Ausgabe 
10.1.1907 Erstes Blatt
 
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'völlig im Unklaren. Die Vrandverficherungsgefellschaft dringt auf eine strenge Untersuchung, da schon ähnliche Brände hier vorge- kommcn sind.

cP Lich, 9. Ian. Große Erregung herrscht unter der Ein­wohnerschaft, da die Metzger wieder mit einem Preisaufschlag der Fleisch- und Wurstwaren Verlegungen sind. Rind fleisch wurde das Pfund von 72 Pfg. auf 80 Pfg., Leber- und Blutwurst von 72 auf 76 Pfg. erhöh!. Im Saale sum ..Löwen" fand eine Versammlung statt. Es besteht die Absicht, einen Konsumverein zu gründen und gemeinsam Fische und Fleisch- konserven zu beziehen.

k. L i ch, 9. Jan. Ein tödlicher Unglücks fall trug sich am hiesigen Bahnhof zu. Der fürstliche Ticnstknecht Lämmer aus Birllar lud Material auf seinen Wagen. Dieser tat plötzlich einen 9iucf, L. stürzte rücklings zu Boden und blieb mit gebrochenem Genick tot liegen.

§ Bad-Nauheim, 9. Jan. Wir lesen imBad-Nauh. Anz.":Ein hiesiger Beamter wurde von seinem Vor­gesetzten bei der oberen Beerbe an gezeigt, weil derselbe an der letzten s o z i a l i st i f a> e n V e r s a m m l u n g , in welcher Ulrich sprach, t e i l g e'n o m m e n haben soll. Nun stellt sich heraus, das; der Betretende krank und gar nicht in der Lage war, an der Versammlung teilznnehmen. Sei dem nun wie ihm wolle, tief bedauerns) und bezeichnend ist es, daß vorgesetzte Behörden sich dazu hergeben, Kollegen i2,"y. Untergebene zur An- zeige zu bringen, weil sie an einer sozialistischen Vcrso.nlmlung teilgenommcn haben. Eine derartige Gefinnungsr echerei ist durch­aus verwerflich und unseres Erachtens unzulässig. Will man vielleicht auf diese Weife die Sozialdemokratie bekämpfen? Wir meinen, das; derartige Mittel dieses das Gegenteil von dem bewirken, was sic bewirken sollen. Ueber den Fall ist eine amt­liche Untersuchung eingeleil.'t. Wir wollen dieser nicht vorgreifen, jedoch der .Hoffnung Ausdruck geben, das; sie zu dem Resultat führt, welches wir im Interesse der politischen Freiheit des ein­zelnen wünschen. Möge die Untersuchung dem Herrn Denunzianten zeigen, das; >vir hier nicht östlich der Elbe leben, daß hier noch ein frischer Hauch freiheitlicher Ideen weht!"

Kr. Friedberg, 9. Ian. Ueber das Ergebnis der Verhand­lungen der im .Streife gebildeten K o m Mission f ü rllranten- pflege" erfahren wir Folgendes: Durch die von dem Kreisamte angestellten Erhebungen hat sich ergeben, daß, abgesehen von den Städten, in bei*, meisten Landgemeinden geeignete Transporl- mittel i ü r S ch w e r k r a u f e unb Verletzte fehlen. Es soll daher der gemeinsame Bezug solcher Transport,nittel m die Wege geleitet werden. s.'lm geeignetsten wurden Tragbahren erachtet, welche Vorrichtungen besitzen, um auf Wagen gestellt zu werden. Kreisarzt Nebel mürbe ersucht, weitere Vorschläge zu machen. Ueber Krankenpflege sollen demnächst Vorträge in mehreren Orten ftatt- finbeit, auch soll mit beit Ortsvorstänben unb Geistlichen verhanbell werben, ob sich bork nicht Krankenpflegestationen errichten lassen. Was bie S ä n g l i n g s s i'l r s o r q e anlangt, so mürbe festgestellt, daß die Verhältnisse im Kreise im Allgemeinen gut und normal sind, nur 4 Orte weisen eine geringe Erhöhung der normalen Sterblich- keitszifser auf. Die Kommission wirb biesen Orten em besonberrs Augenmerk zürnenden, ebenso auch der Frage der Fürsorge für Wöchnerinnen. Hierüber will man sich nut derZentralstelle für Säuglingsiürsorge" in Verbindung setzen. Die Erteilung von Unter­richt über Krankenpflege und die Bereitung von Kranken­kost in der Kreishaushallungssthule ivirb für sehr nützlich erachtet, man hofft, daß die Aerzte der Orte, in denen die Schule sich jeweils befindet, diesen Unterricht übernehmen. Anch hofft mau, daß dieser Unterricht Anregung geben wird, daß sich wieder m e h r M ä d ch e n d e r K r a n k e n p f l e g e z u w e n d e n, da es an Kranken­pflegerinnen sehr mangelt.

