Als Bergsteigen und Hochtourist von ungewöhnlicher Au§>
dauer und Kühnheit, genoß Dr. Ntarkwalb auch in Alpen- vereinSkreisen Ansehen. Dem Verstorbenen, der etwa 50 Jahre alt wurde — er wurde zu Schneidcmühl geboren — werden Viele ein ehrendes Andenken bewahren.
+ Allertshausen, 6. Mai. Ein reges Treiben, wie eS wohl hier noch nie vorgekommen ist, herrschte seit längerer Zeit im Hinblick auf die am SamStag stattgefundene Bürgermeisterwahl. ES sind durch die entstandenen Parteien
bei denen der humane ärztliche Berater sehr beliebt war. Dr. Markwald, ein alter Burschenschafter, hatte sein Staatsexamen im Winter 1877/78 in Königsberg i. Pr. gemacht und kam Ostern 1879 als Assistent der UniversitätS-Augen- klinik hierher. Er blieb bis Frühjahr 1882 in dieser Stellung und machte dann eine einjährige Studienreise nach verschie-
Köln, wo er sich einer Darmoperation unterzogen hatte, Dr. med. Benno Markwald, der Direktor unserer Provinzial - Siechenanstalt. Dr. Markwald war in ivcitcrcn Kreisen als tüchtiger Arzt sehr geschätzt und beliebt, so daß sein Ableben allgemeine Teilnahme Hervorrufen wird, insbesondere auch bei den Insassen des Provinzial-SiechenhauseS,
Aus SLaSr und Land.
Gießen, den 7. Mai.
* • Der Kaiser in Schlitz. Gestern vormittag unternahm der Kaiser einen Spaziergang nach Tempelberg, nachmittags im Wagen einen Ausflug nach Eisenberg. Die Abreise nach Karlsruhe erfolgte abends 8.30 Uhr mit Sonderzug.
• • Empfangen wurde von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog am Samstag u. a. Oberlehrer Dr. Schmidtgen von Büdingen.
• * Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Kreisbauinspektor des Kreises Dieburg, Georg Theiß, den Charakter als „Baurat' verliehen und den Lehrer an der Präparandenanstalt zu Lich, Gg. Thierolf, zum Lehrer an dem Lehrerseminar zu Friedberg ernannt. — Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern wurde der Gerichtsassessor Otto Linkcnheld aus Darmstadt zum Negierungsassessor ernannt. — Bestätigt wurde der von dem kathol. Pfarrer und dem Ortsvorstand auf die 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mainflingen präsentierte Schulamtsaspirant Karl Braun aus Ruhlkirchen.
" Dr. Martwald -j-. Gestern vormittag starb zu
Munft und Wissenschaft.
— In Bern bürg ist 71 jährig der Direkior Rudolf Bunge an einem Schlaganfall q c ft o r b e n. Er war besonders bekannt als Librettist der Neßler' chenOper „der Trompeter von Sackmgen .
P a r i s, 6. Mai. Richard Strauß's O p e r S a l o m r enang bei der heutigen Generalprobe im Chaielet Theater, welche in deutscher Sprache stattsand, einen außerodentliehen Erfolg. Straub, welcher dirigierte, war wiederholt Gegenstand be- geislerter Ovailonen. Bon den Darstellern erntete namentlich^raulem Testum, ivelche die Titelrolle inne halte, dann die Sanger Feuihals- München und Buirian stürmischen Beisall. Der Vorstellung wohnten der Präsident Jallieres, die Minister Briand, Pichon, Bettchou und Thomson, der Unterstaalssekretär Sarraut, der butsche Bot- schafrer Fürst Radolin uiid Gemahlin, sowie der Botschafter von Oesterreich-Ungarn bei. Das Haus war bis aus das letzte Plätzchen doh cinein dlf11nguierien Publikum gefüllt. ___
rttrchtiche Nachrichten»
Evangelische Gemeinde.
Koltesditust.
Donnerstag, den 9. Mai, Himmelfahrtsfeft.
Ju der Stadtkirchc.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Schwabe.
I« der IohaurreSkirche.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer E u l e r.
In der alte» AriedhofSlapelle.
Slachmitkags 2 Uhr: Pfarrer A u s f e l d.
Katholische Gemeinde.
Mi11woch ben 8. Mai
Nachmittags nm 5 Uhr und abends um 8 Uhr : Gelegenheit zur heil. Beichte.
Donnerstag den 9. Mai 1907, Christi Himmelfahrt.
