Ausgabe 
8.10.1907 Zweites Blatt
 
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L57. Jahrgang

Zweites Blatt

kV glich mit AuSnaÜme des Sonntag».

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Redaktion, Expedition und Dnrckerrtr Schu5- straße 7. Expedition und Verlag: esgfrM. RedattioruL^^ 112. Tel.-Adr^AnzergerGreßen»

Di«Aieftenrr FamUienblStter" werden dem Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das *$Crd6Ötatl -Ür -ea Kreis Gießen" zweimal wLchruÜtch. Der ^heWche £anbroirt" erscheint monatlich einmal.

Dienstag 8. Oktober

>aa Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen ggv UnwerfitatS - Buch- und Stetndruckerei.

R. Lange, Gießen.

Ans Stadt und LanS

sein.

an lagen.

** Woh-in gehört das vierte Lehrersemr-, nur?" Diese Frage wird am 9. Nov. hier eine Le hr er Versammlung der Provinz Oberhessen bejclstrftigen. Oberlehrer Dr. Str eck er wird über das Thema referieren. Es handelt sich hierbei keineswegs um eine Protestversamm^ lung der Lehrer, sondern sie wollen in sachlicher Weise ihre Ansichten und Wünsche über den Ort des neuen Lehrer­seminars darlegell. Auch mehrere Abgeordnete sind zu der Versammlung eingeladeu.

^-Freidenker-Bereinigung. Am Freitag sand i im Lase Ebel die Generalversammlung statt, in | der u. a. auch das. Programm für der: kommenden Winter

Fragen vorübergehen; erinnern welche der Ultramontanentag in Würzburg gerade dreier tfrage

Vethmanu-Hollweg.

Große Aufgaben harren nunmehr der Lösung und überall herrscht die Meinung vor, daß mit der heutigen Organisation im .Reichsamt des Innern mcht mehr auszukommen ist. Wir müssen

Was nun die einzelnen Fragen anlangt, welche uns der kommende Reichstag bringt, so haben wir zunächst dafür zu sorgen, daß wir bei ihrer Beratung stark sind und start bleiten, damit wir in nationalen Dingen in die Wagschale fallen. Was zunächst die Heeresfrage anlangt, so sind deren im ver­gangenen Jahre eine ganze Reihe au uns vorüber gezogen und werden noch weiter an uns voruberziehcn, schon well die Wu aus dem Gebiete der Armeeausrüstung eine immer gröbere Rolle spielt. Und wir haben das Vertrauen zu unserem Kriegsminister v. Einem, daß er dieser Seite der Sache seine volle Aufmerk) amkell zuwentet. Wir sehen da unter anderem die Erfolge der Lustschiffatzrt. Tie Frage der Lenkbarkeit ist gelost um» die Angelegenheit tritt nunmehr als, eine praktiscye Frage in die Heeresorganisation ein. Ter japanische förieg hat ebenfall^neue | Möglichkeiten auf technischem Gebiete, geschaffen. A/tc Vauptmche i wird also sein, gerade auf diese technische Tinge unsere volle,Aus-i merksamkeü zu lenken, und ich bin überzeugt, daß der Reichstag dann niemals versagt. (Lebhafter Beifall.) Eine andere s^age ist die Flottenfrage. Der Abg. Spahn hat da kürzlich m einer Ver­sammlung über die Notwendigkeit der Beschleunigung von Ayatzbau^ ten usw. gesprochen. Man könnte hinzufügen, daß auch die Frage der Unterseeboote, der Küstenbefestigung usw. eine brennende ist. ^ch will darauf nicht weiter eingehen, weil dem Parteitag hierzu eine Resolution vorgelegt werden wird. Aber das, was der Abg. Spahn gesagt hat, ift durchaus nichts neues; man hat gesagt, man müsse doch mit frerrn v. Tirpitz sehr intim I sein, daß er derlei Tinge wisse. Das stimmt aber Nicht. Das weiß jeder Politiker, daß wir unsere Flotte ausbauen müssen, nicht um einen Angriffskrieg zu führen, etwa gegen England, o nein, wir brauchen unsere Flotte zur Küstenverteidigung, zum Schule des Handels, und weil die andern sie auch immer weiter ausbauen. (Sehr richtig.) Und nachdem der politische Horizont jetzt nicht mehr so bewölkt ist und die Nationen, die uns früher- als Friedensstörer usw. bezeichneten, eingelenkt haben, werden auch die Ansprüche an uns in dieser Beziehung nicht mehr so groß sein. Auch die Frage des A u s b au e s de r Ei s e n ba hn e n in den Kolonien gehört hierher. Aber ich bin überzeugt, daß der Block auch in dieser Frage nicht versagen und der Hohn und Sp-ott der Mtramontanen, die da sagen: Bringt nur einmal solche Fragen an den Block und er wird zerschellen, zu Schanden, werden. Auch Herr v. Rheinbaben wird sich damit einverstanden! erklären müssen, daß wir ein Reichseinkommenfteuergesetz be-! kommen, ebenso wie wir ein vernünftiges Reichsvereins- und -Versammlungsgesetz bekommen müssen. (Lebhaftes Bravo!) Auch die Frauen, denen das Gesetz die volle Gleicy- stellung bringen soll, werden mit ihm zufrieden

