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8.2.1907 Erstes Blatt
 
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Freitag 8. Februar 11)07

(s-rstcs Blatt

Kie heutige -Nummer umfaßt 10 Selten.

dem

des Zu.

157. Jahrgang

flunmung.)

Dbg. Gamp (ff.) erklärt, seine Freunde würden mit

-ir. 33

Erscheint täglich außer Sonntag».

Lem Siebener dlnzeiger werden im Wechsel mit dein Yessifchen Landwirt die Siebener $amlllcn- blätter öiemml in der «Loche beigelegt unb jjvrunol wöchentlich da» K tisblftll für den Kreis Sieben, rvuilpied) iUn- i^li'Ui.d.^teüaklion 119 Verlag n. (ispcbition 61 $13tefie 111 r Tepefchen: «uzeigcr Gicge».

yi'liiiinitmn(l)iuiß.

B etr.: NeichSiagSivahlen 1907.

Mtt Znfainnienstellnng der Ergebnisse der engeren Wahl m dem 1 hessischen Wahlkreis am LamStag dem 9. d. MlS. in amlcUe deS Unlerzcichnelen der Großh. RegiccungSrol Weicker in Gießen beaufiragt worden.

Ler Wahikomni'ssarr Tr. Br ei deck.

Minister gern arbeiten, aber sic hätten die vossnung, dast er ihnen aus dem Wege, der zum Wohle der Lanbwittsckxrst führe, voran- gehe. WaS die hohen Flcischprelse anbcttcsse, so hebe er hervor, dost an der Schweineprobuktron vorwiegend k l e, n e L e u t e beteiligt seien, die von den HS h e r e n P r e i j e n in der Lat Vorteil hätten. Aber schon der jefcige Rückgang der Preise lasse befürchten, baß inan bald wieder an der Grenze angctangt sei, bis zu der die S ch w e i n e p r o d u k 11 o n i i ch lohnt. Tann werde die Probuktron wieder cingeschrLnti und die Preise st i e g e n wieder. Deshalb ine man gut Daran, dafür zu sorgen, 'baß d i e Lch weinepreise n i d) t g u tief f i n t e n. Der Redner spricht sodann über die hohen F l e i s ch b e s ch a u g e b ü h r e n und die Hertener- ung des Fleisches durch den Zwischenhandel.

Abg. Gl atzet führt aus, seine poltlischen Freunde würden gern weiter für den Schuh der Landwirtschaft ein- irrten, tb seine Fraktion genau denselben Weg werde gehen tonnen, wie Ver LandwrrtschäflSminister, erscheine ihm iroeifd- yajt, er glaube aber, der Landwirtschallsminister werde auu> auf ihm gemachte Vorschläge achten und auf sie gern eingchcn. Tic lcussührungen über die Entschuldung des Q> r u n b b c» jlheS, wie sie der Minister gemacht habe, hätten etwas stark vureaukratrsch gellungcn. Das einzige Heilmittel für bie Land- mirrsäwll seien seinem Eraastens bic länblichen Genossen- schäften. Der laichwirtschaftliclZe Etat sei im Verhältnis zu den übrigen Etats kläglich bemessen. Für den Minister bleiüi hier noch manches zu tun.

Abg. Wallenvorn (Ztr.) tritt gleichfalls für eine bessere Ausgestaltung dco landwirtschaftlichen Etats ein. Redner geht aus Einzelheiten des landwiltschafllichcn Betriebes ein.

Abg. v. Bockeiberg (L) gibt für seine poln.ichen Freunde die Etliurung ab, baß auu> seine Partei cs für eine Hauptaufgabe ansche, bic Landwirtschaft widerstandsfähig zu erhallen. Wie weit seine Parteiireu.ide dem Minister auf seiner Bahn würden folgen können, werde man abwarten müsicn. Für absehbare Zeiten dürfte man an den jetzigen Zöllen wohl fcst- a alten müssen. Ten Auusuhrungen des Ministers über Vieh­zucht, Seuchenschutz sowie über bie jetzigen Preise nimmt Redner vollkommen zu. Eine der wichtigsten Fragen sei die landwirtschaft- ließe Arbeiterfrage. Redner bittet den Minister uni weitere Ausbildung der Ärbeiterzeutrale.

