Ausgabe 
10.1.1907 Zweites Blatt
 
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bet Angabe, daß die Truppen bald zurückgezogen werden, von der weißen Grenzbevölkerung der Rap- folonte zur Fortsetzung deS Krieges auf­gestachelt. Daß Verdienst endlicher Nieder­werfung gebührt ausschließlich den Truppen. Die in dem Telegramm genannte weiße Grenzbevölkerung rekrutiert sich zum großen Teil aus jenen Händlern, die vom MunitionS- schmuggel leben und deren Geschäft zu blühen aufhören muß, sobald auch der letzte Hottentotte sich von ihnen nicht mehr weiß machen läßt, daß die deutsche Negierung die Kolonie aufgeben oder doch eine Verminderung der Truppenzahl vor- zeitig anordnen werde.

Ausland.

London, S. Jan. Der internationale wirt­schaftliche Kongreß wurde heute eröffnet. Ter Minister Halda ne, der den Vorsitz führte, führte folaendes au8: WaS auch immer für Differenzen zwischen den Nationen vor- Händen sind, so besteht doch eine Bruderschaft der Wissenschaft, die sich von Jahr zu Jahr mehr offenbart; auf dem Gebiete der Wissenschaft muß ein internationales Zusammenarbeiten stattfinden.

Gmunden, 9. Jan. Die Königen Marie von Hannover isi heute nachmittag gestorben. (Die ver­witwete Königin, eine geborene Prinzessin von Sachsen- Altenburg, war 1818 geboren. Sie war die Gemahlin des 1866 enttronten Königs Georgs V. von Hannover, der 1878 starb. Ihr Sohn ist der 1845 geborene Herzog von Cum­berland.)

Wien, 10. Jan. Verhandlungen der Mächte über die Haltung der Dreibundmächte auf dec nächsten Haager Friedens-Konferenz haben zwischen den Negierungen von Wien, Berlin und Nom in jüngster Zeit stattgefunden. Bei der ersten Konferenz gingen die Delegierten der drei Negierungen nicht einstimmig vor. Für die nächste Konferenz ist nun ein vollkommen geschlossenes Eingreifen beschlossen worden. Die Delegierten werden gemeinsame Anträge stellen und sie sollen durch ihr einiges Vorgehen bei den Verhand- ungen den festen Bestand des Dreibundes kund tun.

Attentate «nd Duelle in Rußland.

In Petersburg wurde der Militärprokurator Paw­low, den die erste Reichsduma unter den RufenMörder" im Juni auS dem Hause gewiesen hatte, ermordet. Der Anschlag wurde im Garten deS Ober-Militärtribunalgebäudes, in dem sich die Dienstwohnung PawlowS befindet, verübt. Ter Täter war als Militär-Jntendanturbeamter verkleidet, flüchtete in die nächste Straße und tötete bezw. verwun­dete noch zwei Schutzleute und einen Knaben, ehe er festgenommen werden konnte. Dank seiner Verkleidung war der Täter bis in den Garten deS Militärtribunals, in dem der General gerade spazieren ging, gedrungen, und feuerte sechs Schüsse ab, von denen vier in die Brust und zwei in den Nacken gingen. Der Ober-Militärprokurator verschied wenige Minuten darauf. Bei der Festnahme weigerte er sich, zu antworten. Seine Identität ist noch nicht festgestellt.

In Moskau gab auf den Hofmeister der Großfürstin Elisabeth SchadrinSkij ein Unbekannter auf der Straße einige Schüsse ab, ohne den Hofmeister zu treffen. Er wurde verhaftet.

Die Generale Drippenberg, Kaulbars und Sobolow haben den General Kuropätkin zum Duell gefordert, weil er in seinem Werk über den russisch-japanischen Krieg deren Tätigkeit einer überaus scharfen Kritik unterzogen hat.

Lehrergehatte, Wohnungsgeldzuschttffe usw.

