Ausgabe 
9.3.1907 Erstes Blatt
 
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Betracht.

Glücksspiel.

Kandel.

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Gießener Wetterdienst.

VoranSstchtliche Witterung für Hessen am Sonntag den 10. März: Meist trüb. Rachts tühl, am Tage milder. Regen» fälle. Atäßige ivesltlche Winde.

Großherzogtiche Bürgermeisterei Gießen. M e c u in.

Zlrdeitervewegung.

Paris, 8. Dlärz. Eilt A n s st a n o bei Elektrizitäts­arbeiter kam hier ganz unerwarlei. Zn beit össeulltcheu £o* fnlen und lSeschäsleu rief das Ausbleiben der elektrischen B e l e u ch t u n g die größte Verwirrung hervor. Tie meisten Theater ivareu genötigt, die Vorstellnngeu abzusagen. Es hörten

Zs Technikum Bingen ffiSÄRSST

Unioersitats-rrachricl-ten.

Jena, 8. A.'ärz. Ernst Häckel, der berühmte Zoologe, wurde aus Anlaß seines g o l d e n c n D o k l o r j u b i l ä u m s zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Ex- z e l l e n z ernannt.

Bekanntmachung.

DerBcbanuugdptan für den Rahrnugsder^ welcher offen, gelegen hat, soll nach Beschluß der Stadtverordneten-Vermminluna bis au, Weiteres urcht zur Festllellung gelangen "'«""'"ung Glegen, den 7. März 1907.

Grigittai-OraytineLSnugen.

L.-L. Darmstabt, 9. März. Se. Kgl. Hol), der Groß­herzog empfing heule oornunog eine Abordnung des Landes- verems hessischer lltedakteure, die aus Eheirebakteilr G r a s iv u r in, Eheiredatleur Tr. Waldä stet und Redakteur Han ne mann bestand.

R. B. Darmstadt, 6. März. Heute wurde der hier in weiten Kreisen bekannte Ämlsgerichtstaralor Reichard ver­haftet. Er ist beschuldigt, an einem schulpstichtigen Kinde un­züchtige Handlungen verübt zu haben. 8L ist öo Jahre alt und verheiratet.

~ Berlin, 9. März. Dem Vernehmen nach dürste die an erster Stelle der heutigen Tagesordnung des R e i ch s l a g e s flehende Interpellation über die Schiffahrlsabgaben nicht zur Verhandlung kommen, da der Reichskanzler eutiveder selbst oder durch einen Stellvertreter ihre Beantwortung erst für einen späteren Ter m i n in Aussicht sielten wird. Wenn der Reichs­tag schnell arbeitet, so will die Regierung ihm noch einige wichtige Vorlagen unterbreiten, wie den Gesetzentwurf belresseud El ti­sch ränkung der Majeslätsbeletdigungsprozesse, etn Z i v i l - P e u s io >i s g e s e tz (falls der Entwurf zu diesem reglerungsjeitig in den nächsten Wochen fertigestellt werden lauu und der V e r f i ch e r u n g s - V e r t r a g der in der vom Reichstag geivüuschten Fassung erscheinen wird und großen Schwierigkeiten nicht begegnen dürfte. Aus Derzwelf.

1 ii n fl über em unheilbares Magenübel griff der 5t Jahrs alte Privatgelehrte Wilhelm R. zum Revolver und tötete sich durch einen Schuß in die Schläfe.!

Düsseldorf, 9. März. In Grevenbroich ermordete der Fuhrunternehmer Brenner feine Frau und beging dann L e l b st m o r d.

Czernowitz, 9. März. Zwei Studenten und ein junges Ai ä d ch e n sind an Genickstarre gestorben.

Brest, 9. Atärz. Eine Feuersbrunst zerstörte einen! großen Hof. Es sollen dabei 5 Personen, darunter drei Kinder- verbr annt sein.

