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Mark, Anwesenheits
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Alrrch in dm Parteivorstand der Sozialdemokraten gewählt worden. r . r ,
— Eine Neuordnung der preußischen Landtags- <dtäten wird stn einem Gesetzentwurf gefordert werden, den Amtliche Parteien des Abgeordnetenhauses vorbereiten. Der Entwurf will an Stelle der jetzigen festen Tagesdiätm von fünfzehn " ' " itsgeldcr von 20 Mark täglich, nach
Reichstage bestehmdm Anwesenheüsgelder,
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Ladw. 8 Neuei
Metz, 8 Gerberstraßc j vierstöckige heute morgen, keine Mensche!
Aus Stu-t und Land.
Gießen, 8. Mai.
•• Uebertragen wurde dem Lehrer Balth. Porth -zu Lauterbach eine Lehrerstellc an der Gcmcindcschule zu Bad Nauheim.
— Genehmigtes städtisch cs An l eh en. Der Stadt Gießen wurde die Genehmigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber bis zum.Betrage von 3 000 000 Mark erteilt behufs Beschaffung der Mittel für Grunderwerb, Straßenbautcn, Entwässerungsanlagen, Schul- Lauten, Verlegung des Vichhofes, Erweiterung des Schlachthofes, Erbauung einer israelitischen Leichenhalle (Nestkredit), Erbauung von Wirtschaftsgebäuden auf Friedhöfen, Feuermeldeanlagen, Zuschuß zum Thcaterbau, Gewährung eines Darlehens an den Theaterbauverem Gießen, Hochbauten, Erweiterung und Verbesserung städtischer Betriebe (Gas-, ElektrizitätS- und Wasserwerk), Ankauf von Aktien des VolkS- Ladcs, Zuschuß zur Fortführung der _ Begräbniskasse der früheren Leichenkasse-Gesellschaft m Gießen, Hcrauszahlung an die Feldbereinigung für Mehrwert von Grundstücken, iKurSverlusi, Kieichsstempel und Kosten der Anleihe. Die
Arbeiterbewegrins.
Berlin, 7. Mai. Die Situation im Baugewerbe drängt zur Entscheidung. Wie die Nat.-Ztg. erfährt, hat der Vorstand des Verbandes der Baugeschäsle von Berlin und Vororten durch Rundschreiben mitgeteilt, daß neue Verhandlungen mit den Arbeitnehmer- Organisationen nicht slattfiiiden werden. Nachdem die Mitglieder des Verbandes deii Schiedsspruch mit großer Majorität angenommen haben, können weitere über den Schiedsspruch hinausgehende Zusagen unter keinen Umständen gemacht werden. Erfolge b,s zum 10. Mai keme Entscheidung seitens der Arbeitnehmer-Organisation, so wird der Verband daraus die Konsequenzen ziehen und den Kampf eröffnen müssen, der dann nut großer Entschlossenheit durchgeführt werden wird. — Den Abendblättern zufolge stellte der Oberbürgermeister Kirschner seine Bermitllungstätigkeit bei den Lahnst r e 11 i g k e i t e n der Bäcker e i n. — Eine von 4000 Bäckergesellen besuchte Versammlung beschloß heute nachmittag, die seitens der Iiinungen erfolgte Ablehitung der Vermittelung des Oberbürgermeisters mit bem Aus sta n d zu beantworten, über dessen Beginnstermin am 14. Mai befchlossen werden soll.
Kolitödche Lagestzehatt.
Die Anklage der „Cousine".
Fran v. Gerrnar geb. Ecke, die vielgenannte falsche „Cousine" des Kameruner Gouverneurs Jesko n. Puttkanrer, ist bekanntlich tm Tisziplinarprozeß gegen Puttkamcr vom Staatsanwalt Kammergerichtsrat Kieme, den sie jetzt verklagt hat, übel behandelt worden. Erschien der Angeklagte selbst in der Rede dieses Slaatsanwalts als untadeliger Ehrenmann, so nannte er die Cousine in ihrer Abwesenheit — denn sie war nicht vorgeladen Worden — „reisende Dirne" und „bestrafte Wechselfälscherin".
