Ausgabe 
8.6.1907 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Zählung wird einmal (wie bei der Volkszählung) die ge­samte Bevölkerung auch die Personen ohne Berufe gezählt, andererseits werden aber auch die selbständigen gewerblichen und land- und forstwirtschaftlichen Betriebe gezählt. Es kommen daher außer den Haushaltungslisten, ui welche die sämtlichen zu einem Haushalt gehörigen Per­sonen aufzuführen sind, noch Gewerbeformulare und Land- und Forstwirtschaftskarten zur Verteilung. Jur die größeren gewerblichen Betriebe (die 4 und mehr Personen beschäf­tigen) sind Gewerbebogen, für die kleineren (die weniger als 4 Personen beschäftigen) sind Gewerbeformulare aus- zufüllen. Die Land- und Forstwirtschaftskarten sind von den Personen auszufüllen, die Landwirtschaft wenn auch in kleinem Umfang betreiben. Ucber die Art der Aus- füllung dieser Formulare wird eine in den nächsten Tagen erscheinende amtliche Bekanntmachung das Publikum noch aufklären. In Anbetracht der großen volkswirtschaftlichen Bedeutung dieser Zählung hoffen wir, das Publikum werde durch vollständige Ausfüllung der Listen den Zählern das Zählgeschäft erleichtern.

r Schotten, 7. Juni. Heute starb hier ein Mäd­chen anfangs der zwanziger Jahre, das aus Gonterskirchen gebürtig an der verhängnisvollen Gonterskirchencr Hochzeit tellgenommen hat. Die Krankheit war dieselbe wie bei den übrigen Erkrankten. Wie man hört, ist die epidemische Krankheit in Gonterskirchen noch nicht im Abnehmen begriffen. DaS verstorbene Mädchen war schon mehrere Jahre hier in Stellung und wollte zum Herbst heiraten. (Es handelt sich wohl um dasselbe Mädchen, das nach einer gestrigrn Schottener Meldung an Typhus erkrankt sein sollte. Red.)

Offenbach, 7. Juni. In Angelegenheit der Mühl­heimer Kessel-Explosion weilten gestern an Ort und Stelle das Amtsgericht und die Gewerbe-Jnspeklion Offen­bach, die Staatsanwaltschaft Darmstadt usw., um den Tat­bestand aufzunehmen. Ueber die Ursache der Explosion ist nichts bekannt. Der verunglückte Arbeiter Semmel, der auö Neuenhaßlau bei Langenselbold stammt, hinterläßt eine Witwe mit 6 kleinen Kindern. Die Explosion war so heftig, daß in Mühlheim viele Fenster und Türen infolge des Luft- bruckes aufsprangen und demoliert wurden.

(W.) Frankfurt a. M., 7. Juni. Zur Vorbereitung des im nächsten Jahre hier stattfindenden 9. deutschen Turnfestes fand heute abend im Kaisersaal des Römers unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Dr. Adickes eine Versammlung zwecks Bildung der Ausschüsse statt. Den Vorsitz im geschäftsführenden Ausschuß übernahmen Bürgermeister Dr. Grimm und Stadtverordneten-Vor- steher Dr. Friedleben. Regierungsrat Mahrenholz sagte namens der Staatsbehörden volles Entgegenkommen und bereitwillige Unterstützung zu.

X Hanau, 7. Juni. Bei einem im benachbarten Bergen (Landkreis Hanau) getöteten Hunde wurde die Tollwut festgestellt. Im Rangierbahnhofe der Des- sauerschen Zellulosefabrik in Stockstadt a. M. geriet der Vor­arbeiter Jnd erwies zwischen die Puffer zweier Eisen- bahuwageu und wurde zerdrückt.

