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7.3.1907 Erstes Blatt
 
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der Eisenbahnverwaltu mit dem Kapitel der Einnahi

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fteiheit handelt und bereits zweimal oam Reichstage an­genommen worden ist, in der früheren Fassung wieder ein­gebracht. Der zweite Teil, der von der Freiheit der Religlonsgescllschaften handelt und dessen Beratung in den früheren Sessionen noch nicht so weit gediehen war, rote die der erüen, wurde nach der , Germania * mit Rücksicht auf die Geschäftslage vorläufig nicht wieder emgebracht.

Kultusminister v. Studt hat in der gelingen Abend­sitzung der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses die Erklärung abgegeben, daß die Staatsregierung dem Landtage der Monarchie schon in der nächsten Session em neues Lehrer bei old ungsgesetz vorzulegen beabsichtige, welches bereits in der Ausarbeitung begriffen sei. Zugleich erklärte der Thnifter, daß die Entwürfe der Novellen zu den Gesetzen über die Pensionierung der Vvlksschullehrer und über die Fürsorge für ihre Witwen und Waisen dein Landtage in der gegenwärtigen Session un tunlichst baldigen Anschlüsse an die ihm vorzulegenden Novellen zu den Gesetzen über die Pensionierung der Staatsbeamten und deren Rellttenversorgung zugehen würden.

Gegen die Wahl der ReichStagS-Abgg. Dr. Drö scher aus WiSmar und Linck-Roftock ist zwar kein Protest ein- gelaufen, aber bei Prüfung der Wahlakten in der Abteilung stellten sich so viele Unregelmäßigkeiten heraus, daß die Wahlakten der Wahlprüfungs-Kommlssion zur Entscheidung über die Gültigkeit der Wahl abgegeben wurden.

Dem Reichstage sollen außer den bereits ihm vorgelegten Gesetzentwürfen auch noch einige der Vorlagen zugehen, die infolge der Auflösung unerledigt geblieben sind, u. a. der Entwurf über den Versicherungsertrag.

KotttSjche Lagesscha«.

Bülow und PosadowSky.

-tt- Berlin, 6. März.

Daß zwischen dem Fürsten Bülow und dem Grafen Vosadowsky nicht alles stimmt, haben aufmerksame Be- kvbachter im Reichstag bereits aus dein ziemlich reservierten persönlichen Verkehr der beiden Herren entnehmen können. Heute bringen die .Hamb. Nachr." Mitteilungen, wodurch jjene Auffassung bestätigt wird. Der Kanzler jet wiederholt

verkehr mit Ausschluß ber UieiÄneiuarifrefonn.

Han sei bei einem lieb er

FreußischcS Abgeoronelenyuus.

Berlin, 6. März.

des Abkommens zwischen 8ta lionallib eialeu und Bund ber Landwirte dem Bund zugebilligt: je eine Kandidatur in Kusel, Kirchheimbolanden, Rockenhausen, Frankenthal und Germersheim. Ter nalionalliberalen Partei sind folgende 12 Kandidaten überlasten: In Kaiserslautern, Neustadt und Zweibrücken je zwei, in Frankenthal, Germers, beim, Hornburg, Kirchheimbolanden, Kusel und Landau je cme. In den fünf übrigen Wahlkreisen werden Zählkandi-

mit dem Auftreten deS Staatssekretärs des Innern nicht einverstanden gewesen, insbesondere nicht mit der Antwort deS Grasen PosadowSky auf ine Rede des Zentrums» abgeordneten Gröber. Es ist unersindlich, weshalb gerade diese Antwort Fürst Bülow verdrosten haben soll. Graf Posa» dowSky hob entgegen dem Abg. Gröber hervor, daß keines» wegs, wie Gröber eS nannte, eine .Lappalie' den Anlaß zur ReichStagSaiiflösung gegeben habe. Um wichtige nationale Fragen habe eS sich gehandelt. Daß Graf PosadowSky, der seinerzeit der ReichStagSauflösung widerraten hatte, und zwar auS Zweifel an dem Erfolg der Maßregel Zweifel, die damals wohl fast überall geteilt wurden - durchaus im Sinne der Bülowschen Austastung antwortete, ist gewiß alles Mögliche. Eine scharfe Verteidigung gegen die Angriffe Grübers wird Fürst Bülow selbst nicht gewünscht haben, auch hätte er späterhin immer noch persönlich ant- morten können. Afto, es fehlt vorläufig an einer zureichenden Erklärung der Unzufriedenheit des Kanzlers mit dem Staats» fefretär. Ter Gewährsmann der .Hamb. Nochr.« fügt hinzu, Fürst Bülow wünsche nicht den Rücktritt Posadowskys. 9lie» inand außer einigen Quenglern auf der Rechten kann den Rücktritt des um den sozialen Fortschritt hochverdienten Mannes ivünschen. Erne solche Kraft würde sehr schwer zu er- setzen fein.