Nun veröffentlicht Frau v. G. eine Erklärung, in der sie bestreitet, jemals wegen Wechselfälschung bestraft worden zu sein. Des weiteren erzählt sie in der Hauptsache folgendes:
Nachdem das Disziplinarverfahren eröffnet worden war, habe Jesko v. P. sie ausgesucht uno ihr erklärt, er musse sich eine Kugel vor den Kopf schießen, wenn sie ihm nicht helfe unb nicht die Schuld an der Paßfälschung auf sich nehme. Schließlich habe sie sich bereit gefunden, einen fingierten Brief zu schreiben, der von Puttkamcr entworfen war. Dieser versprach ihr, er werde das gefälschte Torument nur _ dem Damaligen Kolonialdirektor, dem Erbprinzen Hohenlohe und seiner Mutter zeigen und es ihr binnen 24 Stunden zurückstellen. ß)a Puttkamer sein Versprechen nicht hielt, schrieb sie an Hohenlohe und gestand, daß der für den Angeklagten entlastend lautende Bries bestellte Arbeit gewesen fei.
Noch ungeheuerlicher als diese klingt folgende Behauptung bet Frau v. Germar:
In ihrer Wohnung seien Briese, die Puttkamer an sic geschrieben habe, behördlich beschlagnahmt worden, und in diesen Briesen stehe mit deutlichen Worten, daß Puttkamer die Zeugin bat, sie möge ihre Aussage schonend einrichten und sich darauf berufen, daß sie nach so langer Zeit Genaues nicht mehr wisse.
Diese Briefe hat Frau v. Germar nach ihrer Behauptung nicht zurück bekommen, und keiner von ihnen ist in der Disziplinar- verhandlung zur Verlesung gebracht worden.
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eine Anzahl Milchreoisionen vorgenommen.
** Lagereiberufsgenossenschaft. Im Hinblick auf die Beschwerden, welche aus Detallltstenkrcisen über die Lagereiberufsgenossenschaft vielfach erhoben worden sind, erscheint ein wichtiges Mittel zur Abhülfe darin zu liegen, daß die beteiligten Kreise sich nachdrücklich an der Verwaltung ihrer zuständigen Berussgenossenschaft beteiligen. Es sei daher an dieser Stelle aus die Versamnilung hingewiesen, welche die Sektion Mainz der Lagerei-Berufsgenossenschaft am Samstag, 11. b. Mts. II1/, Uhr vormittags im Schiffssale des Kasino „Hof zum Gutenberg" zu Mainz, Große Bleiche 29 abhalt. Von den Beratungsgegenständen ist besonders die Denkschrift über die Neua ufst ellung des Gefahrentanfs hervorzuheben.
** Männer- Turnverein. Der für dieses Jahr vorgesehene Himmelfahrts-Ausflug geht durch die schönsten Teile des Taunus. Früh morgens 6" nach Bad-Nauheim fahrend, tritt der 9)L T. B. von hier über den Winterstein den Fußmarsch nach der K a p e r s b u r g an, woselbst Frühstücksrast genommen wird. Tann geht es weiter nach der Lochmühle und von dort aus die S a a l b u r g , die unter kundiger Führung besichtigt wird. Der Abstieg führt über Dornholzhausen nach Homburg, woselbst gemütliches Zusammensein den Schluß bilden sollen. £a_ bis zur oaalburg nur insgesamt 41/, Wegstunden zu bewältigen stud, von dort aus nach Homburg aber die elektrische Bahn benutzt werden kann, erscheint der Ausflug auch für die Tarnen bequem gewählt und wird wohl eine zahlreiche Beteiligung finden.