X Krofdorf, 7. Juni. Zu dem 6. Bundesschießen des Lahn-Dilltal-Schützenbundes, das am 30. Juni und 1. Juli er. hier abgehalten wird, reiht sich noch die feierliche Ueberreichung der neuen Fahne, die von Frauen und Jung- frauen gestiftet und in der Licher Fahnenfabrik hergestellt worden ist. Von den 7 Bundesvereinen haben 5 ihr Erscheinen zugesagt. Der hiesige 1902 gegründete Verein zählt gegenwärtig 36 Mit­glieder. Vor Lrrzem wurde der neue Schießstand, der neben dem des .Kriegervereins liegt, zum ersten Male benutzt; er hat sich als sehr bequem erwiesen. Ern ut den 30 er Jahren stehender lediger Manu von Hier, der schon mehrere Jahre nicht mehr geistig zurechnungsfähig war, ist vor kurzem, da sich sein Zustand verschlimmerte, iin die Irrenanstalt nach Andernach überführt worden.

** Kleine Mitteilun gen aus Hessen und den Nachbar st aaten. AuL der N i d d a bei B o ek e n h e i m wurde die Leiche eines neugeborenen Knaben gelandet, der nach der Geburt gelebt hatte. Durch einen Brand in der Zwangs­erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen wurde ein Test eines Seitengebäudes erheblich beschädigt. Man vermutet Brandstiftung durch Zöglinge. Die landwirtschaftliche Versuchsstation zu Marburg wird nach Kassel verlegt. Ländereien dafür sollen bereits angekaust sein.

Die Herkomerfahrt.

III.

Um die Pflege des Sports ist es eine schöne Sache und es ist erfreulich, daß in den letzten Jahren auch in Deutschland all­seitig ein großes Gewicht auf die Pflege und Förderung desselben gelegt worden ist; jeglicher Sport stählt den Körper und ist darum auch aus nationalen Gründen empfehlenswert. Indessen darf die Vorliebe für den Sport und die in seinem Gefolge statt­findenden Veranstaltungen nicht soweit gehen, daß eine Benach­teiligung irgend welcher Art eintritt. Die verschiedensten isport- zweige haben z'ich der Sympathien aller Steile zu erfreuen ge­habt, nur gegen den Auwmobilismus wendet sich die Abneigung der großen Menge. Bei diesem Haß weiter Schichten handelt es sich keineswegs etwa um Neid gegenüber den besitzenden Klassen, vielmehr sind es die großen Gefahren, welche das Automobil mit sich bringt; es braucht nicht einmal übermäßig beschleunigtes Fahren in Frage kommen, es gibt genug andere, durch Auto­mobile hervorgerufene Zwischenfälle, welche das Leben der Pas­santen bedrohen.

In einem passenden Moment erscheint gerade jetzt im zweiten Vierteljahrheft zur Statistik des Deutschen Reiches eine Auf­zählung der Automobilunfälle, aus welcher hervvrgeht, daß in einem halben Jahre, vom 1. April bis 30. November 1906, 2 2 9 0 Automobilunfälle vorgekommen sind, wobei der achte Tell der Besitzer der Fahrezuge nicht ermittelt werden konnte. Fast die Hälfte aller Unfälle ist durch zu schnelles Fahren oder Unterlassen des Signals hervorgerufen worden, während nur 174 Unfälle auf Unachtsamkeit der Verletzten zurückzuführen sind. Hierbei handelt es sich um Unfälle zu gewöhnlichen Zeiten; vermehrt wird deren Zahl aber verhältnismäßig ganz beträcht­lich, wenn es sich um Relmveranstaltungen auf öffentlichen Ver­kehrswegen handelt, so sehr auch seitens der Behörden die um­fassendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen werden.

Dies sieht man zur Genüge an der augenblicklich stattsindenden Herkomersahrck, die nicht einmal eine Rennfahrt im eigentlichen Sinne ist, da bestimmte Schnelligkeiten vorgeschrieben sind; eine ganze Anzahl von Pärsonen ist, wie wir meldeten, zu Schaden ge­kommen und mancher wird zeitlebens Einbuße erleiden. Es ist daher verständlich, wenn der Unwillen gegen derartige Veran­staltungen wächst, zumal sie für einen beträchtlichen Teil des Tages und für größere Wegstrecken eine bedeutende Hemmung des Verkehrs mit sich bringen. Geht es so weiter, wie bei den jüngsten Veranstaltungen, so müßten die Regierungen dahin kommen, dies gänzlich zu verbieten oder nur unter Kautelen genehmigen, daß die Gefährdung Unbeteiligter für ausgeschlossen gelten kann. Gewiß verdient der Automobilsport schon im Interesse einer jungen auf- blühenden Industrie Förderung, jedoch darf diese nicht auf Kosten der Gesundheit anderer Staatsbürger geschehen.

