pilrd, stürzte der Bergmann Seid, gebürtig aus Oberbcssingen und hier wohnhaft, in einen Schacht. Der bedauernswerte Arbeiter hat beide Beine Hib einen Arm gebrochen.
□ Laudas, 8. Febr. Die Preise von Grund und Voden, besonders aber für Baugelände sind in den letzten Jahren ganz eiiorni gestiegen. Während vor 25 Jahren der LUiadratmeter Bangelände nur 1 Mark und vor 10 Jahren noch 2 Mark kostete, wurden dieser Tage bei Verkauf von Gärten, die in die Balltinie sielen, Preise von 4,5h bis 5,25 'JJlair erzielt. Co wurde ein Garten von 286 Quadratmeter Bodensläche am Stcimveg für 1500 Marl verkauft.
hl Bad-Salzhausen, 7. Febr. Tie Tiefboh- tungcn gehen hier tüchtig vorwärts. Neber die erreichte Tieie rc. wird strengstes Stillschiveigen beobachtet, nur soviel verlautet, daß bereits warmes Sool wasser erbohrt wurde. Die LilhiiliilgucUe ist noch immer für den Berjaudi gesperrt. Der Berkehrsverein Hal sich deshalb an Groszherzogl. Ministerium gewandt. Das Badchaus ist noch nicht unter Dach. Es muß noch sehr energisch gearbeitet werden, wenn eS bei Eröffnung der Saison bem Betrieb übergeben iverden soll.
x Edingen, 7. Febr. Unsere rechts der Till gelegene Jagd ist gestern zum jährlichen Pachtzins von 630 Ulüf. au einem £>evm aus Dursburg namens Dahmen verpachtet wvr- ben. Die angrenzende Jagd der Gemeinde Greifenstein — die Gemarkung hat einen Flächeninhalt von 5-8,4 Hektar — kostet jebt sogar 1100 'JJlt jährlich. Pachter ist St'auiinanu Pjälzcr zu Köln. Im allgemeinen i'uib in den legten Jahren die Jagdpachten im Kreise Wetzlar bedeutend gestiegen. Manche GernernLeu lojcn das Doppelte, ja das Dreifache als früher.
n. Marburg, 8. Febr. Wie die »Hess. Lcmdcsztg.*, baS Blatt deS bisherigen Ab ftordneleu von Gerlach, mitlcih. soll wegen Ungesetzlichkeiten und Unregelmäßigkeiten gcgei die Wahl Dr. BöhmeS Protest eingelegt iverden.
[] 'Marburg, 8. Fcbr. Die Zahl der Geburten im vergangenen Jahre betrug mSgesamt 690 gegen 727 im Vorjahre. Davon entfallen auf hiesige Eirnvohuer 407, auf auswärtige 283 und auf Anstalten 426. Zivislingsgeburten wurden 11 angemcldet. In den Stand der Ehe baten 119 (139) Paare. Die Zahl der Sterb cs ölte betrug 379 (420) Davon kommen aus hiesige Einwohner 229, auf Auswärtige 150, auf Krankenhäuser 184. Kinder unter einem Jahr siarbei' 74, Totgeburten kamen 21 zur Anmeldung.
Kuuftvereui.
Gießen, 9. Febr.
