Ausgabe 
11.1.1907 Erstes Blatt
 
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ben Königsthron in Hannover hinweg, und das welftsche Königspaar rettete bei seinem Sturze nur einen Teil seines Vermögens. Der blinde König flüchtete mit seiner Gemahlin nach Oesterreich, mit dessen Schicksal er sein Geschick unlösbar verknüpft hatte, und in der Villa eines Wiener Vorortes !lebte er noch zwölf Jahre. Nun ist ihm die Gattin in den Tod gefolgt, die an den für das Hannoversche Königshaus so verhängnisvollen Ereignissen viel Schuld trug. Dann ins­besondere sie war es, die der Politik Bismarcks immer ent» gegenintriguierte und auch dessen Plan, den Prinzen Albrecht von Preußen mit einer der Hannooec'schen Königstöchter zu verheiraten, durchkreuzte. Leider zeigte auch das Hannoversche Königspaar im Exil eine Haltung, die von einem beklagens­werten Mangel an praktischer Einsicht zeugte. Der verewigte König Georg konspirierte bis an sein Ende mit den Feinden Preußen-Deutschlands, und auch nach seinem Tode blieb die Villa in Hietzing der Hauptherd welfischer Jntriguen. Heute noch unterhält der Cumberländer einen eigenen Prcßdienst, um mit Hülfe welfischer Organe gegen Berlin zu intrigieren. Die Geschichte wird trotzdem der gekrönten Frau, die so herbeS Leid erfahren hatte, ihr Mitleid nicht versagen.

Ausland.

Christian!«, 10. Jan. Vom heutigen Staatsrat ist der von zwei deutschen Gesellschaften gebildeten norrpegiichen Gesellschaft ,Salangen Bergwecksaktien- gesellschaft" die Erlaubnis erteilt worden, die dem Konsul Persson in HelfingforS gehörenden Bergwerksgerechtigkeiten |int Bezirk Salangen in Tromsoe zu erwerben. Die deutschen Gesellschaften sind die Oberschlefische Eisenbahn - Bedarfs- aktiengcjellschaft und die Donnersmarckhütte. Das Aktien­kapital beträgt vorläufig l* 1/, Millionen Kronen. Als Karls, surnnn für die Bergwerksgerechtigkeit usw. werden an Konsul Perfson l1/, Millionen Kronen bezahlt.

London, 10. Jan. Nach Meldungen aris Teheran hat der dritte Sohn des verstorbenen Schahs, Jshrat, einen ,Anspruch aus den Thron erhoben. Er hat eine Armee jvon 10 000 Mann in Luristan versammelt. Die Stämme (in den südlichen Provinzen Persiens dürften ihn unterstützen. Man vermutet seinen Anmarsch auf Teheran. Hiesige Blätter bringen Depeschen aus Teheran, wonach der neue Schah unter russischem Einfluß stehe. Sein Erzieher sei cm Russe gewesen und in seiner Suite befänden sich viele Russen.

Der Postdienst zwischen Tanger und dem Innern, namentlich Fez ist völlig desorganisiert. Ein am 4. Januar ;nach Fez, abgegangener Po st kurier wurde am nächsten Tage von RaisuliS Leuten angefallen, ausgeraubt, miß­handelt und drei Tage lang eingesperrt.

Paris, 10. Jan. Zwischen der Tel e flinken st ation d'eS Eifelturmes und Berlin hat dieser Tage em Aus- ^tausch von Depeschen stattgefunden. Man hält es für- möglich, daß in dieser Richtung eine regelmäßige draht­lose Verbindung hcrgestellt werden kann. Die Telesunken­station des Eifelturmes verkehrte auch bereits mit Eng­land; außerdem werden neue Apparate angeschafft werden, welche eine Telefunkenverbindung mit Algier gestatten dürsten.

Wien, 10. Jan. Im Abgeordnetenhaus sprachen sich iuchrere Redner für eine einschneidende Reform oder für Abschaffung des Herrenhauses aus. Minister- präsideiit Freih. von Beck spricht die Ueberzeugung aus, daß zukünftig beiden Häusern eine bestimmte, klareUm­schreibung der Funktionen zugewiesen werde. Das Haus beginnt sodann die dringliche Beratung des Gesetzes zum Schutze der Wahlfreiheit.