Mannheim, 7. Juni. Heute haben die Herkomer-Fahrer die dritte Etappe der Tour angetreten, die über eine Strecke von 357,6 Kilometer von Mannheim nach Lindau führt. Der Start fand am .Schlachthof statt. Es wurde in Zwischenräumen von je

y2 Minute abgefahren. Von den gestern in Mannheim ange­kommenen Wagen starteten heute 132. Vier Wagen schieden aus.

Karlsruhe, 7. Juni. Um 7 Uhr 7 Minuten traf der Wagen 9 und darauf in kurzem Abstande die Wagen 16, 18 und 17 ein. Wagen 60 hatte eine Pneumatikdefekt.

Schramberg, 7. Juni, Die heutige Vormittagsfahrt führte über prächtige Straßen in den Schwarzwald, der bei dem Kniebispaß fast 1000 Meter überschritten wurde. Um 11 Vs Uhr, als die Weiterfahrt gestattet wurde, hatten alle Wagen die ersten beiden Drittel des schweren, kurvenreichen Berges erklettert.

Lindau, 7. Juli. Die heutige Etappe der Herkomer- Fahrt litt teilweise unter Gewitterregen. Als ersten Wagen traf um 5 Uhr 10 Minuten der Wagen Nr. 9 (Ladenburgs Mercedes) ein; in kurzen Zwischenräumen folgten die Wagen 19 (Erle), Benz 35 (Weingand), Mercedes 23 ^Jeßrum), Opel usw. Um 9 Uhr abends fehlten noch vier Wagen.

Vermischte».

* Hannover, 7. Juni. Zu der Spieler- und Wechsel-Affäre am hiesigen Militär - Reitinst itut ist noch mitzuteilen, daß einer der am meisten beteiligten Offiziere dem 20. Dragoner-Regiment angehört. Seine Ver­bindlichkeiten sollen sich auf 90 000 Mk. belaufen. Tec Kommandeur des ReitinstitntS, v. Festenberg-Packich, traf die schärfsten Maßnahmen. Die am meisten beteiligten Offiziere erhielten Befehl, binnen 24 Stunden Hannover 31t verlassen, die anderen in die Affäre verwickelten Offiziere ntehrtägigen Stubenarrest. Einer unserer bekanntesten Herrenreiter, der in den ersten Odonaten der Saison schöne Erfolge im Sattel zu verzeichnen hatte, ist ebenfalls an der Sache beteiligt und wird sich zunächst vom Rennreiten zurückziehen.

Sin schreckliches Automobilunglück ereignete sich während der Dauerfahrt von Rewyork nach Albany. Ein großer Kraftwagen deS Clarence Mackenzie, des Direktors der Standard Brake Company, stieß mit einem elektrischen Straßenbahnwagen zusammen. Der Kraftwagen wurde gänz­lich zertrümmert. Die Insassen wurden herausgeworfen. Mackenzie ist tot, alle anderen wurden verletzt, darunter zwei schwer.

* E' n bedrohtes Hotel. DerDailyExpreß" meldet aus Rewyork, daß das Hotel ,<5t. Regis" sich in einer Art Belagerungszustand befindet, weil man anonym gedroht hat, das Gebäude in die Luft zu sprengen. Die Hotel- Leitung erreichte ein Brief mit der Unterschrift ,Große Hand". Darm lüiirbe mitgeteilt, daß, wenn 6000 Alk. nicht an einer bestimmten Stelle hinterlegt werden, das Hotel mit Dynamit in die Luft gesprengt würde. Viele Detektivs und Polizisten iöerwacheu das Gebäude, während andere nach dem Brief- chreiber forschen. DaS Hotel, ein fürstliches Gebäude, wurde uit einem Aufwand von 10 000 000 Mk. erbaut.

