rfür dieses Vertrauen. Die (Ätzung schließt mit einem Königshoch.
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Preußischer Landtag.
Gemeinschaftliche Schlußsitzung der beiden Häuser.
Ministerpräsident Fürst v. Bülow erklärt unter Verlesung der aus dem Neuen Palais, 7. Juni datierten allerhöchsten Botschaft die Session des Landtags für ge- s chl o s s e n. Präsident u. Kröcher schließt die Sitzung unter dreimaligem Hoch auf den König.
Tie Jubelseier des Odenwaldtlubs.
R. B. Darmstadt, 9. Juni. Die Feier des 2 5jäh- rigen Jubiläums des Odenwaldklnbs nahm gestern mit der ordentlichen Hauptversammlung ihren Anfang. Der Vorsitzende, Bürgermeister Dr. Glässing eröffnete die Haupt- versamnüung mit einer kurzen Begrüßung der Vertreter der Behörden. Bei Gelegenheit der Berichterstattung aus den einzelnen Bezirken berichtete Oberbürgermeister Köhler- Worms über die günstige Entwickelung der Schüler- wanderungen, wobei er die Notwendigkeit betonte, auch die Volksschüler zur Teilnahme an diesen Wanderungen mit heranzuziehen. Der Vertreter der Sektion Mannheim führte iOuS, daß den Schüler Wanderungen an Sonntagen von Klerikaler Seite Schwierigkeiten in den Weg gelegt würden. l'Die Hauptversammlung bestätigte im weiteren Verlauf der Beratung noch die Wahl des Oberlehrers Dr. Köser-Darm- Jtabt und genehmigte einstimmig den Antrag des Vorstandes, die Herren Löwe und Oberaintsrichtcc Dr. Wünzer zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Als Ort der nächstjährigen Hauptversammlung wurde Erbach i. O. bestimmt. Mit einem gemeinsamen „Frisch auf!" schloß die Hauptversammlung, an welche sich ein Jubiläums-Festakt anschloß. Zu diesem hatte sich ein sehr zahlreiches Publikum feingefunden, darunter Ministerialrat Best, Oberforstrat Dr. jWalther sowie Schulrat Dr. Salzmann als Vertreter de§ ^Württemberg. Schwarzwaldvereins rc. Nach Mendelsohns ^Jiibclouverture verlas Bürgermeister Dr. Glässing eine längere -Festansprache des früheren langjährigen, verdienstvollen Vorsitzenden, Minister des Innern Braun, die dieser selbst zu halten wegen Kränklichkeit verhindert war. Der Minister gibt darin einen instruktiven Ueberblick über die Geschichte des Vereins. Bürgermeister Glässing schloß alsdann mit dem herzlichen Wunsche, daß es dem Odenwaldklub vergönnt sein möge, unter dem Schutze seines Protektors und der tatkräftigen Mitwirkung der Behörden den Heimatsinn zu veredeln, die Liebe zur Natur zu verliefen und den modernen Menschen immer mehr zu dem Naturempfindcn unseres Altmeisters Goethe, zur freien, wahren, ungekünstelten Natur zurückzuführen. Nach dieser Rede sprach Ministerialrat Best dem Odenwaldklub namens des Ministers Braun herzliche Grüße und Glückivünsche aus, wobei er betonte, daß erst der Wandersport den Menschen so recht den Sinn für Naturschönheit erschließe. Nach weiteren Reden schloß die Feier, Her am Nachmittag ein Festessen, am Abend Kommers folgten. — Heute fand dann unter außerordentlich großer Beteiligung die feierliche Einweihung des neuen Kaisecturmes auf dec Neunkircher Höhe statt. Ansprachen wurden dabei gehalten von Bürgermeister Dr. Glässing, dem bauleitcn- den Architekt Scherer-Darmstadt, Rechnungsrat Daub- Darmstadt, einer Ehrenjungfrau, sowie Bürgernieister B r e h m- Gadernheim. Es entwickelte sich dann bet Gesang, Spiel, Tanz rc. ein echtes Odenwälder Volksfest.