+ We11erfeld, 9. Jan. Der 32jährige Waldarbeiter I o x ist gestern mittag im Walde nahe der Einfirststraße zwischen Laubach und Lauterbach verunglückt. Die Stücke eines Wurzelstocks, der mit Pulver gesprengt wurde, trafen den Nahe­stehenden am Arm und auf der einen Gesichtsseite, letztere so schwer, daß der Verletzte blutüberströmt zusammensank und längere Zeit bewußtlos war. Er mußte mit einem Wagen nach Hause ge­fahren werden, bis der aus Laubach herbeigerufene Arzt das arg verletzte Ohr zusammengenäht und die übrigen Wunden ver­bunden hatte. Wenn auch vorerst keine Lebensgefahr vorliegt, so hat der Verletzte doch große Schmerzen ausznhalten gehabt.

? Stumpertenrod, 8. Jan. Bei der gestern in unserer Gemarkung und Köddingens abgehaltenen Jagd, wurden 116 Hasen zur Strecke gebracht. Ein Leiterwagen voll Hasen, rote er zur Bahnstation Mücke gefahren wurde, gehört hier zu den Seltenheiten.

, O Laubach, 9. Jan. Unteroffizier Otto Schmidt, Sohn des hiesigen Fuhrunternehmers Schmidt, ist nach über 2 Jahre langem Aufenthalt in S ü d w e st a f r i k a wieder glücklich in seine Heimat z u r ü ü g e k e h r t. Als er in 1905 sich bei den Kämpfen gegen die Eingeborenen beteiligte, hatten seine Eltern monate­lang keine Nachricht von ihm bekommen, weshalb sie in großer Besorgnis waren. Im letzten Jahre war er wegen seines zeich­nerischen Talents auf den Eisenbahnbaubureaus in Windhoek, Kibib u. a. m. beschäftigt. Er wurde jetzt als vollständig gesund vom Militär entlassen und hat bereits eine gute Verwendung auf einem Eisenbahnbureau in Darmstadt gefunden. Das Schacht­unglück im Hunsrück hat bei der vorn Bahnbau Laubach-Mückc hier wohlbekannten Firma Schraner-Siepmann stattgesunden.

-0- Lauterbach, 9. Jan. Ein hiesiger Einwohner kaufte von einem Landwirten aus Landenhausen ein Schwein, das heute zum Schlachten hierher gebracht werden sollte. Der Lieferant machte sich auch früh mit dem Borstentier im Wagen auf den Weg. Der Käufer war dem Ankömmling entgegengeeilt. Er traf den Wagen in der Nähe unserer Stadt und begleitete ihn auf dem Wege zum Schlachthaus, in der festen Hoffnung, ein frohes Schlachtfest begehen zu können. Kurz vor dem Schlachthaus zog es den Empfänger, sich daS Opferlamm einmal näher im Wagen zu besehen. Doch o graus, »leer gebrannt war die Stätte", oder vielmehr durchgebrannt war die Sau.' Und aus der Tiefe des Wagens erhob sich furchtbar grinsend das schreck­liche Gespenst der Fleischteuerung. Zur raschen und ent» schiedenen Bekämpfung deS drohenden Gespenstes faßte man sofort den Entschluß, auf die Suche nach dem Ausreißer zu gehen. Und jenseits der Grenze, d. h. der Lauterbacher Gemarkungsqrenze fand man glücklich das edle Schlacht- lier, das jetzt unter sicherer Bedeckung seinem Bestimmungs­ort zugeführt wurde. Die Metzelsuppe soll aber noch einmal so gut wie sonst geschmeckt haben.