Der 2. Kammer der Hess. Stände ist neuerdings eine ganze Anzahl Vorstellungen zugegangen, die sich mit den dem Landtag vorliegenden Regierungsvorlagen über die Erhöhung der Lehrergehalte und die Gewährung von Wohnungsgeldzu­schüssen an Beamte beschäftigen. Der Landes-Lehrer­verein teilt die (von uns bereits veröffentlichte) Resolution mit, die die Lehrer-Versammlung am 2. Januar zu Darmstadt beschloß. Eine Vorstellung deS kath. Lchrervereins macht folgende Vorschläge zur Regelung der Lehrer-Besoldungsfrage: daß

a) das AnfangSgehalt definitiv cmgestelter Lehrer 1200 Mk., die Alterszulagen in dreijährigen Stufen je 200 Mk. und das Höchstgehalt, nach 27 Dienftjahren erreichbar, 3000 Mk. betrage, b) das Anfangsgehalt definitiv angestellter Lehrerinnen 1100 Mk., die Alterszulagen in dreijährigen Stufen je 150 Mk. und das Höchstgehalt, nach 21 Dienstjahren erreichbar, 2150 Mk. betrage, c) die Gehaltsstufen der Schnlverwalter und Schulverwalterinneu um je 150 Mk. erhöht werden. 2. Es mögen die einleitenden. Schritte geschehen und diese Forderung halten wir für die wichtigste, daß endlich die Volksschullehrer aus ihrer unerguick- lichen und für die Dauer unhaltbaren Ausnahmestellung heraus^ genommen, einer ihrer Vorbildung und beruflichen Stellung ent< sprechenden Beamtenkategorie eingerciht und damit zugleich die bestehenden, durch nickfts gerechtfertigte Vesoldunasuntcrsch-iede der seminaristisch gebildeten Lehrer in Stadt und Land an Volks­schulen und höheren Lehranstalten beseitigt werden.

Die Lehrer an den Staatsanstalten bitten, die Kammer wolle bei Beratung der Gesetzesvorlage vom 6. Dezember 1906 auf ihrem unterm 7. Juni d. I. einstimmig gefaßten Be­schluß beharren und dahin wirken, daß die Gehalte der semina­ristisch gebildeten Lehrer an den Staatsanstalten auf 20004000 Mark, erreichbar nach 27 Dienstjahren, festgesetzt werden.

Die L e h r e r i n n e n v e r e i n e H e s s e n S (V. Mainzer Leh­rerinnen, V. kath. Lehrerinnen in Hessen und der päd. V. d. Lehrerinnen in Hessen) bitten, daß

a) die Gehälter der Lehrerinnen an Volks- und Mittelschulen und b) diejenigen der für höhere Schulen geprüften Lehrerinnen an höheren Lehranstalten (Höhere Mädchenschulen, Äolksschul- lehrerinnenseminar und höhere Bürgersclnilen)

in demselben prozentualen Verhältnis gesteigert werden wie die der Lehrer der betreffenden Schulgruppen.

Eine Anzahl in Landorten wohnender Staats­beamten bittet, die Wohnungsgeldzuschüsse für sie gerade so hoch zu bemessen, wie für die in den Städten wohnenden Beamten.

Die nicht in die Gemeinschafts-Verwaltung übergetretenen früheren Main-Neckarbahn- Beamten bitten auch für sich um die Bewilligung des für die übrigen hessisck>en Beamten ihrer Kategorien vorgesehenen Wohnungsgeldcs. Die in den Städten stationierten Steueraufseher petitionieren nm Be­lassung der ihnen seither zustehenden Stationszulagen, auch neben dem zu bewilligenden Wohnungsgeld.

Den Vorstellungen der Steuerkommissariatsge­hilfen, der Brückenmeistcr und Dammwärter wegen Gehaltserhöhungen u. dgl. beantragt der Finanzausschuß nach den vorliegenden Berichten keine Folge zu geben.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 10. Januar 1907.

** Personalien. S K d"r Grossßerzog haben den von dem Grafen zu Erbach-Fürstenau auf die evanq. Pfarrstelle zu Güttersbach, präsentierten Pfarrassistenten Beyer zu Neckar-Steinach für diese Stelle bestätigt. Ernannt wurde Konrad Lauer in Gießen zum Kanzlei­gehilfen am Landgericht.