Unfreiwillige Ballonfa hrt. Als in der Vor­stadt von Barcelona, Puebla Rueno, der Luftballon ^Gierza" auffahren sollte, halfen verschiedene Arbeiter beim Loslassen des Ballons. Nachdem die Taue durchschnitten waren, erhob sich der Ballon und nahm zwei junge Burschen mit, die sich in die Taue verwickelt hatten. Einem gelang eS, sich an einem Tau herabgleiten zu lassen. Der andere klamn:erte sich fest, mußte aber in 300 Meter Höhe erschöpft loslassen und stürzte auf die Landstraße, wo der Körper als unförmige Masse liegen blieb.

* Kleine Tageschronik. Durch den Einsturz eines Gewölbes in der Malzfabrik in Londerzeel (Belgien) sind sechs Prrsonen getötet und fünf, darunter zwei schwer, oerivimbet worden. Tie Ostind. Stadt Karachi ist von einem ver­heerenden Zyklon heimgesncht worden; kaum ein Gebäude blieb verschont. Mehrere Dampfer wurden aiis Ufer geschleudert. Menschen sind nicht umgekommen. Der 60 jährige Fabrikant Heun aus Sigmar (Königr. Sachsen), der wegen Schreibens anonymer Briefe zu 3 Monaten Gesängnis verurteilt worden war, ertränkte sich aus Gram darüber. Heun hatte ursprüitgltch die Urheberschaft der anonymen Briese angegeben, später aber das Ge­ständnis widerrufen. Ju Beuthen, O.-Schch hat der wegen zweifachen Mordes zum Tode berurteUte Roßschlächter Liberia die Wiederau ^ahme des Verfahrens beantragt, um weitere Morde auszuklären. Während der Fahrt Düsseldorf- Köln überfiel ein Zuchthäusler seinen Transporteur und schlug ihn nieder, als dieser die Notleine zog. Der Ueberfallene wurde, nachdem der Zug zum Stehen gebracht war, schwerverletzt aufge- funden. Die Gattin des in Karlsruhe wegen Al o r d e s an seiner Schwiegermutter in Untersuchungshait befindlichen Rechtsanwaltes Hau ertränkte sich in dem See bei Pfäffikon in der Schweiz. Eine furchtbare Bluttat verübte ein geistesschwacher Alaun in Lichtenberg bei Berlin. Ter Schuh- machernieister Bergmann versuchte seine Frau mit dem Beil zu erschlagen und tötete sich selbst durch einen Stich in das Herz.

Börsettwochcnbericht.

Frankfurt a. M., 7. Juni.