Wahlkampf, Eisbahn, Fasch-ingsvergnügungen — wer behalt da Zeit, die Kunstausstellung zu besuchen ? Jetzt sind ruhigere Tage zu erwarten, und im „Turmhaus am Brand" werden die Galle sich wieder zahlreicher einfinden; es Ware zu wünschen, daß das auch der gegenwärtigen Ausstellung zugute tarne, die zum Teil nur bis diesen Sonntag bleibt. Ihren Kern bilden Werke Darmstädter Künstler, zumeist guter Bekannter. R. völscher's „Kvrbträgerin" ist in Vortrag und Farben- Wirkung ein höchst anziehendes Bild aus dem ländlichen Leben, dem der an Seifenblasen sich vergnügende Knabe würdig zur Seite fleht. 31 Kräh erjeut durch einige iarbenprangcndc Landscl-aften in Oe. und Pastell, daneben durch ein idyllisches Interieur, dem üieileidji etwas mehr Licht zn wünschen wäre Das lichte, duftige Herbstbild vvn G. Altheim führt den Künstler redyt vorteilhaft hier ein, während seine Aquarelle allerdings unter der Konkurrenz der flotten und kräjligen, stellen- weise nur zu unruhig bunten von A. Hart m a n n zu leiden haben. ERed/t tüchtig und erfreulich sind die Dlabicnuigeii von L. Kayser unb die in sehr wechselnd'»» Mvtwen QUitretenbcn „Stilleben ' Uon A. Kichler zu nennen; auch geht dcr Freund der plastischen Kamst nicht leer aus, den besonders Die Haivftgur einer Bäuerin von PH. Schwarz gefallen wird. Als Perlen dieser Darmstädter Sammlung dürfen wohl die kästlidjen kleinen Aquarelle W. Baders netten, ivahre Kabinettstücke, die naaj würdigen Plätzen im intimen £)eim des Sammlers und Kenners verlangen. Im übrigen zieht in dieser Ausstellung vor allem W. T h i e i m a n n ’ ö prächtig echte „Langgönftrin in Abendmalstracht" die Augen aus sich, bur sich nächstens ein weiteres Bild des trefflichen Lcsftnmalcrs zugesellen soll. Mit ihm realisiert, aber in anderer Tedjinik unb minutiösen Bildern, der Aquarellmaler I. H a pp-Frankfurt, dessen reizende Schivälincr Äinberbilbcr gewiss reichen Beisall crnlen werden. Aud) ältere, namhafte Maler sind vertreten, Röchling mit einem „österreichischen Musketier". Erdmann mit einer Nokokozose, und sdstiegiich fehlen nidjt die einheimischen Künstler: M. Kassel hat ein wohi- aetrofsenes und seingestimmtes Bildnis einer Giessener Dame, M. Felchner eine picihc tüchtiger Figuren- und Porträtstudien, W. Barthel einige seiner immer gediegenen und anheimelnden Aquarellandsd)ajte«l aus der Gicfecncr Umgegend ausgestellt. Anheimelnd kann man hie ganze Ausstellung neunen, und man möci-te ivünschen und hofftn, dafe diese Stimmung bei kaufkräftigen Kunstfreunden sich in Taten umsetzte. B. S.
EUekcncr Straskamme-.
)( Giefeen, L. Febr. 1007.
Eine Siebzehnjährige.
MS rasflnierte S ch w i n d l e r i n und Diebin entpuppte sich das kaum 17jährige, wegen Schwindeleien bereits beftraitc Dienstmädli»cn E. W. von Ä i e d e r - W ö l l st a d t. Sie stand im vorigen Jahre bei einer Psarrcrswitwe au Friedberg in Diensten, wo sie das größte Vertrauen genoß. Als im genannten Hause ein Kleiderdiebstahl enldedt wurde, ben man über LOO Pik. bewertete, war sie die erste die zur Polizei lies, um Anzeige zu erstatten. Ihre Herrschaft war von ihrer Ehrlichkell so überzeugt, daß sie der Polizei gegenüber den auigetauchken Verdacht abftrilt. Da eine bei der Lautirau Uorgenoinnicne Hausfudmng crgelmi^ loS verlies, mußte die Sache aus sich beruhen, bis sic nad) ihrer Entlassung eine Rell-c von Sclpvindeleien verübZe, wosur sie bereits bestraft worden ist. Im Juli trat sie bei einem Rechnungsral zu Bad Nauheim in Dienst. Hier eignete sie sich Strumpfe des SohneS ihrer Herrsd>ajt an. Darüber zur 'Jicbe gestellt, behauptete ie, die Strümpfe gehörten ihr, das darauf befindliche Zeid-en ei ihr Name; auf