Ausgabe 
8.6.1907 Erstes Blatt
 
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für die Theologie" imb entwarf mit wenigen Strichen ein deut­liches Bild von der seit einigen Jahrzehnten von Einzelnen wie von gelehrten GHellschasten auf diesem Gebiet geleisteten, so außer- >vrdentlüh fruchtbaren Arbeit, durch die die Erinnerung an die goldene Zeit der patristischen Wissenschaft wieder geweckt, aber auch der Beweis geliefert wird, daß sich die Gegenwart vor der Vergangenheit nicht zu schämen hat. Senior Professor D. Borne­mann (Frankfurts hielt sodann einen Vortrag über:Der Kon- firmandcnunterricht und der Religionsunterricht in der Schule in ihrem gegenseitigen Verhältnis". Seine Ausführungen halten den Nachweis zum Ziel, daß der Zweck des Religionsunterrichtes in der Schule ein dem übrigen Schulziel entsprechendes Ver­ständnis der christlichen Religion, der des Konfirmandenunter­richts die Einführung der Heranwachsenden Jugend der Einzel­gemeinde in das evangelische Gemeindeleben sei. Der letzte Teil des Vortrages beschäftigte sich mit einem Lehrplan für den Kon­firmandenunterricht, dessen Grundriß der Vortragende seinen Thesen beigesügt hatte. Die sehr lebhafte Diskussion brachte manche Zustimmung, aber auch energischen Widerspruch zum Ausdruck, der besonders an der verschiedenen Zweckbestimmung beider Arten des Unterrichts einsetzte. Die Verhandlungen wurden erst nach 3 Uhr geschlossen. Die Teilnehmer blieben dann noch zu einem einfachen Mittagessen zusammen, bis die Spätnachmittagszüge sie wieder in die Heimat entfernten.

** Versetzung. Der Steueraufscher Gravelius ist von Seligenstadt nach Gießen versetzt worden.

** Das Ende der Rückfahrkarten. Am 13. Juni läuft die Gültigkeitsdauer der am 30. April gelösten Rückfahr­karten, die gemäß deck Uebergangsbestimmungen des neuen Eisen­bahntarifs noch gebraucht werden dursten, ab. In diesen Tagen werden also die letzten Retourbilletts auf den Bahnen des preußisch-hessischen Staatsbahnverbandes benutzt werden, und erst damit hat die seit dem Jahre 1901 begehende 45 tägige Geltungs­dauer der Rücksahrkarten ihr tatsächliches Ende erreicht. _ Tie 45 tägige Geltung dieser Karten war ein gewaltiger Fortschritt gegen früher, und es bleibt der Fortfall der Rückfahrkarten zu Verlagen, weil die Reisenden jetzt gezwungen sind, auch beim Antritt der Rückreise eine Fahrkarte zu lösen, wodurch , dem Publikum Weitläufigkeiten und dem Schalterpersonal der Eisen­dahn ein beträchtliches Mehr an Arbeit'erwächst. Weshalb nicht auch bei Reisen von mehr als zweitägiger Dauer Doppelkarten rrusgegeven werden sollen, ist schlechthin unerfindlich.

*"' Volksbildungstag. Der Rhein-Mamtfche Ver­band für Vottsvorlesungen und verwandte Bestrebungen Hütt seine diesjährige Mitgliederversammlung am 16. d. M. rm großen Hör>aai der Senckenvergischen Bibliothek in 'Frankfurt a. M. Außer den übnujeit geschäftlichen Er­ledigungen wird die Versorgung der Veroandsorre mit guten Theatervorstellungen eingehend besprochen werden. Das von dem Verband bestellte Theaterpersonal hat von Ostern ab an 31 Orten 60 Vorstellungen klassischer Stücke veranstaltet, die überall die beste Ausnahme fanden. Nach­dem so der Wert des Theaters für die Volksbildung und die Möglichkeit der Thearerversorgung erwiesen ist, mutz die Wetterführung, des Unternehmens besprochen und es kann aus Wunsch verschiedener Orre der Frage näher ge­treten werden, ov sich die Tätigkeit des Verbandstyeaters nicht aus den ganzen Winter erstrecken und eine plan­mäßige Verteilung der Vorstellungen ermöglichen ließe, so daß die Vorstellungen in den einzelnen Orten aus größere s Zeitabstände eingereilt werden könnten. Außerdem soll ein eingehender Erfahrungsaustausch über die Vortrags­tätigkeit und besonders die Erweiterung der Zentral-Leyr- mittelsammlung besprochen werden. Ein Ausstellung der Veröffentlichungen literarisch tätiger Verdindungsmirglieder wird besonders für die Leiter der Volisbibliotheten von Wert sein.

