Ausgabe 
8.11.1907 Erstes Blatt
 
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ungen durch Beitritt 511 unterstützen, einer dieser Bewegung nahestehenden nicht erforderlich, mit dem von Gu Punkten einverstanden zu sein, um Gesellschaft zuzustimmen, die daraus

Wie man uns von Seite mitteilt, ist es litt gesagten in allen den Bestrcbiingen der Hinairslaufen, das in

Kandel.

(Tel.) Ter Reichsbankdiskont erhöht und beträgt jetzt 7Y].l °/0. erfuhr ebenfalls eine Erhöhung von

noch auf eine erhebliche Vermehrung, weil man durch den Bahubau aut eine Erhöhung der Bautätigkeit und auf den Abbau mehrerer vorhandener Eisenerzlager rechnet. Nach dem jetzigen Stand der Sache blieben noch 370 000 M. zu decken, von denen ein -ren m Gestalt von Vorzugsaktien begeben werden soll. Das Eisenbahu- komitce richtet nunmehr an die Stadt das Ansinnen, 100 000 DL hiervon zu übernehmen, je 50 000 Al. als aewöhnliche und als Vorzugs­aktien mtt 3«/,°/» Zinsengarantie. Tie Vcrkehrskomniifsion hat aner­kannt, daß die Stadt Gießen ein gewisses Interesse au dein Bahnbau hat, allerdings hält sie den von der Stadt geforderten Zuschuß für viel zu hochbemessen. Sic hat beschlossen, die Handelskammer zu ersuchen, b. den an der Bahn interessierten Firmen eine Um trage zu veranstalten, in welchem Masi sich diese an der Uebernahme von 2lktien beteiligen würbet?. _

Stadtv. R r 11 nt m hält diesen Weg nicht für gangbar. Wenn die Bahii iiicht nach Nixield weiter gebaut werde, habe Eleven kein großes Interesse an deni Bahnbail, aber insoweit Interesse vorhanden sei, solle die Stadt selbst zil den Kosten beitragen.

Der Vorsitzende berechnet, daß ine Erfüllung des an die Stadt gestellten Ansinnens eine jährliche Beitragsleistuiig von

Aus SLaSL und Land.

Gießen, 8. Nov. 1907.

Unser Erbgroßherzog feiert heute seinen ersten Geburtstag in bestem Wohlsein. Mit den hohen Eltern vereinigt das ganze Hessenvolt heute seine Wünsche, daß dem nunmehr einjährigen Thronfolger auch fernerhin Gesundheit und fröhliches Gedeihen beschieden sein möge.

** I n Audienz empfangen wurden von S. K. H. dem Großherzog am Mittwoch u. a. Feuerwehrsekretär Betzberger von Nidda, Gymnasialdirektor Dr. Müller von Laubach unb Professor Dr. Sommer von Gießen.

** Personalien. S. K. H. der Groß Herzog haben den Bureaugehülfen Neinh. K reu der zu Erbach zum Kreis- amtsgehülfen bei dem Kreisamt Erbach und den Bureau- gehülfen Hch. Büttner zu Büdingen zum Kreisamtsgehülfen bei dem Kreisamt Büdingen ernannt. Uebertragen wurde dem Schulanltsaspiranten Hugo Funk aus Garbenteich die Lehrerstetle an der Gemeindeschule zu Bieben, bestätigt der von dem Fürsten zu Stolberg-Noßla-Ortenberg auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Steinberg (ftr. Schotten) präsentierte Schulamtsaspiranl Otto Weber aus Bönstadt.

3250 M. bedeuten werde. . , ,

Stadlv. Heichelheim führt auS, daß die Handelskammer reges Interesse an dem Bahnbau hätte, aber die Unvrage feinen Zweck habe. Gießen habe unzweifelhaft Vorteil von der Bahn, deshalb solle man ihn unterstützen und liicht zusehen, bis der Verkehr anderSivohin abgelenkt werde.

Stadlv. b er wendet sich gegen den Vorschlag, den einzelnen Bürgern zuzumitten, Aktien 311 übernehmen. So kleinlich solle man nicht sein. Wenn Gießen Interesse an dem Bahnbati habe, sei die Bettragsleistung Sache der Allgemeinheit.

Stadlv. Schasfstädt hält eine Prüfung der Angelegenheit durch den Finanzausschuß für das richtigste.

