Ausgabe 
7.3.1907 Erstes Blatt
 
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fite Nebenbahnen nicht mit berülVEigi seien. Das Anlage­kapital verzinst sich mit da. 7.2 Proz. Die Unglücksfäll'e auf den Staatsbahnen seien in ständigem Abnehmen be­griffen, die Fahrpläne würden immer besser ausgeitaltet. Die Gepäcktarisreform sei eine Notwendigkeit gewesen. In der Frage der Sozialdemokratie stehe ich so schließt der Mi- pister auf dem Standpunkt meines Amtsvorgängers (Beifall), Andererseits L»ber werde ich auch in der sozialen Fürsorge für meine Untergebenen nicht erlahmen. (Beifall.)

Abg. v. Quast (kons.): Man dürfe nicht vergessen, wie stark die Ausgaben gestiegen seien. Es würden auch, Jahre kommen, in denen die Einnahmen zurückgingen, deshalb müsse man auch jetzt schon bei den Ausgaben Vorsicht walten lassen. Für Tarisresorm feien seine Freunde stets gewesen, namentlich wenn es sich um Vereinfachung gehandelt habe, sie warnten aber vor Reformen, die mit Mindereinnahmen verbunden seien. Daß dem Waggonmangel durch Vermehrung der Betriebsmittel entgegen» getreten werde, sei erfreulich. Eine Beschleunigung des Per­sonen- und Güterverkehrs würde dem Wagenmangel zum Teil abhelsen können. Wünschenswert war ein Austausch der preuß. Lud bayr. Wagen. Welchen Wert der e l e k t r i s ch e Betrieb habe, werde man ja hören, wenn die Strecke Altona-Kiel elektrisch betrieben werde.

Abg. M a c c o (nl.): Infolge der wirtschaftlichen Entwicklung stehe man plötzlich bor besonders hohen Ausgaben für das Eisen­bahnwesen, sodaß man hierüber eine gewisse Unruhe empfinden könne. Mit der zunehmenden Entwicklung des en5

werde auch die Arbeitslast des Ministers wachsen. Er halte es für notwendig, die Wasser- und Hochbauverwaltung von Kiesen Ressorts auszusckieiden, damit sich der Minister ganz dem Eisenbahnwesen widmen kann. Aus der Betriebsgemeinschaft Preußens mit Süddeutschland sei leider nur eine Wagengemein­schaft geworden. Er bedauere, daß das Ziel nicht erreicht werde.

Abg. Oeser (dtsch. Vpt.): In besonderen Fällen werde man -n Anleihen greifen müssen, wenn man nicht durch Er­höhung der Steuern die notwendigen Aufwendungen für pie Beamtenbesoldungen decken wolle.

Abg. Frhr. v. Zedlitz (ft.) glaubt, daß Preußen immer bereit fein werde, wenn von einem deutschen Staate der Wunsch auf 'eine Betriebsmittelgemeinschaft ausgesprochen werde, darauf einzugehen, auch wenn Bayern ausgeschlossen bleiben sollte. Die tzüustigen Verhältnisse der Eisenbahnverwaltung seien für den ganzen Staat von großer Bedeutung. Aber es dürfe nicht so weitergehen, daß die Eisenbahnverwaltung in der Entwicklung «urückbläbe. Das Geld für diese außerordentlichen Ausgaben der Betriebsvermehrung müsse aus Anleihen entnommen werden.

Minister Breitenbach: Der Vetriebsniittelgemeinschaft Kütten sich erhebliche Schwierigkeiten in den Weg gestellt. Es sei aber schon manches erreicht worden, wenn auch die Güter­wagengemeinschaft mit Bayern noch nicht abgeschlossen sei. Die Vorschläge, die für Verbesserungen gemacht seien, werde die Re­gierung genau prüfen.

Abg. Graf M o l t k e dankt dem Minister für feine Erklärung zur Betriedsm ittelgemeinschast. Jedenfalls aber müßten die Ver­handlungen mit den anderen Bundesstaaten sortgeführt werden, um möglichst eine Einheitlichkeit mit den anderen Bundesstaaten im deutschen Eisenbahnwesen herbeizuführen.