Es wurde beschlossen, der am 5. April d. IS. in Wetzlar statt- siudenden Hauptversammlung folgende

Rndenben Familienabend atilmerksam. Pfarrer Fritsch- nppcrtebnrg wird reden über das Thema: Luther, das Vor­bild eines echt evangelischen, d e »t t s ch e n Di a u n e s. tAuch für mustkalischeu Genuß ist reichlich gesorgt. Ter Maschinen- bauer-Gesangverem, sowie die Kouzertfäugerm Fräulein Ida Stammler haben ihre Mitwirkung ziigesagt, während die Herren Schüttler und Blumenau wiederum den instrumentalen Teil des Programms übernommen haben. Es dürite somit wieder ein an­regender und genußreicher Abend zu erwarten fein.

< Lollar, 7. März. Liese Woche fand sich eine statt- iliche Anzahl von Familien unserer Gemeinde in dem großen Saale des Gasthauses .Germania" em, um, der Einladung des Ortsgeistlichen Pfarrer Gußmann folgend, einen Fa­nt i l i e n a d e n d gemeinsam zu begehen. Im Mittelpunkte des Abends stand ein Lichtbildervortrag des Pfarrers

Bekarmtmachrmg.

zu Kenntnis, daß die für den 10* März ds.

8 f SiE6®n,*'CuaU&iblW®C'Ct "'** ""»kindct.

Grogherzogliche Bürgermeisterei Gießen B.: Cur ) ch in a n n.

91rbcit§l)ei*ßcl?iinq.

Die Herstellung von Kabelgräben und die Stellung von Hilfs« arbettern für das Betnebsiahr 1907 svll ößentlich vergeben werden.

AeöxU?unflC.n ünd wahrend der Dienstswudeu in dem Amtszunmer des unterLeichneten Wertes einzusehen. Angebote, unter Benutzung der doriielbu erhältlichen Vordrucke, sind bis zum ^auistag, ocut 10. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, verschloßen und nut entiprecheuder Auischriit versehen, an genannter Steue ent« zuretchen. -uai

Gießen, den 9. Mürz 1907.

Stadttiches Elektrizitätswerk Gießen.

Stolte.

Alk. i. Bors. Alk. 56 234,68 40 236,04

840 000,00 6 % 630 000,00

BuderuS'sche Eisenwerke, Wetzlar. In der Anssichtsraissitzung wurde der RechniingSabschluß für das Jahr 1906 vorgelegt. Der Rohgeivinn stellte Alk.

ßicferunü m Lttmittclü ßr dieLolWiilcn.

, Zur Gewährung freier Lernmittel an den Bolksfchuleii werben für bas Schuljahr 1907/08 annähernd erforderlich:

800 Lesebücher,

600 Rechenbücher,

230 Bibl. Geschichten.

200 Gesangbücher,

50 Bcheln, \ ~

30 yteue Testamente,

170 Katechismen,

120 Atlanten,

1550 Schieiertafeln mit Schwämmchen,

1000 Schtvanwichen,

7000 Griffel,

5000 Schreibhefte mit Schoner und je 2 Löschblättern,

1200 Oktavheilchen, liniiert mit je 2 Löschblättern,

40 Gros Stahlfedern, und zwar 30 Gros Aütfchells 0,75 werge Brauseseder,

400 Stück Federhalter,

200 Griffelkasten,

550 Zeichenblöcke,

900 Bleistifte,

die Fahrstühle in den Häusern aus zu. sunktionteren, was jt® mancherlei nnaitgenehmen Vorfällen Einlaß gab. Tie Polizei traf umfassende Vorsichtsmaßregeln, iuciI sie beiürditet, daß die m den Straßen herrschende F i n st e r n i s Ucbeltätern zir An­griffen aus Passanten nud zu Diebstählen in den Geschäilen Ge­legenheit geben könnte. An verschiedenen Punkten, namenllich in den entlegenereu Vorstädten wurden Polizisten mit Leucht- fackeln oufgeftent.