Die ausländischen Börsen standen diese Woche im Zeichen starker Liquidationen. In Genua, in Paris und in London sind Zwangsverkäufe für insolvent gewordene Spekulanten vorgenommen worden, die auf die Tendenz jener Plätze ungünstig einwirkt en und auch auf die Stimmung der deutschen Märkte nicht ohne Einfluß blieben. Die Spekulation hatte ihre Strafte überspannt und nun traten die Folgen zu Tage. Ob die Märkte scyon genügend gereinigt sind, wer vermöchte das zu sagen; oft schon glaubte man es und immer sah man sich in dieser An­nahme wieder getäuscht. Die Geldmärkte bleiben angespannt uub mahnen die Unternehmung zur Vorsicht. Amerika schickt zwar Gold nach Europa, aber hier handelt es sich lediglich um Rückzahlungen, die Harriman für früher in Paris lombardierte Union Pacific Werte zu leisten hat, im allgemeinen herrscht in Amerika noch immer großer Geldbedarf und man sucht Eisenbahn­fonds und Finanzwechsel in der alten Welt unterzubringen, aller­dings nur mit mäßigem Erfolg. Paris hat diePensionen" vielfach nicht erneuert, und da, wo sie prolongiert worden sind, wurden harte Bedingungen gestellt. Die Leihraten haben diese Woche eher noch etwas angezogen, während'man um diese Zeit eher eine Ermäßigung hätte in Aussicht nehmen sollen und da in der zweiten Hälfte des Monats die Ansprüche für den Semesterwechsel sich bereits geltend zu machen pftegen, so be­steht vorerst noch keine Aussicht für eine Herabsetzung der Diskonto­raten. Die andauernd hohen Sätze können aber nicht ohne Rück- wirkung auf die In du strie bleiben und tay'ächlich lauten die ^ituattonsberichte heute auch etwas gedämpfter. Wenn trotz alle­dem die Kurse nicht wesentlich zurückgehen, so kann dies nur dahin ausgelegt werden, daß das gegenwärtige Niveau nicht mehr für hoch gilt und das Publikum an seinem Besitz festhält. Reichs- anleibe und Konsuls haben etwas angezogen, während die süd­deutschen Staatsanleihen, die sich vorher besser gehalten hatten, etwas zurückgingen. Russen und russische Eisenbahnanleihen gingen aui die Befürchtung einer Dumaauflösung und deren Folgen sow e auf die vorgekommenen Meutereien bis zu 2 Proz. zurück. Portugiesen und Ungarn auf die ungünstigen Meldungen über tue inneren Verhältnisse gleichfalls matter. Bankaktien büßten meist 1 Proz. ein. Schifahrtsaktien auf die später richtig gestellte Nachricht, daß die Cunardlinie für die Mittelmeerfahrten Tarifermäßigungen habe eintreten lassen, zuerst gedrückt dann erholt. Bahnen meist 12 Proz. matter, Lombarden schließ­lich erholt auf die Eingabe an die Regierung wegen Tarifer­höhungen und einer langsamen Rückzahlung der Kaufschillings. Moutanpapiere büßten durchweg 23 Proz. ein, auch andere Juduftriewerte waren vorwiegend matter. Von chemischer

Werten Anilin, Scheideanstalt, Silberhütte Braubach und Holz­verkohlung je 5 Proz. niedriger, auch Brauerei- und Elektrizr- tätsaktien 23 Proz. schwächer; höher waren nur Zellstoff Wald- hof 6 Proz. und Dürkopp 7 Proz. Privatdiskonto 45/s Proz.

Kandel.

Die neue bayrische Staatsanleihe ist um das sechsfache überzeichnet worden. Die Gcsamtresultate betragen 240 Millionen Mk.

Deutsche Anleihen und der Geldmarkt. Wir aus Berlin gemeldet wird, wird der Ausweis der Reichsbank, der nun fällig ist, sich ungünstig gestalten, da die Ansprüche fort­gesetzt hoch finb, sodaß das Institut vorerst keine Diskontermäßigung vornehmen kann. Wenn nicht gan zbesondere Umstände eintreten, ist im Juni keine Möglichkeit vorhanden mit einer Ermäßigung zu rechnen und wir hätten mit unseren Bedenken, die wir schon durch längere Zeit in dieser Beziehung hegen, recht behalten. Sonst ist mitzuteilen, daß die 4 Prozent. Bayrische Staatsanleihe beit vorauszusehenden Erfolg gehabt hat. Das, Gesamtresultat soll sich auf ungefähr 240 Mill. Mk. belaufen, also einer 6 fachen Ueberzeichnung gleichkommen. Weiter wird gemeldet, daß nament- mentlich vom Auslande aus die neuen 4 Prozent. Bayerischen Staatsanleihen gesucht sind und auch die 4 Prozent. Städteanleihen vielfach in das Ausland wandern. Desgleichen werden die 4proz Schatzanweisungen hochgehalten, notierten aber geftern um 10 Pf. niegriger 100, 40 Proz. Schließlich sei noch der Geldbewegung resp. der aus Newyork kommenden Goldsendungen Erwähnung getan. Die Gesamtsumme soll sich auf 14 Mill. Doll, belaufen. 4 Mill. Doll, sind bereits in Paris eingetroffen, während der Rest sich voraussichtlich auf die nächsten Wochen verteilen wird. Ob noch weitere Geldtransaktionen auch für andere Länder ge­plant sind, steht zurzeit dahin; aus den hierfür maßgebenden Devisenkursen dürften zunächst kaum derartige Goldsendungen her­zuleiten sein.