dem Herzog zu. Sachsen verliehenen Ritterkreuzes 1. Kl. des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens erteilt

** Eine Sitzuug des Provinzial-Ausschus- ses findet am Samstag, 12. d. M., nachm. S1/» Uhr, mit folgender Tage s o rdnung statt: 1. Antrag der Buderus'schen Eisenwerke in Wetzlar auf En teig nun gl von Grundstücken in Gemarkung Atzenhain. 2. Feld- bereinigung in Gemarkung Hungen; hier Straften- ab führten. 3. Enteignung von Gelände in Gemarkung Klein-^Lind eu zur Herstellung von Schnees chutz-

mehr Selbständigkeit für den. Staatssekretär des Innern verlangen. (Beifall.) Und dann noch ein wichtiges Gebiet. Äe Mittelstandspolitik in ihrer hohen Bedeutung für die Partei ist schon früher oft betont worden und wenn wir die Zurückgewinnung der Arbeiter durch eine ehrliche Sozial­politik anftreben, so müssen wir immer wieder die Mahnung daran anknüpsen, in keinem Wahlkreise die hohe Beteutmig einer richtigen Mittelftandspoliti? zu unterschätzen. (Beifall.) Auch die Sozialdemokratie tut das, und der Rattenfänger Bebel, dep seine Angel in Essen nach allen Seiten ausgeworfen hat, sagte; dort dasselbe, und ebenso der Abg. Fischer, der seinen Genossen; sogar vorrechnete, daß 7 000 000 im Mittelstände sich zusammen­finden und diese 7 000 000 sogar ein bedeutendes Uebergewicht über die Klasse der Lohnarbeiter haben. Die national liberale Partei wird sich ihren Aufgaben auf diesem Gebiete nicht ent­ziehen können und auch nicht entziehen wollen. (Sehr wahr k Lebhafter Beifall.) Gerade diese Frage hat in den letzten Wahlen eine so große Rolle gespielt; es kommt besonders der Mittelstand der Landwirtschaft iw Frage, llnd wenn manchmal Differenzen .über Zollsätze usw. aufgetaucht sind, so können wir heute doch hnit Befriedigung auf das zurückblicken, was seinerzeit ge.cpaffeu worden ist, weil alle die sckstimmen Prophezeiungen zum Glück nicht wahr geworden sind, die man daran knüpfte. (Lebh. Beifall, f I Dann kommt der kaufmännische und gewerbliche Mittelstand ch Frage. Ta liegen verschiedene Gesetzeictmürfe vor, so zum un­lauteren Wettbewerb, dem Ausverkauf usw. Auch hier werden wir nickst aufhören zu arbeiten und über die PrwatbeamtenfragL insbesondere werden wir morgen noch in einem bei unteren Referat! Stellung nehmen. (Beifall.) Auch für die Angelegmherten ter Handlungsgehilfen, gewerblichen Beamten u)w. (Beifall.) Eine wettere wichtige Frage ist die Jnstizreform. Für eine zeitgemäße Reform des Strafrechts und des Strafprozesses verlangen wir mehr Dampf. (Lebh. Beifall.) Aus dem Stadium der Vorberei­tungen müssen wir endlich zu gesetzlicher Entscheidung schreiten,, und