Landes-Universität Dr. a. o. Professor Dr. Gunkel in Berlin hat einen Ruf hierher als ordentlicher Professor der Theologie (als Nachfolger von Prof. Dr. Stade) erhalten und wird ihm wahrscheinlich Folge leisten.

Vahnprojekte in Oberhessen. Eine bei der 2. Kammer eingegangene Vorstellung des Eisenbahnkomitees MückeUlrichsteinRixfeld beschäftigt sich mit der kürzlich der Kammer zugegangenen Vorstellung des Eisenbahnkomitees für Groß-Felda und Umgegend zum Bahnprojekt Ulrich- nein Mücke. Die Vorstellung gipfelt in der Bitte, es möchten die Einwände des EsienbahnkomiteeS für Groß- Felda und Umgegend gegen Erbauung der durch die Ein­gabe von 15 Gemeinden, sowie den Eintrag der Abgq. Schmalbach und Brauer erbetenen Eisenbahn vonMücke über Groß-Eichen, Ruppertenrod nach Ulrich­stein mit der Möglichkeit der Fortführung nach Rixfeld^ nicht berücksichtigt und letztere Bahnlinie ge­nehmigt werden. Eine Bahn von Vilbel nach Homburg v. d. H. erstrebt eine Eingabe, die vom Bürger­meister und von Einwohnern von Obercrlenbach an die 2. Kammer gerichtet wurde.

Offenbach, 9. Jan. Ein Arbeiter der Fabrik von Vallmar n. Co. war von emem Kollegen beschuldigt, einen Geldbetrag aus dessen Hose, die im ArbeitSrcmm hing, entwendet zu haben. Der Arbeiter, der von dem Fabrikinhaber hierüber zur Rede gestellt wurde, lief aus der Fabrik fort und stürzte sich in den hinter der Fabrik befind­lichen Weiher. Trotz sofortiger Hilfe konnte er, wie dieFrkf. 3tg/ berichtet, nur als Leiche herausgezogen werden.

Mainz, 9. Jan. Landgerichtsdirektor Dr. Bocken- heimer, der sich durch seine vaterstädtischen Geschichtswerke große Verdieiiste erworben, wurde anläßlich seines morgigen 50jährigen Dienstjtlbiläums von der Stadt ,311m Ehren­bürger ernannt. Zu Ehren des Jubilars veranstalten morgen die Richter und Rechtsanwälte ein Festbankett. Seit Monaten werden hier zahlreiche Sittlichkeits­oerbrechen an Kindern verübt, ohne daß es gelingen wollte, den Uebeltäter zu ermitteln. Gestern wurde dieser nun endlich in flagranti von einem Kriminalschutzmanne er­tappt und festgenommen. Ter Verhaftete, der geständig ist, ist der ehemalige Kaufmann Velten aus Bonn, der als Rentner in Wiesbaden lebt. (Fkf. Ztg.)

Kassel, 9. Jan. Auf einen NeujahrSgruß von in einem hiesigen Cale versammelten Russen antwortete der Zar auS Zarskoje Sselo mit folgendem persönlichen Dank­telegramm:Ich bitte Sie, in meinem Namen den im Auslande wohnenden Balten meinen wärmsten Tank aus­zusprechen für die mir dargebrachten treuen Wünsche. Ni­kolaus. *

vermischtes.

* In der Fremdenkolonie von Florenz hat sich eine Liebestragödie abgespielt. Bei einer reichen Dame Namens Charlotte Nalcigh drang der junge Tenor Martinelli ein, der sie seit geraumer Zeit mit Liebesanträgen verfolgt. Er versuchte, die Dame zu umarmen. Der Verwalter ihrer Besitzungen Namens Pugi kam hinzu und feuerte einen Schuß auf den Eindringling ab. Die Kugel drang diesem in den Kops und er war auf der Stelle tot.