Abg. Hirsch-Essen (nl.): Die Vermehrung der Betriebs­mittel müsse gleichen Schritt mit der Ausbreitung des Bahir- Netzes halten. Ein gleichmäßiger Ausbau sei geboten, sonst könnten die an der Bahn zu stellenden Forderungen nicht erfüllt 'werden. Die Aufwendungen zur Vermehrung der Betriebsmittel And zu neuen Wagen seien außerordentlich hoch. Man werde aber immer wieder in Schwierigkeiten kommen, wenn nicht die Staats- einnahmen und die Eisenbahneinnahmen voneinander getrennt würden. Diese Trennung müsse mit aller Energie gefordert wer­den. Anleihen zu solchen .wirtschaftlichen Zwecken seien sehr wohl gerechtfertigt.

Das Haus vertagt sich auf Donnerstag.

Ausland.

London, 6. März. Der erste Lord der Admiralität, Twecdmouth, hielt heute abend bei einem Festmahle der Handelskammern des Königreiches eine Rede, in der er aus­führte, die englische Marine stehe über den Parteiinteressen. Die gegenwätige Negierung sei noch immer der Meinung, die sie auch verwirkliche, nämlich daß das Geld nicht fort- geworfen werden dürfe, daß aber andererseits die Flotte nicht vernachlässigt werden dürfe. Alle seien von dem ^Gefühle durchdrungen, die großen Interessen, die England (habe, zu sichern.

Brüssel, 6. März. Die Kammer der Abgeordneten nahm einen Antrag an, durch den bestimmt wird, daß für den Distrikt Campine die Arbeitszeit im Bergwerk einschließlich der Ein- und Ausfahrt nicht mehr als zehn Stunden und die Arbeitszeit der Häuer nicht mehr als achtStunden betragen darf. Der Antrag, der dahin ging, die Arbeitszeit in allen Gruben des Landes auf acht Stunden zu beschränken, war vorher von der Kammer abgelehnt worden.

Paris, 6. März, Die Blätter melden aus Toul: In der St. Leokaserne meuterten Soldaten. Sie gaben Re- oo-lver schlisse auf Unteroffiziere ab, ohne diese zu treffen, und verwundeten Artillerieoffiziere durch Säbelhiebe.__________ _______ ____________

Neues aus Rustland.

Dem Präsidenten der Duma Golowin wird von allen Seiten ein gesunder Drang nach positiver Betätigung nach­gerühmt, und man hat zu ihm das Vertrauen, daß er die seiner Leitung unterstellte Duma nicht wie ihre Vorgängerin auf einen Felsen auflaufen lassen werde. Fedor Alexandro- witsch Goloivin ist 46 Jahre alt und gehört zur Kadetten­partei. Er absolvierte die Universität Moskau und war seit ),898 erfolgreich tätig im Landschaftsamt des Moskauer Gouvernements, dessen Präsident er im letzten Jahre war. Er äußerte seinen Parteigenossen gegenüber, daß er fest überzeugt sei, es werde sich mit der jetzigen Duma arbeiten lassen. Die linken Fraktionen zeigen deutlich, daß sie freund­schaftlich mitarbeiten wollen, was auch der harmonische Ton der Duma-Eröffnung bestätigte.

In ministeriellen Kreisen ist man gleichfalls über die erste Sitzung der Duma äußerst befriedigt. Die Opposition ist von dem Wunsche beseelt, den Fortbestand der Duma zu sichern und die sozialistische Presse predigt Mäßigkeit. Der Zar empfing gestern den Präsidenten der Duma. Etiva 10 bis 15 Minuten dauerte die Audienz. Der Zar war sehr gnädig. Ec sprach seine Genugtuung über die Eröffnung der Duma aus und wies auf die ihr bevorstehenden schiviecigen Aufgaben hin, die um so schwieriger seien, als in der Duma zahlreiche politische Parteien vertreten seien. Golowin sprach seinerseits die Hoffnung aus, daß in allen für das Wohl des Landes bedeutsamen Fragen eine Einigung dec verschie­densten politischen Fraktionen erzielt werden würde, die dem gleichen Ziele zustreben würden, das Wohl des Landes zu fördern. Einer solchen Einigung verdanke er auch die auf ihn gefallene Wahl zmn Präsidenten. Der Zar tat hierauf der großen vorbereitenden Arbeiten des Mlnister'iumS Er­wähnung, wie der zahlreichen, der Duma vorgelegten Gesetzes- osrlagen, welche das Resultat dieser Arbeiten seien, und sprach