* Eine Reihe von Entscheidungen höherer Gerichtshöfe in hessischen Sleuerjachen (6. Heft), herausgegeben von Ministerialrat Dr. Becker in Darmstadt (Verlag von I. Diemer in Mainz) ist soeben erschienen.

Hessischer Landeslehrerverein. lieber die Zahl der in Hessen iwch vorhandenen Schulstellen mit Präsen­tationsrecht des Mels, der Gemciiwevorslände und anderer Patronen findet zur Zeit innerhalb des Landeslehrervereins eine Erhebung statt. Es ist nämlich beäosichtigt, in einer Ein­gabe an die gesetzgebenden Körperschaften des Großherzogtums die Aufhebung der Präsentaiionsrechte für Schulstellen zu fordern, weil dieses Ueberoleibsel aus den yeiten der Feudalherrschaft den liberalen Grundsätzen des hessischen Volksschulgesetzes wider­spricht. In einer Reihe hessischer Gemeinden (z. B. Ofsenbach) hcck man die Präsentationsrechte in den letzten Jahren abgelöfl.

** T i e starke Abnahme der Singvögel ist eine bekannte Tatsache. Linier anderem trügt nicht wenig die durch die Separalwn bedingte Ausrodung von Buschwerk und dergleichen dazu bei, daß die Vögel balo kein Plätzchen mehr zum Nisten haben und auch vor größeren Raubvögeln keinen Schutz finden können. Was aber gerade die Singvögel als Ver­tilger von allerlei der Landwirtschaft schädlichen Infekten nützen, braucht wohl nicht besonders erwähnt zu werden. Einsichts­volle Landwirte und auch Behörden haben denn auch Matz- nahmen getroffen, um unseren heimischen Vögeln hinrftcheno Gelegenheit zum Nisten zu geben, indem sie das Ausroden der .Gebüsche und Hecken ans das nötigste einschränten. So erläßt iz. B. in der letzten Nummer des Eisenbahnamtsblattes die 'Direktion Elberfeld an sämtliche Bahnmeister des Bezirks die Ordre, daß die Hecken an den Bahnkörpern u. dergl. anstatt zweimal im Jahre künftig nur einmal zu scheren sind, um die Singvögel im Brutgeschäsl nicht zu stören und ihnen ge­sicherten Aufenthalt zu geben.

X Reiskirchen, 7.Juni. Der Sägewerkbesitzer Karl Debus von hier schnitt sich heute mittag zwei Finger seiner rechten Hand an einer Kreissäge vollständig ab. Rian verbrächte den Bedauernswerten sofort nach' Gießen in die ,Klinik. Hier herrscht unter den Kindern Diphtherie. Es liegen mehrere Kinder.krank darnieder. Auch ein Opfer hat die tückische Krankheit bereits gefordert.

Salzschlirf, 7. Juni. Nach einem unbeglaubigten, aber sich hartnäckig haltenden Gerücht kommt der König von England am 28. d. M. hierher zur Kur.

W. Bad Nauheim, 6. Juni. Bis zum 6. Juni sind 9427 Kurgä st e angelommen, ivovon an genanntem Tage noch 6134 anwesend waren. Bäder ivurden bis zum 6. Juni 86 926 abgegeben.

LL Darmstadt, 7. Juni. Der 53 Jahre alte Weißbinder Adam Quary machte gestern nachm. im Tannenwald westlich der Mam-Reckar-Eisenbahn seinem Leben durch Erhängen ein Ende.

1b. Hohensolms, 7. Juni. Die weltabgelegenen Dörfer der Bürgermeisterei Hohensolms ivurden jahrzehntelang in Bezug auf Post und Telephon stiefmütterlich behandelt. Das ift in den letzten Jahren erfreulicherweise besser ge- ' worden, denn immer mehr werden selbst kleinere Gemeinden

an das Telephonnetz angeschlossen. Vlber eins fehlt unserer abgelegenen Gegend noch immer, nämlich der langersehnte Bahnanschluß. Wenn auch nicht jeder Ort verlangen kann, daß er ein Bähnchen bekommt, so darf doch gewiß ver­langt werden, daß wenigstens der Bürgermeistereiort Hohensolms mit Wetzlar durch eine Bahn verbunden würde. Die meisten Orte haben 24 Stunden nach der nächsten Bahnstation, der Ahr-Bahn (HerbornGladenbach), der Biebertal-Bahn oder nach Wetzlar.