Vormittags uon 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
r um 7 Uhr: Die erste heft. Nieste, vor und in derselbe» Austeilung der heft. Hommunion.
, um 8 Uhr: Die zweite heftige Nieste mit Mllftär- gollesdienst mit Predigt.
„ um 9Vt Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Fest-Andacht nut Segen. Freuag abend um 61/, Uhr ist Maiandacht.
Ein Tierphanomeu der grauesten Borzeit.
Unser Frankfurter Jk.-Kvrrcspondent schreibt uns: Eine erfreu- liche Meldung, die in der gesamten natunvuienfchastlichen ^.clt Interesse und Aufsehen erregen wird, bringt ore „Franrf. ^ztg. , indem sie meldet, daß zum erstenmal cm ^iplodocus nach Europa kommt. Die wissenschaftUchcu Sammlungen llimenkas
,cot und schwarz' viele Sachen an Gericht anhängig gemacht worden. Bei der wieder eingetretenen Stimmengleichheit traf das Los den Beigeordneten Wilh. Römer. Kaum verkündete die Schelle das Resultat, als auch schon die Jugend es sich nicht nehmen liefe, mit Musik, die die Stunden bis zur Nachmitternacht erheiterte, herumzuziehen.
A Butzbach, 7. Mai. Die vereinigten liberalen (freisinnigen) Parteien hatten gestern abend im »Hess. Hof" eine konstituierende Versammlung und es kam zur Gründung eines »Freisinnigen Vereins", zu dem sich vorerst zwölf Mitglieder meldeten. Der Parteisekretär Kuhlmann aus Darmstadt sprach vorher über „Liberalismus und das Frankfurter Mindestprogramm".
? R o d h e i m a. d. Bieber, 6. Mai. Vom Wetter begünstigt hielt gestern nachmittag die vor Jahresfrist begründete freiwillige Feuerwehr die erste B e z i r k s ü b u n g ab, zu der selbst 9)1it- glieder der Wehr aus Bottenhorn sowie viele eingeladcne Gäste aus Gießen, Wetzlar u. s. f. erschienen waren. Großes Interesse erregte der um 8 Uhr unter Leitung des Kommandanten, Bäckermeister Beiider vorgcuoinmene B r a n d a n g r l f f auf das inmitten des Torfes gelegene Schulhaus, das als Brandobjekt vorgesehen ivar. Als Brandidee ivar angenommen : Tie freiwillige Feuerwehr übt auf der Straße rmd erhält die Nachricht, daß in der mittleren Schule (Backhaus) ein Brand ausgebrochen fei. Tas Korps wird folort alarmiert und findet beim Eintreffen auf der Brandstätte den mittleren Stock (Schulsaal) sowie den Treppenbau vollständig vorn Feuer ergriffen, das durch die alten Schulbänke reichliche Nahrung findet. Ter m der 3. Etage (Mansarde) wohnenden Lehrerfamilie ist es umnöglich, sich durch das Treppenhaus zu retten. Es wird daher vom Kommando die Doppelaufgabe gestellt: 1. Der Steiger- zng hat die Bewohner aus ihrer gefährlichen Lage mittete Schiebe- leiter zu retten; 2. Die Sprihenmaiuischast und Hydrantenmannfchaft, denen je ein Strahlrohrführer beigegeben ist, 'assen das Objekt mit 2 Schlauchlniien an und suchen das Feuer aus seinen Herd zu beschränken. Tie Uebung liefe erkeimen, daß es den Mannschaften auch im Ernstfall gelingen wird, ihre Ausgabe zu erjüllen. Sämtliche auswärtige Feuerwehrleute sprachen sich lobend über diese erste öffentliche Uebung unserer jungen Wehr aus. Auch der geniülliche Teil, der bei Gastwirt KremmerS statt,and, verlief bei den munteren Weisen der „Cappeler Kapelle" auf's beste.
4- Wetzlar, 6. Mai. Die Bautätigkeit in Bolks- schulgebäudru, bei denen besonders Wert auf praktische Einteilung der Säle und Lehrerwvhnungen gelegt und auf gute Lösungen der Fassaden Rücksicht genommen wird, ist in unserem Kreise sehr rege. Zur malerischen Wirkung der Gebäude trägt der uiögttchst hochgelegene Bauplatz bei. Die Bauplane werden von Kreisbaumeifter Witte ausgeführt, der auch die Bauleitung übernimmt. . _ . . _
8 Hermannstein, 5. Mai. Zur Freude der Dorfbe^ wohncr erhalten wir laut Beschluß umcrcS Gememderats demnächst Gas-Ctraßeiibeleuchtung. Die Wetzlarer Gasanstalt tritt in unseren Dienst. .. .„ < .