die Zuversicht auS, daß die Duma die gesetzgeberische Arbeit aufiiehmen werde. Golowin teilte mit, daß die Mitglieder der Duma ganz von dem Bestreben erfüllt seien, das Ver­trauen des Monarchen zu rechtfertigen. Die Duma weide diese Arbeit sofort, nachdem sie ihre innere Organisation be­endet habe, aufnehmen. Der Zar, der daS ganz gesetzmäßig fand, unterhielt sich mit Golowin über dessen frühere Tätig­keit beim Moskauer Semstwo. Nach der Audienz w urde Go­lowin der Kaiserin Alexandra vorgestellt.

In S e w a st o p o l wiirde durch eine unter seinen Wagen geschleuderte Bombe der Festungs-Kommandant General Nepluew an den Beinen verwundet. Der Wagen wurde zertrümmert, dem Verbrecher gelang es, zu entkommen.

In Lodz wurde ein Offizier erschossen. Eine Militärpatrouille feuerte darauf eine Salve ab, durch welche zwei Passanten verletzt wurden. Die Soldaten schossen auch in eine Konditorei, da sie glaubten, der Täter Halle sich dort verborgen.__________________________________

Aus Stadt und Land.

Gießen, 7. März.

Die Aufführung desFuhrmann Henschel" mit Herrn Rittner und Frau Lehmann ist infolge Ausbleibens der letzteren und des Scheiterns der Ver­suche, passenden Ersatz für sie zu erhalten, unmöglich geworden. Frau Lehmann hat schon Anfang Januar einen Vertrag unterschrieben, der sie für den 7. März in Gießen verpflichtete, sie hat es aber merkwürdigerweise versäumt, sich vorher bei ihrer Direktion den Urlaub zu sichern. Jetzt ist ihr dieser verweigert worden wovon sie erst am Dienstag hier Mitteilung machte! Der Vorstand hat nun sofort Schritte getan, um Ersatz für die ausfallende Vorstellung zu beschaffen: Er bietet dafür am nächsten Montag, den 11. d. Alts, ein Gesamtgastspiel des Frankfurter Schauspiel­hauses. Zur Aufführung kommt »Iphigenie in Tauris" von Goethe. Die für Donnerstag gelösten Eintrittskarten bleiben für den Montag gültig.

"Liberaler Wahlausschuß. Man schreibt uns: Am Montag fand iin »Kaiserhos" die Schliißsitzung des Liberalen Wahlalisschusses für die Kandidatur des Kommerzien­rates Heyligenstaedt unter dem Vorsitze des Stadto. Kirch statt. Zur Erledigung kamen verschiedene geschäftliche Punkte, insbesondere der Bericht über die durch die Reichstagswahl notwendig gemachten Einnahmen und Ausgaben. Es hatte bisher die Absicht Vorgelegen, eine genaue Darstellung gewisser Vorkommnisse im Wahlkampfe zu veröffentlichen. In der genannten Sitzung wurde aber beschlossen, jetzt von dieser Veröffentlichung abzusehen, da der W a h l ka m ps n o ch ein gerichtliches Nachspiel haben wird, wodurch jene Punkte volle Aufklärung finden werden. Wenn die Stichwahl auch zu feinem den Liberalismus befriedigenden Ergebnis geführt hat, so konnte doch mit Befriedigung festgestellt werden, daß er in unserem Wahlkreise eine beträcht­lich größere Stimmeuzahl als 1903 auf sich vereinigt hat. Nach Worten des Dankes des Parteivorsitzenden für die vielseitige eifrige Unterstützung in dem überaus lebendig geführten Wahlkampf und solchen des Herrn Heyligenstaedt an die Führer und alle anderen eifrigen Mitarbeiter der liberalen Parteien wiirde die Versammlung geschlossen und der Wahlausschuß für aufgelöst erklärt, nachdem zuvor kein formelles Hand in Handgehcn der für den Wahlkampf vereinigten Parteien, wohl aber ein freundschaftliches Neben­einanderarbeiten im liberalen Sinne in Aussicht gestellt worden ivar.