Berlin, 8. März. Die Tapeziererzwangs^ innung faßte heute abend einen folgenschweren Beschluß. Bisher waren nur die organisierten Gehülsen ausgcsperrt, während die nichtorganisierlen weiterarbeitell durften. Ti.se Maßregel führte nach Ansicht der Untentehmer zu Unzuträglichkeiten und zur Ver­längerung des Lohnkampfes. Tie Innung beschloß daher, am 9. März alle Tapezierergehülfen von Berlin und Um» gegend a u s z u s P e r r e n.

Gegen den Gastwirt £>. R- in Gießen hatte die Stlaats- anwaltsa.last Atiktage wegen Duldens Don Glücksspiel erhoben. Das Schvfjengericht hatte festgestellt, daß in seinem Lokal, das fast ausschließlich von Italienern besucht wird, das sogenannteWutz- spiel" undSiebzehnundvier"', gespielt worden ist. Diese Spiele linb nadu den Entscheidungen der Strasäunmer als Glücksspiele anzusehen, da die Entscheidung über Geivinn oder Verlust nicht von der Geschicklichkeit der Spielenden, sondern allein, oder doch wesentlich von der Laune des Zufalls abhängt. Trotzdem objektiv bie Voraussetzungen zur Bestrafung gegeben waren, ließ das Schöffengericht mkt der Begründung Freispruch eintreten, daß nicht erwiesen sei, daß dem Angeklagten begannt war, daß es sich um ein verbotenes Spiel handle, zumal sich die Italiener in ihrer Muttersprache p'-nter halten. Die Staatsanwaltschaft erhob Be­rufung, aber auf Grund der Beweisaufnahme war sie nicht in der Lage Verurteilung zu beantragen. <oie (teilte die Entscheidung in Idas Ermessen des Gerichts, worauf dieses das Urteil be­stätigte.

600 Radiergummi,

200 Pappuiuschläge für Zeichnungen,

,40 Haushaltungsbücher

foroie eine gropere Menge von Materialien für den Handarbeits- UtUerricljt in der Stadtmadchenschule.

"lekermig dieser Bedürfnisse soll im Wege schriftlichen Angevolv und vorbehaltlich der Verteilung größerer Lieferungen an ueridjicbeiic Bieter vergeben werden.

öv liefernden Gegenstände, welche von den Schülern chulgruppen benntzt tverden, liegen bei dem Haupttehier nrr.nh 111 und Muster der Materialien lür den -Vand-

h «*1« bei öcul Hauvtlehrer der Stadtmadchenschule vom 11. bis 16. 'Marz, vormittags von 11 bis 12 Uhr offen.

flnh ^.O5U ^°rbruck bei den Hauptleh.ern erhältlich

. .7. Jlu^ fpateiiens 23. Marz, vvrmiuags lo Ubr bet der

erschlossen und mit entfprechenber Aufschrift

Giegen, den 8. März 1907.

Grogherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum.

älrbeiLsvergebttttli.

®etociL'Uni,Cn fUl bä »cttiebSjaSr 1S07 Ät öffentlich

Bedingungen find während der Dienststuttden in dem Amtszimmer des unterzeichneten Werkes einzufehen. Angebote unter Benutzung der dvrnewst erhältlichen Vordrucke, sind bis .um L-amStag, oem lo. d. Mts., nacvmtttagS 3 Ubr, verfchlonen ureimenPICClJeilt,ei' ^u,|cUx'l|t versehen an genannter Steue em- Gießen, den 9. März 1907.

Städtisches ElettrizitätLwerk Gießen.

Stotte.

sich ans ..... 2 765 718,17

Rach 'Abschreibungen in Höhe von . . 1 141 024,60

Zuweisung zur Erneuerungs-Rücklage in

Höhe von 500 000,00

Rücklage für Außenstände .... .

Holzverfteigerungen.