Homburg v. d. H., 4. Mai. Die Saison ist am 1. Mar eröffnet nrotixn. Wer die Frühkonzerte um 7 Uhr an den Quellen un F-reien zu halten, war am 1. Mai der Kurkapelle nicht uwglich, und so mußte die ehemalige Orangerie geheizt werden und hier ergingen sich die Brunnenttinker. demnächst wird im Murljauätbeatcr das Hcrzogl. Memingische Hosthcatei-En- semble einen Zl)llus von Bvrsicllungeu erönnen. ---
Verzeichnen bereits einige dieser Rieseneidechsen aks ihr Eigentums Ter Diplvdocvs, der nach Frankfiirt a. M. ins neue Senckenberg ischc natursorschende Museum kommt, ist ein Geschenk des bekannten amerikanischen Bankiers Jakob H. Schiss, der ein gebotener Frankfurter ist. Mit dem Diplodocus hat es folgende Bewandnis: Tie Gelehrten sollen ausgerechnet haben, daß das Tier vor acht Millionen Jahren gelebt haben muß. Es hat sich dann in die Lehmschichten des Staates Wyoming eingebettet. Tort ist es in völlig versteinertem Zustande au--' gegraben worden. Bon den Dimensionen des Tieres geben folgende Zahlen einen Begriff: Mlcin der Hals mißt 17 Fuß, der Schwanz 22 Fuß, sodaß inklusive Körper ba&' Tier 60 Fuß lang ist. Der Rücken war etwa 15 Fuß über der Erde, wenn das Tier aufrecht stand. Der größte Elefant ist also inbezug auf Höhe ein Zwerg gegenüber dieser Nieseneidechse. Jnteresscuit ist cs zu erfahren, wie die Montierung der Ueberreste dieses Tieres erfolgte: Zunächst wurde ein Holzgerüst gebaut, die Knochen wurden cingcgibft. Als man das Tier völlig zusammen- gestellt halle, wurden 23 Blöcke, die genau aneinander passen, hergestellt. In diese Blöcke, von denen jeder das respektable Gewicht von 450 Pfund hat, wurde bann der Riesenletb verpackt. Sobald das Skelett im großen Lichthof des neuen Sencken- bergianums seine Slufftellung hat, wird sich sicher Gelegenheit finden, auf dieses Tierwunder ältester Vorzeit noch mit einigen Zeilen zurückzukommen. Vergessen darf nicht werden, daß Jakob H. Schiff bei der Erwerbung dieses Ricsenticres durch Morris K. Jesup wesenttich unterstützt worden ist. Der Name Jesup ist bekannt, als sein Träger bei den bedeutendsten naturwissenschaftlichen Forschungen der letzten Jahre, die auf archäolog. Gebiete sich bewegen, eine große Rolle gespielt hat.
Universitäts-Nachrichten.
^Marburg, 6. Mai. Am heutigen letzten Tage der Immatrikulationen zum Sommerfemestcr zählt man, ein- fchließlich der zum Hören der Vorlesungen Berechtigten, 1 8 5 8 <5 t u - deuten, gegen 1587 im letzten Winter- und 1801 im vorigen Sommerjcmester. Rechnet man noch die Nachzügler hinzu, dürfte die Zahl von 1900 Studenten nicht zu niedrig gegriffen fein.
— Der ausgezeichnete Historiker Prof. Dr. E r i ch M a r k m Heidelberg Biograph Kaifer Wilhelm I. hat den an ihn ergangenen Nui an die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung an- g enom m c n. ______—
Arbeiterbewegung.