Von derBerlinerBörse. An der gestrigen Nach­börse sah sich die lokale Spekulation zu starken Blanko-Ab­gaben in Banken und Russen veranlaßt. Heute deckten sie wieder. Im übrigen war die Gesamtstimmung 5ei der Eröffnung etwas fester, da sich neue Käufer benierkbar machten eine seltene Erscheinung. Dann regten die Newyorker besseren Kurse an und als beide Erscheinungen nach Kräften fruttifUiecL waren, trat wieder tue bekannte Geschäftsstille ein, die den Bergwerksaktien eine leichte Abschwächung brachte. Für Lombarden ist die kleine Speku­lation wieder sehr rege; sie trieb den Kurs bis 26.70. Russen lagen fester auf Pariser Meldungen und Londoner Air­regung. Bankaktien waren leicht erholt. Amerikanische Bahnen wanderten viel nach Amerika zurück. Schiffahrts­werte waren zeitweise belebt. Es notierten u. a. Russen von 1902 gebessert bis 75.10, unifizierten Türken desgl. bis 94. Die Avanzen von Deutsche Bank und Diskonto-Kom- mandit waren sehr gering. Bochumer notierten zuletzt 2251/2 und Laurahüttc 2233/z. Harpener waren etwas höher bis 205. Der Privatdis-kont blieb auf 45/8 Prozent.

Märkte.

Gießen, 8. Juni. Marktbericht Auf heutigemWoebeumarkre kosteten: Butter pr. Pfd. 1.101.15 Ulf., Hühnereier 1 St. 60 Pfg., 2 oicf. 1100 Pfg., Ganseeier 1000 Pfg., Enteneier 7 Pfg., Käse pr. Stck. 68 Pf., Kasematte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbsen p.Pid. 18-24Pig, Linsen p. Pfd.25-40Pfg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 Mk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 2)lt., Enten pr. Stück 1,802,20 Alk., Gänse vr. Pfd. 0000 Pfg., Ochsenfleisch pr. Psd. 8288 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 8082 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 6476 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 8090 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 6484 Pfg. Welsche per Pfund. Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,009, Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 10,0012,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Zentner 20 bis 25 Mk., in Körben 00 Psd., Nüsse 100 Stück 5000 Pfg., Birnen per Psd. Mk. 0.200.25, per Ztr. 915 Mk., Weißkraut per Stück 1530 Pfg., per Zentner Alk. 0.000.00. Marktzeit von 71 Uhr.

Der Sanitätsdienst beim Kaiserprcisrenuen im Taunus

In der Organisation für das Kaiserpreisrennen, die jetzt noch hunderte von Kräften anspannt, ist auch ein Sanitäts­dienst 'vorgesehen, desr über die ganze Stteckc ausgedehnt wird. Für etwa vorkommende Unglückssalle sind 11 Aerztestationen ge­bildet worden, und zwar je eine Station an der Tribüne bei Kloster Thron, in den Ortschaften Homburg, Oberursel, König­stein, Esch, Niederems, Rod a. d. W., Weilmünster, Gräven- wicsbach und Usingen. Etwa 16 Aerzte leisten die erste Hilfe. Ter Standort der Sanitätsstationen ist durch eine weiße Flagge mit rotem Kreuz kenntlich gemacht, ebenso tragen die Stations­ärzte weiße Binden mit rotem Kreuz. Von einer Verwen­dung von Sanitätspersonal hat man diesmal Abstand ge­nommen, da die Befahrung der Strecke mittels Fahrräder, so­wohl für die Sanitätsmannschaftcn selbst, als für die Rennfahrer nicht ohne Gefahr ist. Tie Benachrichtigung über etwa vor­gekommene Unfälle geschieht durch die längs der Bahn any» gestellten Streckenkommissare und Streckenwächter ober durch die Rennfahrer selbst. Tic Aufsuchung eines solchen Unfallortes von den Aerzten wird durch bereitstehende Automobile bewerk­stelligt, die nur in der Richtung des Rennens fahren dürfen. Tic Rückkehr nach dem Standort hat auf den Seitenwegen zu erfolgen. Jede Sanitätsstation erhält einen mit Verbandszeug und allen nötigen Medikamenten ausgestatteten Verbandskasten. Ter ganze Sanitätsdienst wurde wie beim Gordon Bennett-Rennen 1904 durch Dr. W. Veit (Berlin) organisiert.