Es werden versteigert:

Mittwoch, den 13. März., vormittags von 10 Ubr ab in den Du.rittenAuf dem Busch", Todtenberg a, Ziofenwald, Buch- mald c, Alte Unuer, Hambuch u. Scheid (Forstwartct Treis): Dctb- stangcn: Eiche I. Kl. 0,09 gut, F.chte l.ftL = 1,16 gut., H. UL - Öm.; Nulttltiippcl Rm.: 3 Eiche: Scheiter Nm.: 37 Buche, 33 Eiche, 1 Eiche JL ML 27 Kiefer nunb); 5lniippel Nm.: 2 Luche, 2 Hainbuche, 31 Elche, 4 Aöpe, 70 Kiefer,- sttclfta Nm.: 135 Eiche, 1/0 Kiefer,- Stöcke Nm.: 8 Eiche,15 Stierer.

Das zerstreut liegende Dürr- und Windfall-, sowie im Distritt Hambuch lagernde Holz wird nicht vorgegeigt, mid sind 1 amt liebe zur Bersteigermig gelangenden Aummetn nut' Ausnatnue un Distritt Scheid rot unterstrichen. Zusammenkunft aus dem Tvotenberg.

Lonnct stag, den 14. März, vormittags von 10 Uhr ab in den Distrikten Aspettstrauch, Reuerwald, Ohnewaldchen, Hain­wald, Ober- und Rieder-Seitbach H-orstwartei Setlbach): Stämme: Ahorn VI. Kl. 0,11 Sm., Buche 111. SIL -- 4,L Int., Buche IV Kl. = Hainbuche VI. = 0^4 Qm.; Dcrostanacu: Eiche I.äL

0,/9 Ftn., Hainbuche L Kl. --- 0,28 Ftn.. sichte 1. jtL = 22/4 Rim. II- Kl 26,69 Fm.: viutzscheitcr Nm.. 3 Eiche, 2 Buche: Scheiter Nm.: 21 Buche, 2 Buche 11. SIL, 4 Eiche, 3^ Kiefer: Knüppel Nm.: 31 Buche, 25 Hainbuche, 114 Eiche, 10 Aspe, 32 Stierer, 1 Lärche. 12 Fichte; Neins Nm.: 147 Buche (1,25 m lang), 356 Eiche (L25 m lang), 275 Eiche (m Schichthaufeu), 2o Aspe. lOu Kiefer (in Schicht- ^^Kieser^^icht^Lohnen,tongen-: Stöcke Rm.: 13^Buche,53Eiche,

Die in den Distrikten Reuerwald, Aspenstrauch und Ober- setlbach zu versteigernden 9tummern sind rot unterstrichen, ^u- sanimentunft am Stciuvrnch im Distrikt Aspenstrauch. Die Gr. Forstwarte Hvres und Büttner zu Treis a. Lda. erteilen weitere Auskunft.

TreiS a. Lda., den 8. März 1907.

Großherzogliche Oberförsterei tret».

Schwabe von Gießen, welcher die sehr schönen Bilder, Origmalailfnahmen auS dem heiligen Lande, in anschaulicher und intercsianter Weise erklärte. Deklamationen von Kon» sirmanden, sowie exakte Gesänge der ersten Schulklasse unter Leitung von Lehrer Taab rahmten den Vortrag nach seinen Hauptabschnitten ein und trugen zur Vrrschöneruug bei. Das Dargebotene fand allgemeine Anerkennung und ließ den Wunsch nach mehr solchen einfachen und doch genußreichen Zusammen­künften laut werden.

? Staufenberg, 8, März. Bei der heute hier abge- haltencn Bürg ermeister wähl wurde der seitherige Bürger­meister Stephan zum dritte nm al wieder gewählt. Von 130 Stimmberechtigten machten 96 von ihrem Rechte Gebrauch und sämtliche abgegebenen Stimmen vereinigten sich auf den Gewählten. Dieses Wahlresultat ist jedenfalls der beste Beweis dafür, daß sich derselbe allgemeiner Beliebtheit in der hiesigen Gemeinde erfreut. Der Gesangverein ehrte den Bürgermeister abends durch einen Fackelzug und trug einige schöne Lieder vor. Bürgermeister Stephan steht nunmehr bereits 40 Jahre im Dienste unserer Gemeinde und zwar 22 Jahre als Polizeidiener und 18 Jahre als Bürger- meister. Möge es ihm vergönnt sein, noch recht lange zum Wohle der Gemeinde, das er bis daher stets im Auge gehabt hat, zu wirken.