ohne sich die Schlüffe SemmlcrS bezüglich einer eventuell möglich werdenden Vermehrung der Flotte aneignen wollen. Die Kammer bewilligte sodann 600 000 Mark

Bekämpfung ber Säuglingssterblichkeit.

Das Zentrum hat im Reichstage den ersten Teil Toleranzantrages, ber von ber persönlichen Religion^

Ter prenh. Landwirtschaftsminister v. Aruim nahm auf der soeben tn Berlin eröffneten Tagung deS Preußischen L a n d e S ö k o n o m ie-K o 11 e g i u m S Veranlaffung, sich über zwei aktuelle Fragen, wie folgt, zu äußern:

Die Fleischnotfrage hat, so sagte ber Minister, viel Mißstimmung im Volke erregt, so daß es im dringen­den Interesse der Landwirtschaft liegt, solche Zustande für die Zukunft zu vermeiden. Sie haben alles getan, um die Viehzucht zu heben. Eine vermehrte Aufzucht von Jungvieh ist erforderlich. Der Unter» schied der Preise zwischen Mager» und Mastvieh zeigt, daß auf bem Gebiete der Jungviehzucht noch Diel zu t u n ist. Vielleicht ist dem Uebelstande auf genossenschastl. Wege abzuhelfen, weil den kleinen Besitzern oft alles zur besseren Aufzucht beS VieheS fehlt. Gerade der Weidebetrieb läßt ui vielen Teilen Deutschmnos noch zu wünschen übrig. Hier sollten bie Kammern emsetzen unb klare Ziele geben. Dadurch wird bem Heinen Landwirt bie Aufzucht für Jung­vieh bequemer gemacht werden, weil er die Sorge für das Vieh im Sommer los wird. Cm Wechsel zwischen den Einzel- weiden muß flattfinben.

Die zweite aktuelle Frage ist die ber Arbeiier- anfieblung. Tie Landwirte haben nicht viel Jntereffe dafür. Wir müssen aber eine dicht ere Bevölkerung auf dem Lande schaffen. Tie Arbeit wird nicht gleich den Lohn bringen. Wo aber konsequent gearbeitet wirb, bleiben Erfolge nicht aus. Man braucht nur nach bem Warthegebict zu blicken, daS vor Friedrich bem Großen ein wüster Landstrich war. Wenn wir konsequent die Ar­beiter an daS Land fesseln, das muß Erfolg haben. Schaffung einet dichten ländlichen Bevölkerung muß bie Grundlage unserer Tätigkeit fein. Die Generalkommissionen geben jetzt billiges Geld auch an kleine Leute. Eine große Schwierigkeit ist bannt überwunden. Denn bie Rentenbank gebe bis drei Viertel des Wertes.

StcatSminiper Tr. v. Bötticher f.

Naumburg, 6. März. ©taatSmimiier Dr. v. Bötticher ist heute hier gestorben. Die Beisetzung erfolgt am SamStag nachmittag in Berlin.