fc. Offen 6 a ch a. M., 9. Jan. Anläßlich seines 5 0 j ä h r. Geschäftsjubiläums ließ Konimerzienrat Friedrich Stroh an die Angestellten und Arbeiter der Firma Gebr. Bernard Geldgeschenke im Gesamtbeträge von 4 0000 Mk. ver- teilen.

sc- Frankfurt a. M., 9. Jan. In Niederrad gab in vergangener Nacht der 51jährige Fuhrmann Jakob Gruner zwei Revolverschüsse auf seine Frau ab, durch die sie im Gesicht getroffen und lebensgefährlich verletzt wurde. Dann erschoß sich Gruner selbst. Das Motiv der Tat ist unbe­kannt. Man nimmt an, daß Gruner in Geistesstörung gehandelt hat. Die Ehe, der zwei Kinder im Alter von 11 und 12 Jahren entsprossen sind, war glücklich.

8b. Darmstadt, 9. Jan. Der heutige Hofball im alten Palais begann nut dem Eintreffen des Großherzoglicheu Paares um Vr9 Uhr. Es waren 314 Personen erschienen, barunter außer den gestern erwähnten Fürstlichkeiten die standesherrlichen

Handel

Frankfurter fltörse. 10. Januar. 1.15 Uhr.

Beicbsanleihe

98.15

3% Portugiesen

III

Tlirkenlose . .

. . 141 40

4% Griech. Monopol-Anl.

52 10

4-6 äussere Argentinier . 89.3U

. 122.60

Pnuce-Henri-Eisenbahn .

Berliner Börse, 10. Januar. Anfangskurse.

D7w

. 250.20

. 130.75

219.50

246.60

141.00

242.90

88 90

66.80

97.50

Berliner Handelsges Darmstädter Bank . . Deutsche Bank .

Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommaudit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn .

Gotinardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . .

. 144.00

. 125.60

3%

3% Wlt Wlt

131.20

148.70

35.10

148.90

151.00

4 °i0 russ.Staatsanl. 1903 4>$° n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1103

Canada E. B. . . , Darmstädter Bank . Deutsche Bank . , Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . , Tendenz.: fest.

do. Konsols do. Hessen Oberhessen

3°/0 Mexikaner 4>6°/o Chinesen . .

Aktien

Bochum Guss . . .

Buderus E. W

Tendenz: fest.

Elektriz. Lahmeyer . .

Elektriz. Schnckert . .

Eschweiler Bergwerk .

4°6 Oesterr. Goldrente. . 4Vs °n Oesterr. Silberrente 4 % Ungar. Goldrente . . 496 Italien. Bente . . . 3 96 Portugiesen Serie I .

Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose .

Gießener Wetterdienst.

Voranssichtliche Wittcrnng für Hessen am Freitag, b n 11. Januar: Trüb unb neblig. Keine erheblichen Niederschläge. Mild. Mäßige westliche Winde.

87.10

98.30 87 20

97.00

95.30

99.90

100.20

96.50

102.80

69.50

70.30

91.70

94.90

94 00

. 175.50 1

. 141.40

. 243.30 '

. 174.00

. 187.40

. 159.60

. 217.10

Lruiverritäts-Nachriehten.

. Prcgoueg l ro oe.,..mm._ eine drille ungarische Univerntät mit vier <3 .(.iutii.cn errichtet werden.

Ttunst Ltttd Wissenschaft.