Auch Stadlv. H a u b a ch hält den Beschluß der Verkehrs- komnlission für nicht richtig und ist für Verweisung nn die Verkehrs- und die Finanzkommission.

Nachdem noch die Sladtv. K r u m in und Wallenfels sich in ähnlicher Welse ausgesprochen, wird in diesem Sinn beschlossen.

Haltestelle Gieheu - Nord.

Der Vorsitzen de macht Mitteilungen über die Vorgeschichte der Angelegenheit, die seit einer längeren Reihe von Jahren von zahlreichen Bürgern des nördlichen Stadtteils betrieben wird. Zur Zeit liegt die Angelegenheit so, daß sich etwa 190 Grund­besitzer jener Gegend verpflichtet haben, für jeden Quadrat­meter ihres Geländes 20 Psg. zu den Kosten des Bahnbaues beizutragen. Dies ergebe eine Summe von Z8000Mk.; die Stadt hätte außerdem nach dem gleichen Maßstabe für ihren Besitz etwa 13 000 Mk. auszubringen. Wenn sie die an den 60 000 Mk. betragenden Kosten für die Station die außerdem noch fehlenden 10 000 Mk. übernehme, und die Zinsen für die frühere Straßen- herftellung und die Grunderlverbskosten berechne, so tue sie ge­rade genug für die Station. Da die Verpflichtung der Anlieger zu der Beitragsleistung nur bis zum 1. Juli 1908 Vorlage, habe er sich neuerdings an die Bahnbehörde gervandt und als Momente, die für Anlage der Station sprächen, u. a. noch die dringend notwendige Entlastung des Bahnhofs, die weite, 2,6 Kilometer betragende Entfernung der nördlich gelegenen Häuser vom Bahnhof, die wünschenswerte Verlegung der Fuldaer Bahn, den Wiesecker Lokalverkehr usw. hingewiesen. Die Eisenbahn-

** Lahnregulierung. Gegenwärtig werden im Heßler Bohrungen bis zu 9,5010 Meter Tiefe durch die Wasserbauinspeklion Mainz vorgenommen, um die dortigen Grund- und Grundwasser-Verhältnisse sestzustellen, deren Kenntnis für eine eventuelle Regulierung der Lahn von Wichtigkeit ist.

"Preußische Orden. Dem Hosmarschall Freiherrn v. Ungern-Sternberg wurde der Kronenorden 2. Klasse und dem Architekten Ernst Vetterlein, dem Erbauer der Kölner Handelshochschule, der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen.

** Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer tagte Donnerstag vormittag gemeinsam mit den Vertretern der Regierung, für die Staatsminister Ewald, Finanzminister Gnauth, Minister des Innern Braun und die Ministerial­räte Dr. Becker und Best erschienen waren. Der Ausschuß erörterte zunächst eingehend die Frage, aus welchen Gründen eine Nachweisung der Ober-Rechnungskammer über das Budget von 1901/02 erst im Juni 1906 dem Hause vorgelegt worden sei. Dann wurde in eine allgemeine Beratung des Gesetzentwurfs betr. die Fürsorge für die Beamten der Landgemeinden und weiterer Kommunal - Verbände eingetreten. Nachdem Abg. Dr. Osann als Ausschußreferent die Debatte darüber eingeleitet, beteiligten sich an der eingehenden Diskussion die Abgg. Rein­hart, Molthan, Brauer, Ulrich und der Referent, wäh­rend die Anschauung der Negierung von Exz. Braun und Ministerialrat B c st dargelegt wurde. Die Debatte drehte sich besonders um die Frage, welche von den Gemeindebeamten unter das Gesetz fallen, und weiter um die Frage des Staatszu- s ch u s s e s an die Fürsorgekasse, der auf 40 000 Mk. jährlich fest­gesetzt ist. Auch , über die Regierungsvorlage inbetreff der Stras­anteile des Aufsichtspersonals, Gendarmen uni) sonstigen Be­amten, wurde längere Zeit debattiert. Der Ausschuß setzt heute seine Beratungen fort und wird sich in erster Linie mit den Nebenbahuanträgen der Abgg. Haas und Wolf beschäftigen.