== Queckborn, 8. März. Bei der gestern hier ab­gehaltenen Beigeordnetenwahl erhielten Hch. Junker49, Dampfsägewerkbesitzer Ludwig Aff III. 42 und Landwirt Wilh. Jost 22 Stimmen. Die zwischen Junker und Aff er­forderliche Stichwahl findet am Samstag, 16. März, statt.

= Krofdorf, 7. März. Die bisher dein hiesigen Bürgermeisteramt unterstellte gemeinsame Krankenkasse ist wegen der großen Slusdehnung der Bürgerineisterei Atzbach- Launsbach m zwei Kassen getrennt worden. Ter Kasse der Bürgermeisterei Atzbach, die von dem Standesbeamten Fiedler-Dorlar verwaltet wird, sind Dutenhofen, 4ltzbach, Dorlar und Garbenheim zugeteilt. Ihr sind auch die vielen aus- jländischen Arbeiter, die zurzeit am Erweiterungsbau des Bahnhofes Wetzlar arbeiten, überiviesen. Zu der Kranken­kasse der Bürgermeisterei Launsbach mit dem Sitze Krof­dorf gehören Kinzenbach, Vetzberg, Krofdorf-Gleiberg, Launs- bach, Wißmar, Odcnhausen und Salzböden. Die Kasse hielt am letzten Sonntqg zu Krofdorf ihre erste Generalversamm- lung ab, in der die Vertrauensmänner gewählt wurden. Die Mitgliederzahl beträgt über 400; Lehrer Bechthold-Krofdorf ist Rechner.

? Dutenhofen, 7. März. Einer der ersten Früh­lingsboten aus der Vogclwelt, der Kiebitz, ist wieder bei -uns eingetehrt. Als der erste aller Singvögel trifft er stets Ende Februar oder Anfang Atärz aus dem fernen Süden bei uns ein. So hat er auch in dem breiten Lahnbecken zwischen Heuchelheim, Atzbach und Dutenhofen eine bequeme Wohnstätte gefunden. Er läßt sich gerne an gut bewässerten Wiesen nieder und bevorzugt ganz besonders solche, ivelche wie hier von Gräben durchschnitten sind.

fc. Braunfels, 8. März. Die Firma Krupp in Essen überwies allen ihren Bergleuten, die 25 Jahre in den Krupp'schen Bergwerken beschäftigt sind, ein Geld­geschenk von 100 Mack und eine goldene Busen­nadel. Auch die auf den Solms-Braunfels'schen Gruben, die im vorigen Jahr von Krupp angekauft sind, seit 25 Jahren beschäftigten Bergleute erhielten das Geschenk.

> sj Marburg, 8. Riärz. Der Sammlung Mar­

burger Altertümer, der eS seither an einem paffenden Raume fehlte, wird jetzt mit Zustimmung der städtischen Be­hörde die jetzt frei gewordene sogen. Ketzerbach-L>chule zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig bewilligten die Stadt- verordneten dem Marburger Altertumsvcrein einen Zuschuß von 150 Mk.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 8. März 1907.