Dr. v. Bötticher wurde 1833 in Stettin geboren unb studierte die Rechte. Er wurde 1885 Hilfsarbeiter im Handelsministerium und trat 1861) in das Ministerium deS Innern über. 1872 wurde er Geh. Rcgierungsrat und vortr. Rat. 1879 wurde er Ober­präsident tun SchieLwig-Holstein. Dem Abgeordnetenhause ge­hörte er von 1867 bis 1870 an und dem Reichstage als reichs- parteilicher Vertreter des 2. schleswig-holsteinischen Wahlkreises 18/8 dis 1880, wo er zum preußischen Slaatsminister und Staats­sekretär des Reichsamts des Innern ernannt wurde. Als solcher machte ier sich, namentlich um die Durchsührung dcr sozialen Re- formen frerblent, inSbiionbete um das Zustandekommen des Alters- uub Invalidenucr,iiH^uugsgesetzes 1889. 1. Juli 18öd iuuü>e v. Bötticher an Stette Putttamers Vizepräsident des preuß. Staats- minifteriumS. 1897 erhielt er die erbetene Entlassung und wurde im. .November desselben JahreS Oberpräsident der Provinz Lachfen. -

Minister Lreitenbach: Man sei bei einem Heber» schuß von 739 Millionen angelangt. Für den wetteren Ausbau ber .Staatsbahnen fei ein Bauplan ausgestellt, bei hem

erscheinen. __

Selbst ein Kolonialenthusiast wie ber Abg. Lattmann Ovirlsch. Der.) empfahl Dernburg, nicht allzu rosig zu malen, solidem seine Phantasie zu zügeln. DeS Mahners Bedenken rügte die vom Kolonialdirektor in einem Wahlvortrag erzählte iRsipichte von der umgekippten Dattelkiste, ein Vorgang, ber angeblich zur Folge hatte, daß alsbald stolze Palmbäume aus bem Sande Südwestafrikas emporwuchsen.

Vor solchen kühnen Darstellungen hütete sich! der frühere Kv- Vonialbircitor unb letzt bei ber Reichspartei hospitierenbe Abg. Erbprinz zu Hohenlohe, ber auch, soweit es auS ber Feme möglich ist, Einblick in bie fübwestasrikanischen Verhält­nisse gewonnen hat und erklärlicherweise nichts weniger als , Schwarzseher" ist. Eine leise Resignation sprach gleichwohl aus Den Worten des Erbprinzen; ihm stand ja auch, als Kolonial- hirefior, ber Erfolg nicht so zur Seite wie Demburg, der bereits Mitte Mai nach Afrika in See stechen wird, um bie Kolonieen persönlich kennen zu lernen. Sein Vorgänger kam nicht in die Lage, bie gleiche Absicht zu verwirklichen.

Die veränderte Stellung der Freis. Volkspartei zur Kolonial- politir rechtferttgte aus dem Systemwechsel heraus Abg. Kopsch. Er protestierte indessen gegen die etwaige Einrichtung einer stän­digen Kolonialarmee, die nicht notwendig und mit dem Sparsam­keitsprinzip unvereinbar sei. Die Kriegsdeukmünze, für deren Beschaffung 60 000 Mk. verlangt werden, findet zwar die Zu- ftimmung ber Linksliberalen, aber als ungleich wichtiger be­zeichnete auch Abg. Kopsch bie angemessene soziale unb wirt­schaftliche Versorgung der aud Südwestafrika heimkehrenden hoch­verdienten Soldaten.

Die Glocke deS Präsidenten wiederholt in Bewegung zu ketzen verstand Abg. Ledebour (Soz.). Ihm ist von seinem früheren Schauspielerberuf der Hang zu pathetischer Sprechweise geblieben, die im Parlament bei einem radikalen Kritiker zu­weilen etwas komisch wirkt. Vizepräsident Dr. Paasche war freilich nicht besonders glücklich, als er bem Redner verwehren wollte, auf das Fernbleiben des Fürsten Bülow von den Reichs­tagsverhandlungen hinzuweisen. Weniger glimpflich als der Kanzler kam Demburg fort.Gewissenlosigkeit, Gepflogen­heiten des Pokerspielers" das waren einige durch Ordnungs­rufe gesühnte Kraftworte Ledebours gegen den Kolonialbirektor. Der jetzt präsidierende Graf Stolberg überhörte denPoker­spieler" unb mußte erst durch Demburg zum Eingreifen veranlaßt werden.

Die scharfe Abweisung des Ledebourschen Standpunktes durch den Führer der Freis. Vgg., Abg. Schrader, erregte Auf­sehen^ Wieder einmal wurde ein Tischtuch zerschnitten zwischen der Freis. Vgg. und der Sozialdemokratie.