Fritzlar, 7. Juni. Der hiesige Militärverein hat in Verbindung mit einer großen Anzahl angesehener hiesiger Bürger und Beamten beschlossen, der hier besonders emp­findlichen F l e i s ch t e u e r u n g entgegen zu wirken. Hier hat sich nämlich der Gebrauch eingeschlichen, daß die Metzger im Sommer während der Badesaison die besseren Fleischteile nach Wildungen liefern, wodurch das hiesige Publikum nur das geringwertige Fleisch bekommt und auch dieses nur zu höheren Preisen als anderswo. Die Vereinigung will nun einen fremden Metzger enga­gieren, der sich hier niederlassen soll, und von diesem wollen die vielen, der Vereinigung angehörigen Familien ihren Fleischbedarf decken. Dadurch werden nicht nur viel ge­ringere Preise ermöglicht, sondern es wird auch Gelegenheit gegeben, die besseren Fleischteile zu erhalten. Die der hiejigen Metzger-Vereinigung angehörigen Metzger verhalten sich dem Angebot gegenüber ablehnend. Keiner wftlVer­einsmetzger" werden. (Hess. Landesztg.)

** Kle ine Mntc >. .. n g.. . j essen iinb den

N a ch v a r st a a t e n. In Lang-Göns war am 6. ds. Mts. nochmals Versteigerung des Melleschen Anwesens. Bauführer Ludwig Betten bot 25 UDO Mk.; er mar Höchstbietender. Bei der ersten Versteigerung wurden nur 20 Ot'OAik. geboten. Beim Ab­brechen eines Stalles in Lardenbach wurde ein Zimmermann jo unglücklich von einem Balken hmabgejchnickt, dap durch das Auffchlagen die i)lafe quer durchjchlagen wurde und mit dem Ober­kiefer herabging. Zum Glück war Dr. Bogel von Laubach gerade in Klein-Elchen anwefend und tonnte einen Noweiband anlegen. Der Schwerverletzte wurde tu die Klinik nach Gießen nbennhrl. In Queckborn wurde der seitherige B ü r g e r m e i |t e r Sch midt wiedergewählt. Tas Ministerium dec Finanzen hat dem Borsitzenden des Eijenbahnkomitees Ober-Ramslaot-Linden- lels, auf die Bauer von einem Jahr die Erlaubnis erteilt, Ber- mepungen und Vorarbeiten für eine normaljpurige Nebenbahn von O b e r - R a m ft a d t über Rohrbach, Nieder-Modau, Ober- Modau, Ernsthofen, Hoxhohl, Allertshoien, Beedenkirchen, Brendau, Gadernheim und Kolmbach nach Lindenfels ausführen zu lajfen. Am Sonntag abend iverden aus Anlaß der Feier des 25fähngeii Bestehens des Odemvaldktubs am den Hohen des Odeiiivaldes F euer abgebrannt. Ter Frontenpein bei Eberstadt wird bengalijch oeleucljtet iverden.

Gießener Strafkammer.

Gießen, den 7. Juni 1907.

Ein durchaus uuwahrhastiger Mensch.

