Ausgabe 
1.2.1907 Zweites Blatt
 
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Handel

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98.15I Elektnz. Lahmeyer .

Ubeisehlcs. Eisen-Industrie 124.

Italien. Heute .

3-o Portugiesen Serie I .

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iseriiucr Börse, 1. Februar. Aufangskurse.

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^^uecfälie werden auS

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infolge heftigen

11 Diauyausgeineuiue fallt udcb)t*i Moutag aus.

wegen Schneefalles unb W iu t.e r a e w i11 e rs am 31.

Sonnenschein Beb. Himmel

. 246.80

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Eiseul.uiu .

Goituarduahu . . . . lüluüuiu. Eisenbahn . Uesterr. btaaisuauu . . rriuce-Henn-Eiseuuabu

llurpener Bergwerk i.auranütte umburuen E. B.

Aurdd. Lloyd . . i uraenluse .

Januar Februar 1907

. 185.50

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Elektnz. Schlickert .

Eschweiler Bergwerk .

Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Aiuenk. PaketL llarpeuer Bergwerk. . .

Laurabütte .

.Xurdd. Llojd . .

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Hut 'Jii'tcrn

Bochum Guss . .

Bauerus E. W 'L'eudeuz: fest.

Zwischen £iii|e m o 11 u c eine» Heueck bei Furtn

141.50 119.20 249.- 218.-

154.35 221.90

Cauada E. B. . . , Darmstadter Bank . Deutsuue Bank . , Uurtmunuer-bniou C. Dresdner Hauk . , lenden/.: fest.

jt'.i iiüt Der «djnee eine '.DD|iucctel)r fiücti.

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. 174.90

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4% Gnech. 51ouopol-Aul.

4% äussere Argentinier . o°/0 Mexisauer . .

4»u/0 Cluueseu . . .

Aktien:

uno, ölige»

Zollfrei! Muster an Jedermann!

Seideufabrikt Hennebcrg, Zürich.

Berliner iluudelsges Darmstadter Bank .

Deutsche Bank .

Dcutscb-Asiut. Bank Diskuuto-Kommauuit.

Dresuuer Bank kreditaktieu . . . Baltimore- uud Ohio»

4>3Ul0 russ.Btaatsaul. lUOu 4>s o Japan. Staatsanleihe i-a Cuuv.Tilrkeu von I juö

verschiedciieii Gegenden Europas gemclocr, so ans derSchweiz, £)e ft erreid) »Ungarn, Frankreich rc. badischeu Oberlande, besonders dem Schwarzwald, erleiden Die Züge zum Lei! große Berippungen, einzelne meinen im Schnee fteden.

Gießener Wetterdienst.

BorauHsichtliche itüttteriuifl für Heste« am Samstag d.n 2. Februar: Wechselnde Bewölkung. Geringer Schnee. Aläßiger öroft. Schwache nördliche Winde.

d*/16

Reichsanleihe do.

Konsols do.

Hessen . .

Uherb essen

In der JohauncSkirche.

Vormittags 91', Uhr: Pfarrer Kran s.

Donnlitags 11 Uhr: Kmderkirche für die Lukasgerneinde.

Pfarrer Euler.

Nachmittag? 5 Uhr: Oberlehrer S.chm o I L

Abends 8 Uhr: Persammliing und Bibelbesprechung im Konsirmandcnsaal.

'Jlbenbs 7XUhr im Lnkassaal: Bereinigung der konfirmierten inännlichen Jugend der Lnkasgerneinde.

Montag, den 4. Februar, abends 8 Uhr, im Lnkassaal: Bibel­stunde. Text: Phil. 1, 27. P'arrer Eule r.

Freiiag, beu 8 Februar, nachmittags 51', Uhr, im Lnkassaal: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Luka«, gemeinde. ____________

weoens

Fainilicn-Nachrichteir.

Gestorben: Nechguuugsrut wtanm Lenz in Gießen. Karl WaUbrnch m Ehriugshauien. Pfarrer August Luu ui Oft- Heun. yetr Affor löruiielmuin m Gambach. MonroD Goll 1L in Elauberg. Ofeorg Euler in Vonhaufeu.