** Nur ein Wahlprvtest ist aus Hessen beim Reichstag eingegangen. Wie derBergstr. Bote" ersuhr, ist am 28. Februar, dem letzten Tage der Prvtestsrist, Widerspruch gegen die Wahl des Kammerpräsidenten Haas(WahlkreisBensheim-Er- b a ch) beim ReichItag eingereicht worden. Der Protest geht von dem Wahlausschuß für die Kandidatur Rippel aus und ist von Georg Melsinger, Journalist, Wstten-Ruhr, unterzeichnet. Er ist nicht sehr umfangreich und stützt sich im wesentlichen darauf, daß von einigen Bürgermeistern im Odenwald die ortsübliche Betannt- machung für Versammlungen Nippels, die vor der Stichwahl stattsinden sollten, <a*gelehnt worden sei. Ob der Protest Erjolg haben wird, bleibt abzuwarten. Sehr wahrscheinlich erscheint es nicht. '

" Reserveoffizier-Aspiranten. Das preuß. Kriegsministerium hat, wie das »Darmst. Tagbl." mitteilt, auch für dieses Jahr betreffs der Ausbildung der auf acht Wochen einzuziehenden Reserveoffizier-Aspiranten angeordnet, daß diese in den ersten vier Wochen in besonderen UebungSkompagnien auf dem nächstgelegenen Truppen- Uebungsplatz üben, die andere Hälfte der Uebungszeit aber bei der Truppe abzuleisten haben. Auch beim 18. Armee­korps traten am 4. März auf dem Truppen-Uebungsplatz Darmstadt zwei Kompagnien in ungefährer Stärke von je 90 Mann zusammen. Jede der beiden Divisionen stellte eine Kompagnie aus ihren Reserveoffizier-Aspiranten auf und besetzt sie mit Offizieren und dem nötigen Unterpersonal. Behufs einheitlicher Ausbildung beider Kompagnien ist ein Stabsoffizier, Major Schulz vom Infanterie-Regiment Nr. 166, nut der Leitung der Hebung betraut. Zur 1. Kompagnie (21. Div.) tritt Hauptmann Baetzendorff vom Infanterie- Regiment Nr. 87 als Führer. Die 2. Kompagnie (25. Div.) führt Hauptmann Pennrich vom Infanterie-Regiment Nr. 118, dazu sind kommandiert die Oberleutnants Hofmann und v. Olberg vom Infanterie-Regiment Nr. 115, die Leut­nants Wehrhei m vom Jnfanteric-Negiment Nr. 116, Scriba vom Infanterie-Regiment Nr. 168, und von Lichten­berg vom Infanterie-Regiment Nr. 117.

" Museum S-Konzert in Frankfurt a. M. Wir machen die hiesigen musikalischen Kreise darauf aufmerk, sam, daß das am vorliegenden Sonntag, statlfindende letzte Sonntags-Museums-Konzert unter der Leitung Professor G. Trautmanns steht. Ein wirklich gediegenes Programm: Bachs 5. Brandenburgisches Konzert f. Streich­orchester, H-moU-Symphonie von Schub ert, Es-dur Sym­phonie von Mozart sowie ein vortrefflicher Sänger Felix Senins auS St. Petersburg erhöhen das Interesse für das Konzert. Die Preise sind durchaus mäßig gestellt, schon für 2 Mark ist ein guter Platz im Saale zu haben.

+ Treis ah ix Lumda, 7. März. Heute fand die Ersatz­wahl füi den kürzlich verstorbenen Beigeordneten Gast-

wird Gg. Kehr IV statt. Da nur ein Kandidat aufgestellt war? verlief die Wahl sehr ruhig und es gaben von 264 Wahlberechtigten mir 70 ihre Stimme ab. Gewählt wurde Landwirt Konrad Michel mit 66 Stimmen. Zwei Stimmen fielen auf andere Personen und zwei Stimmzettel waren ungiltig.