** Die Gesellschaft für deutsche Erziehung bittet im Inseratenteil der heutigen Nummer, ihre Bestreb-

stelle eintraf, konnte sie nicht verbinden!, daß ein Stailae. bände sowie der Tachstock des Hauses des Ludwig MeWes^s welch letzterer mit Heu- und Strohvorräten angcfüllt war, ein* Raub der Flammen wurden. Das dem Heinrich Göbel gehörige Haus wurde ebenfalls vom Feuer teilweise zerstört, sodaß e- von seinen Bewohnern geräumt werden mußte. Die Ursache bei Entstehung des Feuers ist iroch unbekannt.

(:) La u ba ch, 7. Nov. Daß sich Gymnasialdirektor Dr. Baur einer großen Beliebtheit hier erfreute, zeigte sich gestern abend in der zahlreichen Versammlung aus den ber- schrebensten Kreisen, die sich zu einer A b s ch i e d s s e i e r un Solmser Hof zusammengefunden hatten, sowie m den mannig­fachen Reden, in denen sein Weggang auf5 tiefste bedauert wurde Das Bankett eröffnete Pfarrer Nebel mit einem Trinkspruch auf Kaiser und Großherzog. Oberlehrer Prof. Dr. Wetzel schilderte die Verdienste, die sich der Direktor während seiner zweijährigen Wirksamkeit um die' Schule erworben, gedachte Cd stets humanen Dienstführung und drückte Aller Bedauern aus daß eine langwierige Erkrankung der Frau Direktor die lieber' siedelung nach Darmstadt veranlasse, wo dieser bessere Mittel zur Erlangung ihrer Gesundheit zur Verfügung ständen. Cs fpradjen hierauf Forstmeister Andre im Namen des Kasinos mid der Beamtenschaft, Bürgermeister Jochem im 9tamen der Stadt Laubach, Verwalter S ch w ö r e r (Friedrichshütte) im Na­men der Ortsgruppe des Deutschen Flottenvereins, die ihren Vorsitzenden scheiden sieht und Maler R ü h l im Auftrage bet hiesigen Handwerker und der gewerblichen Kreise. In warmen, von Herzen gehenden Worten dankte der Scheidende, hervor­hebend, daß, ihm dor Weggang von Laubach und seiner schönen Umgebung schwer ankomme, und daß er alle, die mit chnr während seiner Wirksamkeit in Beziehung getreten, in gutem Andenken behalten werde. Sein Hoch galr der Stadt und dein Gedeihen ihrer höheren Schule. Bei den Klängen der hiesigen Musikkapelle verbrachte man noch einige gemütliche Stunden im Kreise des allzufrüh von hier Scheidenden.

sd. Darmstadt, 7. sJtoü. Seit diesem Jahre besteht hier eine Polizeiverordnung, die den Hausbesitzern zur Pflicht mach, die Fußsteige nach Eintreten von Schnee und Eis, Tau- Wetter 2c. alsbald zu reinigen. Ein hiesiger Hausbesitzer, der nach mehreren Schneetagen dies einmal verabsäumt hatte, wurde zur Anzeige gebracht und mit einem Strasbefehl belegt' Aus Veranlassung des Hausbesitzcrvereins wurde Rekurs er­griffen und der Hausbesitzer jetzt im dritten Termin frei gesprochen, Da nach der Ansicht des Gerichtes das Gesetz in dieser Auslegung ungültig sei.

Frankfurt a. M., 7. Nov. Der in Homburg stationierte HilfSschaffner Wien wurde gestern abend auf dem Bahnhof ^raalburg von einem Güterzuge überfahren und auf der Stelle getötet. Wien stammt aus Holzhausen, ist verheiratet unü Vater von zwei kleinen Kindern. Die Stadtverordneten. Versammlung in Homburg v. d. Höh erklärte sich auf Antrag des Magistrats mit einer Auto-Rennbahn einverstan­den unter der Bedingung, daß die Garagen außerhalb der Stadl zu errichten und auch die Durchfahrt durch die Straßen der Stadl zu vermeiden sei,

Berlin, 8. Nov. wurde um einen Prozent Ter Lornbardzinsfuß 772 auf 8y2 %.

Grigiaral-Nrahtmel-nsrgen.