Der NewnorkerHerald" berichtet, daß der Milliardär Rockeseller drei Millionen Dollar zur Verfügung gestellt hat, um den alten Professoren der Universität zu Chicago eine Pension zu sichern. Die Universität Chicago war seinerzeit von d?r bereits gemachten Stiftung Nockefellers im Betrage von 10 Millionen Dollar ausgeschlossen worden, weil die Professoren durchweg Baptisten waren.

* Der schmausende Tote. In Eimsbüttel bei Hamburg kam zu einer als wohltätig bekannten Dame eine ärinlich gekleidete Frau, die unter Tränen den Tod ihres Mannes und die Not ihrer Familie schilderte. Die Dame versprach Hülfe und begab sich mit einer Freundin in die bezeichnete Wohnung. Dort lag in einer Holzkiste der Tote mit blauem Gesicht. Vier Kinder standen verschüchtert da­neben. Die Frau erhielt 150 Mk. für die Beerdigung, weitere 50 Mk. für die Familie und das Versprechen, daß fernerhin für sie geborgt werden solle. Zwei Stunden später vermißte die eine Dame ihre Handtasche, die sie in der ärm­lichen Wohnung zurückgelassen hatte. Sie begab sich dort­hin zurück. Als sie fast lautlos die Tür aufklinkte und das Zimmer betrat, glaubte sie ihren Singen nicht trauen zu sollen. Helles Lachen und lautes Stimmengewirr tönten ihr entgegen. Am Tische saß frisch und gesund derTote", noch mit der bläulichen Gesichtsfarbe, die, wie man beim hellen Schein der Lampe erkennen konnte, durch Schminken her­gestellt war. Vor sich hatte er mehrere Flaschen Weiß- und Rotwein stehen, ein saftiger Braten dampfte auf dem Tische, daneben standen große Mengen feines Dosenkompott und jedes Kind hatte ein Weinglas vor sich. Die Dame ver­langte entrüstet ihr Geld zurück, das ihr der über den neuen Besuch ganz verstörteTote^ 51ml größten Teil noch auS- händigen konnte.

* Heber eine drollige Warnung zur Vorsicht wird aus FlenSburg berichtet: Am Eingang des Standesamtes wird mittelst Schrill an der Mauer aus dieses hingewieien, an dieser selben Wand befhibet sich nun ein Auszug. Hm die Vorüber» gellenden auf diesen Auszug au'merksam zu machen, steht, wie vor­geschrieben, an dieser selben Wand: Vorsicht 1 und das zweimal. Nun sieht die Sache lolgendermaßen aus:

Vorsicht! Vorsicht l

Zum Standesamt.

* Kleine Taaesch > ' niI In Zweibrücken entstand in der Buchdruckerei desPfalz. Merkur" Feuer. Die Bureau- räumlichkeiten und die Setzerei brannten aus, der Maichinensaal wurde gerettet. Der Schaden ist bedeutend; die Zeitung konnte nicht erscheinen.

miiö Wissenschaft.

Der Vorstand des Deutschen Sprachvereins hielt in Bersin unter dem Vorsitz des Geh. Oberbaurats Dr. O. Sarrazin eine Versammlung ab, die aus allen Gauen des Deutschen Reiches und Deutsch-Oesterreichs besucht war. Ein dem Sprach­verein -»gewendetes größeres Vermächtnis des verstorbenen Frei-

yerru Thomson v. Biel aus Kalkhorst in Mecklenb>'rg-Schwerin! wurde angenommen. Für das vom Verein erlassene Preis­ausschreibenDie Anschauungen Goethes von der deutschen Svrackie" ist die Frist zur Einlieferung der Arbeiten auf Ende 1907 festgesetzt. Die Hauptversammlung soll in den Pfingsttagen in Freiburg i. Br. ftattfinden. Die Tagesordnung betraf im übrigen meist innere Angelegenheiten des Sprachvereins, der in lebhaftem Aufblühen begriffen ist und zurzeit über 300 Zweig- vercine darunter acht im AuSlaude mit mehr als 27 000 M itgliedcrn zählt.

Gerrchtssaat.