Verlobte: öiaulem Marie ouol) ui Fischbach mit Herrn Konrad Fol|mg in ibeuisburg. Fräulein Wiana Schäfer ut popigartcn imi Herrn "Lbilheun Hölscher in 'Jiamrod.

die öfscnllichen Verkehrsmittel fast den ganzen Tag; erst gegen Abend verkehrten vereinzelt Straßenbahn und Droschken; allein das Automobil konnte sich behaupten. Das Wetter veranlaßte dort zahlreiche H n g l ü ck s f ä l l e. Besonders die Vororte hatte unter den Verkehrsstörungen zu leiden. Viele Schulen mußten den Unterricht aussetzen. Der städt. Straßen- rcinigung fehlen HülfSarbeiter und Wagen zur Schneeabfuhr. Ter Durchgangsverkehr auf der Bahnlinie München-Lindau nach dem Süden kann nur unter großen Schwierigkeiten aufrecht er­halten werden, da die Strecke Oberstaufen-Nöthenbach durch un­geheure Schneemassen verweht ist. .

* Heber Die Verhaftung eines it alie nifch en Grafen wegen Hochstapeleien wird ans Berlin gemeldet: Graf Guisseppe L., der die Tochter einer sehr bekannten Berliner Künstlcrsamilie geheiratet hat, wohnte mit seiner Frau, einem sechs Monate alten Sohn, einer Amme, einem Fräulein und Dienerschaft seit Ende November v. I. in einem vornehmen .Hotel in der Nähe des Potsdamer Bahnhofes auf großem Fuße, und zwei bis bm Automobile standen stets zu seiner Verfügung. Die Art, auf die er sich die Mittel zu dieser Leoenshallung ^verschaffte, war allerdings ebenso ungewöhnlich wie bedenklich. Er bezahlte alles, was er kaufte, mit Schecks auf die Soeiotö generale in Paris, und jeder glaubte, daß er dort ein beträchtliches Guthaben besitze. Daher gab man ihm gern auch den Heberschuß des Scheck­betrages über den Kaufpreis heraus. In einem großen Kleider- gesck/äft, in i>em er für mehrere tausend Mar kkaufte, erhielt er auf diese Weise zu den Anzügen noch 400 Mk., in einem Juwelengeschaft 800 MI. Bei einem der größten Juweliere taufte der Graf für 40 000 Mk. Brillantem In den nächsten Tagen wollte er von einer ersten Firma ein kostbares Automobil erwerben auch gegen einen Scheck und damit nach Monte Failo fahren. Inzwischen ergaben jedoch pLachfragen durch eine Bank, das; der Graf in Paris keinerlei Guthaben besitzt, seine Schecks also wertlos sind. Ferner wurde bekannt, daß er einen am 1. Dezember v. I. gekauften Halsschmuck für 2d 000 Mk. idjon am 5. Dezember in Loudon versetzt hatte. Diese Entdeck­ungen hallen zur Folge, daß Graf L. aus seinem Solei heraus, in oent er vier Zimmer bewohnte, verhaftet und nach Moabit gebracht wurde. Es traf auch noch einer feiner Pariser Gläubiger hier ein, der Juwelier F., der von ihm die Kleinigkeit von 80000 Franken zu bekommen hat.

* kleine Tageschronit. InStettin gab der frühere Kürschner meister Zuck vier Revolverfchüjfe auf den Zmnuechuckei üaliinle und den Schueideiincl|ler Diunann ab uud verwuubele beide schwer. Zuck ist gemütskrank und Hal früher schon Drohimgeu ausgefiOBcn.

Telefonische Kursberichte

Giessend Anzeigers, nutgeteik wu der Bank lUr und Industrie, Glessen.

Frankfurter Bör*e. 1. Februar, 1.15 Uhr.

Cittgejaridt.

(Für Form unb Inhalt .......l v.u,.i oiiibrif stehenden Artikel

uvernunmt die Dxeoamo.i dem 'Buoiifiun gegenuoer keinerlei Verantwortung.)

Auf die Worte des veitn jtiru) in der gestrigen Nummer habe ich folgendes zu erwidern:

1, Die unitubaie, bad vie zerren und vollends die Damen, die in der Lage sind, von 121 Uhr durch Eislauf ihre oiutzirkuiutimi zu ueiuyleuuigen, es vorziei-en würden, fie durch k)e)uu) der fudtalten btaiierparabe zum ^toden zu bringen, i|t kühn.

2. Gerade weil Sonntag nachmittag der Andrang überaus stark ist, ziehen es viele Eisläuier vor, am Vormittage ihrem oputt zu HUtdcgen. -sollen sie oeshalv oh.ie B<.d.enung ufeiucii?