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S. K. H. der Groß Herzog haben dem Rechnungsrat Ludw. Daub und dem Hofzimmermaler Justus Weber in Darmstadt in Anerkennung ihrer Verdienste um den Odenwald-Klub das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
Die Tubertulosen-Ausftellung (Nord-Anlage 8, Stadtknabenschule, geöffnet täglich von 10 bis 5 Uhr, Eintritt frei) erfreut sich fortgesetzt eines regen Besuches — bis jetzt etwa 3000 Besucher —, ein Zeichen dafür, daß nicht allein in Aerzten-, sondern auch in Laienkreisen der Tuberkulose-Bekämpfung großes Interesse entgegengebracht wird. Bieler ja doch dieses Wändermuseunr für alle Bevölkerungs- welch letztere zum eru-eninate aus einer Lcyan der T. L.-G. zu sehen sind. Sie entstammen den Heiden Levershausen bei Northeim und Förste a. Harz. Zuletzt haben wir noch das nicht zu unterschätzende Vergnügen, auch die Schweine sich nahen zu zu sehen, gewaltige Eber, an Körperdimcnsionen fast einem Keinen Nilpferd vergleichbar, preisgekrönte veredelte und unveredelte Landschweine, letztere ausschließlich Zuchten des Haupt- verems Hildesheim. Von Privatzüchtern können besonders die bekannten Züchter Gruyter-Tiesensee und Graf Goertz-Wrisberg den Beweis einer bedeutenden Höhe ihrer Zucht bringen. Von ersterem wurde eine Reihe Berkshires gezeigt, welche allgemein helle Begeisterung erregten. Wohl an die zwei Stunden dauert das Defilieren der mit Preisen bedachten Tiere und wir wundern uns, daß die Zeit ob der höchst angenehmen Unterhaltung, der stets wechsilnden Eindrücke so schnell verstrichen. Mir werden diese zwei Stunden, die mir ein ungewohntes und ungeahnt reiches Bild deutscher Arbeit entrollten, unvergeßlich sein und noch lange eine Quelle angenehmer Erinnerung bilden.
Werfen wir nun noch einen Blick in die Geflügelhalle, welche auch die Kaiiinchen aufgenommen hat, und in den Bau für Fischerei, so haben wir alle Gebiete landwirlschaftlicher Tierzucht berührt. Mehr noch wie die in- der Geflügelhalle in Einzelkasten untergebrachten Tiere interessiert die weiteren Kreise eine große Anzahl um die Halle herum sich gruppiereilder Farmen. Hier stauten sich^ allenthalben die Liebhaber, die ja bei Geflügel auch in der Stadt nicht in geringer Anzahl vorhanden sind, derartig, daß stellenweise ein Passieren unmöglich war^ Neben den deutschen Landhühnern>fand ich Italiener in 96 etammeu, Wetter Hamburger Gold- und Silberlack, Minorka- hnhner, Andalusier, Wyandottes, Plymouth Rocks und von Mast- Hühnern Lrpingtons, Faoerolles, Torkings und andere. Das Hauptinteresse beanspruchen^ indes merkwürdigerweise, wie schon gesagt, hier weniger die Tiere als die vielerlei Einrichtungen zur Geflügelhaltung. Hier ist ein sehr reiches Material beigebracht, namentlich Die Lvhrhauptener Zuchtgenossenschaft, die Zuchtstatwn der, rheinischen Kammer und manche andere bringen sehenswerte xantellungcn mustergültiger Einrichtungen. Bei den Laien finden die vielen Kasten für kiinstliche Brut natürlich nach wie vor ihre uiisatzlichen Bewunderer. Von Kaninchen sind rund 200 Exemplare zur stelle, bei Denen die belg. Riesen wie immer überwiegen, indes auch das Silberkaninchen eine sehr gewichtige Stellung einnimmt. Die Abteilung Fische gibt leider nur ein unvollständiges Bild der Fischzucht. J-m ganzen sind nur 72 praktisch nut Hinterlicht angeordnete Aquarien vorhanden in Denen vorwiegenD Forellen — von der eintägigen Britt bis zur vierjährigen Forelle — Karpfen und Schleien üorgerührt luerbm Etwas für Feinschmecker!
kreise viel Wissenswertes, das populär-wissenschaftlich dargestellt, zur dauernden Belehrung dienen kann.