Dresden, 9. Jan. Das Kriegsgericht verurteilte den Major Wolf von Zcschwitz vom Bezirkskommando Frei­berg, der seinen Burschen dreimal geohrfeigt hatte, zu a ch t W 0 ch e n F e ft u n g.

Pyritz, 9. Jan. Der bisherige Reichstagsabg. Pfarrer K r ö s e l l wurde vom Schöffengericht zu zwei Wochen Ge­fängnis verurteilt, weil er in das Prttokollbuch des verkrachten Pyriher landwirtschaftlichen Ein- und V"rkaussvereins die Worte eingetragen hatte:Hierauf entfernte sich Hans Lange, indem er d"s %-ffoWbnf'h st i e h l t."

Arbeiterbewegung.

Bochum, 9. Jan. Auf einer Vertrauenskonferenz von Ver­tretern der organisierten Bergarbeiter des Ruhrgebietes wurde beschlossen, n a ch d c n N e i ch s t a g sw a hl e n den Gruben­verwaltungen abermals die bekannten Forderungen der Ar­beiter zu unterbreiten und für den Fall einer Nickriannahme sich d'e Entt^ech-'" r d-> viHf.'-er var-"behalten.

HanSel und VcrFcbr, Volkswirtschaft.

Märkte.

M.,10. 3«n. (-Eelenr. Crta.-V,riebt bei ,Wtcß. Anz.".) Amtliche Notierungen her heutigen Viebmarkt- v " 1 s e. Zum Verkaufe standen: 16 Ochsen, 2 au9 Oesterreich 1 Bullen, 0 aus Oesterreich, 99 Rühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Rumamen, 707 Kalber. 192 Schafe und Hammel 0 Ziegen 0 Zteoenlammer, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für bas Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 8085 Mk 2. Qualität 7276 Mk., 3. Qualität 6466 Mk. - Bullen °°°0: Kühe 1. Qualität 76-78 Mk., 2. Qual. 747o Mk., 3. Qual. 6264 Mr., 4. Qual. 00_00 Mk

5- Qual. 0000 Tif. Kälber l.Qual. 102106 Psg., Lebendgewicht 61-63 Psg., 2 Qualität 90-95 Pfg, Lebendgewicht 53- 57 M-! -Lchlachtgew. 6873Pig.; Schale: 1. Qi,al. 7880 Psg., 2 Qual. ,0-00 <uln. ^e'chä't: Markt mittelmäßig, Ueberstaud unbedeutend.

lilmtlUe lifbrrfidit iw (Toitrsfäilr in Kj^kn.

, Monat Dezember 1906.

Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 (mH. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 23,2 °/00, nach Abzug von 24 Ortsfremden: 13,4 Vw.

Wnm.: Die in Klammem gesetzten Ziffern geben an, wie viel ber Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Es starben an: Zusammen: Erwachsene

Kind«

: im

s r vom

Masern

Tuberkulose der

1

1.

Lebensjahr: 2.

-15. Iah, 1

Lungen

Tuberkulose anderer

8(4)

7(4)

1

Organe

3(1)

1 (1)

3

Lungenentzündung

2(2)

2(2)

Influenza Bronchitis

1

1

-

3

1

2

Herzerkrankung

5(1)

5(1)

ßlehirnfchtaa

3

3

__

Magendarmkatarrh Bösartigen Neu-

3

2

1

bildnngen

8 (4)

8 (4)

- -

Verunglückung

2 (2)

2 (2)

-

anderen Krankheiten

18 (10)

11 (6)

4 (2)

8 r»)

Summa:

57 (24)

41 (20)

7(3)

9(2)

Grsginal-Drahtmel-nngen.

- . m ft a * 10. Jan. Der 28 jährige Villenbesitz«

Friedrich Mahr von Eberstadt wurde heute wegen zahlreich« Wechselfälschungen zu 2Jahren Gefängnis verurteilt.

fc. Off en b ach, 10. Jan. Im Bootshaus der Undine hat sich der hiesige Agent Ad ickus erhängt. Die Ursache der ^,at i)t in schlechten Vermögensverhältnissen zu suchen.

fc Kassel, 10. Jan. In Ellierode ist der Typhus ausgebrochen. Die Ursache ist auf dos schlechte Trinkwasser zurück- zufuhren.