3. ydiniuiLb mißgönnt den Aroellern ihrbescheMnes '.jutiag» brot", und jeDermann wird fick) der warme Furivrge verratenden Worte des Verra Kirch gebeut haben, zumal fetzt, da wir vor der Stichwahl frehen. Niemand luuD aber euifcyeii, warum nicht drei Arveiier zu aitberer Zeit als von 121 Uhr ihr Eilen einnehmen tonnen, '.uiußte es doch der eine auch, der am vorigen -sonntug anzuschnallen hotte!

Dem Voriiuirde des ^svereins habe ich nie angehört und habe leine Veranlassung, meinen "Namen zu neunen. Wie nun, wenn ich eine Dame wäre? Da wate es doch beinahe uui>ö(na?, von mir zu verlangen, daß ich meinen Schleier lüften |oil. uebrigens freue iaj mich am doswürdigere Heun" und ver- fuhere, daß ich dem Vorstand des iLisoereins trotz der tieinen Anzapfung, die ihm in den Augen Gurgefinnter fchwerlich ge- schadet Haven idiro, die größte Hochachtung e.llgegenbrmge. X.

MeteorotogisMe ^eod.ichruugen der Station Gießen.

GcrichtsjaaL.

E.-B. Darmstadt, 31. Jan. Bor dem Kriegsgericht hatten sich heute öici Soldaten von der'4. Kompagnie des Fmanierie- ytegimcms Nr. 117 wegen eines recht luibeionnenen Stretches zu ueuuuivoiteiu Die die», nail Runter aus Frantenthal, Leonhard y a i) e r aus Pftsfttgheini und Albert Not!) Ui a n li aus Kühbach m Baden, hatten am elften Weihnachtsseiertag Urlaub erhalten, die beiden elfteren nach Worms, letzterer nach Mainz. Jnnter und Bayer kehrten erst gegen 1/112 Uhr zurück und aubeueiten auch dementiprechend ihre auf 11 Uhr lautenden llrlanvspäsie. Tiefe Aendeiling wurde vom Kriegsgericht als U r £ u n D e u I a l j d) u u g augcfeljcn und beide Angcltagte ivegeii llrtimdemälsdnmg und un- erlaubler Onlfeuumg von ihrem -Liuppeuieil zu je 8 Tagen Ge- langnis verurtetli. piothmann, der ebenfalls zu spät tarn, aber feinen Urlaubspaß, sondern nur eine Urlauvskacie geändert hatte, kam nut 5 Tagen Muielarrest davon. Eine exemplarifche Sira'e wurde heute von der hteftgen ö l v a f £ a m m e r einem ge'ahrlichen Ate >, erhelde » juöimert. Ter 32fährtge SUiiev und Wem- Händler ihif. 3t enz aus Viernheim, em schon oii vorbestrafter und durch AltoyolismnS heruntergelommener Alenfch, leierie auiangs Dezember feinen Namenstag m einer Wirtfchait m Bternycim, nauulid) öurd) reichlichen Genuß von Allohot. Ta wollte das Unglück, Dog auch der Fabrikarbeiter Lang 1. in das Lokal kam, und da die Frauen der Beiden erst kürztid) einen Be° teidigungsprozeg gehabt haben, jo gerieten and) die Nanner schnell aneinander. Am 0cm Heimweg fiel dann plötzlich der Nenz über Lang her und brachte ihm mit einem langen Küfer mess er neie endje am pals und Brun bei, die beinahe lebeusgeiährlid) ge­worden waren, und lange Aibeitsuniahigteit des Getrohenen zur tjolge hatten. Renz behauptete heute, aus Notwehr geganoelt zu yaven, doch eriüiefcn die ^eugenausjagen das Gegenteil. Ter eadfuerfianöige, Kreisarzt Tr. Schwarz -Heppenheim, bekundete, Pag der Angeklagte zwar durck) den Attoholgenutz geifng minder­wertig, aber mr seine Tat vcrannvortlid) zu machen fei. Tas Urteil des Gerichts lautete auf 1J/, Jahr Gefangni s.