Laudwrrlschaftsmrnister v. A r n i m erklärt in einer Erwi­derung, er stehe auf dem Standpunkte, daß bic Zölle außer* orbeutlid) notwendig feien unb baß wir an ihnen fest­halten mußten.

Abg. Goldschmidt (frf. BpL) erklärt, er habe den Mi- nister so verstanden, daß er in den Zöllen nur eine vorüber­gehende Erscheinung sehe, die in der Erhöhung der Güterpreric ihren Ausdruck fänden. Aus diesem Grunde habe er die Zölle jctämpit Tie Verteuerung der Lebensmittel wird zur Erhöhung Dec industriellen Lohne fuhren, schon deshalb wird man von den hohen Zollen zurückkommen müssen. Wenn die Fleischpro- dultion im Verhältnis zur BolkSvermehrung gestiegen märe, so hätten wir nidji über die teueren Fleisil)prase -u klagen. Was für Fortbildungsschulen, Wuttcrschuren auf dem Larrbe usw. ge­braucht wird, ro.rbe feine Partei gern bewilligen. Das Kranken- icriio,crungsgcsetz wünsckst Redner auch auf bie landwirtschast- 11(1)011 Arbeiter ausgedehnt ju sehen, jedoch durch ReichSgesetz, nicht durch Landesgesetz, wie der Abg. Gamp wollte.

Minister v. Arnim erwidert dem Abg. Gamp, daß die Herabsetzung der Gebühren für Äesckwu von ausländischem Fleisch, wie sie letzt erfolgt ist, schon von vornherein in Aussicht genommen ivar. Ob es möglich fein werde, die Fleischbesck-augcbühren über« Haupt auf andere Schultern abzuwälzen, erscheint dem Minister zwcisclhaft. Ucbct die obligatorische x'rantawcriicbetung auf dem Üanbe schweben noch Unterßanblungen. Ter Weg der Landesgesetz- gebung erscheine ihm aber gangbarer, als der der Reichsgeietz- gcbung. Dem Abg. Goldschmidt erwidert der Minister, auf bie i?öbe ber Preise für einzelne Produkte habe ber Zoll leinen Einfluß.

Abg. v. Dodelschwingh bankt dem Minister für feine Fürsorge für bie la:idwinschasüichen Arbeiter.

hierauf wird bie Beratung auf Freitag vertagt.

Die Nationalliberalen haben ihren früheren selb- ständigen Antrag, die Staatsregierung zu ersuchen, durch geeignete Maßnahmen auf dem Gebiete der inneren Kolonisation gegen die aus dem Landarbeitermangel sich crgejcnben Notstäiibc Abhülsc zu schaffen, in einem zum Ministergehall beim lanbmirt* fchaftlichen Etat gestellten Antrag umgewandelt.

politiid)c Cngcsfcbau,

Heber bie Ur,achen bet fo|ialbtmolraii|d)tu Niederlage veröffentlicht der bclannlc Marxist Kaiitßfi) in dec »Neuen ß< ,t* einen recht intercssautcn Artikel. Ec hebt barm hervor, daß das neue ßoltirgmic den Kleinbauern zunächst einen Gewinn gebracht, baß aber bic Preissteigerung der uibuimeUen Produkte den Prosit beöcutenb rcbuzuit habe. Dadurch iCicn diese Bauern der sozialdemokratischen Ver­hetzung unzugänglich gemacht worben, und baS um so mehr, als sie die Schuld an ber Steigerung zunächst den Lohukäinpfen beigemesfen hätten, die auf das Konto Der Sozialdemokratie geschrieben worden feien. An­dererseits seien nicht wenige Klein hänblec durch daS ^ln- wachfen der Kons um vereine von der Sozialdemo­kratie abgestoßen worben. Koutsky übt bie schämte Ruhf an ber Wahlagitation feiner eigenen Partei. Er hasst zwar, baß für bic .Zwischenschichten», von denen die Sozial« bcmohalie diesmal im Stiche gelassen worben fei, bie Ec- nüchterung bald kommen werbe. L-b diese Hosinung in Er­füllung gehen wirb, bkibt abzuwatten, um fo uwhr, al» SlauUli) un weiteren Verlaufe felbst aubeulet, baß bie Sozial- öeinofratie für gcwisfe unzulängliche, oll unnütze, ja geradezu schädliche VeliiebSfoiiueii ruchis mehr tun könne, prüder» sich darauf befchränken müsse, die Exi II cnz d l cf er Dl111e qn b61e uie zu erleichtern unb für il)ie Rmbec ben unveimeiblicheu Ucbergang in0 Proletariat auS einem Abstieg ui einem Aufstieg zu ucrwanbeln. Die MittclstanbS- tciile, bie biejen Uebergaug nicht vollziehen wollen, werben aijo nach wie vor bie Sozialbcinoliaiic bekämpfen muffen.