N. B. Darrnstadt, 8. Nov. Bei der gestrigen Bei- geordnetenwahl in Pfungstadt erlitten die So­zialdemokraten eine bemerkenswerte Niederlage- Sie hatten ihren Führer Landtagsabg. Raab anfgestellt und arbeiteten außerordentlich lebhaft für ihn. Er unter­lag aber mit 484 Stimmen gegen den seitherigen Beigeord­neten Gg. Nungesser IV., der 652 Stimmen bekam.

Berlin, 8. Nov. Der hiesigen Schuljugend undLehrer schäft droht ein harter Schlag. Die S ch u l' Serien sollen um 11 Tage verkürzt werden ' So will es das Unterrichtsministerium, das vor einiger Zeit einen Erlaß in diesem Sinne an das Provinzial' Schulkollegium richtete. Die Schuldepntation hat ihre Be­denken gegen diesen Erlaß ausgedrückt und das Ersuchen gestellt, dem Ministerium von dieserr Bedenken Mitteilung zu machen. Der Erlaß stammt noch von dem früheren Unterrichtsminister v. Studt und ist dessen letzte Tat. Man hofft, daß der jetzige Unterrichtsminister diese Verfügung rückgängig machen wird.

Berlin, 8. 9dov. Gestern abend wurde eine ösfent- . liche Volksversammlung, in der Schriftsteller Weißen-' born über die letzten Sensations-Prozesse und den § 175 sprechen wollte, polizeilich aufgelöst.

B e r l i n, 8. Nov. Staatssekretär D e r n b u r g ist heute morgen 6 Uhr wieder hier eingetroffen.

Köln, 8. Nov. Kardinal-Erzbisch0f Fischer hat den Besuch der Vorlesungen Schrors in Bonn wieder frei* gegeben.

Düsseldorf, 8. Nov. Die Strafkammer verurteilte nad) Dreitägiger Verhandlung die drei fruher-eu Vorstandsrnitgsicdcc )es mit einer Million in Konkurs geratenen Jüchener Vorschuß-Vereins wegen Unterlasiung der Koickurs-Än- melbung, Bilanz-Verschleierung sowie Betruges und zwar den ;~aiLt*>ireftor Friedrich Brandt zu einem Jahre den Notariatsgehilsen Neuß zu acht W.iaten und den Buchhalter Aretz zu zwei Monaten Gefängnis. Brandt wurde sofort verhafte!

F l e ii s b u r g, 8. Duoü. Das Kvmmanoo des Schmfchisfcö Blücher benack/richtigte die Eltern der bei der Keisel-Expwsion Atlich Verunglückten, baß bie gemeinsame Bestattung der 15 Toten am Samstag nachmittag aus dem hiesigen Frieohofc lattfinbet. Ter Kaiser und Prinz Heinrich iüerben sich Vertreten lassen. Der kleine Kreuzer Niobe, das frühere Knbetteu-Schrl schiss, erlnelt Orbre, a!s Ersatz sür Blücher von Svndervurg nach Münvig zu gehen.

Bern, 8. 9too. Der Notar Schneider wurde lvegen 113 W e ch s e l f ä l s ch u n g e n, U n t c 1) d) 1 a g 11 n g c» und Wuchers zu 4 Jahren Zuchthaus und 6 Jahren Berussunfähigkeit als Notar, der 9100 0 t at 9111 bi wegen Verheimlichung von Vermögcnsstücken gegenüber Konkurs beamten zu 2 Tagen Gefängnis verurteilt.

unserem Schulwesen verbesserungsbedürftige zu erkennen und entsprechende Reformen anzustreben.

** Die Hauptversammlung der Gesellschaft für Erd- unb Völkerkunde sand am 21. Oktober statt. Der Vorsitzende, Prof. Dr. Sievers, gab einen Bericht über das vergangene Jahr unb widmete dabei auch dem ver­storbenen Vorstandsmitgliede, Herrn Jean Kirch, einen Nach­ruf; am Grabe des Verstorbenen ist seiner Zeit im Namen der Gesellschaft ein Kranz niebcrgelegt worben. Sodann er- folgte bie Verlesung des NechnungsberichteS, an bie sich eine Besprechung ber Finanzlage der Gesellschaft knüpfte. Deiii Rechner rourbc Entlastung erteilt, nachdem bie Rechnungen von zwei Revisoren geprüft waren. Das Amt eines Rechners, bas bisher provisorisch Verlagsbuchhänbler A. Töpelniann führte, übernahm für bie Folge Bankbirektor Müller (Bank für Handel und Industrie). Nachdem noch das Winterpio- gramm burchberaten war, war die Tagesorbiumg erschöpft. Die große Reihe interessanter Vorträge, die für diesen Winter bevorsteht, ist bereits früher im Inseratenteil dieses Blattes eröffnet worden.