Der gestohlene Hase

Im verflossenen Herbst kam einem hiesigen ^achheckev ans einem in seinem Hansgarten befindlichen Berichlag ein Stall­hase abhanden. Der Verdacht der Täterschaft richtete sich als- oald gegen den im nämlichen Hanse wohiiendm Fuhrmiann £>. B., d.r am Tage des Diebstahls der Frau des Bestohlenen, mitgeteilt hatte, es sei ihm unterwegs einer ihrer Hajen aufgeMßen, sie möge sich aber Teilte Sorge machen, er werde schpn wieder kommen. Später erfuhr der Dachdecker, daß B. an einem Maurer tzu Grvßen-Buseck ein Paar Hiasen Derlauft hat, von denen der eine alsd er gestohlene erkannt wurde. B. wegen Diebstahls unter Anklage gestellt, behauptete, es liege eine Verwachslung zwischen seinem Hasen und dem feines HanSivirts vor. Er vermittelte sich aber bei der Untersuchung und bei der Berhandlung in solche Wider­sprüche, riucl) licken manche Aeußerungen auf ein böses Gemüsen schließen, so daß eün seiner Schuld nicht mehr der leiiefte Zweifel bestand. Er wurde wegen Tieostahls im loiederholten Rück.all zu 5 Monaten Gefängnis und dreijährigem Ehrverlust ver­urteilt. Straserschllverend kam Uas Leugnen und der Umstand, daß er keine Reue zeigte iliti) die Tast nicht in 9iot Verüb l,pt, in

SMisther Arbkitsüchmis (Sitjjtn. Gartcuftrake 2, Zimmer 2.

können einacstcllt werden:

3 Schlosser, 5 Schmiede, 1 Svengler, 5 Wagner, 1 Buchbinder, 1 Küfer, 2 Schreiner, 1 Backer, 1 Schneider, 1 Slaiuilarbeiter, 2 Installateure, mehrere jugendliche Arbeiter, 5 Diensmiädchen, 4 Lauffranen.

Lehrlinge: 4 Schlosser, 1 Schmied, 1 Elektromonteur, 1 Mecha­niker, 1 Wagner, 2 Buchbinder (gegen Vergütung), 1 Schirm- nmdjer (gegen Beratung), 1 Schreiner, 2 Backer, 2 Friseure, 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Installateur, 1 Schreiber.

Es suchen Arbeit: xv/.

1 landwirtschaftl. Arbeiter, 1 Heizer, 1 Buchbinder, 1 Schneider, 1 Putzwau, 1 Jn^atlatenr, 1 HanSbursche, 1 Kochsrau, 1 junges Diemu.iadcheu, 1 Laufsrau, 1 Bureaugehilse.

Lehrlinge: 1 (Slettrm.amtcur. MWcr WmgsMMis kitzeit.

Gartenstraße 2, Zimmer 2.

(GeschäftSimiiden von 8-1 und von 36 Uhr.)

Es sind zu vermieten:

1 Wohnung von 7 3immern, 2 Wohnungen von 6 Zimmern, 6 Wol)nungen von o Zimmern, 5 Wohnungen von 4 Zimmern, 1 Woonnng von 3 Zimmern, 1 Wohnung von 2 Zimmern, 5 möblierte Zimmer, 1 Werkstatt. ° KU*,

zuf a mnicn 16410^4,60 1ö8uooo,ou verbleibt ein Reingewinn von .... 1124 693,57 804 720,74 zu welchem der Vortrag aus dein Vor­jahre mit Aik. 18 691,70(12 414 00) tritt.

Gerichtssaal.

D i e Stader Strafkammer verurteilte den Redakteur Zielke aus Harburg, der im Ortsverem der sozialdemokratisdien Vartei Harburgs einen Vortrag über b i e Religions­losigkeit des modernen Arbeiters gehalien und die Bibel em g e n b u ch geualint hat, wegen Gotteslästerung zu einer Woche Gefängnis.

Newyork, 8. März. Die beiden Brüder Strother, bie den Verführer ihrer Schwester e r | djto f | e n hatten, wurden von der Anklage des Mordes f r e t j e f brachen.

vricfkastcn Oer LieOakLion.

(Nnonhme Einsendungen bleiben unberückfichttgt.)

Nach Krosoors. (Smjenöungen, die uns ohne Rameusunter- fdjrift zugehen, können feine Aufnahme finden. Sonst steht der Aufnahme nichts im Wege.