auch hierbei viele alle Zöpfe abschneiden, insbeioutere ach dem Gebiete der Eigentumsvergehen und in der Frage der Behaus- lung jugendlicher Verbrecher. In das Gebiet der Zöpfe gehört anch die Frage des Zeuaniszwanges der Presse. ES ich geradezu unverständlich, wie ein Staat strandet an dieser coache,, obwohl die Forderung nach Beseitigung des Zeugniszwanges von allen Parteien ausgesprochen worden und noch letzthin von« einem hohen Beamten darauf hingewiesen ist, wie nn^os dm Zcugnisabgabe in solchem Falle sei. Ich meine, das muß refor­miert werden. Ebenso wie die Tatsache, daß man jemanden ver­bietet, sich verbrennen zu lassen (Heiterkeit), daß ein preußischer Toter sich nach Baten transportieren lassen muß, um verbrannt zu werden. (Erneute Heiterkell.) Biel bei alledem tut die PeyAn­frage. Wer die Veröffentlichungen Adickes über die Justizreform auf allen Gebieten durchgegangen, wer Wit- tings Ausführungen darüber verfolgt, und wer die Resonanz, beobachtet hat, welche die Angelegenhell in ter Presst gesunde^ hat, der muß mit uns zu ter Forderung gelangen, daß eine Reform ter Personenfrage, insbesondere auf dem Gebiete der Diplomatie dringend notwendig ist. (Lebh. Beifall.) Die dip l o - imatische Karriere muß weiteren Krei)en zu­gänglich gemacht werden, nur die Tüchtigsten sollen vertealttm^ (Lebhafter Beifall.) Tiefe Frage wird in ter kommenden Zell noch eine größere Rolle spielen. (Beifall.) Man spricht , heute viel von Protektion, von Kamarillawirtschaft und ähnlichen mmgen. Man hat es mit lebhaftem Beifall begrüßt, daß ter jetzige Reichs-, kanzler nicht dafür zu haben ist. (Beifall.) Unsere Zell fortert- daß ter Tüchtigste im Vordergründe steht und nicht stmand in- folge Schiebens einer Kamarilla einen Posten bekommt, llnp wir hoffen und wünschen, daß das Streben des Reichskanzlers, die Besten auf den Platz zu rufen, von Erfolg gekrönt sein möge (Lebhafter Beifall.) Tenn wenn aus persönlichen Grünten Be-t I förderungen erfolgen, dann ist damit allemal ein Verlust mon-- archischen Kapitals verbunden. (Sehr richtig.)

Wir dienen als Partei dem Vaterlande. Wir waren uns allezell bewußt, daß eine Partei nickst Selbstzweck ist, sondern nur ein Glied im Kranze der Organisationen, die bestimmt und, das Vaterland zu fördern. Das ist der Grundsatz, der uns gclellet hat.

National denken, sozial empfinden und das richtige Augen­maß und das Empfinden, daß nur im Ausgleich der widerstreben­den Interessen das Heil gefunden werten kann

Wenn ter Parteitag von diesen Grundsätzen geleuei. wird,, I wird auch er dem Wohle des Vaterlandes dienen. ('Ltürmiichep Beifall.) Jfortf. folgt.)