Lius dem Bureau des Sta btt Haler wird uns geschrieben: Schillers Trauerspiel , gi c § c 0 * das am nächsten Sonntag zu des Dichters Geburtstag in Szene geht, ist mit unseren ersten Kräften besetzt. Die Herrn Weingärtner (Fieseo) Bakos (Verrina) 9iobcn (Bourgogniuo) Goll (Giancttino) isseli (Mohr) stehen neben dem gefammten Herrenpersonal in größeren Partien auf der Szene. Von Damen sind in Hauptrollen Frl. (Saibling (Jmperiali) Frl. Ormont (Leonore) und Frl. 9Norett Bertha) beschädigt. Die Szenenbilber weiden eine Reihe unserer noch nicht gebrauchter neuen Dekorationen zur Geltung bringen, namentlich im Ballsaal bei Fiesco, im Schloßhof beim Thoinastor und Hafen mit den belebten Gefechtsbilbern. Außerdem hat Direktor Steingoetter einige neue Dekorationen eigens fürFicsko" unfertigen lassen und außerdem sür eine glänzende Ausstattung an Kostümen Sorge getragen.

** In der heutigen Barb ier-Aufführung wirb Herr Marx vom Hoftheater in Mannheim an Stelle des er­krankten Herrn Riechmann den Doktor Bartholo fingen. Fräulein Suchauek singt statt der Frühlingsstimmen von Strauß einen Walzer von Wenzano. Die Vorstellung findet aus Llnlaß des Geburtstages des Erbgroßherzogs bei festlich beleuchtetem Hause statt.

v. Treis a. d. Lba., 7. Nov. Gestern abend wurde uns in unserer Kirche eine Erbauung geboten, wie wir sie hier noch nicht gehabt haben; hielt doch Pfarrer Schwabe von Gießen einen durch mehr als 70 meist kolorierte Lichtbilder illustrierten außer,t interessanten Vortrag über das he i l i g e L a nb Wir laben da in den prächtigen Farben des Orients alle die Stätten wo der Heiland ernst gelebt unb gewanbelt hat und ließen uns dadurch die Erinnerung an bie l-eilige Geschichte wachrufen. Pasienb emgcsiigte, von ber Orgel begleitete Ehoratgesänge der Gemeinde, Liedervortruge der ersten Schulklasse und Detlamationeii dcr Konsirmanben trugen zur Vertiefung ber empfangenen Ein- brude unb zur Erhöhung ber Andacht bei. Jedem Teilnehmer nod) lange Ä ^wirklicher ®enn6 gttoefen fein, an den er fcing en, 7. Nov. Heute vormittag brach in der n,damm g asse gegen 111/2 lUtr Fe u er aus Trotzdem bie hiesige rremnllige Feuerwehr zieMich rasch an ber Brand'

Berlin, 8. Nov. Der Zentralausschuß der Re ichS« bank i|t für morgen vormittag zu einer Sitzung einberufeu, um über die vorzunehmende weitere Diskonterhöhung zu beraten.

direktion habe unterm 25. Oktober geantwortet, daß bahnscitig kein Interesse für die Station vorliege und sie deshalb Ersatz ber vollen, badurch enlstchenben Kosten verlange. Außer ben mit 60000 Mk. zu berechnenben einmaligen Kosten werbe ber Be­trieb jährlich 5000 Mk. erforbern unb ber Ausfall burch Ver­minderung ber Transportstrecken werbe 7000 Mk. ausmachen. Der Vorsitzende weist darauf hin, baß dem Ausfall ber 7000 Mk. boch auch Minderleistungen gegenüöcrstänben. Auch von einer dauernden Uebernahme ber 5000 Mk. könne keine Rebe sein. Außer der Uebernahme ber Anlagekosten könne man viel­leicht noch für« eine bestimmte Reihe von Jahren einen Teil der Kosten übernehmen. Wenn bie Bahnbehörbe annehmbare Be­dingungen stelle, könne man der Sache nähertreten.