Das Scpvsftiigeriwc ^rwoverg ijdt utit Landwirt Hch. Sch. von Meckesheim wegen Betrugs und Unterschlagung zu 8 Wochen Gefängnis, und bereit F-rau wegen Betrugs zu einer Woche Gefängnis verurteilt. ES Harle feirgestellt, bay die An­geklagten, kurz vor Anspruch des Lrvnkurses uuer ihr Vermögen, bei mehreren Geschäftsleuten zu Frieboerg Waren unter dem Versprechen wechfelmagiger Zahlung entnommen haben, trotzdem sie ihre Zahlungsunfähigkeit kannten und wußten, baß sie bie Wechsel nach Avlaus der Frist nicht bezahlen tonnten. Diese Annahme war umsomehr begründet, als sie bersuchten Gütertren­nung zu vereinbaren, um für ste zu retten, was noch da war. In ganz kurzer Zeit hatteit fie sich für etwa 500 Mk. Kleiber unb Wäsche, sowie Haushalturlgsgegenstäiibe zusammengeborgt. Tie Angeklagten verfolgten Berii,ung unb bestritten, bie Sachen in betrügerischer Absicht entnommen zu haben; es habe ihnen fern gelegen, ihre Gläubiger zu benachteiligen. Sch., gegen ben um Friebberger Amtsgericht eine Reihe von Zivllprozeßen an­hängig waren, machte cmein borstigen Richter ben Vorwurf, daß dieser er n seinem Ruin fchulb sei. Demgegenüber Heilte bas Berufungsgericht fest, baß der Richter dem Angeklagten ohne dazu verpflichter geroefen zu fein, nach bestem Gewißen Ratschläge erteilt hat. Es bezeichnete ben Angeklagten als einen burchaus uiiwayrhaftigen Menschen. Ein Hanoelsmann hatte ihm unter bem ausorillllichen Boroehalr des Eigentumsrechts eine Kuh verkauft, die er alsbald für die Hälfte des Wertes weiter- verlaufte, nur um Gelb in bie Finger zu bekommen. Trotzbem er bem Handelsmann, der ihm mit Rücklicht auf seine finanzielle Lage bas Tier nicht geben wollte, den Vorschlag des Eigentums- rechtsvorbehalts machte, will er nicht wissen, was bieses zu be- beuten habe. Tas Gericht hatte jedoch keinen Zmeisel an seiner Schuld, weshalb es zur Bestätigung des Urteils kam.

Wegen intellektueller Urkundenfälschung hatte sich der jugenoiiaje Dwniftnecht Georg D. ron Flensungen zu verantworten. Er war in ber Erziehungsanstalt Aumühle untergebracht, von wo aus er bei einem Lanbwirt in Arbeit treten mußte. Da es ihm nach seiner Angabe schlecht erging, ent­lief er unb trieb sich in Rheinhessen herum, bis er wegen eines Sittlichkcitsbelittes festgenommen wurde. Um nicht wieber in die ihm verhaßte Ei^iehungsanstalt zu kommen, legte er sich den Namen Philipp Schmidt bei, unter welchem Namen auch feine Verurteilung vor bem Mainzer Schwurgericht erfolgte. Bei Ieiner Einlieferung in bie Zellenprasanstall Butzbach behielt er diesen Namen bet, wodurch bewirft wurde, baß ein falscher Eintrag, in bas Gesangetibuch erfolgte. Er wurde zu ber Minimalstrafe von 1 Monat Gefängnis verurteilt.

Die gestohlenen Schuhe.

_ Die in Bürgel hei O,ft.ioucy wohnhafte Fabrikarbeiterin Lioba Str. aus Wahlerc hafte in Bübingen eine Äushülssstelle als Dienst­mädchen angenommen^ Nach ihrem Austritt vermißte ihre Vor­gängerin ein Paar Schuhe, weshalb diese sich brieflich an sie wandte und um Auskunft über deren Verbleib ersuchte. Die Str. verwahrte sich energisch dagegen, daß man sie mit einem Dieb­stahl in Verbindung uruigen wolle, docy eine Haussuchung förderte bie vermißten Schuhe zutage. "Nach anfänglichem Leugnen gestanb sie ben Diebstahl ein, für ben sie, ba sie rückfällig ist, mit ber Mmimalstrase von 3 Monaten Gefängnis belegt würbe.

Früh übt sich, wer eiu Meister werden will.

Im do eigen Jahre tarn der fept löjdijrige Hch. B. von Treis a. Lba. auf Veranlassung seines Lehrers, zu besten besten Schulern er gehörte, als Lehrling zu einem hiefigen Buchhändler. Er entnahm nach und nach der Labenkasse und der ihm anver­trauten Portolafse etroja WO Ätt., bie er sür sich verbrauchte; auch würben bet ihm Briefe gefunben, bie er zur Post beförbem sollte, von beuen er bie Freimarken abgelöst hatte. Als er merkte, daß sein Lehrherr die Unreblichkesien entbeät hat, wollte er sich Geld zur Flucht verschaffen. Er quittierte drei für hiesige Rechtsanwälte ausge.rellre Rechnungen in Höhe von 150 Mk. mit bem diamen feines Letzt Herrn unb versuchte das Geld zu erbeben, was ihm jedoch nicht gelang. Mit dem noch vorrätigen Gelbe fluchtete er bis Kassel, wo er feine llhr verkaufte unb bann uach Essen fuhr. Er trieb sich bort mittel- unb planlos umher, bis er fchließlich wegen Bettelns fefigenommen unb wieber hierher gebracht würbe. Aus seinem Benehmen während der Untersuchung