Gbuarb Bernstein, den bie radikale Lozialbcrnokralie ielbec so gut wie kalt Qcilcllt Hal, weil et sich ben Vcriianb noch nicht ganz von bem Diebel beS roten LoktruiacismuS Hüben ließ, ber visherige sozialutiiche Vertreter von Vrcslau- VLcll, vciöfsentlicht in ben ,Soz. Monats h.* eine Betrachtung über bie Uijachen bcr DlicbeuQQC ber Sozialbernolratie. Un­barmherzig beckt ec darm die Fehler seiner Partei auf und wendet sich msdcsondece gegen ben negierenden Standpunkt seiner Genossen bezüglich dec RolonialpolUit.

rüiegt gegen bie deuischen Kolonien,* so Idjreibt er wort(id), .roeiicv mchis vor, als baß |ie ud) nod) nicht buogeiinäBig rrniieien, cib. ihreVcrivaliiingSko ien noch nicht decken, so wäre es oenueu- iiche P ' ennlg > nchjerei, die ihrer Erschlicgniig eimibeiien iSelöcc z u verweigern. So viel Mmel ha: das dciiiicyc tzienh schon, *ür einen Rulturjioecf unb das m doch bas Ev- Idiließcn unfuUwicacr unb balbfulüuierict Länbec lahilich erliche Millionen aui Vorfd) anszugebcii."

Sehr eiuschicben macht ec auch gegen den sich m die Partei einbiängenbcn recht bedenklichen Doktrinarismus Front, und auch dos Wahlbündnis zwischen feiner Partei I unb dem Zentrum will ihm nicht gefallen. Man wird seinen I Ansichten über baL Fiasko ferner Partei hier unb da bu-

TaL Auslaub »ft ganz allgemein befhevt, ben Eigenocdor, bvrch bie ßigenprobuliion zu sichern; selbst England ist bicicrn Ge- b.uilcn nicht abgeneigt, ich erinnere nur an bie Chamoeriainjchc Agitation. Wir haben also nut e.ncr juueßmcr.bcn Erichive- tuiig d.s Lzports zu teayicn. TcDhalb ist bie Vcoung hc imisu.cn SUmuniÄ eine absolute 'bUtuenbigteit. (LLvhastc

Kom prcußijchcu ^vgcorüllktcnhuus.

-it- Berlin, 7. Febr.

Jin preußischen Abgeordnetenhause, bas der Reichstags- Wahlen wegen eine längere Paine hatte emtreten lasten, konnten Heine bie glücklich gewählten Inhaber von Doppel- maudatcn sich gegenseitig giütulieicn. Riäirner der Rechten unb der Linken taten die- mit schöner Harmonie, sie brücfien sich so kräftig unb herzlich die biedere Hand, wie eS sich für Mitglieder der neuen konservalrv-liberalcn Mehrheit deS Reichstags geziemt. Ob das verträgliche Derh.-tuiS von Dauer ist, ruht rm Schoß der Zukunft. LmslweUen fuhrt die angenehme Enipsindung, eine heiße üLahljchlacht hinter sich zu Haden, die Herren von der Scholle mit den.Asphalt- Mcn,chen- näher zufammen. Jeder entdeckt beim 'Anderen eine liebenswürdige Selle, regend eine .ganz gesunde* Llci-