Völker nach 5kolonien streben, wo die Naturnotwendigkeit fit hin-l drängt, den Zielraum ihrer Wirksamkeit auszutehnen. In Tentschland sind wir doch geradezu genötigt, ten Export für unsere Industrie zu pflegen, woraus sich ergibt die Kolonialpolllik. Im letzten Wahlkampf sind denn auch unsere Arbeiter Helle geworden, daß es falsch ist, was ihnen hier teie Sozialdemo- kr-atie vormacht, die Kolonialpolitik sei volksfeindlich.

Zum dritten hat man in Stuttgart gegen den Militaris­mus gewettert, hi einer Zeit, wo ter Selbfterl)altungstrieb ten Völkern diese schweren Lasten auferlegt, Lasten, die frietens- erteltend sind.

Ter Uvelle Gegner ter Blockpolittk ist das Zentrum, das heute mit Wehmut auf die vergangenen Tage ter Herr­schaft zurückschaut und nicht einmal die Kunst versteht zu warten. Tie Politik des Zentrums ist durchsichtig. Man sucht auf der einen .Seite die Liberalen kopfscheu zu machen, indem man ihnen sagt, chr wertet nur für bie konservative Politik ausgenutzt. Ten Konservativen wiederum versucht man plausibel zu machen, daß ihr geborener Buntesgenosse nicht im liberalen Lager zu suchen sei, sondern in das ullramontane irre. Vis herlle haben diese Rallenfangertöne einen Erfolg nicht gehabt. Dann suchte das Zentrum gegen ten Kanzler zu Hetzen und eine Stimme fragte: Was soll mll ter Hohenzvllerndynastie Merten?" (Große Hellcr- kell.)

Eine Polittk, fine trie des Blockes, ist nur zu machen, wenn- ter Einzelne Verständnis hat für die Anschauungen des Ge­nossen. Freilich haben wir auch Blockfeinte im eigenen Lager. Das ist Herr Naumann (Hellerkeit), ihm ist auf dem Partei­tag der freisinnigen Volkspartei genügend gebient Worten. Auch wenn es nach bemBerliner Tageblatt" ginge, wäre bald wieder Zeillrum Trumpf. (Große Heiterkeit.) Auf dem freffllimgen Volkspartellag hat man vollkommenes Verständnis für die gegen­wärtige Lage gezeigt.

ES erhebt sich nun die Frage: Wie lange rvird die Blockpolitik dauern? Vielfach wird diese Frage auf­geworfen. Aber warten wir doch ab, das muß man überhaupt im politischen Leben machen. (Hellerkell.) Ich glaube, ter Block lterd fo lange dauern, als eine verständige liberale Polllik gemacht wird. (Sehr richttg.) Das gill auch für die Kouservallveu, die Verständnis haben müssen, dennoch müssen sie erkennen, daß dem Fortschritt die Zukunft gehört. Das aUgfmteme gleiche Wahlrecht ist ein empfindliches Barometer; aus der Stim­mung der großen Menge fluktuier enter Elemente ist zu ent­nehmen, wie ter Wind weht.

der Beifall.) . . . . . . .. ,

Die Ausgabe des 20. Jahrhunderts wird fern, die mitzlelleten Arbeiter der nationalen Politil zurückzugewinncn. (Sehr richtig.) Ta finde ich die ersten guten Ansätze in ter hinter uns liegenden Wahl Weitere Mittel zu diesem Ziele werden stch ftnden m ciiuc liberalen Polllik. Es gab eine Zell, wo auch in ter natwnal- Uberalen Partei die Frage ventiliert wurde, ob die WrMldemo- tratrsche Bewegung nicht durch P o l i z e i g e s e tz e eingeschränkt werden soll. Nicht Wenige gab es, die nach dem alten Svzialisten- gesctz riefen. Der ReiäSkanzler war dieser Politll nicht geneigt das wird ihm einst als Verdienst angeichneben werten. (Bravoi) Er har den berechtigten Worten Ausdruck gegeben: ,Ich halte uicu viel von einer nervösen Gefttzmacherei. glaube, daß dieser Gedanke immer mehr auch in un,ereu Reihen Platz greift und der Anschauung zuneigt, ein anderes -mittel ist nui)t zu finden, die Sozialdemokratie zurückzudrängen, als durch eyrllche Sozialpolllik. (Lebh. Bravo!)