In der ersten Abteilung werden die UrsachenderTubev- kulose erörtert. Neben Abbildungen von Auswurf- und sonstigen Präparaten, in Denen die Erreger, die fr genannten Tuberkelbazillen spezifisch gefärbt erscheinen, sind ausgestellt Lungenstücte und andere Organe von Menschen und Tieren, die den Krankheitsprozeß und fein Fortschreiten veranschaulichen. Kulturen auf verschiedenen Nährböden produzieren das Wachstum des Tuberkelbazillus. Der Unterschied zwischen offener und geschloffener Tuberkulose wird schematisch^ gezeigt. Dem Umstande, daß Erwerbszweige mit großer Staubentwicklung besonders zur Tuberkulose disponieren, ist ‘in der Ausstellung durch eine reiche Sammlung Der verschiedenen Staubarten neben den Vorkehrungen zu deren Vermeidung Rechnung getragen.
Tie zweite Abteilung soll ein anschauliches Bild über die Verbreitung der Tuberkulose im deutschen Reiche und speziell in Hessen geben. Es sind Karten und Tabellen aufgehängt, in denen sich nachweisen laßt, daß die Industrie- Bezirke im Westen von Deutschland eine höhere Tuberkulose- Sterblichkeit aufweisen, als die ländlichen Bezirke des Ostens. Erfreulicherweise zeigt nun ein Vergleich der Sterblichkeit zwischen den Jahren 1892/93 und 1902/03 einen bedeutenden Rückgang. Trotzdem lehrt aber wieder die Statistik, daß jeder dritte Todesfall im erwerbsfähigen Alter von 15—60 fahren durch Tuberkulose bedingt ist — vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet eine Einbuße int Volksvermögen, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Andere Tabellen zeigen die Tuberkulose-Sterblichkeit für jeden einzelnen Kreis im Großherzogtum, sowie im Verhältnis zur Zahl der an anderen Krankheiten Leidenden, sowohl inbezug auf die Heilstättenbehandlung als auch hinsichtlich der Invalidität.
In der nächsten Abteilung werden die Mittel zur Ber-- hütung derTuberkulvse dargestellt. Neben einer Mustersammlung von Gesäßen zum Auffangen des Auswurfs sind Vorrichtungen vorgeführt, wie Die Wäsche und Eßgeschirre von Tuberlulösen durch Hitze ober chemische Mittel desinfiziert werden Eönnem Zur Desinfektion der Wohnungen dienen Apparate, in denen Formalin verdampft wird; daneben ist ein neueres, hierher gehöriges Desinfektionsmittel Autan in natura, sowie bildlich in seiner Wirkungsweise dargestellt. Ter Einfluß einer guten Zahnpflege auf die Verhütung Der Tuberkulose wird in Bildern gezeigt. Ten Schluß in Der Reihe Der Mittel zur Vermeidung dieser Krankheit machen Belehrungen über eine zweckmäßige Ernährung, sowie über Den Gehalt Der einzelnen Nährmittel an däährstofsen.