Bergarbeiterausstände. Auf Zeche„Hnbernm' bet Gelsenkirchen sind 80 Mmm nicht emgefahcen 2Mf Zeche „Consolidation" Schacht I sind etwa 35 Mann, aus Schacht Is etwa 80 Mann nicht eingesahrm. Mts Zeche „Pluw |tnb etwa 10 Mann, die sich auf zwei Schächte verteilen, nicht emge- fahren. Auf Zeche „Alma" sind 22 Mann ausständig. -Die Zahl der ausständigen Bergarbeiter rm Zettz-Werßenselsev Braun ko h 1 eure vier beträgt letzt 1500. --->
Der Verdacht, diesen Diebstahl begangen zu haben, lenkte sich schüchternen Katechumenen zu freimütigen Antworten ermutigte
sogleich auf den D i c n e r Zedu, der in Diensten des Zahl- unfo persönlich eingriff. Er hofft, bei der Universitätsfeier
smeisters stand. Tie Kasse Zcdu führte die Suchet „^söulich erscheinen zu können, und wir hoffen, daß dieses
S "ooT Sen "n'S W Vorhaben in Erfüllung !,ch° und w.r unfern Nestor
gesunden. Mit der Auffindung der Mk. 260 war oer^Beweis er- freudig und ehrerbietlg in unserer Mitte begrüßen können, bracht, daß Zedu der Dieb wär. Gleich am anderen Morgen, dem -----------
ßO. März 1008, sand ein gerichtliches Verfahren statt. Hatiptmann von Tühring, der stellvertretende Stationsleiter, oerurteiltc Zedu zu 5 Jahren K e t l e n h a f t und zu zweimal 25 Hieben. Dorn, der nach an Ort und Stelle anwesend war, bestätigte dieses Urteil. Es wurden Zedu darauf die Hiebe erteilt. Nachdem er zuvor untersucht und als geslmd befunden morden war, wurde er auf Verfügung des Gouverneurs an einen Flag g e n- nia ft gebunden, der 20 Schrftte vor dem Stationsgebäude ftaud. In seiner Lage an dem Mast war Zedu ungeschützt den heißen Sonnenstrahlen ausgesetzt. Im Laufe des Tages soll Horn .auf der Veranda gesagt haben: .So ein abgebrühtes Schwein! Haben Sie schon bei ihm eine Träne gesehen?- Der Neger blieb die Nacht über m seiner Stellung an dem Mast, feste Nahrung erhielt er nicht, eS ist auch nicht sest- rstellt, daß er zu trinken erhalten hat. Am andern Morgen um Ul)r fand man Zedu in zusammengesunkener Stellung in seinen /Fesseln hängend, an dem Mast hocken. Bevor Horn abreiste, sagte 'er zu bem stellv. Stationsleiter Hauptmami v. Dühring: .Ich übergebe Ihnen den Zedu. der gefällt mir so nicht." Der Gouverneur ritt bann mit von Dühring aus bem Stationshof hinaus, ohne daß Zedu abgeuunben roocDcii wäre, von Dühring begleitete ihn eine Strecke. Als von Dühring zurückkehrte, liefe er den Zedu sofort abbinben. Der Neger mürbe ins Gefängnis, einer Hütte mit einem Lehmbach, dessen Oeffmmgen nicht nut Türen und Fenstern versichert waren, gebracht. Zebu wurde mit Wasser begossen. Es wurde auch eine Suppe für ihn gekocht. Er starb aber bereits iciire halbe Stunde daraus. Horn bestreitet, daß er die Absicht gehabt habe, Zedu ein Geständnis abzupressen. Lr habe annehmen müssen, dafe Zebu, wenn er ins Gefängnis komme, zur Freiheit verholsen werden würde, daß er isich bann in den Besitz des Geldes gesetzt haben und geflohen sem jwürde. Das habe er nicht dulden können, und darum habe er die Fesselung augeorbnel. Er habe die feste Ueberzeugung, daß Iber Tod nicht auf die Fesselung zurückzuführen sei.
Geheunrat von Gollnelli betont, daß das von Horn angewandte Verfahren unter Umständen geeignet gewesen sei, den Tod herbeizusühren. Es sei auch nicht zweifelhaft, daß die Zwangs- anittel angewandt worden seien, mit dem Nebengedanken, em «Geständnis zu erpressen. DaS Vorgehen des Angeschuldigten sei laufd höchste bedauerlich, bei seiner Stellung sei er zu doppelter Vorsicht verpflichtet gewesen. Der Antrag des Staatsanwalts lautete auf Dienstentlassung.