iiuug. Es verlieht nch von iclbii, bau bic Vertreter bet Re» giaimg auch ihrerseits joviale Vcglückiviinichrmgen mit den Abgcordneten auStaujchlcn, vor allem zu den Erfolgen gegen Die Sozialdemokratie. Früher waren Herren vom ßenlcmu gern gcichene Gülle auf der fRcgictiingsduabc; uiandje für die Entscheidung im Reichslag wichiige llnterhallring wurde mit Führern bcr anvichla.ggebenben Partei gepslogen. Jetzt nimmt daü Zentrum privatim wen i g 9l o l ij van b c r Regierung, cs verharrt in selbstbewußtem Schweigen. ES oll aber das Zentrum etliches zu hören bekoinmcn haben von Käufervalivcu, die ilpn lange wohlgesinnt waren, ov dec 'Wahlunlrrsiütziiug der eojinltiuiiohoue m Rheinland und Weiliaten. Dock) auch m bicirnt Falle weiß man nicht, ob bie Stimmung nicht halb »imichlageu kann, unb ob zunächst m Preußen Zentrum unb Konservative m halber Eintracht sich rvicbcrsinden . . .

Von bei Eiilwicklmig der Dinge im Reichstag wurde natürlich viel gesprochen und manche iutercffanle 1 l)vfc ouf* gestellt. Laß die Slcllnng des Fürsten Bülow durch das Ergebnis bcr Wahl sehr beseitigt ift, ivac bie all» gimeine Auffassung. Es sind da bic Hoffnungen mehr al» eines Kanbidaien für den Kanzlerpolien zumchlc geworden und Znlrigucu durchkreuzt worben, bie sich euvas voreilig ber Fürbcrnng jener Wünsche annahinen, bas Feuerweit zu früh obbraunicn.

Zinn Etat ber Landwirts chaft hielt der Nachfolger ' lodbiciskis, Herr v. A r n t in (£r t e w e n, bie erwartete Pro- giainiiiivbc. Lern Hauptziel »st bic Entschuldung befl Grundbesitzes. Vom neuenZolltarif habe die La»d- ivirlfchast neben einigen, zum Teil überschätzten Vorteilen auch Nachteile. Der Mmisler hat seine erste Rede im alten' Reichstag gehalten. Auch heule crziclle ec Wirkung auf der Rechlen, wenn schon seine gelassene Wit zu sprechen Pod- btelSltS Frische unb Humor vermissen läßt.

Die nQtionQllibcrQle Interpellation über ben so­genannten Vcems»Eclatz des KulluStnuilstcrS wirb <nil Samstag zue Verhandlung kommen.

Tie beiden Freis innigen Parteien brachten folgende Interpellation ein: Ist bie Staatsrcgrcrung bereit, Auskunft zu geben über bie Unndjcn des Grubenunglücks, das bi» Zeche Reden betroffen hat? WaS gebenkt bie LtaalSre- gicrung zu tun, um in Zukunft größere Sicherheit gegen deiartige Bergiverkskalastrophen zu schassen?

'Jlnd) bie Zentrums -Fraluoii hat eine Interpellation über das Grnbeunnglück auf Reden eingebracht.