X Fcantiurt a, Ack, -A. ^a.u r-u b ei r r t eg d g er itfi t) In ftuctr Sitzung am ll. Dezemoer v. I. hm dus ocr^egsgertcht der 2d. Divif^n ven Mustct.eo orudolf Dürr von der 4. itomp. Ib8. Negts. in Butzbach wegen Fahnenflucht, Wider- ,t a n d S und E i n o r u uj 6 o i e o n a 1) r s ui 4 wallen zu 8 Bahren Zuchthaus und Ent,ernung aus dem i^ecre ver=» urtcuL Dürr stano zuerst beim bl. btgt ßlachdetn er wieder­holt Iriegsgerichtttch besrrust worden war, wurde er zum loö.| jrgt. iveriepL Am 31. Bari v. I. war er burmgeorajtnt, hatte ,ich niüters Ernvruchs eniett Zivitanzug verfcha,ll und dann in oranlchrt wellere biiibraaje verüot.. ^m August ox I. über» raschle ihn im Haine Ludwigstrage 4c ein Muafmanit habet, als er an eine Atan,ardenll.r bohrte. Dürr fiel sojvrt über den Kauf­mann her, schlug ch.t mit dem ^oh.er au, ven Kops, warf ihn zu tiohen. ;.«iib schreifie ih.i ö Treppen hinunter. Auf her Flucht wurde er bann von zwei Schutzleuten fCftgenommen. sJ£un hat -^urr schon ui her Berh^nolung in O/armiiuiDi denluuben Mann" gespielt. 1L a. ritz er dort die Anklage,chrift in Stüae und iüur, fie feinem 'oerteibtgcr vor die trage. Die Verhandlung tonnte nur zn. Ende geiuytt werden, nau;bem der Ange^agte gc- leffeit worden war.' Jpeate vor dem iCocrtriegsgericyi trieo ers iioch toiierj Er riß sui) den Rock vom Leioe, zog die Stiefel auS, verunreinigte den Saal uno brüllte wie em Tier- Man l)4Ue inzwifüfen iwch vier Ntusletiere vom 81. Vtgt. heroechehvit und biete sollten nun in Gemeinschll,t mit den zwei Trans­porteuren den Angeklagten wieder f en ein unb aus Dem Saale >uhren. Das ging nicht fo leicht, unb es kam zu einem wütenden billigen, dem er,t durch bas Gtngrei,en von zwei Kr^muiaifchutz- leuteit, die als Zeugen geraden waren, em Ende gemacht wurde. Nachdem die KriMUiaischUtziente eme Weite mit beit Toofüchllgen allein gewesen waren, föchte er wie em Lamm- Das Gericht vefchivtz fchrietzlich, ihn u Wochen in be r Irrenanstalt auf seinen Geifieszufiand untersuchen zu lassen.

Berlin, 31. Jan. Ter Slcbaltcur Des Berliner Anarchiste n- bl altes »Ter trete Arbeiter", DiuDolf Lefterreich, wurde heilte von der 9. oiiaitammer des Landgerichts 1 wegen Berach11 r ch- rn a ck) u n g der deutsche n A r nr e e durch erneu Artikel ilber den p a u p i ni a n n von Köpenick zu 6 Wodien Gefängnis ueruiteilt. Ter Staatsanwalt beantragte 6 Alonate.

Katholische Gemeinde.

Samstag, den 2. F e b r u a r 1907:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag, den 3. Februar 1 907:

Sexageiima.

Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

, um 7 Uhr: Tie erste heil. Blesse, vor und nt derselben Anstellung der heil. Kommunion.

, um 8 Uhr: Tie zweite heilige Blesse.

9l/ Uhr - Hochamt mit Predigt.

Nachmittags tun 5* , Uhr: G lnif|ciilelne; doaus Andacht.

Zur Wahlbewegnug.

Aus dem Kreise Wetzlar

wird uns geschrieben:

Am 30. Januar fand in Nödheim a. d. Bieber eine Versammlung der national liberal en Partei ftatt, die von ungefähr 100 bis 120 Personen besucht wurde. Nach dem von föäaermeifter Bender als Borfttzeuben ausgebrachten Kaiferhoch besprach Buchhändler Liebscher aus Siegen zuerst die Stellung der einzelnen Parteien zur Äuslvfung ocs Neichslages, sodann entwickelte er kurz den Standpunkt der nationalliberalen Partei zu den wichtigsten Gesetzen der romrnenben 'oieia-stagsseffioti unb wandte sich daraus dem Grundgedanken seines Vortrages zu. Der Redner zeigte, wie im Wahllreis Wetzlar-Alteniircr>eii Land­wirtschaft und Industrie tzano in Hand gehen müssen. Die Landwirtschaft findet ihre Abnehmerkreise vor­wiegend in den Arbeiterscharen der Industrie und kann nur bann lohnende Prei se erzielen, wenn die Industrie gut geht und hohe Löhne zahlen kann. Aber auch durch Abgabe überflüjfiger Arbeitskräfte an die Industrie und durch den daraus folgenden Zufluß von stün­diger Bareirinahme hat die landwirtschaftliche Be­völkerung ein lebhaftes Interesse an einem ge­sunden, blühenden Erwerbsleben. Ebenso sind Hand­werk und Gewerbe als Äermittter zwischen Industrie und Land- wirlschast am Gedeihen beider beteiligt. Unser gesamtes wirt­schaftliches Leben bildet also einen bring, ans welchem keine einzelneii Teil- ungeftrair ausgeschaltet ober vernachlässigt werben können. Es ist also gänzlich unmöglich, nur einzelne Teile der Bevölkerung mitihreneins eiligen In­teressen in den Vordergrund zu rücken, wie es leider von gewisser Seite tatsächlich durch Hineinziehen lokaler Inter­essen rc. in den Wahlkampf versuch! wurde.