Als die S d) o u b ü h n e * ins Leben trat, mußte es il.r genügen, notdürftig bekleidet zu fein. Nach kaum anderthalb Jahren hatte ficb das Interesse des Publikums an den Leistungen dec Schaubühne" forifcbreiteub so verstärkt, daß fie daran geben konnte, ihr Kleid einem verfeinerten Schönheitssinn anznpassen. E. R. Weiß übernahm es, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Auch im neuen Ge­wände ist dieSchaubühne" eine unabhängige Wochenschrift für alle künstlerischen Bestrebungen des Dramas, des Theaters und der Over; nur daß fie in Zukunft, vielfach geäußerten Wünschen nach- loinmend, mehr Gewicht auf die Musik, auf auswärtige unb aus­ländische Korrespondenzen und auf die Technik des Theaters legen wird. Sie wird and) in Zl.kunft ein getreues, farbiges Bild un­seres gesamten Bühnenivesens, feiner ästhetischen wie feiner sozialen Interessen bieten. Sie bringt: 'Abhandlungen und Besprechungen über neue ober neueinl'tubierte Dramen unb Opern; Diskussionen zeitgemäßer Streitfragen; kritische Würdigungen hervorragender delitscher und ausländischer Künstler und Künstlerinnen der Ver­gangenheit und Gegemvarl; Studien und Essays dramaturgischen, literalischen, theaterrechtlichen, bübnen- und musikgeschichtlichen Inhalts; Gedicktte und Dramen, sowie Novellen, Skizzen lind Plau­dereien, bereit Stoff dem Theater- und Künstlerleben int weitesten Sinne des Wortes entnommen ist; schließlich unter dem Titel: Ka'verle-Theater eine satirische Ecke, in der alle Auswüchse und Lächerlichkeiten unseres Literatur- unb Theaterbetriebes, m Vers unb Prosa, sanft ober hart flänbig gepritscht werben. Tie 1. Stummer des R. Jahrgangs enthält folgende Beiträge: Wege zum Drauia. Von Julius Bab. Epigramme. Von Christian Morgenstern. Ringelspiel. Von S. I. Bühne. Von Friedrich Kayßler. Berlins neue Theaterbauten Von Georg Hermann. Emmy Destmn. Von Hans Warbeck. Moinentbilder von fremden Schaubühnen. I. Weiber in der Arena. Von Hanns Heinz Ewers. Kasperle Theater. (BerltnerTctffo-Pem'ere). - RundschaulThiels.her Tie Plätze hinter den Säulen Anton Dinspel Tie Weber in London Misch unb Philippi Tie Presse).---Tie

Schaubühne" (Verlag: Oesterheld & Eo., Berlin W. 15, Lietzen- burgerstr. 60) erscheint jeden Donnerstag, 2432 Seiten stark, und kostet: Tie Einzelnummer 30 Pfg., vierteljährlich 3.50 Alk., jähr­lich 12 Mark.

ICircfylicbe Nachrrchten.

Israelitische NcligiottSgeseUschaft.

Eoltesdienä.

Sabbatfeier am 12. Januar 1907:

Freitag abend 4.20 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt.

Nachmittag 3.30 Uhr.

Sabbat-Ausgang 5.40 Uhr.

Wochengoltesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr.

Israelitische Neligioilsgerrieinde.

Hottesdtrim in der Synagoge (5'üdan5ogc).

Samstag, den 12. Januar 190 7.

Vorabend 4.30 Uhr.

Morgens 9.00 Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr. Schristerklärnng.

Sabbatausgang 5.35 Uhr.

GerLctztssaaL.

, R. B. Darmstadt, 9. Jan. Wegen fahrlässiger Tötung Ijatte sich heute der Metzgergehülfe Gotthold Albert Wenck aus Thüringen zu verantworten. Er war am 31. Oktober vorigen Jahres in Offenbach gertbe bei Schluß der Mittelschule m-.t seinem Geschä tssuhrwe.tt' an ihr in starkem Trab vorbeigefahren und wandte sich aus dem Kutschbock nach rückwärts, um einige dem Wagen nachlaufende Kinder mit dec Peitsche zu traktieren, anstatt auf sein Pferd und das Menschengewimmel davor zu achten. Das Pferd machte plötzlich einen Seitensprung und warf einen achtjährigen Schulknaben um, der so unglücklich fiei, daß zwei Wagenräder über ihn weggingen und er mehrere Rivp'nbrüche und andere innere Verletzungen davontrug, die alsbau den Tod des Kleinen veranlaßten. Der Angeklagte versuchte . ,üi bur allerlei Ausflüchte als unschuldig an der Tat hinzustetlen, ihm wurde jedoch die grobe Fahrlässigkeit bet der Fahrt nachgewie>en und er zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt.