Dem Abg. Bindewald -Alsfeld gelang das Kunststück, seinen Kolonialvortrag antisemitisch zu färben, unb zum Schluß revanchierte sich Herr Demburg bet seinen Gegnern auf ber äußersten Linken, inbem er ihnen zurief:Bleiben Sie in der papiernen Welt, in ber Sie leben 1 Die Wahl hat gezeigt, wie gut w i r dabei fahren!" (Schallende Heiterkeit.)

Die Nachtragsetats werden bteSmal ohne KommisstonSbera- tung verabschiedet werden.

Auf ber Tagesordnung steht die zweite Beratung des Etats " " Die Besprechung beginnt

aus Personen- urw Güter-

Nr. 56 Erstes Matt 157. Jahrgang Donnerstag 7. März 1907

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gB General-Anzeiger sur Oberhessen MW

Adresse für Deveschen: af[on§öru<Y und Verlag der vrühl'schen Unlv.'vuch' und Stelndruckerei. 8. Lange. Redattlon, Lxpeditlon und Druckerei. Schulfiratze 7. Beck

Anzeiger Gießen._____ i > '

2Ctrd)e und Schule.

Köln, 6. Marz. Wie verlautet, schweben hier zurzett Unterhandlungen wegen Teilung der Erzdiözese Köln, owie wegen Wiedererhebung des Bisiums Mainz zum Erz­bistum. Tie Erzdiözese Köln zahlt 2l/3 Millionen Katholiken und 2000 Priester. Mau nimmt an, daß jetzt die Negieruag geneigter sei als früher, die nicht sehr beträchtlichen Mittel zu bewilligen.

parlamentarisches.

Berlin, 0. Ültärz. Die Bu dgetlommifsion beS Reichstages bewilligte einen Posten mit 100 000 Mark für Einrichtungen unb Veranstaltungen, welche dem allgemeinen Interesse des deutschen Handels und Gewerbes bienen, be­sonders mit Rücksicht auf die Ausbreitung der Baumwoll­kultur in den deutschen Kolonien; ferner 60 000 Mark für bie Zwecke des Internat. Lan dwirtschaftSinstltutS in R om. Die Kommiffwn bewilligte ferner mit den Stimmen der Konservativen, Liberalen und des Frelsinns bie siebente Rate von 150000 M. für die HohkünigSburg. Graf Pofadowsky sprach auf eine Anfrage die bestimmte Hoffnung auS, daß dies bie letzte Rate sein und der Bau in diesem Jahre beendet sein werbe. Wiemer (Freisg. Vpt.), Staudy (Kons.) und Arendt (Reichspartel) sprechen für bie Bewilligung, Singer (Soz.), Grüber (Ztr.) unb Fehrendach (Ztr.) dagegen. Letzterer betont, auch für das Heidelberger Schloß lasse man die Badenser allem sorgen. Die Kommifflon bewilligte 30000 Mark für bas römisch»germanische Ntuseum in Mainz, 38 000 Mark zur Vornahme einer Rekru- tierungsstatlftlk zum Zwecke ber Feststellung des Ein­flusses von Herkunft und Beschäftigung auf bie Militartauglichkeit; 25 000 M. als erste Rate für eine Unfallstatistik beS Jahres 1907; Graf PosadowSky erklärt, das Projekt des Kais er-Wilhelm-Kanals fei einer Revision unterzogen und werde demnächst dem Reichstage vorgelegt. Gröber (Ztr.) meint: es sei gut, daß Semmlec und kein Zentrumsmann die angeregte Frage als Vorfrage für eine eventuelle Flottenvermehrung bezeichnet habe. Alan hatte sonst von einer unerlaubten Pression gesprochen. Die Frage fei zu wichtig, um nebenbei behandelt zu werden. Tr. Arendt (Rchspt.) befürwortet die Fortführung beS Kanals

Deutsches Ueich.

Berlin, 6. Rlärz. Der Kaiser begrüßte heute morgen die Kaiserin-Witwe von Rußland auf ihrer Durch­reise nach England auf bem Schlesischen Bahnhöfe unb be­gleitete sie bis zum Bahnhof Charlottenburg.

Der russ. Staatsrat v. Ni artens ist gestern aus Wien hier eingetroffen.