die sich nicht vcrzuiscir föiineiL Diese allgemeine Pr:,S,tcigerunü ist aber auch d^Stzalb bcoeiifiid), weil sie nicht nur beim jtaui, sonders auch bei der Bcrccvu.ig in die Lrschemung tritt, und allcrbcbcnLidMiC ist dabei, baß fast jebev ucrvanfall zu einer Verschuldung fuhrt. (Sehr riu-tig! rechts.) Die zuiiehmcube Ver­schuldung rst einer bet Hai.DtlrebStchädeu, unter denen die Land ivutiu.üit beute leidet. Unsere ganze Zollgesetzgebung ist nur dann zu rcd/t;crtigcn, toenn wir Pkatztegcln ergreifen, um bic riichlgewolllen Vegiciterfchcinungcn zu bekämpfen. Unsere Zoll- gksetzgcbung nLcid>t in vielte Beziehung einem proviwrisd-en fißati, hinter dem wir alle möglidjen passiven Bauten auiria,tcn müssen, die iiuftanbe sind, der cinörmgcubcn Flut S3iberitaiib zu leisten. 3di bin ber Ansicht, baß die Entschuldung eine ber. wichtigsten, Dielieidjt bie wichtigste Maßnahme aus bem Gebiete ber inneren Lvkonisatwn ist, die der Staat zu löten hat. (Sehr wahr! rechts.) In ebner sucht an einem Beispiel nach- wveifen, d tz der mwerschuldete Besitz von 100 fDiorjen Land buuyclt so Viele Menschen einußrcn könne, wie der verschuldete Besitz, und sährt bann sott: Das Znteressc des Staates in nun das Zille resse der jetzt lebenden Grundbesitzer. Die Früchte ber Entschuldung kommen erst ihren Enkeln und Urenkeln »u- gute, während die E.ilschuidung, besonders bic Eintragung ber rerschlltduiigsgrenze, den jetzt lebenden Grundbe^verii manche Äad>teile bringt. Der Staat muß daher im Interesse bet jetzigen Grundbcsitzic Lpjrr bringen. Lei bieser Gekegcnhstt möchte ich betonen, ixrß ich das Getetz vom vorigen Jahre vetr. die Gin* naguug einer Vcrsch^lbungSgrenze ais auSrcrchcnbc Gcuird.agc für bie Enlfd>ulduug niu.t an sehen lann. (Hört! hött!) Vch komme dann auf bie Fratze der iiutcten Zlvlonisatio». Wenn auch ber Grotzgrunbbesitz zwerlekloS der Träger des lanbwirt>cha,t- lidicn Fortschritts ist, dem sie ihre hohe rrchnische Entroicklung dankt, )o liegt es doch auch im Jnteceiie deS Staates, uröglichft kchuidenfrere Grundbesitzer zu he' haben wir zu wenig sÄcinbesitz. H

^an'u»iltjch»fllkche j) öatte im preutz jch n Alfsito biutenl)aufe.

DaS prcußisckie Abgeordnetenhaus begann am Donnerstag bie zweite Vcri.t.uig be5 Etatv. Den Reigen eröffnete ber Utai bir laiiDiüiriidiaillidiCU Verwaltung, bereu Einnahmen bewilligt würben. Bei den bauernben Ausgaben, Titel Minister, nahm zunächst bi.y Wort

Landwiitsii^rllsminister v. Arnim: Ter vorliegende Etat gibt mir die wrltlomineiie GeiCgeuhell, mich dem hohen Hause öuiiulteUcii und über Oie allgemeine Lage bcr ßaiibijirtiu.r ,1 n.ch zu äußern unb zu einigen oer wichtigstcir landwirtschast- a.ikiit Fragen Stellung zu nehmen. Es i|t ent cm Jahr her feil Ur ßiiaugutiirung unser.s neuen Zolltarif. Dec Zolltarif hat ruf die Laiiowiitichuit zwciiittos legensreich gewirkt. Ich lann mich aber dein Ginbniä nicht ocrschUeüen, daß bie E r - Höhung bcr Arbeitslöhne imo die buraybicLteigcru ng i a ui 111 a> e r Preise bedingte Erhöhung ber Produk- Hills losten ein schwerwiegendes Gegenge w i ch t bilden gegen bic Borte ik e der etwas höheren Preise der lnndwirisd>aftiichen Produkte, i^-ehr richtig! cechtS.) Das zeigt sich sehr d.i liich, wenn man die hohen Güterprcifc detiachtet, bie wer gegenwärtig haben. Diese sinden in^der geßc jenen Dicntiibiiitat eine genügende Stütze nicht. (Sehr lichlig! rechts.) Ich halte daS ,ur ein höchst bedenkliches Mo­ment, deiieu Un'iiLK nainentiidj in der erhöhten Nach,ratze nach Gtund und Boden liegt, bie ßcrvorgeruien ist burd) bie oer- fchicdciicn Anläufe des Staat.s und Privater zu An,icdelungs. zwcc.cn, foiuie durch bie Ankäufe d.r Inbuiirie. (Sehr riaji g! rcdjte.) Die Leute loinxn ger-ibczu gezwungen, Preise anzulegcn.