<j Sd.)ölten, 6. März. Zwei industrielle Unter, nehmungen, darunter eine Zi garr enf a br ik, werden im Laufe dieses Jahres in der Nähe des Bahnhofs erbaut. Die Einwohnerschaft begrüßt dies mit Freuden, da unser Städtchen an Industrie sehr arm ist. Der Neubau des Bürger­schulgebäudes ist jetzt bis zum 2. Stockwerk gediehen, er soll noch im Herbst emgeweiht werden. Ter Bau wird nach den Plänen des Baurats Diehm in Gießen errichtet und kostet etwa 100000 Mk.

= Wetterfeld, 6. März. Unsere erst voriges Jahr begründete Molkerei blickt auf ein sehr günstiges Jahres­ergebnis zurück; der Verbrauch an Milch betrug 800 000 Kilo, für die 90 000 Mk. bezahlt wurden. Der Geiamtumsatz be­läuft sich auf 824 000 Mk., die Dividenden sind 2500 Mk., die Milgliederzahl von hier und den Nachbarorten flieg auf 220.

Ober-Eschbach, 5. März. Ein Vorkommnis ä la Hauptmann von Köpenick spielte sich gestern m un­terem Torfe ab. Gegen 5 Uhr kam in die Wohnung des abwesenden Landwirts I. Abel ein ziemlich gut gekleideter Mensch und verlangte von der Ehefrau des A. die wegen einer Gerichtsverhandlung entstandenen Gerichtslvften im Be­trage von 2 7 Ü)l f. 2 0 Pfg. Auf die Einwendung der Frau, daß derartige Gelder doch durch den Gerlchtsdiener Vogt er­hoben würden, entgegnete der auf alles gefaßte Gauner, Vogl mürbe später kommen und auch das Anforderungsformular milbrmgen. Daraufhin händigte die Frau den Betrag ein, verlangte aber eine Quittung. In Ermangelung eines an­ständigen Blattes Papier der freche Patron aus seinem Notizbuch ein Blakt, quittierte formvollendet den Empfang des Geldes und entfernte sich raschen Schrittes. Einige Dünnten später erfuhr die Frau zu ihrem Schrecken, daß sie einem Gauner in die Hände gefallen sei. Hoffentlich gelingt es der Polizei, den Burschen zu fassen. (Darmst. Zig.)

sd. Darmstadt, 6. März. Temirächft soll in der Näh« Darmstadts, dei Messel ein Truppenübungsplatz er­richtet «werden, da der Griesheimer Uedungsplatz mdjt mehr so viel wie seither benutzt werden soll. Vor allem hat die Gemeinde Messel hiervon einen großen Vorteil und bann hat auch der Diilitär- siscus nicht mehr, wie seither so große Unionen für Beeinträchtigung der Feldwirtschast zu zahlen. Dir der Platz nur während der Truppenübungszeit benutzt werden wird, werden nur ganz wenige einfache Baractengebäude darauf errichtet werden. jESie der D. Tägl. :Anz. erfahrt, ist das Gesuch des Eaietiers Schotten- haml um die Erlaubnis zur Errichtung einer K'affecwirt schast im Lerreng arten absch lägi g Otidyieixn worden.

Mainz, 6. März. S. K. H- der Großherzog hat dem von der Stadt Mainz und der Gemeinde Mo mb ach gestellten Ein-, gemeindungsantrag die Genehmigung erteilt, so daß die Eingemeindung am 1. April 1907, vollzogen werden kann. Von diesem Tage ab tritt die S^adt Mainz in die Reihe der Groß­städte, mit einer Bevöltenmgszifser von rund 100 000 .Ein­wohnern.

)( Dillheirn (Dill), 6. März. Dem Schreiner Heinrich Sannes von hier wurden gestern von seiner Ehefrau Drillinge (drei Mädchen) geboren. Die Kinderchen sind ganz munter; auch befindet sich die Mutter wohl. Vor zwei Jahren bescherte der Klapperstorch einer Familie im Nach­bardorfe Katzenfurt Drillinge. Der Knabe und die beiden Mädchen sind gut gediehen.