Familien des Laubes, die Hofstaaten, Aristokratie, die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden, zahlreiche Offiziere der Gar­nison. Auch des Großherzogs':aar nahm an den Tänzen teil,' es fr men folgende Musifftücke durch die ffapelle des In' Regis. Nr. 115 unter Leitung des Kapellmeisters Hauske zur Aufführung: 1. Walzer: Lustige Witwe, Bruder Straubinger. 2. Franhaise: Hoffmanns Erzählungen. 2. Walzer: Moureuie Sourire d'avril. 1. Lancier: Geisha. 3. Walzer: Monte christo Frühlingsluft. 2. Fran^aise: Glöckchen des Eremiten. Tischwalzer: Faust, Tra- vista, Wiener Blut, Künstlerleben. Um i L>11 Uhr wurde das Menu eingenommen. Die Tafel, sowie die sämtlichen Räume, Ausgänge, Treppen waren durch den Hofgärtner Dittmann mit Flieder, Maiblumen, Nelken und Veilchen usw. herrlich geschmückt.

fc. Von der Rhön, 9. Jan. Im Walde bei Helmers überfiel der 18jährige Fabrikarbeiter Richard Kranz aus Hel­mers die Ehefrau K r e tz n e r «us Georgenzell und verge­waltigte sie. Als sich die Frau zur Wehr setzte, brachte ihr der Bursche 8 Messerstiche bei. Die Frau ist lebensgefähr­lich verletzt. Der Täter wurde verhaftet.

** Kleine '.Vc i 1t e 1 1 n n u s Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. In Kassel fand der Schmied Gehrke in Henschels Lokomolivfabril einen g r ä 6 l i ch e n Tob beim Schmieben eines großen Stahlblockes, unter dem 100 Etr. schweren Dampf- hammer sprang plötzlich em glübenber Slahisvlitter ob unb durch- bobrie wie ein Geschoß ben Körper des 40 jährigen Mannes.

TePetfcmscSD'0* Kursberichte des Giessener Anzeigers, miteeteilt von der Bank flir und Industrie, Giessen.

Landwirtschaft.

sj Marburg, , . .;Jcr , .. rein zur Hebung der -Simmentaler Nindviehzucht im hiesigeii Kreise beschloß m feiner heute hier im Restaurant Schultz abgehaltenen Sitzung, die Atzsüellung der b.'itt]\.;en lanowirfchaftttchen Gesellschaft in Düsseldorf, wie auch die Bezirksausstellung für Kurhessen, welche in diesem Jahre in Melsungen stattfindet, nicht zu beschicken. Zur Anschaffung üan Reinzuchttieren soll der Kreis sowohl, wie auch die La:idwirtschastskammer um finanzielle Bei­hülse angegangen werden.