weitere Merkmale dir in aujinerlsain gemacht, |üb sie an, ihrer Mutter hätten die Strümpfe so gut gefallen, >aß sie ihr mehrere Paare genau nach Gmi Muster gestricil habe. Bei einem Böcker sollte sie eine Rechnung von etwa 30 Mark begleichen; sie unterschlug das Gelb und quittierte die Rechnung selbst. Einen von ihr an der Bahn abgeholten Kvsfer brachte sie aujgebrodjcn nach Lause Unb gab unwayrer.veise an, ein irember S)en habe ihn irrtumüid) für den feiiugen gehalten und chn geöffnet. Bei einem Zuckerbäcker entnahm sie sich nad) und nach Gebäck und Naschereien ans Rechmmg ihrer Herrschaft. Ais die Rechnung ausgestellt wurde, bcanftanöcte sie ihre Dienstherrin Die Sd»vindlerin ging zu dem Bäder und gab an, die Sachen würden von ihrem Dicnstherrn bezahlt, er habe das Gebäck zu einer Zeit holen lassen, ars seine Frau verreist nAir unb er Besuch halte, die Frau dürfe davon nichts willen. Bei ihrem Bäder berjudjte sie 70 Mk. unter der falschen Angabe zu erschwindeln, sie habe 1000 Mk. aus Die Post tragen sollen und hätte einen Hundertinarksd-ein verloren. Ihr Dienstherr dürfe nichts davon wissen und die Frau habe keinen Schlüssel zur Staue AIS sie da kein Gcid beiam, begab sie sich i>:S andern Tages zu einem andern Bader, von bem sie unter den nuinlickftn Angaben 100 Mk. erschivindeln wollte. Eines Morgens wur em Beha.ter, in dem ihr Dienitherr Gelb aujzuwahren pslegte, ausgebrochen Zufällig war aber abends zuvor bas Glld in den Ka|,en|dwant verbracht worden, so bag nichts gefwhlen werden konnte. And) hier halte man sie im Verdacht, den Einbruch imgiea zu haben. Was ihr abu nicht nachzuwei.cn war. Nachdem d.ese eaujcii an den
Tag gekommen waren, nahm man Veranlassimg, bei ihr Haussuchung vorzunehmen, wobei eine Reihe der ihrer früheren Herr, schäft gestohlenen Kleider unb andere Sachen, die sie fid) in verschiedenen Geschäften erjdjwinbc.t hatte, zu Tage geftrd.rc wurden. Während der Uiitcrfiiayung unb aud) bei der Verhandlung vcr- fudfte sie die Lauffrau als die Urheberin ihrer Straftaten hinzustellen; den Diebstahl der K.eider bestritt sie und glaubte ihn gänzlich aus die Laufsrau abwälzen zu können, indem sie angab, Die Fran habe von ihr den Schlüssel zu dem Slieibcrraum erhalten. Diese hätte die Kleiber geholt und in Frankfurt verlaust. Die Fran sei immer in Not gewesen, da ihr Mann nichts arbeite, sie hatte ihr den ganzen Lohn gegeben und auf ihre Bitte hin das Geld bei den Ballern erschwindeln wollen. Sie butte sie aud) dazu an stiften wollen, bei ihrem Metzger 1000 Mk. zu leihen, womit |ie zusainmen nach Amerika durckfgehcn wollen. Es wurde ein Brie feilt Wurf bei ihr gesunden, in dem sie ihrer Mutter miiteiite, das; dcmnöchst eine größere Geldsendung einircfje, wo- raus zu fdjlicßen war, daß, wenn ihr die Betrügereien gelungen wären, sie das Geld nad) Lause geschickt Hütte. Die als Zeugin vernommene Lau, >rau bestritt glaubhaft in irgend welcher Beziehung zu ihr zu stehen. Borwrgiich nalM man während der aiiict|ud)ung Xkrauaiiaiig, sie aui n,ren Gcisteszuiiand zu prüfen. Der Sachverständige lfteft sie für geistig normal, er betonte ausdrücklich die (aruß..rtlge Gr,ind-ingSgaoe und das Da.ent zum Lügen, wie nun es jeden findet. Das Gericht ucrunedte sw wegen Diebstahls und U n t e r f ü) l a g u u g in ciuheft.ichen Zusani- uienireo.cn ruft ll r k u n b e n f ä 1) ü) u n g , f-wie wegen DoLcnoetcn unb verbuchten Bctrugszu einer Gcs-mt,.raft von 8 Monate n Gei ängnis, wobei krc.|ir,üXLcrc..b ihr Hang zur Putz- und Genußsucht, drr sie .auf Die,en Weg getüijrt hat, berüdiichtigi würbe. Da mit Rücksicht aui bie der otr.de Fluu-iveroacht oegrunbet erschien, ciioigte ihre Verhaftung.