Tie Arbeiter sind bestrebt, die Gleichberechttgung zu erringen. Wo der geringste Versuch fich geltend macht, das Ko a l it io ns- recht anzutaften, wird der Arbeiter empfindlich. Mit Recht hat Die notionalliberale Partei auf dem Standpunkt gestauten, daß dieses "Recht das höchste Gut des industriellen Arbeiters, sein bestes llampfmittel bildet. Tiefes Recht muß im frecheillichcn Sinne aus gestaltet werden. (Lebh. Beifall.) Tie^e Haltung hat die Parte, auch in der abgelaufenen Zell eingenommen, bei den Bes rebmigen um ein Reichsvereinsrecht. Tiefe Haltung haben wir gezeigt bei Beratung des Gesetzes Über die Berufsvereine.,

Mit Recht ist dem Grafen Posadowsky ter Entwurf zerfetzt vor 'die Füge geworfen worden. In ter Frage der Errichtung Don Arbeitskammern ist für uns derselbe Gesichtspunkt maßgebend aeiocsen, der der Gleichberechtigung des Arbeiters, ^mriii liegt ein Zurückdrängen des Herrenftandpunkres, der leider auch heute noch vielfach aufrecht erhalten wird, aber einer vergangenen Zeit angeh ort. (Sehr richtig.) Man mag denken, wie man will, sie mögen für manche ^.uöusttre nicht passen, aber darüber darf man sich keinen Augenblick un Zwmfel ®'c 0a6 ihnen die Zukunft gehört daß f« ««« «JF Gebiete erobern. Ein Blick auT tee Stattsttk zeigt dies. ^e Ge- legenpoll, weiteren Boten in Arbeiterkreilln zu finden, sn^?, wenn wir Hinschauen, aus die letzten Tagungen der Sozialtemokttie in eine günstige Beurteilung in ter Presse

piwri Qn Stuttgart hat man über die Phantastereien ter Völkerverbrüderung beraten in einer Zell, wo die Mtionakllaten den breitesten Raum verlairgen. Man »erurteütt^du^Kotonral, polllik m Grund und Boten, in emer Zell, m der alle ünirur

liationnfitücraler 'Aartritag. r

(llnberechttgter Nachdruck verboten.1 ;

S. u. H. Wiesbaden, 5. Oktober. j

Nun bic heutige Lage. Die Reichspolllik steht im ; Jcidjen des Blockes. Tas bringt eine Reihe von polllischen > ^a-ien m ten Vordergrund, die bisher zurückstanten, speziell iuch Die Frage der preußischen Blockpolitik. Tie preußische Block- laße wird vielleicht ellimal auf einem preußischen Parteitage ; ieüanbelt werden.

Bon ber Einführung des Reichstagswahlrechts u P r e u ß e n kann wohl kaunr d i e R e de sein für ten, : >cr Augenmaß hat für das Erreichbare. Tie Grundlinien unserer - Stellung sistd von Dr. Krause ja ini Landtage und in Veröffent- ungen gezeigt worden. Das Kl ass en Wahlrecht wird . u t vie Dauer nicht gehalten werden können, auch .* indirekte Wahl wird wohl verschwinden müssen, und ich glaube, 1 (Vfi auch das öffentliche Wählen nicht gehalten werten, kann Teilweiser Witerspruch), schon wegen des Terrorismus ter sozial- -emokratischen Partei. (Lebh. Schr wahr!)