'Ärbcilcrmangcl zu decken. , u B

Was bie Viehzucht anlangt,, so rst daS Quantum, ,das noch fehlt, damit unsere Landwirtschaft die heimliche Bevolle- rung mit Fleisch Vers erst, ein so geringes, daß bie Beftrebungen, uns in dieser Beziehung vom Ausland unabhängig zu machen, wohl Aussidst auf Erfolg haben. Nach der letzten preußliwcn Viehzählung von 190u ist in den letzten beiden Jahren t^r Eclnvcincbcstaird um 22. v. V- geiiicgen (Hört. hott, rechts), der Rindvichbcstand um 4y3 v. £). Die schwer ne preife sind, kann man wohl sagen, jetzt auf normaler Lohe, wenn auch drc Leinen vandelspreise nicht in dem Mage genauen find. Für unsere Lichzuck-l ist natürlich die Ausgetzaltung des Scucocn. -utzes von ausschlaggebender Bedeutung. Mtt d.r Elndamniung der Maul- und Rlaucnfeucfc haben roir in letzter Zett flunjligc Erfahrungen gcmadM; es ist uns gelungen, sie bei rhrem AuS- brecheu in Pommern zu lokalisieren. Die Novelle zum Bicy- icucheiigesco wild uns hoffentlich noch einen Schrllt weiter bringen. Es wird insbesondere darauf au kommen, die einzelnen Bciivcr für die im Interesse der Gesamtheit gebouncn SäMtzmatzregcln zu entschädigen. Drc Schutzrmp,versuche des Pros. Löiflcr in Ercissmaid haben leider zur Enlsteyung eines Seuchcirhcrbcs g> führt, hoffen wir sJiittel unb Wege zu finden, um drefe Berfuche ohne Gefahr für die Landwirnchast sottzusetzen.

Ich komme nun zu den lairdwirtschalliicoen yiebcngcrocruen. Die Zuckerprodullion wie das Brennerergewerbe sind beide durch die Ltcuergesetzgebung zu hoher Blüte gelangt; beide Gewerbe hat aber auch die Steuergesetzgebung zur Ui'verproduktion ver­anlaßt und dadurch zum Teil ihre jetzige Uh)Lage verschuldet. Änsbesorrdere bie Lage der Zuckfctänßuiitie ill sehr ernst.

,abcn. In manchen Gegenden ................ jicr muß die innere Kolonisation einsetzen; in anderen Gegenden, wie in bcr Eifel, hat man Domänen auS den vielen kleinen Besitztümern znsammenfa>>en massen. Tie Kvlonisation wird infolge bcr teuren Preise des GrunbbesitzcS von Jahr zu Jahr immer schiviengcr; bic Land- banken schränken ihre Tätigkeit aus dreiem Gebiete immer mehr ein. Der Ärbeiteransredlung, die in diesen Fällen durchaus möglich ist ich habe ielvst damit gute Ersahrungen gemacht standen sie bisher ablehnend gegenüber. Es ist deshalb vor kurzem eine Veriügung an die Generalkvmmisjion ergangen, m Zutunst derartigen linnen Arbeilersteilen RentenbanLKribrr zur Veriügung zu stellen. Diese A n s i e d l u n g v o n A r b e r t c r n ist im allgemeinen mehr als jedes andere Drtttcl geeignet, ben

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Eeneral-Anzeiger für Goerheffen

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Eotationstrud und Verlag der vrühl'Ichen Unio.Guch- und SlelndruSerei. H. lange, «edattls», iTpeöifton und vruck-rel: Schulstraü« 7.