Ter vierte Avschnitt behanDelt Die Bekämpfung Der Tuberkulose unD Die in Den Lungenheilstätten erzielten Erfolge. Ueber die Art und Weise Dieser BehanDlung geben Die Bilder Der hessischen Heilstätten Aufschluß. Daneben zeigen! Tabellen die hierbei erzielten Kurersolge, .sowie Die aufge- wandten Kosten. Zugleich geben Die Karten Der Deutschen Tuoer- kulose-Einrichtungen ein erfreuliches BilD, was in Den letzten 10 Jahren zur Bekämpfung Dieter Krankheit durch Gründung von Heilstätten, Erholungsheimen, Kinderheilstatten, Kolonien, Für- forgestellen uni) Heimen für Die vorgeschrittenen Kranken geschehen ist. Von großer Bedeutung für Die Bekämpfung Der Tuberkulose ist die Vermeidung derselben im Kindesalter, wo die Ansteckung gewöhnlich mit den Drüsen durch die Nahrung erfolgt. Hier ist neben peinlicher Reinlichkeit Der Geschirre unb Hande Der Kinder auf eine solche Zubereitung Der Nahrung Wert zu legen, welche Die eventuell in Der Milch unD sonstigen Nahrungsmitteln vorhandenen Tuberkelbazillen vernichtet. Um Die Schädlichkeiten zu zeigen, welche oer AlkoHolismus auf Gesunde unD Tuberkulöse ausübt, sind AbbilDungen Der Organe ausgestellt, die besonders Durch Den Alkoholmißbrauch geschädigt werden. Tabellen veranschaulichen den Zusammenhang zwischen Alkohol unD Unfall, Verbrechen, Geisteskrankheit einerseits unD Wohlstand und Vermögen anderseits. Von besonderer Wichtigkeit im Kampfe gegen Die Tuberkulose erweist sich die Schaffung gefunDer Wohnungen, wo Licht und Luft in genügendem Maße vorhanden unD. Neben Photograhieen von Wohnungen, wie sie nicht fein sollen, find Pläne von Musterwohnungeu ausgestellt, >o für Gießen Diejenigen Der Baugenossenschaft des evangelischen Arbeitervereins. Für die StaDt Gießen selbst ist eine Karte aufgehängt, in Denen Die Behausungen mit mehreren Tuberkuloie-ToDesfällen innerhalb der letzten Jahre namhaft gemacht sind.
Neben einer allgemeinen tabellarischen Darstellung über die Tätigkeit Der Landesversicherungsanstialt Großherzogtum Hessen, die sich Der Bekämpfung Der Tuberkulose in hohem Maße miDmet unD Der wir auch Diese Ausstellung verdanken, sind von der «Firma Gg. Appel-Gießen hygienisch einwandsfreie Klosett- und Badeeinrichtungen vorgeführt. Wer Die Abstinenz- Bewegungen befürwortet, wirD feine FreuDe Jjaben an alkoholfreien Weinmosten, welche Die Drogerie Carl Seibel-Gießen aus- gestellt hat.
VermischLes.
* Rechtsanwalt Hau soll, wie privatim aus Karlsruhe gemeldet wird, ein volles Geständnis abgelegt und zugestanDen haben, Daß er Den Mord anF rau Molitor, feiner Schwiegermutter begangen, habe. Frau Hau war vor einigen Tagen dort
— u) u11 e löori, 8. Zum. Zn der heutigen Hauptversammlung Der Deutschen Landwirtfchattsgefellfchast wurde Herzog Albrecht von W ü r t e in berg zum P r ä s i d e n t e n für 1907/08 einstimmig gewählt. Als Ausstellungsorte ivurden festgesetzt: für 1908 Stuttgart, für 1909 Leipzig, für 1910 Hamburg.
Ter Deutschen Laudwirtschaftsgesellichaft ging heute auf ihr Huldigimgstelegramm folgende Depesche des Kaisers zu: »An Fürst zu Salm-Horstmar, Düsseldorf. Ich ersuche Sie, den zur 57. Hauptversammlung dort vereinten Mitgliedern der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft meinen wärmsten Dank für Den freundlichen Gruß auszusprechen. Es gereicht mir zugleich zur Freude, meinen schon durch meinen Sohn übermittelten Wünschen für einen guten Verlauf und segensreichen Erfolg der Ausstellung erneuten Ausdruck geben zu können. Wilhelm I. R."