Gine zweite Frage fft bre Fr a g-e ber Schulreform n Preußen. Ich werte mich als Sübbeutscher nur soweit nerauf einlafsen, als es in ten Rahmen der großen teutsthen Polllik fällt. Aber das Eine müßte auch Fürst Bülow einsehen, xiß die beste Bekämpfung des Zentrums wird gefunden werten T^ifcn auf ten Gebieten ter Volkserziehnng, auf ten Gebieten er Schule (Beifall!), und da kommt man mit Naturnotwendigkeit -vühia, daß die fachmännische Schulaufsicht gefordert wird und >ic chrückdrängung der kirchlichen Schultuffsicht. Ein Woist über >ie Verhältnisse im Süden. Man stellt sie oft so dar^ As wenn in Süddeutsch land alles gut und in Preußen chles d lecht und reaktionär märe. Das ist nicht richtig. Im brüten >r;ngt die reaktionäre Hochflut von unten immer mehr empor, so schlimm waren die Verhällnisse in Bayern noch nicht wie letzt.

on unten kommt die schwarze Reaktion und tee INacht deS Zentrums steigt immer höher. In Baten und Württeucherg ist das Zentrum die stärkste Partei. Hier sehen wir, > die Organisation des Zentrums, wo ter Geistliche ter ge- jytene Führer ist, wirkt, wie die ultramontane Reaktion immer arvßer wird. Hier hat ter Liberalismus überhaupt ein weites 'svellsgebiet, wenn er nur die Zustände zurückführen will auf tee ersten Jahrzehnte des Reiches. (Beifall!) Wir bilden den >reru des Blocks, ter sich zusammensetzt aus Konservativen und J^nilaL Um uns kriftallpieren sich rechts die Konservativen und i rnks die Freisiuuigeu. Die BlockpolitikerfordertOp f e r au s allen Seiten. Manche Programmpunkte müssen zuruck- --chellt werten tm Interesse des l-öheren nationalen Zuckes, im Jrckeressc des Zurückdrängens des Zentrumseinflusses. (Lebhafter Beifall!) Und- man fteht bei allen, die uns nicht freundlich gesinnt find, wieder die Hoffnung auftauchen aus eine Zer- plitterung der Partei, und doch, wer un)ere Geschichte kennt, loer in Die Blatter unserer Geschichte sich vertieft, wird die Uebcr- ,-ieugung erhalten müssen, daß wir Schwierigkellen gehabt teilen,, nahezu in allen Zeiten, da, als die wirt)chaftlick)e Frage auf- tauchle, als wir eine Reihe von Anträgen über Die Hohe ter 'lgrarzölle uud einen neuen Zolltarif, über Daß Maß der Sozial- volllik, über üilltelstanbsftagen usw. embnngen mußten.. Ratur- gemäß gab es da gewisse Gegensätze. Aber die Geschichte hat gezeigt. Daß wir verständig genug waren, diese Gegensätze, au^-

tagen und die Zukunft hat uns immer re$t gegeben. (Lebh.

^Bon den Schwierigkellen der jüngsten Tage sind wir übrn^eugt^ ;al; ioir noch aus ihnen in voller Einigkeit hervor gehen. (Bravo!) da Liberalismus, besonders bei ter nationalliberalen Partei, muß Duldsam sein. Deshalb möchte ich manchem Herrn, Dem Die 111'1(1)1 gewisse Parteiieile zu rabikal sind, raten, )ich Nicht zuviel Bedenken zu machen. Es ist mancher Nach)trebende, von pvll- Rischem Idealismus Erfflllte darunter, ter mll .bem Gefühle, <S muß allc^ anders, alles liberaler werben, auf die politische Arena trat. Es sinb bies nicht die schlechte)ten. Wenn man ober Dann in Den Tageskampf tritt, wenn man sieht, wie muy)aui sich ter Fortsckwltt ten Weg bahnt, und wie Dies immer nur möglich ist im Wege gegen) Häger Konzessionen, nnrb ntan nach rnib nach mürbe, will ich nicht lagen, aber nulter. (Sehr richtig.) In Der Beurteilung ter Tinge wirb man nach imb nach zur Einsicht gelangen, baß man auch dem die Berechtigung Uicht versagt, was ber Gegner erklärt. (Sehr nchttg.) Wenn bann radikalere Elemente nachschieben, die , denselben Werdegang, durch- laujeii wie die Alten (Bravo!), so ist das kein Unglück, ivntern eine natürliche Irrung. Ich glaube, daß die PaAei, Euren solchen Werdegang nicht kennt, in Marasmus verfallt. (Anhallen-

Gießen, 8. Okt. 1907.