Der Anbau der Pferdebohne. Auf dem Bcrsuchs- feld der l a nbla. W iNierschule Alsfeld sind im Sommer 19u6 versuchsweise aus einer kleinen Fläche von 370 Cm. Pserde- bohncn angebaut worden, bie ein so außergewöhnlich günstiges Resultat ergeben haben, daß es angebracht erscheinen dürste, die Landwirte auf, diese Kulturpflanze aufmerksam zu machen und sie zu veranlassen. Versuche mit dieser eiweißreichen Hülwnfrucht auch ihrerseits anzustcllen. Das Ergebnis des Anbauveriuches war folgendes: Äuf 370 Qm. wurden 153 Kgr. Körner und 194 Kgr. Stroh geerntet. Es entspricht dies einem Ertrage von beinahe 21 Ztr. Körner und zirka 40 Ztr. Stroh pro Morgen. Gedüngt war die Fläche mit 150 Zentner Stallmist, 3 Zentner Thomasmehl und 1 Ztr. 40 Prozent. Kalisalz. Die Aussaat er­folgte am 26. April mit 35 Kgr. pro Morgen. Der Stand war ein ausgezeichneter, wovon sich auch diejenigen Herren Landwirte, welche das Versuchssech getegenllich einer Besichtigung im Juli vorigen Jahres eingesehen haben, überzeugen konnten. Auch der Stand der versuchsweise angebauten Wicken, Erbsen (gr. Vik­toria und Bracherbse) auf dem Verftichsselde war ein recht guter, hat aber bei weitem nicht die Erträge gebracht, wie die Pferdebohne. Wir machen deswegen besonders auf den Anbau dieser Hulsensrucht aufmcrlfam, weil bei der heutigen Bedeutung der Viehhaltung der Laudtoirt sich durch den Anbau derselben ein Kraftsifttermittel allerersten Ranges in der Wirtschaft selbst er­zeugen kann. Für Mast- und Zugtiere (nicht für Milchvieh) gibt es kaum ein gesünderes und eiweißreicheres Krastsuttcrmittel, als wie die Pferdebohne. Vergleichsweise führen wir an, daß Roggen bei einem Ertrag von 12 Ztr. pro Morgen 46,20 Kgr. Eiweiß, Pferdebohne bei einem Ertrag von 21 Ztr. pro Morgen 254 Kgr. Eiweiß liefern. Begründet wird diese fast sünffackw Mehrleistung an Eiweiß dadurch, daß der Körnerertrag wesentlich höher ist, daß vor allem aber die Pferdebohne ein Eiweißgehalt von 22 Proz., während der SJloggen nur einen solchen von 7,7 Proz. enthält. Es kommt weiter in Betracht, daß die Pferdebohne als stichtosssammelnde Pflanze für alle anderen Kulturgewächse eine vorzügliche Vor rucht ist und daher auch in die Fruchtfolge gut eingefügt werden kann.

nnd Verkehr,

Tie Dividende der H e f f i f ch e n B a n k i n D a v m - st a b k für bas abgelaufene Jahr wirb mit 5 % (i. V. 4 °/0) in Aussicht genommen.

Berlin, 9. Jan. In ber heutigen Sitzung der vereinigten Aussichtsräte der G c l f e n k i r ch e n e r B c r g w e r k s - A k t i e n- tz e f e l l s ch a f t, des 91 a cf) c n c r H ü t t e n a k t i e n v e r e i n s unb bes Schalker G r n b e n - u n b H ü t t e n v e r e i n s wurde befchlossen, den demnächst einzuberufenden 6)eneralvcrfammlungeir die V e r s ch m e l z u u g des Aachener Hütteiiaklienoereins unb Schalter Gruben- unb Hüttenvereins nut der Gelsenkirchener Berg- werkS-Aktiengefellfchaft un Wege einer Fusion vorziifchlagen. Tie von der Preußi!d)en E e n t r a l B o d e n c r e b i t A k k ien­ge s e l l s ch a f t am i>. Januar zur Subskription nitigeleglen 20 Mil­lionen 4 pro3. bis 1916 unfünbbnrcn Eentralpsandbriese wurden ganz erheblich überzeichnet.

Vermischtes.