und "ber Verhandlung, insbesondere aus dem Umstand, daß sein- Intelligenz die Aufmerksamkeit seines Lehrers erregte, wodurch sich dieser veranlaßt sah, ihm für eine bessere Lehrstelle zu sorgen, schloß das Gericht, daß er die zur Erkenntnis der Strafbarkeit seiner Handlungen erforderliche Einsicht besitzt. Er wurde wegen Diebstahls, Unterschlagung, Urkundenfälschung und Betrugsversuchs zu 3 Wochen Gesängnis verurteilt, welche Strafe, mit Rücksicht auf das Geständnis, durch die erlittene Unterfuchungshast für verbüßt erklärt wurde.

<9crid)ts)aaL

Frankfurt a. M., 7. Juni. Im Februar d. I. beschloß das hiesige Amtsgericht den Antrag der Baronin Radowitz auf Einleilung des Entniündigungsveriahrens gegen ihren Sohn wegen V e r s ch w e n d u n g s s u ch t abzulehncii und gleichzeitig die vor- läufige Vormundschaft auizuheben. Tiefer Befchluß ist nunmehr, rechtskräftig geworden und sichert dem Baron von Radowltz, der der Gatte ber Künstlerin Rita Leon ist, die ihm nach bem Tobe seines Vaters zuqesallene Ai i l l i o n e n e r d s ch a i t.

Univer-itäts-Nachrschrerr.

Als Nachfolger des im* Herbst m den Ruhestand tretenden Professors v o n W i n f e l i n Ai ü n et) e n war nach verschiedenen Aieldimgen der Geh. Aiediziualrat Professor Dr. B u in m, Leiter der Klinik h'ir Franen-Krankheiten und Gebnrtshüfte an ber Charitee in Berlin, in Aussicht genommen. Wie bie Boss. Zig. aus zuoerlässiger Quelle erfährt, hat Buinrn nicht die Absicht, ans dein Verbände der Berliner Universität zu scheiden.

Sport.

Ein aus'nhrlichcs Programm über das große Automobil- Rennen im Taunus um den Kaiserpreis am 13. unb 14. Juni ist eisch'.cnen. Jnleresjenten teilen wir daraus gerne alles mit, was sie wissen ivollen.

AUSM huö Ml LtaMslmlorelHttll der Steh! Glttzeu.

rlnfgebote.

Juni. 3. Max Lewinthal, 'Kailfmann in Schöneberg bei Berlin, mit Hedwig Rothfchild dahier. 4. Christoph Eroon, Dampsiärberel- besitzer dahier, mit Emma Trcinjchel m Erfurt. 4. Friedrich Wil­helm August Bruchbrau, Fenfterputzer in Luxemburg, mit Luise Rum dahier. 7. Ändreas Block, Fuhrmann, mit Katharine Jung, geb. Betluer, beide dahier.

Eheschließungen.

Juni. 1. Wilhelm Reuschttng, Laglöhner, mit Lina Jockel, beide dahier. 1. Wilhelm Muller, Schneider, mit Kalharme Kloos, Velde dahier. 1. Johannes Braun, slädt. Straßenkehrer, mit Luise Weigel, beide dahier. 1. Konrad Stei, Streckenarbeiter, mit Alai- garete Kottn, beide dahier.

Geborene.

Mai. 26. Dem Pedellen Adolf Börner eine Tochter, Elisabethe Christine. 26. Dem Studentendiener Gilben 9teun eine Tochter. 28. Dem Bizeieldwebel Heinrich Hühn eine Tochter, Charlotte Marie Elisabethe Alargarete. 20. Dem Pofischassner Karl Gümbel em Sohn, Karl Wilhelm Richard. Jnm. 1. Dem Fuhrmann Johaimes Hoßield eine Tochter, Emma Wilhelmine. 1. Tem Tapezier Otto Bingel em Sohu, Ludwig. 2. Dem Lackierer Friedrich Reulmg em Sohn, Kurt Georg Karl. 2. Tem Bahnarbeiter Konrad Pfeiffer eine Tochter, Johanna Alane Elisabeth. 3. Dem Erdarbeiter Abotf Bernen em Sohu, Adolf Karl.