** In Audienz empfangen wurden von S. K.H.

I dem Großherzog am Samstag aufter den gestern mit-

i geteilten Herren u. a. noch Superrntendettt Oherkonjis^rial-k rat E u l e.r, Steuer ko mmissär Korfmaun von Nwdch und Oberlehrer Fuldner von Bad-Nauheim.

! ** Ordensangelegen h. eiten. S. K. H. ber

<Aro ßb er^o a haben dem stellv. Direktor ber Siemens-i ?Lebtefter OBeffall.)1 'Wir^dürftn^nich? achtlos aV bllfen Schuckert-Werke Gust. B-i t t er in

vorübergehen; erinnern Sie sich ter großen SeteutungJ terfreii§ 2. Kl. mit der Krone bes lBerbten)torb..l^ Phtlchps

............o ... - - - L c - ^sdes Großmütigen unb dem Direktor der DawpfiDiseijabrw beigemessen hat, unb baß bort Dr. Heim sogar ftir bas Frauen- Robbera, Aktiengesellschaft, Artur No b berg zu

Wahlrecht eingetreten ist. (Heiterkell.) Wir werten tem Gesetze l Ordens ver.

vor allem Die Polizeizopfe vergangener Zellen nehmen. Darmstadt das jtitreTtreuö xi . h »

Aber cniterseits werden wir auch tem preußiscten Staate die liehen, sowie dem Oberarzt a. D. Dr. B-a u r tu -oad Sn-- notwendigen Machtmitt-el für die Behandlung Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vou der Polenfrage im teuffchen Osten nicht versagen dürfen.' - - ~ *------° 1

(Lebhaftes Bravo!) Auch über die Börsenreform, teerten wir ein Wort sagen müssen, denn das Börsengesetz ist reform- bebürftig. Wir teerten nicht rühren an tem Getreiteterminharwel,, aber bas Bestreben verfolgen, Treue unb Glauben nneder her- zustellen, die auf Grund bieser Bestimmungen vielfach teiedew verloren gegangen sinb. Wir werden uns leiten la)sen von tem Gedanken, daß wir eine starke Börse haben muffen, auch für ten Kriegsfall, schon sür die Aufwendung ter großen Mittel, die für die Versorgung einer ftnrfen Armee notwendig ijnb. SSir müssen ferner bafür sorgen, baß die Gelbteuerung zuruckgebrangt wirb. Diesem Zweck soll bienen bas neue Scheckgesetz. (Beifall.) Tann steht vor uns das große Gebiet, der Svzialpolitti. IRan hat ja vielfach mll großem Bedauern ihren Letter, ten Grafen Posadowsky gehen sehen (Sehr richtig!) und hat thm manche Träne nachgewellll. Ich bin well, entfernt, ferne hohen Ver­dienste nicht anznerkennen, er hat sich aus einem Pteittker, ter manche nicht gerade sehr guten Gesetze, unter antemn tee Zucht- lmusvorlage, vorbereitet hat, zu einem modernen Sozialpolitiker entwickelt und viele von uns haben mll großem Genupe Ktnen Reden mit ihren hohen Zielen gelauscht. Es ist ater aus allen Parteien die Klage gekommen, daß wir auf lozialem Gebiete nicht riecht vorwärts kommen. Das mag Zusammenhängen nut gewissen Reibungen innerhalb der preußischen Regierung, tee abgeschwächt werden sollten durch die Berufung des Herrn von