Agra, 10. Jaii. Heute vormittag stattete der Emir von Afghanistan dem Vizekönig von Vritisch-Judien Earl of Minto einen Besuch ab. Der Vizekönig geleitete den zEmir zum Silberthrone in der Audienzhalle. Lord Kitchener (und viele andere hervorragende Persönlichkeiten hatten sich .eingefunden. Der Vizekönig erwiderte heute nachmittag ben Besuch; der Emir hatte dem Vizekönig seine Leibwache als Eskorte entgegengesandt. Beim Empfange des Vizekönigs sagte der Emir, er betrachte seine Schamiana als sein Prunk­zelt als vorübergehendes afghanisches Gebiet und heiße den «Vizekönig aufs wärmste willkommen in seinem Reiche. Der Vizekönig sprach seine Freude darüber aus, daß ihn der .Emir in seinem eigenen Lande auf diese Weise begrüße und dankte dem Emir für die Entsendung seiner Leibgarde. Hieralif erwiderte der Emir, das Leben seines Frermdes zu beschützen, sei seine erste Pflicht.

Neues aus Nustiaud.

Das Kriegsgericht verurteilte den MorderdesGenerals Pawlow zum Tode durch den Strang. Der Angeklagte weigerte sich, seinen Namen und feinen Stand -ou nennen. Der Zar schrieb aus die Meldung von dem Tode Pawlows:Es ist ein schwer zu ersehender Verlust eines ehrlichen und zu- verlässrgen Mannes."

i Bon verschiedenen Seiten wird mitgeteilt, daß die Ermor­dung Pawlows in Petersburger Hojlreisen einen nieder­schmetternden Eindruck gemacht und das Vertrauen zu Sto­lypin stark erschüttert hat. Man wirit der politischen P o l r z e i U n > ä h i g k e i t und irreführende Berichterstattung Über den Stand der revolutionären Bewegung vor, da in amt­lichen Berichten die Terroristen längst für ausgerottet erklärt Worden send.

In Lodz wurde der Gendarmeriechef erschossen. Der Mordan,chlag auf Oberst Schadjko-Andreicw wurde von zelm mit Revolvern bewaffnete Männer ausgeführt, die ihre Waffen gleichzeitig ab.euerten. Von drei Soldaten, die den Gendarmen >- chef begleiteten, wurden zwei schwer, der dr.tte leicht verwundet Zufällig vorübergehende ^wsaleu schossen ans zwei Personen, die davvneitten und vermutlich zu den Mördern gehörten. Sie wurden getroffen und sck>wer verwundet in das Spital gebracht.

i Aus den von Hungersnot betroffenen Gouvernements Aesien neue furchtbare Nachrichten ein. In der Gegend von Batu sind etwa 1000 Personen verhungert. Namentlich die Kindersterblieltkeit weilt ungeheure Zis,nm auf. In Ardatow begann die zur Verzweiflung getriebene Bevölkerung blutige Unruhen.

Aus kompetenter Quelle erfährt dieStranz" das Resultat der Unter,uchung von 800 000 Rubeln, der an die Firma ^'idwai auf zu liefernde 10 Millionen Pud Getreide für die vungergebiete gezahlt worden war. Die Unter,uchung ergab, daß der Minister- gehülfe Gur ko sowie der Direktor des Landfa)a,t^departements Litwinow und der Gouverneur von Nishm.Nowgorod, Baron Frederiks, ihre Amtsgewalt überschritten haben Infolgedessen i,t gegen alte drei durch den Reichsrat das Kriminat' perfahren emgeleitet worden.

Aus Stadt und £ano.

Gießen, den 11. Januar 1907.

D ie E n t l a sslin gsprüfun g en an den drei hessi­schen Leh re rsem in ari en finden in diesem Jahre wie folgt statt: In Friedberg für die beiden Oberklassen vom 22. bis 25. Januar und vom 29. Januar bis 1. Februar. In Alzey vom 19. bis 23. Februar. In Bensheim vo»n 25. Februar bis 1. März. Tie Aufnahme­prüfungen beginnen nach der »Tarmst. Ztg." an den drei Seminarien am 21. März.