Als Gegner meldeten sich Herr Nüster zum Wort; derselbe mußte allerdings einräumen, baß er vielfach mit den Ausführungen des Vorredners übereinftimme, unb versuchte bann für bie Kandi­datur Behrens Stimmung zu machen.

Der rauschende Beifall, den die einftünbige Rede des Herrn Liebscher bei ihrer völligen Sachlichkeit gefunden hatte, mochte den wenigen anwesenden Aichängern des Herrn Behrens gezeigt haben, daß sie in dieser Versammlung wenig Boden für die Verbreitung ihrer Anschauungen finden würden, und es meldete sich desharb kein Redner weiter zum Wort, sodaß Herr L. bald das Schlußwort nahm, indem er den Gegner zurückwies unb mit flammenden Worten aufforderte, in den letzten Tagen des Wahllarnpfes dessen eingebaut zu bleiben, daß wir nach dem 5. Februar wirtschaftlich mit uni er en jetzigen Gegnern Hand in Hand gehen sollen, unb deswegen perfoniicgc Verhetzungen ver- i meiden müssen. Kurz nach 10 Hhr fand bie Verfammlung mit einem begeistert auf genommenen Hoch auf das dänische Vaterland ihren Schluß.

(Xme geistreiche Etymologie entwickelte ein in der Nähe Gießens wohnender Landmann auf die Frage eines Fremden, wer wohl im BZahlkreis Btzetzlar-Altenkiichen in der Stich- ^wahl den Sieg erringen würde, Krämer ober Behrens. ,Unb Zweimal Behrens/ meinte der Gefragte. ,Uu ich will Auch ach sähe, moriin. Behrend ist dessclwe Stocker, der klonte Stöcker fiinmt her vo Stock. Und bonui hiln mer Banürsleu es se bou, znin Beispiel äwe beim Holz- mache. Der älome Krämer fimmt her vo Kram un des is nur was für bie Kasten." Tann ist indes ernsthaft ent* gegenzuhalicn, daß Krämer stets während seiner 1V jährigen Rcichstagsarveit auch für das Wohl der Landwirifchaft cm* getreten ist, sodaß also nicht nur die NamenSabtcilnng hinkt, sondern auch dein Simie nach nicht zutnstt.

Airchiicyc Nachrichten.

tLvnztgcUsche Gcmeutoc.

Am Sonntag o e $ u a g e 11 m a e, den 3. Februar: u,oiieKöieuii.

In der Lladttirche.

Dormllkags 91/. Ill-r: Biarrer oafivabt.

Vorniillags 11 Uhr: Kmdertirche mr bie Markusgemeinde.

Pfarrer S eh iv a b e.

Abends 5 Uhr: Siehe JohanneS£'.rd)e.

Abends 8 Uhr: Aeremigung der tonfirmierttn männlichen Jugend der Alarknsgememoc.

Tie Vereinigung oer konfirmierten weiblichen Jugend der

erreicht. Auo) oer

4l/6!?o Uesterr. bilbenente Ungar. Guldreuto . .

