber die Zulassung zum Spiel entscheiden die Preisrichter. Ist die Zahl Der Anmeldungen zu groß, so können die, die sich zuletzt gemeldet haben, nicht berücksichtigt werden. Die Anmeldungen mit An­gabe des vorztitragenden Liedes müssen bis spätestens zum 9. Juni 1. Js. bei Reallehrer Schweitzer zu Butzbach eingetroffen fein. Das Preisgericht besteht aus Reallehrer Schweitzer-Butzbach, Musik­direktor Schmidt-Friedberg und Musiklehrer Marguth-Bad-Nau- heim.

$ Klein-Linden, 10. Mai. Eine erfolgreiche Fuchsjagd hielten in der Lindener Mark Gießener Jäger ab. Sie hatten eine Fuchsfamilie mit Jungen aufgespürt. Bei dem Aufgraben des Baus wurden fünf Füchse erbeutet.

C. Lollar, 11. Mai. Von ruchloser Hand wurde in der Nacht von Donnerstag zum Freitag dieser Woche ver­sucht, die Scheuer des Gastwirts Weinrich in Brand zu stecken. Ein in der Tenne lagernder Haufen Stroh ver­brannte. Das darüber lagernde Stroh war stark geschwärzt, hatte sich aber zum Glück nicht entzündet. Es wäre sehr zu wünschen, daß man dem oder den Tätern endlich auf die Spur käme, damit ihnen das verbrecherische Handwerk gelegt würde und die Einwohnerschaft wieder zur Ruhe käme, deren sich die fiollarer über hundert Jahre erfreuen konnten. Seit einem Jahre leben die fiollarer in steter Angst vor dem unheimlichen Element, da mehrfach Brandstiftungen vor­kamen.

B -B. Darmstadt, 9. Mai. In der letzten Sitzung unserer Stadtverordneten-Versammlung kam eine Angelegen­heit eingehend zur Erörterung, die in der Bürgerschaft vielfach pein­liches Aussehen erregt hat. Der Rechtsanwalt Dr. Bopp hlerselbst hatte in einer öffentlichen Versammlung den Dorwurs erhoben, die Bewilligung der Ehrengabe von 10 000 Mk., die ohnedies viel zu hoch sei, für das Jubiläum der Universität Gießen sei nur erfolgt, damit ein städtischer Beamter den Titel eines Doctor honoris causa erhalte, während sich andere monatelang um die Erwerbung des Doktorlitels bemühen ntüßten. Infolge eines Eingesandts imTägl. Anz.", worin das Verhalten des Rechts­anwalts sowohl als eine Ungehörigkeit gegen die Landesunwersität, von welcher der Betreffende selber seine ganze Weisheit herbezog, wie als eine Beleidiguiig der Darmstädter Bürgermeisterei und der Stadtverordneten'Versammlung gefenn^eichnet wurde, versuchte nun ein Stadtverordneter, der Versammlung darzustellen, daß der Rechtsanwalt seine Aeußerung nurscherzhaft" gemeint habe. Trotzdem aber legte Bürgermeister Dr. G1 äsfing energisch Ver­wahrung gegen diese Aeußerung ein und wies sie in entschiedenster Weise zurück. Selbst ivenn siescherzhaft" gemeint gewesen sein sollte, in ivelchem Falle man doch von dem Urheber selber eine Richtigstellung hätte erwarten sollen, so gehe sie wen über das Maß des Erlaubten hinaus. Der Charakter unseres Oberbürger» ineisters und seine Person ständen hoch erhaben über derartigen, durch nichts begründeten Vorwürfen. (Lebh. Beifall.) Auch eine Anzahl ariderer Redner verurteilte scharf die Aeußerung Tr. Bopps. In der nichtöffentlichen Sitzuiig wurde genehniigt, daß der zweite Teil der vor einigen Jahren von der Stadt veranstalteten Schloß­freiheit-Lotterie nunmehr ausgespielt werde. Der erste Teil brachte s. Zt. einen Reingeioinn von ca. 110 000 Mk., die Fortsetzung war der schlechten Verhälmisse wegen verschoben loorben. Nunmehr wurde der Rest tu a ch t Lotterien verteilt, welche jährlich in zwei Ziehungen erledigt werden sollew Tie Vereuiigung der preuß. Lotteriekollekteure wird den Vertrieb übernehmen. Man erhofft einen weiteren Gesamterlös von 160 000 Alk.

sd. Darmstadt, 10. Mat. Am Mittwoch abend tvurde im Altrhetn bei Erfelden die Leiche eines an­scheinend bejahrten 9)1 an ne § gefunden, die der starken Verwesung nach schon einige Monate im Wasser gelegen haben muß. Das Gesicht ist kaum mehr erkenntlich. Trotz­dem kam man alsbald auf die Vermutung, daß es die Leiche des Mörders Gölz sei, der seit Anfang Februar spurlos verschivunden ist, nachdem er abends vorher ein junges Mädchen, mit dem er einige Zeit intim verkehrt hat, tot gestochen hatte. Trotz aller Erhebungen war bisher keine Spur von G., den man zuletzt bet Bürstadt gesehen hatte, aufzufinden. Am Himmelfahrtstage war das Amts­gericht anwesend und heute war der Oberstaatsanwalt mit einem Kriminalbeamten aus Darmstadt hier. Zur Er­

gab, der jedoch fehl ging. Er versprach sich von einer meiterm Verfolgung keinen Erfolg und erstattete deshalb seiner vorg-r- setzten BeArde Meldung. Infolge Messung der Fußspuren und der vorgenommenen Gypsabdrücke wurden zwei Bewohner vow Neustadt, M. W. B., als der Tat verdächtig in Hntersuchung gezogen, von denen der eine, den man in Verdacht hatte den Schuß auf den Förster abgegeben zu haben, mangels aus­reichenden Beweises außer Verfolgung gesetzt werden mußte; da­gegen erfolgte gegen den Taglöhner B. A. Anklage, wobei noch zwei auf preußischem Gebiet vorgekommene Fälle mitangeflagt wurden. Als im vorigen Jahre ein Hauptmann a. D. aus Düsseldorf in der Nähe von Kassel sein Jagdgebiet durchstreifte, beobachtete er einen Mann, in dem et den Angeklagten zu er­nennen glaubt, mit Gewehr ausgerüstet, der unzweifelhaft in unberechtigter Weise die Jagd ausübte. Er rief ihm zu das Ge­wehr niederzulegen, doch dieser entfernt? sich eilends, um sich kurz darauf umzudrehen und einen Schuß auf seinen Ver­folger abzugeben. Alsbald erfolgte ein zweiter Schuß 'in der Richtung auf ihn von der anderen Seite, woraus er schloß, daß zwei Wilderer in Betracht Famen. In beiden Fällen hörte er die Schrote in seiner Nähe prasseln, ohne jedoch verletzt zu welchen. Desgleichen wurde der Angellagte im Jahre 1904 von

Börse, 11. Mai. Anfangskurse.