Gestorbene.

Jiini. 1. Marie Trinkaus, geb. Flick, 70 Jahre alt, Goethe- straße 33. 4. Jean Kirch, 54 Jahre alt, Rentner, Attcestraße 4. 4. Fneda Allnke, 10 Atonale all, Walllorslraße 28. 5. Christiane Aiargaiete Von-Eiff, geb. Tecker, 35 Jahre all, Blsmarckstraße 14. 5. Ettfabelhe Hatz, geb. Rucker, 31 Jahre all, Löwengaffe 34. 6. August Jeschke, 2^Jahre all, Wetzsleingaife 19.

Landwirtsehaft.

A Aus bem Krei > e Ziepen, 7. Juni. Bei einem Gange durch die Wiesen, welche zurzett in Blüle flehen, gewinnt man bie Ueberzeugung, daß eine g u t e H e n e r n l e zu erwarten ist. Der Klee zeigt mächtige Fülle und ueibr m bie Bluten. Da der Schnitt des Wiesengrajes balo beginnt, sei darauf aufmerksam ge­macht, bas Atähen nicht aufzuschieben, bis bie Samenbilbung fertig ift. Die Samenzeugung erforben die meisten Kräfte unb ist das Endziel des Pftanzendasems. Bei zu langem Warten mit dem Grasschnitt gehl die Sainenbildung rasch vor sich, die teilen Samen fallen aus, und was dann noch gemähl wird, Hal mchl den vollen Werl, den man von guten Wiesenheu erwartet. In den Heublumen liegt viel' Nährktast, darum ist das Atähen des Wiesengrases zur Zeit der höchsten Blütenentfaltung vor^unehmen^

oet dcOattien*

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

A. M. in H. Wenden Sie sich mit einem Gesuche an den Zivilvorsitzenden der Erjatztommijsioil Ihres Aushebungsbezirks.

Telefonische) Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Frankfurter Mörse 8. Juui, J.15 Uhr.

3>a0/e Reichsanleihe . . 93.70 3% do. . . 83.75

Konsols .... 93.85

3% do.....83.75

3>j°/o Hessen . . . 92.90

3%°/0 Oberhessen . . .. 4% Uesterr. Goldrente. . 98.80 4x/8 96 Oesterr. Silberrente 99 10 4-6 Ungar. Goldrente . . 93.10 4% Italien. Rente . . .

3-6 Portugiesen Serie I . 66.65 356 Portugiesen III 67.60 4^% russ.Staatsanl. 1905 90.60 4 XA °/0 japan. Staatsanleihe 92.90 4-6 (Jonv. Türken von 1903 93.70 Tiirkenlose.....138.00

4-6 Griech. Monopol-Anl.. 456 äussere Argentinier 83.60 3°/0 Mexikaner . . ..

4-L"/, Chinesen .... 96.60

Aktien:

Bochum Guss..... 224.20

Buderus E. W ....

Tendenz; matt.

Elektnz. Lahmeyer . < . 120.10 Elektnz. Schlickert . . . 106.50 Eschweiler Bergwerk . . 220 Gelsenkirchen Bergwerk . 191.00 Hamburg - Amerik. Paket! 129.90 Harpener Bergwerk. . . 205.05 Laurahütte ..... . 223.70 ISordd. Lloyd.....116^0

Obeischles. Eisen-Industrie 105. Berliner Handelsges . . 150.00 Darmstädter Bank 129.10

Deutsche Bank . . . 222.50

Deutsch-Asiat. Bank . . 154.00 Diskonto-Kommandit. . . 168.10 Dresdner Bank . . . 139.20 Kreditaktien..... 204.40

Baltimore- und Ohio-

Eisen Lahn . . . 92.50

Gotthard bahn . . . ..

Lombard. Eisenbahn . . 26.00 Oesterr. Staats bahn . . . 143.00 Pnnce-Henn-Eiseubahn . 132.20

Berliner Börse, 8. Juni. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. < Laurahütte . . . Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd . . . . tiirkenlose . . .

Canada E. B......166.60

Darmstädter Bank . . . 129jO Deutsche Bank .... 223.00 Dortmunder-Union C. . . 72.00 Dresdner Bank .... 138.80

Tendenz : schwach.

. 204.70

. 223.70

. 26.20

. 117.10

. 137.9C

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