= Von der Dill, 6. März. Im Juli d. IS. findet in Herborn das Lahn-Dillgau-Turnfeft statt. Finanz- und Wohnungsausschuß sind bereits gewählt und die sonstigen Vorbereitungen im flottsten Gange.

[] Marburg, 6. März. Am Kgl. Gymnasium Philippinum und an der Oberrealschule fanden vor­gestern und gestern die R e i f e p r ü f u n g en statt. Bei ersterem ivurden von 20 Abiturienten 9 vom mündlichen Examen dispensiert, einer trat zurück und die übrigen bestanden. Bei der Oberrealschule bestanden sämtliche 11 Abiturienten, fünf wurden vom mündlichen Examen dispensiert.

** Kleine Mitteilungen a ns H e ssen und den N a rf) b a r ft a a t e n. Sein 25 jähriges Jubiläum als Rechis^ anmalt konnte der Justizrat und Notar H a llwachs m Tarm^ stabt gestern feiern. Den Gewerbeschülern Otto Sch wab- G e i ß - N i b b a und A. Schwäbel-Hochberg würbe auf Grund hervorragender Knnslleislungen nach § b9, Absatz 6 b der deutschen Wehrordnung die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst znerkannt.| Von Zell (Kr. Alsfeld) nach Heim­ertshausen wird eine belegtapbenleitung errichtet werden. Der Kriegeroerei n Merkenfritz feiert in diesem Jahr seine F a h n e n w e i b e, die Fahne wird von der Firma Max Hisgen und I. H. Schmidt in Lich geliefert.

Die-Bergstürze^inLüditalien.

Wir meldeten kürzlich, daß sich bei der Stadt Montemurro in der italienischen Provinz Potenza ein Bergsturz vollzogen habe, der die Stadt zu zerstören drohe. Nunmehr laufen Nachrichten auS jener Gegend ein, denen zufolge eine große Anzahl von Ortschaften der Provinz Potenza von Bergilürzs bedroht sind. Die ganze Gegend ist sehr gebirgreich und der Frühling bringt oft Abspaltungen von Felsmassen nut sich. Diesmal aber haben sich die Absplitterungen und Abbrüche der Felsen zu einer Katastrophe gestaltet, der gegenüber die Menschenkraft sich zu schwach erweist. Die in Bewegung be­findliche Erdmasse ist einen Kilometer breit und fünf Kilometer lang. In Sligliano sind zwölf Häuser emgestürzt und viele gefährdet und unbewohnbar. In Pisticci brachen elf Häuser zusammen und 75 mußten auf polizeiliche Anordnung ge­räumt werden. In Lagonegro verunglückten in einstürzenden Häusern fünf Personen; in Castrouuovo Saut Andrea brach nachts ein Bauernhaus zusammen und begrub die Bäuerin mit ihren beiden chtern, von denen die eine als Leiche hervorgezogen wurde. In Tursi wurden aus den einstürzenden Häusern vier Tote hervorgezogen. Tas Schlimme ist, daß es an Arbeitskräften fehlt, welche retten und helfen könnten, lieber 150 000 Männer, bie stärksten und jüngsten, sind nach Amerika ausgewandert. Zurück­geblieben sind nur Frauen, Kinder und Kreise. Die Carabinieri und Soldaten können wenig helfen. Die Erdrutschungen er» folgen ganz allmählich.____________________________________

* Kleine Tageschronik. In Köln wurden in der Nähe des Südbahnhvses drei Knaben im Atter von 10 bi5 14 Jahren, als sie im Bahndamm eine tiefe Grube machten- von den nachstürzenden Erdmassen verschüttet. Zwei der Knaben erftinten, während der dritte auf dem Transport nach dem lHospital v^starb. Es steht immmefir fest, daß die beiden verlöteten Verbrecher Mertens und Mostert beim Trierer K i r ch e n d i e b st a h l nicht in Betracht kommen. Mostert rourbfi