Auf Antrag des Stadw. Dr. Schäfer wird die Angelegen­heit in die geheime Sitzung verwiesen, doch wird vorher von verschiedenen Seiten (Stadtv. Krumm, Eichenauer, Wallen­fels und Beig. G e 0 r g i) betont, daß die Forderung der Eisen- bahnverwaltung viel zu weit gehe unb bie Stabt bie ihr zu­gemuteten Aufwenbungen mmwglich aufbringen könne. Stabtv. Huhn bittet noch, ben für die Erledigung gefetzten Termin nicht tu versäumen.

Tie Erbauung einer Straßenbahn.

Der^Vori itzende hat aus Grund der früheren Beschlüfse ton verschiedenen Firmen, denen die jetzigen Omnibuslinien uno 7i/o Minuten-Berkehr zugrunde liegen, Kosten- und Rentabili­tätsberechnungen eingefvrdert. Verschiedene Firmen reichten solche auch ein und er habe auf Grund von diesen Angeboten seftge- wellt, baß bie Erbauung ber Bahn, toenn man jährlich 10 Zährten für jeden Einwohner rechne, eine Steuererhöhung von 17 Prozent verursachen würbe. Bei 1'5 Fahrten werbe bie Erhöhung 15 Prozent und bei 20 Fahrten 13 Prozent betragen. ^«-Mitglieder der Verkehrsk-ommifsion seien sämtlich außer Stadtv. Gabriel der Ansicht gewesen, unter diesen Umständen !°ycYmait die Angelegenheit vorläufig ab acta legen. Schließ- lrch habe man beschlossen, die Angelegenheit durch eine besondere Kvmmiiiwn weiter betreiben zu lassen, die unter dem Vorsitz des Stadw Gabriel aus den Mitgliedeni der Verkehrskommission, dem Betriebsleiter Atolle, dem Verwalter ber Omnibusgesellschaft und einem weiteren Sachverständigen bestehen soll.

Stabtv. Gabriel hielt bie Berechnungen nicht zutreffenb. Nach oem in seinem Besitz besinblicheu vorzüglichen Material erL Sac^ autzewrdentLich viel günstiger. Man werbe bie Bahn nicht allem viel billiger vaueir, sondern noch einen Be­trag übrig bemalten. Wenn man nur das Viersache des jetzigen Omnibusverkehrs annehme, sei dies der Fall unb auch bcr ver- Iwrbenc Stadtv. Kirch, ber bie Verhältnisse genau Ivmie, habe auf biesem etanbpunft geftanbert

Beig. Georgi ist mit ber Einsetzung der besonderen Kvm- aber ^icht damit, baß ber Vorsitzes fuhren will. Zu bedauern sei, baß Stabtv

Kommission noch nicht vvrgelegt habe.

0 Mlt fest, baß wohl bie ganze Bevölke- rm Ä" Zentrischen Bahn einverstanden fei, wenn ni(s£ J^er wie bei der Omuibusgesett-

.nicfitS gegen die Prüfung von . ^Oabriel^ Materral, aber der Oberbürgermeister müsse in der Konimiiiion zugegen sem.

fpric^t ftc^ ähnlich wie Stadtv Hau- und schlagt tot, auch bie NnauzLmmission zu-

q LXqvv livlk*

.Nach kurzer weiterer Teoallc erklärt sich der Oberburacr- meister bereit, den Vorsitz zu übernehmen. 9

r. der Meinung Älirsdruck, kein Freund

dahn zu sein. Die Sache werde mit einem ev. Beichluß, sie ab acta zu legen, nicht erledigt sein sondern v^^o OM^M^rk lür Slbe "ach fei eine»! Zuschust

ton ^uuu Mark für die Bahn stimmen.

Auch Stadw,. Löb er ist der Ansicht, daß man sich einer gründlichen Prüfung ^ der Angelegenheit nicht entziehen könne Srt. Cmem größeren .Zuschuß, wie sie der Omnibus erfoi> torc, foUc man nicht zurückschreüen. 1

eineftofotet ÄmmlsZ^angetommen auf Bildung Schluß folgt.

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Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Samstag den 9. November: Meist trüb und nebelig. Trocken. Temperatur wie heilte. Südliche Winde.