Der Reichskanzler Fürst von Bülow richtete an den Vorstand der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft folgendes Schreiben: „Ten Vorstand Der Deutschen LanDwirtschaftgefellschaft bitte ich, für die Einladung zum Besuch der diesjährigen Wanderausstellung in Düsseldorf meinen verbindlichsten Dank entgegenzunehmen. Leider halten mich meine Dienstgeschäfte bis Mitte Juni noch unbedingt in Berlin fest, sodaß es nur zu meinem Bedauern nicht möglich sein wird, der freundlichen Aufforderung Folge zu leisten. Daß Darum mein Interesse an dem Erfolge der diesjährigen Wanderausstellung nicht geringer ist, brauche ich wohl nicht erst zu versichern. Sie ollle wissen, wie mir b i e deutsche Landwirtschaft am Herzen liegt, und mit wie lebhafter Genugtuung ich jedes Unternehmen begrüße, das ihre Entwickelung zu fördern geeignet scheint, v. Bülo w."
Neu-Ruppin, 8. Juni. Die Enthüllung des Fontane-Denkmals sand heute hier statt. Das Denkmal würbe vom Landesbirektor der Provinz Brandenburg im Namen des Komitees der ^tabt Neu-Ruppin feierlich übergeben. Bürgermeister Reicke^aus Berlin sprach einen poetischen Prolog. Professor Erich Schmidt feierte den Dichter in glänzender Rede. A,ie staatlichen Behörden, die der Provinz und der Stadt waren vertreten. Von Berlin waren zahlreiche Abordnungen erschienen mit einem kleinen Heer von Fontane-Verehrern, die sich mit t)cr getarnten Bevölkerung von Neu-Ruppin zur Ehrung des berühmten Sohnes der Stabt vereinigten.
. , ~ Prinzr eg ent von Bayern richtete nachstehendes Handschreiben an den Generalintendanten Freiherrn v. Speidel: Mein lieber Generalintendant Freiherr von Speidel! Mit Bedauern habe ich von Dem Entlassungsgesuch des GeneralmuttlDlrettors Ak o t t l Kenntnis genommen. Tas Gesuch i|t mit persönlichen Gründen motiviert. Ihnen gegenüber steht aber die höhere Rücksicht auf Münchens musikalische und dramatische Kunst, jur welche das Ausscheiden eines Führers von Der außer- ordentlichen Bedeutung des Generalmusikdirettors Mottl euren
und hat durch Den Verteidiger ihres Mannes mit ihm eine Unterredung im Gefängnis erwirkt. Sie scheint dabei die Ueberzeugung v. d. Trostlosigkeit der Lage ihres Mannes gewonnen und aus Verzweiflung sich im Züricher See das 2eben_geiiominen zu haben. Tas Landgericht hat Beschluß auf Eröffnung des Hauptversahreus gegen Hau wegen Mordes erlassen und die Sache vor das nächste Schwurgericht verwiesen. — Nach Mitteilungen des Karlsruher Staatsanwalts ist in dessen Die Nachricht, daß Hau ein Geständnis abgelegt habe, unbegründet.
* (Sin furchtbares Unglück aus den Karolinen. Ein Missionar, welcher in San Francisco eingetroffen ist, berichtet nachstehende Einzelheiten über einen Typhon und eine Flutwelle, welche in der letzten Hälfte Des März die Karolinen-Inseln heim- suchten und die O l e a ii n s e l g r u p p e verwüsteten. Die Flutwelle überschwemmte das Land und begrub es unter eine Decke von Sand, der von dem Grunde des Ozeans emporgehoben wurde. 1500 Menschen verloren ihre H e i in ft ä 11 e n; auf einer einzigen Insel ertranken 250 Personen. Der Sturm dauerte drei Tage; alle Bäume und Sträucher wurden entwurzelt oder von dem Sand begraben, wo die Flutwelle über das Land ging. Hunderte retteten sich durch Schwimmen, bis das Wasser zurücktrat. Die deutschen Behörden sandten einen Dampfer mit Vorräten zur Ernährung Der Eingeborenen, bis Diese selbst wieder ernten können. —L- —■ — . . ■■ ,
Arbeiterbewegung.