* Verhaftet wurden die wegen Diebstahls vom Amts­gericht Plauen i. V. steckbrieflich verfolgte Slnna Di eine! aus Theuma, die von der kgl. Staatsanwaltschaft Marburg wegen Diebstahls verfolgte Dienslmagd Christine 93nm bei) aus Göttingen und der Arbeiter Friedrich Schnabel aus Wieseck wegen mehrfacher Betrügereien.

Diebstahl. In verflossener Nacht wurden an dem Hinterbau der früher Schüler'schen Besitzung am Theaterplatz die Da chka n deln, etwa 16 Meter, abgerissen und gestohlen.

** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Es sei darauf hingewiesen, doß von jetzt ab auch Blockbillets zu 10 Karten wie in den Vorjahren int Vorverkauf des Stadt­theaters ausgegeben werden.

[J Marburg, 10. Jan. Die hiesige Universität beabsich­tigt im laufenden Jahre verschiedene Universitäts-Insti­tute dem städt. Elektrizitätswerk anzuschließen. Es handelt sich zunächst um die Einführung elektrischer Beleuchtung in den Operationssälen der Kliniken und Verwendung elektrischer Kraft für wissenschaftliche und, technische Zwecke in mehreren In­stituten. Wie aus dem Etatsentwurf zu ersehen ist, sind die Kohlen mit 41555 Mk. veranschlagt.

fe. Frankfurt a. M., 10. Jan. Gestern ftarb der ä l t e ft e Einwohner von Frankfurt, der frühere Kassen­bote Johann Jakob Rupprecht, im 97. Lebensjahre. Der Verstorbene war bis zu seinem Tode verhältnismäßig rüstig und niemand sah dem allezeit zu Späßen geneigten Mann sein hohes Alter an.

h. Frankfurt a. M., 10. Jan. Einem dieser Tage mit einem D-Zuge hier eingetrosfenen Herrn wurde während des Aussteigens aus dem Zuge eine Brillant-Busennadel im Werte von 3000 Mk. aus der Krawatte gezogen. Der Dieb entkam. Im preuß. Staatshaushaltsplan ist für die Aus­führung baulicher Arbeiten bei dem Saalburg-Museum ein Beitrag von 30 000 Mk. als erste Rate angesetzt.

Frankfurt a. M., 10. Jan. Die Agitation, die in den Kreisen der wohlhabenden Bürgerschaft für die Errichtung einer Universität in Frankfurt getrieben wird, ist von Erfolg gekrönt worden. Von einer größeren Anzahl hervorragender Bürger sind große Summen zur Dotierung der Hochschule in Aussicht gestellt worden, und die Konstituierung eines Komitees steht bevor, das mit dem Kultusministerium über die Errichtung I der Universität verhandeln soll.

fe. Frankfurt a. M., 11. Jan. Der 17jährige Bank­lehrling Heinrich Steffen, der bei einer Bankfiliale in Tuisburg-Hochfeld 9000 Mk. unterschlagen hatte, wurde in einem hiesigen Hotel verhaftet. Zn einem anderen Hotel wurde ein ebenfalls 17 Fahre alter KausmanuÄehrling Haus R e u ß aus Hannover verhaftet, der seinem in Darmstadt wohnenden Onkel 340 Mk. mittelst Einbruchs gestohlen hatte.

Hanau, 10. Jan. Das Stadtverordneten- Kollegium lehnte den Antrag auf alsbaldige Gewährung einer Teuerungszulage an die städtischen Arbeiter und Beamten, deren Einkommen 2000 Mk. nicht übersteigt, ab; dagegen wurde beschlossen, vom Magistrat die sofortige Vor­legung des zwecks Revision der Löhne und Gehälter dieser Arbeiter und Beamten durch Erhebungen bei anderen Städten gesainmelten Materials zu fordern. (Frkf. Ztg.)

Fulda, 10. Jan. Mehrere hiesige Einwohner erhielten dieser Tage ein Schreiben der König!. Regierung zu Kassel, der Kultusminister nehme nach Einsicht der Akten betreffend das Strafverfahren wegen fahrlässiger Inbrandsetzung des Domes an, daß auch der abgebrannte Nordiurm durch das Feuerwerk in Brand gesetzt worden ist und erachtet den Drogisten Pauly und die Mitglieder des Deko- cationskomitees für verpflichtet, dem Fiskus allen aus dem Brande der beiden Dom türme ent­standenen Schaden zu ersetzen, und zwar den Drogisten Pauly wegen der bei der Veranstaltung des Feuerwerkes begangenen Fahrlässigkeit und die Mitglieder des Komitees, weil sie die Anssi'ihrimg des Feueriverks haben geschehen lassen, ohne die nötigen Vorsichtsmaßregeln anzuordnen. Unter Vorbehalt aller weiteren Ansprüche bis zum Ersatz des vollen Schadens wird zunächst eine Schadenersatzforderlmg von 4000 Mk. geltend gemacht und um Erklärung darüber er­sucht, ob sie bereit sind, die 4000 Mk. ganz oder anteilig zri bezahlen und die Verpflichtung zum Ersatz des ganzen weiteren Schadens anzuerkennen. Man glaubte hier, die Sache mit dem Dombrand wäre längst erledigt, wenn gleich heute noch der Turm als Ruine dasteht. Besonders schwer betroffen von dieser Wendung der Dinge ist nach derFrkf. Ztg." Pauly, dem der Prozeß wegen des Südturmes schon 10000 Mk. gekostet hat.

Vermischtes.

* Erdbeben Meldungen liegen heute aus mehreren Orten Skandinaviens vor. Namentlich auf der Strecke KornSjoe- Mellerud wurden in der Vergangenen Nacht starke Erderschntte-

rungen bemerkt, durch welche.die Einwohnerschaft aus dem Schlaf geweckt wurde und die die Häuser erzittern machte.

* Der tätowierte Kahlkopf. Cm alter Herr in Verviers, der eine kolossale Glatze hatte, beschloß, sich ein Blumen­

arrangement auf seine Platte tätowieren zu lassen, um in Damcn- gesellschafr besseren Eindruck zu machen. Er ging deshalb über die deutsche Grenze nach dem kleinen in der Nähe von Herbesthal gelegenen Dorfe Montzin,. wo ein gewisser Peter Klein wohnte, der in der ganzen Umgegend für ein äußerst geschickter Tätowierer

galt, und beauftragte ihn damit, seine Glatze mit einem geschmack­vollen Nlumeiibukett zu versclstinern. Peter Klein aber ist ein Schalk, er zeichnete dem Biedermann ein Bukett auf die Glatze, dessen einzelne Blumen in ihrer Zusammenstellung obszöne Dar­stellungen ergaben. Der Ahnungslose zog stolz mit seiner ver­schönerten Platte voii bannen, bis ihn seine Freunde darüber

ausklärten, was die schönen Bilder aus seinem Hinteriopse zu be­deuten hätten. Voller Wut richtete er eine Anzeige gegen Klein, der sich nunmehr wegen Vergehen gegen das Gesetz über den Vertrieb unzüchtiger Biller und Schriften" zu verantworten haben wird.

'Bergbahn auf den Ma11erhorngipfel. Beim schweizerischen Bundesrat ist ein Konzefsionsgesuch em- gegangen, betreffend den Bail einer elektrischen Zahnradbahn Zcrmatt-Matterhornspitze. Das Proj-.lt sieht zwei Sektionen vor. Tie erste soll eine Zahnradbahn mit elektrischem Betrieb, einem Bahnhof, Vrege-Zermattbayn ausgehend, über

Zmuttbach durch das Hörnli nach Matterhornhittte (8052 m) führen; von dort soll das etwa 20 m unterhalb vom Grpfel gelegene Plateau vermittels zweier Drahtseilbahnen erreicht iverden. Das Endstück geht durch einen 2230 m langen, fast senkrechten Tunnel mit einer Ma-simalsteigung von 95 v. H. Tw Endstation soll ans 4475 m stehen. Tie Darier der Bauzeit wird auf vier Jahre geschätzt. Die Her­stellungskosten sind 10 Millionen. Die Dauer der Fahrzeit währt eine Stunde und 50 Minuten, gegenwärtig braucht man für einen Aufstieg von Zermatt aus mit Abstieg 24 Stunden.

* Kleine T a g e s ch r o n i k. In Roth (Rliöist äscherte ein G r o ß f e u e v sieben vollgefüllte Scheunen und fünf Firste ein. Vermutlich liegt Brandstiftung vor. Bel der Tarlehnskasse in Kleinkarlbach (Pfalz) sind Verlmtreunngen von 19000 Mk. enldeckt worden. Ter Rechner wurde verhauet. Auf der Strecke Koblenz-Bopvard erfolgte gestern ein großer Bergrutsch in der Nähe von Kapellen^ Ta meiierc Rutschungen euureien können, wurden ausgedehnte Sprengungen vorgenonunen, um die dicht vorbeiführende Bahnlinie 511 schützen. Bei 91 a m u r wurde durch einen I a g b u n f a I ( Baron Maurice de Bonhomie getötet. Sem Bruder stürzte über eine Banmimirzel; hierbei entlud sich sein Gewehr unb die volle Ladung traf den in der Nahe stehenden Baroli, der sofort tot ivar.

Gerichtssaal.

Neisse, 10. Jan. Das Schwurgericht verhängte über die Dienstmagd Anna Jurtzky aus Schnellendorf, die ihr drei Wochen altes Kind vergiftet hatte, die Todesstrafe.

Karlsruhe, 10. Jan. Das Schwurgericht verurteilte heute den Emil Slrca,nß aus Odenheim, der seine Frau auS Eifer­sucht erschossen hat, ah 2 Jahren 6 Monaten Ge­fängnis, abzüglich 3 Monate Untersuchungshaft.

Universitäts-Nachrichten.

Der Präsident des Aufsichtsamts für Privatversicherung Gruner in Leipzig wurde von der Universität Göttingen zum Doctor honoris causa ernannt, weil die Kodifikation des Versichcrungsaufsichlsrechts hauptsächlich sein Werk ist.

Arbeiterbewegung.

Paris,. 10. Jan. Unter den Textilarbeitern von F 0 u y ö r e s und H a z e b r 0 u ck ist eine Ausstandsbewegung aus­gebrochen. Die Zahl der Streikenden nimmt ständig zu.

Buenos Aires, 10. Jan. 'Ausständige Arbeiter der Fluß­dampfer griffen gestern arbeitende Kameraden mit Revolvern und Gewehren an. Polizei schritt ein und gab ebenfalls auf die Streitenden Feuer, wobei drei Streikende tödlich ver­letzt wurden.

Handel und Nerkehr, Volkswirtschaft.

Märkte.

fe. Frankfurt a. M., 4. Jan. lOrig.-Telegr. desGieß. Anz.") 931 e l) m a r f t. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schafe und Hämmel, 308 Schweine, 0Ziegen. Schweine: 1. Qual. 7071 Pf. Lebendgeivicht 56.0000.00 Ps., 2. Qual. 6869 Pf., Lebendgewicht 55.00-00 Psg., 3. Qiial. 6065 Pfg. Kälber 1. Qual. 0000 Pst Lebendgewicht 0000 Pfg., 2. Qual. 0000 Pfg., Lebendgewich! 00Ou Pfg., Schlachtgeivicht 0000 Pfg. Schafe 1. Qualität 0000 Pfg., 2. Qiialiläl 0000 Psg. Geschäft: gedrückt, Ueberstand iiubebeutcnb.

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am SamStag, ben 12. Januar: Abnehmende Beivölkung. Geringe Niederschläge, Etwas kälter. Mäßige nördliche Winde.

Originai-DrahtineLbungen.

sd. Bensheim, 11. Jan. Gestern abend starb an bm Folgen eines Schlaganfalls der im 68. Lebensjahr stehende Kvm, merzienrat Gustav G u n t r u nt. Der Verstorbene war ein eifriger Anhänger der nationalliberalen Partei und stand noch in den letzten Tagen an der Spitze der Wahlagitation.

Neulirch (Kr. Rheinbach), 11. Jan. Der katholische Pfarrer hat von der Katrzel herab der Gemeinde b er boten , auf das in Rheinoach erscheinende Kreisblatt zu abonnieren mit der Begründung, daß der Herausgeber und sein Kassierer Protestanten seien. (Das nennt das ZentrumToleranz". .D. Rd.)