Dem Reichstage ging ein Gesetzentwurf zu, betr. Maßnahmen gegen den Rückgang des Ertrages ber Maischbottichsteuer. Danach wird dcr Satz der Niaisch- bottichsleuer-Vergütiing ouf 0,12 Alk. für den Liter reinen Alkohols herabgesetzt. Aus dem Ertrage der Maischbottich­steuer werden 4 500 000 Alk. jährlich entnommen und zur Gewährung von Zuschüffen für den ausgeführten und dena­turierten Branntwein verwendet, soiocit für diesen eine Aiaisch- dottichsteuer-Vergütung gewährt wird.

Nach derBürgerzeitimg" iu Neustadt a. d. Haardt sind zu den Landtagswahlen in der Pfalz auf Grund

5ie heutige Yummer umfaßt 10 Seiten, Lüdwcltajlika im Aeichstag.

R. Berlin, 6. März.

Ein Blick in dielichtere Gegenwart" iu Süd- tzrestafrika, so etwa mutete die Rede an, nut der K^omal- biretLor Dernburg heute bie beiden kolonialen Nachtrays- etais vor dem Reickrstag vertrat, die zurdunklen Bergangenhett" der Tezeinbertoge, zum Kolonialkonflikt und^urReichStagsausloiung Den Anlaß gaben. Es herrscht nM nur Friede mder Kowme, ioubern es fangt neues wirtscha tlicheS Slü Ven aller orten an, fodaß Demburg, rote m seinen Wahlreben, so auch heute bas beuische Volk versstüern zu können glaubte, werbe nocp Freube an Vieser kostspieligsten Kolonie erleben. Betracht- lidje Ausgaben sind freilich auch fernerhin nM zu vermeiden. Der in den Rackstragsetats geforderten Summe von rund tu Aci111oneu u. a. für den Bahnbau nach Keetuiamis-

werden sich weitere Millivnen im laufenden Etatsjahre zugcsellen. Auch wird dauernd eine st ar le Truppenmacht in der Kolonie gehalten werden muffen. ,,2o00 Mann", meinte Demburg,sind nach wie vor unzureichend.

Der Generalstab des Zentrums, ber feine gegenteilige Auf­fassung im Dezember zum Kriegsfall machte, wweriprach heute nicht, ober boch nur theoretisch, inbem ber Wortführer ber früher ausschlaggebenden Partei. Abg. Fehrendach, ihr für letzt die Stellungnahme in der Truppensrage vorbehielt. Das war das setzte Aufleuchten des D«.zeumergewitter-. Gegen die Nack-trauS- etals selbst hat das Zentrum nichts einzuwenden, es ist zu ruhiger objektiver Beurteilung bet Sachlage übergegangen unb schlctte beslialb nicht bieKonfliktsmännet", sonoern Fehren- Lad') aus Baben, eine sozusagen neutrale Persönlichkeit, als Webner vor, ber sich mit bem Vertreter ber Konservativen, Abg. Rogalla von Biber ft ein, in bem Wunsche zusammeu- fanb, es möchte für bie Afrika-Krieger besser gesorgt werben, als für bie bebürftigen Mitkämpfer bes beulsch-franzch Krieges. :!ln Anerkemiung der hervurraaenden Leistungen der Schutztrupp- ler fehlte es auch heute im LieichStag nicht.

Außerdem wurde Lob gespendet den Miffwnaren beider Konsesiionen durch Dernburg was im Zentrum angenehm be- rührte, dem Oberst v. Deimling durch den konservativen, i.cut Gouverneur v. Lindequist durch den nationalliberalen Redner Dr. Seniler, der als einziger Abgeordnerer Südwestafrika aus Eigener Anschauung kennt. Grade deshalb ist es bemerkenswert, daß Seniler etwas Wasser in den Dernburgschen Wein schüttete. Der Kolonialdirektor hatte nicht nur die Farmwirtschaft, sondern auch ben zukünftigen Minenbetrieb Sübwestafrikas in bengalische öelcuüjtung gerückt. Seniler aber bekannte sich zu ber ernüch- ternben Meinung, cs komme zunächst barauf an, bie Kolonie landwirtschaftlich zu entwickeln. Die deutschsüdwestasr. Diamanten werben danach wohl sobald nicht auf dem Weltmarkt