Offenbach, 8. Juni. Eine Versammlung der streikenden Metallarbeiter lehnte die Vereinbarungen mit 705 gegen 185 Stimmen ab, Die beide Kommissionen nach 14 tägiger Perhandlung getroffen hatten. Es wurde aber beschlossen, Daß Die Siebener-Kommission weiter verhandeln solle. Vorläufig ist kein Ende Der Aussperrung abzusehen. Es sind bis jetzt 70 000 M. Uitterstützmig vom Arbeiter-Verband ausbezahlt worden. Von der Aussperrung sind neben Den MitglieDern Des Zentral-Verbandes auch Die christliche Metall-Arbeiter-Gewerkschast und Der Gewerk^ verein deutscher Maschinenbauer und QJletallarbeiter betroffen.
Eharleville, 8. Juni. In der vergangenen Nacht explodierte eine T y n a m 11 p a t r o n e vor dem Hause eines Industriellen, dessen Arbeiter sich int Ausstand befinden. Personen sind nicht verletzt. Die Untersuchung ist emgeleitet.
Sport.
—7 Heute (Montag) findet der Start der A u t o m o b i l f a h r t Peking-Paris statt. Es nehmen 5 Wagen daran teil. Tie Wagen führen fast vollständige alpine Ausrüstung mit, um die Hindernisse beseitigen zu können und müssen stellenweise gezogen oder von Kults getragen werden.
TeäefoniscBte des Giessener Anzeigers, mitgi und Indusli Frankfurter itöre 3^°/o Reichsanleihe . t 93.70 3% do. . . 83.75 3>5 °/o Konsols .... 93.80 3% do. . . . . 83.70 3^% Hessen . . . 93.00
3>4O/O Oberhessen . . . 94.00 4% Uesterr. Goldreute. . 98.70 41/6% Gesten, öilberrente 9910 4% Ungar. Goldrente . . 92.15 4% Italien. Rente . . . 103.20 3% Portugiesen Serie I . 66.75 3% Portugiesen „ III 67.30 4^°/, russ.Staatsanl. 19U5 90.40 4>j0/() japan. Staatsanleihe 92.90 4% Conv. Türken von lao3 93.70 Türkenlose.....137.40
4% tiriech. Monopol-Anl. —.—
4% äussere Argentinier 83.85
3°/0 .Mexikaner . . . —.—
4>$7o Chinesen .... 96.60
Aktien:
Bochum Guss..... 222.20
Buderus E. W . . —.—
Tendenz: schwach.
Berliner Börse, 1
Cauada E. B......166.90
Darmstädter Bank . . . 128.60 Deutsche Bank .... 222.50 Dortmunder-Union C. . . 72.20 Dresdner Bank .... 138.20 __Tendenz: schwach.
Kursberichte
teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.
v 10. Juni, 1.15 Uhr.
Elcktriz. Lahmeyer . . . 117,75 Elektriz. Schuckert . . . 105.50 Eschweiler Bergwerk . . 219.75 Gelsenkirchen Bergwerk . 189.70 Hamburg-Amerik. Paketf. 129.50 Harpener Bergwerk. . . 203.25 Laurahütte...... 223.00
Nordd. Llojd . ... 116.10
Obeischles. Eisen-Industrie 103.45 Berliner Handelsges . . 149.75 Darmstädter Bank 128.20 Deutsche Bank . . . 223.00
Deutsch-Asiat. Bank . . 152.00 Diskonto-Kommandit. . . 167.70 Dresdner Bank . . . 137.20 Kreditaktien..... 203.70
Baltimore- und Ohio-
Eisen Lahn . . . 93.20
Gotthard bahn . . . . —
Lombard. Eisenbahn . . 27.00 Oesterr. Staatsbahn . . . 142.00 Prmce-Henri-Eisenbahn . 130.00
>. Juni. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 203.20
Laurahütte .... 223.00
Lombarden E. B. ... 26.70
Nordd. Lloyd ..... 116.30 fürkenlose . ... 137.50
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Kinder- Hervorragend bewährte mehl Nahrung.