/X Treis a. d. Lumda, 5. 3)iai. Das hiesige Ehepaar 2)leier H a m m erschlag unb Ehefrau beging am 2. Mai im engeren Kreise seiner Familie in ziemlich rüstiger Gesundheit das goldene Hochzeltsfest. Zum Andenken wurde dem Jubelpaar von S. K. H. unserem Großherzog sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift verliehen.
? Burkhards, 7. Mai. Ein Ueberbleibsel aus alter Zeit, das sogen. „Gemeinde-Wirtshaus", soll am 25. Mai verkauft werden. Man nimmt allgemein an, daß
Schuldverschreibungen, welche mit jährlich 4 Prozent, fällig in halbjährigen Raten vom 1. April und 1. Oktober jeden Fahre?, verzinslich sind, werden in folgenden Stucken aus- gegeben: 900 Stück zu je 2000 Mk., 900 Stück zu je 1000 Mk., 600 Stück zu je 600 Mk. , Die Tilgung des AnlehenS erfolgt durch Ankauf oder Auslosung vom 1. April 1912 an jährlich mit 1 Prozent deS Kapitals, unter Zuwachs der ersparten Zinsen. Vom 1. April 1917 an bleibt der Stadt eine verstärkte Tilgung oder die Rückzahlung des ganzen Anlehens vorbehalten.
** Vom Kaiseraufenthalt in Schlitz. Die Abreise des Kaisers von hier nach Karlsruhe erfolgte, wie schon mitgeteilt wurde, am Montag abend 10 Uhr 40 Min. Von der Schloßtreppe bis an den Bahnhof hatten sich Bürger- chaft, Vereine und Feuerwehr mit Fackeln aufgestellt. Die Bahnhofstraße hatte illuminiert, besonders fiel das Haus der Firma Ph. Frank durch seine wunderschöne Beleuchtung auf, in deren Mitte em großes W prangte. Der Hinterturm er- trahlte in rotem Lichte. Zu dem Berichte von gestern sei mitgeteilt, daß der angebliche Ausflug nach dem Eisenberg nur bis an die Karpfenteiche unternommen wurde, wo die Herrschaften mitten im Walde, unbelästigt von neugierigen Zuschauern, längere Zeit rasteten. Gestern machte der Kaiser mit dem Grafen morgens eine Fußtour in das Fuldatal bis n die Gegend des Ortes Hartershausen, mittags eine Ausfahrt in den Walddistrikt Wolfersberg, von wo aus eine prachtvolle Aussicht auf den hohen Vogelsberg, sowie auf das Rhön- und Knüllgebirge zu genießen ist. Jeder Fremde, der nach Schlitz kam, hatte vollauf Gelegenheit, seinen Kaiser zu sehen und diese ist fleißig ausgenutzt worden. Heute morgen rückten die berittenen Gendarmen von Gießen und Alsfeld wieder ab. Sie traten nur bei Ankunft und Abfahrt in Tätigkeit, sonst erschienen sie aber nur in Zivil. So will e§ der Kaiser haben. Mögen die vielen Abschiedsrufe „Auf Wiedersehen^, die dem Kaiser entgegenklangen, im nächsten Jahre in Erfüllung gehen.