Das Urteil erkennt gleichfalls aus Dienstentlassung , , . -
unter Belassung von ’/» der zuständ igen Pension; bie benen Universitäten. Ostern 1883 wurde er abermals Asftstent Tisziplmarkannner ist der Einsicht, bafe bic Art unb Weise, wie ber an un?erer Lanbesuniversität und zivar bteSniQl in der mebi- tetMeÄ ÄÄMÄW »Mitch-» «.Mik. . Als pMMch« AW-». d« ® stius benen es geschehen ist, auch wenn sie so betrachtet ,verden, Riegel lag ihm msbesonbere auch bte Behandlung bcr stadti- rotc der Angeschuldigte sie betrachtet wissen will, eine Verletzung schen Armen ob, wobei er sich allezeit als menschensreund- iber Dienstpflicht erkennen lassen. Es ist ferner nid erwiesen anzu- ^rzt crroieS. Vier Jahre lang blieb Dr. Alarkivalb in bUf« Sk-llung. um sich bann -an.
hvemt er sagt: „Ich habe mich barauf verlassen, daß er etwas ivtdmen, sowie der Tatigkelt als Kassenarzt der ^dbrit» Ibctommcn würde/ Aber schiverer imb mn schwersten wiegt die fraiikenkasse ber Firma Heyligenstacbt. Die Stelle als Verfehlung am am anberen Morgen. Bei der Strafzuniessnng hat djxjgjerenber Arzt der Siechenanstalt übernahln er 1902. ibie Kammer erwogen, baß eine Orbnungsstrafe nicht möglich fei. 0 ..... -
ES »ft auch nicht möglich, baß man im Aitelande einen strafversetzten Gouverneur hat. Die iwtwenbige Strafe ist bie Dienst- i cntlaffung. Tie Kammer hat mbeS erroogen, baß ber Angefchul- jbigte ein oerhättmsmäßig vorwurssfreies Beamlenleben hinter sich hat. Die Kammer nimmt nicht an, baß sein Nervensystem un ter
Vermischte».
* Die Vulkane Süditaliens machen sich wieder be» -merkbar. Wie von ber Insel Stromboli gemeldet wird, richtete dorc ein Ausbruch des Vulkans am 5. ds. MtL keinen nennenswerten Schaden an, versetzte bie Bevölkerung aber in großen Schrecken. .
" Lebenbig begraben! In Sarbazon, einem Dorfe in der Nä!,ck vvn,MonpTemersan (Frant'r.) ist eine junge Frau lebendig begraben ivvrden. lleber diese Aufsehen erregende Affäre wird folgendes bekannt: Die 30 jährige Bäuerin Eszoulat, bic ein 29. April angeblich gestorben war, ist am 1. Mai begraben worben. Am folgenben Tage hörte ein Dorfbewohner beim Heberschreiten beÄ Kirchhofes dunrpfe Töne aus dem Grabe Eommcn. Er überzeugte sich davon, daß es keine Täuschung war und holte den Bürgermeister und einen Arzt, welche die Leiche sofort ausgraben ließen. Das To Leng ew and war ganz zerrisfen und blas Herz ber Scheintoten schlug noch. Nach einiger Zeit konnte sie sich etwas erheben^ bann machte aber ein Blutsturz ihrem Leben ein Ende.
gpidplßK der «reinigte« Frankfurter Stadttheater. OperuhailS.
Mittwöch den 8. fDlai*): Sechste Sondervorstellung: „FigaroS Hochzeit.- (Susanna: Enka Wedekind, Gras Almavwa: K a r l P e r r o n a. GH. Donnerstag den 9. Mai: „Oberon. Freitag den 10. Mai: Siebente Sondervorstellung: „Rhemgold. (Eida: Frail O t t i l i e M e tz g e r - F r o i tz h e i m, Loye: Dr. Otto Br tes em eist er a. G. Samstag den 11. Mai: „Die Reqimentstochler." Hieraus: „Aufforderung zum Tanz." Sonntag den 12. Mai: „Tie Jüdin." Montag den 13. Mai, abends 6 Uhr: Achte Sondervorstellung: „Tie Walküre." (Brünhftde: Edith Walker, k. u. k. Kammersängerin, Fricka: Ottilie Metzgev' Froitzheim a. G.)
Schauspielhaus.
Mittwoch den 8. Mai'): „Tas Blumenboot.' Donnerstag den 9. Mai, nachmittags halb 4 Uhr: „Alt-Heidelberg." Abends halb 8 Uhr: „Robert und Bertram." Freitag den 10. Mai: „Torquato Tasto." SamStag den 11. Mai: Zum ersten y)i a l e : „Florenz a." Schauspiel in 8 Akten von Thomas Alann. (Originalanfführung.) Sonntag den 12. Mai, nachmittags halb 4 Uhr: „Husarenfieber.' Abends 7 Uhr: „Fio- renza." Alontag den 13. Mai: „Wegen Preßvergeheiis." Hieraus: „Eharleys Tante.'
') Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abend« um 7 Uhr.
dem Einflufe der Tropen gelitten hat.
Gegen diefeö Urteil steht dem Angeschuldigten noch die Berufung an deii kaiserlichen Diszipliiiarhos für bic Schutzgeb tete «offen. ________________________________________________
FeUttste „alte Kerr" unserer Landes- unwersttät.
, Friedrich Wilhelm August Clotz, der älteste der zum Jubelfeste der alma water Ludoviciana geladenen Ehrengäste, zugleich der Nestor der Geistltchkeit Hessens, ist geboren am 15. Januar 1816 zu Groß-Umstadt als Sohn des .Pfarrers Heinrich Clotz. Seine Jugend verlebte er in den 'Orten Kleestadt, Sickenhofen und Mockstadt a. Nh., bezog ibann ba8 Gymnasium zu Tariuslabt unb bestaub bort bie ^Reifeprüfung un Herbst 1834. Von da ab studierte er In Gießen Theologie, absolvierte im Februar 1838 das Fakuttätsexamen, besuchte bis Ostern 1839 das Prediger- seminar in Friedberg und wurde im Herbst desselben Jahres zum Schlußexamcn in Darmstadt zugelassen. Clotz hatte sich Bereits im Frühjahre dazu angemcldet, war aber als jüngster Kandidat zurückgewiesen worden mit der Begründung, der Raum reiche nicht hin, um die Menge der Prüflinge zu fetzen. Tempi passaii! — Arn 10. Mai 1840 wurde er von Dekan Müller m der Kirche zu Arnsheirn ordiniert und diente in den folgenden 8 Jahren als Leiter und Verwalter den drei ;rheinhcssischen Gemeinden Armsheim, Essenheim und Framersheim, zuletzt in Griesheim aus dem rechten Rheinufer. — Endlich wurde ihm am 16. Jiili 1848 bic Pfarrstelle zu Hohen-Selzcn, Dek. Worms, übertragen. Zwei Tage später führte er feine Braut Friebcrike, Tochter bes Oberkonsistorial- rats Keim in Darmstadt, heim, bie ihm nach 16jähriger glücklicher Ehe in Wallernhauscn bei Nidda, wohin Clotz im Oktober 1855 versetzt worden war, im Alter von 44 Jahren durch den Tod entrissen wurde. 9tach 16jähriger Wirksamkeit verließ der Witwer diesen Ort und zog nach Hausen bei Gießen über am 21. Juni 1871, demselben Tage, an dem sein ältester Sohn Ludwig aus bem deutsch-französ. Kriege wohlbehalten heirnkehrenb, mit beit hessischen Truppen m Darmstadt einzog. Allmählich stellten sich Altersgedrechen ein. Seit Nov. 1889 versah Clotz keinen Dienst mehr, unb siedelte zu seinem Schwiegersohn, dem Dekan Wahl, nach Wiefcck über. Auf fein Nachsnchen wurde er am 1. Ma» 1892 m den Ruhestand versetzt. Sem eben genannter Schwiegersohn wurde im September 1899 sein Nachfolger in Hausen unb ber alte Emeritus hatte bic Freude, wiederum ui fein altes Heim einzuziehen. Dekan Wahl starb im kräftigsten Mannesalter bereits im Nov. 1902. Clotz verblieb bis zu Ende August 1905 bei feiner verwitweten Tochter unb wohnt seitdem bei feinem Enlel, Pfarrer Ludwig Wahl in Qu eck bei Schlitz. — Hohes Alter ist wohl fein Verdienst, sondern eine Gnade. Als solche sieht auch der -91jährige Greis cS an, daß er noch rüstig und wohlgemut «unter den ©einigen lebt, täglich kleine Spaziergänge macht unb einen Teil feines Brennholzes zerkleinert. Auch burch 'geistige Frische erfreut er alle, bic ihn im Schmucke seines ^Silbcrhaarcü schauen. Als Schreiber bieseS in den Jahren 11904 unb 1905 öfters ?cn Pfarrbicnst in Hausen versah, war cS ihm eine befon-berc Freude, daß der alte Amtsbruder 'sich am Gottesdienst nicht nur mit "Andacht beteiligte, sondern bei der an die Predigt sich anschließenben Christenlehre, seinem lebhaften Temperament Folge gebend, bic etwas