Die Kinder gedeihen u । vorzüglich dabei V
Kranken- u. leiden nicht an A
kost. Verdauungsstörung.
überaus ।cyivcren, kaum ersetzbaren Verlust darstellen würde. Diese Rücksicht verwehrt es mir. Den Generalmusikdirektor Mottt nach so kurzer Wirksamkeit von Der Vertragsbestimmnng zu ent* binDen, Deren ausgesprochener Zweck Darin bestanD, Dem vorzeitigen Verlust eines hervorragenden Künstlers vorzubeugen. Ich weiß mich mit Der funftliebenDen Bevölkerung Münchens einig, wenn ich hieriiach unter wärmster Dankbarster Ancr-i kennung des künstterische>i Wirkens Des GeileralmusikDirektors Mottl Das gestellte Entlafsungsgesuch ablehne. Ich beauftrage Sie, meinen Entschluß zur Kenntnis Mottls zu bringen und ihm gleichzeitig zu eröffnen, Daß ich gern bereit bin, etwa von ihm geäußerten Wünschen bezüglich seiner hiesigen Tienststellung entgegenzukommen. Daß ich aber anDererseits erwarte, Daß er, meinem Entschlüsse Rechnung tragenD, auf Die angetünDigte Wiederholung seiner Bitte um vorzeitige Entlassung endgültig Verzicht leiste. I
— Ein Redakteur Der „Frks. N. Nachr." glaubt eine be-, sonders wertvolle literarische Entdeckung gemacht zu haben. Ev behauptet in einer Weinstube Sachsenhausens ein bisher urv< bekanntes und ungedrucktes Gedicht von Victor von Scheffel gefunden zu haben. Das Gedicht, so sagt er, lautet:
Rheinwein her: Das Herz zu wärmen. Wenn ich trinke, will ich schwärmen. Nur auf deutschen Rebenhügcln Wächst Der Stoff zu Seelenflügeln. Was ich wünsche, will ich hoffen, Und entzückt, wenn eingetroffen; Was die Träume nur gewähren, Süßer Jugend Wiederkehren.
Rheinwein her: Rheinwein her!
Aus heißen Jahren.
Mit diesem Gedicht, so erzählt er weiter, habe es folgende Bewandtnis. Ein Frankfurter, ddamens Grundlach, hatte in Karlsruhe von Schauspielern erfahren, daß in Geisenheim in eitler Weinwirtschaft ein bisher unbekanntes und ungedrucktes Gedicht Victor von Scheffels existiere. Grundlach reiste an Ort und Stelle und brachte das^Manuskript in seinen Besitz. Tas Blatt, auf dem bie zwei L-lrophen stehen, sei vergilbt: leicht hingeworfeic seien die Schriftzüge, man sehe cs ihnen an, daß der Dichter in seliger, vergnügter Weinstimmung zur Feder gegriffen habe, um der „Wirtin wundermild" ein Andenken in Gedichtform zu hinterlassen. — Tic ganze Geschichte scheint auf Erfindung zu beruhen: Tas Gedicht wenigstens ist nicht von Scheffel, sondern ist ein ganz kurzer Auszug aus Dem „RheinweinlieDe" von Wilhelm Jordan, Das in dessen bereits 1871 erschienener Gedichtsammlung „Strophe« Und Stäbe" afcgeDrudt ist:


