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8.11.1907 Erstes Blatt
 
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Nr. 2(53

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Dem Hiebenei Anzeiger gerben tm Wechsel mit dem hessischen kandwlrt die Sretzenee Zamltten- hlatttk viermal m bei Woche beiqeleqt und noennni wöchentlich das Krrisblatl für den Kreis Klrhen rvfrntpicd)-'2ln- schluv s. d. Dieburtion 112 Verlag u Expedttion 51 llbtrllt tüt Depeschen, Anzeige» «ietzen.

lwnat}m< wn Anzelgea fui Die lagesnummer bi» vormittags 10 Uhr.

Erstes Blatt 157. Jahrgang

Freitag 8. November 1907

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General-Anzeiger für Oberhessen

»stattonrdrnS anb Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- unö Steinbrutferet. R. fange. Rtbafllon, Expedition unb Dnitferei: Schü?str«f>e 7.

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ffte YeuLige Kummer umfaßt 10 Seite».

Hin Kachwolt zum Prozeß Mrand.

Der Prozeß, den der Reichskanzler gegen den Auch- Schriftsteller Brand Hut anstrengen müssen, hat den von allen erwarteten Ausgang genommen. Der blöde Anwurf ist zu Böden gesallen und der bleiche Knabe, der sich an Slimer das Hirn übernahm und dem seine eigenartige Ethik anscheinend auch den Körper schwächte, wandert auf li/z Jahre ins Gefängnis. DerVorw." findet das unedel. Nicht von der Justiz, aber vom Fürsten Bülow. Der hätte sich mit dem feierlichen Widerruf diesesEigenen" be­gnügen sollen und vor der Urteilssällung den Strafantrag zurückziehen. Das ist sehp human gedacht; beinahewissen­schaftlich-humanitär". Mer es ist trotzdem falsch. Daß der Reichskanzler kein enthusiastischer Männersreund ist in dem häßlichen Reben sinn, den wir in den letzten Wochen kennen gelernt haben, wußte in Deutschland jeder Mensch von Halbwegs gesundem Verstand. Wenn einer, lebt Fürst Bülow vor der breitesten Oeffentlichkeit. In Berlin, in Norderney, in Rapallo kann sie ihm über die Schulter sehen. Milten hinein in die von zwei feinen Lebenskünstlern, die einander glücklich ergänzen, harmonisch abgestimmte Häus­lichkeit. Und überall macht sie von solchen Möglichkeiten auch den ausgiebigsten Gebrauch. Das also war von vorn­herein klar und sozusagen erwiesen. Wenn trotzdem, Wie vc es ausgedrückt hat, aus Gründen der öffentlichen Rein­lichkeit der Kanzler die Flucht in die Oeffentlichkeit unter­nahm, so handelte es sich dabei um ein Anderes. Es mußte einmal ein Exempel statuiert werden. Es mußte diesen Cudelköchen, die, weil sie selbst krank, lasterhaft oder ver­tiert sind, jeden Halbwegs den Durchschnitt überragenden Mann als Genossen ihrer Bruderschaft reklamieren, einmal gründlich das Handwerk gelegt werden.

In das Gesichtsfeld des breiten Publikums smd diese ekelen Dinge ja erst in den letzten Wochen getreten. Das weiß nicht, daß für diereine Freundesliebe", wie Herr Vrand sie vor Gericht in seinem Schlußwort pries, seit Jahren eine ebenso widerwärtige wie rührige Propaganda gemacht wird. Daß ein sogenanntes wissenschaftliches Jahr­buch über das Fortschreiten des gleichgeschlechtlichen Emp­findens berichtet. Daß nahezu jedem, der in der Oeffent- Uchkeit steht, mit der Aufforderung zur Subskription Kost­proben einer Lyrik ins Haus gesandt werden, deren un­endliche Unsauberkeit nur noch durch den schwülen lüsternen Schwulst übertroffen wird. Daß alle naselang homosexuelle Romane erscheinen, deren Kritiker dann ganz ernsthaft zu bedauern pflegen, daß das interessante Problem noch nicht erschöpfend genug behandelt worden sei. Daß man endlich neuerdings in Gesellschaft schonRervenaristo- kraten" und Aestheten begegnen konnte, die mit schöner Natürlichkeit und nicht ohne Koketterie erklärten: sie seien homosexuell. Und die hinterher in ihren Schriften die gottlob andersgearteten als Tölpel und Unmoderne hoch­mütig belächelten. Allen diesen Elementen wird dieser Prozeß zur heilsamen Warnung dienen. Sie werden vor­sichtiger werden in Wort und Schrift. Zurückhaltender in ihrer habituellen Sucht, Alles, was sich irgendwie her­vortut, als Gildegesährten in Anspruch zu nehmen. Sie werden sich, wenn die Oeffentlichkeit entsprechend nach­hilft, wieder als das fühlen lernen, was sie sind: be­dauernswerte Ausnahmen, die dem Schöpferplan der Na­tur Widerstreiten; für die man, wenn sie ihre Abart als ein ererbtes unglückliches Schicksal durch die Welt sHleppen müssen, im Einzelfalle wohl menschliches Mit­leid haben kann; für die aber vor der Rampe des deut­schen Lebens nimmer ein Platz fein darf. Und wenn von diesen Lehren des Prozesses auch Herr Dr. Magnus Hirsch- seld sich einen Teil zu Gemüte führt, so wird das ein weiterer heilsamer Erfolg sein. In seine Methode, Auf­klärung zu verbreiten und an die PresseInformationen auszuteilen", ist, finden wir, am Mittwoch grausam hin- eingeleuchtet worden. Und der Mantel seiner Wissenschaft­lichkeit schleift arg zerfetzt am Boden. . . .

Das sind überaus wertvolle Ergebnisse; nicht zu teuer erkauft durch das Erscheinen des Kanzlers vor Gericht, dem seine mannhafte und freimütige Art dabei nod) zu einer stummen aber eindrucksvollen Huldigung verhalf. Ihnen gegenüber schrumpfen nach unserem Gefühl die politischen zusammen. Fürst Eulenburg hat unter seinem Eide ausgesagt, daß er die im § 175 unter Strafe gestellten Verfehlungen nie begangen habe, und daß er sich stets als Freund des Kanzlers gefühlt und keinerlei Intrigen ßeßen ihn gesponnen. Damit ist weder das letzte Wort über die Psyche des Fürsten gesprochen noch über die Rwlle, die er Jahrzehnte lang in der deutschen Politik gespielt hat. An der Reinheit seiner Absichten hat nie­mand gezweifelt. Ohne Frage hat Fürst Philipp ganz ehrlich geglaubt, seinem Vaterlande zu dienen, wenn er lieber Königsmacher als König sein wollte. Trotzdem wird es auch nach dem letzten Prozeß viele geben und gerade unter den sogenannten Eingeweihten, den gesellschaftlich und beruflich ihm Rahestehenden die es für ein Glück halten werden, daß seiner politischen Wirksamkeit ein Ziel gesetzt wurde.

politische Lage-scharr.

Tie russischen Littauer.

Die littauische National-Bewegung in den Gouvernements Wilna und Kowno greift immer mehr um sich und führt namentlich in den Kirchengemeinden auf dem Lande zu Aergernissen, da die ältere Geistlichkeit polnisch, die jüngere littauisch gesinnt ist. Das von den jungen Priestern aufgestachelte Volk hat in den letzten Tagen in mehreren Fällen die polnische Predigt niederge­brüllt. Ein Priester mußte aus der Kirche durch eine Hintertür entfliehen. Die littauische Jugend hat einen Auf­ruf erlassen, daß in polnischen Lokalen oder Verkaufsläden nur littauisch oder russisch gesprochen werden soll. Der Aufruf verlangt ferner für Wilna einen der llitauischen Sprache kundigen Erzbischof. Die Regierung förderte an- | fcmgs diese Bewegung als eine wichtige Waffe gegen das Polentum. In letzter Zeit jedoch hat sich mit Rücksicht auf die radikal-demokratische Färbung des littauischen Ratio­nalismus die Stimmung etwas geändert.

Desrt?chLS ReScß-.

Berlin, 7. Rov. In der heutigen Sitzung des Bun­desrates wurde über den Gesetzentwurf betreffend die Aenderung des Börsengesetzes Beschluß gefaßt.

In Sachen des Professors Schrörs-Vonn Wirb berichtet, daß das Kultusministerium ent­schlossen ist, sich auf die Seite des Kardinals Fischer zu stellen. Mit Professor Schrörs wird bereits ver­handelt, damit er die erforderlichen Schritte unternehme, um den Zwischenfall ohne Weiterungen aus der Welt zu schaffen.

München, 7. Rov. Wie dieMünch. Mg. Ztg." hört, hat der Bischof von Würzburg dem Benefiziant Dr. Enger t in Ochsenfurt mitgeteitt, daß er der Ex­kommunikation, also dem Ausschlüsse von den Sakra­menten und kirchlichen Aemtern verfallen sei. Dr. Engert ist das erste bayrische Opfer der Enzyklika gegen den Modernismus.

Die Ab g eo rdnetenkammer lehnte heute die Reform der Reichsralskammer mit den Stimmen der Sozialdemokraten und des Zentrums ab.

Staatssekretär Dem bürg ist heute nach­mittag, von Italien kommend, hier eingetroffen und am Abend nach Berlin weitergereift.

Hummelshain, 7. Rov. Der Herzog von S a ch s e n - A l t e u bu r g ist an einem Kehlkopf- und Dron- chialkatarrh erkrankt. Das heute ausgegebene Bulletin lautet: Der Katarrh ist nicht erheblich verändert, doch eher etwas gebessert. ES ist kein Fieber vorhanden. Das All- gemeinbesinden, der Schlaf und der Appetit sind gut. gez. Thiele.

St. Johann, 7. Rov. Das hiesige Stadtverordneten­kollegium sprach sich heute im Prinzip für bie Vereini­gung der drei Saar-Städte aus.

Sidney, 8. Rov. Eine Ausländer Meldung behauptet, der Gouverneur von Samoa, Dr. Sols, habe de­missioniert, angeblich weil ein wegen Beleidigung des Gouverneurs zu Festung Verurteilter, also wohl Deeken, bei den kürzlichen Ratswahlen zahlreiche Stimmen erhielt. Es sei eine Demonstration beabsichtigt, um bie Zurück­nahme von Solss Demission herbeizuführen. Die Nachricht bedarf noch der Bestätigung._____________________________

Rußland.

Petersburg, 8. Nov. Der Prozeß Gurko wurde gestern beendet. Der Senat sand Gurko schuldig der lieber* schreitung der Amtsgewalt und der leichtsinnigen Hand­lungsweise int Disponieren mit amtlichen Geldern und llebertragung der Getreidelieferungen an den unfähigen Lieferanten Lidwal. Gurko wurde aus dem Staats­dienst ausgeschlossen mit dem Vermerk, daß er im Verlauf dreier Jahre weder im Staats- noch Gemeindedienst ein Amt bekleiden darf. Gurko, der seine Freisprechung erwartete, war durch den llrteilsspruch furchtbar erregt. Das Publikum war mit der Strafe unzufrieden, die es für zu milde an sah.

Die Morgenblätter melden aus Eger: Der vom .Kriegsgerichte zum Tode verurteilte deutsche Reichs­angehörige Johanson, der gestern hingerichtet wer­den sollte, wurde in der Gefängniszelle erhängt ausge- funden.

Warschau, 7. Rov. Dienstag mittag wurde hier ein jüdischer Händler, der vor einem Leichen- zuge seinen Hut nicht abnahm, von Kosaken mit Kolbenschlägen niedergeschlagen.

Odessa, 7. Nov. Die reaktionären Abgeord­neten Südrußlands beschäftigten sich gestern in einer Konferenz mit ihrer Haltung in der Duma. Es wurde be­schlossen, die Regierung zu ersuchen, über ganz Süd- rußland den Belagerungszustand zu verhän­gen, die Feldgerichte wieder einzuführen und die revo­lutionären mit größter Rücksichtslosigkeit, aber innerhalb der gesetzlichen Schranke»! zu bekämpfen. Die Abgeordneten erklärten, daß sie den Pogrom und die Gewalttaten nicht billigten.

Sitzung Oer StaOtverorOneten.

Gießen, 7. November.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecmn, die Beigeordneten Keller nnd Georgi: die Stadtverordneten: Brück, Eichenauer, Ernmelius, Euler, Jaber, Gabriel, Dr. Haberkoin, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Helm, Huhn, Jughardt, Krumm, Leib, Löber, Loos, Oubig, Petri, Dr. Schwer, Cchafsstaedt, Walleickels und Dr. Wnnmenauer.

Einführung des Beigeordneten Keller.

Die heutige Sitzung der Sladtverordnelen-Versatnmlung rourbe mit der Einführung des neugeiväljlten besoldeten Beigeordneten Keller eröffnet. Der Vorsitzende hielt folgende Ansprache an ihn:

Sehr geehrter Herr Kollege!

Das Vertrauen der Stadtverordneteu-Versammlung hat Sie zu dem hohen und verantwortungsreichen Amt des besoldeten Beigeordneten der Stadt Gießen berufen. Sie haben schon früher, als Sie mehr als ein halbes Jahr zu Ihrer Ausbildung in unserer Stadtverwaltung tätig waren, die Kenntnisse und die Um­sicht gezeigt, die das in Sie gesetzte Vertrauen als gerechtfertigt erscheinen lassen, und es wird an Ihnen liegen, zu beweisen, daß Ihre Wahl eine gute war. Die Ausgaben, die Ihrer harren, sind Ihnen bekannt. Sie bringen eine rüstige geistige Kraft, eine warme Begeisterung für die hohen und idealen Ziele Ihres Amtes, ein inniges Verständnis für den Geist und die Vorzüge unserer Stadt in Ihr neues Amt mit. Und so dürfen Sie und Wir alle mit froher Hoffnung in die Zukunft schauen.

Nachdem Ihre Wahl die Bestätigung des Großherzogs gefunden hat, weise ich Sie nunmehr ein in das Amt des besoldeten Bei­geordneten ber Stadt Gießen. Reichen Sie mir die Hand zum treuen Bunde in der Arbeit und in der Liebe zu unserer Stadt; erwidern Sie freundlich die Gesinnungen, bie der gesamte Stabt- vorstand Ihnen entgegenbringt; dann wird Ihnen Ihr Amt zit einer Quelle von Freude und Befriedigung, zu einer lieben Stätte ber Arbeit werden. Die Beamten empfehle ich Ihrem Wohlwollen unb erwarte von diesen, baß sie den Anordnungen ihres neuen Vorgesetzten willigen Gehorsam leisten werben.

Daraus wurde bie Vereidigung vorgenommen.

Beig. Keller hielt darauf folgende Ansprache:

Hochgeehrte Herren!

Herzlich danke ich Ihnen, hochverehrter Herr Oberbürger­meister, für die freundlichen Worte, die Sie an mich gerichtet haben, und Ihnen, meine hochverehrten Herren Stadtverordneten, für bas Vertrauen, das Sie mir durch Ihre Wahl bekundet haben. Mit Ernst unb Gerechtigkeit, mit Takt und Wohlwollen will ich meines Amtes tatkräftig walten und ich versichere hiermit, daß ich den Interessen aller meiner Mitbürger, weS Standes, welcher Religion, welcher Partei sie auch sein werben, gleichmäßig gerecht werben will. Aber ich bars andererseits auch hosfen, daß mir von jedermann vergönnt werde, im ruhigen, sicheren Geleis meiner Pflicht unbeirrt fvrtzuschreiten; und wenn es auch fchlver ist, es allen recht zu machen, und es nicht ausgeschlossen ist, daß ich hin und Wieder auf Irrwege gerate, so ist doch ein Ziel aufgerichtet, das unverrückbar feststeht, und dem ich mit mächtigen Schritten und unter Anspannung aller Kräfte zueilen Wlll: das Wohl unserer teueren Stadt Gießen, ber Größe und Wohlfahrt und Gedeihen beschieden sein möge jetzt und bis in die fernsten Zeiten.

Mitteilungen.

In der letzteit Sitzung war beschlossen worden, in der Bau- depulalion nochmals den Ankatis des Weidig'schen Hatlses in der Lotlnenslrabe ui Erwägung zu ziehen. Tre Batidevlllation beschloß, das Haus für 4000 Mk. zu erwerben. Dem Besitzer würbe dies mitgeteilt, er gab aber feine Antwort daraiü.

Die Jnstallatkure für elektrische Anlagen haben eine neue Eingabe an die Stadtverordneten gerichtet, die sich hauptsächlich mit ber Notbeleuchtung un Theater bewßt. Nach längerer Debatte, bie sich um die Frage dreht, ob die Teputallon lich mit der Sache beschäftigen oder ob man em Sachverständigen* 0Ui lach len einholen solle, würbe beschlossen, Geheimem! Professor Dr. Mittler m Darmstadt die Frage vorzulegen, ob ber Betriebs­leiter Stvlte ober bie Installateure Recht hätten.

Baugesuche.

Joh. Gg. Pf ass beabsichtigt, an der Velerinärklinik unb an der Goethestraße je einen Neubau zu errichten. Der bestehende Bauplan sieht tiir beide Straßen keine Vorgärten vor, wohl aber ein m diesem Sommer aufgestellter, gegen den Einspruch erhoben ist. Piasf möchte setzt schon Vorgärten vor ben Häusern anlegen; der erforderliche Dispens wirb befürwortet.

Friedrich Webe r will am Tiefeniveg bauen, ber Platz ist so klein, daß die vorgeschriebetie Ho'gestaltimg nicht möglich ist. Der deshalb erforderliche Dispens, ber übrigens auch noch wegen sonstiger Sachen erforderlich ist, ivird unter bestimmten Bedingungen erteilt.

Ernst P l o ck hat an der Alarburger Straße einen Schuppen errichtet, der nicht in vorgeschriebener Entfernung von ber Straße steht. Die ihm zinn 1. Oktober b. I. für die Ennernung des Schuppens gestellte Frist wirb auf sein Ersuchen um 1 Jahr verlängert.

Ein Baugesuch von iNoses St e b l e v für ein Wohnhaus am Wißmarer Weg, 2300 m von bem letzten genehmigten Bebannngsplan entfernt, wirb nbgeleünt. Die gleiche Erledigung finbet em Dispens- geiuch von H. W. Rmii wegen der Anbringung größerer Balkone, als ber Bauplan genehmigte.

Zur Verlcgunz der Einmündung der oberhesirfchen Bahn in den Bahnhof Gießen hat '21 bg. L e u n im Landtag einen Antrag emgebracht, dessen Inhalt der Vorsitzende nütteilt. Der Vorstand des Bürgerverems hat hierzu eine Eingabe an die Versamnilung gerichtet. Sie ist von 2 Vorstandsmitgliedern des Bürgervereins unterschrieben, weshalb ber Vorsltzenbe Bedenken äußert, ob sie in ber Tut eine Siunbgebmig beS Bürgervereins bedeute. ES wurbe hierzu aut Vorschlag des Oberbürgermeisters beschlossen, zunächst abzuivarten, wno die Regierung, ber Landtag unb bie Elsenbahn- verwallung in ber Sache tun wollen.

Stabtv. H r u in m erinnert bnrnn, daß bie Eiscnbahnbehörde früher vor dieser Verlegung 2 'Millionen verlangt habe und möchte feinen Zweckel gelassen haben, daß ebenso wie damals auch jetzt die Stadt eine solche Summe unmöglich opfern könne.

Das Elsenbahnkonillee für die

üinie Mücke - Ulrichstein

gibt Kemituis von dem Stand des Elfenbahnprojekts Mücke Ulrichstein. Tie Abzweigung nach Rix'eld würbe fallen gelassen, un übrigen aber ist bie Firma Lenz in Berlin bereit, bie Bahn zu bauen, wenn bie beteiligten Gemeinden den Bau der Bahn finanziell unterstützen, ^e Negierung gibt 3,000 M. für jeden Kilometer und auch die Beieiligten Gemeinden haben sich zii Zuschüsseu bereit ei flaut. Nach einer vom Komitee au gestellten Rentabilitätsberechnung, die allerdings noch sehr ber Nachprwung bedarf, ist jähilich auf einen Verkehr von 3300 Guterwagen nut durchschnittlich 10 km Verkehrsweg zu rechnen. B!an hofft außerd-m