Annft mmO Wissenschaft.

Frankfurt a. M., 7. Juni. Mit Eurie0 Caruso dem berühmten Sänger, ist ein zweimaliges Gastspiel, welches im Oktober un Opernhause stattfinden wird, vereinbart worden.

Wie verlautet, wird sich der Münchener Generalintendant Freih. von Speidel nach Budapest begeben, um den Kaiser von Oesterreich zu besttmmen, von einem Engagemenlsantrag des Generalmusikdirektors Mottl für die W i e n e r H 0 f b ü h n e zurückzustehen. Es steht von dem Prinzregenten eine außer­ordentliche hohe Auszeichnung für Mottl bevor, die er mit einem Handschreiben des Regenten zugestellt erhalten soll.

Syort

X Athletik. Da? Hessische Athleten Verbands­fest, das am 15. 17. Juni in Verbindung mit einer großen Sportausstellung auf dem Sportplatz und Textors Terrasse statt­findet, wird von vielen auswärtigen Konkurrenten besucht und scheint die seitherigen Sportfeste weit zu übertreffen. Hochinteressant werden die diesjährigen Kämpfe um die Meisterschaft im Stemmen und Ringen, da sich eine stattliche Anzahl Stemmer und Ringer gemeldet hat, darunter auch die seitherigen Meisterschastsbesitzer (Äug. Köhler, Meisterschaftsstemmer und Peter Rey, Meisterschasisringer).

Gcrichtssaal.

sd. Gießen, 8. Juni. Tas Kriegsgericht der 25. Division tagte gestern hier, um über zwei Anklagen zu urteilend Der Musketter Gustav Richter von der 9. Kvmpagnic des Jnf- Regts. 116 hat sich im Januar von seiner Truppe ohne Urlaub entfernt und dabei von den Angehörigen eines Sergeanten ein Fahrrad erschwindelt, das er nach Eckartshausen mit nahm. Er vollführte dort, wie auch in Rohrbach, wohin er sich begab, eine Reihe weiterer Schwindeleien und Diebstähle, nahm Kleider mit und versuchte ein Mädchen, einen Fuhrknecht und einen Wirt anzuschwindeln. Er icirb wegen vollendeten Betrugs in vier Fällen, wegen versuchten Betrugs und schweren Diebstahls in je einem Falle, aber in wiederholtem Rückfälle, ferner wegen uner­laubter Entfernung, Preisgabe von Dienstgegenständen re. zu drei Jahren und zwei Monaten Gefängnis, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf vier Jahre, und mit Rücksicht auf seine vielen Vorstrafen mit Entfernung aus dem Heere bestraft. Wegen Gehorsamsverweigerung mit Achtunasyer-

SS

I>4» ^se

E1W,

K dem ~

nach Ian

Die B tus statt.

c

I Allen F- Mitteiümg, dl

Frau im M. Leben entschlafen ist

Gießen, Die Seeti N/iUtzroonöe

.Heule a mein innigsl

Ma

was sch Beu

-bitte um mu

Gießen (2 . Die Beerb 9 sthr, von bei

Heuchel^ % Beer! "ör statt.

(

JSonnetsti

Wwerem Lei

Brube

s