Dieoftahl unb Hehlerei.
Im vorigen Jahr wuröe von einer Bleiche zu Brauer- s ch io e n b uxäidie im Wene von 2b Mk. geflohleiu Aui eine 'Jlcii- neuing der Wasch'rau E. K. hm »vur«?e bei den» Taglöhner H. K. Dmiyfuelnmg uorgenommen, bei bet em Teil Der Wäsche gesunden wurde. Es würbe gegen ihn Auiläge wegen Diebstahls erhoben und da Frau SL zugab, cm gestohlenes Hemd erhalten zu oaben, jo haue sie sich wegen Hehlerei zu verantworten. Es eriolgie vor den» ochoßengerlcht ihre Freisprechung, da nicht an- genommen weiöen konnte, daß sie von dem unredlichen Eiiverb ucsielven Kenntnis haue. Tie Slaalsaillvalljchait io du das Urteil an, aber Die Stra'kammer fonme keine anöeien FestnelUmgen ireffen, weshalb es bei dem Fre »jpruch blieb. Dagegen wuibe oie Siraie des K. mit iltüdiicht aui seine Borstrafeii, von drei Wochen auf zwei 'Monate Ge'ängms erhöht.
Konkursvccgehen.
lieber das Vermögen des poteiveiiizers R. L. zu B a d - N a u- h e i m wuroe int vorigen Herbst der Llonlurs erösjuet. Srogoem jein Gcscha t einen m lauimäunijcher Wege emgeii.ucicn Betrieb erforderie, unterließ er die fähiUche Bilauzziehnug »mb Die Juveu- iarertlchlnug. ES wmDe gegen »hi» Aul tage luegcn Vergehens g e g e*n ö i e R o n f i| v s o v D n u n g erhöbe >», bie zur Beruf icilimg in eine Eeldstra'e von öU 'Mk. führte, wobei die Taijache. Daß eine eigentliche lleberfchulbung nicht vortiegt, ftrasmitberud berüctlichligt würbe.
Diebsiahl.
Die Tienstmagd Ch. B. ans ocliröf hat bei einem hiesigen Metzger, wo sie m Dienst liaiiö. em Zehnmarkstück ans bev vaben- kasje g e |i o 1) l e n. Wegen yiüct|aUDicb|ial)l erhielt sie acht iDlonatc Geiängiiis.
Tie Furcht vor bem Arbeitshaus.
Ter bereits vierzig mal vorbestraiie Eietegcirheiksarbeiter F. M. K. ans Rleber-Strelitz hat em Schöslengerichlsurlell, das ihn wegen Beiletns der Vandespollzelbehorbe überwies, angeiocluen ans Furcht vor dem Tlrbeushans. Ungeachtet der Beteuernilg, daß er sich letzt bcsseii» »volle, blieb es bei dc111 Uvicil.
Der Mordprozcff Thaw.
91 e w i) o r f, 7. Febr.