Höckiste Temperatur am 30.31. Januar

d>6v/o

4 So Uesterr. Goldrento

Wie arti^ das Kind zur Schule^eht! - Ja, und es ist eigentlich nie front Hat eben eine kluge k V > Mutter: die laßt das ztind nie oyne ein paar ö'avs am» Dübener Atineral-Pastiüen zur Lcoule gehen, ne fOiutzt ou

1 mit alle dos stinö gegen luigüiniige Einwirtungeu auf o» . *. ^chleunhnute, gegen trockene, naubige Smullu'l. o'ao» k yl uanc ^ooener vetomp,en auch uoTijanbene iriiaituiigy* gteich m den Auiungen. Atan tauu fie für o LAJ schachtel m jeb. Apowete, Tropen 00. Amieralwaveroaoo

heute von Karlsruhe hierhergebracht, um den hiesigen tzeugen, mit denen er vor der Tat verkehrt hat, gegenüber- gestellt zu werden. Auf der Treppe zu feiner Wohnung im Hause Hardenbergstr. 9 glitt der 62jährige Händler Gott­fried PeterreinS ans und stürzte so unglücklich hinunter, daß er sofort tot war.

Vom Finauzausschust der Zweiten Llammcr.

sd. D a r m st a d t, 31. Jan.

Der Finanzausschuß der 2. Hess. Kammer erledigte Leute in gemeinsamer Beratung mit den Regierungsvertrctern zunächst Kap. 70 des Hauptvoranschlags, Landeskredttkaffe, die in Einnahme und Ausgabe mit M. 8o5 576 abschließt, ferner Kap. 71 Landw. Dispositwnsfonds, Kap. 72 Land.v. Hnterrichts- und Dersuchswesen für welepes M. 243 4/0 oorgesei-en lind. Hier­unter mr die Landw. Versuchsstation Mk. 8/ loü, für bie Wem- und Lbstbauschule in Lppenhllm 53 740, für die ^bftbau- und Landw. Winterschule in Friedberg, bLerh., M. 24 880, für,dw übrigen Land.v. Wmlerschulen 'JJi. 65 900, eU Landw. Genviien- fckiaftswesen 9JL ä'.OO. 51 ay. 74, Bedmmerwretions- und Wafiec- versorgungswescn M. 485 940, fc-runter Kosten der Feldbereini- flungen SJJL 144000. Feldbcreinigungsgeometer Mt. 44100.

Feldbereinigungslommissäre M. 10 OOu. Außerordentl. Zn- schusse an Ferdbereinignngsgeielischaiten ut ärmeren Gemeinden M. IOOjO. Kup. 76. Forderung einzelner Zweige der Landwrri- schast Pt. 36U u55, darunter ,ur Beianwiung d^r vteolausge.ahc M. 45000, für P.erdezue t M. 181 16j, Äuldvichzu^t M. 87 470, SojweütezuLtzt üJc. 12 080 usw. Kap. a ^imaQ,tvuch- persichenuig VJt. 16 bOO. Bei beut vorstehmden Kapllel entspann sich eine etngci>enbe Debatte üoer bie zurünstige Brrroenoung ber seither den land.v. Vereinen zugeivenoeten Millll und auaj bie biegierung ift d.unll einverstanben, baß diese in Bukun.t her Landwirifchaitstammer ubLra>ie)en werden. Was bie HJlittei. für die Piervezuu-t ufio. vetrifft, so ist nuut hieruver :wch uiyi einig, cb an der seither.gen zirt der Fuweiwnng Aenmruiigen tin.rct n Ulfen. Hierau, ward- noch Lap. 124 tr^btj, d.s u. a. Dorf iui)£: Far bw.ui.uve Hrra.eLi^icprn im S1.cg1erui1g0geou.ube in der 'Neckurnr. in Dur.nstaot l/Jct. 1 < uOO, für ein neues ttreiäamts- gebäude in Heppenheim a. B., 1. Baurate 6u 000 lUiL, St ana 11e fation üerfajiebener Gebäude in Gießen 24LOo Mt., Gendarmeriewohnung in Oftenvach, letzte Baullnte, 21 tOOjUiL, innere AuSfra11ung der Aula nfw. in Gietzen 38ubU Mart, Erwei terung der Fr aue 11111 nit in Gietzen 64 ouü Mk., Neubau der ch i r u r g is ch e n und 0 P ht ha 1 wo 10- gischen Klinik, letzte yiate, 4iu80o Mk., Neubau eines Lel-rersemstiargeoaudes in Bensi-eim, er,te Nate, 100 UOO Mk., letzte Nate für bie innere Ausftatlung des Landesmufeums 32u Mk., erste Nate jur den Neuvau einer Landesvaugewrr^- fchule in Daxmftadt 190 Ouu 'JJtL, Jtreüituucriragiuigcn u|iu., Stap. 125, letzte :,mte für das Gutenbergmuieurn in Aiainz 2uUü Mark, lltächfie Sitzung Freitag.

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