*Dernburgs Weihnachtsgeschenke. Ans Exzellenz Dernburg nahestehenden Krft'en erfährt b<eDortrn. Ztg." folgende niedliche Geschichte: Dernburgs Reichstagsturnier mit dem Zen­trum httte bekanntlich in ganz Deutschland einen Widerhall ge­sunden, den man scir B^:u:räischer Zeil nicht mehr vernommen. Ganze Stö e von begeiferten brieflichen und telegraphischen Bei­fallskundgebungen flogen dem Kvlonialdirektor auf den Schreib­tisch. Auch finnige Weihnachtsgeschenke waren darunter. Zwei Elsässerinnen sandten schwarze So-owladenherzen mit der Wid­mung:Dem Ritter ohne Furcht und Tadel". Ein süddeutscher Pastor schickte feib'.geytcne Weihnachtsäpfel mit dem Motto: Dem unerschrockenen Beffimvfer der Schwarzen." Den größten Jubel aber bei Dernburgs 5r.iHbern riei eine Stollwerckkiste aus Köln h.rvor, die den Vermerk trug:Aus Weiß-Westafrika" und eine wundervollgearbeitete" weiße Weste aus Marzipan enthielt, in Anspielung auf d e bekannte Aeußerung des Kolonial- direltors, die weiße Weste be» Kolonialamts lasse er sich nicht beschmutzen.

* Schillersentzückende Bein e". In einem hanov. Blatte hat sich ein Kritiker einer Aufführung vonKabale und Liebe" eine wundersame Charakterisierung der Beine Schillers geleistet. Er schreibt:Den Präsidenten gab Herr Werner-Kahle, dem das Verbrecherisch-Gewalttätige nicht recht liegt. Herr Gortner dagegen vermochte den Sekretär Wurm mit ibeffen ganzer diabolischer Bosheit auszustatten. Herr Arnseld stand als Maj/w auf ent­zückenden echten Schillerschen Beinen!" Nun wissen wir, was der Jdealgestalt des Dichters noch gefehlt hat!

* Die Havannazigarren werden teurer Die Aus­sichten für die nächste Tabakernte auf Kuba sind ausgezeichnet, nur fehlt es biäijer an Siegen. Falls dieser ausbleiben sollte, wird der Tabak gelb und bitter werden. Trotz alledem werden die Preise steigen, in in Havanna ein außerordentlicher Mangel an Rohsto,, herrscht. Einige Häuser sahen sich sogar veranlaßt, um nur liefern zu können, Tao-ft in Bremen unb Hamburg auf­zukaufen und nach Kuba zurückzutransportieren. Zurzeit kann keins der größeren Häuser irgend einen nennenswerten Vorrat aufweisen.

* Die Millionen in der Schublade. Bei der In­ventaraufnahme, bie d e franzö,-scheu Behörden in Ausführung des Trennungsgesetzes in Versailles in dem bischöflichen Seminar vornahmen, wurde eine Summe von 250 000 Mark in einer Schublade versteckt ver,c i.i . en. Bei genaueren Nachforschungen ei-gab sich, daß G Millllnen Franken in Wertpapieren in dem Seminar in Kästen unb Schubladen versteckt waren. Da keine Erklärung alsAssociation cuitucllc" von feiten des Seminars erfolgt war, so fällt die Summe dem Departement Seine et Oise zu.

* Kleine Tageschr0nik. Die letzte Verwandte M 0 a rts , die 8j./.'ige ß: ichsfreiin Geiwvcfa Kirchtold, ist in -sonnenburg im Salzburgff hen gestorben. Jh-r Großvater väterlicherseits war in dritter Ehe mit Mozarts Schwester Ma­rianne verheiratet. In R 0 m warf ein entlassener Sträfling in die Kaserne der Stadt.oache ci; c Bombe, welche zwar exp 0- dierte. aber keinen Schaden anrichtete. Der Täter ist verh.fftet. In Rom stürzte ferner der russische Generalleutnant Meisner, als er die Kunstdeukmäler auf dem Forum Ro­man um besichtigte, in einer Höhe von drei Metern ab. Sein Zustand ist ernit. Der Unttrrickftsmini.er ordnete eine Unter« suchnng an, um die Ursache des Unfalles festzustellen. In Elbing wurde die Stadttheaterkasse nachts erbrochen und beraubt. In Schoeninastedt bei Schifsbek wurden der Schuhmacheruteister Jenseld und dessen Frau in ihrer Werk­statt erschlagen aufgesundeu. Es liegt Raubmord vor. Ter oder die Täter sind bis jetzt unbekannt.

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