Frau Evelyn Thaw, die Gattin des de^> Wtoroc» angeilugtcn Milliardärs, erhärte in der heutigen Berhandumg, bag Thaw im Juni 1900 ihr in Paris einen $)ciratsantrag machte. Sie habe darauf erklärt, sie tonne ihn nicht heiraten, des (von Th. später (tmorbeten) Architekten W.ft.e ne^e.», Thaw sagte, er tonne nie eine uiibere heiraten. Nach Drei Xlionateu machte Thaw ihr Wieder einen Antrag, er Wurde aber Wieder abgewicjeii mit der Begründung, Whites Freunde würben stets mit Fingern auf ihn zeigen. 2;l)aw erllärte ihr spater, lie träft feine SdMrd, er Werue sie bouj heiraten. Frau Thaw oericiftcte nod) über ihre in bitterster Armut verbrachte fugend und über Whites Erscheinen im Cafö Martin an dem truischen Abend, wodurch ein unmittelbarer Anstoß zum Pcord gegeben war. Thaivs Gattin bezeugte, bag, naciwem sie mit ihrer Mutter aus Pittsburg gekommen war, White anscheinend eut väterliches Jntereift an ihr als Modell unb Choristin von 16 Jahren bekundete unb sie stets dezent behanoelte, sodaß ihre Alutter glaubte, nad) Pitlsourg zururrlehren zu lönnen, wozu lie White animierte, da er „über Evelyn wachet» werbe". Dann habe fie White mehrfach in anständige Gesellschaften gesill/rt, ivoraus er )ic eines Tages in sein Atelier eingeladen have, wo er sw als Japanern» von einem Photographen photographieren tiefe. Dann schillte er sie heim, um sie bann abends, wie das schon mehrfach gcjajebcn war, einzuladen, in Gesellschaft anderer Choristinnen unb lunger Männer einen Imbiß im Atelier zu nehmen. Ais sie nun Dort anlangte, war White allein. White veranlaßte sie, bod) etwas zu essen, worauf fie einige Bilder betrachtete. Jnzwisd)en hatte White ungesehen Champagner eiiu ge{d]enU. Widerstrebend trank sie etwas, worauf sie das Bern u y ts e in verlor. WaS dann gesctfah, wirb von ihr genau gescha.bert. Als sie auswachte, erklärte White, sie müsse schwören, nie ihrer Mutllr etwas zu jagen, worauf er sie in einem Wagen nach Hause bringen liefe. White Halle ihr erklärt, alle Mädchen handelten so, fie liegen sich nur nicht entdecken. Die Zeugin sagte weiter aus, sie weinte den ganzen Tag und bie ganze Nacht.
Die Zuhörer unb manche Geschworene brachen bei dieser Anss^^e in Tränen „aus.
<ßcrid?t»faaL
Berlin, 7. Febr. Bor dem Schöffengericht Tempelhof kam heule ein Prozeß zum Ausirage, der gegen bei» Berliner Frauenarzt Ptoftsjor Tr. Koßmann wegen »mbeiugter Führung des P r o f c , s o r l»t e l o angestrengt worben »vor. Ter Gerichlsho' crfnnnle auf Freisprechung. Den» Angel tagten sei nicht nur bev gute Glauben sowohl vor als nach ben» Jahre 1903 zuzu- sprechen, lonbcui auch objektiv fei er m seinem Rechte, Den Tuc. .Proiesjor^ zu führen. Tie Kosten wuibcn der emasfafje aui- erlegt. Ter Erste Staatsanwalt lüirb gegen bas ftetjprechenbe Urteil Berufung emlegcn.
— D i e S t r a i k a u» m er in EiSleben hat einen 12'/,- j ä h r i g e »» S ch u l f n a b c n wegen schweren Straßenraubes zu 1 Jahr 2 'Monate u Gefängnis verurteilt.
H a m b u r g, 8. Febr. Bei ben W a h l r e ch t s k r a w a 1 l e n am Schoppensbiel würbe em Küpcr von der Polize» berari verletzt, daß er Die H ülfe eines Arztes in Anjprnll) nehmen mußte. Ter Aerbanb freier Krankenkassen verklagte nun bie Polizeibehörde aus Rückerstattung der für Den Kuper verauslagten Kur kosten. Tie Zivilkammec bes Lanbgericbts lallte lolgen- DeS Urteil: Tie Polizeibehörde wirb verurteilt, bem Klager bie verauslagte L u in »ne nebst v » erProzent Zinsen zu- r ü ck z n z a h l e n unb die a»»s Dem Rechtsstreite erwachsenen K o st e n zu tragen.
Börscu-Wochcuvertcht.
(Criginal o.j i.c ...er Anzeigers.)
Frankfurt a. M., 8. Februar.