** Vom Großh. Polizeiamt wurden folgende gewerbepolizeiliche Revisionen in den Monaten Februar, März und April 1907 vorgenommen: 1. Die Lagerung und Aufbewahrung von Mineralölen in Bezug auf Einhaltung der Verordnung vom 20. Mai 1903. 2. Die Lagerung unb den Verkehr mit Sprengstoffen, betr.: Verordnung vom 21. Dezbr. 1893 uno vom 5. August 1904. 3. Den Verkauf von giftigen Farben in Bezug auf Einhaltung der Verordnung betr. den Verkehr mit Giften vom 17, 4. 1895 und Verordnung vom 15. Juni 1901. 4. Den StiembanOci mit Kerzen nach Maßgabe des Gesetzes vom 4. Dezbr. 1901. 5. Den auf Grmrd des § 139 f Abs. 2 der G.-O. für offene Verkaufsstellen festge- etzten Ladenschluß. 6. Den Hausierhandel abends bezw. nachts mit Südfrüchten unb bergt, deren Feilbieten auf Grund des § 139 e 1. u. IV. der G.-O., während der Zeit, wo offene Verkaufsstellen geschlossen sein müssen, verboten ist. Wegen lieber» tretung vorstehender Bestimmungen mußten wiederholt Anzeigen erhoben werben. 7. Auf den Koitfektionswerkstätten in Bezug auf Einhaltung der Kaiserlichen Verordnung vom 4. 6. 1904. 8. Die Beschäftigung von Gehülsen und Lehrlingen im Backereigewerbe, bezüglich Einhaltung der Bundesratsbenimmungen vom 4. 3. 1896. 9. In den Stcinbrüchen und Sandgräbereien bezüglich Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften bei dem Abbau; trotz bereits erfolgter Bestrafungen, wegen Uebertretung der bestehenden Bestimmungen in genannten Betrieben, mußte gegen Betriebsinhaber wiederholt Anzeige erhoben werden. 10. Sn Fabriken in denen jugdl. Arbeiter und Arbeiterinnen von über Iti Jahren beschäftigt werden, auf Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Arveitszeit und Pausen, Führung von Arbeitsbüchern der minderjährigen Arbeiter, Aushängen der Auszüge aus der G.-O. über die Beschäftigung von jugendl. Arbeitern u. Arbeiterinnen von über 16 Jahren und Führen der Verzeichnis, c der jugendlichen Arbefter. In einem Betriebe wurde sestgestellt, daß den ingdl. Arbeitern und Arbeiterinnen von über 16 Jahren die gesetzlich zu gewährenden Pausen entgegen den §§ 136 und 137 der G.-O. gekürzt wurden. Anzeige wurde erhoben. 11. Feststellung der in Gießen beschäftigten Heimarbeiter der Zigarren- Industrie, Schneidergewerbe, Weißzeugbranche und dergl. 12. Tie Beschäftigung von Gehülfen und Lehrlingen im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe, Verordnung vom 23. Januar 1902. 13. In den Werkstätten mit Motorbetrieb bezüglich Einhaltung der Aussührungsdestimmungen des Bundesrats über dte Be- sckstiftigung von jugendl. Arbeitern und Arbeiterinnen in Werk- itätlen mit Motorbetrieb vom 13. Juli 1900. 14. Die Anmeldepflicht der Motoren betreffend: Dte Aussührung der Kaiserlichen Verordnung vom 9. Juli 1900 und der Bekannlmachung des Reichskanzlers vom 13. Juli 1900. Von Gewerbetreibenden wird gegen diese Verordnung vielfach verstoßen, indem sie bei Ausstellung von DJioloren in .ihren Betrieben unterlassen, die nach obigen Bestimmungen bei dem Gr. Polizeiamt vorgeschriebene Anzeige binnen der gesetzlichen Frist zu erstatten. Lebens- mittelkontrolle. Durch den Wein'lontroUeur der Provinzen Starkenburg und Oberhefsen rourben die Weinbestände der hiesigen WeiuHändler und in Detail-Geschäften einer Prüfung unterzogen. Bei einigen derfelben wurden Proben entnommen unb dem che- rnifchen Unterfuchungsamt dahier übergeben. Ferner wurden eine Anzahl Butterproben, Fleisch- unD Wurstproben entnommen und dem chemischen Untersuchungsamt übergeben. Desgleichen wurden
sich eine große Anzahl Interessenten einfinden wird, da das Haus zum Wirtsbetrieb günstig gelegen ist, auch führt die Wegmartierung (grünes Kreuz) nach dem „Hoherobskopf" an ihm vorüber.
= Großen-Linden, 6. Mai. Die Schürfungen des Braun eisen st einberg Werks nach Erzlagern sind in dieser Woche bereits bis an die Frankfurter Straße zwischen Großen- und Klein-Linden vorgeschritten.