P 111 s b u r g , 10. Jan. Von den 35 Arbeitern in den Stahlwerken entkam nur einer unverletzt. 2 7 sind zu Asche verbrannt, sodaß feine Spur mehr von ihnen in dem ge­schmolzenen Metall zu finden war. 7 Arbeiter sind sehr schwer verwundet. Die Explosion verwandelte die Umgebung der Stahl­werke in einen 5 Fuß tiefen See von flüssigem Metall. Ter unverletzt entkommene Georg Knox erzählt über die Katastrophe: Wir waren alle an der Arbeit, als ee> plötzlich einen furcht­baren Krach gab. Ich fing sofort an zu laufen. Ein gräßlicher Tod stand mir vor Äugen, wenn ich nicht schneller laufen konnte, als das glühende Metall floß. Ich erreichte den Zufluchtsort feinen Augenblick zu früh." Ein in einem Zuge an der Un­glücksstation Vor über fahrender berichtet:Ich sah 10 Mann laufen. Ihre Kleider brannten lichterloh. Augenscheinlich waren einige von ihnen verletzt, da sie kaum rennen konnten. Ver­schiedene ftraiid'Citen und fielen in das HKße Metall, das sie sofort einhüllte."

Santiago de Cuba, 10. Jan. Infolge falscher Wcichen- stellung suh^ ein Eisenbahnzug auf den Lokomotiv- s ch Uppen. Durch den Zuiammcnstoß explodierten zwei Lokomo­tiven, wobei eine Anzahl Beamte getötet oder schwer verwundet wurde.

BeLas>nr,»s,»chung.

Im Anschluß an die Bekanntmachung vom 15. Oktober 1906. betr. die Offenlegung dec- Bebauungspläne« und Onsstatuts für die Steppans.nark, bringen wir zur Kenntnis, daß der früher feit geichtc Man, soweit er das Gebiet zwischen Ludwig, Bleich-, Stephan,rrastc und der (Lricubapn betrifft, laut Befchtu.; der Stadtocrordnetenversammlimg vom 6. Dezember 1906 abgcaudcrl werden io 11.

Der Plan über diese Aenderungen liegt bis zum 26. d. Mts. au, dem städtischen -iic,bauanite offen. Einwendungen find binnen der gleichen Frist bei 'Meldung des Ausschluistw bei uns vorzubringen.

Gieijen, den 8. Januar 1907.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

__Mecum.___________________ B10/j

Dienstag, den 22. Januar 1907, vormittags 11 Uhr, soll un Garnisonolazarett Gießen die ^ieseruna der für das Rechnungs- i^chr. l'-D, erforderlichen VcrpflegungSbednrfnistc einschließlich Eis, auSichucßlich der Fleischwaren und Martoffein, verdungen werden. Zu gleicher Zett nt die Abnahme der gewonnenen Mücbenabfälle, Brolreste und Knochen zu vergeben. D/i|

.,Tie Bedingungen fön neu während der Dicststunden im Ge» schastt'zimmer des Lazaretts eingcfcoen werden und müssen vor Beginn des Termins durch Unterschritt anerkannt sein.

____________________________Groich. Garnisonlazarett. i

HoLzverlaus.

Königliche Oderförsterei Krofdorf.

Dienstag, den 22. Jannar, vormittags 9V2 Uhr, kommen int Eben scheu Saale in Frohnhausen zum Berkaus: Bll/i

Lchntrvez. Waldbaus. Li irr. 54 Münzenhau 55,57 Lindenschied: Elchen - 10 Jim. Schichttiiltzh. 12 Riii. Mnuop. 374 Rin. Durch- fönt Ren. Buchen == 443 Rm. Scheit u. Ltnüpp. 400 Km. Dur»' form Reis. Schnybez. Salzboden. Dfftr. 77c-, 79.i Hardt: indjcit = 18 9uh. Schichttillyh. 2. 2,5 u. 4 in lg.,ä.j 31 m. Scheit u. Mnupp- 205 Rni. Reis. Bilchen -- 1/6 Rm. Scheit u. Kniipp. 648 Rin. Reis.

Krofdorf, deri 10. Januar 1907.

Der Oberförster: Lieber.