TaS Gcsdfüft an der Bbr,e nt gegoiwamg auijcrorbcntiiü) still unb bie Stimmung ctn?aJ gc. i ..... Dos PnotUnm alimentiert Den Brr lehr nur in geringen» Ma fee unb baourch sieht sich auch die Spclulaiion zur llAaugieft.pcz.Me»ll, Sludj aus deut Ausfall
der Stichwahlen zum beutschen Rcidrötage hat sie keine Anregung geschöpft, obwohl bie kapitalfeinblichen Elemente stark geschwächt würben unb man bei dem Gesamtbild des neuen Reichs- kages auf ein besseres Verständnis für wirt|'d>aftlid)e Fragen wird rechnen können. Der Dauptgrunb der Aengstlichkeit und Zurückhaltung ist immer noch in der Situation des fö elbinar f« t e s zu suchen, ber auch heute noch nicht genügenb geklärt ist. Immer ist es noch Amerika, welches ben europäischen Geldmarkt nicht recht zur Ruhe kommen läßt, beim sobatb bie Zinssätze Neigung 5um Sinken zeigen, kommt Ainerila wieder mit feinen Ansprüchen; aud) biese Wock>e würben wieber amerikanische Finanztrallen angeboten. Uebrigens machte sich auch an ben deutsd-en Börsen Gelbbebarf gellenb. In ber Annahme, bafe nach Ucberwinbung bes Ultimos erheblich billiger anzukomtnen sein werbe, würben viele Bebürfnisse nur für kurze Fristen gebellt und so mufete schon halb wieder für Erneuerung gesorgt werben.
Die Reichsbank würbe 5um Ultimo stark in Anspruch genommen, sobafe sie mit 22 Millionen Mark wieder in bie Noten- ft euer geriet. Inzwischen hat sich die Position zweifellos geben er t, aber die Rate wirb vorerst bcu) noch nicht weiter herab- gesetzt werben können, trotzbem zwisdfsti» dem offiziellen Satz unb Dem Privaldiskonto eine Spannung von V/a Proz. besteht. In Amerika haben die Realisacionen ihren Fortgang genommen, wodurch bie Kurse weiter heravgeorüllt wurden, erst gegen Schluß der Wock-e kam drüben wieucr eine etivas befjcre Strömung zum Durchbruch, als bie houzgehenoen Wogen, Die ber lapanifd;- amerikanisa-e Konflikt ge)vor,en Halle, jöchi wieder zu gläuen begannen. Auch an uuferer Borje war das Resultat Der Woche eine leichte Senkung des Kursnioeaus. Bon Fonds waren besonders Japaner, ferner aud) Sao Paulo gebrüllt. Die leiten« Den Bankaktien kamen mit geringen Kurseinoufeen davon. Auf bem Bahnen markt lagen österreichische Sorten etwas matter; ber neue Jnvastirionsertafe an bie Eisenbahnen veranlaßte Abgaben, auch amerikanische Bahnen niedriger, Meridivnol erholten fick- um 2V2 Proz. Montanpapiere wenig ge- ändert, Riebell o Proz. niedriger. Bon anderen Industrie- papieren waren Zementn-crke befjer, Leberwerte Spicharz fliegen auf ben guten Abschluß 6 Proz., Duisburger Brauerei ( Proz., Neue Bobenakllen auf ben bcfriebigcuDen Abschluß 4 Proz., Griesheimer ajemifdje ebensoviel; niedriger waren Wittener Stahrruhren 4 Proz., Kleyer Fahrrad trotz der hohen Divibende auf Gewinnrealisationen 3 Proz.
Privalbiskonto 4Vr Proz.
-^7-... .........
** Kleine .vi 111 e 1 > u 11 h . h .. u s feilen unb ben Nachbarstaaten. In He »> chelhei m feiern an» morgigen canisiag die Eheleute ennon Sic in das Feu der ftlbernen v 0 ch z e i t. — In G r ü n b e r g leiene am 'Mituvoch der aliefte Eimvohner, Sienmer Johs. Gitter, m erfreuticher Geiftes- und Körperirijche fernen 91. Gebnrtsiag.
CittgcjanSt.