0 Lollar, 8. iDlai. Der Bau der Gruppen- Wasserleitung für die Orte .Lollar, Staufenberg und Mainzlar (Daubringen ist mit Genehmigung ersterer gegen Zahlung eines entsprechenden Beitrags zu den bereits entstandenen Kosten ausgeschicden) geht jetzt rüstig voran. Die Unternehmer Deibel u. Ruhl beschäftigen etwa 100 Arbeiter; es wurde bereits mit dem Legen des HauptleitungS- rohreS begonnen. Auch die Arbeiten unb Lieferungen für die Herstellung der Hochbehälter und der Ortsnetze sind bereits ausgeschrieben, so baß, wenn keine unvorhergesehenen Störungen eintreten, bie Fertigstellung noch in biesem Jahre erfolgen dürfte. Der größere Teil der Einwohnerfchaft begrüßt de» kulturellen, wie hygienischen Fortschritt aufs freudigste.
w Worms, 7. Mai. Einer Vorlage für einen Erweiterungsbau des Stadthauses nach den Plänen von Profeffor Th. Fischer in Stuttgart im Anschluß an das von Freihcrrn von Heyl gestiftete Cornelianum erteilte die Stadtverordnetenversammlung ihre prinzipielle Genehmigung. Die Kosten sind auf 250 000 Mark veranschlagt.
X Frankfurt a. M., 7. Mai. Die Stadtverordneten-Versammlung lehnte einen von den Sozial- demokratcn eingebrachten Anttag, den Magistrat zu ersuchen, für die städtischen Arbeiter vom 1. April 1908 ab die Arbeitszeit auf höchstens neun Stunden festzusetzen, mit 42 gegen 11 Stimmen ab. Einstimmig angenommen wurde ein Antrag, der sich gegen die geplante Verlegung deS Polizeipräsidiums von der Reuen Zeil an die Bockenheimer Anlage ausspricht. — In der letzten Nacht wurde auf der Staatseisenbahnbrücke die vollständig zerstückelte Leiche des 27 Jahre alten Streckenwärters Heinrich Dähmel, der in schrecklicher Weise verunglückt ist, gefunden. Er hatte die Brücke zu patroullieren, und eS wird angenommen, daß er beim Passieren der Brücke in den Schienen mit den Schuhen hängen blieb und von dem herandrausenden Expreßzug erfaßt und getötet wurde.
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dem Muster her im Reichstage bestehenden Anwesenhettsgelder, eingeführt sehen; außerdem wird er die Gewährung freier Eisenbahnfahrt während der Dauer der Session, also auch während der Vertagung, fordern. Der Finanzminister hat sein Einverständnis mit der Gewährung einer Pauschalsumme von 3000 Mk. erklärt mit der Bedingung, daß wie im Reichstag Anwesenheitslisten eingesührt und für jeden ohne Entschuldigung versäumten Sitzungstag 20 Mark abgezogen werden sollen. Dagegen ist zu der Frage der Gewährung von Freifahrkarten auch bei Vertagung des Landtages noch keine Zustimmung der preußischen Regierung erfolgt.
Dortmund, 7. Mai. Der Bergarbeitertag be-
Universitäts-Nachrichten.