Ha n n 0 v e r , 10. Jan. Die hier verbreiteten Extrablätter vom 0 d e der ehemaligen Königin von Hannover haben m der gesamten Bevölkerung tiefste Anteilnahme lxeroorgerufm. Das Hosthcater wurde auf Befehl des Kaisers geschlossen.

Paris, 10. Jan. Eine hierher gelangte Teheraneit Privatdeyesche meldet, daß die Proklamierung des neuen Sch a h s sich allenthalben im Reiche mit Ruhe vollzieht. Der Thronfolger Moh-mmed Ali Mir-a sck>eint den Sinn seines Vaters für Sparsamkeit nicht zu hoben. Der Kriegsminister, der erste Ver­trauensmann des neuen Schahs, ist bei einer gewissen Priester- Partei, welche auf Mizzaffir einen starken Einfluß geübt hatte, nicht beliebt, lieber das Datum des erften Besuchs in Europa tft noch nichts bekannt. Der Schah gilt als mißtrauisch und soll nicht leicht von Entschlüssen sein. Er wird, bevor er in den schwebenden auswärtigen Fragen endgültig ensscheidet, mehrere seiner Gesandten nach Teheran kommen lassen.

Paris, 10 Jan Bei dem gestrigen Bankett deS Kolonial-, Verbandes tieft der frühere Kolonialminifter Harmang eine An­sprache, m der er sich mit den .Kolonien der verschiedensten euro- vässchen Mächte beschäftigte und ein Einverständnis mit Deutschland auf ko lo n i a l w i r t s ch a f t l i che m Ge- 6 "te b c f u r wo r tet e angesichts der großen Ausdehnung, welche die deutschen Kolonien genommen haben und im Hinblick auf das Anwhen, welches Deutschland in Ostasien genießt. Dann amg der Redner auf.die Verhältnisse in Jndochma ein und bi bauerte bte Nachlässigkeit der Kolonialbehörden gegenüber dieser Kolome. ^pies sei vielleicht dadurch zu erklären, daß man sich darauf gefaßt mache, über kurz oder lang mit dem Verlust ^ndochrnaS rechnen zu müssen.

. Innsbruck, 10. Jan. Ein starkes Erdbeben wurde in der vergangenen Mitternacht in WolderS beobachtet. Die Häuser erzitterten, der Schnee fiel polternd vom Dach. Im Josesinum bekamen die Wände Sprünge.

ol V ? t § burg , 10 Jan. Durch die Ermordung des Generals Pawlow wurde eine Ora anisation von mUi- Li 1 - gekleideten Terroristen aufgedeckt. Di« Attentäter und ihre Kvinplizen, von denen einer die Uniform etne§_ Offiziers der Grodno-Leibhusaren trug, wurde verhaftet. In Hoffrepen wirkt das Attentat auf die Aufdeckung der Orga- upation beängstigend, da neue Morde durch Flugblätter ani gekündigt werden.

T a n g er , 9. Jan. Heute abend sind zwei Geschütze mit Munition für die Regierungstruppen nach Zinat abgegangen. Die gruppen erhielten Befehl, den Stamm, bei welchem Rassuli Ausnahme gesunden hat, unverzüglich anzugreifen. 3000 Monn weitere Truppen sollen zur Verstärkung demnächst in Zinat ein# treffen.

.Philadelphia, 9. Jan. Hier ist nach dreijährigem eifrigem Suchen einer der erfahrungsreichsten Minen s chwind- ler, Dr. Flower, verhaftet worden. Flower, von de« leftgeftellt wurde, daß er nut bemerkenswerten hypnotischen Kräften ausgerüstet. ist, durch die er zahlreiche Frauen bewog, ihr Vermögen bei seinen papiernen Unternehmungen zu riskiere, hat weit über 10 000 Opfer gehabt und das von ihm erschwing bette Geld beläuft sich auf über 12 Millionen.