<Für Form unb Jnhau .....« .Rubrik stehenden Artikel
üoernimmt bie Rebait.n > d m Pitournm gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Bezüglich des Verkehrs zivischeu den benachbarten Orten des K r e 11 e 0 'K1 0 !i l a r mit Gießen, der gewiß jehr lebha't ist, jodafe kein Tag vergeht, an dem nicht von diesfeus Einläufe in Gießen bei den Kaufleuten gemacht iverden, gib» der Artikel- ichrelber feinen Unwillen tund. 9lach langer Beobachlnng luenOti er sich gegen 'JJlißllnnDe, »vetche zlirzeit 11» Giefeeil beließen: Sollten nicht die Geichansireibenden und Kaufleme merlen, daß das fetzige At a r k t v e r h ä l l u » s Schaden mit sich bringt ? Es ist nachzil- iveijen, daß fenher an einem Frühjahrsmarkt 50—GU Wagen mit Schivemen ans den angrenzenden preußischen Ortfchaileu zuii» Gießener Blarlt ge'ahreu find, und baß die Ifcute bei ihrer '2111- iveieiiheit in Gießeir Heine Einläine machten, ist ausgeschlossen. Jetzt, da ihnen die E l u i »> h r verboten 1 |l, siild fie gezivrinc -u, n a ch B n tz b a ch oder Wetzlar zu w a n ö e r u. Der Anrkel- jchreiber Hal und sucht feinen Nutzen an solchem Zustande, kann aber nicht emjehen, was mit solchem Vorgehen bezweckt wirb. Gs wäre darum jehr zu »vunscheii, daß die Stadt Gießen ui Kürze den aiigreiizendei» preußischen Ortscha'ien wieder ihre Tore öffnet, damit diese mit Gejuudhensfchrm und Sericheuatteft den 'Markt beiahren können. Teiin daß die letzten Ntärkie einen 91 uS« iall gegenüber zu verzeichnen haben, unterliegt leinen» Zweifel. Laß Wetzlar für Heße>» den Markt sperrt, kann urcht von Beden- trulg jein.
Ein B e »v 0 hner des Kleebacht n ( e 5.
«MM bild ütu ^Iüti6r5ßuii6rrtii|ir;u btt Matii ^ic,trß. Aufgebote.
Februar: 4. Johann (ihrlfioph llhrhan, Landwirt in Lich, mit Elise Heßler in Großen-Busell. — Adolf Ruppel, Sergeant dahier, mit Marte Bender m Hungen.
Geborene.
Januar: 28. dem Fuhrmam» Friedrich Ernst ein Sohn, Georg Ludwig Willi. — Tem ftädt. Tagelöhner Mail Schmalz eine Zoditcr, Anna Frieda Wilhelmme. 29. dem Pojtfchaj,ner Adam Lchmitl eine Tochter, Atarie. 8u. dem Buchbinder Hugo Sam» eme lod)tev, 31. dem Postboten Heinrich Ataitiu em -Lohn, Erich Heinrich. — Tem Knecht Albert Schmidt em Sohn, Hermam». — Tcm Blluuenhäudler Heinrich Rüger eme Tochter, Berta Ferdinande. Februar: 1. dem Packer Friedrich Lemnng em Sohn. 2. dein Grofeh. Reg»erimgsafsesjor Theodor Karl Franz eine Tochter, Eva Lutje Ilse. — Leu» 'JJießgeimeiner und Wirt Philipp Sentier cm Sohn, Georg. — Tem 'Metzgerineister Jakob Kunz ein Sohu, Heinrich. — Tem Lehrer Johannes Hoffmann ent Sohn, Hans Georg Eugen. 7. deut Hüliswageuwärter Wilhelm Lemp^eme Tochter, Alarie. — Dem Jufiallateur Jofeph Hetßler ein Sohi», Emil.
Gestorbene.
Februar: 3. Maria Eltje Alargarete Huhn, 6 Jahre alt, Neu» ftabt 49. 3. Marte Pitz, 2 Jahre alt, Große Atühlgafje 10. ö. Friedrich Schäfer, 4 Jahre alt, Souneustraße 8. 6. Sara Katz geb. Schöluhal, 72 Jahre alt, Bletchfirafee 26. 6. Klara Lohletn geb. Völiicm, 45 Jah»e alt, Wioltlcfiiaßc 8.
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