Heidelberg, 7. Mai. Dieser Tage sprach in einer öffentlichen, gut besuchten Versammlung der Ortsgruppen Herdelberg- Mamrhelm der deutschen Anti-Duell-Liga Universitätspro- fessor Dr. v. Below aus Freiburg über Entstehung und Zweck des Duells. Die Behauptung das Duell sei germanischerr Ursprungs, konnte der Vortragende in feinem auf geschichtlicher Grundlage ausgebauten Ausführungen widerlegen. Ter Ziveck des Duells werde, so sührte Pros. v. B. aus, oft durch den Ausgang illusorisch gemacht und der Beleidigte sei auch noch der Besiegte. Er nannte das Duett eine Unsitte, ein Uebel, das energisch bekämpft werden müffe. An der sich anschließenden Besprechung beteiligten sich u. a. Prof. Dr. Osthoff, Dr. Fischer, Dr. Kaufmann und der Reserent. Prof. Osthoff wollte bei dem Kampf gegen das Duell die studentischen sogenannten Bestimmungs-Mensuren ausgejchaltet wissen, da diese — einer Reform unterzogen — lediglich als eipe ©portübung zu betrachten seien. Rechtspraktikant Leser betonte dagegen, daß der Rtensurdoden die Zuchtstätte des Duells sei; das Strafgesetzbuch biete bei richtiger Anwendung volle Genugtuung, der Zweikamps mußte einfach aus der Welt geschafft werden. Unterstützt wurden diese Aussichrungen von Rechtsanwalt Dr. Kaufmann, der noch die zweierlei Rechtsprechung, die em Duell mit sich bringe, einer Kritik unterzog.
— Die Leistung von Sch lepperdiensten durch russische Studenten für die Sozialdemokratie bei den Relchstagswahlen hat die Einführung folgender Paragraphen m bie Studienordnung der Technischen Hochschule zu Dresden veranlaßt: § 32 Absatz 9. „Den Studierenden, die nicht Angehörige Des DeutschenReiches sind, ist jede aktive Teilnahme an Berems- versammlungen und Ausschüssen, bie sich mit politischen Angelegenheiten bes Deutschen Reiches oder eines deutschen Sunbc5]taate§ befassen, sowie jebe sonstige Betätigung derartiger Angelegenheiten untersagt." § 34 Absatz 1, der von den mit der Strafe der Verweisung bedrohten Handlungen spricht, bat folgenden Zusatz erhalten : „Hierher gehört die durch § 32 Absatz 9 verbotene Einmischung ausländischer Studenten in politische Verhältnisse des Deutschen Reiches ober eines deutschen Bundesstaates, soweit nicht unter erschwerenden, die Würde der Hochschule verletzenden llm]tdnben auf Relegation erkannt wird." _ .
* Kleine T a g e s ch r o u i k. Bei Kiel aßen auf einem Sonntagsausflug zwei zwölfjährige Schulknaben Schierling- wurzel, Richter, der Stiefsohn des Poslajliitenten Kitzler, ist daraus au Vergiftung g e ft o r b e n , fern Kamerad Iechtmcum liegt im Krankenhaus danieder. — Die Ortschaft Neustedt am Stem- ielöe (Oester.) wurde von einem furchtbaren Brande heimgesucht. Etwa öOBauerngehöftesind abgebrannt; zahlreiches Pich, große Futter- und Lebensmillel-Vorräte wurden vernichtet. Bei dem Brande kam es zu uubeschreiblichen Szenen. Rlehrere Fcuerwebrleute wurden bei den Löjcharbeiteu verletzt. — Der Oberrealschüler Marttnstetter aus Salzburg stürzte beim Blumen- pflücken vou der Eranerwilciklcninn ob und blieb tot.
Eingesandt.
(Für Form und Jnha.i ml........i i Inbrik stehenden Artikel
übernimmt die Redattwa w ir.w.iium gegenüber keinerlei
Verantwortung.)
Das porgestrige „Eingesandt" der Redaktion der „Ludoviciana" muß diese selbst in einem sehr wesentlichen Punkte berichtigen. Der Abonnementspreis dieser offiziellen Festzeilung ist aus 3 Akk. ange- jetjt; erst nach Ausgabe des vollfländigcu Bandes tritt der Ladenpreis von 4 Alk. em. Näheres ergibt der in den nächsten Tagen erscheinende Prospekt des Verlags.
Tie Redaktion der „Ludovtciana".
GerrehtsdaaL.
Leipzig, 6. Mai. Das Schöffengericht verurteilte den ehe- aligen Reichstags-Abgeordneten, Redakteur S ch öp f l ein wegen
schloß die Annahme eines neuen Streikreglements, das im wefentlichen bestimmt, daß die Forderungen an die einzelnen Werke nur nach vorheriger Genehmigung durch den Verbandsvor- > stand eingereicht werden dürfen. Bei Stteiks, die ohne Genehmigung des Vorstandes unternommen werden, wird keinerlei Unterstützung gewährt. Bei allgemeinen Streiks sollen nichtorganisrerte Arbeiter keine Unterstützung erhalten.
Karlsruhe, 7. Mai. Heute vormittag traf der Kaiser aus Schlitz hier ein. Zum Empfang waren crfchienen der Großherzog, der sehr frisch aussah und sich zum eritenmal seit längerer Zett des Stockes nicht mehr bediente; ferner der Erbgroßherzog und kleines Gefolge. Nach herzlicher Begrüßung erfolgte die Fahrt zum Schloß. Alsdann fand Frühstückstasel statt. Am Abend wurde im Hoftheater „£atm.e" von Delibes gegeben.
Nürnberg, 7. Mai. Der ,^-ränk. Kur." veröffentlicht ein Schreiben des Erzbischofs von Bamberg Dr. v. Abert, das dieser an den Pfarrer Grandinger in Nordhalben gerichtet hat. In deuisclben spricht der Erzoischof mit Bezug auf die liberale Landtagskandidatur Gr anding er s aus, er fühle sich vom religiösen und seelsorgerischen Standpunkte aus verpflichtet, ihm zu erklären, daß es ihm zwar femHegc, sich in Fragen rein politischer Natur einzumengen unb die ] einer speziellen Aufsicht unterstehenden Geytlichen im Gebrauche ihrer staatsbürgerlichen Rechte irgendwie zu beeinträchtigen, doch halte er es für unmöglich, daß ein katholischer Priester sich "als -Abgeordneter der liberalen Partei anschließe uni) einfüge, ohne in weiteren Kreisen des kathol. Boltes An- stoß und Aergerniß zu erregen.
AusLand.
Haag, 7. Mai. Die Zweite Kammer beriet bie Forderung von 100 000 Gulden für den Empfang der Friedenskonferenz. Der Minister des Auswärtigen,, Teets van Goud- piaan sprach die Hoffnung aus, daß der Konferenz noch viele Konferenzen folgen mögen, deren Zweck die Vervollkommnung deS Bölkerreck)ts und bie Ausbreitung des Schiedsgerichtsverfahrens sei. Schaper (Sozialist' bekämpft die Vorlage, indem er die Konferenzen als Komödien bezeichnet, die auf die Initiative des Kaisers Mkolaus, des Hauptes der russischen Bureaukratte, welche ihre Untertanen in barbarischer Weise mißhandle, veranstaltet würden. Für diese^Aeußerung. erteilte der Präsibent Schaper einen Ordnungsruf. Schließlich wird die Vorlage mit 64 gegen 7 Stimmen angenommen.
Paris, 7. Mai. (Deputierten kämm er.) Gauthier (Nationalist) erklärt: Während Sie den General Bailloud bestraft haben, hat der preußische Kriegsminister auf die Eventualität eines deutsch - französ is chen Krieges angespielt, -um Geldmittel bewilligt zu erhalten. Ministerpräsident Clkmen- keau bemerkt hierzu, General von Einem sei als Minister hierzu berechtigt gewesen. Gauthier, fortfahrend, äußert, er glaube 'nicht, daß Frankreich im Falle eines dentsch-en'g- -lischen Konflikts neutral bleiben könne, londem auf dem Schlachtfelde noch seinen Mann stehen werde. Trotzdem dürfe man bezüglich des Antimilitarismus nicht zu optimistisch fein. Kriegsminister Piquart unterbricht den Redner mit den Worten, es sei noch nichts davon in das Heer emgedrungen. sUnruhe.) Gauthier erwidert, die Tatsachen seieii zahlreich genug vorhanden, um die öffentliche Meinung zu b e i' u r u ii i g c ii.


